Hier wird bereits das Pferd von hinten aufgezäumt, wenn man davon ausgeht, dass irgend jemand das Gefühl hat, irgend jemanden versorgen zu müssen, egal ob das rentabel ist oder nicht. So funktioniert freie Wirtschaft bekanntlich nicht. Wenn die Erde gegenüber Planet X nichts mehr hat, was Planet X braucht, wird die Erde von Planet X entweder nichts über bilateralen Handel erhalten oder das Exportdefizit aus anderen Quellen deckeln müssen.Es fängt ja ganz vorne an: Erstmal muss der Planet besiedelt werden.
Für die Entwicklung von Welten muss man Spezialisten hinkutschen, und die werden sehr schnell für technisch-wirtschaftliche Autonomie sorgen.Kommt darauf an, wem sich die Spezialisten verpflichtet fühlen: Fühlen sich die Spezialisten den Kolonisten gegenüber verpflichtet? Oder fühlen sie sich der Organisation gegenüber verpflichtet, die sie bezahlt?
Jedes Bemühen, dies zu unterbinden, wird unweigerlich in bewaffnete Konflikte münden, in denenZum ersten Teil: Ja. Aber gerade diese bewaffneten Auseinandersetzungen sind aus rollenspielerischer Sicht doch interessant. Vor allem, wenn sich die Spieler dann aussuchen können, auf welcher Seite sie in den Konflikt eingreifen oder ob sie gar beide Seiten gegeneinander ausspielen.das Mutterlandder Mutterplanet noch stärker gelackmeiert ist als bei Unabhängigkeitskriegen auf der Erde, zumal die Versorgungswege noch länger sind.
Es fängt ja ganz vorne an: Erstmal muss der Planet besiedelt werden.
Die Besiedlung eines Planeten ist mit Kosten verbunden, die sich nicht in der 1. Generation und auch nicht in der 2. Generation amortisieren. Aber irgendwann zahlt sich die Kolonisation aus und die Kolonie macht mehr Gewinne als Ausgaben.
Hier wird bereits das Pferd von hinten aufgezäumt, wenn man davon ausgeht, dass irgend jemand das Gefühl hat, irgend jemanden versorgen zu müssen, egal ob das rentabel ist oder nicht. So funktioniert freie Wirtschaft bekanntlich nicht. Wenn die Erde gegenüber Planet X nichts mehr hat, was Planet X braucht, wird die Erde von Planet X entweder nichts über bilateralen Handel erhalten oder das Exportdefizit aus anderen Quellen deckeln müssen.
Daher ja mein Vorschlag, die langweiligen, aber notwendigen Setting-Bestandteile von den spannenden, spielbaren zu trennen und der Deduktion ihren Lauf zu lassen.
1.) Wenn Raumreisen etwas für Abenteurer, VIPs und Flüchtlinge sind, werden wenige Passagiere genug zahlen, um Raumflüge für kleine Frachter rentabel zu machen. Sind Raumreisen alltäglich, werden die gewaltigen Zahlen an Passagieren in riesigen Passagierschiffen weniger Beförderungsunternehmen befördert und für kleine Trampfrachter besteht kein Bedarf.
2.) Der große Rohstoffverkehr ist dröge und wird von Robotfrachtern abgewickelt. Trampfrachter sind klein, können also nur kleine Frachtmengen bewegen.
Die Besiedlung eines Planeten ist mit Kosten verbunden, die sich nicht in der 1. Generation und auch nicht in der 2. Generation amortisieren. Aber irgendwann zahlt sich die Kolonisation aus und die Kolonie macht mehr Gewinne als Ausgaben.
Man könnte sich das ganze sozusagen so vorstellen: Die 1. und 2. Generation der Siedler verschulden sich bei terranischen Organisationen, um sich ihr Heim auf der Kolonie aufbauen zu können. Und die späteren Generationen müssen diese Schulden samt Zins&Zinseszins zurückzahlen. (Andererseits wird ihr Heim gepfändet und geht an die terranische Organisation über.)
Gute Idee, ich lagere mal auch meine Antwort hierhin aus:
Von "versorgen müssen" kann auch nicht unbedingt die Rede sein. Die Wirtschaft wird bei gegebener Technologie selber ihre Interessen verfolgen wollen, und von einem Konzern betriebene Bergbauunternehmen sind keine unabhängigen Staaten. Wenn auf der Erde kein z.B. Hafnium mehr verfügbar ist, weil die Chinesen die gesamte Produktion kontrollieren und nichts davon rausrücken, sucht man halt auf anderen Planeten oder Asteroiden danach.
Und mal weiter vorgespult: wenn eine extrasolare Kolonie wirklich autark ist, und nichts mehr von der Erde importieren _muss_, ja, dann hat sie insofern gewonnen. Da spricht aber aus der Draufsicht auch nichts dagegen. Vielleicht passt es dem Mutterland nicht und es gibt einen Unabhängigkeitskrieg -- wunderbar für uns und unsere Stories. Aber bis dahin ist es eine lange Frist, und eine Kolonie muss sich schon vorrechnen lassen, wieviel vorher von der Erde dorthin geflossen ist.
Ich will es zwar auch so haben, dass der dröge Rohstoffverkehr von Robofrachtern (oder jedenfalls nicht von den SCs) erledigt wird, aber mir fällt dafür keine bessere Begründung ein als "Das ist den Raumfahrern zu langweilig". :6
Ich stelle mir das so ähnlich vor wie damals in den amerikanischen Kolonien, dass das Mutterland der Kolonie schlicht verbietet, bestimmte Industrien zu betreiben,
Und letztlich ist die Erde vermutlich die einzige Quelle für Raumschiffe und moderne planetare Verteidigungssysteme, die man braucht, um sich Piraten, Plünderer und anderes Gesocks vom Leib zu halten.
Wäre es nicht sowieso einfacher, den Rohstoffpaketen einen kleinen Stups zu geben und sie dann langsam und unbeaufsichtigt durch das System treiben zu lassen, bis sie am Zielort ein Schlepper "einfängt"? Zeitkritisch sind sie ja nicht, und wenn die Schiffe die Strecke nicht mitmachen müssen, braucht man auch viel weniger von ihnen.
