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Pen & Paper - Spielsysteme => Systemübergreifende Themen => Thema gestartet von: killedcat am 22.10.2013 | 19:26

Titel: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: killedcat am 22.10.2013 | 19:26
http://www.rogueprincesssquadron.com/blog/rpgs/your-mileage-may-vary/ (http://www.rogueprincesssquadron.com/blog/rpgs/your-mileage-may-vary/)
Ich finde den Artikel sehr ehrlich und wunderbar treffend. Ich erkenne mich zum Teil wieder.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 10:32
Ich mag den Artikel ebenfalls, danke für das verlinken.  :)
Wobei ich fast noch geneigt wäre einen Schritt weiter zu gehen. Das heißt ich zweifele daran das es Settings, Systeme gibt die absolut, übergreifend schrott sind.

Ebenso würde ich dieses "Aber Y ist besser, als X" ähnlich darunter verorten. Das heißt es gibt schließlich auch den Fall das man darauf verzichtet X direkt schlecht zu machen, sondern quasi so "hintenrum" den Anhängern zu stecken das es minderwertig ist.
[Ich persönlich fasse es für mich unter die "Besser als scheiße"-Systematik ein ^^; ]
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: 1of3 am 17.12.2013 | 11:08
Der Artikel sagt aber nicht das, was wichtig wäre. Er bemängelt einen Zustand ohne Alternativen aufzuzeigen.

"DSA ist mir zu umständlich, aber schön, wenn ihr Spaß daran habt.", "Ich habe schon eine Reihe von Spielen, die so ähnlich sind wie Savage Worlds, aber wahrscheinlich kann es gut funktionieren.", "Bei Magus habe ich Probleme Abenteuer vorzubereiten. Ich komme nicht von angesprochenen Themen auf eine konkrete Handlungsebene.", "Ich finde das System von DitV großartig, können wir damit was anderes machen als Western?"

Ich wollte übrigens immer schon mal Mage: The Ascension mit DitV-Regeln spielen.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 11:13
Die Alternative ist doch einfach und wird auch in dem Beispiel um die Rollenspielrunde aufgezeigt?
Man stellt sich einfach nicht hin und sagt "XY ist scheiße".
Man sagt vielleicht "Ich mag XY nicht".

Selbst bei letzteren sollte man sich überlegen ob man sagt "Ich mag XY nicht." oder die eigene, negative Befindlichkeit einfach herunterschluckt und es nach besten Wissen und Gewissen spielt oder eben nicht spielt.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: ManuFS am 17.12.2013 | 11:32
Das heißt ich zweifele daran das es Settings, Systeme gibt die absolut, übergreifend schrott sind.

F.A.T.A.L.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Wellentänzer am 17.12.2013 | 11:35
F.A.T.A.L.

Selbst das ist falsch. Haste da mal einen Blick reingeworfen?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 11:37
F.A.T.A.L.
Wenn jemand damit Spaß hat, so denke ich mir, wieso nicht.  :loll:
Da brauche ich ihm nicht unbedingt zu erzählen für wie schlecht ich persönlich Setting und System halte.  8)
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Gorilla am 17.12.2013 | 12:28
Ich muss leider sagen, dass ich den Artikel recht belanglos, inhaltlos und banal fand.
Wow, die Geschmäcker sind verschieden und meistens tun Menschen ihre Meinung kund. Oft sogar ohne lange darüber nachzudenken, dass diese sich von anderen Meinungen unterscheiden kann. Und noch viel mehr: meistens ist es sehr individuell, was man den so "awesome" findet. Wow, was für ein Erkenntnisgewinn.
Ein Aufruf "seid alle lieb zueinander". Schön. Aber Begeisterung löst das bei mir nicht aus.
Oder um es weniger nett zu formulieren: Gejammer einer Randgruppe innerhalb einer Randgruppe, die gerne toleriert werden möchte. Meine Antwort dazu: Einfach mal zu seiner Meinung stehen, auch wenn sie nicht dem Mainstream entspricht. Auch das kann helfen. Und die ewigen Debatten, wer denn nun cooler ist, Batman oder Superman, welches Spiel sooo viel geiler ist, WarmaHordes oder WH40k, welches Setting jetzt am alleroberrockigsten ist, SoIaF oder HdR - all das gehört zum Nerdtum einfach dazu.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: ManuFS am 17.12.2013 | 12:28
Selbst das ist falsch. Haste da mal einen Blick reingeworfen?

Ja.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 12:40
Es geht nicht nur um Debatten welches Spiel besser ist.
Es geht, nehme ich an, auch um so ein Verhalten wie das man keinen DSA-Thread erstellen konnte ohne das eine Menge von Personen einbricht die feststellen das DSA (objektiv) scheiße, schlecht oder zumindest verbesserungswürdig ist.
Die anderen das Spiel versuchen aktiv schlecht reden, eine normalen Austausch, konstruktive Diskussionen unterbinden und letztlich die Neigung haben Personen aus der Diskussion zu drängen.
Was derart weit eskalierte das man einen eigenen Ätz-Thread schaffte um die eigentlichen Themen vom "Standard Mobbing unter Nerds" zu entlasten.

Darum das die offensive Verbreitung der Ansicht "Alles was mir nicht schmeckt ist objektiv schlecht" zu der Eskalation rund um das Savage Worlds Forum führte. Wonach einige Leute das Tanelorn verliessen.

Um es einmal weniger nett zu formulieren: Seine Meinung was alles scheiße ist als Fakt darzustellen und zuverbreiten ist meiner Meinung nach im Grunde asozial und schadet dem Rollenspiel im Gesamten.
Meine Antwort dazu: Einfach mal zu seiner Meinung stehen, auch wenn sie nicht dem Mainstream entspricht. Auch das kann helfen.
Wie hilft das?
Das man zum x'ten mal verball in die Fresse gezimmert bekommt weil man es wagte DSA nicht scheiße zu finden? Das man sich dann wiederholt geben darf das man ein total debiles sturbockig Fangirl sei, weil sich traut unermüdlich zu widersprechen das das eigene fav. System "objektiv schlecht(er)" ist?

Ohne Aussicht das sich das jemals ändert? 
Was zum Teufel hilft das?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2013 | 12:50
...die Geschmäcker sind verschieden und ...
Ein Aufruf "seid alle lieb zueinander".

Ich lese aus dem Artikel eigentlich etwas anderes heraus.
Sicherlich ist das "Geschmacksache" die Startaussage, aber das wesentlich ist doch die Erkenntnis "Geh nicht mit zu vielen Erwartungen an eine Sache heran."
Und ja, auch das ist keine bahnbrechende Entdeckung, aber ist eine Sache, die zu oft nicht beachtet wird und aus der dann dann zu oft entsprechende Hates und Flames entstehen.

Nehmen wir mal jedes x-beliebige größere Rollenspiel, welches neu erscheint oder in einer neuen Version erscheint. Wirklich jeder hat seine Vorstellungen und Erwartungen, wie es sein muss/sollte.
Nur wird das System nicht für ihn persönlich maßgeschneidert. Vielleicht wird es nicht mal für seine Schnittmenge an Zielgruppe ausgerichtet.
Prompt liest man aus Werkstattberichten wie es werden wird und reagiert enttäuscht mit Ablehnung.
Dabei gibts dann etliche andere, denen es Spaß machen wird, genau das zu spielen.
Die Kommunikationen, die daraus entstehen sind doch vorprogrammiert.

Wem es nicht schmeckt, der sollte es nicht essen. Aber er sollte auch nicht anderen den Appetit verderben.
Und vielleicht sollte man auch mal in der Lage sein, die eigene grundlegenden Ablehnung abzulegen, nur um dann festzustellen, dass es SO schlecht doch gar nicht ist. Immer noch nicht "meines", aber doch etwas, dass man als "spielbar" anerkennen kann.
Und dass die anderen, denen das Spaß macht auch keine Idioten sind.
Akzeptanz und Anerkennung, darum geht es.

Das war für mich die Kernaussage. Und ich finde sie gut.
Kein brilliantes Gedankengut, aber die Forenwelt zeigt doch, wie oft genau dies schiefgeht.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Selganor [n/a] am 17.12.2013 | 12:51
Und die ewigen Debatten, wer denn nun cooler ist, Batman oder Superman, welches Spiel sooo viel geiler ist, WarmaHordes oder WH40k, welches Setting jetzt am alleroberrockigsten ist, SoIaF oder HdR - all das gehört zum Nerdtum einfach dazu.
Es geht ja nicht um Debatten. Die koennen ja durchaus interessant sein (ich erinnere mich da an den SciFi Smackdown Podcast). Es geht um die Uebertragung von Meinungen ueber Dinge auf Leute die diese Dinge anders sehen.
Beispiel:
A findet Genre/System/Setting/... X doof
B mag X
A meint, das B doof ist (Nur aus dem Grund weil B X mag).

Und sowas ist nunmal was das man echt nicht braucht.

Ich erinnere mich noch an Zeiten (ja, rollenspieltechnisch bin ich ein alter Sack ;D ) als "Rollenspieler" schon als Bezeichnung fuer Leute mit denen man sich naeher unterhalten wollte/konnte gelangt hat. Inzwischen wird aber erst nochmal nachgefragt, ob die Leute auch "das Richtige/richtig/... (tm)" spielen. Nicht dass man noch Kommunikationseinheiten auf Leute "verschwendet" die ja gar nicht die Systeme/Settings/Spielstile/... die man selbst mag/spielt/leitet/... richtig zu schaetzen wissen (oder einen gar fuer doof halten, denn wer ja was "Falsches" spielt ist ja doof) :(  :puke:
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: ManuFS am 17.12.2013 | 12:53
Um es einmal weniger nett zu formulieren: Seine Meinung was alles scheiße ist als Fakt darzustellen und zuverbreiten ist meiner Meinung nach im Grunde asozial und schadet dem Rollenspiel im Gesamten.

