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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Lich am 25.09.2012 | 09:06

Titel: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Lich am 25.09.2012 | 09:06

Welche Spielsysteme und Settings sind in Zukunft noch zu erwarten?

Erwartet Ihr noch ein innovatives Produkt oder stehen nur noch Updates oder Neufassungen
auf der Tagesordnung?

Wir hatten bereits Fantasy, SciFi, Vampire, Steam, Asia, Horror, wilde Mixturen (Eberron) und viel mehr.
Wir hatten komplexe Systeme mit fast allen Würfelmechanismen und Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Wir hatten einfache
Systeme und Storytelling Systeme.

Wie geht es weiter? Ist die Innovation im RPG-Bereich, die gerade hier so wichtig ist, vielleicht sogar am Ende?

Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Jiba am 25.09.2012 | 09:14
Das haben sich die Leute Anfang des letzten Jahrhunderts bei der Literatur auch gefragt. Und die Leute vor 20 Jahren bei der Mobiltelefon- und Computerentwicklung.

Klartext: Natürlich ist die Innovation im Rollenspielbereich noch nicht am Ende. So tut sich im Moment viel bei der Einbindung von digitalen Inhalten am Spieltisch. Und solange es noch kein "Harry Potter"-Rollenspiel, kein "Kafka"-Rollenspiel, kein "Theaterstadl"-Rollenspiel und kein MMORPG-P&PRPG gibt, wurden auch noch nicht alle möglichen Settings ausgelotet. Mal abgesehen davon, dass gerade im spielmechanischen Sektor noch einiges geht. Flexible dramatische Systeme, Systeme mit Spiel- oder Arkanakarten, Systeme, die auf Ressourcenpunkten basieren oder auf Spielbrettern (ein Rollenspiel mit Schach als System, das wäre doch mal cool)... ach da gibt es einiges, was man noch machen könnte.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Molcho am 25.09.2012 | 09:50
Wir hatten bereits Fantasy, SciFi, Vampire, Steam, Asia, Horror, wilde Mixturen (Eberron) und viel mehr.

Das sind ja Genres. Insofern sind viele Rollenspiele auch derivativ, da sie "nur" in den fiktiven Umwelten verbleiben, die ihnen von Comics, Film, Fernsehen (übrigens: Eberron≈Full Metal Alchemist) und Büchern vorgegeben werden. Ein Mittel das Rollenspiel einen Wert in sich zu geben, wäre es selbst zum Thema zu machen (siehe: Tintenherz, Funny Games, The Ring, Unendliche Geschichte).

Das haben sich die Leute Anfang des letzten Jahrhunderts bei der Literatur auch gefragt. Und die Leute vor 20 Jahren bei der Mobiltelefon- und Computerentwicklung.

Eine Möglichkeit, die ich ganz interessant fände, wäre sich an den neuesten Ismen zu orientieren und versuchen ihren Geist in ein Rollenspiel zu tragen. So weit mein bescheidenes Wiki-Wissen mir sagt, kamen Impressionismus, Futurismus etc. erst in der Malerei auf und bereiteten sich von dort aus in Literatur, Architektur etc. aus und erfuhren durch ihre Übertragung natürlich eine Veränderung, was man aber auch als Bereicherung verstehen könnte. Mir fällt jetzt nur kein neuer interessanter Ismus ein, selbst Poststrukturalismus ist ja schon etwas älter, aber da gibt es bestimmt Tanelorner hier, die trendiger sind als ich.

"Theaterstadl"-Rollenspiel
Der Wert mancher Dinge liegt gerade in ihrer Nicht-Existenz.

Systeme mit Spiel- oder Arkanakarten, Systeme, die auf Ressourcenpunkten basieren oder auf Spielbrettern (ein Rollenspiel mit Schach als System, das wäre doch mal cool)... ach da gibt es einiges, was man noch machen könnte.
O ja, ich will mehr Spielkarten sehen und SL-Ressourcen, ja bitte.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Jiba am 25.09.2012 | 10:04
Der Wert mancher Dinge liegt gerade in ihrer Nicht-Existenz.

War auch mehr ein Schnellschuss-Begriff für ein Rollenspiel, was "Peter Steiner" + "Ohnsorg-Theater" + "American Sitcom"... plus plus plus... kann. Also ein Rollenspiel für (humoristisches) Theater, das auch von der Mechanik unterstützt wird.  :)
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Arldwulf am 25.09.2012 | 10:10
Rollenspiel Roboter!