Kurz, das hängt vom politischen Status der Erde im betreffenden Setting ab. Die groben Optionen sind:Mir fällt vor allem noch eine weitere ein: Eine (ggfs. hinter Marionetten gleich welche Couleur) stehende, strikte Herrschaft der Reichsten, die (oft genug jedenfalls) zugleich auch Händler sind. Die Kaiser hatten ihre Fugger, die EU hat Standard & Poor's. Schon jetzt haben die reichsten Einzelpersonen der Welt Verfügungsmacht über mehr Guthaben als manche Länder. Den "Seeweg nach Indien" zu finden war, wenn ich mich recht entsinne, ein wirtschaftlich inspiriertes Unternehmen. Usw. usf...
* Vereinigte Erde, demokratisches System
* Vereinigte Erde, Diktatur
* Mehrere Staaten/Blöcke mit unterschiedlichen Systemen (dafür habe ich mich bei Redshift entschieden, nicht zuletzt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.)
In einem modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis wäre das absolut nicht mehr durchsetzbar. Schließlich kann der Machthaber dafür keinen besseren Grund liefern als "Die Wurst bleibt hier". Das mag mit einer chinesischen oder russischen Kolonie durchführbar sein, aber nicht mit einer europäischen oder amerikanischen. Also, damit meine ich nicht, dass es irgendwann zur "Mikrochipparty" kommt, sondern einfach von vornherein kein solches Gesetz erlassen werden könnte.
Kurz, das hängt vom politischen Status der Erde im betreffenden Setting ab. Die groben Optionen sind:
* Vereinigte Erde, demokratisches System
* Vereinigte Erde, Diktatur
* Mehrere Staaten/Blöcke mit unterschiedlichen Systemen (dafür habe ich mich bei Redshift entschieden, nicht zuletzt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.)
Das ist jetzt etwas blöd. Sieht so aus, als müsste die Fracht doch vorzugsweise von lebenden Crews befördert werden, oder man spielt doch interplanetares Zuwerfen. Die ideale Lösung ist mal wieder nicht dabei.
Die Besiedlung eines Planeten ist mit Kosten verbunden, die sich nicht in der 1. Generation und auch nicht in der 2. Generation amortisieren. Aber irgendwann zahlt sich die Kolonisation aus und die Kolonie macht mehr Gewinne als Ausgaben.
In einem modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis wäre das absolut nicht mehr durchsetzbar. Schließlich kann der Machthaber dafür keinen besseren Grund liefern als "Die Wurst bleibt hier". Das mag mit einer chinesischen oder russischen Kolonie durchführbar sein, aber nicht mit einer europäischen oder amerikanischen. Also, damit meine ich nicht, dass es irgendwann zur "Mikrochipparty" kommt, sondern einfach von vornherein kein solches Gesetz erlassen werden könnte.
Klingt nach einer Aufgabe für Leute, die bestraft werden sollen. Also statt als Galeerensträfling verurteilt zu werden, halt als Erzfrachterbesatzung.
Hier ist aber noch ein Grund gegen Robofrachter überhaupt: sie bieten ein verlockendes Ziel für "Autodiebe", nur dass die hier kein Auto klauen, sondern einen kompletten nuklearen Antrieb. Denn, das habe ich eben ausgerechnet, mit harmlosen chemischen Antrieben ist bei den angedachten Frachtmengen nichts zu machen.
@Politik:
stimmt, Plutokratie ist natürlich auch noch eine Option.
"Demokratie" ist ja sowieso schon so ein unscharfer Begriff. Neuerdings geht ja der Begriff von der "Postdemokratie" um, d.h. die gewählten Volksvertreter können gar keine echte Politik mehr machen, weil sie nur noch mit der Verwaltung von Sachzwängen beschäftigt sind. Das System ist festgefahren.
Oder noch etwas bitterer, ich nenne es mal "Analogdemokratie". Wie Analogkäse. Das eine ist Käse ohne Milch. Das andere Demokratie ohne Einfluss des Volkes. Es ist vollkommen wurscht, welche Politiker man wählt, weil die sowieso noch nur das tun, was ihnen passt. Es wird lediglich die Illusion der Demokratie aufrecht erhalten.
Ist natürlich jederzeit mit Plutokratie verknüpfbar.
[...]
Ach ja und mit Gewinnen war eher so in der vierten/fünften Generation zu rechnen.
[...]
Wieso das eigentlich? Eine praktisch kostenlose (!) Immobilie von großer Fläche lässt sich ganz sicher in wenigen Jahren in etwas profitables verwandeln, sei es nun im Bergbau, der Landwirtschaft oder was auch immer.
Wieso das eigentlich? Eine praktisch kostenlose (!) Immobilie von großer Fläche lässt sich ganz sicher in wenigen Jahren in etwas profitables verwandeln, sei es nun im Bergbau, der Landwirtschaft oder was auch immer.
Wie kommst du auf kostenlos? Finden, Erkundung und Analyse erzeugen Kosten und dann kommt erst noch die Erschließung. Und die Einrichtung von Anlagen ist auch nicht unbedingt günstig. Dazu kommen eventuelle Steuern und Genehmigungen...
Öhm weil wie im anderen Thread besprochen der InterSTELARE! handel mit, Rohstoffen und Lebensmitteln eher nur mittelmäßig Sinn macht? [...]
Das alles sind Kosten, die sich in Bruchteilen des Preises einer Immobilie auf einem schon besiedelten Planeten bemessen.
Das hängt stark von den Gegebenheiten im jeweiligen Universum ab.
Naja, das sagst du jetzt so. Aber du stellst ja auch selbst fest:
Je nachdem, was er damit vor hat. Ein Haufen Amish kann einen bewohnbaren Streifen Land im Grunde zu den Anreisekosten besiedeln.
Laut Techthread soll dafür ja die Bifrost-Technik eingesetzt werden. Das heisst, es müssen die Start/Landeschiffe hingeschafft oder vor Ort Produziert werden,
die Laser und Startrampe aufgebaut werden, und die Energieversorgung für das Ding muss stehen.
Je nachdem, was er damit vor hat. Ein Haufen Amish kann einen bewohnbaren Streifen Land im Grunde zu den Anreisekosten besiedeln.
Laut Techthread soll dafür ja die Bifrost-Technik eingesetzt werden. Das heisst, es müssen die Start/Landeschiffe hingeschafft oder vor Ort Produziert werden,
die Laser und Startrampe aufgebaut werden, und die Energieversorgung für das Ding muss stehen.
Mal ganz davon abgesehen, wie das ganze Zeug auf die Kolonie herunter kommt ohne es kaputt zu machen.
Dabei denke ich jetzt an mehr oder weniger große Sojus-Kapseln.
