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Pen & Paper - Spielsysteme => Systemübergreifende Themen => Thema gestartet von: morgenstern89 am 9.07.2012 | 18:44

Titel: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 9.07.2012 | 18:44
Hallo zusammen :)

Auf der nicht enden wollenden Suche nach einem geeigneten Pen & Paper System bin ich hier in diesem Forum gelandet. Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

Ich bin blutige Pen & Paper Anfängerin, konnte bisher nur zwei oder dreimal spielen und habe deshalb sehr wenig Erfahrung. Rollenspiel kenne ich bisher hauptsächlich in Form von Computerspielen, wie Baldur's Gate, Planescape Torment oder Ultima Online.
Nun möchte ich mit Pen & Paper anfangen, weil ich großen Spaß am Erzählen von Geschichten habe und Pen & Paper die wesentlich geselligere Variante des Rollenspiels ist ;)

Ich suche nun also ein passendes, einsteigerfreundliches PnP-System für ein Fantasy-Setting. Ich übernehme hierbei den Part als Spielleiterin.

Zuerst dachte ich an D&D, weil es neben DSA eines der bekanntesten Systeme ist. Außerdem ist mir das D&D Universum irgendwie vertraut - durch Baldur's Gate und die Romane über Drizzt Do'Urden. D&D verkörpert für mich irgendwie klassische Fantasy.

Und klassische Fantasy ist auch genau das, was ich suche. Aber ist D&D die richtige Wahl?

Meine Vorstellungen:


Ich stelle mir vor, dass meine Spielergruppe Teil einer Geschichte wird, diese erlebt und aktiv beeinflusst. Dabei müssen Entscheidungen getroffen werden, Rätsel gelöst werden und natürlich auch Kämpfe bestanden werden. Pures Dungeon Crawling finde ich langweilig.

Zum Thema Fähigkeiten & Talente:
Im Kampf entscheidet der Würfel und das entsprechende Attribut bzw. die Waffenfertigkeit über Erfolg und Misserfolg. Ich möchte aber, dass die Spieler die Möglichkeit besitzen, sich auch für andere Fähigkeiten oder Talente zu entscheiden. Fähigkeiten, wie z.B. Sagenkunde, Spuren lesen, Orientierung im Wald, Kräuterkunde, Überzeugungskraft, Beobachtungsgabe, Umgang mit Tieren oder Feilschen. Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Es gibt wahrscheinlich kein System, das alle erdenklichen Fähigkeiten und Talente in einer Liste zusammenfassen kann. Ich will aber auch nicht, dass Proben, die in diesen Bereich fallen, ausschließlich anhand der Attribute / Basiswerte gemacht werden. Das kann man tun, wenn kein entsprechendes Talent beim Charakter vorhanden ist.

Im Prinzip dienen diese - ich nenne sie mal "Non-Combat-Skills" - der Individualisierung des Charakters. Diese Fähigkeiten brauchen nichtmal einen Wert, es reicht, wenn ich weiß, dass der Barde z.B. sehr wortgewandt ist und sich deshalb leichter damit tut andere von etwas zu überzeugen. Wenn der Spieler ein gutes Argument hat, entscheide ich als SL, dass seine Aktion erfolgreich ist und lasse ihn gar nicht erst würfeln. Auch spiele ich einem Magier mit Sagenkunde vielleicht mehr Wissen über ein bestimmtes Thema zu. Oder ich lasse den Waldläufer mit Spuren lesen eine Fährte erkennen. Will er genauere Informationen darüber, lasse ich ihn würfeln. Einen in dem Bereich untalentieren Charakter würde ich, wenn er von selbst auf die Idee kommt nach Spuren zu schauen, würfeln lassen - vielleicht sogar mit Abzügen.

So in etwa stelle ich mir das vor. Die Gefahr bei Systemen mit langen Skill-Listen und dazugehöriger Punktevergabe ist, dass die Spieler sich im zweifelsfall eher für die Kampffertigkeiten entscheiden, als für so Dinge wie Sagenkunde oder Beobachtungsgabe, weil sie sich nicht sicher sein können, ob letztere sich als nützlich genug erweisen. Eine Trennung wäre hier also von Vorteil.

Zum Thema Zauber & Magiesystem:
Mir gefallen die Zauber, die ich aus D&D kenne, eigentlich ganz gut. Da gibt es reine Schadenszauber, aber auch so Zauber wie Spiegelbild, Klopfen, Gestaltwandel, Fallen finden und Hast, die auch außerhalb des Kampfes ihre Existenzberechtigung haben. Problematisch ist auch hier... entscheidet sich der Magier für die Zauber Fallen finden und Klopfen, steht er - bei einem System mit einer festen Anzahl an "Spell-Slots" - im Kampf nur untätig herum.
Hierfür muss es eine Lösung geben... Vielleicht kann man die Zauber in Kampfzauber und Hilfszauber unterteilen und bei Levelaufstieg jeweils einen gewähren?

Ganz ehrlich, ich finde den levitierenden Illusionsmagier, der sich regelmäßig in eine graue Maus verwandelt oder anderen Hirngespinste in den Kopf setzt viel ansprechender, als den Magier, der sich 5x Feuerball einpackt.

Achja, ich finde das "Spell-Slot" System an sich nicht schlecht, aber eine Mischung fände ich noch besser. Zauber, die quasi jederzeit zauberbar sind und solche, die nur einmal am Tag gezaubert werden können. Mana-Systeme finde ich jetzt nicht so ansprechend, aber auch da bin ich offen.

Ganz generell: Ich möchte während des Spiels nicht ewig lang in Regelbüchern wälzen müssen - oder, oh nein, Regeldiskussionen mit den Spielern führen. Entscheidungen möchte ich teilweise intuitiv treffen können. Der Spielleiter hat sowieso immer recht ;) Ich habe aber nichts gegen eine längere Vorbereitungszeit für die Kampagnen, da mir das sowieso Spaß macht. Wenn es gut werden soll, investiere ich gern mehr Zeit.

Ich werde demnächst den Playtest von D&D Next spielen und bin gespannt, wie das zu meinen Vorstellungen passt. Ich höre immer wieder D&D sei sehr kampflastig, aber im Prinzip braucht man ja auch nur ein solides Kampfsystem und die Möglichkeit, die Geschichte drumherum möglichst spannend zu gestalten.

Habt ihr bessere Vorschläge für mich bzw. würdet ihr mir ganz von D&D abraten? Im Prinzip kann ich, wenn ich das D&D Universum so toll finde, auch einfach die Welt mit ihren Rassen, Klassen und Zaubern nehmen und mir ein generisches System dazu aussuchen. Solange das funktioniert - warum nicht.

Ich bin auf eure Anworten gespannt :)

Lieben Gruß
morgenstern



Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Taschenschieber am 9.07.2012 | 18:49
Guck dir mal FATE an (für deine Belange z. B. Malmsturm - kostenlose PDF-Version). Skills sind ziemlich breit (gerade im Vergleich zu DSA mit x Waffenfertigkeiten), decken aber eigentlich alles ab. Das System ist stark erzähllastig und von Charakterspiel geprägt.

Dabei geschieht die Definition eines Charakters zu einem Großteil über Talente und Aspekte, die nicht aus einer vorgefertigten Liste gewählt werden, sondern die man bei der Charaktergenerierung selbst nach bestimmten Regeln zusammenbaut. Die Aspekte greifen sehr stark darin ein, wie man den Charakter spielt, haben immer positive und negative Facetten und können - je nach SL - auch die Grundlage der Handlung sein.

Dabei ist FATE per se recht universell, das heißt, man kann damit nicht nur Fantasy spielen - Fantasy aber auch ganz gut. Malmsturm hat auch ein eigenes Setting, das man aber einfach ignorieren kann.

edit: Download von Malmsturm gibt es unter http://malmsturm.de/.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 9.07.2012 | 19:28
Burning Wheel hat all das aber keine Lebenspunkte - nur Wunden.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Niniane am 9.07.2012 | 19:28
Ich kann mich dem Taschenschieber weitestgehend anschliessen, möchte aber noch PDQ in den Raum stellen. Das gibt es "nackt" auch kostenlos zum Download, um es mit etwas Fantasy zu sehen, empfehle ich "Jaws of the six serpents". Das gibt es für 8 Euro als PDF.
Hier ist ein Link zu den Core-Rules: http://www.atomicsockmonkey.com/freebies.asp#pdq

Die ersten vier Punkte deiner Liste können damit auf jeden Fall umgesetzt werden, das Kampfsystem ist etwas abstrakter, es zielt nicht unbedingt auf Lebenspunkte, sondern auf die Qualities ab. Die letzten beiden Punkte sind problemlos machbar, ich habe selbst schon ein Setting auf PDQ angepasst mit eigenen Zauberfähigkeiten.

Und ein kleiner Tip: Wenn Du keine Regelwerke wälzen magst und Entscheidungen gerne intuitiv triffst, wirst Du mit D&D auf Dauer wahrscheinlich nicht glücklich werden, zumindest was das System angeht. Aber das ist meine persönliche Meinung, ich mag halt regelarmes Rollenspiel.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: rayen am 9.07.2012 | 19:43
Ich glaube, deine Punkte kannst du in ziemlich jedem System einbringen und verwirklichen.
Mir gefällt D&D zum Beispiel sehr gut, weil ichs für neue Spieler einfach und schnell zu verstehen und zu bespielen finde.
Aber es ist halt immer die Schwierigkeit, sich nicht von den Regeln am Spiel hindern zu lassen. D&D 4e zB hat sehr gut gestalltete und genaue Kampfregeln. Das kann einen manchmal daran hindern Rollenspiel über das Würfeln zu stellen.
Regelarme Systeme wie zB Liquid machen es einem da leichter.

Am Ende kommts auf die Spieler an die du hast und darauf wie du etwas spielen kannst.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.07.2012 | 19:54


Nun möchte ich mit Pen & Paper anfangen, weil ich großen Spaß am Erzählen von Geschichten habe und Pen & Paper die wesentlich geselligere Variante des Rollenspiels ist ;)
Willkommen im Club

und mein klassischer Kommentar, RPG ist NICHT das Erzählen sondern das ERSCHAFFEN einer Geschichte durch alle Gruppenmitglieder.


Ich würde sagen GURPS(ist aber kein LP System) bzw Gurps Lite aber das ist kein System für einen Anfänger SL bzw nur mit einem vorgefertigten Setting d.h. mMn Yrth aber Dungeon Fantasy könnte dein Ding sein, aber das kenne ich nicht

Zitat
vielfältige Möglichkeiten bei der Charaktergestaltung
da ist es eines der Top Systeme
Zitat
eine Vielzahl an Klassen,
es hat keine Klassen, jeder Char kann von Grund auf selbst gebaut werden. Ein Magier ist jemand der Magie benutzen kann, keine 2 Chars werden gleich sein

Zitat
kreative Ideen / Lösungsvorschläge der Spieler sollen belohnt werden
das hängt von der Philosophie des <systems und der Gruppe ab

Zitat
eine Balance aus Kampffertigkeiten und für das Rollenspiel relevanten Fähigkeiten (z.B. "Social Skills") (siehe unten)
a Kampf ist Teil des Rollenspiels, der Charakterdarstellung....,

c ich würde sagen es fehlen nur sehr, sehr spezifische Skills bei den GURPS Core Rules

http://www.sjgames.com/gurps/resources/4eupdate.pdf

Wenn du das allerdings handwedeln möchtest, wovon ich abrate.
Zitat
als für so Dinge wie Sagenkunde oder Beobachtungsgabe, weil sie sich nicht sicher sein

b das hängt vom Spielstil ab, bei dem von dir genannten sind alle NichtKampfskills nutzlos/Punkteverschwendung, dann sind sie Flavour durchaus legitim
mache sie nützlich

Zitat
Zum Thema Zauber & Magiesystem:
Magie ist eine Gabe und eine Fertigkeit, der Char hat X aufeinander aufbauende Zauber gelernt, unde muss sie mit beschränkter Energie versorgen.
d.h. er kann wenn er ihn gelernt hat so oft Feuerbälle schmeissen wie seine Energie hergibt oder Fallen finden oder beides aber es ist beschränkt durch seine Energie oder du benutzt die Threshhold Regel, Maggi ist gefährlich

Zitat
Der Meister hat sowieso immer recht
und wenn er nicht recht hat tritt Regel 1 inkeaft.
Dummerweise sagt Regel 0 nicht mit so jemand spielen :o

Zitat
aber im Prinzip braucht man ja auch nur ein solides Kampfsystem
Nein, ein solides Regelwerk das zum Stil passt.

Lass dich nicht von der altdeutschen RPG Krankheit(Spieler sind unverantwortlich und böse) infizieren.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Zwart am 9.07.2012 | 20:11
Hallo Morgenstern,
deine Anforderungen erfüllt eigentlich so gut wie jedes Rollenspielsystem, denn das was Du möchtest beschreibt schlicht und ergreifend einfach nur normales P&P-Rollenspiel.
Dementsprechend werden Dir hier im Thread eine Menge Systeme mit validen Begründungen genannt werden.
Am häufigsten werden hier im Forum für Fantasy die folgenden Systemen genannt werden:

- Fate
- Savage Worlds
- GURPS
- Pathfinder

Ich persönlich würde Dir natürlich Savage Worlds ans Herz legen. ;)

Einfach mal ein bisschen ausprobieren und schauen womit Du und Deine Gruppe glücklich wirst.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 9.07.2012 | 20:12
Savage Worlds ist auch nicht so schwierig als Einsteigersystem.

Ansonsten wäre da noch Dungeon World, sehr spaßiges System für Fantasy Zeug.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Kardinal am 9.07.2012 | 20:13
Malmsturm ist natürlich prima  ;) - aber ich würde ebenfalls mehr als einen Blick auf GURPS empfehlen, insb. GURPS Lite, GURPS Basic, GURPS Dungeon Fantasy, GURPS Fantasy, GURPS Magic und bei Bedarf GURPS Thaumatology
http://www.sjgames.com/gurps/
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 9.07.2012 | 20:23
Fate (Malmsturm) und Savage Worlds haben im Gegensatz zu Gurps beide den Vorteil, dass sie theoretisch mit einem Buch auskommen.
Da es sonst noch keiner gemacht hat, hier mal die Links:
SW-Probefahrtregeln (http://www.savageworlds.de/download/savage-worlds/Savage-Worlds-Probefahrt.pdf)
Malmsturm (http://malmsturm.de/downloads/)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 9.07.2012 | 22:10
D&D4 würde auch passen, vielleicht in der Essentials-Variante.

Dann gibts noch The Shadow of Yesterday (http://tsoy.de).

Ansonsten wäre mein erster Tipp auch FATE gewesen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 9.07.2012 | 22:15
Vielen Dank für die vielen Antworten!

Das mit dem "Der Spielleiter hat immer recht" war auch ein wenig überspitzt formuliert ;) Für den Fall, dass der Schurke auf die Idee kommt einen hinterhältigen Angriff mit einer Ballista ausführen zu wollen... :D

Also Savage Worlds hab ich mir angeschaut, aber so richtig gefallen will mir das System nicht. Das mit den Edges erinnert mich stark an Fallout und das beißt sich irgendwie mit meiner Art von Fantasywelt, auch wenn SW ja für alle Arten von Settings ausgelegt ist. Ich weiß nicht - vielleicht teste ich SW mal mit einer anderen Kampagne.

Von Malmsturm bzw. Fate hab ich noch gar nichts gehört. Ist Malmsturm die deutsche Version von Fate? Deutsch wäre natürlich besser als Englisch.
GURPS ist ein generisches System, also durchaus passend. Ich werd mir beide mal ansehen.

Was sind denn die größten Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen?

Lieben Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 9.07.2012 | 22:21
Malmsturm ist eine deutsche Version von Fate, mit einer Dark-Fantasy-Hintergrundwelt. Generell ist FATE noch setting-agnostischer als Gurps. Es gibt Fate aber auch blank auf deutsch (Free Fate) (http://tanelorn.net/index.php/topic,67271.0.html).

Gurps ist 80er-Jahre, super detaillierte Charaktere per Point-Buy-System, ohne große Idee, was es eigentlich will. Das heißt die Gruppe muss das System gut kennen, um zu wissen, was sie damit machen will.

Fate ist 00er-Jahre mit starken Einflüssen aus den Storygames: Frei definierbare Eigenschaften (Aspekte), Punkte, mittels derer Spieler auf die Spielwelt Einfluss nehmen können, generell ein im Vergleich zu Gurps deutlich abstrakterer Ansatz.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 9.07.2012 | 22:41
Fate ist ein Spiel, dass sehr erzähl und Charakterorientiert ist mit (wenn man will) wenig Würfelwürfen.
Ich arbeite mich ja auch gerade in Fate ein und bisher würde ich sagen, dass Malmsturm für Fantasy besser geeignet ist, bzw. für SL's für die weniger mehr ist.
Mal als Beispiel, kannst du ja mal hier nachsehen, dass erklärt vielleicht besser was ich meine:
http://tanelorn.net/index.php/topic,74797.msg1551969.html#msg1551969

Gurps ist ein System, wo du dich mit unzähligen Büchern eindecken kannst (wenn man will) und das sehr stark verregelt ist. Kardinal wird dir erklären, dass das alles ganz einfach ist ;) mir wäre das als SL einfach to much, als Spieler (wenn man seine Charaktere von einem ganz tollen SL gebaut bekommt  ;D) ist es allerdings simple (wirf 3W6!)

Savage Worlds ist für Fantasy eigentlich sehr gut geeignet, wir spielen damit unsere Fantasy Kampagne sehr erfolgreich. Talente und Handicaps hast du ja in vielen Systemen. Auch in Gurps und Fate, bei Savage World hast du den Vorteil, dass es sehr wenig sind, die nur ein Regelgerüst bieten, dass von dem Spieler mit Inhalt/Fluff gefüllt wird. Genau wie bei der Magie. SW sagt: du hast den Zauber Geschoss... aber vom Feuerball, bis zum magischen Steinchen kann das alles sein was der Spieler für seinen Char gerne hätte.
Und ich habe noch nie ein System meinen Spielern so schnell erklärt wie SW. Nach einer halben Stunde hatten alle alles soweit verstanden, dass man anfangen konnte.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blutschrei am 9.07.2012 | 23:04
Willkommen im Forum!

Also wenn man als Einsteiger von PC-Rollenspielen ausgehend ein Fantasy-System sucht, würde ich davon abraten, sich gleich auf allzu abstrakte und erzähllastige Systeme wie FATE zu versteifen. Anschaun und eine eigene Meinung darüber bilden lohnt sich zwar auf alle Fälle, aber wenn ich meine neue Spielern mit derartigen Systemen komme, fühlen sie sich meist ziemlich verloren, wie auf einem endlosen leeren Blatt Papier, die Konturen fehlen, denn die müssen selbst erdacht bzw von den Spielern und dem dynamische Spiel eingebracht werden. Während "bodenständigere" Systeme eben diese Umrisse und Konturen schon bieten und trotzdem noch sehr viel Platz zum eigenen Füllen und Verkünsteln der Welt lassen.
Ich hoff mal, das war nicht zu abgehoben ausgedrückt.

Deshalb würde ich dir zu einem eher "klassischen" Fantasy-System raten. Denn begreifbare, verständliche Regelmechanismen stehen einer schönen Geschichte und einem Erzähllastigen Spielstil ja nicht im Wege - (auch wenn es nunmal Systeme gibt, die _zusätzliche_ Mechaniken für Erzählspiel bieten s.o.) - meiner Meinung nach schafft man es vorallem buntgemischten Gruppen, die nicht eindeutig aus "nur Narrativisten" besteht, mit einem "Standardsystem" zufriedenzustellen, währenddem die "Würfel-Spieler" und "Simulations-Fans" bei narrativen Systemen und unerfahrener Gruppe schnell mal auf der Strecke bleiben können.

Viel geblubbert, ich empfehle:
Savage Worlds, weil es erfrischend actionreich ist und einfach irgendwo "punch" im System hat. Vielleicht einfach mal in der Lite-version (http://www.savageworlds.de/download/savage-worlds/Savage-Worlds-Probefahrt.pdf) ausprobieren.
D&D und Pathfinder, weil die beiden schlichtweg robuste, bodenständige und nicht zu aufwendige Regeln bieten und man an Erzählspiel drumrum aufbauen kann, wie man will. Außerdem bietet es meiner Meinung nach ein breites Spektrum an Werten und Mechaniken, um auch Herausforderungen außerhalb des Kampfes ohne zu viel handgewedel spielen zu können (Fallen, Soziale Herausforderungen, Umwelt, Kletterpartien...)

Von DSA rate ich ab, weil es schlichtweg zu komplex für "gewöhnliches Spielen" ist und zudem einen ziemlich engstirnigen Spielstil versucht vorzuschreiben (kann man sich natürlich drüber hinwegsetzen, sofern man genau weiss, was man will).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 9.07.2012 | 23:10
@morgenstern89:

Da dir demnächst jeder Benutzer dieses Forums seine Top 3 RPGs nennen wird, wirst du einen schnellen Überblick übe die geläufigsten Systeme der letzten 20 Jahre bekommen.
Daher nur ein kleiner Tipp: Wenn du selbst noch keine richtige Erfahrung als SL hast und dich auch noch nicht auf ein System und die damit verbundene Spielweise hast, finde lieber mal raus ob es in einem laden in deiner Nähe mal den einen oder anderen Demo-Abend gibt oder ob sich dort Gruppen treffen, verschaffe dir auf die Art einen Grobüberblick und frag dann gezielter noch mal nach.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 9.07.2012 | 23:17
Also rein optisch find ich Malmsturm ja sehr ansprechend :D Schaut so nach Blackmetal aus...
Malmsturm punktet definitiv damit, dass man nur ein Buch benötigt. Und die PDFs gibt es sogar kostenlos. Sehr schön :)
Das schaue ich mir morgen mal genauer an.

Zitat
Also wenn man als Einsteiger von PC-Rollenspielen ausgehend ein Fantasy-System sucht, würde ich davon abraten, sich gleich auf allzu abstrakte und erzähllastige Systeme wie FATE zu versteifen. Anschaun und eine eigene Meinung darüber bilden lohnt sich zwar auf alle Fälle, aber wenn ich meine neue Spielern mit derartigen Systemen komme, fühlen sie sich meist ziemlich verloren, wie auf einem endlosen leeren Blatt Papier, die Konturen fehlen, denn die müssen selbst erdacht bzw von den Spielern und dem dynamische Spiel eingebracht werden. Während "bodenständigere" Systeme eben diese Umrisse und Konturen schon bieten und trotzdem noch sehr viel Platz zum eigenen Füllen und Verkünsteln der Welt lassen.

Inwiefern ist Fate bzw. Malmsturm denn abstrakt? Gibt es keine Welt, keine Klassen, keine Rassen, keine Zauber usw. an denen man sich orientieren kann?

Lieben Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 9.07.2012 | 23:22
Inwiefern ist Fate bzw. Malmsturm denn abstrakt? Gibt es keine Welt, keine Klassen, keine Rassen, keine Zauber usw. an denen man sich orientieren kann?