Nicht Rollenspiel in einem Robotersetting, nein - kleine sprachgesteuerte Roboter denen man sagt was sie tun sollen. Und diese durch beliebige Abenteuer steuern kann.

Nur um mal ein bisschen rumzuspinnen. Sowas hatten mal die Magier in einer meiner Kampagnen gebastelt um in ihrer Freizeit Heroquest spielen zu können.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Jestocost am 25.09.2012 | 10:19
Ich denke, dass sich erstmal die Geschäftsmodelle und dann die Formate ändern. Crowdfunding und Ransom Modelle funktionieren ganz gut, vorausgesetzt der Rollenspielautor hat eine gewisse Fanbase.

Das heißt aber auch, dass Rollenspiele ganz anders umgesetzt werden können: PDF für die Reinschnupperer, Bücher und gedrucktes Spielmaterial für die Sammler & Traditionalisten, elektronische mobile Unterstützung für die entsprechend ausgerüsteten Rollenspielhipster.

Indem der Rollenspielcontent vorfinanziert (oder später bei Bedarf in Almanachs erneut veröffentlicht werden kann, wird auch das Buy-in Problem bei erfolgreichen Rollenspielen (mit viel Material) gelöst: in irgendeiner Form steht das Material kostenlos oder ziemlich günstig in elektronischer Form zur Verfügung (da es schon finanziert wurde), die Spieler geben Geld aus, um Neumaterial & Special Content erhalten zu können...

Durch diese Neuerungen in der Rollenspielfinanzierung wird eine Diversifizierung der Formate stattfinden: Die einen haben das Buch und den ausgedruckten Charakterbogen vor sich, andere nutzen ne App oder PDFs, je nach Gusto.

Rollenspielmechanismen werden sich zudem dahingehend ändern, dass sie über Skype/Hangout/Facetime/Maptool gut gespielt werden können - das dürfte auch spannend werden und einige Rollenspielexperimente (parallel laufende oder gegeneinander spielende Gruppen) wieder beleben... Spielt die Technik mit, so kann meine Gruppe in München zeitgleich in der gleichen Eberronkampagne wie eure in Nürnberg spielen - und bei einer Audienz / durch ein magisches Kommunikationsritual treffen die Parteien aufeinander und agieren miteinander...

Kurz gesagt: Solange die Finanzierung von Rollenspielideen klappt, sieht's richtig gut aus...
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: asri am 25.09.2012 | 10:22
Das ist genau wie im Brettspiel-Bereich. Nach mehreren tausend Jahren ist seit ca. 1890 nichts Innovatives mehr auf den Markt gekommen. ::) ;D

Wie Jiba denke ich, dass die Kombination mit digitalen Möglichkeiten erst am Anfang steht. Das reicht vermutlich von horizontalen Touch-Screen-Tischen über LARP in virtuellen Realitäten zu Dingen, die wir uns heute noch gar nicht so recht vorstellen können.

Was "analoges" Spielen angeht, erwarte ich mehr Brettspiel-Rollenspiel-Crossover. Theorie und Rollenspielforschung - beides noch verdammt jung und tapsig - sickern langsam ins Spieldesign. Das könnte noch zu interessanten Neuerungen führen (ohne dass ich dabei massive Veränderungen vermute, aber schauen wir mal...).

Ein regelleichtes Erzählspiel für die ganze Familie, mit dem sich in anderthalb, maximal zwei Stunden eine tolle Geschichte erfinden lässt, wäre auch etwas. Meinem Eindruck nach entstehen für solche Zwecke immer mehr Spiele. Ob davon eins mal ein breiteres Publikum finden wird... ich würd es uns wünschen. :)

Außerdem gabs ja in den letzten Jahren immer wieder Innovationen (Jestocost hat grad welche genannt). Warum sollten wir jetzt schon alles gesehen haben?

Und aus Prinzip auch mal erzkonservativ gefragt: brauchen wir Innovation? Wo ist das Problem? ;D
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Megan am 25.09.2012 | 10:25
Oh, ich sehe da noch einen Haufen Möglichkeiten. Was ich z.B. überhaupt noch nicht bzw. nur in begrenztem Maß gesehen habe: Regeln, die dem *Spieler* Sonderfertigkeiten geben, also *seine* Skills (ähnlich wie bei Brettspielen) irgendwie pimpen. Das finde ich schon seit Jahren eine sehr spannende Idee, teilweise realisiert in z.B. Itras By, aber bei Weitem noch nicht konsequent ausgereizt.