Das ist IMHO nicht begrenzt auf Rollenspiel, das ist eine sehr allgemeine Sache (ja, Politiker und BILD Zeitung, ich schaue in eure Richtung).

Zitat
Wie hilft das?
Das man zum x'ten mal verball in die Fresse gezimmert bekommt weil man es wagte DSA nicht scheiße zu finden? Das man sich dann wiederholt geben darf das man ein total debiles sturbockig Fangirl sei, weil sich traut unermüdlich zu widersprechen das das eigene fav. System "objektiv schlecht(er)" ist?

Ohne Aussicht das sich das jemals ändert? 
Was zum Teufel hilft das?

Sich selbst treu zu bleiben. Wenn man sich in einem Umfeld befindet, dass einem dafür aufs Maul gibt, dann wird es Zeit das Umfeld zu wechseln (falls sich das Umfeld nicht auf einen sozialen Umgang miteinander einstellen kann/will).
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 12:58
Das ist IMHO nicht begrenzt auf Rollenspiel, das ist eine sehr allgemeine Sache (ja, Politiker und BILD Zeitung, ich schaue in eure Richtung).
Das macht es nicht besser.
Das macht daraus keine gute Idee.
Man kann sich durchaus dafür einsetzen das es aufhört oder zumindest weniger wird.

Zitat
Sich selbst treu zu bleiben. Wenn man sich in einem Umfeld befindet, dass einem dafür aufs Maul gibt, dann wird es Zeit das Umfeld zu wechseln (falls sich das Umfeld nicht auf einen sozialen Umgang miteinander einstellen kann/will).
Ebenso könnte man das Umfeld doch (zu recht) bitten das verprügeln von anderen Rollenspieler oder Menschen sein zu lassen. Sowie aufzeigen das es weder ein intelligentes, soziales noch angebrachtes Verhalten ist.

Also bevor man einen Rollenspieler hat der eine Kommunikationsplattform verläßt weil auf ihn, wegen seiner Meinung, eingedroschen wird.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Radulf St. Germain am 17.12.2013 | 13:03
Darum das die offensive Verbreitung der Ansicht "Alles was mir nicht schmeckt ist objektiv schlecht" zu der Eskalation rund um das Savage Worlds Forum führte. Wonach einige Leute das Tanelorn verliessen.

Ich stimme Dir zu. Ich selber hatte/habe auch die Tendenz alles zu bewerten, aber dann habe ich einen ähnlichen Artikel gelesen und versuche seitdem nicht den Spaß von Leuten zu dämpfen, indem ich meine Meinung rausposaune als wäre sie das einzige was zählt. (Ich werde trotzdem nichts spielen, was ich doof finde, das ist ein anderes Thema - aber oft wird ja einfach nur unverbindlich erzählt.)

Es ist übrigens erstaunlich wie viele unserer Aussagen wertend sind, ob positiv oder negativ.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Horatio am 17.12.2013 | 13:12
Ich stimme 1of3 (und anderen) zu, dass der Artikel nicht weit genug geht.

Allerdings ging es dem Autor auch nicht darum zu sagen, dass wir uns alle lieb haben sollen, sondern dass es grade Spiele gibt, die genau das machen was sie wollen und in dem Bereich super funktionieren. Diese Spiele sind damit gut, unabhängig davon, ob man selbst etwas damit anfangen kann.

Anders gesagt, man kann die Güte eines Spiel nicht daran messen, ob es die eigenen Präferenzen bedient.

Wie wichtig diese Aussage ist und dass sie regelmäßig nicht verstanden wird sieht man schon vor der eigenen Haustür wenn man einen Blick in die DSA5 Threads wirft (und bspw. die "Die DSA4 Talentprobe ist grundsätzlich schlecht" Diskussion mal nachließt :P).

.. oder man Argumente aus dieser Warte hört:
- Das ist nicht realistisch und damit Unsinn
- Bodenpläne? Ich spiele doch ein Rollenspiel!
- Aspekte sind Unsinn, solche Sachen spielt man als guter Rollenspieler einfach so aus
- Das ist nur für Oneshots geeignet, es fehlt ein groß angelegtes Steigerungssystem
- Player Empowerment pfuscht dem SL rein und macht damit das Spiel kaputt

In dem Artikel geht es nicht mal darum zu sagen, dass "alles irgendwo toll ist". Tatsächlich lässt der Umkehrschluss aus dem Artikel zu, dass nicht alles was meine persönlichen Präferenzen trifft gut ist.. und wir haben alle auch schon „Mist“ gespielt, einfach weil er grundsätzlich in den eigenen „Behagensbereich“ passt (ohne dass es auf die Richtung „ich mag das Setting so gern, da sind mit die Regeln egal“ rausläuft). Ich würde auch heute noch immer wieder eine Runde 7th Sea spielen; aber es heute noch Leuten die ein Mantel und Degen System wollen nahelegen? Könnte ich nicht mehr gutens Gewissens, bzw. nur mit Einschränkungen.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Gorilla am 17.12.2013 | 13:29
Ui. Da habe ich wieder was angefangen. Entschuldigung dafür.

Ich verstehe jetzt aber nicht, weshalb sich die DSA-Apostel hier schon wieder gegängelt fühlen. Böse Zungen könnten gar unterstellen, dass sie sich bewusst anschicken, aktiv die Opferrolle zu suchen.
Aber um diese Personen gleich mal zu beruhigen: DSA ist Mainstream. Zumindest in unserem Hobby (in D).

Trotzdem bleibe ich dabei: Im Tanelorn haben wir die Aussage des Artikels doch schon lange hinter uns gelassen.
Zitat
(...) but we should have a little respect for our fellow gamers and their personal tastes. (...) One person’s tastes do not define awesome or suck, and if you can’t respect a different opinion, you just might be a dick.
Das gilt doch hier bei uns. Galt offensichlich schon vor meiner Zeit.
Jeder hier weiß, dass jeder Post immer nur eine persönliche Meinung zum Ausdruck bringt, ohne dass in jedem Satz 3x "imho" steht.
Jeder hier kann wohl akzeptieren, dass es unterschiedliche Spielertypen, Motivationen für Spiel, Grade der Involvierheit, Lieblingssysteme usw gibt.
Man darf sich für sein Hobby trotzdem begeistern und versuchen, seine Meinung unters Volk zu bringen - genau dazu ist das  :T: ja auch da. Und i.d.R. geht es bei uns hier doch recht zivilisiert zu.

Und ganz ehrlich; wer aus der wörtlichen Aussage "XYZ ist total scheiße", sei es nun bzgl. eines Buches, eines Films, eines Konsolen-/Brett-/Rollenspiels, eines Restaurants, einer Partei, eines Fußballvereins,... nicht herauslesen kann, dass es sich dabei um eine wertende Meinungsäußerung handelt, sondern das Postulierung einer Gesetzmäßigkeit versteht, der sollte vielleicht noch einmal in sich gehen. Und vor allem auch noch einmal überprüfen, wann und wie er denn selbst so mit Steinen um sich wirft ("jeder hackt immer nur auf meinem Lieblingssystem rum" / "alle sind immer fies zu mir, nur weil ich Blabla nicht mag").
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Horatio am 17.12.2013 | 13:34
@ Gorilla
Ich seh den direkten DSA Bezug nicht und kann deine Aussage nicht nachvollziehen, dass in diesem Forum das im Artikel angesprochene Verhalten nicht vorkommt.

EDIT: Ich muss da doch jetzt mal nachfragen.. wurde ich als DSA Apostel bezeichnet?  wtf?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 13:51
Eigentlich finde ich, sagt:
"Just because you don’t like something doesn’t mean it sucks."
"Nur weil du es nicht magst, heißt das nicht das es stinkt."
Schon aus das fast alles toll ist, ob man es mag oder nicht.

Bezogen auf die DSA wäre das doch eher so etwas wie:
"Nur weil du keine 3W20 magst, heißt das nicht das sie stinken."
"Nur weil du keinen Metaplot magst, heißt das nicht das er stinkt."
"Nur weil du keine umfangreichen Bücher magst, heißt das nicht das sie stinken."
"Nur weil du den Widerspruch von System und Setting nicht magst, heißt das nicht das er stinkt."
"Nur weil du die feinkörnigen, mannigfaltigen Regeln nicht magst, heißt das nicht das sie stinken."

Das heißt wenn man sich an einen Tisch setzt und das Spiel nicht den Vorlieben entspricht, stinkt es nicht. Einerseits nicht unbedingt für einen selbst, andererseits aber ganz sicher nicht für die die damit Spaß haben.

Auch verstehe ich das Beispiel hinsichtlich der D&D4 Runde eher so, das es ihnen Spaß gemacht hat, das es toll war. Es ist nicht das Lieblingssystem, aber der Spielabend war gelungen. Es war die richtige Entscheidung es zu spielen.
Auch wenn es andere Spieler anstinken würde.
Auch wenn es andere Spieler gibt glauben das es allgemein, objektiv gesehen stinkt.
Auch wenn es andere Spieler gibt glauben das es alle Personen die D&D4 Runden spielen stinken.
Selbst dann wenn man sich überlegt das es einen unter anderen Bedingungen selbst angestunken hätte.

