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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: The Fnord am 18.04.2012 | 00:09

Titel: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: The Fnord am 18.04.2012 | 00:09
Nachdem ich aktuell alle meine Völker für mein Dark-Fantasy RPG erstellt habe, stellt sich mir folgende Frage:
Ist es sinnvoll, komplett eigene Namen zu verwenden oder auf die üblichen Klischees, wie zum Beispiel Troll, Gnom, Zwerg, Elf, etc., zurückzugreifen? Ja, ich habe Trolle, Gnome und all das Zeugs im Programm - aber auf sehr eigene Art und Weise. Meine Elfen haben rein gar nichts mit den Tolkien-Elfen zu tun. Ebenso wenig haben meine Trolle mit dem üblichen Brückentroll zu tun.
An und für sich würde ich es ja selbst gut finden, eigene Namen zu entwickeln, aber Spieler haben es wesentlich einfacher, wenn sie auf bestimmte Stereotypen zurückgreifen können, die in meinem Setting (zumindest im Ansatz) auch gegeben wären.
Wie ist eure Meinung dazu? Pro? Contra?
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Auribiel am 18.04.2012 | 00:17
Ich bin Pro Verwendung bekannter Namen. Wenn du selbst schon sagst, dass es Trolle/Gnomen/Elfen sind (wenn auch sehr spezielle), würde ich mich als Spieler wohler fühlen, wenn ich etwas Bekanntes "zum dran Festhalten" haben, anstelle mir völlig neue Namen merken zu müssen - nur um dann rauszufinden "dass das doch nur Elfen mit grünen Haaren sind".

Ich würde eigene Namen nur dann verwenden, wenn es auch wirklich eine "eigenständige" Rasse ist. Also quasi Insektenrasse, Katzenmenschen (hat in meinem Kopf zumindest keine fest zugewiesenen Rassennamen), Echsenmenschen etc.pp.

Wobei ich leichte Abwandlungen der Namen okay fände (also Alben statt Elfen/Elben oder Trollocs statt Trollen). Wobei man da auch aufpassen sollte mMn, dass es nicht unfreiwillig komisch wirkt.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Ludovico am 18.04.2012 | 00:18
Ich bin ein großer Freund von Klischees (die Gründe nennst Du ja schon) und wenn es schon eigene Rassen sind, dann sollten sie immerhin noch vom Namen her erkennbar sein.

Am Besten finde ich Klischees, die in wenigen Nebenpunkten von dem Ursprungsklischee abweichen.
Spontan fallen mir da Orks ein, die eine große, wenn auch martialische Zivilisation haben, Zwerge, die keinen Alkohol trinken, oder Elfinnen mit großen Hupen  ;)
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Glühbirne am 18.04.2012 | 00:24
Was für mich gar nicht geht:Unaussprechliche Namen wie Olhkpthokshs. Das Zhekhlherjmpon. Bei Troll weiß ich was ich etwa kaufe und wie ich es ausprechen muss.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Noir am 18.04.2012 | 00:24
Ich halte mich da ganz kurz: Ich finde nichts grausiger, als wenn es Rassen gibt, die GRIBBELFRITZ und FLABBERTROGGS heissen...aber im Grunde dann doch nur Elfen und Zwerge in Grün sind...soll heißen: Nutz die Standardnamen...für Spieler einfacher. Für den Spielleiter einfacher. Und am Ende stimmiger.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Noshrok Grimskull am 18.04.2012 | 00:44
Warum nicht beides?
Der Standard ist der Mensch, da sich die Spieler mit diesem am leichtesten identifizieren können, richtig?
Folglich sind die den Spielern geläufigen Namen wie Elfen, Zwerge und Trolle eben jene Bezeichnungen, die die Menschen für die anderen Rassen verwenden.
Aber diese werden sicher einen eigenen Namen für ihre Rasse haben - in ihrer eigenen Sprache.
Und schon können Elfen sowohl Elfen als auch Ivonis, Zwerge sowohl Zwerge als auch Sjörgr, Trolle sowohl Trolle als auch Um'Raggash und Orks sowohl Orks als auch Tôkhdar sein.
Alles ganz simpel und elegant.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Noir am 18.04.2012 | 01:03
Ist für den Fluff sicherlich nett...aber In Game hat das erfahrungsgemäß wenig Auswirkungen...steht da Troll im "Regelwerk", wirds auch Troll genannt...imho...
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Sol Invictus am 18.04.2012 | 01:16
Ich schließe mich an: wenn es nicht ein wirklich eigenständiges Volk ist, würde ich auch auf fremdartige Namen verzichten, da sie oft wirken, als wollten sie die eigentlich recht typische Ausgestaltung eines Trolls / Elfen etc. verschleiern, bzw. wie schon oft genannt "ach, das sind ja doch nur...".

