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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Thema gestartet von: Yerho am 14.12.2013 | 17:50

Titel: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Yerho am 14.12.2013 | 17:50
Das gesellschaftliche oder politische System der Föderation wird nur sehr dürftig beschrieben, scheint mir aber eine Art UN zu sein, die sich mit Starfleet eine maximierte Forschungsdivision leistet, die obendrein als stehende Blauhelmtruppe fungiert, wenn mal irgendwo nicht geforscht, sondern forsch gekämpft werden muss.

Was das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche System auf der Erde angeht, ist Raten angesagt: Nationalstaaten scheint es keine mehr zu geben, wohl aber Regionen mit nationalem Gepräge.

Parteien werden nicht erwähnt, wohl aber ein Erdregierung/-administration. Keine Ahnung, wie die gewählt wird, wenn überhaupt ... Womöglich ist es ja eine Art benevolenter Dikatur oder ein reiner Behördenapparat und es werden regelmäßig und zu jedem Furz Volksabstimmungen durchgeführt, um die Linie festzulegen.

So wirklich Kommunismus ist es auch nicht, denn Privatbesitz ist offenbar ebenso möglich wie Privatwirtschaft. Anscheinend kann auch jeder machen, was er will und wir müssen raten, ob es nun Replikator-Bedarfskarten, Verteilungsämter, Suppenküchen oder bedingungsloses, bargeldloses Grundeinkommen gibt. Auf der Erde braucht man anscheinend kein Geld, innerhalb der Föderation aber schon, denn offenbar haben nicht alle Mitglieder das gleiche System.

Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass sich weder Roddenberry noch seine technobabbelnden Thornerben ernstlich Gedanken darüber gemacht haben. ;)
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 14.12.2013 | 18:05
Ja, fangen wir mal an. Angeblich gibt es ja "kein Geld". Wie aber bezahlen dann die Leute, ihre Drinks und Holosuiten im Quarks? Warum führt Papa Sisko sein Restaurant so vehement? - Ich versehe, dass man für nette Leute vielleicht gelegentlich gern kocht, aber Sisko hat eine 20-Jh.-Arbeitsmoral, von den Kellnern mal zu schweigen. Und was macht eigentlich die Bank von Bolarus? (Bolarus ist Mitglied der Föderation, da sie einen Föderationsbotschafter haben.)

Gewisse Dingen scheinen jedenfalls rationiert zu sein. Sisko hat es in seiner Jugend geschafft, seinen monatlichen Transporter-Kredit in einer Woche zu verbrauchen. Für einen Kadetten der Sternenflotte beträgt der also höchstens 14 planetare Transports pro Monat.

Generell ist auch ein Problem, dass fast nie zwischen "die Erde", "die Menschen" und "die Föderation" unterschieden wird. Offensichtlich sind Menschen in der Föderation sehr dominant. Offensichtlich haben sie ihr Raumprogramm bei Gründung der Föderation vollständig dieser unterstellt. Aber wie ist das bei anderen Völkern? Mal wird behauptet Bajor müsste bei Eintritt sein Militär in die Sternenflotte eingliedern. Dann wiederum gibt es vulkanische und andorianische Raumschiffe im 24. Jh.

Eine Erdregierung wird tatsächlich nie gesehen. Man sieht gelegentlich den Föderationpräsidenten. Der kann auch auf der Erde den Ausnahmezustand verhängen. Ob er das auf allen Mitgliedswelten kann oder nur auf der Erde, die alle wichtigen Föderationsinstitutionen beherbergt? Generell scheint die Föderation nämlich nicht unbedingt integriert zu sein, wenn etwa die Trill geheimhalten können, dass einige von ihnen Symbionten in sich tragen.

Generell würde ich die Föderation auch nicht als UN betrachten. Sie haben ja anscheinend relativ harte Aufnahmekriterien.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 14.12.2013 | 18:26
Ja, das ist alles sehr nebulös.
Ich erinnere mich, dass Kirk in der Orginalserie mal angab, autorisiert zu sein für Dilithiumkristalle einen fairen Preis zu bezahlen. Die Bergleute waren dabei definitiv Menschen. Ob sie auch Föderationsmitglieder waren? Keine Ahnung.
Grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass es schon sowas wie Geld gibt, auch innerhalb der Föderation (es treiben auch externe Kräfte handel mit der Föderation, gerade noch bei DS Nine was dazu gesehen) und das ist ja bissle ungünstiger ohne Geld. Allerdings spielt es für Privatpersonen wohl eine meist untergeordnete Rolle, weil die meisten Sachen die man so zum einfachen Leben braucht dank Replikatortechnik usw. nicht wirklich aufwendig herzustellen und damit billig sind.
Neben Geld scheint es aber durchaus auch mehr oder minder rationierte Zuwendungen zu geben wie der seperate Transporterkredit. Evtl. muss man Transporte dann seperat bezahlen, wenn der mal alle ist. Keine Ahnung.
Und ansonsten, ich spiele bisweilen Star Trek Online. Da gibt es definitiv Geld in der Föderation, am gebräuchlichsten dürfte der Energiekredit sein. (Es gibt aber noch andere Währungen).
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 14.12.2013 | 18:29
Föderation = DDR in Space?
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Sashael am 14.12.2013 | 19:10
In First Contact erzählt Picard der Assistentin von Cochrane von der Zukunft und dass der Zwang zu arbeiten, weil man seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, mittlerweile weggefallen ist.
Geld spielt in den Serien eigentlich nur in DS9 eine Rolle und dort muss man halt sehen, dass die Station ein Treffpunkt der Kulturen ist. Vor allem die Ferengi sind ja von allen Serien dort am präsentesten, inklusive eigenen reinen Ferengifolgen. Wie das mit dem Geld (bzw. dem goldgepressten Latinum ;D) innerhalb der Förderation gehandhabt wird, wird eigentlich nie erwähnt.
Die Sternenflotte scheint auf jeden Fall gleich mehrere Funktionen in sich zu vereinen. Diplomatischer Dienst, Militär, Forschung, Exekutive, futuristisches THW. Die Sternenflottenadmiräle scheinen auch über sehr große politische Entscheidungsgewalt zu verfügen.

Also, aufgrund der sehr starken Präsenz eines politisch-militärischen Machtapparates scheidet zumindest eine "fortgeschrittene Anarchie" komplett aus. ;)
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 14.12.2013 | 19:16
Diplomatischer Dienst, Militär, Forschung, Exekutive, futuristisches THW. Die Sternenflottenadmiräle scheinen auch über sehr große politische Entscheidungsgewalt zu verfügen.

Gut dass du das erwähnt: Space DDR nachdem Heinlein mir ihr durch ist? Warst du nicht im Militär, bist du kein "echter" Bürger?
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Sashael am 14.12.2013 | 19:28
Gut dass du das erwähnt: Space DDR nachdem Heinlein mir ihr durch ist? Warst du nicht im Militär, bist du kein "echter" Bürger?
Näh, nicht ganz so krass.
Aber ich gewann trotzdem immer den Eindruck, dass Angehörige der Sternenflotte eine elitärere Stellung in der Förderation innehaben.

Aber das ist ja nichts anderes als heutiger Geldadel: Hast du keine Mille auf dem Konto, bist du kein richtiger Bürger.  ;)
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 14.12.2013 | 19:31
Nee du, der heutige Geldadel würde sich nie, nie NIE in Gefahr begeben. Die "Entscheider" in ST sind alle irgendwie aktuelle oder ehemalige Militärs.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 14.12.2013 | 19:37
Erst wollte ich Quoten, aber jetzt verlinke ich doch nur: http://en.memory-alpha.org/wiki/United_Federation_of_Planets

Viel Spaß beim Stöbern.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 14.12.2013 | 20:44
Die Details der Politik in Star Trek werden klugerweise nie genau erklärt. Weil dann auch deren Schwäche für den Zuschauer offensichtlich wäre.

Die Föderation scheint ein Zusammenschluß weitgehend eigenständiger Mitgliedswelten und ihrer Kolonien zu sein. Die abgesehen von sehr grundlegenden Bestimmungen auch sehr unterschiedliche Gesetze haben können.

Zumindest im 23 Jahrhundert gibt es auch noch eine Todesstrafe.

DIe Behauptung, dass es in der Föderation garkein Geld gäbe basiert eigentlich nur auf einer einzelnen DS9-Klamaukepisode.  Diese hat die Prämisse gebraucht um ein lustige Tauschhandelsgeschichte zu erzählen. Im Kontext der Serienkontinuität ist die Folge eine Katastrophe. Für mich gehört es zu den größeren Logikfehlern.

Abgesehen davon gibt es mindestens dutzende Andeutungen oder Konkrete Szenen, dass es eben doch eine Wirtschaft und Handel gibt.

Nach meiner Einschätzung basiert der Wohlstand der Star Trek Gesellschaft vorallem auf der Wundertechnologie, die Ihnen beinahe unbegrenzte Energie zur Verfügung stellt. Was dazu führt, dass man für alltägliche Dinge sicher keien Versorgungsnöte hat.



Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Feuersänger am 14.12.2013 | 20:45
*tag thread*

Dass das "kein Geld" Thema nur auf 1 ds9 folge gründet, ist unwahr. Das kommt schon im frühen TNG auf.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 14.12.2013 | 20:52
In der ersten Tribblesfolge gibt es zumindest auf deutsch Föderationsdukaten. Die Tauschhandelsgeschichte in der Nog und Jake Selbstsichernde Schaftbolzen loswerden wollen beruht doch darauf das die beiden eben genau nicht wissen was man damit macht und demzufolge an wen man die Dinger verkaufen soll. Deshalb tauschen sie sich durch, erst als sie die Grundstücke bekommen finden sie einen Kunden. So wie ich mich daran erinnere.


Wenn ich mich recht erinnere gibt es beim Militär eine Zweiteilung, die planetaren Verteidigungskräfte und die Sternenflotte.



Nachtrag:
@Abralax:
http://en.memory-alpha.org/wiki/Self-sealing_stem_bolt
Nog und Jake hatten das Problem das ihr Kunde die Soße wollte aber kein Geld hatte weil der Kunde für die Bolzen kein Geld hatte sondern nur Land.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Sashael am 14.12.2013 | 21:09
Abgesehen davon gibt es mindestens dutzende Andeutungen oder Konkrete Szenen, dass es eben doch eine Wirtschaft und Handel gibt.
Export und Import über die Grenzen der Förderation hinaus gibt es des öfteren zu sehen oder in den Romanen auch zu lesen.
Wie es mit dem Binneneinzelhandel läuft, wird dagegen nie explizit erläutert. Da gibt es viele unterschiedlich interpretierbare Sprüche dazu.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 14.12.2013 | 21:18
*tag thread*

Dass das "kein Geld" Thema nur auf 1 ds9 folge gründet, ist unwahr. Das kommt schon im frühen TNG auf.

Das ist falsch. Die DS9 Episode "In the Cards"/"Die Karte" aus der 5.Staffel DS9 ist die wohl die einzige eindeutige Aussage in diese Richtung.

Bei TNG wird regelmäßig auf den weiterentwickelten Menschen hingewesen, der höhere Ziele verfolgt u.s.w.. 

Es werden im 24 JH. (ab TNG)aber mehrmals Zahlungsvorgänge und Einkäufe innerhalb der Föderation erwähnt. Bei denen die Crewmitglieder eigenes Geld und Konten haben. Wie die Geldwirtschaft organisiert ist wird hingegen nicht im Detail erläutert.

Im 23 Jh. (TOS) ist es sogar noch eindeutiger. Da wird ständig Geld in irgendeiner Form erwähnt. Sogar in Star Trek 7 taucht das Thema Privateigentum und Handel in einer Unterhaltung zwischen Kirk und Picard  auf.

Seien wir mal ehrlich. Unabhängig von der Fiktion wäre eine Rückkehr von Geld zu Tauschhandel wäre wohl auch kein Fortschritt. Sicherlich könnte man unsere weitgehend durch Staaten und Staatsbanken beeinflusste Geldwirtschaft verändern und besser gestalten. Aber ein traditioneller Tauschhandel würde wohl kaum Lebensqualität erhöhen oder irgendein anders positives Ziel erreichen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 14.12.2013 | 21:32
@Abralax

Genau, irgendeine Verrechnungseinheit braucht man bei größeren Gesellschaften.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 14.12.2013 | 22:05
Zitat
Economy

By the founding of the Federation in the 22nd century capitalism was no longer the economic system of Earth, being replaced by the New World Economy. According to Tom Paris, it was around this time that "money went the way of the dinosaur." (VOY: "Dark Frontier")

Under the New World Economy material needs and money no longer existed and humanity had grown out of its infancy. People were no longer obsessed with the accumulation of things, effectively eliminating hunger and want and the need for possessions. The challenge and driving force then were to self-improvement, self-enrichment, and the betterment of all humanity. (Star Trek IV: The Voyage Home, TNG: "The Neutral Zone", "The Price", "Time's Arrow, Part II", Star Trek: First Contact)

Although most items and services were provided by the Federation, some luxury items and services could still be requisitioned as late as the 23rd century using Federation credit, and private businesses from other races such as the Ferengi were sometimes permitted on Federation stations such as Deep Space 9. (TNG: "Encounter at Farpoint")

However, the Federation continued to deal with other cultures which had money-based economies. The Ferengi in particular were scornful of the Federation's disregard for currency. (TNG: "The Price")

Das dürfte so die aussagekräftigste Stelle aus dem Memory Alpha Artikel über die Föderation sein.

Ansonsten
 Dortiger Artikel zu Federation Credits  (http://en.memory-alpha.org/wiki/Federation_credit)
 Dortiger Artikel zum "neuen Wirtschaftsmodell"  (http://en.memory-alpha.org/wiki/New_World_Economy)

Kurz: Es ist nicht klar geregelt. Manchmal wird davon gesprochen, dass es kein Geld mehr gibt usw. aber dann taucht doch wieder derartiges auf.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Nomad am 14.12.2013 | 22:08
 Das ganze erinnert mich an die The Culture von Ian Banks. Die sind Star Trek ein paar Jahrtausende voraus, aber im Prinziep ist es doch so: Es gibt Replikatoren mit denen man alles bis auf die seltestenen Materialien nur mit Energie produzieren kann. Gold gepresstes Latinum gehört dazu, und es wird gesagt, echtes Essen schmeckt besser. Die Frage ist, was für Güter kann man nicht reproduziren und braucht der normale Bürger die für sein tägliches Leben.
Aber wenn fast alles nur mit Energie hergestellt werden kann und Energie im Überfluss vorhanden ist, zumindest auf dem Level das Replikatoren benötigen, dann verliert alles seinen Wert bis auf der Zugang zu Replikatoren. Wie selten sind den die Dinger auf Planeten? Hat die jeder in seinem Haushalt und vor allem wie groß können die werden? Was spricht dagegen, die so groß zu bauen, dass sie einen komplettes Shuttle ausspucken können? Könnte man die mit Transporter Technologie koppeln, so das die Größe des Werkstücks keine Rolle mehr spielt?
Ich glaube das gehört zu den Sachen bei Star Treck, wo man lieber nicht genau darüber nachdenken sollte.

Was war eigentlich der Grund bei Voyager, dafür das Nelix selber gekocht hat? Ich glaube mich zu errinnern, dass es hieß die Replikatoren verbrauchten zuviel Energie, das kam mir allerdings damals sehr komisch vor, weil das ja ansonsten immer ein Problem sein müsste.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Dr.Boomslang am 14.12.2013 | 22:21
Da sich Verrechnungssysteme überall dort wo gehandelt wird spontan entwickeln glaube ich kaum dass es eine Gesellschaft ohne sowas wie Geld geben kann. Allerdings darf man wohl davon ausgehen dass eine zentrale staatliche Währung keine Notwendigkeit ist und genau den Eindruck hatte ich bei der Föderation immer, sie haben einfach keine zentrale Währung. In einer hochtechnischen Gesellschaft in der Computer sämtliche Transaktionen überwachen können, sollte das auch kein Problem sein. Jeder der Handeln will benutzt einfach das System das gerade am besten passt.
Außerdem kann man sich natürlich Gesellschaften vorstellen in denen die meisten Menschen im großen und ganzen keinen Bedarf für individuellen Handel haben und deshalb nicht direkt oder häufig mit Geld in Kontakt kommen. Die zweite Frage wäre dann also ob das Wirtschaftssystem noch auf Märkten beruht, es scheint nicht so zu sein. Hat die Föderation also eine Art Computer-Planwirtschaft?
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 14.12.2013 | 22:24
@Nomad
Naja, die Energie für die Replikatoren kommt ja auch nicht aus dem Nichts. Sind ja nicht bei Perry Rhodan.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 14.12.2013 | 22:30
Die Sache mit den Replikatoren ist ja auch, dass die den Kram ja nicht aus dem Nichts Erschaffen. Die brauchen schon Ausgangsmaterial, welches sie dann quasi wegbeamen und beim Beamen in die gewünschte Form bringen. Wie weit die Veränderungen dabei gehen können ist nicht ganz klar. Molekulare Veränderungen gehen offenbar weitestgehend, aber ob auch Elemente in andere Elemente umgewandelt werden können ist nicht ganz so klar.
Dabei wird auch Zeug wiederverwertet (also quasi weggebeamt und als Massen-Rohmaterial gelagert). Theoretisch müsste es dann aber auch sowas wie Bergbau geben, um die Rohmaterialien en Masse zu gewinnen, aber davon hab ich noch nie etwas mitbekommen. Es gibt aber auf jeden Fall sowas wie industrielle Fertigung mit Replikatoren. Detailliert wird darauf aber meines Wissens auch nicht eingegangen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 14.12.2013 | 22:31

Ich glaube das gehört zu den Sachen bei Star Treck, wo man lieber nicht genau darüber nachdenken sollte.
Im Technischen Handbuch zu Enterprise D steht das Replikatoren immer ineffizienter werden je größer das Werkstück sein soll. Irgendwann ist es dann günstiger das Material ab zu bauen und konventionell zu verarbeiten.

Was war eigentlich der Grund bei Voyager, dafür das Nelix selber gekocht hat? Ich glaube mich zu errinnern, dass es hieß die Replikatoren verbrauchten zuviel Energie, das kam mir allerdings damals sehr komisch vor, weil das ja ansonsten immer ein Problem sein müsste.

