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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Pathfinder/3.x/D20 => Thema gestartet von: Skele-Surtur am 10.09.2011 | 00:01
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Kann mir irgendwer ein wenig was zu dem P&P-Spiel Everquest erzählen? Anscheinend wurde es nicht unter dem Label d20 publiziert, bedient sich aber einer ausreichend ähnlichen Grundmechanik um den Thread hier zu posten (wenn nicht, bitte verschieben).
Ja, ich habe eines der Konsolenspiele, Champions of Norath - Return to Arms, gespielt. Zwei mal. Obwohl es immerhin einen kurzen Wiki-Artikel und ein oder zwei Rezis zur D20-Version des Spieles gibt, fand ich die nicht wirklich aufschlussreich.
Also wie spielt sich das, wofür ist es konzipiert? Als reiner dungeon crawl oder macht das mehr? Wie ist die Machtkurve, was für ein Spielgefühl hat es, wie kämpft es sich damit?
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Ich hab es nur einmal gespielt, es gab zwei Versionen (und ich meine, da war auch d20 aufgedruckt).
Dass was mir als gelungen in Erinnerung geblieben ist, ist das auf Manapunkte umgebaute Magiesystem. Hat bei uns gut geklappt, auch auf niedriger Stufe.
Edit: Hab gerade ein Buch gefunden. Tatsächlich kein d20-Aufdruck, sondern "100% compatible with 3rd edition Fantasy role-playing rules".
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Everquest ist eigentlich ganz nett, und mMn durchaus auch für Nichtkenner des Konsolenspiels geeignet.
Ich würde es als D&D 3.25 bezeichnen, wobei mir das Magiesystem definitiv mehr zusagt als das von D&D3E/PF.
Es gibt ansonsten viele kleine Detailänderungen. Bspw ist das Steigerungssystem - obwohl es immer noch ein Stufensystem ist - nicht mehr ganz so starr wie bei den oben genannten Systemen, da man durch erhaltene Trainingspunkte Talente, Attribute und Fertigkeiten direkt erwerben kann und nicht an starre Vorgaben gebunden ist (alle 3 Stufen +1 Talent, alle 4 Stufen +1 Attribut,...). Zudem wurden die Klassen komplett umgebaut.
Aber auch das Kampfsystem wurde etwas umgebaut. So ist der BAB nun von der verwendeten Waffe abhängig.
Hat man mit einer normalen Waffe (Langschwert, etc) bspw einen BAB von +9/+4, dann hätte man mit einer schweren Waffe zB nur einen BAB von +9/+3 (Zweihänder, 2H-Hämmer usw), während man mit kleinen Waffen (Dolche,...) auf einen BAB von +9/+5 kommen würde.
Hmm, mehr fällt mir momentan auch erstmal nicht ein.
EDIT: Ah, da war doch noch was.
Es sind von Anfang an mehr Rassen spielbar, wobei diese teilweise deutlich mächtiger sind als die Standardvölker.
Im Gegensatz zu D&D erhalten sie jedoch kein ECL +x, sondern bekommen von Anfang an einen festen prozentualen XP-Malus, der von allen erworbenen XP abgezogen wird. So müssen Trolle(?) bspw 20% mehr Erfahrungspunkte ansammeln, bevor sie die nächste Stufe erreichen als ein typischer Mensch, Elf oder Zwerg.
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Gibt es das überhaupt noch?
Ich habe das genau wie das Warcraft RPG (an 3.0 angelehnt) und das WoW-RPG (die 3.5-Version des Spiels) mal am Rande mitbekommen, habe davon aber schon sehr lange nichts mehr im Händlerregal liegen sehen.
Ich hatte mir das Everquest RPG als Inspirationsquelle für meine 3.5-Kampagne mal zugelegt, mich sprach es aber nicht so an, so dass ich es weitergeschenkt habe. Da ich es schon stark rabattiert als Restposten gekauft habe, dürfte es inzwischen kaum noch erhältlich sein.