Ja, man investiert je nach Technologie eine vielstellige Summe in die Anreise eines Haufen Amish, und der hat da nach einigen Jahren eine autarke Kolonie etabliert, die, wenn es gut läuft, im Jahr ein paar Tonnen Lebensmittel und einfaches Kunsthandwerk produziert. Ich sehe beim besten Willen nicht, wo da der Profit herkommen soll.
Je nachdem, was er damit vor hat. Ein Haufen Amish kann einen bewohnbaren Streifen Land im Grunde zu den Anreisekosten besiedeln.Wobei die Anreisekosten schon hoch genug sind.
Eine vielstellige Summe, die die Amish sehr wahrscheinlich durch den Verkauf ihrer (vergleichsweise hochpreisigen) Immobilien auf der Erde selber aufbringen können.
Ist sie dann doch auch. Die Amish haben genau das, was sie wollen, nämlich für praktische Zwecke beliebig viel Land im Tausch gegen eher wenig Land.
nämlich für praktische Zwecke beliebig viel Land im Tausch gegen eher wenig Land.
Sojus-Kapseln sind nicht wiederverwendbar. Allerdings könnten ihre Baumaterialen eventuell recycled werden.
Die Amish haben Profit ja, und wo kommt der Profit des Transporteuers her??
Insgesamt komme ich mit halbwegs plausiblen Schätzungen auf ca. 7cr/kg (1cr = ca. 1 $ oder €)Und was ist der Gegenwert für 1 € zu der Zeit? Denn der Geldwert selbst ist ja keine stabile Größe. Wenn zu dem Zeitpunkt ein Brot, sagen wir, 500 cr kostet und ein Liter Trinkwasser 200 cr... was sind dann schon 7cr/kg? Das Raumschiff könnte eventuell ein Hobby für halbwegs Reiche sein, so wie andere sich eine Dogge halten (- was die schließlich an Futter kostet, und sie frißt Fleisch!) Und was werden die Leute sich antun lassen, um in ein Land ohne Umweltverschmutzung zu kommen, wo man auf dem Boden einfach säen und ernten kann, ohne ständig mit Dünger, Dekontaminierer, Bodenbehandler, Pflanzenschutzmitteln, ... hantieren muß?
Der soll wohl mit dem Geld bezahlt werden, was die Amish daheim in Pinselvanien für den Verkauf ihrer Höfe bekommen haben.Im Falle der Pilgerväter haben diese sich einfach englische Investoren für die Finanzierung ihres Kolonisierungsprojekt in der Neuen Welt gesucht. Warum soll das nicht auch in der Zukunft funktionieren? Gerade unter dem Aspekt, dass Ankömmlinge (egal ob nachfolgende Kolonisten oder Raumfahrer) neuen Proviant, Treibstoff etc. brauchen, ist es äußerst sinnvoll, nein, eigentlich sogar essentiell, in den Aufbau solcher Infrastrukturen zu investieren.
Im Falle der Pilgerväter haben diese sich einfach englische Investoren für die Finanzierung ihres Kolonisierungsprojekt in der Neuen Welt gesucht. Warum soll das nicht auch in der Zukunft funktionieren? Gerade unter dem Aspekt, dass Ankömmlinge (egal ob nachfolgende Kolonisten oder Raumfahrer) neuen Proviant, Treibstoff etc. brauchen, ist es äußerst sinnvoll, nein, eigentlich sogar essentiell, in den Aufbau solcher Infrastrukturen zu investieren.
Das alles hin oder her, Landwirtschaft im Amish-Stil wird sich von und hinten nicht lohnen. 1000 Siedler mit Maschinen können mehr schaffen als 10.000 Siedler ohne Maschinen.
Natürlich können sich die Preisniveaus in der Zukunft verschieben; wie du sagst könnten Nahrungsmittel wieder teurer werden. Das muss uns aber alles nicht so besonders jucken.Wie willst Du Gewinne bestimmen, wenn Dich die zugrundeliegenden Preisrelationen nicht jucken?
Die Wirtschaft z.B. in der DDR hat nicht funktioniert, weil mal keine Bleche da waren und mal keine Schrauben. Und warum waren keine Schrauben da?Weil jemand geglaubt hat, Kontrolle wäre gut. Denselben Stuß, den es in der DDR gab, hätte es in jedem beliebigen anderen System auch geben können. Weder schützt irgendein politisches System vor sowas, noch bedingt es es je zwingend.
Der Kommunismus hat auf der Erde nicht funktioniert, weil der Mensch dazu zu schlecht ist[...]
Das erinnert mich: was ist eigentlich das Regierungssystem der Menschheit in Star Trek? Von Wahlen ist da nie Rede. Gut, die Wirtschaft ist post-scarcity wegen magischer Replikatoren, und Geld gibt es angeblich (seit TNG) keins mehr. Wichtige Entscheidungen scheinen aber vor allem von Admirälen getätigt zu werden, und in diversen Folgen sieht man auch uniformierte Offiziere auf Richterstühlen sitzen. Eine kommunistische Militärdiktatur?
[...]man Devisen benötigt, die man systembedingt nur in geringen Mengen hat.
Was - wenn ich das mal auf einen beispielhaften Faktor reduzieren darf - ein solches System kippen lässt, ist z.B. die Notwendigkeit nach miesen Ernten, Lebensmittel zu Weltmarktpreisen einzukaufen, für die man Devisen benötigt, die man systembedingt nur in geringen Mengen hat.
Kommunismus kann nur funktionieren, wenn die meisten mitmachen wollen; Kapitalismus kann nur funktionieren, wenn die Meisten nicht mitmachen dürfen.
Die miesen Ernten kamen ja auch nicht von ungefähr, oder weil's mal zuviel geregnet hat, sondern auch weil güterzugweise für die Getreideproduktion bestimmte Düngemittel "weggefunden" wurden. Da hat sich jeder Kolchosebauer einen Sack für seinen (legalen) privaten Gemüsegarten organisiert, und schwupp war der Waggon leer und für die staatlichen Felder nichts mehr da.
[...]
Nein, das ist nicht systembedigt. Das ist einfach ein Managementfehler.
Die miesen Ernten kamen ja auch nicht von ungefähr, oder weil's mal zuviel geregnet hat, sondern auch weil güterzugweise für die Getreideproduktion bestimmte Düngemittel "weggefunden" wurden. Da hat sich jeder Kolchosebauer einen Sack für seinen (legalen) privaten Gemüsegarten organisiert, und schwupp war der Waggon leer und für die staatlichen Felder nichts mehr da.
