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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: xorben am 12.06.2013 | 20:27

Titel: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: xorben am 12.06.2013 | 20:27
Hi Leute,

ich komme gleich zur Sache:

Wenn ihr euer Setting niederschreibt und es der Welt zur Verfügung stellen wollt, wie geht ihr mit Hintergrundinfos um? Zum Beispiel "das eine große Geheimnis", was nur der Spielleiter weiß.

Sollte so was in den Text einfließen oder sollte das viel mehr in ein Extra Dokument? Oder reicht dann ein extra Kapitel hinten?

Ich kann mich da echt nicht entscheiden und würde mich über etwas Inspiration freuen.  :)
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Bad Horse am 12.06.2013 | 20:34
Ich finde ein Extra-Kapitel am besten - grundsätzlich ist es angenehmer, alles an einem Ort zu haben.

In den Text würde ich das nicht unbedingt einfließen lassen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Leser versehentlich spoilern. Dann lieber gute Querverweise im Extra-Kapitel (also "Bob der Baumeister, siehe S. XXX: Bob hat ein Geheimnis - er ist Pyromane!").
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Taschenschieber am 12.06.2013 | 20:37
Das eine große Geheimnis taugt imho nur für Systeme, deren Autoren wissen, dass sie totaler Bockmist sind und eh keiner sie zweimal spielen will. Wenn das Spielt tatsächlich taugt, macht man mit diesem einen großen Geheimnis nur unnötig ein One-Trick Pony raus.

Ansonsten: Ich finde getrennte Spieler- und SL-Infos ganz gut, wenn die Spieler-Infos die wirklich extrem kondensierte Fassung sind - einfach weil Spieler viel weniger Wissen brauchen und oft auch weniger Vorab-Motivation für so was brauchen. Noch besser ist es natürlich, wenn man die Spielerfassung verbilligt einzeln kaufen oder gar runterladen kann.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: xorben am 12.06.2013 | 22:20
@Bad Horse: Danke für die Anregung. Kommt auf meine Liste

@Taschentuch: Auch danke für deine Antwort. An ein kommerzielles Produkt war jetzt weniger zu denken. Aber ich werde es mal im Hinterkopf behalten, falls Wotc mal auf mich zukommen  >;D "Ein Autor ist Bockmist, wenn..."? Ernsthaft? Für den Schnitzer gibts bei deiner Mutti noch mal nen Klaps hinterher!
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Edvard Elch am 12.06.2013 | 22:34
Ich persönlich finde Setting-Geheimnisse, die die Spieler auf keinen Fall nimmergarnienicht erfahren dürfen, bevor sie nicht im Spiel darüber fallen relativ doof.

Zum einen ist das Problem, dass dann relativ viel Wert auf das Entdecken dieser Geheimnisse gelegt wird und das Setting quasi abgegrast ist, wenn die Geheimnisse einmal aufgedeckt sind.

Zum anderen spiele ich gerne mit offenen Karten -- die Spieler dürfen gerne mehr über die Welt wissen als ihre Charaktere, damit sie das, was sie interessiert auch selbst einbringen können und selbstständig (hintergrundkonforme) Dinge anstoßen können.

Einen groben Settingüberblick, dem dann ein Kapitel mit genauerer Beschreibung folgt, finde ich hingegen zeimlich dufte.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Bad Horse am 12.06.2013 | 22:37
@Edvard: Die Spieler können das Kapitel mit den Setting-Geheimnissen ja auch lesen, das Buch wird sie vermutlich nicht beißen. ;)

Aber es gibt auch Gruppen, die solche Dinge gern im Spiel aufdecken, und die bleiben von Spoilern verschont, wenn man alle Geheimnisse in ein eigenes Kapitel schubst.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Grey am 12.06.2013 | 22:46
Aber es gibt auch Gruppen, die solche Dinge gern im Spiel aufdecken, und die bleiben von Spoilern verschont, wenn man alle Geheimnisse in ein eigenes Kapitel schubst.
Stimmt. ;D

Allerdings muß ich Taschenschieber - wenn auch in gemäßigterer Ausdrucksweise ;) - recht geben: das "eine große Geheimnis"TM birgt das Risiko, daß nach seiner Aufdeckung in der Spielwelt irgendwie nix mehr zu tun ist.