Wenn schon eigene Namen, gehe ich viel lieber mit handlichen, kurzen Namen um, die einprägsam sind, als mit ausgeklügelten Langwörtern. Goblins können dann gerne "Yips" (mag jetzt unfreiwillig komisch sein) oder so heißen, das ist leicht zu merken und auszusprechen, gibt den speziellen Goblins des Spiels den Anstrich des Restspiels, hat nen eigenen Charakter und wirkt letztlich eher wie ein Spitzname, da es ja im Grunde doch Goblins sind.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Jiba am 18.04.2012 | 07:55
Der Klassiker ist ja, dass die menschliche Bezeichnung Elf, Zwerg, etc. ist, die entsprechenden Rassen sich aber selbst andere Namen geben (Fey, Angroschim, etc...) Das finde ich ist die perfekte Balance zwischen Klischee und Eigenname.  :)
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: ArneBab am 18.04.2012 | 09:09
Wenn es Trolle sind, können sie meiner Ansicht nach auch Trolle heißen. Du schreibst das Rollenspielregelwerk ja auch nicht in der Sprache der Bevölkerung, sondern übersetzt sie.

Ansonsten sehe ich es wie Jiba.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Dark_Tigger am 18.04.2012 | 10:23
Wenn schon eigene Namen, gehe ich viel lieber mit handlichen, kurzen Namen um, die einprägsam sind, als mit ausgeklügelten Langwörtern. Goblins können dann gerne "Yips" (mag jetzt unfreiwillig komisch sein) oder so heißen, das ist leicht zu merken und auszusprechen, gibt den speziellen Goblins des Spiels den Anstrich des Restspiels, hat nen eigenen Charakter und wirkt letztlich eher wie ein Spitzname, da es ja im Grunde doch Goblins sind.

Sole Invictus hat da einen guten Punkt, wenn es eigene Namen sein müssen, am besten weil du wirklich ganz andere Völker erschaffen hast, immer merken: Nicht mehr als 7 Buchstabe und keine ' im Namen. Wirklich Kohz'Wurfelgel mag sich vll bei dir Klasse exotisch klingen, aber ich kanns mir nicht merken, schlecht aussprechen, und es ist für mich eine RedFlag für schlechten Fluff.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.04.2012 | 10:24
Die Diskussion gab es schonmal. Ich suche mal...

Edit: nix finden...  :-\ vielleicht war es nur ein Nebenaspekt eines anderen Themas oder gar ein anderes Forum...

Also meine Antwort: wenn die Rasse gleich oder ähnlich der normalen Interpretation ist, würde ich immer die gängige Bezeichnung vorziehen. Einfach weil die alle notwednigen Assoziationen bewirkt und vertraut ist. Neubezeichnungen werden lange Zeit verwirren oder schlicht nicht präsent genug sein. Im zweifelsfall bekommt man imo Situationen wie "ach die "Rocklom", das waren doch die "Zwerge", oder?"

Ganz besonders würde ich das auch empfehlen, wenn parallel gängige Bezeichnungen verwendet werden. Wenn also schon Gnome und Orks eingebaut sind, sollte man von XYZs eher absehen. Alternativ alle Völker mit neuen Eigenbezeichnungen versehen. Das bedeutet aber Vokabellernen für die Spieler  ;)
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Blizzard am 18.04.2012 | 10:38
Ich würde es davon abhängig machen, wie viel "anders" deine entworfenen Rassen sind. Sprich: Wie heftig unterscheiden sich deine Rassen von ihren genreüblichen Pendants? Wenn es nur eher kleinere Abweichungen vom Genrestandard sind, dann wäre ich dafür, die typischen Namen bzw. Klischees zu verwenden. Zwerge, die keinen Alkohol trinken und/oder keine Bärte tragen, zivilsierte/intelligente Orks, TRolle, die nur 1,50 gross sind...hier würde ich schon die Klischees verwenden.