Es ist, wenn du so willst, ein Mitbestimmsystem. Den Spielern steht es zu Fakten in die Welt zu bringen und die Story nach ihrem Gusto zu beeinflussen, eine Sacher bei der man als SL mitmachen muss. Das kostet etwas Übung, gerade da Lineare Geschichten so nicht mehr drin sind.

primitives Beispiel dazu wäre: Nein, lieber SL, mein Charakter besitzt den Aspekt "Labyrinthische Denkweise" und evrsteht daher was uns dieses seltsame Wesen sagen will, nämlich: <Hier etwas einfügen was den verlauf der Story ändert>
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 9.07.2012 | 23:30
Zitat
primitives Beispiel dazu wäre: Nein, lieber SL, mein Charakter besitzt den Aspekt "Labyrinthische Denkweise" und evrsteht daher was uns dieses seltsame Wesen sagen will, nämlich: <Hier etwas einfügen was den verlauf der Story ändert>

Das wiederum fände ich nicht so toll. Die Spieler dürfen schon Entscheidungen treffen, aber nicht jederzeit und nicht solche Entscheidungen, die gänzlich dem eigentlichen Ziel des Abenteuers widersprechen.
Ich glaube schon, dass ich meine Spielergruppe sprichwörtlich an die Hand nehmen muss. So wie ich sie einschätze, werde ich sie durch das Abenteuer führen und sie an vielen Stellen zur Interaktion animieren müssen. Wir haben alle kaum Erfahrung, was Rollenspiele betrifft.

So, nun gehe ich aber ins Bett.
Man liest sich morgen wieder.

Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blizzard am 9.07.2012 | 23:33
Hallo& Willkommen im :T:

Magst du dich im Who-is-Who (http://tanelorn.net/index.php/board,17.0.html)evtl. vorstellen?

Ich finde es übrigens super, dass du mit P&P anfangen willst :d-aber das nur nebenbei.

Zu deinem Anliegen: Die von dir geforderten Punkte wirst du fast mit jedem Fantasy-System umsetzen können, ob es aber eines gibt, das a) alle geforderten Punkte enthält und b) sie auch noch genau nach deinen Vorstellungen umsetzt, wage ich zu bezweifeln. Wenn du nicht ständig in irgendwelchen Regelwerken blättern willst, solltest du ein System nehmen, das eher regelleicht ist-in der Hinsicht ist D&D wohl nicht so geeignet, ebenso wie DSA.

Ich würde dir-mit geringen Abstrichen- Warhammer Fantasy 2nd Edition empfehlen. Das Regelsystem ist recht einfach, Kampfsystem basiert auf Lebenspunkten(wenngleich es auch keine Wunden gibt). Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Klassen (auch wenn sie hier "Karrieren" heissen). Talente&Fähigkeiten werden mit der jeweiligen Karriere mitgeliefert; Vor-und Nachteile (Schwächen) gibt es aber leider nicht. Dafür kann man seinen Charakter -wie in einem PC-Rollenspiel-ganz individuell gestalten, sprich man kann Haarfarbe, Augenfarbe, Sternzeichen etc. entweder auswürfeln oder selbst bestimmen. Magie gibt es ebenfalls in diversen Formen&Varianten. Es gibt vom Regelwerk aus keinen Belohnungsmechanismus für kreative Einfälle/tolle Ideen seitens der Spieler, ABER: Das ist nichts, was man mit ein bisschen Eigenregie nicht auch selbst regeltechnisch hinbekommt. So gesehen könnte WHFRP 2nd etwas für dich sein-wenn du bereit bist, mit kleineren Abstrichen zu leben.

Ach ja, eine Sache noch:
Zitat
eine Balance aus Kampffertigkeiten und für das Rollenspiel relevanten Fähigkeiten (z.B. "Social Skills") (siehe unten)
Eine vorgebgeben Balance wirst du so vermutlich in keinem Regelwerk wiederfinden. Es mag sein, dass diverse Regelwerke auf Grund ihres Hintergrundes unterschiedliche Schwerpunkte bei der Regelmechanik setzen. Aber: Diese Balance ist eine Aufgabe, die kein Regelwerk von sich aus bewerkstelligen kann. Und wie Balance zwischen sozialen und Kampfskills später ausschaut hängt auch nicht unwesentlich davon ab, wie du dein Abenteuer oder deine Kampagne konzipiert hast. Sprich: besagte Balance kann letzen Endes nur einer vornehmen: Nämlich du als SL. ;)

PS.: Ich finde obiges Zitat mit der Balance ja etwas merkwürdig formuliert. Da könnte man glatt rauslesen, dass du der Ansicht bist, dass Kampffertigkeiten keine relevanten Fertigkeiten für das Rollenspiel sind...
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.07.2012 | 23:40
Hallo  :)

Beim Lesen habe ich auch sofort an GURPS gedacht, aber das wäre etwas viel für einen Anfänger. Warum also nicht erstmal GURPS Lite versuchen (pdf ist kostenlos)?

http://www.sjgames.com/gurps/lite/ (http://www.sjgames.com/gurps/lite/)

GURPS ist als System sehr flexibel und erlaubt hochgradige Individualisierung, auch was z.B. Magie angeht. Das Setting (Yrth) kenne ich allerdings nicht und kann daher dazu nichts sagen. Es sollte aber nicht schwierig sein, so ziemlich jedes Setting damit zu spielen.

Da du aus der (A)D&D Ecke zu kommen scheinst, könntest du dir auch Dungeonslayers ansehen. Das ist D&D-nahe klassische Fantasy im "alte Stil", und das scheinst du ja zu suchen. Allerdings mit starken Fokus auf Klassen und ohne klassische Fertigkeiten. Für Anfänger aber meines Erachtens eines der besten Systeme zum Einstieg. Und auch kostenlos.

http://www.dungeonslayers.net/downloads/regeln-co/ (http://www.dungeonslayers.net/downloads/regeln-co/)

Edit:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Edit 2: aus einem anderen Forum eine Suche nach einem Einsteigersystem, wo dafür Aborea und Dungeonslayers gegenüber gestellt wurden:
http://www.rpg-koeln.de/viewtopic.php?f=36&t=1590 (http://www.rpg-koeln.de/viewtopic.php?f=36&t=1590)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Gunnar am 10.07.2012 | 00:01
Eigentlich ist es für'n Anfang echt (ziemlich) wurscht, welches System du spielst, wenn Du mich fragst. Zumindest solange es nicht zu speziell wird. In der Praxis findest Du wahrscheinlich schnell raus, wo Deine Vorlieben beim Rollenspiel wirklich liegen. Einfach mal drauflos zocken!!! ;)

Optional und falls möglich, würde ich Dir außerdem empfehlen, (nochmal) ein paar Abende bei Leuten mitzuspielen, die selbst keine kompletten Neulinge sind. Auch dann, wenn das mittelfristige Ziel das Spielleiten ist, wäre das Mitspielen - meiner Meinung nach - der "organischere"/ sanftere/ leichtere Einstieg. Vielleicht kommst ja sogar dazu, in mehrere Runden / unterschiedliche Systeme aus Spielerperspektive hineinzuschnuppern.

Falls Du trotzdem gleich als Spielleiterin starten willst oder "musst", würde auch ich zu Savage Worlds raten ist es eigentlich wirklich egal, welches der schon öfter genannten Systeme Du verwendest. Meine Meinung. :)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dark_Tigger am 10.07.2012 | 00:24
Kurze Meinung von jemanden der selbst noch nicht so lange als SL tätig ist, und davor schon eine weile lang gespielt hat.
Wenn du noch völlig Grün bist, ist ein System, in dem die Vergabe von GummiPunkten (hier Bennies genannt) so relativ wichtig ist, wie Savage Worlds, vielleicht nocht etwas anstrengend. Sag ich alls SaWo-Fan, dass ist für mich auch immer noch ein Punkt an dem ich dringend Arbeiten muss.
Das gillt in Fate und sämtlichen seinen Diallekten mit seinen wesentlich Mächtigeren FatePoints gleich doppelt.

Und zu GURPS, es ist durch seine Mächtigkeit (es gibt wenig was man mit GURPS nicht irgendwie spielen könnte) ein Klasse System. Aber es ist Arbeit es soweit zu lernen, dass du genau weißt welche Einzellteile du wie benutzten musst, um genau das zu erreichen was du haben willst.

Ansonsten kann ich mich den anderen hier nur anschließen: Willkommen im Hobby, willkommen im Forum, spiel was dir am meisten zusagt und lass niemanden lebend zurück. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 00:53

keine Klassen, keine Rassen, keine Zauber usw. an denen man sich orientieren kann?

Lieben Gruß
morgenstern
Nein!
Das wiederum fände ich nicht so toll. Die Spieler dürfen schon Entscheidungen treffen, aber nicht jederzeit und nicht solche Entscheidungen, die gänzlich dem eigentlichen Ziel des Abenteuers widersprechen.
Was hatte ich zu Rege 0 gepostet.

Willst du Mitspieler oder Zuhörer


Zitat
Ich glaube schon, dass ich meine Spielergruppe sprichwörtlich an die Hand nehmen muss.
Warum?
Ich würde es lassen. Mangelnde Initiative habe ich bei Anfängern nie erlebt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 10.07.2012 | 01:07
Wie schon gesagt wurde, kannst Du prinzipiell mit jedem der hier genannten "großen Systeme" coole Rollenspielsessions hinlegen. Es kommt vorrangig auf gewisse Präferenzen an, prinzipiell lohnt es sich immer (mittelfristig) alles davon ein paar Mal ausprobiert zu haben...

Übrigens, damit nicht ein falscher Eindruck erzeugt wird: Wenn bestimmte System-Ansätze als altmodisch, modern, innovativ oder sonst wie beschrieben werden, ist das übrigens immer nur eine (ohnehin subjektive) stilistische Einordnung, die aber so gut wie nichts über die Qualität aussagt - vergleichbar etwa mit der Tatsache, dass bestimmte musikalische Stilrichtungen eher vor 20-30 Jahren ihre "goldene Zeit" hatten, was aber die Musik selbst - z.B. der größten Classic Metal Bands - weder schlechter noch besser macht, wenn man sie heute hört - höchstens weniger "hip" ;)


Um Dir ein wenig bei der Orientierung zu helfen, Du kannst Dir für den Systemvergleich ein paar Fragen stellen, um individuelle Plus- und Minuspunkte in die eine oder die andere Richtung zu verteilen...
...z.B. ist es Dir wichtig, dass Kämpfe möglichst realistisch in ihrer Darstellung und/oder in ihrem Ausgang sind? Oder soll es lieber v.a. actionreich sein, Plausibilität spielt aber eine geringere Rolle?
...sollen die Charaktere detailliert sein, mit vielen individuellen Komponenten oder sollen sie v.a. schnell und einfach zu erstellen sein, um direkt mit dem Spiel loslegen zu können?
...soll das Spielsystem den Charakter durch bestimmte Werte beschreiben (Nachteile, Marotten, Vorteile, Attribute u.ä.), die eine regeltechnische Basis für das rollengerechte Verhalten bilden (Orientierung und auch Grenzen) oder soll der Spieler seinen Charakter stärker frei von konkreten Werten selbst interpretieren können?
...möchtest Du viele taktische Optionen in Kämpfen, Möglichkeiten Schwachstellen auszunutzen usw.?
...geht es Dir v.a. um die Storyentwicklung, also den Fortgang des Geschehens und die Dramaturgie? (wobei z.B. Kampf-Details wie die Verschiedenartigkeit von Waffen eher unwichtig wären)

Weitgehend Konsens besteht darin, dass man ganz grob sagen kann, dass FATE primär zum Storytelling tendiert (freier/interpretativer), Savage Worlds ist insbesondere für "pulpiges" Action-Spiel gut und GURPS ist besonders für realistischere Settings bzw. detailreiche Auflösung von Spielszenen gut geeignet. (Als Orientierung, die Grenzen sind fließend)

Ich selbst bin GURPS-Fan, aber es hat, wie gesagt, jedes genannte System hier grundsätzlich seine Vorteile.
Ein großer Pluspunkt von GURPS wäre in Deinem Fall, dass es vom Stil her sicherlich für Dich am vertrautesten ist, da es einen klassischen Spielansatz verfolgt und meta-gaming-Komponenten erstmal nicht im Kernsystem enthalten sind (optional aber möglich, wenn man sowas später drin haben will).
Die Grundregeln sind tatsächlich (entgegen dem Ruf) ziemlich einfach, v.a. wenn man sich auf primär erstmal auf das "Lite"-System konzentriert, vielleicht mit 2-3 kleinen Extras aus dem Basic Set, je nach eigenem Bedarf an Detail-Optionen. Auch als SL kann man sehr einfach improvisieren, ohne viel Wissen etc, wenn man ein paar einfache Tricks kennt - bei Interesse gerne einfach dazu nachfragen ;)

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blutschrei am 10.07.2012 | 02:07
Zitat
Was hatte ich zu Rege 0 gepostet.
Was du gepostet hast ist aber noch lang nicht Gottes Wort ;)

Zitat
Willst du Mitspieler oder Zuhörer
Hast du den Kontext verstanden? Es ging darum, dass Spieler in FATE schöpferisch im Plot tätig werden, also "SL-Entscheidungen" treffen dürfen. Die Entscheidungskompetenz in den Rahmen des vom SL vorgegebenen Szenario zu reduzieren, macht Spieler noch lange nicht zu Zuhörern.

Zitat
Warum?
Ich würde es lassen. Mangelnde Initiative habe ich bei Anfängern nie erlebt.
Oh du Glücklicher, meinen Neid hast du sicher ;)
Naja, vielleicht nicht (immer) mangelnde Initiative, aber mangelnde (Selbst-)sicherheit.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: JS am 10.07.2012 | 03:11
Ich würde dir-mit geringen Abstrichen- Warhammer Fantasy 2nd Edition empfehlen.

Daran habe ich auch gleich gedacht. Einfaches System ohne viel Schnickschnack, deutsches Regelbuch mit allen noetigen Infos (und spannend zu lesen), vielfaeltige SC-Entwicklung, viele Zauber ohne Beschraenkungen in der Magieanwendung, Kampfmanoever und reichhaltiger Hntergrund, den man aber nicht zwingend braucht. Ausserdem habe ich eine Zusammenfassung des kompletten Regelwerkes.
:)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 10.07.2012 | 06:25
Mich wundert, daß hier niemand die echten Einsteigerboxen der letzten Zeit erwähnt. Aborea (http://13mann.de/index.php?page=gamesystem&cat=5) (erste Eindrücke im Forum ab hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,67671.msg1344321.html#msg1344321)). Für den Einstieg gut geeignet. Pathfinder Einsteiger-Box (http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/US50009) noch besser geeignet (Rezi zur identen englischen Ausgabe (http://tagschatten.blogspot.de/2012/02/pathfinder-beginner-box.html)) noch besser. Wäre mein Haussystem in einem für Fremde spielbaren Zustand, dann das (100% bis auf die Lebenspunkte inkl. Freizauberei) ;)

Willkommen im Board und viel Spaß.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 08:32

Hast du den Kontext verstanden? Es ging darum, dass Spieler in FATE schöpferisch im Plot tätig werden, also "SL-Entscheidungen" treffen dürfen.
Also ich setze vorrausim Rahmen von Genre, Spielstil und Setting schöpferisch im Plot tätig werden zu können, was mache ich ansonsten hier?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Halys am 10.07.2012 | 08:39
Hiho!

Da ich Fate&Co. überhaupt nicht kenne, kann ich dir nur einen Vergleich zwischen D&D und Pathfinder anbieten,
wobei möglicherweise D&D gleich rausfällt, weil es so gut wie nur noch auf Englisch erhältlich ist, allerdings finde ich es
einsteigerfreundlicher als Pathfinder. Pathfinder (eine D&D Variante) ist allerdings auf Deutsch erhältlich, wird gut
unterstützt und damit kann man problemlos die Charakter und Klassen erstellen, die du aus den Computerspielen kennst.

Ein Manko zu anderen Rollenspielen ist sicherlich, daß man meist mit einem Buch nicht auskommt, die Einsteigerbox von Pathfinder bietet für die ersten Monate einiges an Material, aber bei D&D/Pathfinder kann rasch das Bücherregal voll sein.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lasercleric am 10.07.2012 | 08:48
Mich wundert, daß hier niemand die echten Einsteigerboxen der letzten Zeit erwähnt. Aborea (http://13mann.de/index.php?page=gamesystem&cat=5) (erste Eindrücke im Forum ab hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,67671.msg1344321.html#msg1344321)). Für den Einstieg gut geeignet. Pathfinder Einsteiger-Box (http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/US50009) noch besser geeignet (Rezi zur identen englischen Ausgabe (http://tagschatten.blogspot.de/2012/02/pathfinder-beginner-box.html)) noch besser. Wäre mein Haussystem in einem für Fremde spielbaren Zustand, dann das (100% bis auf die Lebenspunkte inkl. Freizauberei) ;)

Willkommen im Board und viel Spaß.

Nach dem Anforderungsprofil zu urteilen, würde ich auch ganz klar Pathfinder empfehlen - als Derivat der D&D 3.5 Regeln genau das richtige, wenn man etwas aktuelles sucht, das sich wie ein Spiel in der Tradition von "Baldur's Gate" anfühlt. Heiltränke, Trefferpunkte, Rüstungsklasse, Schwerter +3, Talente, namentlich bekannte Zaubersprüche, Klassen, Völker und Monster. Wenn Du solche Geschichten erzählen und bespielen willst, wird viel Vertrautes Dir ins Auge springen und zumindest gefühlt den Einstieg erleichtern.

Auch wenn ich persönlich FATE gerne mag, halte ich es für das, was Du vorhast - nämlich vollkommen legitim Abenteuer entwerfen und von den Spielern bespielen lassen - überhaupt nicht geeignet, weil es dort seine Stärken (gemeinsames Erzählen durch SL und Spieler) nicht ausspielen kann. Denn FATE setzt voraus, dass auch die Spieler selbst Geschichten erzählen wollen und nicht bloß erleben wollen. Da ist der Schritt vom Computerrollenspiel zum Pen&Paper mMn zu groß.

Warhammer Fantasy Rollenspiel 2 ist sicherlich mein Favorit aus den bisher erwähnten Spielen nur leider großteils vergriffen und schwer zu bekommen.

Nach alledem: Pathfinder Einsteiger Box und los geht's.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: LöwenHerz am 10.07.2012 | 09:15
Meine Vorstellungen:

  • Fokus auf das Rollenspiel, also das Ausspielen des Charakters und die Geschichte, die erzählt und erlebt wird
  • vielfältige Möglichkeiten bei der Charaktergestaltung (Hintergrund, Talente, Fähigkeiten, optional: Schwächen)
  • kreative Ideen / Lösungsvorschläge der Spieler sollen belohnt werden
  • eine Vielzahl an Klassen, die individualisiert werden können (Magier A ist nicht gleich Magier B)
  • ein verständliches Kampfsystem, das auf Lebenspunkten basiert, optional: Wunden
  • die Möglichkeit, eigene Zauber, Talente und Fähigkeiten zu nutzen (siehe unten)
  • eine Balance aus Kampffertigkeiten und für das Rollenspiel relevanten Fähigkeiten (z.B. "Social Skills") (siehe unten)

Den Fokus auf Rollenspiel legt die Gruppe und nciht das System. Es gibt Systeme, die Mechaniken haben, welche das Charakterspiel beeinflussen (FATE, Malmsturm), aber dennoch liegt es allein in Deiner/Eurer Hand.

Pathfinder bietet soviele Möglichkeiten, einen Charakter wertetechnisch auszustatten, dass von fünf Nahkämpfern keiner dem anderen auch nur irgendwie gleichen muss.

Kreative Ideen werden natürlich im Spiel (ingame) belohnt. ;)

Klassen gibts bei Pathfinder so dermaßen viele... Dazu kommen mittlerweile die Archetypen (etwas veränderte, individualisierte Grundklassen) und natürlich die Dir bekannten Prestigeklassen. Diese wurden allerdings etwas weniger ansprechend gemacht, da die Grundklassen deutlich aufgewertet wurden.

Kampfsystem (die Basis) ist klar und verständlich, selbst Kampfmanöver sind einfach geworden. Einigen zufolge jedoch zu einfach... ich fands sehr intuitiv. LP: check!

Balancing finde ich ja total doof, PF bietet dieses jedoch sehr stark ausgeprägt. Klar gibts Differenzen, wenn jemand optimiert und jemand anderes rein auf Stil setzt. Aber ansonsten denke ich, dass PF ziemlich genau Deinen Anforderungen gerecht wird. Und da niocht nur, weil ich das System lange Zeit selbst sehr gern gespielt habe ;)

Zitat
Ich stelle mir vor, dass meine Spielergruppe Teil einer Geschichte wird, diese erlebt und aktiv beeinflusst. Dabei müssen Entscheidungen getroffen werden, Rätsel gelöst werden und natürlich auch Kämpfe bestanden werden. Pures Dungeon Crawling finde ich langweilig.

Das ist ja wiederum abhängig von Deiner SL-Planung und der Gruppendynamik. Sei aber vorsichtig, PF (bzw alle D&D Editionen) lädt sehr dazu ein, zu optimieren, magischen Gegenständen hinterher zu jagen und einen gewissen "kick-in-the-door" Stil zu provozieren. Da ist etwas Fingerspitzengefühl Deinerseits beim Spielleiten gefragt.

Zitat
Zum Thema Zauber & Magiesystem:
Mir gefallen die Zauber, die ich aus D&D kenne, eigentlich ganz gut. Da gibt es reine Schadenszauber, aber auch so Zauber wie Spiegelbild, Klopfen, Gestaltwandel, Fallen finden und Hast, die auch außerhalb des Kampfes ihre Existenzberechtigung haben. Problematisch ist auch hier... entscheidet sich der Magier für die Zauber Fallen finden und Klopfen, steht er - bei einem System mit einer festen Anzahl an "Spell-Slots" - im Kampf nur untätig herum.
Hierfür muss es eine Lösung geben... Vielleicht kann man die Zauber in Kampfzauber und Hilfszauber unterteilen und bei Levelaufstieg jeweils einen gewähren?

Auch hier schreit es förmlich nach D&D (also PF ;) ). Die Zauber sind bekannt, es gibt etliche als Auswahl und die Mechaniken sind Dir bekannt.
Mit den Slots ist das schnell geregelt. Ein Magier hat dort Möglichkeiten, Deinen Anforderungen nachzukommen, ein Hexenmeister ebenfalls. Und beide auf unterschiedliche Art und Weise.

Zitat
Ganz ehrlich, ich finde den levitierenden Illusionsmagier, der sich regelmäßig in eine graue Maus verwandelt oder anderen Hirngespinste in den Kopf setzt viel ansprechender, als den Magier, der sich 5x Feuerball einpackt.

Dito :)

Zitat
Ganz generell: Ich möchte während des Spiels nicht ewig lang in Regelbüchern wälzen müssen - oder, oh nein, Regeldiskussionen mit den Spielern führen. Entscheidungen möchte ich teilweise intuitiv treffen können. Der Spielleiter hat sowieso immer recht ;) Ich habe aber nichts gegen eine längere Vorbereitungszeit für die Kampagnen, da mir das sowieso Spaß macht. Wenn es gut werden soll, investiere ich gern mehr Zeit.

Hier könnte es etwas problematisch werden. Könnte! Je nachdem, wie gut Du das System kennst und wie ausführlich Ihr die Regeln umsetzen wollt. Wir haben etwas ausgedünnt und es ging locker-flockig von der Hand.


Viel Spaß und schreib mal, was draus geworden ist.

p.s. Du kannst natürlich auch einen Verein/Spieletisch in Deiner Nähe aufsuchen und mal einige Systeme probespielen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 10.07.2012 | 09:58
Den Fokus auf Rollenspiel legt die Gruppe und nciht das System. Es gibt Systeme, die Mechaniken haben, welche das Charakterspiel beeinflussen (FATE, Malmsturm), aber dennoch liegt es allein in Deiner/Eurer Hand.