Wenn man mal davon absieht das bei Star Trek ohnehin viel mehr Energie zur Verfügung steht als  realistischerweise eigentlich vorhanden sein sollte, Enterprise und DS9 sind immer nur ein paar Tage oder Wochen von einem Tanker oder einer Raffinerie entfernt. Die Voyager muss sich ihre Antimaterie erhandeln oder finden, in der TNG-Folge Die alte Enterprise (http://en.memory-alpha.org/wiki/Yesterday%27s_Enterprise_%28episode%29) bestellt sich Tasha im Zehn vorne replikatorfreundliches Essen um Energie für die Waffen zu sparen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 14.12.2013 | 22:40
Für mich ist der Punkt, dass Star Trek uns zwar vielfältig zu irgendwas inspirieren kann. Aber uns nicht wirklich zeigt wie man das machen soll.

Letztlich ist das sogenannte Star Trek Universum auch keine logische Schöpfung, sondern entstand aus einer Unmenge von Einzelgeschichten.

Die Frage ist natürlich auch in welchem Sinne die Leute von Geld sprechen. Wenn sie es im Sinne von Bargeld meinen kann ich mir noch am ehesten vorstellen, dass es verschwinden wird. Mit allen vor und Nachteilen die dies mit sich bringt.
Die Aussagen im Kontext mit Kapitalismus sind genauso wirr wie die Begrifflichkeit auch in unserer Gegenwart verwendet wird. Das es  Eigentum im Star Trek Universum gibt ist ja ziemlich eindeutig. Ansonsten wäre die Föderation ja auch ein ziemlich Repressives System. Und eine kapitalistische Weltordnung hat es nie wirklich gegeben. Das was begrifflich passen könnte aber sachlich sinnlos ist, sind pseudowissenschaftliche Definitionen von Kapitalismus wie es sie im Ostblock gab. Für Linksradikale ist Kapitalismus nach dieser Definition "Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" während für Wissenschaftler das Wort einfach nur Privateigentum bedeutet. 

Die Hauptcharaktere bei Star Trek zeichnen sich ja auch durch eine gewisse Eigensinnigkeit aus. Unsere Helden sind Leute die selber denken und Entscheiden. Das klingt ja nicht unbedingt nach realem Sozialismus. Mitunter scheint die Machtfülle die manche Ämter oder Ränge innehaben doch gefährlich. Nicht umsonst müssen ständig irgendwelche korrumpierten Funktionäre (in der Sternenflotte idR. Admiräle) aufgehalten werden.

Aber es gibt ja noch viele andere Besonderheiten im Star Trek Universum. Z.B. scheint es abseits der Sternenflottenschiffe keine ausgeprägte Mulltikultigesellschaft zu geben. Die meisten Völker scheinen ja weitgehend eigenständig ihre Kultur zu pflegen ohne dass die kulturellen Grenzen zu stark verwischen. Die scheinen zwar grundsätzlich Tolerant, aber Selbstbewusst. Ich denke nicht, dass dies eine Aussage der Serienmacher ist. Aber doch die Realität im Serienuniversum.

Da sich Verrechnungssysteme überall dort wo gehandelt wird spontan entwickeln glaube ich kaum dass es eine Gesellschaft ohne sowas wie Geld geben kann. Allerdings darf man wohl davon ausgehen dass eine zentrale staatliche Währung keine Notwendigkeit ist und genau den Eindruck hatte ich bei der Föderation immer, sie haben einfach keine zentrale Währung. In einer hochtechnischen Gesellschaft in der Computer sämtliche Transaktionen überwachen können, sollte das auch kein Problem sein. Jeder der Handeln will benutzt einfach das System das gerade am besten passt.
Außerdem kann man sich natürlich Gesellschaften vorstellen in denen die meisten Menschen im großen und ganzen keinen Bedarf für individuellen Handel haben und deshalb nicht direkt oder häufig mit Geld in Kontakt kommen. Die zweite Frage wäre dann also ob das Wirtschaftssystem noch auf Märkten beruht, es scheint nicht so zu sein. Hat die Föderation also eine Art Computer-Planwirtschaft?

Was rein theoretisch auf technische Weise die Möglichkeit mehrerer im Wettbewerb stehender nichtstaatlicher Währungen ermöglichen würde. Diese währen dann auch weniger manipulierbar oder durch den Staat zu mißbrauchen. Aber letzlich etwas ganz anderes als Tauschhandel oder irgendein Sozialismus.

Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Nomad am 14.12.2013 | 22:47
Im Technischen Handbuch zu Enterprise D steht das Replikatoren immer ineffizienter werden je größer das Werkstück sein soll. Irgendwann ist es dann günstiger das Material ab zu bauen und konventionell zu verarbeiten.

Wenn man mal davon absieht das bei Star Trek ohnehin viel mehr Energie zur Verfügung steht als  realistischerweise eigentlich vorhanden sein sollte, Enterprise und DS9 sind immer nur ein paar Tage oder Wochen von einem Tanker oder einer Raffinerie entfernt. Die Voyager muss sich ihre Antimaterie erhandeln oder finden, in der TNG-Folge Die alte Enterprise (http://en.memory-alpha.org/wiki/Yesterday%27s_Enterprise_%28episode%29) bestellt sich Tasha im Zehn vorne replikatorfreundliches Essen um Energie für die Waffen zu sparen.

Das mit der Größe macht dann tatsächlich Sinn. Wenn ich überlege, wie der Reaktro arbeitet, wenn die Schiffe Höchstgeschwindigkeit fliegen, dann müsste er bei jeder Mittagspause auf hochtouren laufen.
Außerdem sollte die Energiegewinnung auf Planeten in ganz anderem Maßstab möglich sein.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 14.12.2013 | 23:14
Starships sind ziemlich oft weit draussen, das die diplomatische Aufgaben verrichten macht in der "Royal Navy"  Entdeckertradition Sinn
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Galatea am 15.12.2013 | 01:11
Da sich Verrechnungssysteme überall dort wo gehandelt wird spontan entwickeln glaube ich kaum dass es eine Gesellschaft ohne sowas wie Geld geben kann.
Wenn die Gesellschaft technologisch so weit entwickelt ist, dass ihre Ressourcen praktisch unbegrenzt sind (oder zumindest höher als ihre Mitglieder verbrauchen können) entfällt die Notwendigkeit für Geld.

Das trifft auf die Föderation aber wohl nur im Bereich des "alltäglichen Lebens" zu - was durchaus dazu führen kann, dass der "Normalbürger" im Laufe seines Lebens kaum mit Geld in Kontakt kommt, weil es einfach nichts gibt was er sich kaufen muss, will oder kann (ich gehe mal davon aus, dass z.B. Raumschiffe unverkäuflich bzw. Allgemeinbesitz sind).
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Sashael am 15.12.2013 | 01:14
Wir haben also mehrere Beispiel, in denen Geld als in der Förderation nicht existent bezeichnet wird (hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87581.msg1786216.html#msg1786216) z.B.) und viele Beispiele für geschäftliche Transaktionen mit Nicht-Förderationsmitgliedern.
Ich würde daraus schließen, dass ein Bürger der Förderation für normale Waren nicht bezahlen muss, solange das Handelsgut aus der Förderation stammt und es sich nicht um explizites Luxusgut handelt. Inwieweit ein Bürger sich für die Gesellschaft einbringen muss, um in den Genuß einer solchen Versorgung zu kommen, wird nirgendwo erwähnt. Eine Art Konto für Anschaffungen ausser der Reihe scheint aber weiterhin zu existieren und es scheint widersinnig, dass dieses Konto von der Förderation "for free" aufgefüllt wird. Da es auch in der Förderation Menschen mit besonderen Vorlieben abseits des gelieferten Mainstream gibt, existieren auch freie Händler, die diesen Leuten das beschaffen, was sie begehren.

Btw:
Die Hauptcharaktere bei Star Trek zeichnen sich ja auch durch eine gewisse Eigensinnigkeit aus. Unsere Helden sind Leute die selber denken und Entscheiden. Das klingt ja nicht unbedingt nach realem Sozialismus.
Nicht-Denken hat nichts mit Sozialismus zu tun. ;)
Genausowenig wie die DDR etwas mit Sozialismus zu tun hatte. Das war einfach eine wirtschaftlich extrem schlampig geführte Diktatur.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 15.12.2013 | 02:18
Wenn die Gesellschaft technologisch so weit entwickelt ist, dass ihre Ressourcen praktisch unbegrenzt sind (oder zumindest höher als ihre Mitglieder verbrauchen können) entfällt die Notwendigkeit für Geld.

Das trifft auf die Föderation aber wohl nur im Bereich des "alltäglichen Lebens" zu - was durchaus dazu führen kann, dass der "Normalbürger" im Laufe seines Lebens kaum mit Geld in Kontakt kommt, weil es einfach nichts gibt was er sich kaufen muss, will oder kann (ich gehe mal davon aus, dass z.B. Raumschiffe unverkäuflich bzw. Allgemeinbesitz sind).

Einen Markt gibt es ja nur bei knappen Gütern. Aber es ist ja nicht alles unbegrenzt. Immobilien, tauchen regelmäßig als Eigentum auf. Außerdem sammeln die Leute diverse Dinge. Durch die gezeigte Technologie scheint nur im 24JH. vieles nicht mehr knapp zu sein, solange die Vorraussetzungen Reaktor und Replikator vorhanden sind.

Allerdings ist nicht geklärt wie die Versorgung der normalen Bevölkerung ist. Anscheinend haben die ja nicht so unbegrenten Zugriff auf Energie, Replikatoren, Transporter u.s.w.