Bei Eigennamen solltest du eben darauf achten und darauf dass die Namen nicht zu lang und griffig sind. Ein ' im Namen finde ich persönlich nicht schlimm, sonst hätte ich damals wohl nie Dark Sun spielen können.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: kalgani am 18.04.2012 | 10:56
Ich hab in meinem Setting die Halb-Elfen umbenannt, um Abzugrenzen das die bei mir durch ein magisches experiment entstanden sind und nicht durch Menschen+Elf = Halb-Elf. Ob sich die neue BEzeichnung durchsetzen wird, oder ob Tudors beschriebene Szenario standard wird werde ich wohl erst in Zukunft sehen.

Eventuell sollte man das so regeln:
Rasse mit eigennamen angesprichen = aufgeschlossen
Rasse mit stereotypen namen angesprochen = -x auf entsprechende diplomatie würfe o.Ä.

Also das Elfen-aliase sich als Elfen angesprochen fühlen, aber dann muzelig auf den SC reagieren.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 18.04.2012 | 10:57
Was ist die gängige Interpretation?

Trolle von Pratchett haben nichts mit Shadowrun Trollen gemein, die haben nix mit DnD-Trollen gemein, die wieder anders sind als DSA-Trolle

Ok, bei Zwergen gibt es wirklich selten andere Bilder.

bei Elfen wiederrum schon nicht Pratchett Elfen sind anders als DSA-Elfen sind anders als Peter Pan-Elfen.

Ein Name macht eine Sache griffig, aber erst die genaue Beschreibung zeigt, was es wirklich ist.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.04.2012 | 12:16
Was ist die gängige Interpretation?

Trolle von Pratchett haben nichts mit Shadowrun Trollen gemein, die haben nix mit DnD-Trollen gemein, die wieder anders sind als DSA-Trolle

Ok, bei Zwergen gibt es wirklich selten andere Bilder.

bei Elfen wiederrum schon nicht Pratchett Elfen sind anders als DSA-Elfen sind anders als Peter Pan-Elfen.

Ein Name macht eine Sache griffig, aber erst die genaue Beschreibung zeigt, was es wirklich ist.

Jein. Es gibt ein paar Bezeichnungen, die sehr stark variieren, wie z.B. Trolle*, Gnome oder Kobolde. Aber die Feen-Elfen sind in der (RPG relevanten) Fantasy eher die Ausnahme; Standard ist weitgehend Tolkien-Style. Trotzdem bleibt es bei "Elf" auch nur bei diesen beiden Ausprägungen (wobei der Pratchett Elf imo treffender mit dem Begriff "Fee" oder "Fey" besetzt ist)

*Edit: Wobei die Trolle, die du aufzählst, durchaus sehr viel gemein haben: groß, zäh, stark, humanoid, hässlich (ok, letzteres  bei DSA nicht). Anders wären z.B. die Trolle von Williams Osten Ard, die mich eher an Gnome erinnern.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: WeepingElf am 18.04.2012 | 21:33
Zunächst einmal sollte ein Name griffig und einprägsam sein.  Das spricht schon mal für bekannte Namen, die jeder Fantasy-Fan schon mal gehört hat und mit einer Vorstellung verbinden kann.  Sollte keiner passen, dann muss was Kurzes und Knackiges her.  Also so was wie Wilf (für ein kleines geflügeltes Wesen) oder Knork, nicht so was Unhandliches wie Pfiffltrigg oder Hyaluronester.

Inwiefern "Standardnamen" wie Elf oder Troll auf Deine Rassen passen, weiß ich nicht.  Natürlich ist es nicht sinnvoll, eine solche Bezeichnung für etwas zu missbrauchen, was mit der gängigen Vorstellung nichts zu tun hat, aber die meisten dieser Bezeichnungen werden mittlerweile für so verschiedene Sachen verwendet, dass da viel Spielraum drin ist.  Man vergleiche etwa die Elfen von Shadowrun, Glorantha und Warhammer miteinander, und man wird feststellen, dass die gar nicht so viel miteinander gemeinsam haben.  Ich selbst habe Elben und Zwerge in einer meiner Welten (Inis Albion), und die sind auch ziemlich anders als alle Elben und Zwerge, die es anderswo so gibt, und doch ähnlich genug, um die Verwendung dieser Bezeichnungen meiner Meinung nach zu rechtfertigen.