Das heißt das wenn man schon ob des Gestank das Febreze rausholt, das man es eher auf sich als auf andere sprüht.

Ich sehe den Artikel mehr als ein Aufruf zur Akzeptanz und Toleranz von bestehenden Systemen, Settings und Spielern. Nicht dazu eigenes als stinkend wahrzunehmen.


@Gorilla:
Ich habe DSA aufgegriffen weil in diesem Forum es unter einem Grossteil der Nutzer Usus ist DSA schlecht zu finden. Weil hier im Forum regelmäßig Threads eskalieren weil die Personen die DSA nicht mögen mal wieder einen Thread gehijackt haben, was schließlich wieder in die ÄtzBlubber-/Lästerrunde verschoben wird.

Das heißt wenn man versucht positive Aspekte von DSA zu diskutieren werden Nutzer in die Breche springen die einem erzählen das es stinkt und was genial ist. Damit wird die Plattform für eine Diskussion unter begeisterten entzogen und der Respekt vor der Ansicht und der Meinung der anderen Nutzer fehlt.

Das "Argument" das es "viele" DSA-Nutzer gibt entschuldigt ein derartiges Verhalten ebensowenig wie Argumente der Art "Früher" das in der WoD Ecke fällt.

Geschweige den so ein Unsinn wie dem Ziel der Aggression zu unterstellen es wäre der Täter weil es anführt das die sorglos getroffenen Aussagen bis hin zu Anfeindungen es würde aggressiv wenn es sich wagt diese zu Sprache zu bringen.
Das heißt solche Parolen wie das die Betroffenen sich lediglich die Opferrolle suchen würden.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Thandbar am 17.12.2013 | 14:01
Für mich sind es zwei verschiedene Paar Schuhe, ob jemand eine schöne Polemik schreibt und zum Beispiel in einem eigenen Artikel ein System gründlich verreißt, oder ob Kritik in Form von Zweizeilen-Gehate ständig sich in irgendwelche Forenfäden ergießt, die eigentlich ganz andere Gegenstände zum Thema haben.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Horatio am 17.12.2013 | 14:05
"Nur weil du den Widerspruch von System und Setting nicht magst, heißt das nicht das er stinkt."

Ich gebe dir in deiner Aussage und den restlichen Beispielen recht, aber in diesem Fall stinkt es schon etwas ;D..
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Gorilla am 17.12.2013 | 14:20
@Horatio: Ne, es war Teylen, die mit DSA angefangen hat. Auch wenn ich das insgesamt nicht an ihrer Person festmachen will. Schließlich wird das Argument ja immer wieder ins Feld gebracht ("ihr gebt mir nur nicht Recht, weil ich DSA gut finde").

Und ich sehe bei der "DSA-Debatte" auch keine "Täter" oder "Opfer", sondern lediglich verschiedene Meinungen. Allerdings sehe ich schon ein bisschen Rumgeheule auf Seiten der DSA'ler, die sich gerne mal als "Opfer" darstellen, wenn sie Gegenwind bekommen. Richtig ist allerdings, dass es in DSA-Threads nicht immer nur höflich formulierte und gerechtfertigte Kritik gibt. Da muss ein System, das die unbestrittene Marktführerschaft hat, allerdings auch durch. Ist bei Tabletops (GW), Energie (Vattenfall, EON usw.), Jugendliteratur (Harry Potter) und allen anderen Bereichen auch nicht anders. An der Spitze (bzgl. Umsatz - was nicht zwangsläufig mit Qualität zu tun hat, auch wenn das Ultra-Liberalisten gerne anders darstellen) steht man immer unter besonderer Beobachtung.

Zitat
Ich sehe den Artikel mehr als ein Aufruf zur Akzeptanz und Toleranz von bestehenden Systemen, Settings und Spielern.
Genau. So habe ich das auch verstanden und dachte mir dann, wozu das in T verlinkt werden soll, wo genau das so fast immer gemacht wird.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Slayn am 17.12.2013 | 14:29
Komisch. gerade in diesem Forum trifft man immer wieder genug Leute, die auf zumindest ein Quäntchen Kritische Distanz besitzen und mit denen man sich auf einer fundierten Ebene über ein Thema unterhalten kann.
Es ufert doch immer erst dann aus, wenn es von der fundierten Ebene rüber zum Persönlichen geht, meist weil einem das Ergebnis der Diskussion nicht gefällt oder bestimmte "Trigger" fallen.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2013 | 14:33
Eigentlich finde ich, sagt:
"Just because you don’t like something doesn’t mean it sucks."
"Nur weil du es nicht magst, heißt das nicht das es stinkt."
schon aus das fast alles toll ist, ob man es mag oder nicht.

Nein, sorry, aber das sagt es nicht aus.
"Nur weil Dir der Schuh nicht passt, heisst dass noch nicht, dass er zu klein ist."
impliziert durchaus, dass der Schuh auch zu groß sein könnte,
aber es schliesst auch nicht aus, dass er nicht vielleicht tatsächlich zu klein ist.
Es sagt nur aus, dass es deswegen nicht automatisch so sein muss.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Gorilla am 17.12.2013 | 14:35
Komisch. gerade in diesem Forum trifft man immer wieder genug Leute, die auf zumindest ein Quäntchen Kritische Distanz besitzen und mit denen man sich auf einer fundierten Ebene über ein Thema unterhalten kann.(...)
Sag ich doch. Oder nicht?   :-\
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2013 | 14:37
Sag ich doch. Oder nicht?   :-\

Ja, sagst Du. :)


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Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 14:43
Vielleicht unter anderem weil es auch im Tanelorn nicht so gehandhabt wird.
Wie man im DSA Forum beobachten kann und im SW Forum zumindest beobachten konnte.

Die Beschwerde ist auch nicht das jemand kein Recht erhält weil er DSA gut findet.
Die Beschwerde ist das jemand DSA gut findet, sich über DSA austauschen mag, einen Thread erstellt und man eine Uhr danachnutzen kann um zu sehen wie lange es dauert bis die ersten auftauchen die mitteilen das die Regeln stinken, das das Setting stinkt, das die vielen Bücher stinken, das die 90'er Spielweise stinkt und so weiter.

Das heißt anstelle der eigentlichen Diskussion um DSA hat man die üblichen Kommentare wie sehr DSA stinkt. Ein Austausch unter Personen die finden das DSA nicht stinkt wird wenn nicht unmöglich doch zumindest schwierig.

Weshalb diese Entgleisungen entsprechend abgetrennt und in den Läster-/Blubberthread gekippt werden. Wo man sich ständig darüber austauscht wiesehr DSA stinkt.

In dem Kontext werden Nutzer die einfach nur DSA diskutieren wollen durchaus zum Opfer bzw. Ziel der Personen die ihre Ansicht zum Gestank von DSA aggressiv darbringen. Wobei hinzukommt das von dem Umstand das einem DSA stink durchaus ein vermeintlicher Fakt abgeleitet wird und sich die Aussagen zum stinken nicht nur auf DSA sondern mitunter durchaus auf die Fans und Spieler ausbreitet.

Dabei hat das ganze anstinken der Stänkerer überhaupt keinen positiven Nutzen.
Außer im Grunde deren Ego zu befriedigen und einen gemeinsamen Feind zu konstruieren.
Dem man dann natürlich attestiert das er nach den Attacken vollkommen grundlos am rumheulen ist und sich in die Opferrolle begibt.
Die selbe absurde Logik mit der Personen des öffentlichen Leben die Schuld am Shitstorm gegeben wird der ihnen zuteil gelassen wird. Schließlich sollen die sich auch nur nicht so anstellen und seien es ja selber Schuld.

Da muss ein System, das die unbestrittene Marktführerschaft hat, allerdings auch durch.
Ich finde es absurd andere Nutzer anzugehen, eine Diskussion unmöglich zu machen, dadurch zurechtfertigen das angeblich aufgrund der Größe des System einen Anspruch darauf besteht.
Als würde jemand nur weil er Begeisterung für ein großes System sein weniger Wert haben und mehr verletzendes Verhalten ertragen können.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: ManuFS am 17.12.2013 | 14:46
Das macht es nicht besser.
Das macht daraus keine gute Idee.
Man kann sich durchaus dafür einsetzen das es aufhört oder zumindest weniger wird.
Ebenso könnte man das Umfeld doch (zu recht) bitten das verprügeln von anderen Rollenspieler oder Menschen sein zu lassen. Sowie aufzeigen das es weder ein intelligentes, soziales noch angebrachtes Verhalten ist.

Also bevor man einen Rollenspieler hat der eine Kommunikationsplattform verläßt weil auf ihn, wegen seiner Meinung, eingedroschen wird.

Öhm, ja? Das ist was ich sage...?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2013 | 14:49
Da muss ein System, das die unbestrittene Marktführerschaft hat, allerdings auch durch.
Ich finde es absurd andere Nutzer anzugehen, eine Diskussion unmöglich zu machen, dadurch zurechtfertigen das angeblich aufgrund der Größe des System einen Anspruch darauf besteht.
Als würde jemand nur weil er Begeisterung für ein großes System sein weniger Wert haben und mehr verletzendes Verhalten ertragen können.

