Haufenweise Abenteuer könnten doch genauso gut Western oder Sf-Abenteuer sein, wenn ein klein wenig andere Farbe auf die Kulisse geworfen würde.
Wo seht ihr die Grenzen der Konvertierbarkeit? Oder kann man eurer Meinung nach alles zu allem konvertieren, ohne dass es bemerkenswerte Substanzverluste/Substanzänderungen gibt?
Natürlich kann man eine Menge wichtiges Material nicht einfach so konvertieren, Karten von Gebäuden, Wachsysteme,
aber eine Raja-Geweihte mutiert in einem Western-Setting dann eben zur Bordellmami ohne mystischen Hintergrund - und der könnte bei einem entsprechenden Abenteuer schon relativ schwierig zu übersetzen sein.
Wenn es aber z.B. bei DSA aber auch anderen entsprechenden Spielen mehr um Genre/Hintergrundbezug ginge, müßte man dann nicht viel häufiger in den entsprechend detailierten Hintergründen spielen denn als aus seinem typischen genrebildenden Umfeld herausgetrennter Abenteurer? Haufenweise Abenteuer könnten doch genauso gut Western oder Sf-Abenteuer sein, wenn ein klein wenig andere Farbe auf die Kulisse geworfen würde.
Wird vielleicht viel weniger Hintergrundsgenre (Aventurien, Startrek ...) , denn eine Erzählformreproduktion angestrebt, eine Erzählform, die in den klassischen Medien eben primär von einer Hauptfigur lebt und so solche Konflikte heraufbeschwört (denn zwei selbsterklärte "Storyteller" die miteinander konnten, habe ich auch noch nicht erlebt)?
- ???
Dennoch bauen viele Geschichten und Beziehungen auf einer halbwegs konsistenten Welt/Setting/Ära auf. Da gibt es Herrscher, Orden, Konsortien, Gruppierungen, Geheimbünde und dergleichen mehr. Diese "on the fly" zu konvertieren dürfte viel schwerer fallen. Politik ist ebenso abhängig von der Ära, wie auch Wirtschaft oder auch nur das normale Leben. Probleme des Mittelalters sind in der Neuzeit im wahrsten Wortsinn Geschichte. Wen interessieren schon noch kranke Könige, wenn es Penicillin oder Cybernanohightechimpfstoffe oder noch schlimmeres gibt?
Kann man die globale Bedrohung durch einen Virus von der Matrix 1:1 in ein Fantasysetting übertragen? Ich habe da so meine Zweifel.
Das hängt wohl auch vom Abenteuer ab. "Angel of Mercy" ist ein Mage-Abenteuer, das Slobo auch schon mit D&D geleitet hat; andererseits stelle ich mir die Giovanni Chronicles oder die Borbarad-Kampagne in einem Star-Trek-Universum schon komplizierter vor.
Aber Stil und Grundkonflikt des Abenteuers, vielleicht die Personenskizze/R-Map, die Motive der NSCs, deren Handlungen vor Spielbeginn und selbst einige häufig auftretende Szenen lassen sich doch verhältnismäßig leicht neu anstreichen, und fertig ist das Produkt in neuen Kleidern.
Oft geht das schon, aber religiöser Fanatismus oder Rassismus lassen sich nicht in jedem System transportieren, ebenso z.B. das Frankenstein-Thema oder Information-Warfare.
Wenn man etwas zu weit verbiegen muß um in ein anderes Setting zu passen, dann wirkt es
a) lächerlich, unglaubwürdig und damit demotivierend,
b) zerstört es die Setting-interne Logik und Konsistenz, sabotiert damit den 'Suspense of Disbelieve' sowie die fähigkeit der Spieler, zielgerichtet zu agieren, und
c) bringt dem SL auch nix mehr, weil der Aufwand der Adaption den des vollständigen Neuschreibens übersteigt.
Lange Antwort: Genreliteratur, zu der RPG im Endeffekt auch im Geiste gehört, baut auf den immer selben Tropen auf, die sich fast beliebig von einem Setting in das nächste transferieren lassen. Sieht man ja auch an den Gegenbeispielen hier in dem Thread, die zu einem guten Teil irgendwelche Obskura sind, die in RPGs vielleicht mal im Hintergrund eine Rolle spielen, aber sonst überhaupt nicht.
Außerdem gubt es den Punkt der Neugier - auch wenn die Na'vi auf militante Hausbesetzter abbildbar wäre, so verliert der Plot dadurch das exotische und die ästhetischen Aspekte, die ihn interessant machen.Ich würde die Na'vi eher auf eine Hippie-Kommune abbilden, die sich weigern, ihren Platz zu verlassen, weil irgendein suspektes Unternehmen dort ein Bergwerk hinbauen will.
Lange Antwort: Genreliteratur, zu der RPG im Endeffekt auch im Geiste gehört, baut auf den immer selben Tropen auf, die sich fast beliebig von einem Setting in das nächste transferieren lassen. Sieht man ja auch an den Gegenbeispielen hier in dem Thread, die zu einem guten Teil irgendwelche Obskura sind, die in RPGs vielleicht mal im Hintergrund eine Rolle spielen, aber sonst überhaupt nicht.
Dass zwei der größten Westernabenteuer eine Übertragung japanische Samurai-Geschichten sind, sagt glaube ich alles.
Deswegen zu sagen, dass das Setting unwichtig sei, scheint mir jedoch verfehlt. Ein Setting trägt für sich gesehen auch Stimmung mit. Es regt die Fantasie an, transportiert eine Grundstimmung auf der sich die Geschichte dann bewegt. Es bietet Plot-Hooks, Persönlichkeiten, Zusammenhänge, etc.
Ich bin mir nicht sicher, ob die ganze Diskussion sich nicht auf den falschen Aspekt konzentriert. Anscheinend ist allgemein anerkannt, dass beispielsweise Beschreibungen, Handouts, Spielwerte und Nummernschilder abgefeilt werden müssen. Aber ich für meinen Teil bezahle, wenn, dann genau dafür. Dass mir jemand fertige SLCs baut, die ich nur aus der Dose nehmen muss, dass das McGuffin fertige Spielwerte hat usw.
Die Grundidee ist dagegen in den meisten Fällen pillepalle. Die muss ich nicht konvertieren, die mach ich selbst. (Zugegeben gibt es auch da wunderschöne und gute Ausnahmen.)
Abenteuer im RSP-Sinn oder Western-Filme? Und welche? Eins ist sicherlich die Sache mit den Sieben Cowboys, aber das andere?
Die Glorreichen 7 meinst du.Exaktemente.
Der andere ist "Für eine Hand voll Dollar", der auf Kurasawas Yoyimbo basiert.
Falls der gemeint ist.
Die Glorreichen 7 meinst du.
Diverse Settings könnten deutlich differenziertere und integriertere Szenarien bieten. In der Praxis kommt es aber dann aber - zumindest gefühlt - trotzdem in der Regel nicht über ein ... hinaus, ...Kann ich so nicht bestätigen.