Ich persönlich favorisiere da eher den Ansatz, getrennt vom Regelwerk verschiedene Kampagnenbände zu schreiben, von denen jeder "sein" zentrales Geheimnis enthält und die sich gegenseitig nicht beeinträchtigen.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Edvard Elch am 12.06.2013 | 22:47
@Edvard: Die Spieler können das Kapitel mit den Setting-Geheimnissen ja auch lesen, das Buch wird sie vermutlich nicht beißen. ;)

Ich bin da vielleicht ein wenig geschädigt, weil ein SL mir mal ein Regelwerk in die Hand gedrückt hat, bei dem quasi alles mit Postits zugeklebt war (selbst die Optionen zur Charakterentwicklung...), weil das ja zu viel über das Setting verraten würde und man als Spieler das alles nicht wissen dürfe, weil das erst im Spiel käme...
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: D. M_Athair am 12.06.2013 | 23:11
Settinggeheimnisse find ich am besten im Folgekapitel zur Settingbeschreibung aufgehoben.
Das ist noch relativ an einem Ort, sodass die Übersichtlichkeit kaum leidet.

Am liebsten ist mir, wenn Settinggeheimnisse in verschiedener Zahl, optional und sich gegenseitig widersprechend angeboten werden. Dann hat die Gruppe die freie Wahl, ob sie mit oder ohne Geheimnis spielen will. Wenn letzteres kann der SL eines wählen, das die Gruppe vielleicht interessant findet.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Boba Fett am 12.06.2013 | 23:17
Geheimnisse in extrakapitel aber gleich ins setting, keine krämereien mit "und am ende lösen wir alles auf..."
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Grey am 13.06.2013 | 09:58
keine krämereien mit "und am ende lösen wir alles auf..."
Stimmt, guter Punkt. Wenn die Geheimnisse in eigene Quellenbände ausgelagert werden, dann bitte "alles in einem Band" und kein "Lieber Spielleiter, wenn du selber wissen willst, was du da leitest, mußt du schon noch alle fünf Folgebände kaufen"... :P

Sprich, das Hintergrundmaterial zu einer Kampagne besteht aus einem einzelnen, soliden Wälzer, der vom Einstieg bis zur Auflösung alles auf einen Blick enthält. (Einbindung ins Regelwerk/Settingbeschreibung halte ich aus den o.a. Gründen weiterhin für problematisch.)
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: AcevanAcer am 13.06.2013 | 10:41
Ich finde es schön, wie es Shadowrun macht. Ein Kapitel mit Informationen in dem soviel preisgegeben wird das es Intressant ist, man aber nicht "alles weiß" und dann in einem SL Kapitel ein paar "geheime Informationen" darüber preisgegeben werden.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: kalgani am 13.06.2013 | 10:50
Ich bin bei einer weltenbeschreibung dagegen irgendwelche "besonderen" geheimnisse einzubauen.
würde diese eher in abenteuer in dieser welt verstecken.
konsistenzerklärung inklusive im abenteuer.

so kannst du auch viele kleine geheimnisse einbauen, an die du vorher nicht gedacht hast welche aber trotzdem konsistent eingebaut werden können.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: La Cipolla am 13.06.2013 | 10:51
Ach immer gut: Kurze Weltbeschreibung für alle, detaillierte Weltbeschreibung standardmäßig für den SL (mit "Geheimnissen", die gehören ja eh dazu). Selbst Pathfinder macht das durch seine Primer ziemlich gut.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 13.06.2013 | 10:56
Ich bin bei einer weltenbeschreibung dagegen irgendwelche "besonderen" geheimnisse einzubauen.
würde diese eher in abenteuer in dieser welt verstecken.
konsistenzerklärung inklusive im abenteuer.

so kannst du auch viele kleine geheimnisse einbauen, an die du vorher nicht gedacht hast welche aber trotzdem konsistent eingebaut werden können.

Ganz schlechte Idee... denn wenn man nicht irgendwo eine Liste hat welches Geheimnis in welchem Abenteuer geklaert wird gehen solche Dinge schnell mal komplett unter.
Oder wer wuerde DAS inzwischen "offene Geheimnis" (zumindest unter DSA-Spielern) in einem Abenteuer namens "Die Attentaeter" erwarten? Es steht ja noch nichtmal im Klappentext (http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Die_Attentäter) was dazu drin...
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: kalgani am 13.06.2013 | 11:06
tschuldigung, wenn man sowas schreibt muss man natürlich auch ein passendes organigramm/mindmap führen!
ich gehe hier auch von einem kostenlosen nicht kommerziellen produkt aus.