Ich denke, auch im Bereich "Wie mache ich das Spiel besser - als SL und als Spieler" gibt es noch unglaublich viel zu erforschen, neue Mechanismen, Geschichten zu erzählen, engere Verzahnungen von Brett- und Erzählspiel, originelle Varianten für Standard-Situationen,... – ich bin überzeugt, da ist noch unglaublich viel, was man sich ausdenken kann.

Achja, und was Settings angeht: Klar gabs alles schon mal irgendwie oder so ähnlich, aber allein die Setting-Challenges zeigen, dass es immer noch was neues gibt.

Ergänzung: Und zum Thema Online-Spielen (wie weiter oben genannt) fallen mir spontan tausend (okay, ein paar) coole Sachen ein, die man analog nie machen konnte.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Praion am 25.09.2012 | 10:28
Ich warte noch auf das System, das trad. Rollenspielern den ganzen Indy und Storygame Aspekt näher bringt und trotzdem für sie ein cooles Spiel ist.

Ansonsten postuliere ich einfach mal, das ewig lange Kampangen immer seltener werden und eine Welle zu kleineren spezialisierten Systemen hin. Kurzkampangen von 3-12 Sessions jede so 2-3 Stunden lang werden häufiger. Ebenso wie One-Shots.

Ich hoffe auf mehr Community basierte Sachen wie es mit Playsets in Fiasco funktioniert.
Ebenso mehr Genre statt Settingemulierung in Regeln.

Ein Rollenspiel Rollenspiel wäre wirklich super, also so wie sich Tintenherz zu Büchern verhält.  

Rollenspielhilfen im App Bereich. Seien es spezielle Würfelhilfen (Star War / Warhammer) oder Regelwerke in Appform (dungeon world) ich glaube da wird noch einiges gehen.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Vanis am 25.09.2012 | 10:42
Generell sehe ich PDFs als Chance, dass auch kleinere Hintergründe veröffentlich werden können, die es sonst nie in den Verkauf geschafft hätten. Das ist auf dem amerikanischen Markt bereits sehr stark, in Deutschland noch nicht so sehr im Kommen.

Der Trend scheint insgesamt zu Vollfarbe-Hochglanz-300-Seiten-Schinken zu gehen. Und die Rollenspieler wollen die 50+ Euro anscheinend auch bezahlen. Als ich mit dem Rollenspiel angefangen habe, waren damals 50 DM-Anschaffungen schon ein Batzen Geld. Aber die Rollenspieler werden älter und damit anscheinend auch anspruchsvoller.

Inhaltlich kann drei Trends ausmachen:

1.) Back to the roots: Die Oldschool-Welle bringt uns Regeln und Weltenbeschreibungen wie wir sie kennen für günstiges Geld. Find ich spitze, da man beruflich immer mehr eingespannt ist und einfach nicht mehr die Zeit hat, sich in Neues so intensiv einzuarbeiten wie früher.

2.) Je spezieller, desto blubb: DSA-Orks, die auf dem Mars im 19. Jahrhundert Gartenbaubetriebe leiten, warum nicht? Dazu zähle ich mal die Indie-Welle und alle abgedrehten Settngs, die für Sammler und Hardcore-Spieler interessant sind.

3.) Alles bleibt wie es ist: Der Mainstream, alteingessene Systeme, die weiter ausgebaut werden. DSA, D&D, SR, Cthulhu, aber auch alte Bekannte wie Mittelerde-Inkarnationen tauchen wieder auf.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: blut_und_glas am 25.09.2012 | 20:26
Ist die Innovation im RPG-Bereich, die gerade hier so wichtig ist, vielleicht sogar am Ende?

Wenn ich mal zwischenrein fragen darf: Warum sollte Innovation eigentlich gerade im RPG-Bereich besonders wichtig sein?

Wären neue Rollenspiele/Produkte mit geringer Innovationstiefe wirklich ein Problem?

(Wären gar keine neuen Produkte eines?)

Kurz gesagt: Solange die Finanzierung von Rollenspielideen klappt, sieht's richtig gut aus...