Wir haben also mehrere Beispiel, in denen Geld als in der Förderation nicht existent bezeichnet wird (hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87581.msg1786216.html#msg1786216) z.B.) und viele Beispiele für geschäftliche Transaktionen mit Nicht-Förderationsmitgliedern.
Ich würde daraus schließen, dass ein Bürger der Förderation für normale Waren nicht bezahlen muss, solange das Handelsgut aus der Förderation stammt und es sich nicht um explizites Luxusgut handelt. Inwieweit ein Bürger sich für die Gesellschaft einbringen muss, um in den Genuß einer solchen Versorgung zu kommen, wird nirgendwo erwähnt. Eine Art Konto für Anschaffungen ausser der Reihe scheint aber weiterhin zu existieren und es scheint widersinnig, dass dieses Konto von der Förderation "for free" aufgefüllt wird. Da es auch in der Förderation Menschen mit besonderen Vorlieben abseits des gelieferten Mainstream gibt, existieren auch freie Händler, die diesen Leuten das beschaffen, was sie begehren.

Btw:Nicht-Denken hat nichts mit Sozialismus zu tun. ;)
Genausowenig wie die DDR etwas mit Sozialismus zu tun hatte. Das war einfach eine wirtschaftlich extrem schlampig geführte Diktatur.

Es gibt aber auch Handel innerhalb der Föderation, zwischen Bürgern der Föderation. Und insbesondere Star Trek 4 wird gerne falsch zitiert. Bei dem Dialog geht es doch darum, dass Kirk die Rechnung nicht übernehmen kann weil er keine US-Dollars aus dem 20JH. hat und seine Gastgeberin mit ihm scherzend erkennt, dass sie bezahlen muss. Zuhause muss er ja irgendetwas haben. Wie kann er sonst ein Haus kaufen und verkaufen. Bei Tos gibt es ja auch die Föderations-Credits (irgendwo auch mal mit Dukaten übersetzt).

Wenn es im 23 Jh. also eine Währung gibt, können alle Aussagen man hätte das grundsätzlich im 22 JH. abgeschafft ja nicht das bedeuten was der Klamauk aus der DS9 Comedy-Episode andeutet.

Ich denke wir machen ein gefährliches Fass auf wenn wir den Sozialismus hier noch weit vertiefen. Aber Sozialismus ohne Unterdrückung, Ausbeutung und Diktatur wird es nie geben. Das kann es auch nie geben. Eine solche Weltanschauung kann Abweichler und Andersdenkende ja nicht gewähren lassen. Eine Weltanschauung die auf niederen Instinkten wie Neid und Haß basiert wird auch niemals zu irgendeinem perfekten Endzustand führen (falls gleich wieder jemand mit dem  Übergang zum Kommunismus kommt).
In Wirklichkeit wird man eh nie einen Idealzustand (Ideal nicht als Werturteil sondern im Sinne von Rein) irgendeiner Idee erreichen. 

Meiner Meinung nach zeigt Star Trek auch nicht wirklich einen Gesellschaftsentwurf, sondern eher Persönlichkeiten die unter bestimmten vorraussetzungen agieren. Es ist ja nun wirklich nicht so, dass das politische System im Star Trek Universum immer positive oder auch nur irgendwie anständige Ergebnisse produziert.

Und da wir hier in einem RPG-Forum sind. In dem Star Trek Rollenspiel (Fasa vorzugsweise) gibt es ganze Kampagnen die sich um Händler, Schmugler u.s.w. drehen.
Auch da werden die aus TOS (23JH) bekannten Föderations-Credits als Währung benutzt.


Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Nomad am 15.12.2013 | 02:51
Es gibt ein Buch "Der ewige Friede" von Joe Haldeman, da gibt es eine Technologie, mit der man (fast) alles herstellen kann. Die Währung, zumindest in den Ländern die über diese Technologie verfügen, sind Energieeinheiten. (oder so ungefähr, ist lange her, dass ich es gelesen habe)
Die Hauptfigur spart einige Zeit um ein besonders aufweniges Schmuckstück herstellen zu lassen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: YY am 15.12.2013 | 04:06
Und ansonsten, ich spiele bisweilen Star Trek Online. Da gibt es definitiv Geld in der Föderation, am gebräuchlichsten dürfte der Energiekredit sein. (Es gibt aber noch andere Währungen).

Da muss man mMn recht vorsichtig sein - manches ist wohl rein der Spielmechanik geschuldet.

Theoretisch müsste es dann aber auch sowas wie Bergbau geben, um die Rohmaterialien en Masse zu gewinnen, aber davon hab ich noch nie etwas mitbekommen. Es gibt aber auf jeden Fall sowas wie industrielle Fertigung mit Replikatoren. Detailliert wird darauf aber meines Wissens auch nicht eingegangen.

Bergbau bzw. generisches Rohstoffsammeln trifft man schon an - dann aber meistens wieder irgendwelches mehr oder weniger exotisches Zeug.

Und in den Raumschiffwerften wird "zu Fuß" zusammengesetzt. Einzelteile kommen wohl zumindest teilweise aus dem Replikator, aber die Konstruktion dauert lange.
Aber auch Konstruktionszeiten haben bisweilen speed of plot  ;)

Wir haben also mehrere Beispiel, in denen Geld als in der Förderation nicht existent bezeichnet wird (hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87581.msg1786216.html#msg1786216) z.B.) und viele Beispiele für geschäftliche Transaktionen mit Nicht-Förderationsmitgliedern.
...
existieren auch freie Händler, die diesen Leuten das beschaffen, was sie begehren.

Und siehe da, das ist ziemlich genau das, was sich auf Memory Alpha findet  ;)


Aber es gibt ja noch viele andere Besonderheiten im Star Trek Universum. Z.B. scheint es abseits der Sternenflottenschiffe keine ausgeprägte Mulltikultigesellschaft zu geben. Die meisten Völker scheinen ja weitgehend eigenständig ihre Kultur zu pflegen ohne dass die kulturellen Grenzen zu stark verwischen.

Das ist durch die Entfernungen doch ganz gut nachvollziehbar.
Die Planeten sind schließlich scheiße weit (tm) auseinander und ohne guten Grund verlässt man die Heimat nicht.
Mal davon abgesehen, dass nicht beliebig viel Transportkapazität zur Verfügung steht und das alles einen gewissen Aufwand bedeutet.

Da wäre wohl eher die Frage, was durch "Kontakt" per Holodeck-Tourismus den Sprung in andere Kulturen schafft - da sind der Kreativität eigentlich keine Grenzen gesetzt und kanonseitig gibts dazu nicht allzu viel.
Höchstens, dass sich mal einer ein romulanisches Ale reinzieht - was ja obendrauf noch illegal ist  ;)


Starfleet-Schiffe und Außenposten (z.B. DS9) sind relativ bunt bevölkert - und auch das ist wiederum recht plausibel.
Die kommen nämlich rum oder sitzen an Verkehrsknotenpunkten.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Sashael am 15.12.2013 | 09:09
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Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 15.12.2013 | 10:51
Ah, du hast meinen DDR und Heinlein-Bezug missverstanden, Sashael.
Ich meinte damit eine Partei, zwar eine Währung aber kein Signifikanter Binnenhandel. Die Währung dient nur zur Anschaffung von Luxusgütern. Die beiden "Kasten" die als signifikant betrachtet werden sind Händler und Militärs und diese findet man dann auch in zivilen Führungspositionen wieder. Das ist der DDR-Bezug.
Zu diesem Zustand kommt man nur, wenn man sich der Föderation bedingungslos anschließt, Teil des Föderationsmilitärs wird, usw. Dafür wird man dann Teil der großen glücklichen Infrastruktur. Ausstieg wird sehr ungerne gesehen, sie Marquis. Das ist der Heinlein-Bezug.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: YY am 15.12.2013 | 11:05
Dafür wird man dann Teil der großen glücklichen Infrastruktur. Ausstieg wird sehr ungerne gesehen, sie Marquis.

Der Widerstand des Maquis richtet sich gegen die Cardassianer, die einige Föderationsplaneten zugesprochen bekommen haben.

Das sind keine Föderations-Separatisten.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 15.12.2013 | 12:10
Das ist auch so eine Sache: Was ist ein "Planet" im Sinne von "United Federation of PLANETS". Piquard sagt in ST8, dass die Föderation 150 "Planeten" umfasst. Da dürfte er nicht alle Koloniewelten mitgezählt haben, auf denen ein einziges Dorf steht.

Eine logische Erklärung ist, dass nur einige Welten in der Föderation volle Mitgliedsrechte haben und Kolonien eine bestimmte Größe erreichen müssen. (Wenn man annimmt, dass Alpha Centauri als menschliche Kolonie Gründungsmitglied der Föderation ist, muss das irgendwie gehen.)

Was aber passiert, wenn jetzt Leute eine neue Kolonie gründen, die von einer Föderationswelt stammen? Ist das dann eine Kolonie ihres Heimatplaneten oder eine Kolonie der Föderation? In der Serie trifft die Föderation jedenfalls mehrmals Abkommen über ihre Grenzen (mit Cardassianern, Sheliak, Klingonen). Das kann sie nur, wenn sie mindestens teilweise Gebiete umfasst, die "reichsunmittelbar" sind.