Es ist regelmechanisch definitiv ein Ableger von d20 (und das Logo trägt es wahrscheinlich deshalb nicht, weil es nicht auf die 3.0-/ 3.5-Regelbücher verwies, da es ja ohne die D&D-Regelbände auskam - es dürfte also stattdessen so wie Pathfinder RPG unter der OGL laufen), allerdings war es für meine Zwecke halt weniger geeignet (entweder zu stark von 3.0/ 3.5 abweichend oder zu Everquest-spezifisch).
Ich gebe allerdings auch zu, dass ich mit Everquest nicht so vertraut bin. Wer ein Fan dieses MMORPG ist, wird wahrscheinlich mehr Freude am Spiel haben.
LG
G.
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Die haben es intelligenterweise richtig gemacht und keine D20 Lizenz benutzt. Die hätte ihnen ja im Gegensatz zur OGL die bestimmte Regeln verboten.
Und genau die sind im Buch Anders (Etrfahrungspunktetabelle und Stufenanstieg).
Achja, das Buch steht unter OGL.
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Ich habe das Teil hier und würde es auch abgeben, falls Interesse besteht. Mir hat es nicht so sehr zugesagt... Habe es aber nie gespielt. Falls du etwas Bestimmtes wissen willst, kann ich gerne Details nachschlagen.
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Aber auch das Kampfsystem wurde etwas umgebaut. So ist der BAB nun von der verwendeten Waffe abhängig.
Hat man mit einer normalen Waffe (Langschwert, etc) bspw einen BAB von +9/+4, dann hätte man mit einer schweren Waffe zB nur einen BAB von +9/+3 (Zweihänder, 2H-Hämmer usw), während man mit kleinen Waffen (Dolche,...) auf einen BAB von +9/+5 kommen würde.
Ja, wo du es sagst, daran erinnere ich mich auch noch, fand ich ganz gelungen!
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Die haben es intelligenterweise richtig gemacht und keine D20 Lizenz benutzt. Die hätte ihnen ja im Gegensatz zur OGL die bestimmte Regeln verboten.
Und genau die sind im Buch Anders (Etrfahrungspunktetabelle und Stufenanstieg).
Achja, das Buch steht unter OGL.
Unter OGL muss es mindestens stehen, sonst hätten sie die 3e-/ 3.5-Regeln überhaupt nicht verwenden dürfen.
d20 war zu 3.0-/ 3.5-Zeite die Standardlizenz und besagte so viel wie "Hier hast du einen schönen Band, für dessen Benutzung du unbedingt SHB, SLHB und MHB von WotC benötigst".
Da die Everquestmacher die Regeln an einigen Stellen inkompatibel zu D&D machten, konnte der Band gar nicht unter d20 erscheinen, was zu damaligen Zeiten ein gewisses Risiko darstellte. Die Leute waren damals noch sehr auf d20 getrimmt und das OGL-Logo in der Wahrnehmung nicht sehr stark bekannt.
WotC wollte eigentlich, dass Dritthersteller alles schön unter d20-Logo herausbringen.
Zum einen schwankte die Qualität aber sehr stark, was d20 bald in Verruf brachte und zum anderen umgingen einige Verlage die d20-Bedingungen einfach und erschufen eigene Regeln auf OGL-Basis.
WotC konnte nur hilflos zusehen, die Spieler freute es.
Und für die 4e zog WotC ja dann bekanntermaßen den OGL-Stecker, so dass 4e nicht mehr OGL ist.
Gruß
G.
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Und für die 4e zog WotC ja dann bekanntermaßen den OGL-Stecker, so dass 4e nicht mehr OGL ist.
Der OGL kann man den Stecker nicht ziehen die gibt es immer noch, aber sie haben der d20-Lizenz den Stecker gezogen (das ging).
Die 4e hat auch eine freie (allerdings im Vergleich zur OGL extrem reduzierte - da waren wohl die Anwaelte extrem uebervorsichtig) Lizenz, die GSL.
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Lies doch mal, was du da zitierst. ;)
Ich schrieb, dass sie der 4e den OGL-Stecker gezogen haben, da ja - wie du schon erwähnst - 4e über eine wesentlich weniger freie Lizenz verfügt.
Wäre es möglich, die OGL zu canceln, dann hätte es WotC schon lange getan.