Bei zweiterem hab ich so meine Zweifel; entweder es stimmt so nicht oder es ist eine selbstbedingende Definition. Will sagen, ja, der Kapitalismus wie wir ihn kennen funktioniert so, dass die Meisten nicht mitmachen dürfen. Aber ich glaube nicht, dass das der Fall sein müsste. Es ist nur so, dass die einzigen, die den Status Quo ändern könnten, kein Interesse daran haben, weil sie dabei selber verlieren würden. Von selbst ändert er sich nicht, weil der Teufel scheisst auf den größten Haufen und so.
Theoretisch wäre aber ein System möglich, das einerseits die freie wirtschaftliche Entfaltung gestattet und dabei gleichzeitig vor Ausbeutung schützt, und tatsächlich jedem die gleichen Möglichkeiten bietet, nicht nur auf dem Papier. Vielleicht braucht man dazu eine Produktivität, die in Richtung "post-scarcity" geht. Aber eine technologisch fortgeschrittene Gesellschaft dürfte dazu die Möglichkeiten haben.
Wenn ein kommunistisches System lange genug existiert, merkt es irgendwann, dass es seine Zügel lockern muss
Jepp, wir denken da prinzipiell in die gleiche Richtung. Ein bißchen Ausbeutung oder generell Ungerechtigkeit müsste ohnehin für das Setting erhalten bleiben, weil man sonst eine Utopie hätte, die zwar schön vorzustellen, aber langweilig zu spielen ist.
Ich muss widersprechen. Die Anhäufung nicht konkret zweckgebundener Devisen wäre die Anhäufung von Kapital ... Und das ist systembedingt nicht drin.
[...]
Zum Thema "sowjetische Zustände" habe ich da einen ausführlichen uralt-Artikel aus einem 1982er Spiegel ausgebraben.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14338988.html
Zu meiner Angabe mit dem vom Laster gefallenen Dünger steht da zwar nichts, aber immerhin:
Gründe für die dritte Mißernte hintereinander, außer dem Wetter: Jede zweite Erntemaschine ist defekt und wird auch nicht repariert, so daß die meisten Neulieferungen nur Ersatzinvestitionen darstellen. Bei Lagerung und Transport der Ernte gibt es bis zu einem Drittel Schwund.
[...]
Natürlich ist das drin. Das, was wir als "Kommunismus" kennen, hatte jede Menge Kapital. Immmobilien, Fabrikationsanlagen, Wohngebäude... alles Kapital. Devisen sind da nichts anderes. Das war nämlich nichts weiter als Staatskapitalismus.
Es geht nicht um Kapital, sondern um dessen Anhäufung. Die von Dir aufgezählten Werte sind weder optional noch disponabel,
sie befinden sich nominell in Volkseigentum, was sich praktisch darin äußert, dass sie in Besitz des Volkes sind, verwendet und benötigt werden.
Deiner Definition zufolge gäbe es nur Kapitalismus, weil ja jeder Staat mindestens über Humankapital verfügt. [...]
Aber natürlich sind sie das und sie wurden auch so behandelt.
Da fällst Du jetzt aber auf die Propaganda des Regimes rein. Neh, dieses Kapital befand sich praktisch im Besitz der Funktionäre, die es verwalteten.
Das ist ja auch so... die Frage ist immer nur, wer der Kapitalist ist. Ein "echter" Sozialismus wäre strikt demokratisch, so dass tatsächlich die Staatsbürger die Kapitalisten wären, und zwar alle zu gleichen Teilen. Das wurde allerdings noch nie versucht.Sozialismus wäre es auch, wenn einer alles hätte, aber dies mit allen teilte, sobald sie es brauchen.
Du verwechselst Eigentum und Besitz. [...]
[...] Ein SF-Setting erlaubt es ja grundsätzlich, solche Gesellschaften zu entwickeln. Eine kleine, verschworene Gemeinschaft von Kolonisten/Pionieren, die eine neue Welt erschließen will, kann realen Kommunismus/Sozialismus praktizieren, weil die Zahl ihre Angehörigen überschaubar ist. Jeder kennt jeden, als ist auch jeder jedem gegenüber verantwortlich und die situationsbedingt beschränkten Mittel lassen wenig Raum für Privateigentum (nicht zu verwechseln mit persönlichem Besitz). Sobald die Gesellschaft anonymer wird, wird der innere Schweinehund stärker, weil man weder bei Unterschlagung noch bei Ausbeutung dem Geschädigten in die Augen schauen muss.
Die Formulierung "im Besitz des Volkes" war also nicht von Dir? ;D
Eine große, tatsächlich sozialistische Weltaumkolonie dürfte mit viel direkter Demokratie auch in Wirtschaftsdingen sowie relativ wenig Datenschutz einhergehen... da wäre Betrug und Unterschlagung sicher nicht einfach. Sie hätte dann aber andere Probleme... "warum arbeitest Du nicht als X, da werden Deine Fähigkeiten nach Meinung der Mehrheit besser gebraucht?"
Besitz hat aber auch etwas mit Verfügungsgewalt zu tun. Es bringt mir nichts, mich _in_ einer Fabrik zu befinden, wenn ich nicht bestimmen kann, was dort produziert wird. Und diese Verfügungsgewalt hatte nicht das Volk inne, sondern diverse Planungsbüros und Wirtschaftsministerien.
- nebenbei sollte auch die Schwerkraft nicht zu hoch sein. Generell niedriger als auf der Erde. Unter anderem aus logistischen Gründen: es ist sauschwierig, hier vom Erdboden aus ins All zu gelangen, weil die Erde ein so tiefer steiler Schwerkraftbrunnen ist.Und? Wir haben trotzdem jetzt schon die Technologie, unseren eigenen Schwerkraftbrunnen zu verlassen. Ich sehe keinen Grund zu der Annahme, daß die Technologie auf dem Weg zu kolonisierbaren extrasolaren Planeten wieder schlechter wird - um so mehr, wo bis zu deren Erreichung, egal auf welchem Weg, noch einiges an Zeit und Innovation ins Land gehen dürfte. Sprich, bewohnbare Welten mit mindestens Erdschwerkraft sollten für extrasolare Pioniere kein echtes Hindernis darstellen.
Und? Wir haben trotzdem jetzt schon die Technologie, unseren eigenen Schwerkraftbrunnen zu verlassen.
Zum Thema Gezeitenbindung: hier spielen immer auch andere Himmelskörper mit rein, die eine vollständige Gezeitenbindung an die Sonne verhindern können.
Daß die Erde überhaupt noch ein Magnetfeld hat, hängt afaik stark mit unserer fetten Luna zusammen.