Ich glaube nicht, dass unser Gorilla meinte, dass Kritiker ein Anrecht auf sowas haben, sondern eher dass sowas nun einmal unveränderlich ist... The bigger the system, the bigger the shitstorm.
Oder wie die Seebären sagen: "Am Masttop (Mastspitze) weht der Wind am schärfsten."
Und vielleicht auch, dass große Schiffe von kleinen Wellen eigentlich unbeeindruckt und ohne Schaukelreaktionen durchs Fahrwasser kreuzen sollten.
Einfach mal gelassen bleiben... Oftmals rettet genau das die Diskussion vor der Entgleisung.
Und das stellt keine Legitimisierung des Shitstorms dar, sondern nur die Akzeptanz des Unvermeidlichen.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 15:00
Das Gelassen bleiben bringt nur leider auch mit sich das die Diskussion letztlich nicht stattfindet.

Auch ist die vermeintliche oder tatsächliche größe des Schiff irrelevant.
Das Schiff als solches ist ja nicht einmal in der Nähe. Selbst wenn es in der Nähe wäre, im Gegensatz zu den Nutzern ist es keine Person.

Hinsichtlich des Text im Spoiler. Es ist auch so das der Fan der nicht hinreichend erwachsen ist der nicht in der Lage ist sich auszutauschen bzw. den anderen gewähren zu lassen. Der behauptet das der Inhalt echt scheiße ist und versuchte diese absolute Aussage versucht mit "objektiven Fakten" zu belegen.
Anstelle akzeptieren zu können das ie Frage ob der Inhalt echt scheiße ist oder nicht kein Fakt darstellt sondern eine Meinung.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Xemides am 17.12.2013 | 15:04
Ich habe den Artikel nicht gelesen, aber vieles was ich hier lese findet sich in vielen Interessansgruppen wieder.

Ob das Fußballfans sind, die unterschiedliche Manschaften anfeuern (gut, da sind noch andere Gründe im Spiel), Subgruppen von Musikgenres (Metall zum Beispiel: Glammetal und die britischen/europäische Szene wurden erst durch den Grunge vereint) oder whatever.

Anstatt das man sagt, wir sind alle im Geiste vereint weil wir Rollenspieler, Metalfans, etc sind, streitet man sich über die unterschiedlichen Stile, Systeme, Settings, etc.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2013 | 15:19
Das Gelassen bleiben bringt nur leider auch mit sich das die Diskussion letztlich nicht stattfindet.

Gelassen bleiben impliziert auch, die eigentliche Diskussion weiterzuführen und das lästige Störgeräusch zu ignorieren.

Zitat
Auch ist die vermeintliche oder tatsächliche größe des Schiff irrelevant.
Das Schiff als solches ist ja nicht einmal in der Nähe. Selbst wenn es in der Nähe wäre, im Gegensatz zu den Nutzern ist es keine Person.

Als Konsument eines Systems bist Passagier im Schiff.
Nur weil draussen irgendjemand versucht zu schaukeln, wird man nicht seekrank.
Da müssen schon größere Brecher kommen...

Abgesehen davon liegt in der Aussage des Blogbeitrages auch ein Umkehrschluss...

"Nur weil Du es nicht magst, heisst das nicht, dass es schlecht ist"
impliziert ja auch
"Nur weil Du es magst, heisst das nicht, dass es gut ist"

Und wenn die Konsequenz aus dem ersten Satz bedeutet, dass man seine Abneigung auch mal beiseite legen sollte, dann bedeutet der Umkehrschluß auch, dass man nicht auf jede Kritik anspringen muss...
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 15:43
Man ist dahingehend doch nicht auf einem Schiff, sondern quasi draußen am Hafen.
Vielleicht in einem Cafe, in der man sich über ein Thema unterhalten will.
Da macht es schon ein Unterschied ob man sich über ein schiffsbezogenes Thema unterhalten kann, oder ob dort permanent dazwischen gegröhlt und teilweise gepöbelt wird. Jetzt könnte man natürlich auf sein Schiff gehen, das heißt sich nur noch in Runden oder in dedizierten Foren austauschen.
Allerdings wäre das für die übergreifende Gemeinschaft der Schiffspassagiere bedauerlich.
Auch wenn Personen durch das gegröhle und gepöbele das Schifffahren an sich verleidet wird.

Den Umkehrschluss kann man theorethisch ziehen.
Wie das theorethisch bei jedem Schluss geht.
Praktisch sehe ich das Beispiel mit der D&D4 Runde jedoch als indikator das der Fokus doch deutlich darauf liegt anderen nicht die Butter auf der Stulle madig zu machen. Anstelle damit anzufangen das einem die Stulle doch eigentlich weniger gut schmeckt als einem der Magen und die Geschmacksknosp gerade sagen.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: WitzeClown am 17.12.2013 | 16:07
In diesem Faden hat die Zusammensetzung der Diskussionsteilnehmer mehr Aussagekraft als der Inhalt ihrer Beiträge.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2013 | 16:07
Ob man den Artikel so auf das DSA-Bashing übertragen kann?

Die Spielerin musste sich gegenüber einem rollenspielerischen Umfeld für D&D4 "erklären" oder rechtfertigen. Das ist die Edition, mit der D&D anscheinend die Marktführerschaft in der amerikanischen Rollenspielwelt verloren hat. Ich würde fast so weit gehen, anzunehmen, dass bei D&D4-Bashing der Angriff aus dem "Mainstream" kam. Das trifft auf die DSA-Basher nicht unbedingt zu, denn DSA ist der Mainstream (neben einigen anderen populären RSPs in D).

Davon abgesehen finde ich, dass Rollenspieldiskussionen um Systemqualität entspannter verlaufen, wenn man zwischen Systemen mit ähnlicher Zielsetzung vergleicht. Nun würde wahrscheinlich nicht jeder annehmen, dass D&D4 und D&D3.x oder Pathfinder ähnliche Zielsetzungen haben (könnten), weswegen solche Diskussionen leicht unentspannt werden können, und anstatt über die regelmechanische Umsetzung dieser Ziele zu reden, artet es leicht in "das ist kein echtes Rollenspiel" aus. 
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 16:17
Die Autorin spielt ansonsten, auf Basis des Artikels, eher "story/narrative based" und behauptet "focus on the action over roleplaying and the inflexible rule interpretations are things that I dislike about games in general".

Ich zweifele da etwas das sie von OSR und PFRPG Spielern umgeben ist. ^^
Abgesehen davon das D&D auch in der vierten Edition drüben noch Mainstream ist.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Slayn am 17.12.2013 | 17:33
@Teylen:

Anscheinend hast du vorhin die Sache mit dem großen Schiff nicht so richtig verstanden. Der jeweilige Marktführer, praktisch egal was es ist, generiert die meisten Kunden, die höchste Loyalität und auch die meisten Erfahrungen und wird praktisch automatisch auch die meisten Leute enttäuschen und sich meiste Feindschaft aufbauen. Das ist normal.
Dieser Umstand muss den jeweiligen Marktführer aber in keinster Weise kratzen, da er alleine durch seine Position schon gewinnt.

Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 17:48
Schon. Nur geht es hier nicht um Marktführer sondern um die Spieler, Rollenspieler.
Das heißt es geht, um es einfach als Beispiel aufzugreifen, um den DSA Spieler.
Es geht weder um DSA noch um Ulisses.

Gegenüber DSA als Objekt kann man effektiv kaum eine Feindschaft ausüben und gegenüber einem Firmenkonstrukt wird es schwierig.

Das heißt der DSA Spieler wird aufgrund seines Enthusiasmus, Loyalität und Spaß eben nicht wie der Artikel fordert hinsichtlich der Meinung respektiert. Anstelle dessen wird die Feindschaft gepflegt in dem die eigene Meinung zum Fakt verklärt wird und dem DSA Spieler in die Kommunikation gefahren.


Das ganze funktioniert auch wenn man DSA durch Savage Worlds, Fate, Itras By, D&D, PDQ, Don't Rest your Head, Dungeon Slayers, Cortex+ oder ein anderes Rollenspiel ersetzt.
Es wird nicht besser, gerechtfertigter, moralischer nur weil von den genannten DSA in Deutschland die höchsten Absatzzahlen oder größte Spielerbasis hat.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2013 | 17:49
Die Autorin spielt ansonsten, auf Basis des Artikels, eher "story/narrative based" und behauptet "focus on the action over roleplaying and the inflexible rule interpretations are things that I dislike about games in general".


Je nachdem kannst du unter Story/Narrative-Based alles mögliche verstehen, was sich auch mit d20/Pathfinder umsetzen lässt. Viele DSA-Spieler, um mal unsere deutsche Situation zu beleuchten, würden sich oft als "eher storyorientiert" spielend bezeichnen, und trotzdem ist DSA meilenweit weg von Storygames. Ähnliches gilt, glaube ich auch, bei Pathfinder, wenn auch nicht so krass. Mal abgesehen davon, dass Kritik an "inflexible rule interpretations" auch nicht dafür spricht, sich mit Storygames aus dem Indie-Bereich wohlzufühlen.

Deswegen meine ich: D&D4 hat unverkennbar einen deutlichen Actionfocus (und Kampffocus). Das war einer der Kritikpunkte daran - was aber völlig am Ziel vorbeigeht, wenn man Rollenspiele vergleichen will. Der Punkt müsste mMn eher sein, zu fragen: Worin kann D&D4 den Kampf besser/schlechter umsetzen als andere Spiele mit ähnlichem oder gleichem Focus? Und wenn man Mainstream vergleichen will, warum vergleicht man nicht Mainstreamsysteme? Gibt es solche extremen Anfeindungen zwischen, sagen wir, Pathfinder und Shadowrun, dass man da zu Toleranz und Friedfertigkeit aufrufen muss?