Na darüber könnten wir uns jetzt herrlich streiten....
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blizzard am 10.07.2012 | 10:19
Ich wollte Dir an der Stelle neben den bereits genannten noch ein weiteres System empfehlen: Arcane Codex. Arcane Codex bietet eine unglaublich individuelle sowie vielseitige/vielfältige Charaktererschaffung. Mit Vor-und Nachteilen. Das Kampfsystem basiert auf Lebenspunkten, Wunden gibt es in dem Sinne nicht, aber Wundmali -je nach Schwere der Verletzung des Betroffenen. Okay, vorgegebene(Charakter)Klassen im herkömmlichen Sinne gibt es bei AC nicht, aber man kann relativ einfach Charaktere erstellen, die der jeweiligen Charakterklasse entsprechen oder ähneln. AC bietet zudem auch ein recht umfangreiches Magiesystem mit den klassischen Magiearten. Talente gibt es in der Form nicht; es gibt aber sogenannte Kampfschulen, die man in verschiedenen Stufen erlernen kann, und die so ein bisschen in die Richtung von Talenten gehen. Es gibt regeltechnisch keine Vorgabe, kreative Ideen/Lösungsvorschläge der Spieler zu belohnen, aber das kann man ja auch mit etwas Eigenarbeit einfügen. Arcane Codex ist zudem komplett auf deutsch.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Drantos am 10.07.2012 | 11:07
Da du geschrieben hast, dass du mit Anfängern spielst, die wenig Erfahrung haben und du selber auch neu im SL-Geschäft bist, würde ich von zu "schweren" Regelwerken abraten. Ich spreche da aus Erfahrung, denn obwohl meine beiden Gruppen aus langjährigen Rollenspielern bestehen, sind es eher casual gamer, die sich nicht so gern mit komplexen Regelwerken beschäftigen möchten.

Was gut funktioniert hat:

Warhammer 2:
Einfaches Regelwerk, schnelle Charaktererschaffung, leicht zu leiten (Gegner-/ NSC-Verwaltung). Nachteil out of print und teilweise sehr teuer. Englische Version gibts bei drivethru als pdf.

Aborea:
Einsteigerbox, Regelwerke etwas unübersichtlich gestaltet, schnell zu erlernen, man wird nicht von Informationen erschlagen. Top Preis-Leistungs Verhältnis. Sehr gut geeignet für Einsteiger.

Pathfinder Einsteigerbox:
siehe Aborea. Die Komponenten sind hochwertiger. Die Regelwerke besser gegliedert und der Aufbau der Regelwerke erlaubt es sogar völligen Honks das Spiel leicht zu erlernen. Preis ist deutlich höher als bei Aborea (dafür hast du auch mehr drin). Spiel geht bis zur 5. Stufe, dann sollte man es drauf haben und kann zum eigentlichen GRW übergehen.

Dungeonslayers:
Einfache Regeln. Cooles eingebettetes Fertigkeitensystem. Relativ günstig und mit den bereits veröffentlichten Produkten sowie der in diesem Monat erscheinenden setting Box lange spielbar. Tolle community.

Diese Systeme haben mit casual gamern sehr gut funktioniert und sollten auch bei Einsteigern ihre Wirkung nicht verfehlen.

Von Regelschwergewichten wie GURPS, Rolemaster, Pathfinder Vollaustattung, D&D, DSA etc. würd ich anfangs abraten.


cu Drantos 
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 10.07.2012 | 11:14
Wobei Aborea quasi null Individualisierung gestattet, so nett und einfach es auch gestaltet sein mag. Das Klassenkorsett ist extrem starr, durch einen Mangel an Wahlmöglichkeiten entwickelt sich die Klassen zwangsweise ähnlich (Beispiel: man kann keine Zauber aussuchen; jede Zauberliste hat eine fixe Reihenfolge von Zaubern, die man genau in dieser Reihenfolge erlangt; außerdem arbeitet das System mit Manapunkten). Ich würde es zudem eher im Bereich Low-Fantasy einordnen. Das ist also nicht das, was gesucht wird.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 10.07.2012 | 11:15
Zitat
Dungeonslayers:
Einfache Regeln. Cooles eingebettetes Fertigkeitensystem. Relativ günstig und mit den bereits veröffentlichten Produkten sowie der in diesem Monat erscheinenden setting Box lange spielbar. Tolle community.

Stimmt. Und auch umsonst.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 10.07.2012 | 11:21
Zumindest kostenlos
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 11:58
Ich hab jetzt nicht mehr alle Posts gelesen... aber:

Wenn du nicht möchtest, dass deine Spieler Mitspracherecht haben und das auch nicht nach und nach einführen möchtest, dann ist Fate nichts für euch.

Das aber, wie viele hier proklamieren, Fate nichts für Anfänger wäre, das muss ich zurückweisen. Ich hab gerade im Moment einen blutigen Rollenspielanfänger dem ich Fate erklärt hab und der sich gerade einen Char baut und vorher noch nie was mit Rollenspiel gemacht hat und der hat das Prinzip recht schnell verstanden und konnte die Charaktererschaffung sehr gut umsetzen (es hapert etwas an der Zeit für die Geschichte und Abenteuer).
Ich denke, wenn man nicht andere Systeme gewöhnt ist, dann lernt man Fate genauso schnell wie alles andere auch.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 10.07.2012 | 12:01
Bezüglich Pathfinder:
Insbesondere die engl. Einsteigerbox ist in der Tat sehr gut gemacht, dass muss man echt sagen... Was das gesamte Regelwerk angeht, muss ich aber sagen, dass es mir mittelfristig zu wenig hergibt und zu wenig Flexibilität erlaubt, dafür, dass es doch durchaus anspruchsvoll zu lernen ist und natürlich auch nen ordentlichen Preis hat.
Nach meinen letzten Erfahrungen damit ist es sogar ein wenig anspruchsvoller vom Einstieg her im Vergleich zu etwa GURPS Lite (so man muss z.B. bei PF neben der normalen Generierung von Attributswerten noch Boni daraus ableiten)
Der Hauptvorteil von D&D/Pathfinder & co, speziell für Anfänger, sind natürlich die existierenden Klassen, das ist wirklich sehr praktisch, da viele mit freier Optionswahl bei den Charakteren zu Beginn überfordert sind (obwohl es später dann schöner ist).
Bei GURPS gibt es dafür als praktische Hilfe übrigens das sehr empfehlenswerte Dungeon Fantasy (http://www.sjgames.com/gurps/books/dungeonfantasy/dungeonfantasy1/)-Modul, welches direkt nutzbare, einsteigerfreundliche Charakter-Templates liefert... d.h. Arche-Typen wie Knight, Holy Warrior, Barbarian, Scout, Wizard, Thief etc. mit ein paar einfachen Individualisierungs-Möglichkeiten.

Wenn Du ein klassisches System willst, würde ich persönlich daher unterm Strich entweder mit einem ganz einfachen und günstigen Anfängersystem starten - sowas wie Aborea, Dungeonslayers o.ä. - oder direkt mit GURPS Lite loslegen (die anfängertaugliche Gratis-Basisvariante), um dann relativ bald auf das Haupt-System upgraden zu können, wenn es Dir gefällt. Letzteres bringt den großen Vorteil, dass von den Spieloptionen und Chars viel mehr geht als mit z.B. Pathfinder und Du mit dem gleichen Regelwerk auch alles Denkbare an modernen Settings machen kannst.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dark_Tigger am 10.07.2012 | 12:02
Das aber, wie viele hier proklamieren, Fate nichts für Anfänger wäre, das muss ich zurückweisen. Ich hab gerade im Moment einen blutigen Rollenspielanfänger dem ich Fate erklärt hab und der sich gerade einen Char baut und vorher noch nie was mit Rollenspiel gemacht hat und der hat das Prinzip recht schnell verstanden und konnte die Charaktererschaffung sehr gut umsetzen (es hapert etwas an der Zeit für die Geschichte und Abenteuer).
Ich denke, wenn man nicht andere Systeme gewöhnt ist, dann lernt man Fate genauso schnell wie alles andere auch.

Ich denke das Problem würde weniger bei den unerfahrenen Spielern als beim unerfahrenen SL liegen. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blutschrei am 10.07.2012 | 12:19
Im gleichen Atemzug wie "Warhammer 2nd" sollte auch das düstere, hoffnungslose Setting betont werden, auf welches das System abgestimmt ist: Die Tödlichkeit ist enorm hoch, wenn 2 Goblins mal gut würfeln ist ein leichtsinniger Anfängerheld schnell tot oder liegt mit einem Arm weniger am Boden. Ebenso das Magiesystem: Es macht zwar sehr viel Spaß, die Anzahl der Zauberwürfel und somit auch das Risiko auf Patzer selbst bestimmen zu können, aber ob man die sehr krasse Patzertabelle mag ist wohl Geschmackssache. Wahnsinnspunkte und Geistesstörungen sind auch nicht "typisch bodenständige Fantasy".

Ich will Warhammer keineswegs schlechtreden, ich liebe System und Setting und bespiele es auch aktiv, aber man sollte sich eben bewusst sein, dass es ein sehr eigensinniges System ist. Man kann natürlich dran herumschrauben und hausregeln wie man will, wenn man die Zeit dazu hat.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 12:19
Ich denke das Problem würde weniger bei den unerfahrenen Spielern als beim unerfahrenen SL liegen. ;)
Ja, deshalb habe ich auch nicht FUDGE empfohlen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 12:26
Und ihr glaubt, dass man als unerfahrener SL nicht mit jedem System anfangen und lernen könnte?
Das glaube ich nicht... davon ab gab es aber mittlerweile genug Empfehlungen ausgesprochen. Ich würde an deiner Stelle mir einfach mal die verfügbaren Systeme anschauen und dann selbst entscheiden welches ihr nehmt und welches dir am geeignetsten erscheint.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 12:36
Und ihr glaubt, dass man als unerfahrener SL nicht mit jedem System anfangen und lernen könnte?
FUDGE ist ein Selbstnau Baukasten.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 12:57
Zitat von: Schwerttänzer
Willst du Mitspieler oder Zuhörer

Ich glaube, du siehst das etwas zu drastisch. Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiss.
Blutschrei hat das ganz gut erklärt:

Zitat von: Blutschrei
Hast du den Kontext verstanden? Es ging darum, dass Spieler in FATE schöpferisch im Plot tätig werden, also "SL-Entscheidungen" treffen dürfen. Die Entscheidungskompetenz in den Rahmen des vom SL vorgegebenen Szenario zu reduzieren, macht Spieler noch lange nicht zu Zuhörern.

Darum ging es mir. Wenn ich ein Abenteuer vorbereite, bei dem die Gruppe eine primäres großes Ziel bekommt, mal ganz klassisch, Person X zu befreien, dann finde ich, sollte das auch von den Spielern akzeptiert werden. Um dieses Ziel herum denke ich mir natürlich genug Plot aus, damit die Spieler nicht nur stur eine lineare "Storyline" verfolgen müssen. Wie sie das Ziel erreichen, ist letztlich ihre Entscheidung - aber wenn ich merke, dass es in eine ganz falsche Richtung geht (dort, wo ich als SL nicht mehr improvisieren kann), dann kommt so etwas wie höhere Gewalt ins Spiel.

Zitat
Also ich setze vorrausim Rahmen von Genre, Spielstil und Setting schöpferisch im Plot tätig werden zu können, was mache ich ansonsten hier?

Dann bevorzugst du vielleicht eine andere Art von Rollenspiel. Eine, bei dem die Spieler genauso viel Entscheidungsgewalt über die Geschichte verfügen, wie der Spielleiter. Das möchte ich nicht.

Zitat
Ich finde obiges Zitat mit der Balance ja etwas merkwürdig formuliert. Da könnte man glatt rauslesen, dass du der Ansicht bist, dass Kampffertigkeiten keine relevanten Fertigkeiten für das Rollenspiel sind...

Das stimmt. Ich glaube, diese Unterteilung in Rollenspiel / nicht-Rollenspiel (Kampf) kommt noch von Ultima Online. Da ging es um den Unterschied zwischen dem, was im Rollenspiel ausgespielt wurde und dem, was die Engine darstellen konnte. Ob du ein charismatischer, redegewandter Charakter bist, konnte die Engine nicht darstellen. Diese Eigenschaften musste man sich durch Rollenspiel (hier: das Ausspielen des Charakters mit seinen Stärken und Schwächen) erst erarbeiten. Und wenn die anderen, in der Welt lebenden Charaktere der Ansicht sind, dass du ein arroganter, selbstgefälliger Mistkerl bist, dann bist du eben genau das.
Kampftalent konnte man ganz klar anhand der Engine feststellen. Entweder, der Ork hat dich vermöbelt oder du ihn ;)

Ähnlich ist es doch eigentlich bei Pen & Paper auch. Ich fände es ein bisschen schwach, wenn der Spieler sich nur auf seinen Charisma-Wert beruft, wenn es darum geht eine andere Person von etwas zu überzeugen. Ich finde, da darf man gern auch mal seine Rolle ausspielen. ("Guter Mann, wir haben seit Tagen nicht gerastet und sind auf Geheiß des Fürsten unterwegs. Gebt uns eine warme Mahlzeit und lasst uns eine Weile rasten und ich verspreche Euch, ich werde dafür sorgen, dass er Euch den nächsten Zehnt erlässt.") -> automatischer Erfolg ohne Würfeln, weil der Spieler das einfach sehr gut ausgespielt hat - ganz unabhängig vom Charisma (mit Ausnahmen)

Da sehe ich auch das Problem bei Systemen, die Punkte auf solche Fähigkeiten verteilen. Da besteht die Gefahr, dass man sich zurücklehnt und sagt, naja, ich hab 100 Punkte in Überzeugen, wieso soll ich mir da noch was ausdenken.
Oder andersherum, wieso soll ich Punkte in Überzeugen verteilen, wenn ich das auch ohne diesen abstrakten Wert darstellen kann?

Gibt es da überhaupt eine Ideallösung?

Zitat
...z.B. ist es Dir wichtig, dass Kämpfe möglichst realistisch in ihrer Darstellung und/oder in ihrem Ausgang sind? Oder soll es lieber v.a. actionreich sein, Plausibilität spielt aber eine geringere Rolle?

Es muss nicht actionreich sein. Da ist mir Realismus wichtiger, wobei Realismus in einer Fantasywelt eine Definitionssache ist.

Zitat
...sollen die Charaktere detailliert sein, mit vielen individuellen Komponenten oder sollen sie v.a. schnell und einfach zu erstellen sein, um direkt mit dem Spiel loslegen zu können?

Detailliert, mit vielen individuellen Komponenten. Die Erstellung darf Zeit in Anspruch nehmen.

Zitat
...soll das Spielsystem den Charakter durch bestimmte Werte beschreiben (Nachteile, Marotten, Vorteile, Attribute u.ä.), die eine regeltechnische Basis für das rollengerechte Verhalten bilden (Orientierung und auch Grenzen) oder soll der Spieler seinen Charakter stärker frei von konkreten Werten selbst interpretieren können?

Das ist ein Problem. Ich weiß nicht, ob eine regeltechnische Basis für diese ganzen Werte sinnvoll ist. Wenn das funktioniert... perfekt. Aber ich glaube einfach nicht, dass es Regeln gibt, die ALLE Eigenschaften eines Charakter umfassen können. Vielleicht sind Regeln in dem Fall auch nicht nötig? Siehe Beispiel: Charisma/Überzeugen oben.

Zitat
...möchtest Du viele taktische Optionen in Kämpfen, Möglichkeiten Schwachstellen auszunutzen usw.?

Wenn es dafür simple, einheitliche Regeln gibt - ja. Aber es muss nicht bis ins kleinste Detail geregelt werden. Es soll kein Kampf-Strategie-Spiel sein, aber Kämpfe sollen auch nicht jedesmal nur stumpf nach Schema A ablaufen. Also, nicht einfach "Jeder würfelt 1W6 und der mit der höheren Zahl gewinnt". Aber auch keine Battle-Maps oder komplizierte Entfernungsberechnungen. Wenn die Battle-Maps der Veranschaulichung dienen, okay. Aber ein Table-Top à la Warhammer soll's nicht sein.

Zitat
...geht es Dir v.a. um die Storyentwicklung, also den Fortgang des Geschehens und die Dramaturgie? (wobei z.B. Kampf-Details wie die Verschiedenartigkeit von Waffen eher unwichtig wären)

Ja, der Schwerpunkt liegt klar auf der Geschichte. Aber ich will Kampf-Details nicht außen vor lassen. Natürlich soll es verschiedene Waffen geben, die verschiedene Eigenschaften haben.

Zitat
Magst du dich im Who-is-Whoevtl. vorstellen?

Aber klar doch, mach ich später :)

So... noch ein paar Fragen zu den genannten Vorschlägen:

Nicht ganz unwichtig ist die Frage nach der Sprache. Ich weiß nicht, ob ich mir ein komplexes Regelwerk in Englisch zutraue...
Bei GURPS blicke ich irgendwie nicht so ganz durch - diese vielen zusätzlichen Bücher... Laut Wikipedia gibt es die 4. Edition nur auf Englisch. Bei der 3. Edition stehen folgende Bücher aufgelistet: GURPS-Basisbuch, GURPS Magie, GURPS Voodoo, GURPS Horror, GURPS Zeitreise, GURPS Space, GURPS Conan, GURPS Vampire: The Masquerade, GURPS Cyberpunk, GURPS Illuminati, GURPS Scheibenwelt.
Reicht das Basisbuch aus? :x

Dungeonslayer wird zur von einer lokalen Spielergruppe hier gespielt. Vielleicht kann ich da mal zuschauen :)

Savage Worlds, rein vom Gefühl her: Nee - irgendwie nicht. Das mit den Bennies, den Edges - ach, ich weiß nicht.

Pathfinder - D&D :) Ja, da schlägt mein Herz schon höher. Das klingt jedenfalls interessant.

Warhammer Fantasy - Heh, falsches Universum! :D Nicht allzu ernst nehmen, bitte.

Lieben Gruß
morgenstern

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 10.07.2012 | 13:11
AD&D bietet sich natürlich an falls dir Baldur's Gate gefallen hat. Und ist generell auch einfach ein tolles System mit viel Flair.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Halys am 10.07.2012 | 13:14
Da sehe ich auch das Problem bei Systemen, die Punkte auf solche Fähigkeiten verteilen. Da besteht die Gefahr, dass man sich zurücklehnt und sagt, naja, ich hab 100 Punkte in Überzeugen, wieso soll ich mir da noch was ausdenken.
Oder andersherum, wieso soll ich Punkte in Überzeugen verteilen, wenn ich das auch ohne diesen abstrakten Wert darstellen kann?
Gibt es da überhaupt eine Ideallösung?

Ich denke nicht, daß es eine Patentlösung gibt, war allerdings in keinem Rollenspiel, daß ich gespielt habe
je ein Riesenproblem, ein schüchterne/unerfahrener Spieler mag sich hinter einem hohen Charisma verstecken
und ein Prince Charming redet elegant, obwohl er vielleicht einen unnahbaren, sturen Zwerg spielt.

Sowas pendelt sich mit der Zeit sicherlich ein.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 10.07.2012 | 13:29
... Es muss nicht actionreich sein. Da ist mir Realismus wichtiger, wobei Realismus in einer Fantasywelt eine Definitionssache ist.

Detailliert, mit vielen individuellen Komponenten. Die Erstellung darf Zeit in Anspruch nehmen. [...]

Nicht ganz unwichtig ist die Frage nach der Sprache. Ich weiß nicht, ob ich mir ein komplexes Regelwerk in Englisch zutraue...
Bei GURPS blicke ich irgendwie nicht so ganz durch - diese vielen zusätzlichen Bücher... [...] Reicht das Basisbuch aus? :x

Nach Deinen genannten Präferenzen dürfte Dir GURPS von seiner Ausrichtung her sicherlich gut gefallen, das Problem mit der Sprache kann ich grundsätzlich aber gut verstehen... Ich hab damals vor dem Wechsel zur 4th Edition auch erst eine Weile gezögert, meine Erfahrung war allerdings, dass es dann mit dem Schulenglisch doch ziemlich problemlos ging - der Schreibstil ist einfach zu verstehen - und ich konnte auf einmal sehr schnell mehr Vokabeln, so dass ich für meine Englisch-Zertifikate an der Uni gut gerüstet war :)
Wir haben hier im GURPS-Thread sogar einiges an deutschem Material zur 4. Ed. produziert, u.a. eine große Übersetzungsliste mit so ziemlich allen Begriffen. Überdies habe ich hier (http://tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=52831.0;attach=15395) ein auf deutsch selbstgeschriebenes Kompaktregelwerk verlinkt, das versucht in knapper Form die wichtigsten Grundlagen für die Spieler zu erläutern... (spätestens zusammen mit dem engl. Lite sollte es dann sehr gut verständlich sein :p)

Zu Deiner Nachfrage: Ja, es reicht prinzipiell das Basic Set aus, sowohl was die deutschsprachige 3e als auch die engl. 4e angeht (in der 4th Edition hat das Basiswerk mehr Features als in der 3., darum sind es auch 2 Bände, wobei der 1. ausreicht, wenn man erstmal nur die "Lite"-Features reinnehmen möchte).
Auch die 3e ist nach wie vor ein gutes System, die 4e hat aber einige Vorteile bzw. Weiterentwicklungen. Pluspunkt der 3e ist sicherlich die Sprache und das man das Grundbuch günstig kriegen wird, "upgraden" könnte man später auch noch, so wie das ja viele hierzulande getan haben, man kennt dann sehr vieles schon.
Da Du sagtest Du legst Wert auf detailreiche Magie würde ich aber in Betracht ziehen das Extra-Magiebuch mit viel mehr Spells als im Basic zu erwerben. Das wäre "GURPS Magie" im deutschen bzw. "Magic" im englischen.
Im Falle der 4e ist es richtig komfortabel, dort hat man (alternativ o. zusätzlich) sogar optional noch das Buch "Thaumatology" zur Verfügung, wo man aus verschiedenen Magiesystemen auswählen kann was einemr gefällt - sogar gemischt in einer Kampagne, um z.B. für Schamanen, Hexer o.ä. was ganz anderes zu haben als für Spruchmagier, wenn man solche Details mag :)
Es gibt da verschiedene Wege, die man gehen kann, es geht auch fast alles ausschließlich mit dem Basic Set ohne Zusatz-Spielhilfen. Was am empfehlenswertesten ist , hängt letztlich davon ab, welche Art von Magie in welcher Form Du für Deine Spielwelt gerne verwendest...
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 13:44
Ich glaube, du siehst das etwas zu drastisch. Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiss.
Blutschrei hat das ganz gut erklärt:

Darum ging es mir. Wenn ich ein Abenteuer vorbereite, bei dem die Gruppe eine primäres großes Ziel bekommt, mal ganz klassisch, Person X zu befreien, dann finde ich, sollte das auch von den Spielern akzeptiert werden. ....
Dann bevorzugst du vielleicht eine andere Art von Rollenspiel. Eine, bei dem die Spieler genauso viel Entscheidungsgewalt über die Geschichte verfügen, wie der Spielleiter.
Ich bevorzuge die Art von Rollenspiel, bei dem unter Spieler auch der Spielleiter fällt und wo jeder die gleichen Erzählrechte und Grenzen  über die Entwicklung des Spieles hat nund ob sie sich vom Auftrag abwenden, die Mission shortcutten etc ist mir ehrlich sowas von egal.
Geschichte kommt in dem Konzept nur in der  Vergangenheitsform vor.