ansonsten macht es aber die la cipolla schon sagte auch paizo nciht viel anders, denn in den AP´s/Region guides gibt es auch immer weiterführende geheimnisse die so nie im "inner sea guide" auch nur angeschnitten wurden. gutes beispiel für ein abenteuer mit einem wichtigen geheimnis ist "Tomb of the Iron Medusa", Kampagnen band steht dazu in der taldor beschreibung nix, im regionalband wird es angeschnitten und erst im abenteuer gibt es die wirklichen infos.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.06.2013 | 11:54
Wenn klar ist, dass sich das Setting letztlich um ein großes Geheimnis dreht und es gut gemacht ist, finde ich das durchaus interessant. Es ist aber dann eben nach einmaliger Aufdeckung "verspielt". Wobei man es ja durchaus mit mehreren Kampagnen puzzle-artig den Spielern präsentieren kann (d.h. es wird nie vollständig aufgedeckt, sondern immer nur teilweise).

Abgesehen davon sollte das in einem extra Kapitel für den SL stehen. Selbstverständlich muss es entsprechende Hinweise in der Settingbeschreibung geben. Die Spieler sollten jedenfalls auch wissen, dass sich das Setting grundlegend auf dieses Geheimnis fokussiert.

edit: Verstehe aber nicht, was der Titel des Themas mit dem Inhalt zu tun hat. Passt imo nicht zusammen.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: WeepingElf am 13.06.2013 | 16:21
Ich persönlich favorisiere da eher den Ansatz, getrennt vom Regelwerk verschiedene Kampagnenbände zu schreiben, von denen jeder "sein" zentrales Geheimnis enthält und die sich gegenseitig nicht beeinträchtigen.

Das favorisiere ich auch.  In die Weltbeschreibung kommt das allgemeine Wissen über die Welt rein, inclusive Plothooks.  Dazu kommen separate Kampagnenunterlagen, in denen dann die Geheimnisse der jeweiligen Kampagne drinstehen.  Denn in einer guten Welt lassen sich viele verschiedene Kampagnen spielen!
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: kalgani am 13.06.2013 | 17:00
Ich persönlich favorisiere da eher den Ansatz, getrennt vom Regelwerk verschiedene Kampagnenbände zu schreiben, von denen jeder "sein" zentrales Geheimnis enthält und die sich gegenseitig nicht beeinträchtigen.

Ist das dann nicht einfach der Ansatz der von WotC/Paizo betrieben wird?

Beispiel Eberron: Khorvair, Xen`Drik, Argonessen, Salorna (4 Kontinentalbeschreibung die sich extrem von einander unterschieden)
Regelwerk: DnD Regelwerk
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: xorben am 14.06.2013 | 09:37
Tja Leute um "das große Geheimnis" sollte es gar nicht so intensiv gehen. Aber anscheinend tut es doch den einen oder anderen zu beschäftigen.

@Tudor: Viele alte Settings haben in ihren Boxen einen separaten SL Band gehabt, wo bestimmte Hintergrund Infos drinstehen. Bestimmte NPCs samt Werte usw. Das das Thema jetzt in die eine Richtung ausuftert scheint eher der Wunsch der User zu sein. Habe ich aber auch nichts gegen.

Ich bin nicht mehr ganz auf der Höhe, was aktuelle Releases angeht, daher die Frage.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Xemides am 14.06.2013 | 10:07
Ich brauche gar kein großes Geheimnis oder Plot, der das Setting verbraucht.

Ich habe auch Spaß daran, ein Setting über Jahre zu bespielen oder unterschiedliche Landstriche der selben Welt zu erkunden.
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: El God am 14.06.2013 | 10:16
Je nach angestrebtem Spielstil: Wer explorativ spielen will, sollte Spoiler verstecken, am besten wirklich ein bisschen abseits. Wer dies nicht vorhat, kann auch einfach drauflos beschreiben. Ich finde eine kurze Setting-Zusammenfassung für Spieleinsteiger günstig, wenn man eine Welt lange Zeit bespielt, hat man ja irgendwann alle Geheimnisse aufgedeckt...
Titel: Re: Getrennte Weltbeschreibung - Noch Zeitgemäß?
Beitrag von: Grey am 14.06.2013 | 19:01
Tja Leute um "das große Geheimnis" sollte es gar nicht so intensiv gehen.
Worum denn? (Das "große Geheimnis" hast du immerhin selbst als Beispiel dafür genannt, worum es dir geht.)