Was ich sagen will, ist: Die extremen verbalen Anfeindungen kommen, wenn entweder zwei Systeme so eng in einer Nische stehen, dass sie sich Konkurrenz um knappe Kunden machen, oder zwei Systeme völlig unterschiedliche Spielweisen bedienen, was von den Spielern aber nicht wahrgenommen wird.

Die Mainstreamposition von D&D4 ist so eine Sache, die ich nicht ganz von der Hand weisen, aber stark relativieren möchte. D&D4 zielte sicher darauf ab, seinen Stil als Mainstream zu etablieren, und vertraute auf den Markennamen D&D. Das Spiel hat seinen Fankreis (und ich mag es auch), aber dass man ein sehr stark an d20 orientiertes D&D Next so schnell auf den Markt wirft, muss seine Gründe haben.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 17:59
@SLF:
Du kannst zur Not auch das Blog lesen um zu bemerken das sie eher keine OSR Spielerin ist.
Also wenn dir die Aussagen:
 
Mit einer Hex-Runde als Beispiel für die beiden letzteren. Nicht eindeutig genug sind.
Wobei meine Aussage nur war das sie keine D&D und keine OSR Spielerin ist. Nicht das sie sich in einer Forge bewegt.

Den Vergleich zum mainstream hast du bemüht.
Du hast die These aufgestellt das sie als D&D4 Spielerin vom 'Mainstream' dafür kritisiert worden wäre und sich die Kritik über die Verortung im Mainstream auszeichnet.
Tatsache ist wir Wissen nicht wem genau sie gegenüber nicht von der Runde berichtet weil danach subjektive Abwertungen fallen, die als angeblich objektive Fakten dargeboten werden.
Das Problem ist die Abwertung. Der fehlende Respekt vor den Spielern, welche die Runde den Umständen angemessen total gut fanden.
Es ist nicht relevant ob es D&D3, PFRPG Spieler oder nordische JeepForm LARPer ist.
Es ist nicht relevant ob der Vorwurf ist Brett-WoW anstelle von narrative hochwertigen zu spielen oder ob der Vorwurf ist das Spiel zu fördern das OSRig untrue ist.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Oberkampf am 17.12.2013 | 19:18
Teylen, OSR ist eine ganz eigene Nische, die Null mit Mainstream zu tun hat. DSA ist nicht OSR, aber Mainstream. Pathfinder ist in den USA Mainstream, aber nicht OSR. Ich habe nie behauptet, dass sie OSR oder sonstwas nischiges spielt.

Mein Problem ist, dass du die Nörgelei an Mainstream-Produkten mit der Nörgelei des Mainstreams an Nischenprodukten gleichsetzt. Und D&D4 sehe ich, bei allem Respekt vorm Markennamen, als ein Nischenprodukt an.

Ich habe auch kein Problem damit, dass man die Forderung unterstützt, Diskussionen über Systeme sachlicher und entspannter zu führen und auf Anfeindungen im Sinne von "ist kein richtiges Rollenspiel" zu verzichten. Ich glaube bloß, dass Du mit DSA falsche Prioritäten setzt, weil Nischenprodukte eher Schutz bedürfen als Mainstream. Das  :T: ist eine Nische im deutschen Rollenspiel. Hier treffen sich u.a. die von DSA enttäuschten, nicht der Großteil der deutschen Rollenspieler. Für DSA ist bashing nicht existenzbedrohend. Vergleich das mal mit frühzeitig eingestellten Linien wie Warhammer3 oder D&D4.

Andererseits wollte ich den Finger auch auf den Punkt legen, unter welchen Voraussetzungen solche "Systemschelte" eskaliert. Als ich nochmal darüber nachgedacht habe, ist mir z.B. auch aufgefallen, dass sich tendenziell Nischen untereinander viel weniger angreifen als Mainstream kontra Nischen und Nischen kontra Mainstream. Und wenn die Nischen sich im Mainstream etabliert haben, nehmen deren Angriffe mMn merklich ab.


Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 20:04
Mir ist die Trennung zwischen D&D4, D&D3.5, PFRPG und OSR egal. Für mich ist es im groben "D&D artig" (man hat d20, Dungeons, Miniaturen und Level-Regeln) und zählt damit zum Mainstream.

Mein Problem ist, das du Nörgelei - mangelnder Respekt - gegenüber Rollenspielern meinst durch die Popularität ihres Spiels rechtfertigen zu können .

Ich finde es solle SCHEISS egal sein ob der Gegenüber DSA oder DS spielt.
Man. ist. kein Arschloch. gegenüber. dem Anderen ! Oder sollte keins sein.

Ich finde es ekelhaft das man sich die Anmassung erlaubt und Prioritäten setzt.
Nach denen ein Rollenspieler, nur weil er ein erfolgreiches System mag. weniger wert ist.
Wonach es in Ordnung ist einem DSA'ler unsachlich anzugehen, aber der DS'ler natürlich Schutz braucht.

Ein Rollenspielnazi wird nicht besser nur weil er Fate anstelle von DSA für das einzig wahre Spiel hält.
Für DSA ist bashing nicht existenzbedrohend.
Genau. Für die DSA ist es nicht Existenz bedrohend und auf die Rollenspieler, Mitdiskutanten, die Menschen? Geschissen.
Man wird ja schon irgendwas in der Geschichte oder an persönlichen (eingebildeten) Traumata finden womit man dann frei nachdem Motto "Aber der hat es doch verdient!" / "Sein Grossvater hat angefangen!" die eigenen Ausfälle rechtfertigen kann.


...

Und nach solchen Beiträgen wie dem von SLF fragt man sich noch ernsthaft wieso ein Beitrag im Tanelorn gepostet wurde?

...
 
Ach, und nachdem auf die (bösen) Spieler von Bösen Mainstreamsystem geschimpft wurde und erklärt wie sehr sich die all ihre Prügel verdient haben; ab in den Nachbarthread und über Nachwuchsprobleme klagen, Hey. An denen kann man denen dann auch noch die Schuld geben.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Slayn am 17.12.2013 | 20:23
Eh, Teylen, komm mal wieder runter.

In diesem Kontext treffen einfach mehrere Dinge auf einander, nämlich Erfahrung, Anspruch und Wissen.
Es ist vollkommen natürlich das sich Spieler erst mal auf den Mainstream einschießen, genau so wie es, wie oben erwähnt, natürlich ist dass dieser Mainstream viele Spieler auch quasi nur anspuckt, beledigt und wieder auskotzt. Ob das sofort, später oder nie geschieht ist eine vollkommen andere Sache.

Und sorry, es ist halt so, der Mainstream erfüllt per Definition immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner einer großen Menschenmenge, ansonsten wäre es ja nicht der Mainstream.

Die einzigen "Anfeindungen", wenn man das so nennen will, die es gibt, haben mit denjenigen Leuten zu tun, die trotz besseren Wissens den Mainstream als "überlegen" deklarieren und auch so argumentieren.
Ich denke, Spaß haben an einer Sache respektiert wirklich jeder, Spaß verteidigen an einer Sache die andere als .. naja... nicht Spaß-bringend erkannt haben nun eher nicht.

Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 17.12.2013 | 20:47
Wenn die Leute es respektieren würden das Andere an einer Sache Spaß haben, dann müssten diese es nicht gegen den Vorwurf das es keinen Spaß macht - bis hin dazu das es falschen Spaß macht - verteidigen.

... als wäre es möglich zu erkennen das eine Sache objektiv nicht-Spaß-bringend ist  ::)
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 02:52
Hab mir jetzt doch mal Zeit genommen den Artikel zu lesen.

Ich trau mich fast nicht den Verriss zu schreiben:
Die (beinahe) Gleichsetzung von Meinung und Person find ich ziemlich bescheiden.
(Einfach weil eine Gleichsetzung von Meinung/Handlung mit der Person z.B. die Arbeit mit Strafgefangenen, hysterischen Schülereltern, religiösen Fundamentalisten ... unmöglich macht. Das ist schlicht und ergreifend NICHT hilfreich!)

Und dann:
Ja natürlich, Design, etc. hat ausschließlich mit subjektivem Geschmacksempfinden zu tun.
Sorry, aber ich finde das gegenüber gewissen Berufsgruppen schon ziemlich abwertend.
Zitat
Just because you don’t like something doesn’t mean it sucks. [...] It even happens with entire genres of entertainment.
Ja genau, Heftromane sind gleichermaßen hochwertige Literatur wie Romane von Umberto Eco. Unterschiede sind lediglich persönliches/intersubjektives Geschmacksempfinden. Deswegen gibt es auch keine Kriterien, was gutes Design, gute Literatur, ... ausmacht. Ganz ersthaft: Ich finde diese Haltung zum Kotzen!

Kritik/Meinung muss begründbar, nachvollziehbar, möglichst transparent sein. Das gehört zum guten Ton.
Immunisierung gegen Kritik ist das Gegenteil davon. Und das Ende jeden Austauschs.

Zitat
People will dismiss or even mock a game system they don’t care for [...]
Genau! Wenns mir egal ist schreibe ich darüber.  ::)
Wenn mir was tatsächlich egal ist, dann verschwende ich nicht meine Zeit damit!