Zitat
aber wenn ich merke, dass es in eine ganz falsche Richtung geht (dort, wo ich als SL nicht mehr improvisieren kann), dann kommt so etwas wie höhere Gewalt ins Spiel.
Ja, sag es ihnen
Zitat
Diese Eigenschaften musste man sich durch Rollenspiel (hier: das Ausspielen des Charakters mit seinen Stärken und Schwächen) erst erarbeiten.
Ist dieser Kiesowismus immer noch, Nein! Was interessiert sind die Stats des Chars und wenn da Charisma 100 steht etc etc dann hat er Charisma 100 und es geht um den Wert, nicht ob der Spieler jetzt gut in Rhetorik ist und dem Meister die Chose gefällt.


Zitat
Oder andersherum, wieso soll ich Punkte in Überzeugen verteilen, wenn ich das auch ohne diesen abstrakten Wert darstellen kann?
weil das RPG ist und nicht Cheaten.
Weil Ausspielen des Characters NICHT(nur!)belanglose Rhetorik ist, sondern Persönlichkeit, Moral/Ethik/Werte, Ziele

Zitat
("Guter Mann, wir haben seit Tagen nicht gerastet und sind auf Geheiß des Fürsten unterwegs. Gebt uns eine warme Mahlzeit und lasst uns eine Weile rasten und ich verspreche Euch, ich werde dafür sorgen, dass er Euch den nächsten Zehnt erlässt.") ->
Auswürfeln, wenn der Char auch nur 3% Chance hat das durchzuziehen, würde nur ein kompletter Vollidiot Nein sagen.
das ist übersetzt ein Jehr keine Steuern und Sozialabgaben für einen Topf mit Eintopf(das ist ein sehr schlechtes Ergebnis)

Zitat
Wenn das funktioniert... perfekt. Aber ich glaube einfach nicht, dass es Regeln gibt, die ALLE Eigenschaften eines Charakter umfassen können. Vielleicht sind Regeln in dem Fall auch nicht nötig?
ein gutes System deckt alles mit denselben Regeln ab. GURPS z.b. tut es

Zitat
Savage Worlds, rein vom Gefühl her: Nee - irgendwie nicht. Das mit den Bennies, den Edges - ach, ich weiß nicht.
Edges sind Vorteile aber ohne Karte und Bennies, vergiss es.


GURPS 3 nun Magie würde ich vielleicht noch dazunehmen(nützlich auf lange Sicht aber kein MUSS) aber die Bestiarys gibt es nur auf Englisch und das ist für Fantasy der wirkliche  Schwachpunkt des Basisbuches.

GURPS 4 Core Rules also Campaigns und Characters, für deine Vothaben wäre Thaumatology wohl noch nützlicher als Magic
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 10.07.2012 | 13:54
Wenn dich, Morgenstern, die Bennies bei SW stören, wirst du mit FATE wahrscheinlich weniger Spaß haben. Da sind Fatepunkte umso zentraler.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 10.07.2012 | 14:17
Und ihr glaubt, dass man als unerfahrener SL nicht mit jedem System anfangen und lernen könnte?
Das glaube ich nicht... davon ab gab es aber mittlerweile genug Empfehlungen ausgesprochen. Ich würde an deiner Stelle mir einfach mal die verfügbaren Systeme anschauen und dann selbst entscheiden welches ihr nehmt und welches dir am geeignetsten erscheint.

Das glaube ich sehr wohl, vor allem weil die meisten Systeme dir nichts in die Hand geben WIE das Spiel eigentlich gespielt werden soll.

@Morgenstern

Nur aus Interesse, was ist dein Problem mit Bennies?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 14:19
Zitat
dann kommt so etwas wie höhere Gewalt ins Spiel.
ok, dafür würde es bei Fate die "Plotimmunität" geben, aber nachdem was du hier beschreibst, glaube ich auch nicht dass das was für dich ist ;)

bzgl. der Charismasache
ich kann deinen Standpunkt zwar nachvollziehen, aber damit sagst du auch aus, dass nur diejenigen Rollenspiel betreiben dürfen, die sehr gut im Reden und in Rethorik sind. Das wäre imo unfair zu sagen: wenn du selbst nicht gut im Reden bist, dann darfst du so einen Char auch nicht spielen.
Oder siehst du das anders?
Die Werte sind ja gerade dafür da, dass jeder jeden Char spielen kann, auch wenn er selbst darin nicht so gut ist.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 15:17
Ist dieser Kiesowismus immer noch, Nein! Was interessiert sind die Stats des Chars und wenn da Charisma 100 steht etc etc dann hat er Charisma 100 und es geht um den Wert, nicht ob der Spieler jetzt gut in Rhetorik ist und dem Meister die Chose gefällt.

Ich habe an dieser Stelle über Ultima Online geredet. Dort gibt es keinen Wert für Charisma. Nur um eventuelle Missverständnisse zu beseitigen.

Zitat
Weil Ausspielen des Characters NICHT(nur!)belanglose Rhetorik ist, sondern Persönlichkeit, Moral/Ethik/Werte, Ziele

Darum geht es mir doch. Um das Ausspielen des Charakters und nicht das Eintragen von irgendwelchen Werten auf dem Charakterblatt. Wie stellst du denn die Persönlichkeit deines Charakters dar? Durch Sprache. Die Gesinnung kommt erst zur Geltung, wenn du sie in Situationen ausspielst, in denen dein Charakter eine moralische Entscheidung treffen muss. Ein Paladin mag zwar auf dem Papier "rechtschaffen gut" stehen haben, ist es aber erst dann, wenn er sich auch tatsächlich so verhält.

Zitat
bzgl. der Charismasache
ich kann deinen Standpunkt zwar nachvollziehen, aber damit sagst du auch aus, dass nur diejenigen Rollenspiel betreiben dürfen, die sehr gut im Reden und in Rethorik sind. Das wäre imo unfair zu sagen: wenn du selbst nicht gut im Reden bist, dann darfst du so einen Char auch nicht spielen.
Oder siehst du das anders?
Die Werte sind ja gerade dafür da, dass jeder jeden Char spielen kann, auch wenn er selbst darin nicht so gut ist.

So war das nicht gemeint. Natürlich darf jeder einen redegewandten Charakter spielen, auch wenn der Spieler selbst eher schüchtern ist. Er sollte sich aber zumindest bemühen die Rolle seines Charakters so gut es geht darzustellen.

Beispiele zu dem Szenario mit dem Mann und der Frage nach einer Mahlzeit und Rast:
Der Mann lehnt ab mit den Worten: "Ich will keine Fremden in meinem Haus!".

a) Spieler A, Charakter mit max. Charisma, sagt an, dass er den Mann davon überzeugen möchte, sie reinzulassen. Da würde ich als SL zumindest nachfragen, WIE er den Mann denn überzeugen will. Zumindest die Idee bzw. das Argument sollte vorhanden sein. -> bei geringer Schwierigkeit würfeln lassen

b) Spieler B, Charakter mit min. Charisma, sagt an, dass er den Mann davon überzeugen möchte, sie reinzulassen. Auch hier die Frage nach dem Argument. -> bei hoher Schwierigkeit würfeln lassen

c) Spieler C, Charakter mit durchschnittlichem Charisma, sagt an, dass er den Mann überzeugen möchte, sie reinzulassen. Er hat eine so tolle, kreative Idee, um den Mann zu überzeugen, dass ich als SL auf das Würfeln verzichte, weil ich an dieser Stelle den Spieler für seinen Einfallsreichtum belohnen möchte.
Oder ist es auch hier besser, den Spieler würfeln zu lassen? Vielleicht +Boni auf den Wurf geben?

Schwieriger wird es in diesem Fall, wenn es tatsächlich einen zusätzlichen Skill für "Überzeugen" gibt. Wie verhält man sich als SL, wenn einer Spieler ein tolles Argument liefert, sein Charakter aber 0 Punkte in den Skill investiert hat?

Zitat
Nur aus Interesse, was ist dein Problem mit Bennies?

Die Bennies wirken auf mich wie der Versuch, die Probleme, die das sehr zufallsbasierte Würfelsystem (mit den explodierenden Würfeln) mit sich bringt, einzudämmen.
Ich will aber nicht urteilen, ich hab das System noch nie gespielt. Wie gesagt, es ist nur eine Vermutung.

Lieben Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 10.07.2012 | 15:19
@Morgenstern89:

Wurde zwar schon mal gesagt, kann aber gerne wiederholt werden: Spiel AD&D.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Evil Batwolf am 10.07.2012 | 15:20
Das Problem, das Morgenstern da hat, haben wir doch alle:

Die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau.

Wir suchen das Spiel, das optimal Geschichtenerzählen unterstützt, trotzdem anspruchsvolle taktische Kämpfe ermöglicht, bei dem alles schön ge-balance-d ist, die Spieler aber trotzdem in ihrer Nische ausgeprägt kompetent sind, usw. usf..

Die Lösung kennen wir eigentlich auch alle: Ein solches Spiel gibt es nicht.

Meine Empfehlung: Entscheide Dich für irgendein RPG, fang einfach an, zock regelmäßig, und guck Dir nie im Leben ein zweites System an. Spart 'ne Menge Zeit, Geld und Nerven  ;D.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 15:27
Meine Empfehlung: Entscheide Dich für irgendein RPG, fang einfach an, zock regelmäßig, und guck Dir nie im Leben ein zweites System an. Spart 'ne Menge Zeit, Geld und Nerven  ;D.

Das habe ich vor. Wie gesagt, erstmal D&D Next, weil ich das Material vorliegen habe und mich die neue Edition interessiert. Und falls mir das nicht zusagt, schaue ich nach einer Alternative. Die brauche ich sowieso - mit dem Playtest komme ich ja nicht weit, denke ich :)

Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: sir_paul am 10.07.2012 | 15:32
Pathfinder - D&D :) Ja, da schlägt mein Herz schon höher. Das klingt jedenfalls interessant.

Na dann los, wenn DEIN Herz hierfür schlägt und DU das interessant findest sind das schon mal gute Vorraussetzungen. Wenn der SL Motiviert ist klappt das meistens auch mit der Gruppe!
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Skele-Surtur am 10.07.2012 | 15:34
Ich hab damals mit 3.5 effektiv angefangen (vorher nur "freestyle" und Talislanta) und das ging ganz gut. Wir haben zwar lange Zeit große Teile der Regeln nicht so recht überrissen, aber das ist okay. Es geht ja auch erstmal darum, sich an "P&P" zu aklimatisieren.
Also D&D 3.x/Pathfinder ist für den Anfang ein gutes System, um einfach loszulegen. Damit reizt man das System nicht aus, aber das muss man ja auch nicht.

Auf der anderen Seite muss man da erstmal eine Stange Geld investieren.

Natürlich könnte man auch FATE (z.B. Malmsturm) mit einer kleinen "Spielerbremse" spielen, also bestimmte Sachen festlegen, in die der Spieler dann doch nicht eingreifen kann. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass viele Spieler mit FATE erstmal überfordert sind.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich probiere derzeit als Spieler DungeonWorld aus und bin damit sehr zufrieden, bin mir aber nicht sicher, ob das dein Kriterium
Zitat
eine Vielzahl an Klassen, die individualisiert werden können (Magier A ist nicht gleich Magier B)
dauerhaft erfüllt.

Im Fazit würde ich erstmal zu Pathfinder raten. Ich glaube das passt zu dem, was du machen willst recht gut.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 15:37
Ich habe an dieser Stelle über Ultima Online geredet. Dort gibt es keinen Wert für Charisma. Nur um eventuelle Missverständnisse zu beseitigen.
ich bezog mich auf das was ich für pnp bezogen hielt

Zitat
Wie stellst du denn die Persönlichkeit deines Charakters dar? Durch Sprache.
wir stellen fast alles im pnp durch Sprache dar, der Rest ist Zeichnen oder Battlemat

Zitat
Die Gesinnung kommt erst zur Geltung, wenn du sie in Situationen ausspielst, in denen dein Charakter eine moralische Entscheidung treffen muss
und das ist im Kampf wahrscheinlich eher der Fall als in der Taverne.
Zitat
Beispiele zu dem Szenario mit dem Mann und der Frage nach einer Mahlzeit und Rast:
a,b,c
mit angemessenen Modifikatoren würfeln lassen wenn in doubt, wenn nicht dann nicht
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 10.07.2012 | 15:39
c) Spieler C, Charakter mit durchschnittlichem Charisma, sagt an, dass er den Mann überzeugen möchte, sie reinzulassen. Er hat eine so tolle, kreative Idee, um den Mann zu überzeugen, dass ich als SL auf das Würfeln verzichte, weil ich an dieser Stelle den Spieler für seinen Einfallsreichtum belohnen möchte.
Oder ist es auch hier besser, den Spieler würfeln zu lassen? Vielleicht +Boni auf den Wurf geben?
[...]
Schwieriger wird es in diesem Fall, wenn es tatsächlich einen zusätzlichen Skill für "Überzeugen" gibt. Wie verhält man sich als SL, wenn einer Spieler ein tolles Argument liefert, sein Charakter aber 0 Punkte in den Skill investiert hat?

Ich würde in dem Fall klar die Variante mit dem Bonus wählen und dann auch ein wirklich guter Bonus für eine tolle Idee, die auch noch schön dargestellt wurde. Das ist auf jeden Fall sehr fair, einfach automatischer Erfolg ist blöd für Spieler, die wie im Beispiel viel in "Überzeugen" investiert haben. Das Ganze schafft überdies für Chars, die so eine Fertigkeit bislang nicht haben, den Anreiz sie jetzt zu erwerben (vielseitige Figuren statt nur fighting skills etc. sind IMHO eh ne gute Sache).
Gar nicht würfeln kann man selbstverständlich auch mal rechtfertigen, z.B. an besonderen Plotpoints oder so, letztlich würde ich aber versuchen Spielern mit guten Sozialfertigkeiten diese Kompetenz auch wirklich zu lassen (als Situationsspezialisten).

Wenn dann im sozialen Kontext eine gute Idee trotz Bonus doch durch einen schlechten Wurf schiefgeht, ist das eigentlich immer plausibel, denn aus dem realen Leben weiss doch jeder wieviele Sturköpfe, Querulanten, schräge Vögel usw. rumrennen - längst nicht jede gut gemeinte und sinnvolle Kommunikationsabsicht funktioniert dann auch wie sie sollte... oft gehört dazu noch viel soziales Geschick die irrationalen Barrieren des Gegenübers zu umschiffen... Habe selbst mehrere Semester Kommunikationstrainings gemacht, das ist schon echt krass, wie leicht Probleme und Mißverständnisse entstehen können etc.  ;)

Das Gerechtigkeitsprinzip dahinter sehe ich übrigens letztlich wie im Kampf oder so auch, eine gute Idee muss vom Charakter auch noch gut umgesetzt werden können, sei es nun im Dialog durch geschickte Kommunikation oder in einem Schwertduell mit geschickten Körperbewegungen. Ansonsten besteht zudem natürlich immer die Möglichkeit, dass ein Mitspieler mit passender Fertigkeit die Idee aufgreifen kann.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: LöwenHerz am 10.07.2012 | 15:50
Pathfinder Regeln online:

Pathfinder SRD (englisch) (http://www.d20pfsrd.com/)

PRD, von Paizo (http://paizo.com/pathfinderRPG/prd/)

Weltenwunde, die SRD auf deutsch (http://www.weltenwunde.de/pathfinderprd/index.html)

Ich finde das sind außerdem recht gute Argumente ;)
Monatlich werden zwischen 2 und 6 Produkte auf Deutsch übersetzt und veröffentlicht. Die Preise sind recht hoch, aber immer noch fair. Es sind auch hochwertige Produkte, da muss mal halt investieren. Der Support hier und im DnD-Gate und im Ulisses Forum ist auch nicht schlecht. Man hat halt diverse Anlaufstellen, einem wird geholfen. Ziemlich viele "pros!"
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blizzard am 10.07.2012 | 16:29
Gibt es da überhaupt eine Ideallösung?
Nein, die gibt es nicht. Das Problem, das du ansprichst, das haben viele: Der Umgang mit sozialen Konflikten im RPG (http://tanelorn.net/index.php/topic,75403.0.html) An&für sich gibt es da nur 3 Möglichkeiten: a)reines Auswürfeln, b)Ausspielen+Würfeln sowie c) reines Ausspielen (ohne Würfeln). Da gibt es keine Pauschalregelung für das Rollenspiel; das musst du als SL mit deiner Gruppe absprechen, wie ihr das umsetzen wollt-bevor es zu Missverständnissen kommt. Natürlich könnt ihr auch erstmal eine Variante ausprobieren-und wenn euch die nicht zusagt euch an einer anderen versuchen.

Zitat
Warhammer Fantasy - Heh, falsches Universum! :D Nicht allzu ernst nehmen, bitte.
Naja, niemand sagt, dass du im Warhammer-Universum spielen musst. Du kannst auch einfach das Regelgerüst von WHFRP 2nd nehmen, und es für ein anderes oder eigenes Setting verwenden. ;)

Ach ja, was ist denn mit Arcane Codex?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 16:51
Zitat
Schwieriger wird es in diesem Fall, wenn es tatsächlich einen zusätzlichen Skill für "Überzeugen" gibt. Wie verhält man sich als SL, wenn einer Spieler ein tolles Argument liefert, sein Charakter aber 0 Punkte in den Skill investiert hat?
Kommt auf das System an.
Schwierig wird es, wenn ein System sagt, dass man ohne den Skill zu besitzen auch auf nichts würfeln kann. Aber in den meisten Systemen kann man zumindest auf eine andere, verwandte Fertigkeit mit entsprechende Mali ausweichen (z.B. Gurps) oder man besitzt die Fertigkeiten die man nicht hat auf einem schlechteren Niveau (Savage Worlds und Fate). Das heißt, man lässt auch hier würfeln und wie bereits angesprochen eventuell mit erspielten Boni.

@Bennies
Die Bennies sind in SW ein fester Bestandteil des Spiels, die zum einen eine Belohnung an die Spieler darstellen (für gute Ideen, Aktionen usw.), die nicht auf XP basiert (ich persönlich mag keine Systeme, die unterschiedliche XP an die Spieler verteilen, bei uns bekommt jeder die gleichen XP - SW unterstütz das). Andererseits puffern sie auf jedenfall auch die Wahrscheinlichkeit für Patzer, die bei "nur" zwei Würfeln die geworfen werden natürlich höher ist als bei Pool-Systemen mit vielen Würfeln.
Darüber hinaus führen (zumindest bei uns) die Bennies aber auch dazu, dass die Spieler sich mehr trauen, auch mal Sachen zu wagen, die sie sonst vielleicht nicht ausprobieren würden, da die Bennies immer das Gefühl einer Sicherheitsleine vermitteln um das scheitern aufzufangen.
Mit der höheren oder niedrigeren Bennievergabe, kann der SL so natürlich auch den Schwierigkeitsgrad skalieren.
Wir haben sehr viel Spaß mit SW, aber es ist halt nicht jedermanns Sache.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: kalgani am 10.07.2012 | 17:18
bei PF gibt es bei vielen Skill die möglichkeit diese auch ungeübt nutzen zu können.
und sollte das mal der Fall sein das es ohne Übung regeltechnisch nicht gehen soll, kann man schließlich den einen geistesblitz des berserker-halborks doch mal zulassen, aber deutlich machen das dies nur der guten idee geschuldet ist und nicht regelmäßig der fall sein sollte, da dies dann schlechtes char-spiel darstellen würde.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lord Verminaard am 10.07.2012 | 18:32
Hallo morgenstern und willkommen in Tanelorn! :) Ich möchte mich Coldwyns Vorschlag anschließen und dir ans Herz legen, möglichst ein paar Systeme auszuprobieren, ehe du dich für eins entscheidest, z.B. auf einer Con (sh. Con-Kalender (http://tanelorn.net/index.php/board,40.0.html)) oder bei einem Rollenspiel-Laden in deiner Umgebung. Pathfinder und D&D4 solltest du da auf jeden Fall spielen können, und auch mit Dungeonslayers, Savage Worlds und Malmsturm könntest du Glück haben.

Zu Pathfinder möchte ich anmerken, dass es einfach sehr viel ist: Viel Material, viele Optionen, viele Spielwerte (verteilt und errechnet), viele Listen, viele situative Regeln. Wenn dich das nicht abschreckt, dann nur zu. Vielleicht macht es Sinn, sich erstmal irgendwo spielfertige Charaktere zu besorgen, um das System "anzuspielen", ehe man sich daran wagt, selbst einen Charakter aus der Taufe zu heben. Sonst ist man als Neuling mit den zu treffenden Entscheidungen leicht überfordert.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: D. M_Athair am 10.07.2012 | 19:29
Ich würde dir-mit geringen Abstrichen- Warhammer Fantasy 2nd Edition empfehlen. Das Regelsystem ist recht einfach, Kampfsystem basiert auf Lebenspunkten(wenngleich es auch keine Wunden gibt).
Das größte Problem an WFRP 2nd ist, dass das deutsche Regelbuch - und ohne nachgesehen zu haben - auch das englische eher nicht mehr als Printwerk zu bekommen sind. Wenn Ausdrucke von Kauf-PDFs genügen, dann unterstütze ich Blizzards Tipp. WFRP 2nd macht es Einsteigern leicht. Sehr gut lesbarer Schreibstil, nette Kurzgeschichten, ganz viel Flair und nützliche SL-Tipps inklusive Abenteuerideen und Einführungsabenteuer.

Ganz generell: Ich möchte während des Spiels nicht ewig lang in Regelbüchern wälzen müssen - oder, oh nein, Regeldiskussionen mit den Spielern führen. Entscheidungen möchte ich teilweise intuitiv treffen können.
Pathfinder und D&D 3.X eignen sich dann schon mal (eher?) nicht.

D&D 4 macht gemäß deinen Vorstellungen auf jeden Fall Sinn.

GURPS würde ich eher nicht nehmen. Das System will gut auf das jeweilige Setting angepasst werden und es braucht eine gute Weile, bin man das kann. Würde ich Einsteigern nicht empfehlen.

Savage Worlds könnte funktionieren oder auch nicht. Hat einige sehr schöne Konzepte, funktioniert auch mit Einsteigern, entwickelt aber im Laufe einiger Spielabende Schwierigkeiten, weil es für Regelmodifikationen nur wenige Schnittstellen gibt. Falsches Benutzen dieser Stellschrauben kann ganz schnell ziemlich unentspannt werden.


Wenn du Sword & Sorcery magst, dann nimm Barbarians of Lemuria (gibt's auch auf deutsch). Ist zwar in einigen Belangen anders, als das was du als Wünsche geäußert hast, läd aber schon von den Regeln her zum Ausspielen der Charaktere ein. Eine Rezension findet sich hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,44903.0.html).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 19:59
Entschuldigt, wenn ich nicht auf jeden Beitrag eingehe... das Pen & Paper Thema ist sehr umfangreich und ich bin bisher nicht dazu gekommen, mir jedes vorgeschlagene System genauer anzusehen. Aber ich habe jetzt auf jeden Fall einen ganz guten Überblick bekommen, danke :)
Ich werde berichten, sobald ich mir das ein oder andere Regelwerk näher angesehen habe. Oder besser: Nachdem ich das ein oder andere Abenteuer gespielt habe. Wahrscheinlich muss ich einfach mal probieren, anstatt zu studieren :)

Lieben Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 10.07.2012 | 21:49
Nachdem ich alles gelesen habe, bin ich grundsätzlich auch überzeugt davon, dass die Pathfinder Einsteigerbox das Richtige für dich ist.