Daß die Erde überhaupt noch ein Magnetfeld hat, hängt afaik stark mit unserer fetten Luna zusammen.mMn hängt das mit dem rotierenden aus Eisen bestehenden Erdkern zusammen.
Nach SF-Nomenklatur unterscheidet sich ein Habitat von einer Raumstation in erster Linie durch den Zweck: eine Raumstation dient z.B. als Militärbasis, Handelsposten, Forschungseinrichtung oder sonstwas. Ein Habitat ist einfach nur zum Wohnen. ;)
Dabei ist auch zu bedenken, dass "Heimat" ein Gefühl ist. Auch wenn ein künstliches Habitat mittlerweile den ursprünglichen Zweck gar nicht mehr erfüllen kann, dürften dort Geborene und Aufgewachsene dort bleiben, sofern es nur irgend eine Möglichkeit gibt, dort vernünftig sein Leben zu bestreiten. Man ist einfach an die Umgebung, an den Geschmack der Luft, an die Beleuchtung und zig andere Faktoren gewöhnt[...]U.a. sehr schön in der Literatur beschrieben, z.B. bei Asimov: Menschen vs. Spacer. Det. Elijah Baley, der als kurzlebiger, in einem Moloch von Stadt auf der überbevölkerten Erde aufgewachsener Mensch auf einer Spacerwelt (langlebige Nachfahren der Menschen; mit sehr wenigen Einwohnern pro Planet; naturverbunden etc.) ermittelt und bei einem Toilettengang* fast die Krise bekommt.
Wahr ist: damit ein Raumfahrtszenario mit Kolonien und so weiter überhaupt möglich wird, muss bereits der Lift von der Erde aus spottbillig werden im Vergleich zu heute.Exactly. Daher kannst du davon ausgehen, daß Kolonisten in fremden Sonnensystemen bereits über einstufige Shuttles verfügen, die 1g auf
Nichtsdesotrotz wird so ein Kombiantrieb in jedem Fall komplexer, massiver und teurer sein als ein rein chemischer Antrieb. Wenn ich also für meine Kolonie die Wahl zwischen zwei Welten habe, die sich bei ansonsten vergleichbaren Bedingungen allein in der Schwerkraft deutlich unterscheiden, müsste ich schon sehr bescheuert sein, um diejenige mit dem höherem G-Faktor zu wählen.Nur, wenn der höhere G-Faktor noch ein ernsthaftes Hindernis darstellt. Angesichts der erforderlichen Technologie, um tatsächlich interstellare Flüge betreiben zu können, sollte dieses Problem aber bereits vernachlässigbar sein, s.o. Bei Welten ab, sagen wir mal, 1,3g aufwärts würde ich mich gerade noch drauf einlassen, daß da der Bordingenieur so was sagt wie: "Ich muß Ihnen das Shuttle tunen, Sir, sonst kommen Sie nicht wieder rauf." Aber selbst da wäre ich skeptisch; mir käme das vor, als ob eine Kultur bereits mit dem Airbus ganz Kontinentaleuropa bereist, aber sagt: "Die Nordsee stellt eine zu große Hürde dar."
Das ist schon interessant. Lässt sich aber vermutlich nicht im voraus berechnen, oder?Schwierig, schwierig. Ich verlege mich da bei der Recherche eher darauf, bekannte Mondsysteme im Sonnensystem als Vorbilder zu nehmen. Jupiters vier große Satelliten zum Beispiel. Oder der Pluto-Charon-Doppel(zwerg)planet mit seinen mittlerweile vier Minimonden in witzigen Resonanzumlaufbahnen.
Nebenbei fällt mir noch ein, dass unsere Gasriesen zwei "Sätze" Monde zu haben scheinen: einmal die inneren Monde, die meist uhrwerkartig und in Bahnresonanzen zueinander umlaufen und natürlich rotationsgebunden sind, und dann lange lange nichts, und viel weiter draußen dann weitere Monde, die nicht rotationsgebunden, aber meist sehr klein sind und auch nicht selten stark elliptisch und/oder retrograd umlaufen, also irregulär sind.Ich meine, da gäbe es mehrere Theorien zu. In meinem Hinterkopf festgesetzt hat sich die, derzufolge die inneren Monde noch mit dem Planeten zusammen aus dessen Staubscheibe entstanden sind, wogegen die irregulären äußeren aus eingefangenen Planetesimalen usw. bestehen, die hauptsächlich während des schweren Bombardements drumherumgeschwirrt sind. Ihre Bahnen dürften anfangs exzentrischer gewesen sein. Durch Schwerkrafteinflüsse der Nachbarmonde und des Planeten selbst relaxierten sie dann in moderatere Ellipsen bzw. Beinahe-Kreisbahnen.
Gibt es einen bestimmten Grund für die enorme Lücke zwischen den inneren und äußeren Monden?
Ist das so? Ich hatte es genau anders in Erinnerung, nämlich dass unser Mond die Erdrotation enorm runtergebremst hat, und wir deswegen unsere 24-Stunden Tage haben und nicht 8 Stunden oder so.Zunächst mal hast du recht: Lunas Gezeiteneinfluß bremst die Erdrotation ab. Aber die Gezeitenkräfte wirken ungleichmäßig auf die flüssigen und festen Bestandteile der Erde. Darum merken wir ja überhaupt was von Ebbe und Flut in unseren Ozeanen, anstatt daß einfach Wasser und feste Kruste dieselbe Hebung und Senkung mitmachen.
Nichtsdestotrotz können wir wohl in unseren Forderungskatalog übernehmen: wenn die neue Welt ein eigenständiger Planet ist, braucht sie vermutlich einen ordentlichen Mond.Wobei "ordentlich" unterschiedlich definiert sein kann, siehe oben. ;)
Nur, wenn der höhere G-Faktor noch ein ernsthaftes Hindernis darstellt. Angesichts der erforderlichen Technologie, um tatsächlich interstellare Flüge betreiben zu können, sollte dieses Problem aber bereits vernachlässigbar sein, s.o.
Bei Welten ab, sagen wir mal, 1,3g aufwärts würde ich mich gerade noch drauf einlassen, daß da der Bordingenieur so was sagt wie: "Ich muß Ihnen das Shuttle tunen, Sir, sonst kommen Sie nicht wieder rauf." Aber selbst da wäre ich skeptisch; mir käme das vor, als ob eine Kultur bereits mit dem Airbus ganz Kontinentaleuropa bereist, aber sagt: "Die Nordsee stellt eine zu große Hürde dar."