Was die Marquis-Kolonien betrifft, können die jedenfalls nicht den gleichen Status gehabt haben, wie z.B. Andor oder Vulkan. Die Andorianer drohen ja gelegentlich an, dass sie aus der Föderation austreten ("Reise nach Babel"). Diese Option hatten zumindest die Marquis-Kolonien nicht.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 15.12.2013 | 12:20
150 Mitglieder, über 1000 Kolonien. Im Endeffekt nichts anderes als Bundesstaaten mit ihren Gemeinden.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 15.12.2013 | 12:41
Wo hast du die zweite Zahl her? :)

Und es ist eben ein etwas merkwürdiger Sprachgebrauch von "Planeten" zu reden. Es stellt sich dann auch direkt die Frage nach Stimmgewichten, wie jedes mal wenn man eine Bündnisstruktur bildet. - Wahrscheinlich sogar noch schlimmer, wenn sich einige Spezies unterschiedlich stark vermehren oder abweichende Lebenszyklen haben. Aber Gul Dukats Sohn ist ja 9 Jahre alt.  :bang:
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 15.12.2013 | 13:09
Das ist durch die Entfernungen doch ganz gut nachvollziehbar.
Die Planeten sind schließlich scheiße weit (tm) auseinander und ohne guten Grund verlässt man die Heimat nicht.
Mal davon abgesehen, dass nicht beliebig viel Transportkapazität zur Verfügung steht und das alles einen gewissen Aufwand bedeutet.
Durch den Warpantrieb ist die Reisezeit zwischen den Welten aber recht überschaubar. Die Frage ist nur wie verbreitet und zugänglich ist diese Technik wirklich. Es gibt ja doch einiges an privaten Schiffen.   

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Das Problem  der Sozialisten ist sicher, dass sie nicht mal selber wissen was Ihn eigentlich ausmacht. Gemein haben sie im positiven Sinne nur ein Heilsversprechen in der Richtung „Irgendwann ist alles Gut“.
Alleine schon Idee, dass Alle Menschen einer Meinung sein könnten ist ziemlich absurd. Um Bei Star Trek zu bleiben, das ist Borg.
Selbst eine kleine Gruppe von Menschen die Ihr Handeln so Weit es Menschen vermögen am Gemeinwohl ausrichten  können doch niemals alle die gleiche Meinung vertreten.
Aus dieser Vorstellung von Kollektivismus ohne Eigentum und die Möglichkeit nach der eigenen moralischen Überzeugung zu handeln kann man doch nichts schaffen.
Wie soll sowas den jemals über eine sogenannte Diktatur des Proletariats hinauskommen.
Und die Ausrede, dass alle bisherigen Versuche nur nicht Konsequent genug waren finde ich nicht sehr zielführend. Ich bin gegen einen weiteren Versuch. Da gibt es Ideen die dem Menschen gerechter werden.

150 Mitglieder, über 1000 Kolonien. Im Endeffekt nichts anderes als Bundesstaaten mit ihren Gemeinden.

Das ist auch spannend. Die genaue Zahl wurde ja recht spät festgelegt. Vor DS9 fühlte sich die Föderation deutlich überschaubarer an, als hinterher.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 15.12.2013 | 13:20
Wo hast du die zweite Zahl her? :)

Memory Alpha.

Zitat
Und es ist eben ein etwas merkwürdiger Sprachgebrauch von "Planeten" zu reden. Es stellt sich dann auch direkt die Frage nach Stimmgewichten, wie jedes mal wenn man eine Bündnisstruktur bildet.
Die Mitglieder ("Planeten") sind gleichberechtigt. Jedes Mitglied entsendet einen Vertreter in den Föderationsrat. Wie sie ihren Vertreter für den Rat bestimmen, ist jedem Mitglied selbst überlassen.

Das Übergewicht der Menschen in der Föderation (trotz ~20 Mitgliedrassen AFAIR) liegt schlicht daran, dass die meisten Mitgliedswelten und ihre Kolonien von Menschen gegründet wurden.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 15.12.2013 | 13:42
Das ist auch spannend. Die genaue Zahl wurde ja recht spät festgelegt. Vor DS9 fühlte sich die Föderation deutlich überschaubarer an, als hinterher.

Inwiefern meinst du? Mir fällt nur eine Spezies ein, die DS9 hinzugefügt hat, Grazeriten in Person von Präsident Yaresh-Inyo.

Möglicher Weise Elaysians in Form von Melora Pazlar und Tiburonesen. (In der Serie wird nicht gesagt, dass ihre Heimatwelten Mitglieder sind. In den Apokryphen sind sies, aber da kommt man dann auch entspannt über 150 drüber.)


@Ein: Wo genau da? Unter Federation Colonies lese ich das nicht. [Edit: OK, unter "Federation" an sich.]

Wie der Föderationsrat zusammen gesetzt wird, wird in der Serie nie erklärt. In den Apokryphen ist natürlich Articles of the Federation beste Quelle, in welchem Buch die Präsidenten und ihr Stab die Hauptrolle spielen. Da passt deine Erklärung.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Dark_Tigger am 15.12.2013 | 13:54
Ohne jetzt alles in diesem Thread gelesen zu haben, die Föderation wie sie in den neuren Serien vorkommt, scheint mir viel Ähnlichkeit mit der "Kultur" von Ian Banks zu haben.
Das würde die scheinbaren wiedersprüche im System erklären (da ist kein System), und den politischen Einfluß und die große Bandbreite der Aufgaben der Flotte (da ist sonst niemand der das übernehmen könnte) analog zu "Kontakt" bei der Kultur.

Ja, das ist alles sehr nebulös.
Ich erinnere mich, dass Kirk in der Orginalserie mal angab, autorisiert zu sein für Dilithiumkristalle einen fairen Preis zu bezahlen. Die Bergleute waren dabei definitiv Menschen. Ob sie auch Föderationsmitglieder waren? Keine Ahnung.
War die erste Serie nicht vor der Erfindung der Replikatoren? Da dürfte Geld dann ja noch eine andere Rolle gespielt haben. ;)
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Feuersänger am 15.12.2013 | 14:57
Da die ST-Folgen von X verschiedenen Autoren geschrieben wurden, widerspricht sich der Kanon da halt schonmal.
Beispiel TNG:
in manchen Folgen spielen sie Poker, offensichtlich um Geld (die Rede ist von Monatsgehältern und so). In anderen Folgen sagen sie, dass es kein Geld mehr gibt; zB als sie den tiefgefrorenen Börsenmakler aus dem 20. Jahrhundert auftauen. Und iirc gibt es sogar Folgen, wo sie Mühe haben, das ~Konzept~ von Geld zu verstehen.
Heute Abend schau ich mal, ob ich noch Beispiele finde.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 15.12.2013 | 15:48
@1of3
Das muss man sich leider aus den ganzen verschiedenen Artikeln rund um die Föderation selbst heraussuchen. Das meiste steht aber direkt in den Hauptartikeln (englisch, deutsch, vermutlich nicht deckungsgleich).

@Feuersänger
Ja, das ist das Hauptproblem. Da kommen dann halt auch die dramatischen Notwendigkeiten und auch die Froschperspektive hinzu. Im Endeffekt ist es so, als wollte man das Gesellschafts- und Regierungsmodell Deutschlands anhand der SC rekonstruieren.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Feuersänger am 15.12.2013 | 18:46
Hab hier mal einen uralten Link zu dem Thema ausgebuddelt, der (aus Sicht eines Nordamerikaners [Kanadier]) Kommunismus und Star Trek vergleicht:
http://stardestroyer.net/Empire/Essays/Trek-Marxism.html

Teilweise ist sein Verständnis etwas naiv, seine Argumentation konstruiert, aber einige Punkte sind sicherlich korrekt.

Abgesehen von der ganzen Sache mit dem Geld find ich da eine Sache besonders bedenklich: die enorme Durchdringung des Machtapparats mit Militärs. De Fakto scheint die Föderation eine Art Sternenflotten-Junta zu sein. Das ist natürlich nicht das _Selbstverständnis_ der Föderation (oder Trek-Autoren), aber das ist es, was übrigbleibt, wenn man sich das Zeug mal ohne rosarote Brille anschaut.

Tip: schaut euch mal die nächsten Trek-Folgen unter der Prämisse an, dass es sich um Propaganda eines totalitären Regimes handelt. Dadurch lösen sich einige Unlogeleien plötzlich wie von selbst auf.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 15.12.2013 | 19:03
Andererseits sieht man ja immer nur die Sternenflotten-Seite. Über das normale Alltagsleben der Planetenbewohner wird kaum berichtet.

Nachtrag: Den Artikel kann man nicht ernst nehmen. Da sieht man nur wunderbar vorgeführt, warum für viele Amerikaner ganz Europa kommunistisch ist. Besonders schlimm, wenn dann noch Umstände, die an den Amerikanern selbst liegen (z.B. dass ab TNG die Begriff "Gott" oder "Jesus" nicht mehr fallen), dem Kommunismus zugeschrieben werden.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 15.12.2013 | 19:45
Lustig ist auch sein Glaube das sich private Konkurrenz neben einem mit gleicher Effizienz betriebenen Staatsunternehmen auch nur ansatzweise halten kann.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Yerho am 15.12.2013 | 20:39
Lustig ist auch sein Glaube das sich private Konkurrenz neben einem mit gleicher Effizienz betriebenen Staatsunternehmen auch nur ansatzweise halten kann.

