Das wirkt so als ob für dich ein Charakter Mittel zum Zweck wäre, um fantastische Geschichten in einer Spielwelt mitzugestalten. Das ist legitim, dennoch haben ich völlig andere Vorstellungen von Rollenspiel
Ich weiß, dass ich selbst drüber gelästert habe. Ich würde es ja direkt dort ansprechen, aber ich bin zu faul, mich noch in anderen Foren anzumelden und mir lief folgender Satz über den Weg.
wtf? wtf? wtf?
Bin ich wirklich zu Tanelorn-versaut? Ich sehe gar keine andere Funktion, die ein Charakter im Rollenspiel haben *könnte*???
Wenn ich wirklich davon ausgehe, dass der Charakter ein Eigenleben hat und eigenständige Entscheidungen trifft, die ich als Spieler nur nachvollziehe, aber nicht direkt beeinflusse - hat das nicht noch viel mehr Potential, DSA-übliche Plots zu sprengen als gesunder Partizipationismus? Wenn ich mir wenigstens klar mache, dass mein Charakter mitzulaufen hat?
"Das bewusste Mitgestalten einer Geschichte ist Author Stance. Aber ich versetze mich derart in einen Charakter, dass es nicht darum geht, eine Geschichte zu gestalten, sondern plausibel mit einer fiktiven Situation umzugehen."
Ich weiss nicht, ich glaub ein gewisser Teil der Spielerschaft wird von vornherein von den Möglichkeiten die DSA für Barbiespiel bietet angezogen.
Das triffts nicht imho nicht vollständig. Die "Mein Charakter ist halt so"-Fraktion kollidiert doch insbesondere bei DSA mit dem Plot und wird schnell konditioniert, via Author Stance zu entscheiden, welche Aktionen nötig sind, um diesem zu folgen. Die Actor Stance wird dann nur noch für (plotbezüglich) wertlose Entscheidungen verwendet.
Ich weiss nicht, ich glaub ein gewisser Teil der Spielerschaft wird von vornherein von den Möglichkeiten die DSA für Barbiespiel bietet angezogen.
Die ersten drei oder vier Posts beschäftigen sich damit...der Rest ist dann in eine komplett andere Richtung weggedriftet...
Hm, ob Barbiespiel bei DSA auch dafür verantwortlich ist, dass gerade da so viel liebevoll designtes Fanmaterial produziert wird? Ich weiss von keinem anderen System wo das solche Ausmaße annimmt. Vielleicht AD&D und Vampire aber da kenn ich mich nicht aus ehrlich gesagt.
Vielleicht ist Weltenbau und Kampagnen basteln ja auch eine Art Barbiespiel, kA.Aus meiner Sicht würde ich das "Vielleicht" locker streichen. Meiner Meinung nach ist Weltenbau und Kampagnen bastelt eigentlich Barbiespiel in Reinform. Nur dass die SL nicht einen einzigen Chara zu Barbiespiel hat, sondern die ganze Welt.
Aus meiner Sicht würde ich das "Vielleicht" locker streichen. Meiner Meinung nach ist Weltenbau und Kampagnen bastelt eigentlich Barbiespiel in Reinform. Nur dass die SL nicht einen einzigen Chara zu Barbiespiel hat, sondern die ganze Welt.
Aus meiner Sicht würde ich das "Vielleicht" locker streichen. Meiner Meinung nach ist Weltenbau und Kampagnen bastelt eigentlich Barbiespiel in Reinform. Nur dass die SL nicht einen einzigen Chara zu Barbiespiel hat, sondern die ganze Welt.
SLs, die Kampagnenwelten und Abenteuer planen, dagegen sehe ich nicht im Actor Stance (auch wenn sich das natürlich nicht 1:1 aufs Weltenbasteln just for fun übertragen lässt).Selbstverständlich. So wie nicht jeder Spieler ein Barbie-Spieler ist, ist auch nicht jede SL eine Barbie-SL.
Die Barbie-Spiel-SL erkennt man am einfachsten daran, wenn sie mit guten Gewissen sagen können, dass ihre Welt auch ohne die Charas funktioniert. Sie haben eine Welt, in der sich die Charas befinden und die Charas haben nur Einfluss auf einen begrenzten Teil der Welt, während der Rest der Welt sich weiter entwickelt.
Ich dachte immer, die Sandbox-Spieler gehen genau so vor.Deswegen habe ich so mein Problem damit zu verstehen, wo sich die Sandbox und Metaplot beißen sollen. Ob ich nämlich etwas auswürfle, aus einer Tabelle ablese oder aus einem Buch die Hintergründe erfahre, ist für mich irgendwie - nun ja - kein so großer Unterschied. Ob ich im Regen stehen bleibe oder in einem Fluss untertauche, um mich vor dem Regen zu verstecken, ändert nichts an der Tatsache, dass ich trotzdem nass werde.
Das triffts nicht imho nicht vollständig. Die "Mein Charakter ist halt so"-Fraktion kollidiert doch insbesondere bei DSA mit dem Plot und wird schnell konditioniert, via Author Stance zu entscheiden, welche Aktionen nötig sind, um diesem zu folgen. Die Actor Stance wird dann nur noch für (plotbezüglich) wertlose Entscheidungen verwendet. Alles, was also relevant ist, wird im Author Stance entschieden (wobei dort die Frage meist nur ist: Folge ich der Geschichte oder nicht). Folge dürfte sein, dass der Spieler sich ins Barbiespiel flüchtet, weil er nur noch dort Freiheiten hat. (allerdings mache ich jetzt nicht den Fehler, Barbiespiel als degeneriert o.ä. abzuwerten, es ist ja trotzdem Spaßquelle).
...wobei die Grenze zwischen Actor Stance und Barbie-Spiel fließend ist, da oft die Handlung an und für sich aus Spieler- wie Charaktersicht kaum mehr Bedeutung hat als die Wahl des Outfilts für den Ball.
Aber es gibt eine Andere mögliche entwicklung: die Spieler fordern vom Meister eine Überarbeitung der Abenteuer, so das diese (und insbesondere die Hooks) auch im Actor Stance 'funktionieren';
Dann hab ich den feuchten Traum eines jeden D20-Barbiespielers gefunden: Mehrere Spielhilfen zum Thema Weltenbau (beschrieben aus der Sicht eines aufgestiegenen Junggottes, der sich jetzt mit der Erschaffung seiner ersten eigenen Welt herumplagen muss) - auf der Grundlage physikalischer Gesetzgebungen und historischer Ereignisse: Welchen Neigungswinkel muss die Achse meines Planeten haben, um welches Klima zu erklären, wie wirkt sich die Kontinentaldrift auf die Entstehung von Gebirgen aus, wie beeinflusst das Wanderverhalten von (frühen) Völkern die Entwicklung von Kulturen etc.pp.
*schwelg* ...Grundmaterial für den Entwurf einer etwas größeren Sandbox... >;D *rumbastel*
Naja, das geht dann in Richtung Traveller. Mir fällt nämlich auf, dass sich Barbiespiel gerade für die Systeme mit Simulationismusoverkill für den SL anbietet. Wenn DSA also das Barbiespiel für die Spieler ist, dann wäre sowas wie Traveller das Pendant für SL. Was man da alles modellieren kann. Eine Wonne! Lustiger Gedanke.