Die Umkehrung, nämlich althergebrachte Rassen mit neuen Namen zu versehen, ist nicht ratsam - das ist der sprichwörtliche "alte Wein in neuen Schläuchen".  Es sei denn, diese neuen Namen sind die Namen der Rassen in ihren eigenen Sprachen.  Solche Namen sollte es natürlich geben.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Oberkampf am 18.04.2012 | 21:49
Es geht doch anscheinend eher um "neue" Rassen mit alten Namen, wenn ich den Eingangspost richtig verstanden habe?

Wenn die Rassen wirklich neu sind, also z.B. insektoide Viecher mit besonderer, nie dagewesener Sozialstruktur, würde ich auch mit neuen Namen aufwarten.

Wenn die Rassen nur "optisch" verändert wurden, aber sich vom Verhalten so wie "Standardelfen" aufführen (aber meinetwegen in blau und mit drei Augen, Antennen und Käsegeruch), würde ich wahrscheinlich auch neue Namen wählen, allerdings im vollen Bewusstsein, dass jeder Spieler irgendwann die kosmetische Veränderung bemerkt.

Wenn die Rassen hingegen standardgemäß aussehen (also Elfen mit schlankem Körperbau, mandelförmigen Augen und spitzen Ohren), aber ihr Verhalten nicht dem Cliché entspricht, würde ich beim bekannten Namen bleiben.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Belchion am 18.04.2012 | 22:02
Grundsätzlich bevorzuge ich Klischees, wo immer so zu erkennen sind. Bei ungewöhnlichen Namen läuft es im Endeffekt sonst doch darauf hinaus, dass die Spieler nur "die Elfen" oder ähnliches meinen. Dann lieber gleich den Klischeenamen verwenden und in die Spielwelt einbauen.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: General Verdacht am 18.04.2012 | 22:07
direkt die klsichees zu verwenden wird dir nervige vergleichend eunterstellungen ersparen. wenn mans offen macht nehmens die leute eher hin ^^
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Fussel am 13.05.2012 | 12:33
Der Titel war so verlockend, da muss ich einfach meinen Senf zu geben.

Ich kann mich einigen meiner Vorpostern nur anschließen, im Normalfall immer die Standardnamen verwenden, denn die Ausgangskultur (Menschen) verwenden dann nun einmal diese Namen, sei es aufgrund von Sagen oder sonstetwas. Bezeichnet sich die Rasse/Kultur/wasimmer jedoch selbst, kann man gerne neue, exotischere Namen geben (die dann innerhalb der Welt selbstredend althergebracht sind).
Selbst wenn man die Welt aus den Augen einer anderen Kultur aufzieht, sollte man im ersten Satz sagen, dass diese oder jene Rasse amphibische Elfen sind und nicht darauf bestehen, dass sie die Awami sind... auch wenn man natürlich im Spiel darauf achten sollte, dass sich die Rasse nicht selbst ständig als Wasserelben bezeichnet, sondern bestenfalls nie.

Bei wirklich neuen Rassen oder welchen, die keinen Klischeenamen haben, darf man auch gerne Eigennamen verwenden, wobei man darauf achten sollte, dass diese griffig sind und einem beim Aussprechen weder die Ohren zum Bluten bringen noch die Zunge brechen.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Steff am 13.05.2012 | 13:26
Es war auch mein erster Gedanke, daß die "Allgemeinheit", wie auch immer die aussehen mag, die bekannten Klischee-Namen benutzt, die verschiedenen Rassen/Völker/Kulturen aber ihre jeweiligen Eigennamen.
Titel: Re: Rassen: Eigennamen oder Klischees?
Beitrag von: Whisp am 13.05.2012 | 13:36
Ich denke auch, dass die bekannten Namen zusamen mit einer Eigenbezeichnung sinnvoll sind. Ansonsten kommen gerade Neulinge schlecht rein ins Spiel.