Und wenn das geschehen wäre, hätte ich sicherlich nicht Pathfinder im Footer stehen.
LG
G.
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Es steht unter OGL.
Ich vermute einmal, weil Everquest die stärkere Marke war, zumindest der Meinung von Sony Entertainment nach?
Die D20 Lizenz war restriktiver als die OGL Lizenz ist.
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Es steht unter OGL.
Ich vermute einmal, weil Everquest die stärkere Marke war, zumindest der Meinung von Sony Entertainment nach?
Die D20 Lizenz war restriktiver als die OGL Lizenz ist.
*seufz*
Lies, was oben steht: Sie konnten nicht d20 verwenden, weil die Regeln nicht dem SRD entsprachen, also kein Verweis auf die Charaktererstellungsregeln von D&D möglich war. Das ist aber eine Voraussetzung für d20.
Wenn es nur OGL verwendet, ohne sich ganz ans SRD zu halten und schön brav auf die drei 3.0-/ 3.5-Regelbände zu verweisen, dann ist es "nur" OGL. Siehe Pathfinder.
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*seufz*
Lies, was oben steht: Sie konnten nicht d20 verwenden, weil die Regeln nicht dem SRD entsprachen, also kein Verweis auf die Charaktererstellungsregeln von D&D möglich war. Das ist aber eine Voraussetzung für d20.
Stimmt so nicht ganz.
d20-Produkte koennen sehr wohl nicht dem SRD entsprechen, es duerfen nur ein paar Sachen (z.B. keine eigenen Charaktererschaffung oder Aufstiegstabelle) nicht drinstehen.
Wenn es nur OGL verwendet, ohne sich ganz ans SRD zu halten und schön brav auf die drei 3.0-/ 3.5-Regelbände zu verweisen, dann ist es "nur" OGL. Siehe Pathfinder.
Nur nebenbei: OGL darf NICHT auf die D&D-Buecher verweisen (nur auf das SRD), das erlaubte nur die d20-Lizenz.
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*seufz*
ohne Worte
Lies, was oben steht: Sie konnten nicht d20 verwenden, weil die Regeln nicht dem SRD entsprachen, also kein Verweis auf die Charaktererstellungsregeln von D&D möglich war. Das ist aber eine Voraussetzung für d20.
Du weisst also in welcher Reihenfolge die Entscheidungen gefallen sind.
* Erst Portierung von Everquest und dann die passende Lizenz aus dem übergrossen Vorrat raussuchen.
* Erst die Lizenzen prüfen und dann für die gewählte Lizenz optimal portieren.
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Stimmt so nicht ganz.
d20-Produkte koennen sehr wohl nicht dem SRD entsprechen, es duerfen nur ein paar Sachen (z.B. keine eigenen Charaktererschaffung oder Aufstiegstabelle) nicht drinstehen.
Genau das hatte ich weiter oben geschrieben.
Nur nebenbei: OGL darf NICHT auf die D&D-Buecher verweisen (nur auf das SRD), das erlaubte nur die d20-Lizenz.
Richtig.
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ohne Worte
Ein Widerspruch in sich. ;)
LG
G.
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Gibt es das überhaupt noch?
Ich habe das genau wie das Warcraft RPG (an 3.0 angelehnt) und das WoW-RPG (die 3.5-Version des Spiels) mal am Rande mitbekommen, habe davon aber schon sehr lange nichts mehr im Händlerregal liegen sehen.
Sword&Sorcerey war/ist ein Sublabel von WhiteWolf. Als die D&D4 angekündigt wurde, haben sie die Produktreihen Everquest, Everquest II und World of Warcraft eingestellt. Da sie zudem jeden Support (auch im Forenbereich) recht fix eingestellt haben, vermute ich mal Lizenzstreitigkeiten mit Sony und Blizzard. Während sie bei WoW die Weltbeschreibung noch fertigbekommen haben, klaffen auf Norrath, der Everquest-Spielwelt, noch gewaltige Lücken - die vorhandenen Quellenbücher decken den Waldkontinent Feydwer gerade so ab, sowie kleine Teile Antonicas, während auf die übrigen Kontinente nur im Spielleiterband näher eingegangen wird. Das Material deckt weder Frogloks als Spielervolk (und auch keine Drakkins), noch Berserker als Spielerklasse ab. Angeblich war mit Isles in the Mist noch ein boxed set in Planung, aber davon ist nie näheres aufgetaucht.