Fun Fact: die Gezeitenkräfte, die ein Körper auf deinen Planeten ausübt, verhalten sich tatsächlich - grob gerechnet - proportional dazu, wie groß der Körper bei dir am Himmel aussieht.
Das "Schöne" (Ansichtssache) ist ja, dass STO, IP und IS jeweils völlig unterschiedliche Technologien erfordern, die meist nichts miteinander zu tun haben.Schon klar. Es gibt an dieser Stelle keine direkte logische Verknüpfung.
Interstellar läuft in der Regel eh per FTL ab, was grundsätzlich immer Autorenwillkür und vom restlichen Techlevel entkoppelt ist. [Die logischen Schwierigkeiten von STL haben wir ja in einem anderen Thread erörtert.]Haben wir. (Wobei ich dabei bleibe, daß FTL die Logik des Settings noch mal um Größenordnungen übler zerschießt als ein hypothetischer "Schild" gegen relativistische Planet Crackers, weswegen ich für mein Setting an STL festhalte; aber das gehört in einen anderen Thread.)
Den Scotty machen? Öh, wie sollte das denn gehen?Expeditionsschiffe, die in dürftig erforschte Sonnensysteme aufbrechen, sollten ein gewisses Maß an Flexibilität aufweisen. Unsere heutige Raumfahrt geht im Regelfall von hochspezialisierten Vehikeln aus, die nur eine ganz bestimmte Route fliegen können. Die Voyager-Sonden z.B. waren ursprünglich allein auf den Flug zu Jupiter und Saturn ausgelegt, und schon um Uranus und Neptun (entgegen Anweisung von oben) doch noch mitnehmen zu können, mußten die Techniker die Sonden heimlich ein wenig umbauen.
Und davon mal abgesehen, 1,3G oder drüber dürfte auch für die Kolonisten sehr unkomfortabel sein; wer will schon 1/3 mehr Gewicht durch die Gegend wuchten als er sich eigentlich angefuttert hat? Ich würde als Kolonist jedenfalls auch lieber auf einem Low-G-Planeten leben wollen. ;)Me too, aber wenn's da unten faszinierende Lebensformen gibt, wirst du immer auch ein Xenobiologen-Team finden, das
Das ist in der Tat witzig. =D Leider bin ich nach wie vor zu doof, um den scheinbaren Durchmesser am Himmel auszurechnen. Dabei wäre das ja gerade bei Gasriesen interessant. Wie groß würde beispielsweise der Saturn aus 4 Millionen km aussehen? (So weit etwa müsste ein Mond entfernt sein, um noch nicht rotationsgebunden zu sein.)Ungefähr 1.7°, also etwas über dreimal so groß wie der Mond von der Erde aus. Die Formel lautet (näherungsweise): alpha = arcsin(d/R) mit d=Durchmesser des Himmelskörpers und R=Abstand vom Himmelskörper.
Mein Bauchgefühl allerdings kriegt jedesmal einen Lachflash, wenn ich mir vorstelle, daß Jahrhunderte ins Land gehen und wir den Geniestreich für interstellaren Raumflug hinbekommen - gleichgültig, ob jetzt FTL oder STL -, unsere Technologie für den Lift in den erdnahen Orbit aber wie festgenagelt auf dem jetzigen Niveau verharrt.
(Wobei ich dabei bleibe, daß FTL die Logik des Settings noch mal um Größenordnungen übler zerschießt als ein hypothetischer "Schild" gegen relativistische Planet Crackers, weswegen ich für mein Setting an STL festhalte; aber das gehört in einen anderen Thread.)
Me too, aber wenn's da unten faszinierende Lebensformen gibt, wirst du immer auch ein Xenobiologen-Team finden, dasbeklopptenthusiastisch genug ist. ;)
Ungefähr 1.7°, also etwas über dreimal so groß wie der Mond von der Erde aus. Die Formel lautet (näherungsweise): alpha = arcsin(d/R) mit d=Durchmesser des Himmelskörpers und R=Abstand vom Himmelskörper.
Natürlich werden Explorationsschiffe da viel dicker auftragen um eine maximale Bandbreite zu ermöglichen, aber das ist ja wieder eine andere Baustelle als der regelmäßige Güter- und Personenverkehr bereits gegründeter Kolonien.Ah, OK. Da im Subject von "Kolonisation" die Rede ist, hatte ich bereits bestehende Kolonien mit ihrem regelmäßigen Verkehr im Hinterkopf aus dem Setting ausgeklammert. Ich dachte, es ginge dir im Schwerpunkt tatsächlich um den Vorgang der Kolonisation selbst.
Außerdem sind STO-Vehikel generell und "Beiboote" im Besonderen natürlich abwärtskompatibel; ein Shuttle dass vom Erdboden in den LEO kommt, dürfte normalerweise auch mit kleineren Planeten und anderen Atmosphären (wenn es nicht grad die Venus ist, aber was soll man denn da?) ohne größere Probleme zurechtkommen.Vertu dich mal nicht, gerade was Atmosphären angeht. Strömungsmechanik ist ein äußerst kitzliges Gebiet, und kleine Unterschiede in der Beschaffenheit des Mediums können große Auswirkungen auf die Anforderungen an Rumpf- und Flügelform haben. Sprich, was auf der Erde super gleitet, könnte auf Titan wie ein Stein runterplumpsen und umgekehrt.
Ich dachte da auch gerade eher an die Schwierigkeiten, ein STL-Setting für wirtschaftlichen Warenkreislauf gangbar zu machen; du erinnerst dich wie das mit den Frachttonnen pro Jahr war und der technischen Obsoleszenz über die Jahrhunderte und so weiter.Ach, darum ging's. Ich hatte als "das" Argument gegen STL-Settings vor allem deine häufigen Referenzen auf "The Killing Planet" im Ohr. (Das mit der Wirtschaftlichkeit, Innovation etc. war ja zunächst mal "nur" ein Argument gegen STL-Rogue-Trader, nicht aber gegen STL-Frachtverkehr generell. Der müßte nur anders organisiert sein.)
Das mit Hyperion wusste ich auch nicht; wahrscheinlich weil die chaotische Rotation in den üblichen Tabellen nicht auftaucht. Und das ist natürlich eh wenig hilfreich, da man sich vermutlich nie auf einem solchen Mond niederlassen wollen wird -- und dort wahrscheinlich auch kein Leben von sich aus entstehen kann.Warum nicht? ;)
Vertu dich mal nicht, gerade was Atmosphären angeht. Strömungsmechanik ist ein äußerst kitzliges Gebiet, und kleine Unterschiede in der Beschaffenheit des Mediums können große Auswirkungen auf die Anforderungen an Rumpf- und Flügelform haben. Sprich, was auf der Erde super gleitet, könnte auf Titan wie ein Stein runterplumpsen und umgekehrt.