Was mir allerdings aufgefallen ist, ist diese Passage:

Darum ging es mir. Wenn ich ein Abenteuer vorbereite, bei dem die Gruppe eine primäres großes Ziel bekommt, mal ganz klassisch, Person X zu befreien, dann finde ich, sollte das auch von den Spielern akzeptiert werden. Um dieses Ziel herum denke ich mir natürlich genug Plot aus, damit die Spieler nicht nur stur eine lineare "Storyline" verfolgen müssen. Wie sie das Ziel erreichen, ist letztlich ihre Entscheidung - aber wenn ich merke, dass es in eine ganz falsche Richtung geht (dort, wo ich als SL nicht mehr improvisieren kann), dann kommt so etwas wie höhere Gewalt ins Spiel.

Ich kann dir an der Stelle nur empfehlen, den Spielern nicht zu oft - am besten niemals - das Stopschild vor die Nase zu halten. Du hast vollkommen Recht damit, dass, wenn du den Aufwand auf dich nimmst, das Abenteuer groß vorzubereiten, du auch ein Mindestmaß an Kooperation von den Spielern einfordern kannst. Forderungen haben auf der anderen Seite immer einen unangenehmen Beigeschmack. Da du ja selbst sagst, dass du nicht einfach nur Dungeon Crawls spielen willst, sondern Story eine hohe Wertigkeit für dich hat, empfehle ich an der Stelle, dafür zu sorgen, dass die Spieler bzw. deren Charaktere schon aus Eigenmotivation heraus dem Plot folgen, so dass du nie in die Verlegenheit kommst, sie zu irgendwas zwingen zu müssen.

Der Trick ist dabei einfach und erfordert von den Spielern nicht viel, während er dir die Arbeit deutlich erleichtert: nenne den Spielern das Fernziel, dass sie erreichen sollen (den bösen Tyrannen vertreiben, den Lich, der die Welt bedroht, besiegen, das letzte Einhorn finden, grillen und aufessen, whatever) oder lasse sie, wenn sie das wollen, das Kampagnen(etappen)ziel gleich selbst definieren. Mit diesem Ziel vor Augen sollen die Spieler selbst festlegen, warum ihr Charakter mit den anderen zusammenarbeitet.

Wenn du überlegst, wie die Stories von z.B. Baldur's Gate oder Planescape:Torment, aber auch von jedem anderen RPG, das nicht einfach nur ein Dungeon Crawl ist, angelegt sind, wirst du feststellen, dass diese Spiele eines gemeinsam haben: der Hauptcharakter hat eine hohe persönliche Motivation, die Dinge voranzutreiben. Er ist im Wesentlichen kein Auftragstäter, sondern von seinen eigenen Interessen getrieben. Versuche, genau das umzusetzen, indem du die Motivationen ihrer Charaktere in deinem Plot verwurstest.

Das ist aus meiner Sicht wesentlich wichtiger, als das System.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 22:38
Nachdem ich alles gelesen habe, bin ich grundsätzlich auch überzeugt davon, dass die Pathfinder Einsteigerbox das Richtige für dich ist.

Was mir allerdings aufgefallen ist, ist diese Passage:

Ich kann dir an der Stelle nur empfehlen, den Spielern nicht zu oft - am besten niemals - das Stopschild vor die Nase zu halten. Du hast vollkommen Recht damit, dass, wenn du den Aufwand auf dich nimmst, das Abenteuer groß vorzubereiten, du auch ein Mindestmaß an Kooperation von den Spielern einfordern kannst. Forderungen haben auf der anderen Seite immer einen unangenehmen Beigeschmack. Da du ja selbst sagst, dass du nicht einfach nur Dungeon Crawls spielen willst, sondern Story eine hohe Wertigkeit für dich hat, empfehle ich an der Stelle, dafür zu sorgen, dass die Spieler bzw. deren Charaktere schon aus Eigenmotivation heraus dem Plot folgen, so dass du nie in die Verlegenheit kommst, sie zu irgendwas zwingen zu müssen.

Der Trick ist dabei einfach und erfordert von den Spielern nicht viel, während er dir die Arbeit deutlich erleichtert: nenne den Spielern das Fernziel, dass sie erreichen sollen (den bösen Tyrannen vertreiben, den Lich, der die Welt bedroht, besiegen, das letzte Einhorn finden, grillen und aufessen, whatever) oder lasse sie, wenn sie das wollen, das Kampagnen(etappen)ziel gleich selbst definieren. Mit diesem Ziel vor Augen sollen die Spieler selbst festlegen, warum ihr Charakter mit den anderen zusammenarbeitet.

Wenn du überlegst, wie die Stories von z.B. Baldur's Gate oder Planescape:Torment, aber auch von jedem anderen RPG, das nicht einfach nur ein Dungeon Crawl ist, angelegt sind, wirst du feststellen, dass diese Spiele eines gemeinsam haben: der Hauptcharakter hat eine hohe persönliche Motivation, die Dinge voranzutreiben. Er ist im Wesentlichen kein Auftragstäter, sondern von seinen eigenen Interessen getrieben. Versuche, genau das umzusetzen, indem du die Motivationen ihrer Charaktere in deinem Plot verwurstest.

Das ist aus meiner Sicht wesentlich wichtiger, als das System.

Da kann ich voll und ganz zustimmen.
Eine Hauptquest, die genügend Motivation bietet - viel Plot drumherum, viele Nebenquests und immer wieder Anreize, die Hauptquest zu verfolgen. Baldur's Gate 2 ist da eigentlich mein Vorzeige-Beispiel, was die Story betrifft. Ich liebe Baldur's Gate 2  :d
Wenn ich tatsächlich in Verlegenheit komme, den Spielern sagen zu müssen: "Hier geht es nicht weiter, tut mir Leid, aber ihr verfehlt das Ziel", dann hab ich die Kampagne entweder schlecht gestaltet oder die Spieler sind absolut unkooperativ und widerspenstig :D

Lieben Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 10.07.2012 | 22:42
DWenn ich tatsächlich in Verlegenheit komme, den Spielern sagen zu müssen: "Hier geht es nicht weiter, tut mir Leid, aber ihr verfehlt das Ziel", dann hab ich die Kampagne entweder schlecht gestaltet oder die Spieler sind absolut unkooperativ und widerspenstig :D

Oh, warts mal ab. Von 10 Dingen die dir vollkommen logisch und stimmig erscheinen werden, verstehen die Spieler mindestens 3 total falsch und 2 weitere sehen sie in einem völlig anderen Licht als geplant.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 22:52
Oh, warts mal ab. Von 10 Dingen die dir vollkommen logisch und stimmig erscheinen werden, verstehen die Spieler mindestens 3 total falsch und 2 weitere sehen sie in einem völlig anderen Licht als geplant.

Das fiele ja dann unter den Punkt "schlecht gestaltet" ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 22:54

Wenn ich tatsächlich in Verlegenheit komme, den Spielern sagen zu müssen: "Hier geht es nicht weiter, tut mir Leid, aber ihr verfehlt das Ziel", dann hab ich die Kampagne entweder schlecht gestaltet oder die Spieler sind absolut unkooperativ und widerspenstig :D

oder sie haben sich verlaufen - du sie in die Irre geführt....

Faustregel A

Für jedes Problem sollte es drei Lösungen geben.

Faustregel B

Die Charspieler finden garantiert mindestens eine 4te und IGNORIEREN jeder der 3 .

und das fällt unter Unterschiedlixchen Informationsstand und Vorstellung des Spielraumes

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 10.07.2012 | 22:56
Das fiele ja dann unter den Punkt "schlecht gestaltet" ;)

Nein, Kommunikation. Ich denke, du wirst das alles kennenlernen und auch von dir werden wir Beiträge in Dauerthreads wie "Am liebsten möchte ich meine Spieler erwürgen!" erhallten. Das gehört dazu.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.07.2012 | 22:57
und von deinen Spielern im SL Faden
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 22:58
Zitat
Das fiele ja dann unter den Punkt "schlecht gestaltet"
das fällt nicht unter schlecht gestaltet, das ist einfach so - glaub mir.
Ich hatte schon Spieler die die Aufgabe hatten herauszufinden was dem Magier passiert ist und sie hatten ein aufgebautes Ritual, eine Schriftrolle mit den Zutaten (die auch alle da waren) und auf der als Titel "Bärwandel" stand und eine Zutat war "Vollmond".
Sie haben es nicht gecheckt :(

Merke dir eines: Egal was du planst, egal wie viele Gedanken du dir machst. Deine Spieler werden es schaffen entweder gar nichts zu kapieren, oder total in eine andere Richtung zu rennen!
Und überhaupt machen sie alles anders als du dir denken wirst am Anfang.
Es dauert, bis man seine Spieler und deren Chars gut genug einschätzen kann um wenigstens wage Voraussagen zu machen :D
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: YY am 10.07.2012 | 23:12
Es dauert, bis man seine Spieler und deren Chars gut genug einschätzen kann um wenigstens wage Voraussagen zu machen :D

Ich bin immer noch ein bisschen stolz drauf, dass ich einen Spieler mal mit (aus meiner Perspektive) enorm suggestiven Antworten in kürzester Zeit dazu gebracht habe, ohne jede Rücksicht auf die Meinungen der restlichen Gruppe eine Situation richtig zu lösen  ;D

Da gings darum, was ein aktives Artefakt genau macht und ob es jetzt gut oder schlecht ist, das Ding kaputt zu hauen bzw. was man sonst damit anfangen soll - mit der logischerweise folgenden Endlosdiskussion...

Den Spieler kenne ich allerdings auch seit dem Kindergarten ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dark_Tigger am 10.07.2012 | 23:16
Das fiele ja dann unter den Punkt "schlecht gestaltet" ;)

Ein Bekannter von mir der lange SL ist hat es mal so zusammengefasst: "Wenn es in einer Situation X einen genau einen und nur einen Weg gibt nehmen Spieler den anderen."
Das wichtige ist, das darfst du nicht als Angriff auf "dein" Abenteuer werten, sondern als den Weg den die Spieler gehen weil sie anders denken als du. Ist halt so, hinder sie nicht daran, denn genau daraus entsteht die hälfte des Spaßes an P&P RPGs. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 10.07.2012 | 23:27
Klingt nach einer Menge Spaß :D
Ich seh schon, die Spieler werden verzweifeln - und ich auch ^^ Hachja.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 10.07.2012 | 23:31
Klingt nach einer Menge Spaß :D
Ich seh schon, die Spieler werden verzweifeln - und ich auch ^^ Hachja.

Du bist doch Mediengestallterin, ja?
Dann mal mal ein paar Plot-relevante Bilder und wirf die in den Raum anstatt nen Plot zu schreiben. Genug Copix dürftest du ja rumliegen haben.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 10.07.2012 | 23:56
*klugscheißen an*
Zitat
Copix
Copics ;)
*klugscheißen aus*
:D
boah da sachste was, meine stauben hier etwas vor sich hin...


Was auch enorm hilfreich sein kann, einfach aufzuhören (oder in deinem Fall gar nicht erst anzufangen) sich Wege auszudenken wie man was lösen kann.
Einfach nur das "Was" erstellen und sich über das "Wie" gar nicht mehr den Kopf zerbrechen, das machen die Spieler dann schon genug :D
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 11.07.2012 | 00:03
@Dragon:

Meine Zeit als Projektmanager in der Werbebrache liegt nun doch schon eeeetwas zurück. Ich kenne die Dinger nur von unseren Grafikern und habe die Mädels und Kerle ausgenutzt mit Szenenbilder zu malen, die ich dann in unserer damaligen Samstagsrunde im Großen Konfi an die Flipchart gepinned hab. :P
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Naldantis am 11.07.2012 | 00:52
Hallo!

Erstmal: Die anderen haben damit Recht, daß eine große Zahl der existierenden RPGs Deine Anforderungen umsetzten könnte - wenn also Deine Spieler noch nicht vorgeprägt sind, kannst Du Dir also das aussuchen, was Du billig in die Finger bekommen kannst. 

Ein Aspekt, den ich bisher bei den Ratschlägen kaum gesehen habe, ist die Frage, was für Deine Spieler charakterlich oder von der 'herkunft' her geeignet ist.
Eine Gruppe introvertierter Akademiker mit einem freien Erzählspiel und umfassenden Player Empowerment zu begeistern dürfte schwierig werden, dagegen ist es einfacher mit z.B. etwas tabletoppigen wie D&D4 oder an Cosim-Spieler angelehnten Systemen wie Warhammer bei begeisterten Brettspielern oder Leuten aus der Wargame-Szene zu punkten; ebenso ist es hilfreich zu wissen, ob die Spieler über ein gemeinsames Faible für ein Buch, eine Serie oder ein Film-Genre zum RPG gekommen sind.

Das Problem dürfte mehr darin liegen, das Interesse zu wecken und zu halten, als ob es nun eine aktive Verteidigung gibt oder nicht, oder ob es 5 oder 15 Seiten Skills gibt.

 
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 11.07.2012 | 09:02
Zitat
die ich dann in unserer damaligen Samstagsrunde im Großen Konfi an die Flipchart gepinned hab.
(http://smilie-land.de/t/a-d/auge/auge0020.gif)
so einen Luxus will ich auch :D

Zitat
introvertierter Akademiker
pff  ::)

Aber Naldantis hat recht, wenn deine Leute eher von der ruhigen Sorte sind ist ein erzähllastiges RPG weniger geeignet. Auch hier kommt es dadrauf an, was du auch vorbereiten möchtest.
Savage Worlds ist zum Beispiel recht tabletop lastig wenn man es so nennen möchte. D.h. die Regeln sind darauf ausgelegt, dass man im Kampf eine Karte oder Battlemap (Matte mit Raster) zur Verfügung hat, wo man Pöppelchen oder Paperminis (Papieraufsteller mit Bild der Figuren) drüber "schiebt" mit 2 Zoll Kästchen als Maßstab.
Fate teilt Räume oder Karten einfach nur grob in Handlungszonen ein (kein Raster notwendig und eine grobe Zeichnung reicht aus).
Andere RPG's wiederum arbeiten einfach mit normalen Maßstäben (z.B. Meter) und man muss die Skalierung der Karte beachten. Je nach Rollenspiel kommen sie mehr oder weniger gut ohne Karte oder Battlemap aus. Ich finde SW kann man z.B. schlecht ohne spielen, zumindest eine blanko Fläche für Markierungen (mit Filzstift oder Folienmarker) mit oder ohne Raster sollten vorhanden sein (oder Flipchart *grrr*).
Bei Fate wiederum ist das nicht unbedingt notwendig und Gurps haben wir bisher auch immer ohne Karte gespielt bzw. nur mit Luftbildern der Gebäude o.ä. um eine Vorstellung davon zu haben, aber noch nie mit Battlemap o.ä. und das ging auch immer.

(Ich reite übrigens so auf den drei RPG rum, weil unsere Gruppe schnell auf solche Allrounder umgestiegen ist. Vorher hab ich nur Shadowrun gespielt, was so gar nicht deinen Anforderungen - weil nicht Fantasy, sondern Cyberpunk - entspricht und mit DSA hab ich nur schlechte Erfahrungen gemacht, aber die DSA-Spieler behaupten immer ich hätte nur schlechte SL's (3 Stück) gehabt :D )
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: psycho-dad am 11.07.2012 | 09:16
Moin.

Falls es nicht schon genannt wurde:
Liquid  ;D
Ist schon etwas betagt, macht aber immer noch spaß und ist Kostenlos.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 11.07.2012 | 09:18
Wenn ich tatsächlich in Verlegenheit komme, den Spielern sagen zu müssen: "Hier geht es nicht weiter, tut mir Leid, aber ihr verfehlt das Ziel"

Die Hauptaussage, die ich treffen wollte, war: Don't do this. Ever. Setze den Spielern bzw. ihren Charakteren niemals Grenzen, die nicht durch die Regeln abgedeckt sind. Ein enormer Unterschied zwischen PC-RPGs und Pen&Paper ist, dass bei letzterem keinerlei Handlungsbeschränkungen existieren, während bei Ernstgenanntem nur das möglich ist, was durch die Entwickler vorgesehen wurde. Wenn du diesen Unterschied ignorieren willst, gib den Spielern lieber Kaufempfehlungen für PC-RPGs. Das spart beiden Seiten eine Menge Frust.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Glgnfz am 11.07.2012 | 09:20
Die Hauptaussage, die ich treffen wollte, war: Don't do this. Ever. Setze den Spielern bzw. ihren Charakteren niemals Grenzen, die nicht durch die Regeln abgedeckt sind.

... oder durch das Setting.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 11.07.2012 | 11:45
Zitat
Du bist doch Mediengestallterin, ja?
Dann mal mal ein paar Plot-relevante Bilder und wirf die in den Raum anstatt nen Plot zu schreiben. Genug Copix dürftest du ja rumliegen haben.

Nur weil ich Mediengestalterin bin, heißt das nicht, dass ich zeichnen kann  ;D
Ist schon lange her, seit ich dafür überhaupt mal Zeit hatte... Nee, ich bin eher Pixelschubser.

Zitat
Die Hauptaussage, die ich treffen wollte, war: Don't do this. Ever. Setze den Spielern bzw. ihren Charakteren niemals Grenzen, die nicht durch die Regeln abgedeckt sind. Ein enormer Unterschied zwischen PC-RPGs und Pen&Paper ist, dass bei letzterem keinerlei Handlungsbeschränkungen existieren, während bei Ernstgenanntem nur das möglich ist, was durch die Entwickler vorgesehen wurde. Wenn du diesen Unterschied ignorieren willst, gib den Spielern lieber Kaufempfehlungen für PC-RPGs. Das spart beiden Seiten eine Menge Frust.

Um mal ein Beispiel zu nennen, wo ich eine Grenze ziehen würde:
Die Kampagne spielt in einem Land, das ich ausgesucht habe - sagen wir mal das Eiswindtal (Faerun) - weil es zur geplanten Geschichte und den Charakteren passt. Jetzt kommen die Spieler auf die Idee dieses Land verlassen zu wollen, also auch meinen, aus meiner Sicht großzügig angelegten Handlungsrahmen. Da die gesamte Geschichte sich auf das Eiswindtal beschränkt und es keinen Grund gibt andere Gegenden zu bereisen, würde ich in diesem Fall schon eine Art Stopschild einbauen. Die Gruppe kann sich zwar auf den Weg machen, wird aber feststellen müssen, dass die umliegenden Berge schwer zu erklimmen sind, die Pässe verschneit oder die Gegend aufgrund diverser Monsterhorden zu gefährlich ist. Wenn sie es dennoch versuchen wollen, könnte das unter Umständen unangenehm werden.

Was ich damit sagen will: Wenn es wirklich über den Rahmen hinaus geht, würde ich solche Maßnahmen ergreifen.

Kleinere, zielführende Maßnahmen wären z.B. das Versperren eines Rückwegs (z.B. ein einstürzender Tunnel) oder der auftauchende NPC, der einem wichtige Hinweise gibt. Das sind in die Geschichte eingebaute "Wegweiser" und sollten von den Spielern nicht als Restriktion empfunden werden, sondern einfach als Teil des Geschehens und der Welt.

Was denkt ihr darüber?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Vanis am 11.07.2012 | 11:56
Was denkt ihr darüber?


Rede einfach vorher mit den Spielern drüber, was die überhaupt wollen. Wenn des dann heißt: "Oh, ich wollt schon immer mal in der und der Gegend spielen", kannst du dich als SL drauf einstellen. Den Spielern hinterher künstlich Hürden in den Weg zu bauen, halte ich für nicht so geschickt. Die Spieler werden einen Grund haben, dorthin zu ziehen. Verbietest du ihnen das, hast du den Computerspiel-Effekt: Die Karte hört auf, man kann nicht weiter.

Außerdem könnte helfen, dein Abenteuer auf die Hintergründe der Charaktere abzustimmen, damit die Spieler eine Eigenmotivation haben, die Story überhaupt spielen zu wollen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Taschenschieber am 11.07.2012 | 12:03
Einige dich mit ihnen am Anfang darauf, wo ihr spielen wollt und wie streng ihr euch auf diesen Bereich beschränken wollt. Dann werden vernünftige Spieler [Gerüchten zufolge also die meisten] auch nicht willkürlich versuchen, den Fokus der Kampagne aus dem entsprechenden Bereich zu verschieben.

Wenn die Charaktere kurzzeitig woanders hin reisen wollen, weil das nach einem guten Weg zur Lösung eines Problems aussieht: Lass sie doch!
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 11.07.2012 | 12:11
Was denkt ihr darüber?

Also grundsätzlich halte ich es mit dieser Regel: Man sollte Outgame-Probleme outgame klären.

Du solltest also vorher bekannt geben, dass die Handlung sich im Eiswindtal abspielen wird. Wenn die Spieler dann doch weglaufen (sehr unwahrscheinlich!), kannst du sie noch einmal daran erinnern. Das sind dann klare Ansagen.

Kommunikation mittels der Fiktion, also ingame, ist immer missverständlich. Sind die Berge jetzt hoch, damit es spannend wird oder weil man da nicht rüber soll? Es gibt da das großartige Beispiel von dem Spieler, der bei allen seinen Charakteren immer hohe Werte auf Heimlichkeit setzt. Der Spielleiter gibt ihm also massig Situationen zu schleichen und es kommt heraus: Der Spieler kauft Heimlichkeit nur, weil der Spielleiter so oft Situationen zum Schleichen liefert.

Solche Dinge passieren mit großer Häufigkeit. Deshalb ist sinnvoll gelegentlich außerhalb des Spiels über das Spiel zu reden.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 11.07.2012 | 12:20
Also grundsätzlich halte ich es mit dieser Regel: Man sollte Outgame-Probleme outgame klären.

Du solltest also vorher bekannt geben, dass die Handlung sich im Eiswindtal abspielen wird. Wenn die Spieler dann doch weglaufen (sehr unwahrscheinlich!), kannst du sie noch einmal daran erinnern. Das sind dann klare Ansagen.

Ja, das ist in so einem Fall wahrscheinlich die beste Lösung :)

Zitat
Kommunikation mittels der Fiktion, also ingame, ist immer missverständlich. Sind die Berge jetzt hoch, damit es spannend wird oder weil man da nicht rüber soll? Es gibt da das großartige Beispiel von dem Spieler, der bei allen seinen Charakteren immer hohe Werte auf Heimlichkeit setzt. Der Spielleiter gibt ihm also massig Situationen zu schleichen und es kommt heraus: Der Spieler kauft Heimlichkeit nur, weil der Spielleiter so oft Situationen zum Schleichen liefert.

Solche Dinge passieren mit großer Häufigkeit. Deshalb ist sinnvoll gelegentlich außerhalb des Spiels über das Spiel zu reden

Danke für den Ratschlag. Aus der Sicht habe ich das noch gar nicht betrachtet, aber das kann natürlich auch passieren. Also so etwas lieber mittels OOC/outgame-Kommunikation klären.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 11.07.2012 | 12:28
Ich würde auch den Spielern vorab sagen, dass ich eine Kampagne für das Eiswindtal geplant habe, dann wissen sie gleich Bescheid und werden es höchstwahrscheinlich nicht darauf absehen unbedingt außerhalb Deines Plots spielen zu wollen ;)

Wenn sie ingame z.B. durch Misinterpretation von Hintergründen auf die Idee kommen da raus zu wollen, würde ich zunächst versuchen sie durch NSCs oder neue Hinweise wieder auf die richtige Spur zu bringen.
Falls es in Deiner Settingvorstellung einfach generell so ist, das man das Tal nicht verlassen kann, finde ich das auch gut, wenn es ingame auch Hinweise dafür gibt, warum das so ist - z.B. das gerüchteweise ein Magier einen Fluch darüber gelegt hat o.ä. => wäre später dann auch wieder ein Aufhänger, dass die Spieler den Fluch brechen können oder sowas, kann also sehr cool sein...