Die Hintergrundwelt Norrath orientiert sich natürlich am MMORPG. Das Magiesystem basiert auf Punkten mit Einschränkungen: man bereitet eine Reihe verschiedener Zauber vor, welche man dann beliebig oft wirken kann, solange man noch Spruchpunkte hat; ohne erweiternte Talente hat man 8 Zauberplätze. Die Kampagnenwelt ist zu umfangreich, als dass man sie in ein paar Sätzen darstellen kann. :)
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Während sie bei WoW die Weltbeschreibung noch fertigbekommen haben, klaffen auf Norrath, der Everquest-Spielwelt, noch gewaltige Lücken - die vorhandenen Quellenbücher decken den Waldkontinent Feydwer gerade so ab, sowie kleine Teile Antonicas, während auf die übrigen Kontinente nur im Spielleiterband näher eingegangen wird.
Was allerdings nicht unbedingt von Nachteil sein muss, da man so als SL die Möglichkeit hat die Lücken nach eigenem Gusto zu füllen.
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Sword&Sorcerey war/ist ein Sublabel von WhiteWolf. Als die D&D4 angekündigt wurde, haben sie die Produktreihen Everquest, Everquest II und World of Warcraft eingestellt. Da sie zudem jeden Support (auch im Forenbereich) recht fix eingestellt haben, vermute ich mal Lizenzstreitigkeiten mit Sony und Blizzard. Während sie bei WoW die Weltbeschreibung noch fertigbekommen haben, klaffen auf Norrath, der Everquest-Spielwelt, noch gewaltige Lücken - die vorhandenen Quellenbücher decken den Waldkontinent Feydwer gerade so ab, sowie kleine Teile Antonicas, während auf die übrigen Kontinente nur im Spielleiterband näher eingegangen wird. Das Material deckt weder Frogloks als Spielervolk (und auch keine Drakkins), noch Berserker als Spielerklasse ab. Angeblich war mit Isles in the Mist noch ein boxed set in Planung, aber davon ist nie näheres aufgetaucht.
Die Hintergrundwelt Norrath orientiert sich natürlich am MMORPG. Das Magiesystem basiert auf Punkten mit Einschränkungen: man bereitet eine Reihe verschiedener Zauber vor, welche man dann beliebig oft wirken kann, solange man noch Spruchpunkte hat; ohne erweiternte Talente hat man 8 Zauberplätze. Die Kampagnenwelt ist zu umfangreich, als dass man sie in ein paar Sätzen darstellen kann. :)
Ich glaube, dass die Beweggründe für den Rückzug allgemeinere waren:
Die Lizenzpolitik nach Aufgabe von 3.5 durch WotC und die lange, für viele Drittanbieter sehr frustrierende Wartezeit auf eine Drittproduktpolitik von WotC für 4e dürfte einen Anteil gehabt haben.
2006 war das Jahr, in dem White Wolf mit einem Anbieter von MMORPGs fusionierte. Spätestens da waren Pen & Paper - Spiele allgemein nicht mehr so wichtig und die Unterstützung fremder Regelsysteme eher Nebensache.
Ein weiteres Indiz: Swords & Sorcery bot nicht nur Lizenz-P&P-Produkte zu den beiden genannten MMORPGs an, sondern auch für WotC's Ravenloft und zeitweise eine eigene gerade zu 3e-Zeiten recht erfolgreiche Kampagnenwelt namens "Scarred Lands". Und Necromancer Games veröffentlichte seine Produkte auch eine Zeitlang bei Swords & Sorcery.
Das war also eher ein genereller Rückzug aus dem OGL-Bereich.
LG
G.
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Áuch Fiery Dragon Productions und Malhavoc Press haben unter dem Sword & Sorcery-Label von White Wolf veröffentlicht.