Wobei ich "Finanzierung" und "Geschäftsmodell" hier eigentlich (gerne) auseinanderdividieren würde.

Gerade hier (um das jetzt auch mal zu verwenden) sehen wir doch eigentlich von Beginn an das gewaltige Potential, das auch in der gänzlich un-geschäftsmäßigen Betätigung im/für das Rollenspiel steckt.

Ich betrachte das immer mit einem eher weinenden Auge, wenn die immer besseren Möglichkeiten, dieses Potential zu entfalten, auch an einen höheren Anspruch an monetäre Kompensation gekoppelt werden.

Insofern - wenn ich mal optimistisch bin - sehe ich in der Zukunft an "Produkten" vor allem auch mehr (vor allem im Sinne von mehr in übersichtlicher Weise zugänglichen) Spielerkreationen, unkommerziell, unkompliziert, uninnovativ (oder auch nicht - kommt dann darauf an).

mfG
jdw
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Thorgest am 25.09.2012 | 23:38
Dank zunehmender Nerdisierung des Rollenspiels denke ich das wir dahinkommen das jeder mit seinem Tablet am Tisch sitzt und das Rollenspiel "DSA Charaktere spielen Rollenspiel" spielen.
Sowas hatten wir mal in Shadowrun wo ein Runner als Wissensfertigkeit "Rollenspielsysteme des 20Jahrhunderts" hatte und dann die Runner zum Rollenspiel zusammensaßen...da wurde es echt skuriel  ~;D



[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: 6 am 26.09.2012 | 08:23
Dank zunehmender Nerdisierung des Rollenspiels denke ich das wir dahinkommen das jeder mit seinem Tablet am Tisch sitzt und das Rollenspiel "DSA Charaktere spielen Rollenspiel" spielen.
Die etwas härtere Variante davon gab es sogar mal als Standardkampagne in einem Regelwerk: "Die Charaktere werden konfrontiert, dass sie nur von Spielern gespielte Charaktere sind und müssen sich damit arrangieren."

Aber um zurück zum Thema zu kommen:
Ich gehe davon aus, dass es Innovationen im Rollenspielbereich geben wird. Da ich aber selber von den letzten Innovationen überrascht wurde, habe ich absolut keine Ahnung in welche Richtung diese Innovationen gehen werden.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Crimson King am 26.09.2012 | 08:44
Wenn man von Innovationen nicht überrascht wird, hat man auch was falsch gemacht.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: asri am 26.09.2012 | 09:23
Die etwas härtere Variante davon gab es sogar mal als Standardkampagne in einem Regelwerk: "Die Charaktere werden konfrontiert, dass sie nur von Spielern gespielte Charaktere sind und müssen sich damit arrangieren."
Aus Neugier: in welchem Spiel/ welcher Kampagne gab's das?

Zum Thema Überraschung: Man kann schon Potentiale in bestimmten Bereichen abschätzen und insofern Vermutungen äußern. Wenn zukünftig Kühlschränke oder ganze Häuser mit dem Internet verbunden sind, wäre das auch eine Innovation, obwohl sie seit etlichen Jahren (Jahrzehnten, glaube ich) vorhergesagt wird. ;)

Das außerdem (hoffentlich) auch Innovationen auftreten, die keiner so recht hat kommen sehen, ist IMHO natürlich schön und wünschenswert.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Steffen am 26.09.2012 | 12:23
Ich bin total gespannt, wie sich die Rollenspiel-Zukunft entwickelt. Ich hoffe, dass dort noch viele Innovationen kommen!

Hier meine Mutmaßungen:

1. Regeln

Ich denke, fokussierte Szenarios zum sofortigen Losspielen und spielleiterlose Rollenspiele werden stärker in den Vordergrund rücken. Charaktererschaffung wird durch Playbooks ersetzt, bei denen die Individualisierung durch Ankreuzen verschiedener Optionen geschieht. Regeln sind so leicht, dass nach einmaligem Spiel kein Nachschauen im Regelwerk mehr notwendig ist. Entscheidend wird sein, dass die Vorbereitungszeit minimal ist und die kreativen Ideen aller Spieler durch die Spielregeln optimal gefördert und verbunden werden.

Demzufolge sehe ich Fiasco, Archipelago, Apocalypse World und Lady Blackbird als Wegweiser in diese Richtung.