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 11.07.2012 | 19:16


Was denkt ihr darüber?

ohne mich, wenn solche Metagrenzen existieren, dann sollten sie in der Gruppe abgesprochen sein.

aka ein Char der Eiswindtal verlässt ist draussen

Zitat
, also auch meinen, aus meiner Sicht großzügig angelegten Handlungsrahmen
welchen Handlungsrahmen, ich sehe hier nur ein Areal, ein geographisches Gebiet.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Skele-Surtur am 11.07.2012 | 20:25
Was denkt ihr darüber?
Ich würde davon auch eher abraten. Natürlich kann es sein, dass im Winter die Pässe verschneit sind. Natürlich kann es sein, dass ein Gebiet aufgrund von Monstern nicht besonders gut zu bereisen ist. Aber es sollte nie danach klingen, dass du einfach nicht willst, dass sie jetzt weggehen und es sollte nie "Glaswände" geben.

Wenn du nicht willst, dass die Spielercharaktere ein Gebiet verlassen, weil du nur für dieses Gebiet ein Abenteuer vorbereitet hast, dann sag den Spielern, dass du nur für dieses Gebiet ein Abenteuer vorbereitet hast und nicht leiten kannst, wenn sie es verlassen. Im Zweifelsfall musst du halt einen Cliffhanger machen und ein Abenteuer für die Welt "da draußen" vorbereiten und beim nächstenmal weiter leiten.

Ich persönlich bevorzuge es, wenn mein Charakter auf einer Welt existiert und nicht nur in einem Abenteuer. Meiner Erfahrung nach geht das vielen Spielern so und es frustriert eher, wenn du ihnen da Grenzen reindiktierst. Die Entscheidung des Spielers über seinen Charakter ist ganz, ganz wichtig. Aber zumindest meiner Erfahrung nach ist das gerade am Anfang selten ein Problem. Die meisten Leute folgen ja gerne den Schienen des Plots, wenn sie nur theoretisch die Möglichkeit hätten, abzuweichen. Und wenn sie soweit sind, sich Trampelpfade zu suchen und von der schön geplanten Hauptstraße abzuweichen, ist der SL meist auch schon so weit, so einen Trampelpfad entstehen zu lassen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Dragon am 11.07.2012 | 21:54
Naja ihr solltet schon vorher abklären was ihr spielen wollt, wenn ihr das getan habt, ist es unwahrscheinlich das deine Spieler dir ingame weglaufen wollen^^ falls doch, solltest du sie fragen, warum sie das tun wollen. Vielleicht denken sie, dass ihr Weg sie dahin führt, dann könntest du erklären das sie falsch liegen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Funktionalist am 11.07.2012 | 22:42
nimm ein system, das leicht ist. am anfang sollte man einfach zocken und danach kurz feedback geben, wünsche äußern etc.
wenn man sich als spielleiter die ideen der spieler zu nutze macht, spart man sogar arbeit.

bei fate und sw hast du eine prima community hier.

also augen zu, ohren auf, herz auf die zunge und phantasie auf den tisch.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 18.07.2012 | 18:06
Uh, also - ich hab mich ja grad durch das deutsche Referenzdokument zu Pathfinder gewühlt *-*
Das ist ja ein Traum! Es gibt sowohl Fähigkeiten, als auch Talente (Individualisierung der Charakter!) Das Magiesystem kennt jederzeit wirkbare Zauber, als auch Zauber, die man vorbereiten muss. Es gibt alle Klassen und Rassen, die mein Herz begehrt.
Aber ich verstehe auch, was einige damit meinten, als sie sagten, Pathfinder wäre sehr umfangreich, was die Regeln betrifft. Da scheint ja jede kleinste Begebenheit erfasst worden zu sein. Klar, das ist erstmal viel und kann einen ziemlich erschlagen.

Die Frage ist hier aber: Braucht man alle Regeln? Muss ich als SL wirklich nachschlagen, ob der Goblin nun einen Abzug von -2 oder -4 bekommt, weil er entweder sitzt oder sich gerade durch ein Loch zwängt? Hat er nun niedrige Deckung oder teilweise Deckung? Ist er jetzt klein oder sehr klein?

Kann man hier nicht zugunsten des flüssigen Spielvelaufs vereinfachen?

Ich denke ja, dass es gut ist, dass es Regeln für alles gibt. Wenn man sie braucht, sind die da. Braucht man sie nicht, lässt man sie einfach weg.
Die Frage ist, ob ich, wenn ich Pathfinder um diese ganzen Zusatztabellen kürze, nicht am Ende ein D&D 4 oder D&D Next habe ^^

Aber eigentlich wollte ich sagen: Uiuiui! <3
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 18.07.2012 | 18:10
Du müsst die nIcht alle haben, aber du solltest.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 18:35
Ich gehe davon aus, dass in der Praxis viele Runden entweder einen Regelklugscheißer dabei haben, der ihnen in allen Situationen die Auswirkungen benennen kann, oder dass viel handgewedelt wird mit simplen Boni und Abzügen nach Gefühl.

DnD 4 bekommst du bei Reduktion des Detailgrads sicher nicht, weil Pathfinder nicht so konsequent auf regeltechnisches Ausbalancieren und grundsätzlich faire Herausforderungen konzipiert wurde. Über DnD Next ist noch zu wenig bekannt für ein sinnvolles Urteil.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2012 | 19:03
Wenn du bei Pathfinder öfter mal Fünfe gerade sein lässt und eher so nach gesundem Menschenverstand entscheidest, dann hast du ein flüssigeres Spiel, das würde ich auch immer vorziehen, der Nachteil ist halt, dass gesunder Menschenverstand manchmal auch Ansichtssache ist und deine Spieler vielleicht mit deinen Handwedel-Entscheidungen nicht immer einverstanden sind. Wenn das passiert, solltest du sie auf jeden Fall anhören und deine Entscheidung noch mal auf den Prüfstand stellen, die Spieler sollten nicht das Gefühl von Willkür bekommen.

Aber D&D4 näherst du dich damit kein bisschen an, da bin ich ganz bei Crimson. D&D4 ist halt eher fetzig und reißerisch, Pathfinder eher bodenständig. In D&D4 sind Charaktere eher variabel, in Pathfinder sind sie eher fokussiert. In D&D4 haben viele Aktionen mehr als einen Effekt, in Pathfinder eher nicht. In Pathfinder ist es für den Erfolg im Spiel sehr entscheidend, wie man seinen Charakter baut, in D&D4 eher nicht.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Wyrδ am 18.07.2012 | 19:14
"Handwedel-Entscheidungen" (schöne Wortkreation, btw) bergen die Gefahr, dass man als SL inkonsistent in seinen Entscheidungen wird, da man eventuell eine schnelle Entscheidung wieder vergisst und im nächsten Fall anders entscheidet, es sei denn, man macht gleich eine Hausregel daraus. Dadurch wird der Eindruck der Willkür oft noch stärker. Ich wäre diesbezüglich vorsichtig.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 19:15
Vermis letzten Satz würde ich so nicht unterschreiben, ich sehe es eher anders herum. Bei Bedarf kann ich das gerne detaillierter ausführen. :)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2012 | 19:20
Womöglich könnte ich mich da etwas aus dem Fenster gelehnt haben, da ich für keines der beiden Systeme ein Experte bin. Das war der Eindruck, den ich aus Rezensionen und Online-Diskussionen gewonnen habe. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 18.07.2012 | 19:36
@morgenstern89:

Systeme wie Pathfinder (oder D&D 3rd, die Urpsungsversion von Pathfinder) bieten dadurch dass sie versuchen innerhalb ihres Regegerüsts alles abzudecken einige Vor- und Nachteile und bedingen auch ein paar Änderungen an der eigenen Spielweise.

Das System deckt die meisten Standard-Situationen ab in die man so kommen kann und man muss kaum Hausregeln aufstellen. Besser noch wenn die Spieler selbst wissen wie die regeln laufen und das man nicht handwedelt, das führt nämlich einer gewissen Planungssicherheit was das Spielgeschehen unglaublich beschleunigt. Nicht ist übler als die ständige Fragerei "Kann ich das? Was muss ich machen?", die übrigens durch handwedeln meist erschwert wird.
Daher ja, du solltest regelfest sein, ebenso deine Spieler, sonst wirds unglaublich lahmarschig.
Man sollte sich aber auch bewusst sein dass es ein paar seltsame Nachteile gibt. Viele Dinge aus Film, Comics, etc. lassen sich nicht einfach so umsetzen da sie sich mit dem Regelgerüst beissen, etwa wenn eine augenscheinlich machbare Aktion nur einer bestimmten klasse zusteht, eine bestimmte Stufe benötigt, ein Talent voraussetzt, etc. (Klassisches Beispiel ist das Talent Power Attack. Es ermöglicht wuchtiger zuzuschlagen bei weniger Präzision. Ohne Feat hallt nicht machbar).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.07.2012 | 19:54
Die Frage ist hier aber: Braucht man alle Regeln? Muss ich als SL wirklich nachschlagen, ob der Goblin nun einen Abzug von -2 oder -4 bekommt, weil er entweder sitzt oder sich gerade durch ein Loch zwängt? Hat er nun niedrige Deckung oder teilweise Deckung? Ist er jetzt klein oder sehr klein?

Meistens wird es kein Problem sein, wenn du so etwas nur ungefähr handhabst, falls es gerade keiner genau weiß.

Erfahrungsgemäß versuchen aber die Spieler früher oder später zu schachern, wenn die Würfe sehr knappe Ergebnisse produzieren. Da kann es schonmal auf 1 Punkt mehr oder weniger ankommen.

Beispiel: wenn der Magier nur einen Sengenden Strahl (Feuerstrahl, der einen Berührungstreffer benötigt) hat und droht, diesen daneben zu setzen; du sagst, der Goblin hat Deckung, er sagt, er habe keine... und das würde über Treffer oder nicht entscheiden... meine Erfahrung hat gezeigt, dass der Spieler dann eher ungnädig ist, was Handwedelei angeht  ;)

(ich persönlich regle dann normalerweise zu Gunsten der Spieler)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Marduk am 18.07.2012 | 20:07
Daher ja, du solltest regelfest sein, ebenso deine Spieler, sonst wirds unglaublich lahmarschig.

Das, tausendmal das. In der Situation war ich auch mal, das wird einfach nur frustrierend, wenn die Spieler und SL bei Pathfinder nicht regelfest sind.

Gruß

Marduk
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: blackris am 18.07.2012 | 20:10
Und es hat wirklich noch NIEMAND Dungeonslayers (http://www.dungeonslayers.net/downloads/regeln-co/) vorgeschlagen?! Meiner Meinung nach DAS System für Rollenspielanfänger, die klassische Fantasy spielen wollen. Simpel und gut. Zum Reinschauen gibt es das PDF kostenlos, die Box anzuschaffen lohnt sich aber.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 18.07.2012 | 20:27
Bei der Masse an Regeln sehe ich das Problem darin, dass die Spieler und auch ich als Spielleiter in die Situation kommen einfach nachschlagen zu müssen. Es scheint zumindest auf den ersten Blick viel zu sein, was man auswendig lernen müsste.
Ich dachte auch eher, dass man die Pathfinder Regeln von vorneherein kürzt oder vereinfacht. Das wären dann die sogenannten Hausregeln.

Beispiel: wenn der Magier nur einen Sengenden Strahl (Feuerstrahl, der einen Berührungstreffer benötigt) hat und droht, diesen daneben zu setzen; du sagst, der Goblin hat Deckung, er sagt, er habe keine... und das würde über Treffer oder nicht entscheiden... meine Erfahrung hat gezeigt, dass der Spieler dann eher ungnädig ist, was Handwedelei angeht  ;)

Ich sehe hier das Problem nicht. Wenn ich sage, der Goblin hat sich unter einem Tisch versteckt und hat deshalb Deckung, dann hat er Deckung. Wenn es natürlich eine Regel gibt, die besagt, dass Eichenholztische mit 3 oder 4 Beinen keine Deckung darstellen, dann ist das natürlich doof. Sprich, wenn es eine Regel gibt, die das Gegenteil von dem behauptet, was der SL entscheidet.
Man sollte natürlich vorher festlegen, welche Regeln man verändert oder ganz weglässt.

Ich fand die Idee mit dem Vorteil / Nachteil bzw. Advantage / Disadvantage aus D&D Next eigentlich ganz nett. Das ist simpel und auf viele Situationen anwendbar, wenn ich das richtig verstanden habe.

In Pathfinder ist es für den Erfolg im Spiel sehr entscheidend, wie man seinen Charakter baut, in D&D4 eher nicht.

Kannst du das näher erläutern? Das heißt hoffentlich nicht, das Powergaming in Pathfinder begünstigt oder unterstützt wird.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2012 | 20:38
Hahaha.

Natürlich ist Pathfinder ein System für Powergamer. Das ist aber nichts Schlechtes. Der Punkt ist aber, dass es bei PF die Möglichkeit gibt, zu "verskillen", also einen regelkonformen Charakter zu bauen, der aber nichts taugt.

Das mit dem Handwedeln muss ich etwas revidieren. Im Kampf beißt es sich unheimlich, wenn man einige Sachen nach den Regeln macht und andere handwedelt. Wir hatten das in einer Runde, da hat ein Spieler immer Aktionen probiert, die nicht so richtig vorgesehen waren, irgendwelche Büsche in Brand setzen z.B. oder einem dicken Monster in den Nacken springen. Regeltechnisch hätte es ihm mehr gebracht, einfach mit seiner Waffe zuzuschlagen. Wenn der SL aber einen positiven Effekt handwedelt, wird dadurch letztlich das Balancing ausgehebelt und der Spieler, der nach den Regeln spielt, bestraft. PF ist schon ein System, wo man (im Kampf) seine Handlungsmöglichkeiten aus der eigenen Regelkenntnis, und nicht aus der eigenen Vorstellungskraft, ableitet.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 20:40
Jedes DnD und jeder DnD-Klon unterstützt Powergaming. Aus meiner Sicht fokussiert Pathfinder allerdings nicht so sehr darauf wie DnD 4. DnD 4 hat im Fokus, dass der SL den Spielern machbare Herausforderungen entgegen stellt. Dabei sind gut optimierte Gruppen in mittleren Leveln in der Lage, vier bis fünf Stufen höher zu spielen, als eine Durchschnittsgruppe, und ich rede da nicht von absichtlich schlecht gebauten Charakteren. Davon abgesehen verleitet DnD 4 aufgrund seiner Konstruktion dazu, nur noch in Encountern und Powers, also eingeschränkten Handlungsoptionen zu denken. Ich habe zwei großartige DnD 4-Runden, die dieses Vorgehen brechen, aber ich hatte auch einige der langweiligsten Rollenspielrunden meines Lebens mit DnD4-Encounter-Durchgekloppe.

Pathfinder fokussiert die Encounters und Beschränkung der Handlungsoptionen deutlich weniger zugunsten einer eher simulationistischen Herangehensweise, weshalb es weniger wichtig ist, ob die Charaktere optimiert sind oder nicht. Wenn sie nicht optimiert sind, muss man halt eine andere Lösung finden, als sich durchzukämpfen. Deinem im Eingangspost bevorzugten Spielstil dürfte das ziemlich nahe kommen. AD&D 2nd, das für Baldur's Gate und alle anderen DnD-PC-Spiele bis ca. 2000 verwendet wurde, könnte ggf. noch besser passen, ist aber out of print. Davon abgesehen ist Pathfinder wesentlich besser balanciert.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 18.07.2012 | 20:42
Jedes DnD und jeder DnD-Klon unterstützt Powergaming. Aus meiner Sicht fokussiert Pathfinder allerdings nicht so sehr darauf wie DnD 4. DnD 4 hat im Fokus, dass der SL den Spielern machbare Herausforderungen entgegen stellt. Dabei sind gut optimierte Gruppen in mittleren Leveln in der Lage, vier bis fünf Stufen höher zu spielen, als eine Durchschnittsgruppe, und ich rede da nicht von absichtlich schlecht gebauten Charakteren. Davon abgesehen verleitet DnD 4 aufgrund seiner Konstruktion dazu, nur noch in Encountern und Powers, also eingeschränkten Handlungsoptionen zu denken. Ich habe zwei großartige DnD 4-Runden, die dieses Vorgehen brechen, aber ich hatte auch einige der langweiligsten Rollenspielrunden meines Lebens mit DnD4-Encounter-Durchspiel-Runden.

Pathfinder fokussiert die Encounters und Beschränkung der Handlungsoptionen deutlich weniger zugunsten einer eher simulationistischen Herangehensweise, weshalb es weniger wichtig ist, ob die Charaktere optimiert sind oder nicht. Wenn sie nicht optimiert sind, muss man halt eine andere Lösung finden, als sich durchzukämpfen. Deinem im Eingangspost bevorzugten Spielstil dürfte das ziemlich nahe kommen. AD&D 2nd, das für Baldur's Gate und alle anderen DnD-PC-Spiele bis ca. 2000 verwendet wurde, könnte ggf. noch besser passen, ist aber out of print. Davon abgesehen ist Pathfinder wesentlich besser balanciert.

Powergaming in Moldvay DnD ist was ?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 20:44
Powergaming in Moldvay DnD ist was ?

Hä?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 18.07.2012 | 20:47
Hä?

Die Antwort sollte lauten: Nicht existent.

@morgenstern89:

Da würde ich ganz vorsichtig herangehen. Viele Regeln sind arg miteinander verzahnt und sorgen intern für eine Balance.
Nimm die angesprochenen Deckungsregeln: Die Grade der Deckung wirken sich nicht nur auf die Trefferchance und die Rüstungsklasse aus, sie geben Boni auf die Reflex-Rettungswürfe und beeinflussen das Verhallten von Zaubern, zudem sind sie, wie Sicht, mitverantwortlich für Heimlichkeit und verstecken sowie Fähigkeiten wie Hinterhältigen Angriff und Präzisionsschaden.
Meiner Ansicht nach ist es immer schlecht an komplex verzahnten Systemen rumzudocktoren, dann lieber gleich zu einem System greifen das näher an der eigenen Vorstellung ist, etwa das genannte Dungeonslayers.

Zum Powergaming: Praktisch jede d20-Abart ist ein Paradies für Powergamer, was alleine schon in der grundlegenden, nach Oben offenen Regelmechank begründet liegt. Hat man die zugrundelegenden Mechaniken und Synergien erst mal etwas verstanden, ist es wirklich leicht einen Charakter zu basteln der mit dem Äquivalent eines I-Win-Button daherkommt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 20:55
Das ist das Original-DnD bzw. eine spätere Auflage davon? Das ist tatsächlich kaum powergamig, bis auf magische Gegenstände und Sprüche. An der Stelle muss ich mich korrigieren.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.07.2012 | 21:28
Ich sehe hier das Problem nicht. Wenn ich sage, der Goblin hat sich unter einem Tisch versteckt und hat deshalb Deckung, dann hat er Deckung. Wenn es natürlich eine Regel gibt, die besagt, dass Eichenholztische mit 3 oder 4 Beinen keine Deckung darstellen, dann ist das natürlich doof. Sprich, wenn es eine Regel gibt, die das Gegenteil von dem behauptet, was der SL entscheidet.

Es gab da mal eine Begebenheit, die mir von meinen Spielern aus einer anderen Runde berichtet wurde... da beharrte ein Spieler darauf, dass eine Säule auf einer Ecke des Feldes, auf dem der Charakter stand, Deckung verleiht. Obwohl der Gegner direkt im Feld vor ihm stand. Diese Säule stand also quasi seitlich zwischen ihnen, auf der gemeinsamen Ecke der beiden Felder.

O--O
| X |
O--S
| X |
O--O


X = Kombatanten
S = Säule
O = Ecken der Felder

Die Regel lautet:
To determine whether your target has cover from your ranged attack, choose a corner of your square. If any line from this corner to any corner of the target's square passes through a square or border that blocks line of effect or provides cover, or through a square occupied by a creature, the target has cover (+4 to AC).

Man kann jetzt darüber streiten, ob es zulässig ist, für die Betrachtung die gemeinsame Ecke zweier Felder zu nehmen, da man streng genommen keine Linie ziehen kann; es ist ja nur ein Punkt. Man kann aber auch die hintere Ecke nehmen, dann kann man auch eine Linie ziehen. Allerdings "passiert" diese die Säule nicht wirklich, da sie ja in der Säule endet. Viel Diskussionsraum. Und +4 auf die RK kann über Leben und Tod entscheiden... und der Spieler war wohl seeehr beharrlich.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2012 | 22:44
Knowledge, logic, reason, and common sense serve better then a dozen rule books.

hat Gary Gygax angeblich gesagt. Und aus meiner Sicht hat er damit Recht.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: YY am 18.07.2012 | 23:25
Knowledge, logic, reason, and common sense serve better then a dozen rule books.

hat Gary Gygax angeblich gesagt. Und aus meiner Sicht hat er damit Recht.

Da hat er aber schon ein paar Rotationen in seinem Grab hinter sich, wenn ich mir D&D so anschaue  :P o:)


Zum Thema:

Wenn ich mir den Eingangspost so durchlese, würde ich tatsächlich komplett von D&D abraten.

Auf dem Rechner wirkt es täuschend simpel, aber wenn man auf einmal alles von Hand machen und Grauzonen selbst regeln muss, wird es ganz schnell richtig anstrengend.

Bevor man sich da die Arbeit macht, einen Riesenklotz zurechtzufeilen, fängt man lieber klein an und ergänzt, was man als fehlend empfindet - z.B. mit dem gerade genannten Dungeonslayers.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 19.07.2012 | 00:21
Joar, wenn schon dann würde ich auch eher Dungeonslayers anstatt D&D wählen, aus Gründen der Einfachheit.
D&D hat im wesentlichen nur den Vorteil, dass es so weit verbreitet ist, aber es gibt was anspruchvolle Systeme angeht deutlich bessere Möglichkeiten sein Geld zu investieren, z.B. mit klassischem Ansatz GURPS oder im narrativen Bereich FATE/Malmsturm etc.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Naldantis am 19.07.2012 | 00:38
Wenn ich mir den Eingangspost so durchlese, würde ich tatsächlich komplett von D&D abraten.

Auf dem Rechner wirkt es täuschend simpel, aber wenn man auf einmal alles von Hand machen und Grauzonen selbst regeln muss, wird es ganz schnell richtig anstrengend.

hu?
Okay, es gibt einfachere Systeme, aber gerade wenn man abfängt und mit Basisrassen und-Klassen arebitet, schon aufgrund niedriger Level ohne Metamagie und groß stackenden Feats, isat es doch nun wirklich sehr einfach; das kriegt eigentlich jeder hin, der es auch ohne Hilfe zum Gastgeber schafft.

Plus: man kann mit dem System wachsen, muß also nicht umlernen oder umschreiben, nur weil man mal einen Dämon oder hochstufigen Agenten spielen möchte.