Was RSP angeht:
Ein System mit größeren Designmängeln (wie z.B. Schattenjäger) muss noch lange nicht unspielbar sein.
Mit der Design-Qualiät ist noch kein Wort über den Spielspaß der Gruppe gesagt.
Wenn es anders wäre hätte ich das genannte Spiel nicht so lange gespielt und würde mir auch keine Mühen
machen es an ein paar Stellen zu verändern, um es zu leiten!

(Ein Gemeinschaftsschlafraum auf einer Berghütte hat auch objektiv weniger Komfort als das 5-Sterne Hotelzimmer. Das ist einfach  kein Geschmacksurteil. Und trotzdem kann der Urlaub auf der Hütte 1.000x besser/spaßiger sein, als im Hotel.)

Addendum: Im Übrigen finde ich auch nicht, dass objektiv schlechte Elemente in einem Rollenspiel (alexandro hat mich vor einiger Zeit mal auf "Fehler" von Prince Valiant - einem meiner Lieblingsspiele - hingewiesen) das Spiel als Ganzes oder auch seine guten Elemente in irgendeiner Weise entwertet. Noch viel weniger trifft das auf irgendwelche konkreten Spielerlebnisse zu.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Xemides am 18.12.2013 | 06:39
Warum sollen Heftromane keine hohe Literatur sein ?

Ich mag diese Unterscheidungen nicht: U- und E-Musik, Trivial- und Hohe Literatur,. etc.

Wieviele Romane wurden zur Unterhaltung geschrieben und wurden erst später als Hohe L. angesehen ? Wurden Opern, Operetten nicht zur Unterhaltung geschrieben ?

Wieviele Literaten haben als Fortsetzungeschreiber angefangen, siede die Pulpmagazine der 30/40er Jahre. Asimov zum Beispiel.

Oder die Rhodan-Romane von William Voltz, die häufig philosophische Fragen als Hintergrund hatten.

Ich habe kaum etwas von der sog. hohen Literatur gelesen. Mir konnte keiner verkaufen, warum Faust oder die Buddenbrooks (letzterer soll nicht mal spannend sondern ziemlich langweilig sein) besser sein sollen als Tolkien oder Howard.


Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: am 18.12.2013 | 07:31
Ich habe kaum etwas von der sog. hohen Literatur gelesen. Mir konnte keiner verkaufen, warum Faust oder die Buddenbrooks (letzterer soll nicht mal spannend sondern ziemlich langweilig sein) besser sein sollen als Tolkien oder Howard.

Ein Zitat für die Ewigkeit.

EDIT:

Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist werth daß es zu Grunde geht;
Drum besser wär’s daß nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Robert E. Howard ("Die Sage von Bran Mak Morn")
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Oberkampf am 18.12.2013 | 07:51
@Teylen:

Entweder reden wir aneinander vorbei, oder ich verstehe deinen Punkt überhaupt nicht.

"Kritik" an Personen, die andere Geschmäcker haben, ist Käse. Stimme ich dir voll zu. Wenn diese "Kritik" noch beleidigend formuliert ist (z.B. "Rollenspielnazi") wird das nicht besser. Das ist keine schöne Form von Diskussion.

Wie kann man die unterbinden? Einfache Aufrufe zum "Seid nett zueinander" im Internet funktionieren nicht immer, was teilweise nicht mal an den Personen, sondern am Medium liegt. Was der eine mit der Intention eines gutmütigen Spotts schreibt, liest der andere als wüste Holzhammerbeschimpfung.

Ich finde es hilfreich, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie solche "Systemkriege" eskalieren, was für Konfliktlinien es gibt und wo es sich in welchem Maß lohnt, das Feuer zu versuchen, auszutreten oder klein zu halten.

Feuer klein halten oder austreten:
Beispielsweise der DSA-Bashing-Thread im  :T:. DSA ist das Mainstreamsystem, das fast jeder RSPler in D. kennt und einen breiten Fankreis hat, im  :T: treffen sich DSA-Frustrierte, das zieht unweigerlich einen Konflikt nach sich. Deshalb gibt es einen Bashing-Thread, der das Geschäume und Gestichel lokal begrenzt. Lokal begrenzt, aber nicht verbietet. Ich behaupte sogar, dass der DSA-Lästerthread trotz gelegentlicher Ausfälle eher für entspannten Umgang sorgt als den Frust antreibt. Und er hält die DSA-Hater (zu denen ich mich auch zähle) weitgehend davon ab, in anderen systembezogenen Threads ihr Feuer zu spucken.

Ansonsten bin ich übrigens auch der Meinung, dass man nicht jede Diskussion auf Geschmacksfragen reduzieren sollte.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Praion am 18.12.2013 | 07:53
Games can be bad, and it’s okay to say so (http://lookrobot.co.uk/2013/10/25/games-can-bad-okay-say/)
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 08:05
Bei einer Person die meint ein Recht auf Bashing zu besitzen weil das Ziel dessen ein Mainstream-System spielt ist m.E. durchaus Kritik an ihrer Handlungsweise berechtigt und nötig.

In Bezug auf das DSA Forum lese ich in unregelmäßigen Abständen Threads außerhalb der Blubber-/Läster-/Ätzecke.
Diese eskalieren nach meiner Beobachtung regelmäßig das die Leute in den Sammelthread verwiesen werden bzw. umgezogen. Wenn das Thema nicht gleich daran stirbt. Das heißt eine entspannte Diskussion von DSA-Fans jenseits der DSA-Hater, die wiederum in der kleinen Runde tiefenentspannt sind, ist im Grunde nicht möglich.
Führt letztlich dazu das ein Großteil der DSA Fans an anderer Stelle ist. Sowie wahrscheinlich sich allein aufgrund der Pflege der Vorbehalte und der Hater unwillkommen fühlt. Als Konsequenz daraus wohl eher keinen Zugang zu kleineren Systemen findet. Deren Anhänger aus der Sicht der DSA-Leute sowohl das Spiel als auch diese Spieler hassen.

Davon abgesehen wird nicht jede Diskussion auf eine Geschmacksfrage reduziert.
Das heißt der Artikel spricht sich nicht dagegen aus das man, keine Ahnung, darüber diskutiert wie nahe D&D4 jetzt an WoW ist und wo die Unterschiede zu D&D3.5 liegen. Ob D&D vielleicht zu brettspielig ist oder dergleichen.
Der Artikel spricht sich dagegen aus das wenn man einen D&D4 Spieler hat der von seiner Runde begeistert ist, etwas positives darüber erzählen mag, dazwischen fährt das D&D4 angeblich objektiv scheiße ist und das man objektiv gesehen damit keinen Spaß haben kann. Das es vielleicht falscher Spaß sei.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 08:30
Games can be bad, and it’s okay to say so (http://lookrobot.co.uk/2013/10/25/games-can-bad-okay-say/)

Es ist offensichtlich richtig, dass sich in der Wahrnehmung die Performance einer erlebten Spielrunde schlecht vom Regelwerk trennen lässt und Effekte daher oftmals falsch auf das Regelwerk interpretiert werden. Es ist sinnvoll darauf hinzuweisen. Als ich neulich dem Telechinesen Durance empfahl, setzte ich hinzu ich hätte es auf dem :T:reffen gespielt und mit wem. Antwort: "Das ja dann auch nicht schwer."

Auch dieser Artikel sagt aber nicht, was man tun soll, sondern schwabuliert über "grown-ups" zu sein und "being critical". Er ist dabei noch weniger zielführend als der erste.

Folgende Checkliste mag helfen:

- Woher kenne ich das Spiel eigentlich? Habe ich es gelesen? Habe ich es mit mehreren Personenkonstellationen gespielt?

- Welche Präferenzen habe ich eigentlich? Die ist nicht nur aus Gründen der Selbsterkenntnis sinnvoll, sondern auch um das eigene Anliegen pointierter zu kommunizieren.

- Passen die Selbstaussagen des Werks zum Effekt? In jenem Artikel wird das angedeutet bei Vampire, was da ein blatantes Beispiel ist. Das kann nützlich sein, denn es bietet neben meiner persönlichen Vorstellung den einzig möglichen anderen Referenzrahmen. Viele Spiele machen dies jedoch gar nicht klar, was einer nüchternen Betrachtung eher abträglich ist.

- Gibt es andere Spiele, die bei ähnlichen Zielen unterschiedlich vorgehen? Worin liegt der Unterschied? Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man eine breite Palette von Spielen kennt.

Offenbar ist also unser Urteil auf verschiedene Weise gehindert. Was der Artikel aber macht ist Bullshit aus folgendem Grund: "Critical thinking" ist kein Ziel bei Kommunikation. D.h. Menschen reden nicht mit einander, um kritisch zu denken. Sie tun das, um jemanden zu überzeugen, um Beziehungen zu pflegen, um sich von anderen abzugrenzen und selbst zu vergewissern etc.

Ginge es nur um "Critical Thinking" könnte der Denker ja zu Hause sitzen und denken und müsste nie darüber sprechen.

Wer behauptet nur kritisch nachzudenken, benutzt daher einen ziemlich perfiden Trick, um sich selbst gegen Kritik zu immunisieren. Der angeblich kritische Denker macht sich selbst zum absoluten Referenzrahmen. Er nimmt für sich in Anspruch über die Vernunft in reiner Form zu verfügen - und Vernunft finden wir ja alle gut.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 09:04
Der Artikel spricht sich dagegen aus das wenn man einen D&D4 Spieler hat der von seiner Runde begeistert ist, etwas positives darüber erzählen mag, dazwischen fährt das D&D4 angeblich objektiv scheiße ist und das man objektiv gesehen damit keinen Spaß haben kann. Das es vielleicht falscher Spaß sei.
Und was hält den D&D4-Spieler davon ab nachzufragen, was mich persönlich an D&D4 stört? Welche Teile ich schlecht geregelt finde? Welche Designentscheidungen mir zuwider laufen? Wie ich zum meiner "objektiven" Einschätzung komme? Ob ich schlechte Spielerfahrungen mit D&D4 gesammelt habe?