Nun ja, die in den Serien beschriebene Privatwirtschaft besetzt eher Nischen, z.B. den Handel mit Luxusgütern und/oder Raritäten. Ausgenommen ist auch fast der ganze Dienstleistungssektor: Da man weder eine Fahrzeugreparatur, noch einen Haarschnitt, noch ein handgekochte Mahlzeit replizieren kann, muss es schon Leute geben, die diese Arbeiten aus Neigung heraus ausüben und - sofern nicht rein als Hobby betrieben - sich diese irgendwie vergüten lassen; beispielsweise mit Replikatoreinheiten, die man an entsprechender Stelle (siehe Händler) gegen nicht replizierbare Zutaten für handgekochte Mahlzeiten eintauschen kann.

EDIT: Teppfihler.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 15.12.2013 | 20:41
Ja, aber ich bezog das natürlich auf das Subraumkommunikationsnetzwerk.

Mich würde aber schon interessieren wie der Frisör oder Siskos Papa arbeiten und so weiter.

Picards Familie sind ja uralte Winzer.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.12.2013 | 21:34
IIRC die deutsche Folge in TNG, so sagt Picard das die Menschheit über die Notwendigkeit reich zu sein hinausgewachsen ist.

Dazu fokussiert die Serie auf Mitglieder der Starfleet, andererseits hatte ich nicht den Eindruck, das Diplomatisches Corps oder der Präsident da Mitglied gewesen sein müssen.

Aber mehr wissen wir über das System der Federation nicht.

BtW eine Freundin von Sisko war Free Trader Kapitänin
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 15.12.2013 | 22:29
Nachtrag: Den Artikel kann man nicht ernst nehmen. Da sieht man nur wunderbar vorgeführt, warum für viele Amerikaner ganz Europa kommunistisch ist. Besonders schlimm, wenn dann noch Umstände, die an den Amerikanern selbst liegen (z.B. dass ab TNG die Begriff "Gott" oder "Jesus" nicht mehr fallen), dem Kommunismus zugeschrieben werden.

Man kann die Achse Kommunismus - Kapitalismus als relativ neutrale Größe verwenden, um anzugeben, wie groß der staatliche Einfluss auf die Wirtschaft ist. Unter dieser Warte ist Europa sicherlich kommunistischer als die USA. Es sind dann eben relative Größen. Schief geht das ganze natürlich darin, andere Kenngrößen (Säkularität - Religiösität) und Marx mit diesem zu vermischen. Dann wird es eben doch nur ein Zerrbild.

Insofern sind die Beobachtungen in dem Artikel nicht falsch, die Schlussfolgerungen scheinen mir ideologisch verfärbt und ich stimme dem Autor durchaus zu, dass es bei Star Trek kein Copyright zu geben scheint. Einzig warum die Leute kein Zeug in ihren Quartieren haben, ist ziemlich einfach zu erklären: Replikation ist so billig, die waschen nicht mal ihr Geschirr ab, sondern stellen es zurück in den Replikator. Wozu soll man da noch Zeug horten?
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 15.12.2013 | 22:46
Vor allem sieht man meistens nur die militärischen Quartiere.


Wobei auf der Seite ein paar nette Dinge stehen die mich auch stören, vor allem im militärischen Bereich.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Kearin am 15.12.2013 | 22:53
@1of3
Leider ist er nicht neutral gegenüber dem Kommunismus. Ich tippe darauf, dass einer seiner Eltern Marxist war.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Dr.Boomslang am 16.12.2013 | 01:58
Die ideologische Debatte ist glaube ich auch hier völlig fehl am Platze, es geht ja gar nicht um Kommunismus oder Kapitalismus, das müsste man auch erst mal definieren, aber warum? Star Trek hat damit doch nichts zu tun. Verwenden wir doch einfach neutralere Begriffe bzw. Beschreibungen.

Ich glaube schon dass irgend eine Form der Planwirtschaft eine große Rolle in der Föderation spielt, das ist ja gar nichts ungewöhnliches gerade im militärischen Bereich und wie Feuersänger so schön sagte ist die Föderation eigentlich sowas wie ein Militärstaat, wenn auch immer betont wird dass die Sternenflotte nicht in erster Linie miliitärische Aufgaben hat, sondern diese nur "nebenbei" macht. Ein Sternenflottenoffizier macht einfach seinen Job und darf dafür bestimmte Ressourcen der Sternenflotte nutzen. Warum soll die Zivilgesellschaft nicht so ähnlich strukturiert sein, wenn das schon in der Sternenflotte so toll funktioniert und die als Vorbild gilt?
Man kann sich natürlich fragen was Leute dann motiviert, aber das ist ja aus unserem Kontext schwer darüber zu spekulieren, es könnte zumindest so sein, gerade wenn einiges zentral mit Computer-AI geplant wird. Was allerdings dagegen spricht ist dass nie die typischen Probleme der Planwirtschaft thematisiert wurden, selbst in einer gut funktionierenden müsste es die ja geben, nicht unbedingt bei Warenknappheit, denn die gibt's ja nicht mehr, aber zumindest dabei das Leute nichts sinnvolles zu tun haben, aber auch das ließe sich wohl lösen wenn es einfach immer genug interessante Unterhaltung und Bildung gibt.

Das Problem ist halt das wir nur Sternenfollte kennen und da lässt sich auch alles leicht verstehen. Selbst sowas wie DS9. Wenn Quark oder Garak ihre Arbeit nicht machen, würden sie sicher ihre Konzession verlieren oder ähnliches, die Station untersteht ja der militärischen Administration.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 16.12.2013 | 06:46
Wir sind wahrscheinlich über nichts so gut informiert, wie über Quarks Konzession. Quark lässt sich definitiv in Latinum bezahlen, wenn Starfleet-Mitglieder was bestellen. Nach persönlicher Absprache mit Sisko, muss er keine Miete für seinen Raum zahlen (Emissary). Er unterliegt zudem bajoranischem Zivilrecht, beispielsweise Feuerschutzbestimmungen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: pharyon am 16.12.2013 | 13:47
Ich hab Star Trek bisher immer so verstanden, dass Bürger in der Föderation nicht mehr auf Gedeih und Verderb "reich" werden müssen, da es auf grundlegendem Niveau alles Notwendig zur Genüge gibt. Dass sie nicht mehr arbeiten gehen dürfen, kein Geld mehr verdienen dürfen oder Besitztümer erwerben, kam mir nie unter.
Ich glaube, da spielt ein bisschen Maslow mit rein: Wenn ich mir um Essen, Unterkunft, Sicherheit und Bildung keine Gedanken mehr machen muss, beschäftige ich mich viel mehr mit Selbstverwirklichung. Individuell sieht das unterschiedlich aus. Über das vorhandene Wirtschaftssystem sagt das aber noch nichts aus. Unter diesem Licht versteh ich halt Picards Aussagen.

p^^
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Arkam am 16.12.2013 | 15:30
Hallo zusammen,

ich kann leider keine Quellen Angabe machen. Ich hatte das System aber auch so verstanden das jeder Bürger seine Grundbedürfnisse von der Weltregierung, den nach "Erster Kontakt" gibt es eine solche, den Bürgern die Grundbedürfnisse sichert.
Wer weitere Bedürfnisse hat muss etwas für die Gesellschaft tun. Ich denke da bekommen wir nur die oberste Ebene, nämlich die Föderation und hier und dort Mal etwas Soziales, etwa eine Bau oder ein Restaurant, mit. Ich vermute aber das eben auch alle anderen Ebenen so geregelt sind.

Mit den Replikatoren kann man sicherlich nicht beliebig Material in anderes umformen. Denn ansonsten gäbe es ja nicht immer wieder die Probleme mit fehlendem Delitium, roter Materie oder einem anderen gerade notwendigen Material.

Star Trek die klassische Serie war ja als Entdecker Serie angelegt. Da mussten die Mitglieder an Bord der Enterprise also gleichzeitig Entdecker / Diplomaten / Soldaten sein. Von dieser Vermischung kam man dann wieder nur schwer aufheben.

Gruß Jochen
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 16.12.2013 | 16:02
Naja, in der typischen Star Trek Manier gibt es eben auch diverse Materialien, die man nicht replizieren kann, darunter das allseits beliebte Dilithium. An anderen Stellen fragt man sich aber doch, ob gewisse Umwandlungen eines Elementes in ein anderes nicht doch gehen. So wird beispielsweise gesagt, Gold an sich habe kaum wert, lediglich das Latinum, ein übrigens nicht replizierbares Material, in goldgepresstem Latinum sei von wert. Nun ist aber Gold an sich ja nicht besonders häufig, also muss man dieses Element für die entsprechende Wertlosigkeit wohl aus anderen Elementen erzeugen können. Eine andere Frage, die mich schon bewegt hat, ist wie die Leuts bei Star Trek an ihre Antimaterie kommen. Oder genauer gesagt, das Antideuterium, was sie für gewöhnlich in ihren Warpantrieben verfeuern. Weil nach meinem physikalischen Kenntnisstand ists ja nun nicht gerade so, als würde Antimaterie irgendwo in unserer näheren Umgebung einfach rumliegen. Es scheint teilweise auch so, als wäre Antimaterie ein relativ begrenztes Gut, was man nicht verbraucht, wenn man nicht muss. Raumstationen und Impulsantriebe und so werden dann ja auch durch Fusionskraft getrieben. Vielleicht aber auch, weil Antimaterie nicht ganz ungefährlich in der Handhabung ist. Man scheint nur eben für Warpantriebe Antimaterie zu brauchen, entweder aufgrund des höheren Energiegehalts oder aufgrund besonderer physikalischer Eigenschaften des so erzeugten "Warp-Plasmas". Und jedenfalls war ich auch am Überlegen, ob die nicht irgendwie, mit Replikatoren oder einer verwandten Technologie, die Quantenzahlen manipulieren und quasi normales Deuterium zu Antideuterium umpolen können.

Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern mal an: Es scheint das sinnvollste zu sein, dass die Föderation ihren Bürgern einen gewissen Lebensstandard sichert (nach dem was ich so von Zivilisten sehe auch gerne etwas mehr als nur die bloßen Grundbedürfnisse) und wer arbeitet kann sich eben besondere Privilegien respektive mehr Geld erwirtschaften.
Die offiziellen Quellen dazu sind aber widersprüchlich.
Was man vielleicht auch feststellen kann: Es scheint nicht möglich zu sein, sowas wie ein heutiger Superreicher zu werden. Jedenfalls kann ich mich nicht an sowas wie mächtige Konzerne oder superreiche und mächtige Individuen in der Föderation erinnern. Wirklich größere Macht oder Privilegien scheinen eher über entsprechende Ämter verteilt zu werden.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 16.12.2013 | 16:51

Insofern sind die Beobachtungen in dem Artikel nicht falsch, die Schlussfolgerungen scheinen mir ideologisch verfärbt und ich stimme dem Autor durchaus zu, dass es bei Star Trek kein Copyright zu geben scheint.

Zumindest für Künstler gilt das nicht. (http://de.memory-alpha.org/wiki/Die_Ver%C3%B6ffentlichung)




Womit dann auch widerlegt wäre das es keine Privatunternehmen in der Föderation gibt. (http://de.memory-alpha.org/wiki/Photonen_brauchen_Freiheit)


Kleiner Nachtrag:

Im Roman Antimaterie (http://de.memory-alpha.org/wiki/Antimaterie_%28Roman%29) wird Antimaterie als der seltenste und teuerste Stoff des Universums bezeichnet.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 16.12.2013 | 18:29
Und wird in diesem Roman auch näher darauf eingegangen, wo man die Antimaterie hernimmt? Ich hab mir das auf Memory Alpha auch mal angesehen, aber diese Aussage betreffs seltenste und kostbarste Substanz ist auch etwas zweifelhaft, immerhin fliegen sie das Zeug mit nem Tanker durch die Gegend. Gibt heute ja auch keine Diamantengroßfrachter und Platin-Lastkähne. Und es kann auch anderweitig nicht so selten und kostbar sein, immerhin hat jedes pfrimelige Photonentorpedo nen Kilo oder mehr davon an Bord. Dabei wäre selbst nach heutigen Maßstäben ne anständige Wasserstoffbombe ein geeigneter Ersatz als Sprengkopf.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 16.12.2013 | 18:36
Im technischen Handbuch zur Enterprise D steht das es tief im Föderationsraum gut gesicherte Raffinerien gibt.

Irgendwo wo man viel Energie und Platz für ein paar große Partikelbeschleuniger hat.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 16.12.2013 | 18:44
btw Warum sollte ein Wissenschaftler das Recht auf seine Erfindungen bekommen,  wenn andere sie finanzieren bzw wer sagt uns denn das es keine Tantiemen für "public domain"  gibt?
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 16.12.2013 | 18:51
Die Zar-Bombe hatte genau so viel Sprengkraft wie ein Photonentorpedo wiegt aber 27 Tonnen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Andorian Spaceman am 16.12.2013 | 19:15
Ich sehe es im Grunde wie pharyon. Die meisten weitgehenden Interpretationen entsprechen ja eher nicht den Empfindungen die man beim ersten Anschauen hatte.

quote author=1of3 link=topic=87581.msg1786433#msg1786433 date=1387111352]
Inwiefern meinst du? Mir fällt nur eine Spezies ein, die DS9 hinzugefügt hat, Grazeriten in Person von Präsident Yaresh-Inyo.

Möglicher Weise Elaysians in Form von Melora Pazlar und Tiburonesen. (In der Serie wird nicht gesagt, dass ihre Heimatwelten Mitglieder sind. In den Apokryphen sind sies, aber da kommt man dann auch entspannt über 150 drüber.)


@Ein: Wo genau da? Unter Federation Colonies lese ich das nicht. [Edit: OK, unter "Federation" an sich.]

Wie der Föderationsrat zusammen gesetzt wird, wird in der Serie nie erklärt. In den Apokryphen ist natürlich Articles of the Federation beste Quelle, in welchem Buch die Präsidenten und ihr Stab die Hauptrolle spielen. Da passt deine Erklärung.
[/quote]

Der Föderationsrat (gesehen in Star Trek 4 scheint) vergleichsweise klein. Zurechtbiegen kann man es sich vielleicht indem man es sich als eine Art Ausschuss des Rates erklärt. Eine genaue Zahl war Anfangs aber nie festgelegt. Durch die gewaltigen Raumschlachten bei DS9 wirkt die Föderation allein durch die Zahl der Schiffe auf einmal deutlich größer. Im Verhältnis dazu und bedenkt man die vielen Geschichten über Expansion und, dass eigentlich  Alle gerne Mitglied werden wollen scheint die dann spät etablierte Zahl von 150 Welten recht klein, vor allem wenn man da Kolonien mitgezählt hat.

Der Föderationsrat ist auch kein repräsentatives Parlament, sondern eine Vertretung der Regierung diverser Mitgliedwelten.

Wenn mir nichts entfallen ist sind die bekannten Entscheidungen des Föderationsrates auch alle Außenpolitischer natur (inklusive Spionage; Militärisches, Forschung).
Kirks Verfahren wegen Diebstahl und Zerstörung der Enterprise wurde auch vor dem Rat behandelt. Wahrscheinlich ein  Sonderfall, wegen der Rettung der Erde und um außenpolitisch den Klingonen gegenüber Stärke zu zeigen.

Der Präsident wird vom Föderationrat gewählt. Die umfangreichen Rechte des Präsidenten, die man bei DS9 gesehen hat, könnten auch mit dem Krieg zu tun haben.

Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Föderation eher so eine Mischung aus UN und USA sind.
Und nach dem Vorbild innenpolitisch unter normalen Bedingungen nicht so viel Einfluss hat.

Die Föderation als Organisation ist eng mit der Sternenflotte verknüpft die Ihr wichtigstes Exekutivorgan zu sein scheint. Ihre Umfangreichen Rechte hat sie wohl am ehesten nach Außen und gegenüber den Personen die in Ihr Dienst tun. Auf souveränen Welten kann sie von der Grundidee her wohl nur auf Einladung aktiv werden.

Aber zu allen diesen Dingen gibt es sicher einzelne Drehbücher die das für den Plot etwas verbogen haben.

Zu dem Thema Planwirtschaft: es werden verschiedene Minengesellschaften erwähnt. Wenn man also diesen Bereich nicht planwirtschaftlich kontrolliert, wird man primär wohl doch eher eine freie Wirtschaftsordnung haben.

Alles andere würde ja auch dem moralischen Anspruch der Föderation zuwiderlaufen Vielfalt und Freiheit zu garantieren.

Ich denke die Besonderheiten der Gesellschaft basieren wirklich eher auf Technologie und einer gewissen Selbstgerechtigkeit die sich dank des Wohlstandes eingestellt hat.

Falls es bei dieser Diskussion um Nutzen für Rollenspiel geht, wäre das ohnehin interessanter und taugt eher als schützenswert. Nicht umsonst hat man als Kontrastprogramm die anderen Großmächte die eigentlich alle Imperien sind. Anhand dieser „Feindbilder“ kann man vielleicht auch ablesen, dass die Föderation etwas besseres ist. Schließlich reden wir hier über ein quasi „literarisches“ Universum. 

 
Zu der Antimaterie Diskussion:

Was genau ist den Eure Frage. Die Antimaterie wird mit Dilithium hergestellt. In den entsprechenden Reaktoren. Das ist die Hauptenergiequelle.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 16.12.2013 | 19:35
Nungut, das mit den gut behüteten Raffinerien tief im Föderationsraum macht Sinn. Wusste ich vorher nicht. Aber die Zar-Bombe ist kein gutes Beispiel für eine moderne Atomwaffe. Und bei der Sprengkraft der Torpedos wäre dann noch die Frage ob man die Werte aus den technischen Handbüchern nimmt oder eher das, was man in Filmen und Serien sieht. Tatsächlich tendieren die Dinger ja dazu, mit der Kraft des Plots TM zu explodieren. Egal.
Die Rolle von Dilithium wurde aber von meinem Vorposter mißverstanden - das Zeug hat mit der Erzeugung von Antimaterie nix zu tun. Es ist lediglich so, dass die kontrollierte Reaktion von Materie und Antimaterie in der Kristallmatrix eines Dilithiumkristalls stattfindet. Daher sind sie für die Nutzung von Antimaterie wichtig, bei der Erzeugung helfen sie aber wenig.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 16.12.2013 | 19:45
Die W88, hat bei ohne Trägersystem wohlgemerkt, ähnlichen Abmessungen wie ein kompletter Photonentorpedo nicht einmal 1% der Sprengkraft.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 16.12.2013 | 20:22
Na gut, ich geb zu, eine heutige Atomwaffe wäre wohl nicht ganz so toll. ^^
Aber wenn's deutlich billiger wäre, wärs ja schon ne Option. Ist aber auch garstig. Bei absoluter Effizienz brauch man glaube so 400kg spaltbares Material um soviel Energie freizusetzen wie 1kg Antimaterie. Mit Fusionsbrennstoff sähe es etwas besser aus, aber man hat ja bislang keine Atomwaffe gebaut, die den Großteil ihrer Sprengkraft aus Fusion bezieht.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 16.12.2013 | 20:43
diese hätten jedoch eine größere Massen und wohl auch Volumen,  damit bräuchte er stärker e und größere Triebwerke was wiederum die Masse und das Volumen erhöhen würde.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 17.12.2013 | 16:37
Ja, natürlich.