Wir reden doch hier ohnehin von sehr langfristigen Kosten-Nutzen-Rechnungen.
Und selbst für diese wird man mitspielen, wenn man sie nur dringend genug benötigt. Ich verweise dabei noch einmal darauf, das die theoretisch hohe Zahl an bewohnbaren Planeten für ein Hard-SF-Setting nicht bedeutet, dass man alle Nase lang über eben diese stolpert. Man hat einfach nicht den Luxus, wegen einzelner suboptimaler Faktoren auf die Kolonisation zu verzichten, weil die Suche nach der "optimalen Welt" (TM) letztlich noch viel zeit- und ressourcenfressender wäre.
Ah, OK. Da im Subject von "Kolonisation" die Rede ist, hatte ich bereits bestehende Kolonien mit ihrem regelmäßigen Verkehr im Hinterkopf aus dem Setting ausgeklammert. Ich dachte, es ginge dir im Schwerpunkt tatsächlich um den Vorgang der Kolonisation selbst.
Vertu dich mal nicht, gerade was Atmosphären angeht. Strömungsmechanik ist ein äußerst kitzliges Gebiet, und kleine Unterschiede in der Beschaffenheit des Mediums können große Auswirkungen auf die Anforderungen an Rumpf- und Flügelform haben. Sprich, was auf der Erde super gleitet, könnte auf Titan wie ein Stein runterplumpsen und umgekehrt.
Hängt natürlich wieder vom Setting und Techlevel ab, aber bei Redshift rechne ich je nach Kolonie mit 1-3 Monaten für den round trip. Sagen wir mal im Schnitt 2 Monate für 1000 Tonnen Fracht bzw 1000 Kolonisten mit Ausrüstung, also 6000 pro Jahr.
Nehmen wir mal an, pro Jahr kann eine Kolonialmacht 50 neue Raumschiffe in Dienst stellen, wenn die Technologie einigermaßen ausgereift ist. (Wir nehmen mal der Einfachkeit halber an, die werden alle auf einen Schlag einmal im Jahr in Dienst gestellt.)
Im ersten Betriebsjahr verfrachten also 50 Schiffe insgesamt 300.000 Siedler.
Im zweiten sind es schon 100 Schiffe, die weitere 600.000 Siedler transportieren können.
Und so summiert sich das dann auf. Immer vorausgesetzt, man genügend Freiwillige oder "Freiwillige".
Nach 10 Jahren Ranklotzen haben wir also 500 Schiffe, die bis dahin schon über 16 Millionen Menschen transportiert haben können, und eine jährliche Kapazität von 3 Millionen Tonnen im Jahr aufweisen.
Die andere Option ist, den Transfer vom Orbit zum Boden speziellen Shuttles zu überlassen, die bei A und B vorgehalten werden
Meinste? Kann ich mir kaum vorstellen.Meinich. Bin ich mir zu ca. 95% sicher. Bleiben wir bei Titan als Beispiel, der hat bei geringerer Schwerkraft eine deutlich höhere Atmosphärendichte. Man braucht also sehr viel weniger Auftrieb als auf der Erde, hat aber gleichzeitig mit mehr Reibung/Strömungswiderstand zu kämpfen. Aus'm Bauch raus kann ich dir nicht sagen, wie da die optimale Rumpfform, Flügelfläche etc. wäre, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß ein Flugzeug, das in der irdischen Atmosphäre wunderbar fliegt, da nicht weit käme. Und umgekehrt.
Aber selbst wenn, das lässt sich ja kontern durch moderne Werkstoffe, die adaptive Aerodynamik erlauben - sprich, das Lift/Drag-Profil kann on the fly an die jeweiligen Verhältnisse angepasst werden.Meinst du so 'ne Art "Formwandler"-Flugzeuge mit fließenden Übergängen?
Was mir gerade noch einfällt: schlechte "Erreichbarkeit" von Welten über 1g Oberflächenschwerkraft kann, je nach den Kolonisten und ihrem Motiv, gerade ein Argument für die Auswahl eines Planeten sein.
Meinich. Bin ich mir zu ca. 95% sicher. Bleiben wir bei Titan als Beispiel, der hat bei geringerer Schwerkraft eine deutlich höhere Atmosphärendichte. Man braucht also sehr viel weniger Auftrieb als auf der Erde, hat aber gleichzeitig mit mehr Reibung/Strömungswiderstand zu kämpfen.
Meinst du so 'ne Art "Formwandler"-Flugzeuge mit fließenden Übergängen?
Naja, das heisst doch dann nur, dass man weniger Mühe hat, abzuheben -- wenn xkcd Recht hat, könnte dort ein Mensch mit Muskelkraft und umgeschnallten Flügeln fliegen -- aber aufgrund des erhöhten Luftwiderstands wäre die erreichbare Geschwindigkeit halt niedriger.Das mit den umgeschnallten Flügeln sagt auch Wikipedia. Kommt mir auch glaubwürdig vor. Aber es ist eine Sache, dich mit moderaten Geschwindigkeiten flatternd oben zu halten, und eine andere, nahe oder jenseits der Schallgrenze gegen turbulente Strömungen usw. anzukämpfen.
Ja, etwa so. Also keine _radikalen_ Transformationen wie zwischen Auto und Roboter, aber halt zumindest das stufenlose Umschalten zwischen "High Lift" und "Low Drag" Profilen. Dass sich vielleicht der Rumpf etwas streckt, die Tragflächen etwas breiter oder stummeliger werden, solche Sachen eben.Charmante Idee. :) Da stell' ich mir gerade einen Piloten vor, der mitten während waghalsiger Flugmanöver reflexartig und nach Gefühl den Rumpf "trimmt"...
Sträflinge werden bei Einwegkapsel dort abgesetzt und müssen dort mit sagen wir 1,5 oder gar 2G zurechtkommen. (Ist natürlich auch nicht gut für die Gelenke, das nur nebenbei.)
Du kannst also mit einem erbärmlichen Zwergbrocken von Mond lustige Gezeiteneffekte erzeugen, wenn du ihn nur nah genug um deinen Planeten kreisen läßt.