(Im Sinne einer offenen Diskussion wäre ein solches Verhalten jedenfalls sinnvoll. Da wird der Kritiker nicht gleich im Gegenzug in eine Ecke gedrängt, sondern kann sich aussprechen. Vielleicht sogar seine Meinung korrigieren oder wenigstens die Meinung des anderen als valide akzeptieren. Bei einem Umkehrangriff ist das nicht möglich!)

Ganz offensichtlich ist meine Abwehrreaktion gegen D&D4 so heftig, dass mir ein Zuhören unmöglich ist. 
Und damit werden - wenn der andere am Fortgang des Gesprächs interessiert ist - erstmal meine Probleme mit D&D4 Thema.
Und wenn er mir zugehört hat, dann kann ich mir wahrscheinlich auch (einen Teil) seiner tollen D&D4-Erlebnisse erzählen.
Wenn er stattdessen D&D4 verteidigt, dann endet es mit Streit und Diskussionsabbruch.


Was im genannten DSA-Bereich häufig passiert:
Die Kritik, Negativerfahrungen mit dem Spiel mag "keiner" hören. Das wird jedesmal abgewürgt. Durch Verschieben in den Blubber-Thread der Lächerlichkeit preisgegeben (da muss es ja nicht ersthaft diskutiert werden), ...
Siehe auch die Eskalation in Rant-Themen [vllt such ich später noch was raus]. Ich erinnere an die hochkochenden Diskussionen um DSA 1. Das war auch so eine Situation, in der sich die DSA4-Spieler nicht vorstellen konnten/wollten, dass das genauso DSA ist wie ihre Version.



@ 1of3: +1. Wobei der von Praion angebrachte Blogeintrag immerhin ein schöner Gegenstandpunkt zum ersten Text ist. Soll heißen: In gleichem Maße etwas richtiges sagt und in gleichem Maße zu kurz greift.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Xemides am 18.12.2013 | 09:13
Das Problem im DSA-Thread ist, das aus Kritik leicht bashing wird und DSA-Spieler, die nur über Regelauslegungen ebenfalls leicht das Opfer dieses Bashing werden.

Wenn aus: Wie würdest du diese Regeln sehen, interpretieren etc. ein "Die Regel ist generell Scheisse, wie alles bei DSA" wird, ist dem Threadersteller nicht geholfen. Statt desen wird er frustriert, weil sein eigentliches Problem nicht ernst genommen wird.

Kritiker können doch Kritikthreads eröffnen oder in den Bashing-Thread gehen.

Wer Ranten will muss auch mit Gegenwehr rechnen.

Wer Hilfe bei den Regeln braucht, aber generell mit DSA glücklich ist, will nicht hören, das er falsch spielt, ein generell schlechtes Spiel spielt etc.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 09:58
Und was hält den D&D4-Spieler davon ab nachzufragen, was mich persönlich an D&D4 stört?
Wieso sollte er?

Vielleicht will er wie die Schreiberin einfach nur eine witzige Anekdote zu seinem D&D4 Spielabend erzählen.
Vielleicht sogar einem dritten anwensenden anstelle von dir.
Womit hat man dann das Recht dazwischen zu springen und zu behaupten das D&D4 faktisch schlecht sei, man damit keinen Spaß haben kann, überhaupt es falscher Spaß ist und einem so gar nicht behagt. Es geht am Punkt der Unterhaltung vorbei und es ist respektlos gegenüber dem der einfach nur eine unterhaltsame Anekdote erzählen wollte.

Vielleicht will der D&D4-Spieler einfach nur so etwas wie Feats diskutieren, taktische Optionen, Charakterklassen, das neuste Abenteuer oder wie sie die Spielrunde gestalten.
Vielleicht sogar einem dritten anwensenden anstelle von dir.
Wieso sollte er jetzt die Diskussion abbrechen, unterlassen, um den Reihen von D&D-Hatern / Ablehnern / Traumatisieren / Whatever zum zigsten mal Raum zu geben ihr Leid zu klagen. Zumal dann die eigentliche, spannende Diskussion und mitunter gute Laune gegessen ist.
Eine positive, offene Diskussion nicht mehr möglich.

Zitat
(Im Sinne einer offenen Diskussion wäre ein solches Verhalten jedenfalls sinnvoll. Da wird der Kritiker nicht gleich im Gegenzug in eine Ecke gedrängt, sondern kann sich aussprechen. Vielleicht sogar seine Meinung korrigieren oder wenigstens die Meinung des anderen als valide akzeptieren. Bei einem Umkehrangriff ist das nicht möglich!)
Ich persönlich kann mit Fate wenig anfangen.
Ich persönlich finde das Fate mit Wischiwasch-Aspekten rumpfuscht und so spannend, so herausfordernd ist wie morgens aus dem Bett zu fallen. Ich persönlich finde das Fate jedes coole Setting ruiniert. In etwa 95% der Fälle.

Magst du mir jetzt wirklich in jedem Fate-Thread, in dem ich natürlich aufkreuze, erklären wieso Fate Aspekte nicht wischiwaschi sind, wieso eine Fate Runde spannend und herausfordernd sein kann. Bitte dann noch so etwa fünf bis zehnmal am Tag, täglich. Magst du dann vielleicht deine Meinung korrigieren oder mein stänkern/haten - das ich natürlich faktisch darstelle - als valide akzeptieren?

Zitat
Und wenn er mir zugehört hat, dann kann ich mir wahrscheinlich auch (einen Teil) seiner tollen D&D4-Erlebnisse erzählen.
Wieso soll er durch deine Ätz-Eskapaden durch damit er was positives zu seinem Hobby erzählen darf?

Zitat
Wenn er stattdessen D&D4 verteidigt, dann endet es mit Streit und Diskussionsabbruch.
Ah toll. Du darfst also D&D4 angreifen. Aber wehe er verteidigt das. Eh Hä?


Ansonsten bin ich vollkommen auf 1of3 Seite was den von Praion angebrachten Blogeintrag angeht.
Der m.E. zum unterschied zu dem einleitenden nix intelligentes erzählt.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 10:12
Wenn aus: Wie würdest du diese Regeln sehen, interpretieren etc. ein "Die Regel ist generell Scheisse, wie alles bei DSA" wird, ist dem Threadersteller nicht geholfen. Statt desen wird er frustriert, weil sein eigentliches Problem nicht ernst genommen wird.
Selbst da kann ich nachfragen, warum die Regel scheiße ist und ob mein Gegenüber eine Lösung oder zumindest Ideen dafür hat.

Kritiker können doch Kritikthreads eröffnen [...]
Wo die Fanboys die Spielerfahrungen der Kritiker mit "klar, dass das schiefgehen musste, ihr hab ja auch falsch gespielt/das Spiel nicht verstanden, usw." entwerten. Im SW-Bereich erlebt. Zur Hölle, die DSA1-Themen wurden sogar von den 4er-Boys gekapert. Und schließlich im Blubber-Thread versenkt.

[...] oder in den Bashing-Thread gehen.
Danke, am Ghetto bin ich nicht interessiert.

Wer Hilfe bei den Regeln braucht, aber generell mit DSA glücklich ist, will nicht hören, das er falsch spielt, ein generell schlechtes Spiel spielt etc.
Das stimmt. Trotzdem kann man sich mal anhören, dass die DSA-Regeln vielleicht doch nicht so gut passen, weil sie die Regelprobleme verursachen, ... Auch da kann man den Vorwurf als Frage zurückgeben: Was habe ich falsch verstanden? Wo denkst du ich würde falsch spielen?

... wenn allerdings die Spielweise beschrieben wurde, kein Gegenvorschlag kommt sondern nur der Vorwurf falsch zu spielen, dann werte auch ich das als: kein ernstzunehmender Diskussionsbeitrag. Und: Ja es ist nicht immer leicht das Gespräch aufrecht zu erhalten. Vor allem weil man wegen des Kommunikationskanals das Interesse am Austausch nicht immer so gut abschätzen kann.




Vielleicht will er wie die Schreiberin einfach nur eine witzige Anekdote zu seinem D&D4 Spielabend erzählen.
Vielleicht sogar einem dritten anwensenden anstelle von dir.
Dann, wenn sie ja weiß, dass ich ein D&D4-Hateenator bin, sollte sie auch wissen, dass sie das besser nicht in meiner Gegenwart tun sollte. Weil das den Hatoor-Modus auslöst.

Ach, lassen wir das ... hab jetzt eh weder Zeit noch Lust den Hater für ein Spiel zu mimen, das ich eigentlich mag.
Trotzdem bleibe ich dabei: Wenn zwei grundsätzlich am Austausch interessiert sind, dann kann das gelingen. Jenseits davon was der eine oder andere für gut oder schlecht hält.


