Ich komme aus einer "Rollenspiel-Tradition", wo du als Spieler alle Völker und Charakterkonzepte spielen kannst, die vom System angeboten werden, und der SL dann seine Plots darauf ausrichten muss. Innerhalb dieser Tradition steht es dem SL meiner Ansicht nach nicht zu, einen Spielercharakter zu verbieten, einfach nur weil er nicht den kulturellen Vorgaben entspricht. Der SL darf die Spielwelt darauf allerdings prinzipiell so reagieren lassen wie er will. Daher: Den Zwerg zu verbieten ist Bevormundung, die Welt entsprechend darauf reagieren zu lassen ist gewünscht (der Spieler sollte halt vorher mitgeteilt bekommen, welche Reaktion zu erwarten ist, um sicher zu gehen dass er das auch wirklich so spielen will), der Zwergenspieler der seine Sichtweise dem Rest der Gruppe aufdrücken will ist genauso nervig wie der SL der den Spielern seine Sichtweise aufdrücken will.
Danke für die Antwort, die mich durchaus beruhigt. Ich tendiere zu "alles erlauben, solange der Spieler bereit ist, die Ingame-Konsequenzen zu tragen und es dem Rest der Gruppe nicht den Spielspaß sprengt."
Der Vorgabe folgend habe ich allerdings auch schon Charaktere schlichtweg verboten (einen DSA-Schelm, der mit seiner Schelmenmagie das Abenteuer für den Rest der Gruppe gesprengt hat) oder von vornherein ausgeschlossen (DSA-Orks, weil ich als SL ehrlich gesagt keinen Bock drauf hatte, in einem klassischen DSA-Abenteuer die sind-im-Mittelreich-überhaupt-nicht-gut-geleidet Orks integrieren zu sollen - die Reaktion der Umwelt hätte die Story sicher allein getragen, aber das hätte dann gerne jemand anders leiten dürfen, hätte mich auch als Mitspieler zur Verfügung gestellt).
Beim Paladin-Abenteuer hätte ich quasi eine Umkehrung der für mich klassischen Struktur: Der SL kann alle Plots anbieten die er will, und die Spieler richten dann ihre Charaktere danach aus. Ich hab bisher nur äußerst selten versucht, sowas zu meistern, und es ist immer an demotivierten Spielern gescheitert, die eigentlich was anderes machen wollten. Daher: Ich nehme an dass das durchaus gut sein könnte, aber ich kann darüber eben nur spekulieren.
Es muss eben vorher klar sein, ob die Mitspieler auch Bock drauf haben. Ich habe an einem wirklich genialen Jungmagier-auf-der-Akademie Abenteuer mitgespielt, bei dem wir nicht nur alle Jungmagier im vorletzten Ausbildungsjahr gespielt haben, sondern noch dazu alle Jungmagier von der selben Akademie mit Heilausrichtung kamen. Ob's für eine Kampagne gereicht hätte, kann ich nicht sagen, vermutlich wären die "nur Heilmagier" irgendwann langweilig geworden. Aber für einen verlängerten One-Shot lief's super.
...Dieses Problem tritt natürlich nicht auf, wenn das System von vornherein nur bestimmte Charakterkonzepte zulässt. Bisher hat noch niemand versucht, in einem Superhelden-Setting was anderes als nen Superhelden zu spielen.
Naja, das ist ja auch ein "kroppes" Beispiel. Aber einen Meckerdrachen bei DSA oder einen nicht machtbegabten in einer Horde Sith, wieso nicht? Solange es bei etwas Exotik bleibt und nicht übertrieben wird.