Wenn du dir das obige Beispiel nochmal anschaust, wirst du feststellen, dass das imperialistische System letzten Endes so eingerichtet ist, dass der Transport letzten Endes für das Mutterland kostenlos ist, weil die Kolonie ihn bezahlen muss.Die Frage ist, womit? Credits alleine sind wertlos und den Computer nicht wert, in dem sie gespeichert sind, wenn das Land nichts Sinnvolles damit anstellen kann.
Die Kolonie bekommt zwar auf dem Papier sagen wir mal 1cr/kg für das Handelsgut, muss aber effektiv das zwanzigfache drauflegen. Sie wird also ausgebeutet nach Strich und Faden. Kaschiert wird das dadurch, dass sie für Importgüter den doppelten Frachttarif aufgeschlagen bekommt.Credits sind nur ein Umrechnungsfaktor.
Zum Thema Überbevölkerung: inzwischen geht man davon aus, dass die Weltbevölkerung nicht ewig weiterwachsen wird, sondern sich langfristig irgendwo zwischen 10 und 15 Milliarden einpegeln wird.Es wird sich bei 15 Milliarden einpendeln, weil dann nicht mehr genügend Lebensmittel zur Verfügung stehen und die Mehrbevölkerung dann verhungern wird.
Sagen wir, du hast der Kolonie einen Traktor verkauft, der dich selber (incl. Transport) 100 000 cr gekostet hat. Die Kolonie wurde gezwungen, dir den Traktor für 1 Mio cr. abzukaufen. Dann hast du dennoch 100 000 cr Verlust gemacht, weil du deine Credits nie wiedersehen wirst: Die Kolonie hat keine Mio cr. Alles, was die Kolonie hat, sind Nahrungsmittel. Die Kolonie kann dir nun anbieten: Entweder sie schreiben dir einen Schuldschein über 1 Mio credits aus oder sie packen deinen Frachter bis oben voll mit Nahrungsmitteln. Das Angebot bringt dir aber wenig, da die Transportkosten für die Nahrungsmittel teurer sind, als das, was du auf der Erde dafür bekommst.
Das Nahrungsangebot ist der einzige Faktor, der eine Vermehrung verhindert. (Bzw. hier in Europa haben wir auch zusätzlich noch die Lust der meisten Menschen, Kinder zu kriegen. Aber in Amerika, Asien und Afrika sieht es anders aus. Hier wird der Bevölkerungswachstum nur durch die Nahrungsversorgung aufgehalten.)Bleibt die Frage, ob es ewig so bleiben wird. Schließlich waren auch in Europa noch vor 100 Jahren Großfamilien die Norm. Außerdem bin ich nicht sicher, ob die ungebremste Vermehrung nicht auch in Amerika, Afrika und Asien eher ein Phänomen der ländlichen Gebiete ist. Ich erinnere mich da vage an eine Fernsehreportage, derzufolge inzwischen z.B. auch in den afrikanischen Metropolregionen eine städtische Mittelschicht existiert, die Lebensstandard höher bewertet als eine möglichst große Familie.
Andererseits kann es ja auch noch weiteren technischen Fortschritt geben, sodass ein neu gebautes Schiff meinetwegen 10% schneller ist als ein 10 Jahre altes -- das hab ich jetzt alles nicht eingerechnet, wär mir jetzt zu kompliziert. ;)
Ein älteres Schiff dürfte ceteris paribus wartungsintensiver sein als ein neueres Schiff.Das aber auch nur wenn die Schiffe auf aktueller Technologie basieren und außerstande sind sich selbst zu warten. Hat man mittels Nanotechnologie erst einmal organische oder pseudoorganische Schiffe geschaffen erledigt sich das Problem der Wartung. Dann muss man die Schiffe nur regelmäßig füttern/tanken.
Das ist aber alles immer nur eine vorrübergehende Lösung, denn die einzige Konstante ist ja der ständige Wandel. Den kann man vorrübergehend aufhalten, in den Untergrund drücken, aber nicht verhindern.
Da wäre ich mir nicht so sicher. "Why Nations Fail"/"Warum Nationen scheitern" ist ein sehr empfehlenswertes Buch zu dem Thema und gerade auf Deutsch erschienen.
Treibstoff ist pillepalle, da nimmt man für gewöhnlich Wasser, das gibt es überall und es muss auch nichts groß "hergestellt" werden. Jedenfalls in einem Setting, das nukleare Antriebe erlaubt.Wenn Treibstoff und damit allgemein die Transportkosten Pillepalle sind, dann hättest du Recht. Dann kann man damit einen Gewinn erwirtschaften.
Lass den Rücktransport des Getreides zur Erde meinetwegen nochmal 100.000cr kosten.Oben schriebst du etwas von 10cr/kg. Das sind dann 10 Millionen cr.
Die Kosten sind tröpfchenweise irgendwann wieder drin und die Kolonie bleibt durch den Zinseszins trotzdem abhängig (und bringt evtl. weitere Erlöse). Gleichzeitig wird Nahrung produziert, die man zu Dumpingpreisen bezieht und die auch Bewohner anderer Welten ernährt, wo unter rigider Kontrolle die für das Regime primär wichtigen Dinge gefördert und/oder produziert werden.
Wie soll Zins ohne Zinseszins funktionieren?
Ist eigentlich schon definiert, was in Redshift der Grund ist, weswegen überhaupt extrasolare Kolonisation betrieben wird?
Es muss sich ja irgendjemand etwas davon erhofft haben als er die erste Kolonie gründete.
http://www.standupeconomist.com/pdf/misc/interstellar.pdf
2. Die Zinsen auf den einzelnen Welten gleichen sich an, wenn es Personen (Menschen/Aliens) gestattet ist, auf jeder dieser Welten Aktivposten zu besitzen.Hmm, das ist nichtmal hier auf der Erde der Fall, wo die Zinsraten zwischen einzelnen Staaten (so sie nicht über eine Gemeinschaftswährung verfügen) stark schwanken.
Bei den Umsiedlungen kommt es darauf an wie der Planet aussieht.
Ist er ein riesiges SPa mit tollen Stränden usw. dann die Eliten, hat er in erster Linie harte Lebensbedingungen, dafür Rohstoffe, dann ARbeiter.
Schuldknechtschaft wäre eine Lösung
1)
zur Zeit der Amerikaauswanderung gab es mehr arme Schlucker, die auswandern wollten, als sie Geld für die Überfahrt hätten.
nächster Knackpunkt: was kostet die Passage an Geld/Ressourcen
...
Als Settingbauer einfach Hyperraumenergieabzapfer-für-billig-hoch-drei-Energie einsetzen und gut.
Schuldknechtschaft wäre eine Lösung
https://de.wikipedia.org/wiki/Indentur