2. Settings

Settings werden mehr und mehr mit anderen Medien verknüpft werden. Niemand liest sich lange Settingbücher durch, sondern Settings lassen sich durch Medienverweise beschreiben. Entweder die filmische Vorlage ist jedem bekannt, oder das Spiel wird gerade nach einem Filmabend gespielt.

Da sehe ich die Playsets von Fiasco ("Movie Night" am Anfang jedes Playsets) und die MWP-Lizenzierungen (Marvel, Leverage, Supernatural, Firefly) als Wegweiser.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: AcevanAcer am 26.09.2012 | 12:32
Wir werden unsere Charakterblätter auf unserem Smartphone tragen und sie dann wireless in 3D gegeneinander antreten lassen - kein Rechnen und  Verstehen des Systems mehr nötig. Im Zuge dessen wird es "Actionrollenspiele" geben, die mit zahlreichen minispielen oder sogar Kampfähnlichen Spielen gekoppelt werden.
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: Praion am 26.09.2012 | 12:35

1. Regeln

Ich denke, fokussierte Szenarios zum sofortigen Losspielen und spielleiterlose Rollenspiele werden stärker in den Vordergrund rücken. Charaktererschaffung wird durch Playbooks ersetzt, bei denen die Individualisierung durch Ankreuzen verschiedener Optionen geschieht. Regeln sind so leicht, dass nach einmaligem Spiel kein Nachschauen im Regelwerk mehr notwendig ist. Entscheidend wird sein, dass die Vorbereitungszeit minimal ist und die kreativen Ideen aller Spieler durch die Spielregeln optimal gefördert und verbunden werden.

Demzufolge sehe ich Fiasco, Archipelago, Apocalypse World und Lady Blackbird als Wegweiser in diese Richtung.


Das hoffe ich doch sehr stark!
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: blut_und_glas am 27.09.2012 | 06:17
Aus Neugier: in welchem Spiel/ welcher Kampagne gab's das?

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mfG
jdw
Titel: Re: Welche Produkte bringt die Rollenspiel-Zukunft?
Beitrag von: asri am 28.09.2012 | 12:45
@blut_und_glas: Danke!

Zum Thema fiel mir noch ein: Ich bin neugierig, wie sich Forsaken Colony (http://forsakencolony.de/) machen wird, das anscheinend versucht, in der Präsentation des Rollenspielmaterials etwas Eigenständiges zu machen. Ob das tatsächlich so sein wird (oder ich es vielleicht auch nur falsch verstanden habe ;)), wird sich zeigen.

Mal ein bisschen anders gefragt: Welche Innovationen bringt uns denn gerade die Rollenspiel-Gegenwart? Was erleben wir gerade?

Ohne lange nachzudenken, würde ich sagen: Indie-Ideen finden allmählich auch in Produkte der großen Hersteller Eingang. Kickstarter ist als neues Finanzierungsmodell groß im Kommen.

Ganz generell vermute ich, dass die Ausbreitung des Internets (immer mehr Menschen haben Zugang und verbringen immer mehr Zeit online) auch eine Rolle spielt: von welchen Indie-Spielen hätten wir in Deutschland denn sonst erfahren? Wie hätten wir sie bekommen? (Siehe auch oben die Hinweise auf PDFs, Online-Runden (Drachenzwinge, Google+ Hangouts, Roll20, Virtual Tabletop usw.) Was die Verfügbarkeit von Rollenspielen selbst als auch Information über Rollenspiele angeht, da spielt das Internet eine gewaltige Rolle. Ob man das noch als Innovation oder schon als alten Hut betrachtet... ;)
Noch eine generelle Vermutung: Die Verfügbarkeit von freien Programmen sowie den nötigen Skills, um ein Produkt mehr oder weniger professionell zu gestalten, ist heute sicher auch besser als vor zehn Jahren. Das stellt natürlich keine Innovation dar, aber ermöglicht eine Entwicklung hin zu mehr ansprechend gestalteten Produkten. Ebenfalls nicht neu, aber mit wachsendem Einfluss sind vielleicht noch freie Lizenzen und verwandte Publikationsmodelle zu nennen. Es gibt eine ganze Reihe Rollenspiele, deren Grundregeln oder komplette Bücher frei im Netz zu finden sind - neben den käuflichen Printprodukten.