Ansonsten bin ich vollkommen auf 1of3 Seite was den von Praion angebrachten Blogeintrag angeht.
Seine Anmerkungen zum ersten Blogeintrag dagegen teilst du wohl nicht.  ~;D
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 10:25
Dann, wenn sie ja weiß, dass ich ein D&D4-Hateenator bin, sollte sie auch wissen, dass sie das besser nicht in meiner Gegenwart tun sollte. Weil das den Hatoor-Modus auslöst.
Aber das ist doch Mist.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über D&D4 reden kann weil dann die "Hater" getriggert werden.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über DSA4 reden kann weil dann die "Hater" getriggert werden.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über Fate reden kann weil dann die "Hater" getriggert werden.

In Anführungszeichen, weil es nicht unbedingt Hater sein müßen sondern auch die üblichen traumatisierten, ablehenenden etc. sein können.
Zitat
Seine Anmerkungen zum ersten Blogeintrag dagegen teilst du wohl nicht.  ~;D
Das ich ihm einmal zustimme heißt nicht das ich alle seine Meinungen teile.  ^-^
Wobei er da den Eintrag weniger in der Grundaussage kritisiert als das er ihm zu kurz ist?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Tsu am 18.12.2013 | 10:29
Aber das ist doch Mist.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über D&D4 diskutieren kann weil dann die "Fanboys" getriggert werden.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über DSA4 diskutieren kann weil dann die "Fanboys" getriggert werden.
Wenn man jetzt in einem Forum nicht mehr über Fate diskutieren kann weil dann die "Fanboys" getriggert werden.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 10:30
In wie weit werden den die Fanboys getriggert wenn man nicht gerade seine Diskussion in deren Thread führt?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 10:37
Ein Forum ist ein Austauschort und soll weder Spielwiese von Fanboiz noch von Hatoorz sein.

Wobei er da den Eintrag weniger in der Grundaussage kritisiert als das er ihm zu kurz ist?
Naja, eher dass der erste Blogbeitrag das Wesentliche übersieht.
(Worin er sich vom zweiten nicht grundlegend unterscheidet. Weder der eine noch der andere ist wirklich zielführend.
Der Unterschied liegt eher im Abstand, in dem sie ihr Ziel verfehlen.  ;) )
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 10:38
Ich habe ein Forum immer als Austauschort für etwas verstanden das man mag, wovon man begeistert ist, wo man kurz gesagt ein Fan von ist. Ob girl oder boy.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 10:41
Das halte ich auch für richtig.
Nur: Wer seine Meinung immunisiert (und dafür legen beide Artikel Grundlagen) kommt nicht ans Ziel.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Slayn am 18.12.2013 | 10:43
Sorry, aber das ist doch zu wirr.
Wenn sich jemand mit einer Frage/einem Problem/einer Meinung an die Allgemeinheit im Forum wendet, dann möchte er Meinungen zu diesem Thema von Leuten hören, welche sich mit der Materie auskennen und dazu etwas beitragen sollen.
Der ganze Zirkus geht doch immer damit los, das dann kommt: "Sorry, A ist bei B nun leider so, damit musst du Leben", worauf der geneigte Fanboy aus dem Gebüsch springt und sofort schreit "Aber A ist das beste an B, wenn du das nicht siehst, bist du dumm!"

Aber natürlich können wir jetzt auch alle Jubelpersern, Probleme für nicht existent erklären, Leute mit Fragen ignorieren und diejenigen unter uns, die immer noch ein Problem haben, als Dumm abstempelt.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Xemides am 18.12.2013 | 10:44
Selbst da kann ich nachfragen, warum die Regel scheiße ist und ob mein Gegenüber eine Lösung oder zumindest Ideen dafür hat.

Warum sollte ich das aber tun, wenn ich an so einer Diskussion gar kein Interesse habe ?

Warum muss ich erst nach einer Lösung fragen, anstatt das mein gegenüber gleich die Lösung oder Idee präsentiert ?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Teylen am 18.12.2013 | 11:11
Wenn sich jemand mit einer Frage/einem Problem/einer Meinung an die Allgemeinheit im Forum wendet, dann möchte er Meinungen zu diesem Thema von Leuten hören, welche sich mit der Materie auskennen und dazu etwas beitragen sollen.
Der Zirkus geht doch los wenn man fragt "Ich spiele A, mir macht B Spaß und ich habe das Problem C" und dann hüpft die Hater aus dem Gebüsch und schreien "Aber A ist scheiße, B ist objektiv Schlecht und D das zu A gehört ist der letzte Dreck! Wenn du C willst spiele X."

Das heißt das die Frage und Diskussion ignoriert wird und die Prügelbrigade bzw. der Lynchmob vorbei zieht.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Pyromancer am 18.12.2013 | 11:17
Ich muss mich halt fragen: Warum schreibe ich einen Beitrag?
Um einer Hilfe suchenden Person zu helfen?
Wegen des Erkenntnis-Gewinns für die Foren-Gemeinschaft?
Oder um mein Ego zu streicheln?
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 11:32
Richtig. Zu sagen ein Forum sei dazu da sich auszutauschen über eine Sache greift da noch zu kurz. Nicht nur dass wir hier offensichtlich verschiedene Arten von Themen haben,  äußerlich gleiche Beiträge können verschiedene Ansichten bedienen. Gau ist wenn sich Postende nicht einig sind, was gerade gespielt wird. Deshalb bestehen wir ha immer darauf, dass im OP klar umrissen wird, worum es geht.

Und irgendwie klappt das ja auch weitenteils außer vielleicht bei DSA.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: Slayn am 18.12.2013 | 13:58
Und irgendwie klappt das ja auch weitenteils außer vielleicht bei DSA.

Ich würde es jetzt nicht speziell an DSA festmachen können und wollen. Es läuft viel mehr darauf hinaus, das bei bestimmten Leuten bestimmte Trigger fast schon reflexhafte Reaktionen hervorrufen.

Demzufolge muss man den Gedanken von Pyromancer hier noch erweitern:
- Etliche Leute schreiben hier Beiträge um etwas zu promoten und bedienen sich aus altruistischen und/oder egoistischen Gründen eines Forums wie diesem hier als Werbeplattform

Es ist schon auffällig das gerade dann ein Widerspruch, egal in welcher Form, nicht erwünscht ist.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: pharyon am 18.12.2013 | 15:13
Ich finde den Eintragslink ganz angenehm, den zweiten kann ich aktuellgegenwärtig nicht öffnen.

Zum Thema: Obwohl es verständlich sein SOLLTE, ob/dass man seine Meinung darstellt, passiert es immer wieder NICHT, dass dies von allen so wahrgenommen wird. Man kann sich zwar gegenseitig die Aufgaben zu schieben (i.S.v. "der Sendende soll bitte so schreiben..." oder "der Lesende soll bitte so lesen..."), wenn wir aber darauf warten, dass die anderen sich unseren Erwartungen gemäß verhalten, unsere Position dafür für die einzig wahre halten, tragen wir nicht zu einer entspannten Diskussion bei. In diesem Sinne trifft der Eingangslink einen wichtigen, wenn auch schon wiederholten Punkt auf: hinterfrage dein Position immer wieder bzw. kläre die Grundlagen des Infrmationsaustauschs. Er zeigt allerdings nur rudimentär ein gewünschtes Verhaltensideal auf, ohne Vorschläge zu machen, wie man da hin kommen kann.

Zum Thema Kritik anhand "Mainstreamigkeit": Ich stimme Teylen zu, dass die Anzahl von Fans eines Spiels keine Rechtfertigung für proportional schlechteren Kritik-Stil ist bzw. sein sollte. Auf der anderen Seite hilft der Verweis, dass aufgrund der höheren Aufmerksamkeit eines solchen Spiels auch bei relativ (zu anderen Systemen) gleich vielen "schlechten" Kritikern* schlechte Kritik überproportional häufig und stark wahrgenommen wird, zwar bei der eigenen Erwartungshaltung bezüglich Austausch in Foren - allerdings nicht in einem befriedigenden Maß.

*"schlechte" Kritiker hier bitte als schlechten Stil/fehlenden Respekt verstehen - was ihr darunter genau versteht, weiß ich nicht genau, halte es aber an dieser Stelle auch für die Diskussion wenig relevant

Letzten Endes ruft der Eingangsbeitrag wieder dazu auf bzw. weist darauf hin, dass eine gesunde Trennung von eigener Meinung und Fakten (als o nicht: das eine für das andere halten) zu einem angenehmeren und vielleicht auch produktiveren Umgang miteinander erheblich beiträgt.

p^^

Edit: Wort.
Titel: Re: Your Mileage May Vary - ein Blick auf die Wahrnehmung des Systems
Beitrag von: D. M_Athair am 18.12.2013 | 16:28
Letzten Endes ruft der Eingangsbeitrag wieder dazu auf bzw. weist darauf hin, dass eine gesunde Trennung von eigener Meinung und Fakten (als o nicht: das eine für das andere halten) zu einem angenehmeren und vielleicht auch produktiveren Umgang miteinander erheblich beiträgt.
Das tut er in meinen Augen genau nicht!
Der Blogbeitrag weiß nicht so recht, ob er überhaupt "Fakten" anerkennen will.
In der Einleitung degradiert er z.B. Fundamentalkritik an bestimmten Unterhaltungsgenres zur "opinion".
Im Schluß kommt dann das Zugeständnis, dass es doch schlechte Spiele gibt/geben kann.

Und genau diese Zwiespältigkeit lässt die Frage offen, worin sich Fakt und Meinung unterscheiden.
Wann wird das eine zum anderen. Was sind die jeweiligen Kriterien dafür?
Wenn die (z.B. wiss.) Fachwelt z.B. eine formal richtige Veröffentlichung inhaltlich zerlegt, ist das dann bloß eine Meinung?