Plus: es gibt ohne Ende Hilfmittel wie Settings, Abenteuer, Splatbook, mit denen auch der unerfahrene und an Zeitmangel leidende SL sich die Arbeit erleichtern kann.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Marduk am 19.07.2012 | 06:58
hu?
Okay, es gibt einfachere Systeme, aber gerade wenn man abfängt und mit Basisrassen und-Klassen arebitet, schon aufgrund niedriger Level ohne Metamagie und groß stackenden Feats, isat es doch nun wirklich sehr einfach; das kriegt eigentlich jeder hin, der es auch ohne Hilfe zum Gastgeber schafft.

Plus: man kann mit dem System wachsen, muß also nicht umlernen oder umschreiben, nur weil man mal einen Dämon oder hochstufigen Agenten spielen möchte.

Plus: es gibt ohne Ende Hilfmittel wie Settings, Abenteuer, Splatbook, mit denen auch der unerfahrene und an Zeitmangel leidende SL sich die Arbeit erleichtern kann.


Mag ja alles sein, aber dennoch sollte nicht nur die SL regelfest sein sondern auch die Spieler, sonst wird es ganz schnell zu einer mühevollen Aufgabe für die SL. Leider ist es in meiner (subjektiven) Erfahrungen mit Gruppen (jetzt schon in mehreren Orten Deutschlands die Erfahrung gemacht) in Dt oft so, daß hier noch die Einstellung herrscht, Die SL macht das schon.
Daich nicht weiß wie die Gruppe von morgenstern ist, geb ich ihr halt den Rat nut dann PF zu spielen, wenn die Gruppe da hinter ihr steht. Ich hab halt hier schon mehrfach Lehrgeld bezahlt und mit deutschen Gruppen würde ich kein PF oder ähnliches leiten.

Gruß

Marduk
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Oberkampf am 19.07.2012 | 07:49
Bei der Masse an Regeln sehe ich das Problem darin, dass die Spieler und auch ich als Spielleiter in die Situation kommen einfach nachschlagen zu müssen. Es scheint zumindest auf den ersten Blick viel zu sein, was man auswendig lernen müsste.
Ich dachte auch eher, dass man die Pathfinder Regeln von vorneherein kürzt oder vereinfacht. Das wären dann die sogenannten Hausregeln.


Meine Eindruck von d20/3.x-Produkten ist bisher, dass man sehr viel Freude am Regelbuchwälzen haben muss, um diese Systeme vollständig zu genießen. Das gilt sowohl am Tisch, als auch bei der Charakterentwicklung, denn die Systeme sind für Bastler geeignet, die gerne an ihren Charakteren herumfeilen, um noch ein bisschen mehr WUMMS! herauszukitzeln.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.07.2012 | 08:19
Wenn morgenstern sich schon einen Eindruck vom ja mehrfach beschworenen Regelkoloss Pathfinder gemacht hat und keine Scheu hat, sich darauf einzulassen und sich damit auseinander zu setzen, sehe ich keinen Grund, warum sie das nicht machen sollte.

Gut, Dungeonslayers ist deutlich einfacher und liefert einen ähnlichen Spielstil. Es ist aber nicht halb so breit aufgestellt, was "coolen Crunch" angeht.

Ich kenne genug Einsteiger, die Pathfinder spielen. Aber ums regelmäßige Nachschlagen wird man nicht herumkommen  :(

Von allzu weitreichenden Kürzungen würde ich allerdings unbedingt abraten. Dann lieber einige Teile (z.B. Kampfmanöver, Angriffe mit Reichweite, Gifte, etc. bzw. alle Zusatzbücher (vielleicht mit Ausnahme der zusätzlichen Klassen)) erstmal bewusst außen vor lassen und später aufarbeiten.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Naldantis am 19.07.2012 | 11:05
Mag ja alles sein, aber dennoch sollte nicht nur die SL regelfest sein sondern auch die Spieler, sonst wird es ganz schnell zu einer mühevollen Aufgabe für die SL. Leider ist es in meiner (subjektiven) Erfahrungen mit Gruppen (jetzt schon in mehreren Orten Deutschlands die Erfahrung gemacht) in Dt oft so, daß hier noch die Einstellung herrscht, Die SL macht das schon.

Kann er oder sie ja auch, ist doch kein großer Aufwand.
Selbst wenn der Spieler Null Plan hat, kann man im beim ersten Kampf uder Skillnutzung der Session einfach nochmal sagen mit welchem Würfel plus welchen Wert man würfelt und gut ist.
Beim Verbessern berät man ihn halt etwas.
Wenn jemand eine komplexere Klasse (Spelluser, Psionic) oder Rasse (viele inates, Sonderfähigkeiten, defenses, etc.) spielen möchte, erwartet man schon, daß er oder sie sich sleber drum kümmert.

Zitat
Daich nicht weiß wie die Gruppe von morgenstern ist, geb ich ihr halt den Rat nut dann PF zu spielen, wenn die Gruppe da hinter ihr steht. Ich hab halt hier schon mehrfach Lehrgeld bezahlt und mit deutschen Gruppen würde ich kein PF oder ähnliches leiten.

wenn eine Gruppe oder Spieler nicht in der Lage sind, sich die Grundregeln zu merken (siehe Oben) dann bis Du bei jedem System verloren - noch viel einfacher als w20+effektiven Wert ansagen geht es ja kaum noch; und komplexe Ketten / Stapel von Spells, Feats und Skills effizient einzusetzen ist OPTIONAL, wenn ein Spielerisch damit überfordert fühl, macht er es einfach nicht sondern spielt etwas einfacheres.
Und bei einem Spieler, der effizienzoptimiert spielt und das letzte aus seine Char rausholen möchte, hat man bei umfangreichen Systemen wie PF den Vorteil, daß man einfach für diesen einen Char die Komplexität durch einbinden von ein ode zwei Splatbooks erhöhen kann, ohne den Rest der Gruppe damit zu belasten; hingegen hat man mit genau diesem im Spiel wachsenden Spieler bei vielen der schlichteren (vermeindlich einfacheren) Systeme das Problem, daß da einfach nichts mehr kommt, man läuft in eine Sackgasse bei der Entwicklung der Komplexistet des Spieles und muß dann das System wechseln (was wegen der anderen Spieler oft nicht machbar ist) oder selbst mit Hausregeln anbauen.

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Naldantis am 19.07.2012 | 11:19
Bei der Masse an Regeln sehe ich das Problem darin, dass die Spieler und auch ich als Spielleiter in die Situation kommen einfach nachschlagen zu müssen. Es scheint zumindest auf den ersten Blick viel zu sein, was man auswendig lernen müsste.

Nein, laß Dir das nicht einreden!
Mach mit der Gruppe einen Deal, daß Du um flüssig zu spielen, machmal nach Gefühl oder grober Erinnung leitest, ihr nur nachschlagt wenn entweder eh Zeit da ist oder es um Leben und Tod geht, und Du versprichst, etwahige Fehler, die Dir dabei unterlaufen, wieder gutzumachen.
("oh, stimmt, dieses Sword of Sharpness trefft wirklich nur bei einem natürlichen Crit etwas ab, nicht bei der vergrößerten Threadrange des Benutzers...; ....dann ist es ja gut, daß der ehemalige Benutzer in seiner Truhe, die Ihr gerade plündert, für etwaige Unfälle einen Regenerationtrank in derTrollversion zurückgelegt hat.").

Sowas spart Zeit und Nerven.

Wenn Deine Gruppe irgendwann mal recht kompetent ist, eine gut gefüllte Trickkiste hat, und ihr zusammen herausfordernde taktische Aufgaben oder komplexe Intrigen und rätselhafte Kriminalfälle spielt, dann sollte man von dem Stil größtenteils weg, ...aber dann spielt ihr vermutlich auch schon Monate oder Jahre miteinander und kennt die Regeln eh alle so gut, daß es kein Problem mehr ist.

 

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Jiba am 19.07.2012 | 11:22
Und es hat wirklich noch NIEMAND Dungeonslayers (http://www.dungeonslayers.net/downloads/regeln-co/) vorgeschlagen?! Meiner Meinung nach DAS System für Rollenspielanfänger, die klassische Fantasy spielen wollen. Simpel und gut. Zum Reinschauen gibt es das PDF kostenlos, die Box anzuschaffen lohnt sich aber.

Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen! Damit könnte man bei Bedarf sogar Aventurien (http://www.avf-online.de/ds-aventurien.html) bespielen. :)

Und sicher auch Faerun...

Außerdem "Dungeonslayers" ohne Schwierigkeiten auf deutsch verfügbar... und das auch kostenlos. (http://www.dungeonslayers.net/downloads/regeln-co/)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Lord Verminaard am 19.07.2012 | 11:32
Dungeonslayers wurde übrigens in Post #20 erwähnt und kam in die engere Wahl. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.07.2012 | 12:39
Ich fand die Idee mit dem Vorteil / Nachteil bzw. Advantage / Disadvantage aus D&D Next eigentlich ganz nett. Das ist simpel und auf viele Situationen anwendbar, wenn ich das richtig verstanden habe.

Die Regel hat PF übrigens auch. Als Faustregel pauschal +2 für günstige, -2 für ungünstige Umstände. Allerdings ist ja so gut wie alles bereits verregelt, weshalb es da natürlich innerhalb der Regeln viele Abweichungen von gibt (wie z.B. dass Deckung +4 gibt).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 19.07.2012 | 13:13
Die Regel hat PF übrigens auch. Als Faustregel pauschal +2 für günstige, -2 für ungünstige Umstände. Allerdings ist ja so gut wie alles bereits verregelt, weshalb es da natürlich innerhalb der Regeln viele Abweichungen von gibt (wie z.B. dass Deckung +4 gibt).

Mehr als diese Faustregel braucht man meiner Meinung nach nicht. Es muss nicht alles bis ins letzte Detail verregelt sein. Von meinem Freund weiß ich, dass sie ein eigenes System gespielt hatten, bei dem der Spielleiter nach eigenem Ermessen Abzüge und Boni auf bestimmte Aktionen gegeben hat. Das hat wohl wunderbar funktioniert. Es kamen da auch keine Spieler vs. Spielleiter-Diskussionen zustande, weil man das akzeptiert hat.

Ich hab mir Pathfinder nochmal angeschaut und fürchte, dass die Kämpfe dort ein wenig wie ein Table-Top gespielt werden. Die ganzen Angaben zu Entfernungen, Bewegungsreichweite, Deckung und Hindernissen, Gelände, unterschiedlichen Aktionen und Gelegenheitsangriffen finde ich persönlich unnötig. Ich will mir nicht für jeden Raum einen Bodenplan zeichnen und Laufwege berechnen müssen.

Aber das Grundgerüst von D&D gefällt mir nach wie vor. Wenn ihr mir allerdings davon abratet, ein komplexes System wie Pathfinder zu nehmen und die Regeln zu kürzen, dann muss ich mich wohl doch nach etwas anderem umsehen.

Dungeonslayers habe ich mir nun mehrmals angesehen. So richtig gefallen will es mir noch nicht, aber das liegt wahrscheinlich dadran, dass es kein D&D ist :D
Mein Freund stört sich an der Unterscheidung zwischen "Beweglichkeit" und "Geschick". Für mich ist die Attribute-Unterteilung in Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma auch die Ideallösung. Aber daran sollte es nun nicht scheitern.

Ich schaue mir Dungeonslayers heute nochmal genauer an. Wahrscheinlich überlege ich dabei insgeheim, wie ich die Klassen und Zauber von D&D für Dungeonslayers konvertieren kann ;)

Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 19.07.2012 | 13:16
D&D4 ist halt eher fetzig und reißerisch, Pathfinder eher bodenständig. In D&D4 sind Charaktere eher variabel, in Pathfinder sind sie eher fokussiert. In D&D4 haben viele Aktionen mehr als einen Effekt, in Pathfinder eher nicht. In Pathfinder ist es für den Erfolg im Spiel sehr entscheidend, wie man seinen Charakter baut, in D&D4 eher nicht.

Fetziger und Bodenständiger sind vielleicht die falschen Worte weil es im Machtlevel von der 3.5er Edition ausgehend bei Pathfinder tendentiell etwas nach oben, und in der 4E deutlich nach unten ging.

Sprich: Was so ein 4E Charakter auf Stufe 20 kann macht der Pathfindercharakter längst auf Stufe 10. Und noch mehr.

Allerdings hat die 4E viel stärker den Gedanken dass sich das Charakterkonzept auch in die Kampfhandlungen einbringen sollte - ein Paladin, ein geschickter Halunke und ein brutaler Straßenschlägerschurke und ein tief im Wald lebender Waldläufer greifen in 3.5 (und letztlich auch noch in Pathfinder) recht gleichförmig an, ihre Charakterunterschiede finden sich nicht in ihren Aktionen wieder. Effektiv ist es zumeist nur irgendwo ein spezieller Bonus den man draufrechnet, aber der Rest ist gleich.

Das ist in der 4E halt anders, dort wird es viel häufiger vorkommen dass der Straßenschlägerschurke halt einen schmutzigen Trick anwendet und der Paladin sich heldenhaft in den Schlag wirft der jemanden treffen sollte. Und so weiter - sind halt nur simple Beispiele. Dadurch wird das ganze aber natürlich viel detailreicher (in der Mechanik) und es hängt stark an der Beschreibung wie man dies umsetzt. Es ist nicht per se die bessere Variante, nur nützlicher um Charakterentscheidungen in die Mechanik zu transportieren.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Praion am 19.07.2012 | 13:27
Ansonsten wäre da noch Legend das ein paar interessante Sachen mit D20 macht.

http://www.ruleofcool.com/about-legend/

Kann man sich dort kostenlos runterladen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 19.07.2012 | 13:39
Battlemaps und harte Umsetzung aller Entfernungs- und Bewegungsregeln schaden in Pathfinder nicht, sie sind aber in keinster Weise erforderlich. Ich habe DnD vor der vierten Edition nie mit Miniaturen, Entfernungsmessungen und nur mit skizzierten Karten gespielt und hatte nie das Gefühl, dass was fehlt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: OldSam am 19.07.2012 | 13:50
Dungeonslayers habe ich mir nun mehrmals angesehen. So richtig gefallen will es mir noch nicht, aber das liegt wahrscheinlich dadran, dass es kein D&D ist :D
Mein Freund stört sich an der Unterscheidung zwischen "Beweglichkeit" und "Geschick".
Falls Du es Dir noch nicht angesehen hast, lies ruhig mal in gurps lite rein, das ist relativ einfach, bietet aber schon was (die Kern-Attribute sind übrigens Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz u. Konstitution - Fertigkeiten sind überwiegend körperlich (Geschick) oder geistig (Intelligenz) basiert. Viel/wenig Charisma, Willensstärke etc. kommen als Vorteile bzw. Nachteile mit Stufen hinzu, so dass Primär-Attribute eingespart werden können, falls man dort "einfach der Norm entspricht").
Wenn man dann auf das Basic Set, sowie (für den Komfort) das Dungeon Fantasy-Modul aufrüstet, steckt man D&D locker in die Tasche... Vor allem Deiner Anforderung an vielfältige Charaktergestaltung kommt das System sehr entgegen, es gibt sehr viele charakterzentrierte Elemente und enorme Individualisierungsmöglichkeiten (lite ist da ein Vorgeschmack, es geht enorm viel). Das Kampfsystem ist sehr logisch, relativ realistisch dargestellt - ohne komische Sonderregeln - lässt sich von einfach (lite) bis sehr taktisch (advanced) nach eigenem Geschmack skalieren und hat nicht so komische "Bugs" wie D&D :p ("Mein Magier wurde grad von einer Hauskatze getötet... °_°")
(und man hat natürlich auch noch Support für jede Menge andere Settings!) (lite 4. Ed. Englisch  (http://e23.sjgames.com/item.html?id=SJG31-0004)oder 3. Ed. Deutsch (http://www.sjgames.com/gurps/lite/3e/german.pdf), DF (http://www.sjgames.com/gurps/books/dungeonfantasy/) )
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 19.07.2012 | 13:53
Battlemaps und harte Umsetzung aller Entfernungs- und Bewegungsregeln schaden in Pathfinder nicht, sie sind aber in keinster Weise erforderlich. Ich habe DnD vor der vierten Edition nie mit Miniaturen, Entfernungsmessungen und nur mit skizzierten Karten gespielt und hatte nie das Gefühl, dass was fehlt.

Daran hat sich letztlich ja auch nichts geändert. Wer vorher sagen konnte: "Ich beweg mich zu dem Ork hin" und "ich schubs den Ork in Richtung des Lagerfeuers" kann das immer noch problemlos. Das einzige was sich geändert hat ist das Gelegenheitsattacken seltener geworden sind und die Fullattack wegfällt - man sich also mehr bewegt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Jiba am 19.07.2012 | 13:56
Mein Freund stört sich an der Unterscheidung zwischen "Beweglichkeit" und "Geschick". Für mich ist die Attribute-Unterteilung in Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma auch die Ideallösung.

So sind die Geschmäcker verschieden: Ich halte die Unterscheidung zwischen Intelligenz und Weisheit für Mumpitz. ;)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 19.07.2012 | 14:08
So sind die Geschmäcker verschieden: Ich halte die Unterscheidung zwischen Intelligenz und Weisheit für Mumpitz. ;)

Nagut. Da tu ich mir auch schwer mit... :D
Aber irgendwie akzeptiert man es nach einer Weile einfach. Vielleicht ist es ja bei Dungeonslayers mit Bewegung und Geschick auch so ^^
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Jiba am 19.07.2012 | 14:09
Ich sehe darin ja einfach nur die Übersetzung von "Gewandtheit" und "Fingerfertigkeit", die ursprünglich ja aus DSA stammt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 19.07.2012 | 14:13
Nagut. Da tu ich mir auch schwer mit... :D
Aber irgendwie akzeptiert man es nach einer Weile einfach. Vielleicht ist es ja bei Dungeonslayers mit Bewegung und Geschick auch so ^^

Weils mir grad einfällt: Du könntest auch einen Blick auf Adventurer, Conqueror, King (ACKS) werfen. Das ist das alte D&D, aufgewertet mit Talenten damit man die Chars individueller gestallten kann, einen groben aber gu funktionierenden System und viel Platz für Meister- und Spielerentscheidungen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Draig-Athar am 19.07.2012 | 14:40
Wenn dir Pathfinder grundsätzlich gefällt könnte Peryton (http://www.perytonpublishing.com/perytonrpg.htm) etwas für dich sein. Das ist so eine Art "D&D 3.X light".
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: 1of3 am 19.07.2012 | 17:05
Ansonsten wäre da noch Legend das ein paar interessante Sachen mit D20 macht.

http://www.ruleofcool.com/about-legend/

Das Spiel gefällt mir auch recht gut. Hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,71800.0.html) haben wir auch ein Thema dazu.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Oberkampf am 19.07.2012 | 22:33
Weils mir grad einfällt: Du könntest auch einen Blick auf Adventurer, Conqueror, King (ACKS) werfen. Das ist das alte D&D, aufgewertet mit Talenten damit man die Chars individueller gestallten kann, einen groben aber gu funktionierenden System und viel Platz für Meister- und Spielerentscheidungen.

Dazu noch als Anmerkung: ACKS ist vor allem interessant, wenn man über den Kleingruppenlevel hinaus auch mal Abenteuer mit "richtiger" Politik machen will, wenn die Spielercharaktere also zu Mover&Shaker der Spielwelt werden sollen (und man das nicht nur im Hintergrund handwedeln will). Gibt leider nicht viele Systeme, die sowas anbieten (ORE und LoA, teilweise Song of Fire & Ice fallen mir da noch so spontan ein).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Crimson King am 19.07.2012 | 22:43
Falls es Fragen wegen der Abkürzungen gibt: ORE steht für One Roll Engine, speziell ist hier das Spiel Reign gemeint. LoA steht für Legends of Anglerre, einen Fantasy-Ableger für FATE.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 19.07.2012 | 22:55
Dazu noch als Anmerkung: ACKS ist vor allem interessant, wenn man über den Kleingruppenlevel hinaus auch mal Abenteuer mit "richtiger" Politik machen will, wenn die Spielercharaktere also zu Mover&Shaker der Spielwelt werden sollen (und man das nicht nur im Hintergrund handwedeln will).

Joa, manchmal bedeutet "nach Oben hin offen" nicht einen +32 Bonus sondern einen Söldnertrupp ....
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Orakel am 22.07.2012 | 09:44
Öhm.... da es ja scheinbar hier gerade mehr oder weniger auf D&D hinauszulaufen scheint. (Und derzeit auch mehr oder weniger die meisten Systeme, die ansonsten noch existieren hier genannt worden sind.)
Will ich noch eben D&D in der ersten Edition in Form von Labyrinth Lord in den Raum werfen. Im Englischen sind die Regeln kostenlos via Drivethru als Illustriations-Freie version zu bekommen und das Ding ist ins Deutsche übersetzt worden. Die Regeln sind Grundsätzlich deutlich einfacher, da ein Großteil der heutigen "Komplexitätsgewohnheit" noch  nicht gewünscht war.
Das Problem ist nur, dass die ganzen Talente noch nicht vorhanden sind. (Das heißt Charakterindividualisierung wird nciht durch die Werte, sondern durch das Spiel des Charakters betrieben.)

Wäre also eventuell auch noch einen kleinen Blick wert. (Leider ist die AD&D-Erweiterung noch nicht übersetzt worden, auch wenn es da mal vor einiger Zeit durchaus mal interesse dran gab.)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Naldantis am 22.07.2012 | 14:40
Öhm.... da es ja scheinbar hier gerade mehr oder weniger auf D&D hinauszulaufen scheint. (Und derzeit auch mehr oder weniger die meisten Systeme, die ansonsten noch existieren hier genannt worden sind.)
Will ich noch eben D&D in der ersten Edition in Form von Labyrinth Lord in den Raum werfen. Im Englischen sind die Regeln kostenlos via Drivethru als Illustriations-Freie version zu bekommen und das Ding ist ins Deutsche übersetzt worden. Die Regeln sind Grundsätzlich deutlich einfacher, da ein Großteil der heutigen "Komplexitätsgewohnheit" noch  nicht gewünscht war.
Das Problem ist nur, dass die ganzen Talente noch nicht vorhanden sind. (Das heißt Charakterindividualisierung wird nciht durch die Werte, sondern durch das Spiel des Charakters betrieben.)

Naja, wenn es dicht an AD&D dran ist, kann man die Non-Weapon-Proficiencies (aus den alten Survival-Guides oder der 2nd. Ed.) dranklatschen - die sind ziemlich orthogonal zum Rest.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Glgnfz am 22.07.2012 | 14:55
Ja, das klappt. Das haben die Gazetteer-Bände auch schon mti D&D Classic getan.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 22.07.2012 | 15:12
Naja, wenn es dicht an AD&D dran ist, kann man die Non-Weapon-Proficiencies (aus den alten Survival-Guides oder der 2nd. Ed.) dranklatschen - die sind ziemlich orthogonal zum Rest.


