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Medien & Phantastik => Feder & Pinsel => Die Schreibwerkstatt => Thema gestartet von: Grey am 8.07.2012 | 19:20
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[Staub wegpust] Meine Güte, in diesem Board war aber schon seit Ewigkeiten niemand mehr, kann das sein? ;)
Alsdann, liebe Mit-Schreiberlinge, ich plotte gerade einen Fantasy-Roman und brauche an einer Stelle noch eine zündende Idee. Vielleicht habt ihr ja eine für mich. Folgende Situation:
In einem Stadtstaat hat gerade ein jugendlicher Fürst die Macht geerbt und macht damit einen miserablen Job. Seit dem Tod seines Vaters steigt in den Straßen die Kriminalität. Die Vorratssilos für den kommenden Winter füllen sich viel zu langsam, und die Nachbarstaaten wittern eine günstige Annexion und rasseln mit dem Säbel. Der junge Fürst aber verkriecht sich in seinem Palazzo, feiert Bälle und läßt nichts davon an sich ran.
Nun steigt ein Trupp von Rebellen des nachts in seine Gemächer ein, um ihn zu ermorden. Die Anführerin schleicht allein mit gezogenem Dolch ins Schlafgemach des Fürsten, während ihre Kameraden den Weg nach draußen sichern. Im Gemach stellt sie fest, daß sie sich nicht überwinden kann, den jungen Mann heimtückisch zu ermorden. Also beschließt sie stattdessen, auf eine Entführung umzuschwenken.
Nun meine Frage: was für eine Ausrede läßt sie sich einfallen, um diese plötzliche Planänderung ihren Mitrebellen plausibel zu machen und dabei die Fassade der kühlen, überlegten Chefin zu wahren? Die Ausrede sollte plausibel genug sein, um im ersten Moment ihre Leute zu überzeugen, darf aber ruhig ein logisches Loch haben, das sie im weiteren Verlauf der Handlung zu einem ziemlichen Eiertanz zwingt und einen Rattenschwanz von Lügen nach sich zieht. Wie macht sie ihren Kameraden schmackhaft, daß der junge, unfähige Fürst für das Wohl der Stadt (vorerst) "lebendig mehr wert ist als tot"?
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Wenn die Rebellen nicht daran interessiert sind, selbst die Macht zu übernehmen, könnten sie ihn an eines der Nachbarländer ausliefern.
Wobei, er ist als Verhandlungsunterpfand generell besser, weil er die Rebellen auf eine moralisch höhere Stufe stellt. Sie haben es nicht nötig, jemanden umzubringen, sie sind "besser".
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Hmm... im zweifelsfall hast ud im Augenblick eigentlich nur die Möglichkeit aus der Geschichte erstmal "Geld" rauszuholen.
Ansonsten fällt mir ehrlich gesagt nichts ein, was für ein spontanes umändern des Ziels führen könnte.
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Ein paar zusammenhanglose Gedanken:
- er hat noch keinen Erben und es könnte ein Nachfolgekrieg ausbrechen, der schlimmer ist als der aktuelle Zustand
- das Bestehen des Landes kann über eine magische Verbindung mit dem Fürsten verbunden sein (blaues Blut wörtlich genommen)
- er kennt den Ort eines großen Geheimnisses hinter dem die Rebellen schon lang her sind oder ganz banal er kennt die Kombination zum Tresor
- die Rebellen wollen ihn erziehen und mal das Leid im Land zeigen, damit er seine Aufgabe endlich ernst nimmt
MfG
Stefan
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Also ich bin kein grosser Schreiberling aber vielleicht erinnert der junge Fürst sie an ihre grosse Liebe. Deswegen will Sie ihn nicht ermorden. Ihren Kollegen versucht Sie aber zu erzählen das Sie ihm das Elend zeigen möchte das er durch sein Nichtstun anrichtet
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Einfach mal drauf los fantasiert:
Man könnte erklären dass er das Elend das er verursacht selbst erleben soll bevor er stirbt.
Später wenn er dann immer noch nicht tot ist liegt das natürlich nur daran dass er ja einsieht wie schlecht er regiert hat und er es jetzt besser machen will. Außerdem könnte der nächste ja noch schlimmer sein als der Keksprinz.
Vielleicht regiert in seiner Abwesenheit ja auch wirklich ein noch schlimmerer Tyrann, bzw. sein Verschwinden wird vertuscht.
Ganz banal könnte man auch sagen dass man ein Lösegeld fordern will.
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Ein paar zusammenhanglose Gedanken:
- er hat noch keinen Erben und es könnte ein Nachfolgekrieg ausbrechen, der schlimmer ist als der aktuelle Zustand
Alternativ könnte der potentielle Nachfolger eine noch größere Katastrophe als der derzeitige Herrscher sein. Zumindest könnte die Rebellenführerin das behaupten. Möglicherweise steht irgendein für wirklich gefährlichen Wahnsinn bekannter Onkel des Fürsten an nächster Stelle - oder könnte zumindest potentiell an Macht gewinnen.
Andere Idee: Der junge Fürst ist ein naher Verwandter des Fürsten eines Nachbarstaates, der mit dessen Tod den idealen Vorwand für eine (wenn nötig gewaltsame) annexion hätte. Natürlich würde der Nachbarstaat früher oder später sowieso seine Griffel ausstrecken und die Entführung genauso als Vorwand nehmen, aber die Rebellin würde zumindest einen Vorwand haben, den Fürsten nicht gleich umzubringen und darum ging es ja.
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Heureka! Das ist es. :) Danke, Surtur. Deine letzte Idee hat meine Blockade gelöst.
Ein bißchen umgemodelt wird jetzt ungefähr folgendes passieren: Die Rebellin wird behaupten, sie habe auf dem Schreibpult des Fürsten Korrespondenz gefunden, aus der hervorgeht, daß ein verfeindeter Nachbarstaat den Fürsten tot sehen will. Danach fährt sie die Schiene: "Ich weiß nicht, warum es so ist, aber wenn König XY ihn tot sehen will, ist mir das Grund genug, ihn am Leben zu erhalten."
Noch mal herzhaften Dank euch allen! :) Damit geht es demnächs ans Schreiben.
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Geld ist ansonsten immer ein guter Grund denn so eine Rebellion kostet, und ein Pfand in der Hand ist besser als kein Pfand. Die Frage wäre dann eher, ob denn der Hofstaat den jungen Fürsten der nur kostet überhaupt zurückhaben will.
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Der Nachfolger ist kompetent, aber fällt unter some people needs killing.
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Man kann mit lebendigen Leuten noch Schauprozesse veranstalten.
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Ich weiß, du hast es schon, aber: Sie behauptet, er wäre der Zwillingsbruder des Fürsten, den sie aus der Gefangenschaft befreit hat und der jetzt der Thronerbe ist. Und den kann man doch jetzt sicher zu einem sinnvollen Herrscher erziehen.
(Jaja, da kommt jetzt die Nachricht aus dem Palast, der Fürst wäre verschwunden statt tot - aber das ist offensichtlich eine Lüge! Vielleicht will der Rat nur die Lage stabilisieren! Oder den Zwilling finden, um ihn als Marionette zu benutzen! Was für Schurken! Wie gemein!)
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"Der Mann mit der eisernen Maske" läßt grüßen, was? :D Auch 'ne schöne Idee, Bad Horse. Vielleicht kann ich (oder sonst jemand) die ja irgendwann anderweitig verwerten.
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Dasselbe wie bei DSA. Er ist eine Frau?