Oder man greift zu ACKS, dann sind die NWPs analog zu d20-Talenten und man kann einiges an Spaß damit haben.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Fimbul am 25.07.2012 | 12:15
[...] Aber das Grundgerüst von D&D gefällt mir nach wie vor. Wenn ihr mir allerdings davon abratet, ein komplexes System wie Pathfinder zu nehmen und die Regeln zu kürzen, dann muss ich mich wohl doch nach etwas anderem umsehen.
[...]
Ich schaue mir Dungeonslayers heute nochmal genauer an. Wahrscheinlich überlege ich dabei insgeheim, wie ich die Klassen und Zauber von D&D für Dungeonslayers konvertieren kann ;)

Wirf doch mal einen Blick in "Microlite20"; ist kostenlos und auch auf deutsch verfügbar. Es handelt sich dabei um ein extem abgespecktes D&D-Derivat (für Deinen Geschmack vermutlich zu abgespeckt, aber für den Einstieg vielleicht dennoch brauchbar):

http://bucheibon.files.wordpress.com/2012/07/m20de.pdf


Nachtrag:

Ansonsten gibt es auf deutsch noch „Hexer & Helden“, basiert ebenfalls auf D&D und ist ebenfalls kostenlos. Nach dem Willen des Autors soll es die schönsten Elemente der vier bisherigen D&D-Inkarnationen verbinden (und kommt ohne Tabletop-Anleihen aus). Es umfasst drei Bände zu je 64 Seiten, von denen der erste Band zur Charaktererschaffung komplett ist, beim zweiten Band mit den Regeln fehlen noch einige Spezialregeln bei den Kämpfen etc. Der dritte Band zu Monstern und Schätzen scheint mir derzeit noch recht lückenhaft zu sein. Da Du in Detailfragen aber ohnehin lieber improvisieren als Regeln nachschlagen möchtest, könnte es trotzdem etwas für Dich sein:

http://www.hexerundhelden.net/


Sofern Dir auch Werke in englischer Sprache genehm sein sollten und Du das Computerspiel „Dragon Age – Origins“ magst, gibt es dazu ebenfalls eine einsteigerfreundliche Pen&Paper-Variante. Hier ein „Link“ zu den Schnupperregeln:

http://grfiles.game-host.org/dragon_age_rpg/DragonAgeRPGQuickstartGuide.pdf


P.S.: Taktische Kämpfe mit Markern/ Miniaturen und Bodenplänen sind in D&D ab der dritten Edition (und damit auch bei „Pathfinder“) zentraler Regelbestandteil. Verzichtet man auf diese Visualisierungen sinken die taktischen Möglichkeiten, wodurch die Kämpfe etwas eintönig werden können. Ob Du mit diesen taktischen Kämpfen etwas anfangen kannst, könntest Du anhand des PC-Spiels „Temple of Elemental Evil/ Tempel des Elementaren Bösen“ überprüfen. Dort werden die Pen&Paper-Regeln der dritten Edition recht getreu umgesetzt (sollte man mit „Patch“ spielen, da es sonst recht „verbuggt“ ist).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 26.07.2012 | 12:39
Was in erster Linie schwindet ist die perfekte Einschätzung der Situation und Übersicht durch die Spieler. Regeltechnisch ändert sich nichts (Ausnahme sind Diagonale Distanzen die bei 3.5 auf der Battlemap und ohne diese unterschiedlich berechnet werden. Wenn du sagen kannst "ich schubse den Ork nach hinten hast du das wesentliche abgedeckt. Man kann problemlos ohne Visualisierung spielen, und gerade bei 4e mag ich dies auch viel lieber und nutze es so oft es geht.

Aber man muss dort das wegfallen der kompletten Rundumsicht als Feature sehen und es mögen das Spieler auch schonmal Distanzen falsch einschätzen können.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 26.07.2012 | 14:36
P.S.: Taktische Kämpfe mit Markern/ Miniaturen und Bodenplänen sind in D&D ab der dritten Edition (und damit auch bei „Pathfinder“) zentraler Regelbestandteil. Verzichtet man auf diese Visualisierungen sinken die taktischen Möglichkeiten, wodurch die Kämpfe etwas eintönig werden können. Ob Du mit diesen taktischen Kämpfen etwas anfangen kannst, könntest Du anhand des PC-Spiels „Temple of Elemental Evil/ Tempel des Elementaren Bösen“ überprüfen. Dort werden die Pen&Paper-Regeln der dritten Edition recht getreu umgesetzt (sollte man mit „Patch“ spielen, da es sonst recht „verbuggt“ ist).

Ich hab das Spiel daheim und auch schon gespielt, wahrscheinlich jedoch ohne Patch, denn ich fand es irgendwie grausam, wenn nicht gar unspielbar :D

Zum Thema Bodenpläne:
Taktische Möglichkeiten, ja, aber nicht 100 Regeln dazu.
Für die Übersichtlichkeit bei größeren Kämpfen sind Bodenpläne sicher ganz nett, aber ich möchte da nicht mit dem Lineal danebenstehen und Entfernungen berechnen oder mich damit auseinandersetzen, welche Form Flächenzauber XY hat und ob er den Goblin links außen damit noch trifft, wenn er ihn so oder so platziert.
Ich finde einen schnell skizzierten Bodenplan des Raumes, ohne Hexfelder oder ähnliches, vollkommen ausreichend.

Auf meiner "Das seh ich mir mal an!"-Liste stehen jetzt noch:

- Legend
- Labyrinth Lord
- ACKS
- Microlite20
- Hexer & Helden

Gruß
morgenstern
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Selganor [n/a] am 26.07.2012 | 15:01
Für die Übersichtlichkeit bei größeren Kämpfen sind Bodenpläne sicher ganz nett, aber ich möchte da nicht mit dem Lineal danebenstehen und Entfernungen berechnen oder mich damit auseinandersetzen, welche Form Flächenzauber XY hat und ob er den Goblin links außen damit noch trifft, wenn er ihn so oder so platziert.
Die meisten Battlemaps in dem Bereich sind mit quadratischen Feldern (und nach der Methode hat man ja schon zum Beginn von D&D Dungeons konstruiert/gemalt)
Irgendwelche Flaecheneffekte sind dann auch nach Quadratfeldern (in 4e sogar quadratisch) gemacht, so dass da sogar weit weniger Diskussion aufkommt wer von was noch getroffen wird als in einer losen Skizze ("Was? Mit dem Flaechenspruch erwische ich nur maximal 2 Gegner auf einmal? Wenn ich das vorher gewusst haette dann haette ich was anderes gemacht")
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tudor the Traveller am 26.07.2012 | 15:08
Wobei mir auch Felder-Zählen bei Pathfinder schon ganz schön die Laune vermiesen kann. Das bremst nicht nur ungemein, sondern ist auch irgendwie sehr kleinlich. Aber die Regeln fördern das natürlich.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 26.07.2012 | 15:10
Wobei mir auch Felder-Zählen bei Pathfinder schon ganz schön die Laune vermiesen kann. Das bremst nicht nur ungemein, sondern ist auch irgendwie sehr kleinlich. Aber die Regeln fördern das natürlich.

Schon spannend welche psychologischen Faktoren da reinspielen.
BattleTech und Felder zählen weil beiderseitig wichtig? hell Yeah!
Pathfinder und felder zählen ob ich drankomme und alles richtigmache? Hell Yeah!
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Orakel am 26.07.2012 | 15:17
Schon spannend welche psychologischen Faktoren da reinspielen.
BattleTech und Felder zählen weil beiderseitig wichtig? hell Yeah!
Pathfinder und felder zählen ob ich drankomme und alles richtigmache? Hell Yeah!
Und ich fand diesen Teil in meiner alten D&D-Runde immer als den langweiligsten Bestandteil, den unser SL irgendwann dann doch eingeführt hatte.
(Ich schreibe das hier nur eben mit rein, weil dieser Punkt an der Geschichte wirklcih sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann.)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 26.07.2012 | 15:30
Die meisten Battlemaps in dem Bereich sind mit quadratischen Feldern (und nach der Methode hat man ja schon zum Beginn von D&D Dungeons konstruiert/gemalt)
Irgendwelche Flaecheneffekte sind dann auch nach Quadratfeldern (in 4e sogar quadratisch) gemacht, so dass da sogar weit weniger Diskussion aufkommt wer von was noch getroffen wird als in einer losen Skizze ("Was? Mit dem Flaechenspruch erwische ich nur maximal 2 Gegner auf einmal? Wenn ich das vorher gewusst haette dann haette ich was anderes gemacht")

Ein netter SL sagt dem Spieler vorher, wieviele Gegner er damit wohl treffen würde. Wieviele das sind, liegt im Ermessen des SLs, wenn es keine Regeln gibt, die etwas anderes sagen. Ein böser SL antwortet in diesem Fall: "Tja, Pech gehabt" :P
Ich schätze die Gruppe aber nicht so ein, dass sie in solchen Situationen eine Diskussion anfangen würde.

Schon spannend welche psychologischen Faktoren da reinspielen.
BattleTech und Felder zählen weil beiderseitig wichtig? hell Yeah!
Pathfinder und felder zählen ob ich drankomme und alles richtigmache? Hell Yeah!

Wir wollen eben nicht Battletech oder Warhammer 40k spielen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Oberkampf am 26.07.2012 | 15:45
Die Frage ist eben, wie kompliziert und detailliert man das mit den Bewegungen und Feldern haben will. Das etwas abstraktere, weniger detaillierte Zonensystem von FATE löst genau die gleichen Probleme am Tisch, nämlich die Diskussionen, wer wo steht und wen angreifen kann, wie es das sehr detaillierte System von D&D3.x tut. D&D ab 3.0 (und fast alle seine Ableger, die ich kenne) würde ich bislang (mal sehen was 5E bringt) eher den Leuten empfehlen, die auch sehr viel Spaß an den taktischen, "brettspieligen" Elementen des RSP haben.

Das bereits erwähnte "Dragon Age" ist dagegen eine etwas schlankere Variante, die nicht so viel Wert auf den Brettspielanteil im RSP legt - aber immer noch mehr als die meisten Indies/Storygames (die ich kenne, und da ist mein Wissen zugegebenermaßen bescheiden). Einfacher als D&D3.x ist mMn ebenso Warhammer 2nd Edition. Dragon Age und Warhammer 2nd liegen beide so "zwischen" FATE und D&D3.x.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 26.07.2012 | 15:53
Wir wollen eben nicht Battletech oder Warhammer 40k spielen.

Auch dir, meine Liebe, sei manchmal ein Ironie-Filter empfohlen.
Was glaubst du sonst warum ich ein Kriegsspiel einem Rollenspiel gegenüberstelle?
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 26.07.2012 | 15:55
Zumindest dort wo ich ohne Battlemap leite (im wesentlichem D&D 4E, ab und an auch 1E) neige ich dazu nur ungefähre Entfernungsangaben zu verwenden.

Der Ork ist also nicht 22 Meter weg, sondern ungefähr 20-25. Was auch bedeuten kann dass ein bestimmter Angriff danebengeht. Gilt umgedreht dann aber auch für die Gegner, dort dann meist indem ich einfach auswürfel wie gut sie das abschätzen.

Der Vorteil liegt nicht nur darin dass es sich mehr wie eine echte Schlacht anfühlt, bei der halt auch mal was nicht kalkulierbar ist. Es spart auch ungemein Spielzeit weil Diskussionen über den perfekten Weg um Gelegenheitsattacken zu vermeiden und die perfekte Stelle um den Flächenzauber zu platzieren wegfallen. Und man nicht unzählige Miniaturen herumschieben muss die ohnehin in der nächsten Runde wieder ganz woanders sind. Dadurch dass 4E Charaktere ohnehin sich meist bewegen können und dennoch zuschlagen ist Positionierung so oder so weniger wichtig geworden.  Der Wegfall der Full Attack bewirkt dort auch einiges. Ob ich nun 2 oder 4 Meter vom Ork wegstand ist egal solange ich zu ihm noch hinkomme.

Man sollte dort auch Systeme die oft mit Battlemap gespielt werden (auch 3.5 z.B.) nicht generell ausschließen, zumeist ist das Spiel auch ganz ohne oder nur mit wenig Battlemap Unterstützung möglich.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Taschenschieber am 26.07.2012 | 15:58
Auch wenn man Rollenspiel spielt, kann eine Battlemat in Actionszenen richtig kesseln. Glaubt man nicht, bevor man's ausprobiert hat - zumindest ging das mir so.

Zumindest in meiner letzten Runde war das das einzige, was meine Spieler dazu gebracht hat, im Kampf überhaupt mal über situationsgerechtes Handeln (Method Acting - also Echtes Rollenspiel™) nachzudenken.

Aussagen wie "Wir spielen ja kein Tabletop" tun die Battlemat damit zu leicht ab.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 26.07.2012 | 16:01
Auch dir, meine Liebe, sei manchmal ein Ironie-Filter empfohlen.
Was glaubst du sonst warum ich ein Kriegsspiel einem Rollenspiel gegenüberstelle?

Das habe ich schon verstanden :)
Ich wollte nur klarmachen, dass wir genau das nicht wollen. Es gibt doch bestimmt einige hier, die sowas toll finden - ein Pen & Paper, dass sich ähnlich wie Battletech oder Warhammer 40k spielt.
Da hat ja jeder andere Vorlieben.

Edit: So wie Arldwulf es beschreibt, würde ich es handhaben wollen. Das trifft es eigentlich auf den Punkt.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Tim Finnegan am 26.07.2012 | 16:28
Das habe ich schon verstanden :)
Ich wollte nur klarmachen, dass wir genau das nicht wollen. Es gibt doch bestimmt einige hier, die sowas toll finden - ein Pen & Paper, dass sich ähnlich wie Battletech oder Warhammer 40k spielt.
Da hat ja jeder andere Vorlieben.

Edit: So wie Arldwulf es beschreibt, würde ich es handhaben wollen. Das trifft es eigentlich auf den Punkt.

Egal welche Antwort ich dir gebe, sie wird nicht einfach sein (wie du vielleicht bemerkt hast) und sie wird nicht die richtige sein.
Fast meine erste Antwort war: probier den Scheiß mal aus und schau was euch passt und von dort weiter und das wird sich nicht ändern.
Daher, ein kleiner Tipp für dich, lerne Frage und Genre zu trennen und es wird präzisierer.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: morgenstern89 am 26.07.2012 | 16:35
Egal welche Antwort ich dir gebe, sie wird nicht einfach sein (wie du vielleicht bemerkt hast) und sie wird nicht die richtige sein.
Fast meine erste Antwort war: probier den Scheiß mal aus und schau was euch passt und von dort weiter und das wird sich nicht ändern.
Daher, ein kleiner Tipp für dich, lerne Frage und Genre zu trennen und es wird präzisierer.

Hä? ^^"
Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst.
Wenn du mir sagen wolltest "Probieren geht über Studieren", da stimme ich dir zu. Ich bereite gerade den D&D Next Playtest vor :)
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Arldwulf am 26.07.2012 | 17:15
Edit: So wie Arldwulf es beschreibt, würde ich es handhaben wollen. Das trifft es eigentlich auf den Punkt.

Wenn du da noch ein paar Tips brauchst: Such dir ein System mit möglichst einfachen Bewegungsregeln. Generell funktioniert das ganze umso besser je einfacher die Spieler sich bewegen können. Wichtig ist auch das die Spieler dir Vertrauen, darum versuch möglichst wenig willkürlich zu entscheiden. Hilfreich ist es hinter dem SL Schirm die Positionen in simpler Form zu notieren, damit du nicht durcheinander kommst.

Ansonsten versuch markante Punkte zu beschreiben. Der Ork ist halt nicht auf 12 Uhr 37, 7 Meter 50 entfernt. Er steht neben dem Baum am Bach. Auf diese Weise gibst du Angaben die nicht nur relativ zu einem Spieler sind, sondern den anderen Spielern ebenso als Orientierung helfen.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Fimbul am 27.07.2012 | 08:11
[...] Wenn du mir sagen wolltest "Probieren geht über Studieren", da stimme ich dir zu. [...]

In diesem Fall würde ich empfehlen, das vorerwähnte „Dragon Age“ in Deine Liste der noch zu begutachtenden Spiele aufzunehmen. Die in meinem letzten Beitrag verlinkten Schnupperregeln bieten neben den Einstiegsregeln auch vorgefertigte Charaktere sowie ein Einstiegsabenteuer. Damit kann man das System zügig antesten.

Die Grundregelbox umfaßt mehrere Hefte (eines mit den für die Spieler relevanten Regeln, eines mit Spielleitermaterial etc.) und das Spiel kann über Folgeboxen mit Zusatzmaterial sowie den Regeln für die höheren Erfahrungsstufen ausgebaut werden. Als Spielleiter hat man am Anfang also nur die Regeln, die man für den Beginn auch braucht. Das macht die ganze Sache übersichtlicher; und dank der Aufteilung in Hefte kann man den Spielern auch getrost das Spielerheft als Nachschlagewerk in die Hand drücken, ohne zu fürchten, daß sie über Spielleitermaterial stolpern und sich die Spannung verderben.

Neben einer vorgefertigten Welt gibt es für das System auch vorgefertigte Abenteuer. Gerade für einen Spielleiteranfänger kann dies hilfreich sein, um für die Spieler spannende und faire Herausforderungen zu finden. An den hiesigen Reaktionen zu Deinen Ausführungen zur Spieljustierung über einen wohlwollenden Spielleiter kannst Du ablesen, daß es einige Spieler gibt, die derlei als Willkür und spielspaßmindernd empfinden. Wenn die Regeln also "ab Werk" funktionieren wie sie sollen und die Abenteuer ohne Überarbeitungsbedarf herausfordernd und fair sind, so daß man als Spielleiter möglichst wenig nachhelfen muß, dann hat man selbst nicht nur weniger Arbeit, sondern in der Regel auch zufriedenere Spieler (denn aus eigener Kraft erreichte Erfolge sind zufriedenstellender als geschenkte). Da „Dragon Age“ tendentiell eher düster ist, bieten die Abenteuer nicht nur Action, sondern verlangen den Spielern auch moralische Entscheidungen ab, was Ansatzpunkte für das Ausspielen des Charakters bietet.

Zudem kommt das Spiel ohne Tabletop-Elemente aus, ist in der Pen&Paper-Variante weniger blutrünstig als am PC und die Spieler (oder der Spielleiter) können sich über auch auf deutsch verfügbare Romane sowie das PC-Spiel tiefer in die Welt einarbeiten.

Nachteil: Es ist kein D&D (in das Du Dich ja ein wenig verliebt zu haben scheinst).
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Abd al Rahman am 27.07.2012 | 09:43
Rollenspielanfänger kann man auch Runenklingen (http://www.midgard-online.de/cgi-bin/show?id=runenklingen) ans Herz legen. Bei der Runenklingenkampagne werden die Regeln nach und nach im Spiel erklärt. Auch der Spielleiter wird so Stück für Stück in seinen Job eingeführt. Der Umstieg auf das "große" Midgard ist leicht möglich.

Nachteil: Runenklingen kommt mit vorgefertigten Charakteren.
Vorteil: Sehr aktives Forum (http://www.midgard-forum.de/forum/forums/204-Runenklingen), in dem der Autor von Runenklingen mit Rat zur Seite steht.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Fimbul am 27.07.2012 | 12:13
Rollenspielanfänger kann man auch Runenklingen (http://www.midgard-online.de/cgi-bin/show?id=runenklingen) ans Herz legen. Bei der Runenklingenkampagne werden die Regeln nach und nach im Spiel erklärt. Auch der Spielleiter wird so Stück für Stück in seinen Job eingeführt. Der Umstieg auf das "große" Midgard ist leicht möglich.

Nachteil: Runenklingen kommt mit vorgefertigten Charakteren.
Vorteil: Sehr aktives Forum (http://www.midgard-forum.de/forum/forums/204-Runenklingen), in dem der Autor von Runenklingen mit Rat zur Seite steht.

Mein Eindruck des ersten Bandes von „Runenklingen“ war ein anderer. Zwar sollen die Regeln dort erklärt werden, wo man sie im Abenteuer braucht, nur hat man gleich im ersten Kampf vergessen, die Schadenswerte für die Gegner anzugeben. Es werden jede Menge Abkürzungen verwendet, die aber nur beim ersten Auftauchen aufgelöst werden; ein Abkürzungsverzeichnis existiert nicht. Was passiert, wenn man keine Lebenspunkte mehr hat, wird zwar im ersten Kampf erklärt, jedoch nicht in der Regelzusammenfassung. Dies und ähnliches mehr führt dazu, daß man sich die aktuell notwendigen Informationen oft quer aus dem ganzen Buch zusammensuchen (oder aus dem Internet herunterladen) muß und nicht gleich bei der Hand hat (also konträr zum angedachten Präsentationsziel).

„Runenklingen“ ist zwar trotz allem eine ganz brauchbare Hinführung zu den Midgard-Regeln, nur sind diese meiner Meinung nach recht angestaubt und eine Revision hin zu einem einheitlichen Würfelmechanismus etc. empfände ich als sehr wünschenswert. Die Midgard-Einstiegsregeln abseits von „Runenklingen“ finden sich hier, so daß sich jeder selbst ein Urteil über etwaige Altbackenheit im Regeldesign bilden kann:

http://www.midgard-online.de/downloads/abenteuer/Einsteigerheft.zip

Da morgenstern89 aber offenbar eine Präferenz für D&D hat, ihr die regulären Pathfinder-Regeln jedoch zu komplex sind, hätte ich ihr im Normalfall zur „Pathfinder – Beginner Box“ geraten, allerdings sind dort die von ihr abgelehnten Tabletop-Elemente prominent vertreten und machen einen nicht unerheblichen Teil des Inhalts aus (laminierte "Battlemap", jede Menge Pappaufsteller). Siehe dieses Unboxing-Video:

http://www.youtube.com/watch?v=9KPv80QsBfI

Das reguläre D&D schätze ich ähnlich ein, aber da gibt es hier ja auch abweichende Stimmen. Bei den D&D-Derivaten wie „Legends“ liegt das Problem darin, daß sie mit anderen D&D-Produkten nicht ohne weiteres kompatibel sind. Und da für „Legends“ – soweit ich das überblicke - der Monsterband noch nicht erschienen ist, halte ich es im Moment für nur höchst eingeschränkt spielbar. Ebenfalls noch lückenhaft ist „Hexer & Helden“, aber dafür liegt zumindest schon ein Materialgrundstock quer durch alle Regelbereiche vor.

Darum meine Empfehlung, auch auf „Dragon Age“ mal einen Blick zu werfen. Komplexität und Materialfülle sind überschaubar, aber dennoch ist es bis zu den mittleren Stufen komplett spielbar (die Abschlußbox fehlt noch). Regeln, Hintergrund und Abenteuer liegen aus einer Hand vor, wodurch ein reibungsloser Einstieg erleichtert wird.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Blizzard am 27.07.2012 | 12:39
Man sollte dort auch Systeme die oft mit Battlemap gespielt werden (auch 3.5 z.B.) nicht generell ausschließen, zumeist ist das Spiel auch ganz ohne oder nur mit wenig Battlemap Unterstützung möglich.
Yupp. Wir haben damals WHFRP 2nd Edition meistens ohne BattleMap&Minis gespielt-hat hervorragend funktioniert.
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Fimbul am 1.08.2012 | 12:36
Als ebenfalls kostenlose Alternative zu regelarmen Systemen wie "Dungeonslayers" oder "Mircolite20" wäre auch das englischsprachige "Warrior, Rogue & Mage" einen Blick wert:

http://www.stargazergames.eu/games/warrior-rogue-mage/
Titel: Re: [Suche] System für Fantasy-Setting
Beitrag von: Sylar am 23.08.2012 | 14:15
Ich persönlich würde es evtl. auch mal mit dem Storyteller System versuchen (Vampire, Mage, etc.)
Das bietet meiner Meinung nach viel Möglichkeiten seinen Charakter auszuspielen und bietet dazu ein etwas ausgefalleneres Setting.