Also um nochmal ein paar wirtschaftliche Dinge zusammenzufassen:

- primäre Energiequelle sind Fusionsreaktoren, die Antimaterie ist eigentlich nur ein (sehr wirksamer) Energiespeicher
- Antimaterie wird quasi industriell  hergestellt, in sogenannten Raffinerien, die aufgrund der Gefährlichkeit von Antimaterie und der strategischen Bedeutung für die Raumfahrt normalerweise gut geschützt sind
- es gibt in einem gewissen Rahmen Privatwirtschaft (etwa Bergbauunternehmen, Verlage, Restaurants, ...)
- es gibt aber auch Anzeichen für eine staatlich organisierte Grundversorgung
- entgegen gelegentlicher Behauptung scheint es doch sowas wie Geld in der Föderation zu geben, mit dem man dann etwa Luxusgüter wie Holosuite-Zeit, edle Stoffe oder echte Nahrung erwerben kann
- diese Währung scheint der Credit zu sein, aber in vergleichsweise frühen Tagen der Föderation ist auch mal die Rede von Föderations-Dukaten

- politisch ist die Föderation offenbar föderal-demokratisch organisiert, wobei vollwertige Mitgliedwelten eben Abgesandte in den Föderationsrat entsenden; wie die Mitgliedwelten diese Gesandten bestimmen, können sie weitgehend selbst regeln, aber demokratische Verfahren sind zu vermuten
- es gibt auch Kolonien, die keine direkte Vertretung im Föderationsrat haben
- offenbar hat aber gerade die Sternenflotte recht große Macht, oft auch auf einzelne Entscheider (Admiräle) konzentriert, die nicht demokratisch legitimiert ist
- zumindest teilweise werden Anzeichen für ein totalitäres Regime gesehen
- im direkten Vergleich zu konkurrierenden Sternenreichen wirkt die Föderation aber recht nett
- nach heutigen Maßstäben, gerade betreffs solche Dinge wie Checks and Balances, wirkt die Föderation aber nicht gerade perfekt bzw. es scheint einiges Potential für Machtmißbrauch zu geben
- die Macht des Kapitals wie wir sie heute kennen, gerade auch von den USA, mit durch Geld einflußreichen Konzernen und Superreichen Individuen, scheint bei der Föderation nicht oder nur in einem geringeren Maße gegeben
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 17.12.2013 | 16:51
Wieso sollten die Admiräle nicht von der Förderation also damit demokratisch legitimiert sein?

Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Quaint am 17.12.2013 | 16:58
Naja, soviel ich weiß sind die halt nicht gewählt, sondern werden aus den Rängen der Kapitäne befördert. Natürlich hat der Föderationsrat wohl etwas dabei mitzureden, nach welchen Maßstäben befördert wird. Aber das ist ja nun schon was anderes als ne direkte demokratische Legitimierung.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Yerho am 17.12.2013 | 20:48
Wieso sollten die Admiräle nicht von der Förderation also damit demokratisch legitimiert sein?

Müssen sie doch gar nicht. Soweit da in den Serien rüberkommt, kann ein Admiral nur seine Starfleet-Angehörige herumscheuchen und hat keinerlei Gewalt über Zivilisten, außer sie wird ihm durch bestimmte Umstände (z.B. Kriegsrecht) von der zivilen Administration - wie auch immer die nun genau aussieht - verliehen.

Und wen eine militärische oder zumindest hierarchisch organisierte Institution mit welchem Dienstgrad versieht, ist - diverse Einflüsse durch den Proporz mal außen vor - einzig und allein Sache dieser Organisation, weil es in der Regel keine Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft hat. Außer natürlich, dass ein Admiral Kirk unter Umständen für signifikant mehr Umsatz in den Kneipen von Alpha Centauri sorgt. ;)
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 15:06
Der Föderationsrat (gesehen in Star Trek 4 scheint) vergleichsweise klein. Zurechtbiegen kann man es sich vielleicht indem man es sich als eine Art Ausschuss des Rates erklärt. Eine genaue Zahl war Anfangs aber nie festgelegt. Durch die gewaltigen Raumschlachten bei DS9 wirkt die Föderation allein durch die Zahl der Schiffe auf einmal deutlich größer. Im Verhältnis dazu und bedenkt man die vielen Geschichten über Expansion und, dass eigentlich  Alle gerne Mitglied werden wollen scheint die dann spät etablierte Zahl von 150 Welten recht klein, vor allem wenn man da Kolonien mitgezählt hat.

Der Föderationsrat ist auch kein repräsentatives Parlament, sondern eine Vertretung der Regierung diverser Mitgliedwelten.

Wenn mir nichts entfallen ist sind die bekannten Entscheidungen des Föderationsrates auch alle Außenpolitischer natur (inklusive Spionage; Militärisches, Forschung).
Kirks Verfahren wegen Diebstahl und Zerstörung der Enterprise wurde auch vor dem Rat behandelt. Wahrscheinlich ein  Sonderfall, wegen der Rettung der Erde und um außenpolitisch den Klingonen gegenüber Stärke zu zeigen.

Der Präsident wird vom Föderationrat gewählt. Die umfangreichen Rechte des Präsidenten, die man bei DS9 gesehen hat, könnten auch mit dem Krieg zu tun haben.

Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Föderation eher so eine Mischung aus UN und USA sind.
Und nach dem Vorbild innenpolitisch unter normalen Bedingungen nicht so viel Einfluss hat.

Ja, irgendwo dazwischen stimmt sicherlich. :) Und du hast Recht, dass bei DS9 deutlich mehr Schiffe auftauchen, als man das sonst bei TNG erwartet hätte. Da sind im Klingonischen Bürgerkrieg die Enterprise und 6 halbfertige Schiffe alles, was die Föderation auf die Schnelle bereitstellen kann. So hatte ich das nicht gesehen.

In Articles of the Federation wird der "kleine" Föderationsrat tatsächlich als Ausschuss betrachtet. Das ist vermutlich sinnvoll, wenn man annimmt, dass es sich um eine Vertretung der Mitgliedswelten handelt, denn diverse bereits bekannte Mitglieder waren in dem Haufen nicht zu sehen: Schon die Schnittmenge der neuen Aliens aus Reise nach Babel mit jenen in Star Trek IV ist 0. Zudem waren die Bänke zu beiden Seiten ziemlich voll besetzt, es wäre also unwahrscheinlich dass reihenweise Vertreter des Gremiums nicht da waren.

Woraus schließt du, dass der Präsident vom Rat gewählt wird? Mir fällt jetzt keine passende Stelle ein, was natürlich nichts heißen muss.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 18.12.2013 | 15:26
Generäle demokratisch-republikanischer Staaten werden auch nicht immer gewählt, mwn ist es  jetzt sogar eine Ausnahme.
Sie werden von ihren zivilen und/oder militärischen Vorgesetzten ernannt.

Wobei mir einfällt, das Oberhaus war mal das höchste Gericht Englands iirc. und ich vermute der " kleine" Föderationsrat könnte ähnliche Funktionen wahrnehmen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 15:53
Ja. Könnte auch ein speziell eingerichteter Untersuchungsausschuss sein oder ein Ausschuss für Überwachung der Sternenflotte.

Das ist mit "Höchsten Gericht" ist auch so eine Sache. In der Folge um seine genetische Modifikation droht Bashir an, er werde bis zum "Supreme Court" durchklagen. Was natürlich nicht ausschließt, dass er trotzdem genau jenes Gremium meint.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 18.12.2013 | 16:06
Ich bin da gerade weder firm noch up to date:
Mir war so das interstellare Echtzeit-Kommunikation im Trekkieverse zwar möglich ist, nicht aber allgemein verbreitet. Irgendwo habe ich im Hinterkopf das die größeren "Schlachtschiffe" damit ausgestattet sind, bei langem aber noch nicht alle Mitgliedsstaaten eines Imperium, Föderation oder andere.
Wenn ich mich somit richtig erinnere, dann haben Institutionen wie die Sternenflotte eine noch gehobenere Position, nicht nur weil sie "Force Projection" sind, sondern weil die Anwesenheit von Schiffen und Stationen die einzige "Lebenslinie" zum Rest des jeweiligen Imperium darstellt.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 16:18
Videokonferenzen sieht man häufiger.

Ich weiß nicht, wo überall aufgezeichnete Nachrichten vorkommen. Mir fallen die Botschaften von Aquiel an ihre Schwester in TNG: Aquiel ein, die für die Folge eine zentrale Rolle spielen. Bei solchen Einzelfällen könnte es natürlich umgekehrt sein, dass die Adressaten nicht an einem Subraum-Backbone hängen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Slayn am 18.12.2013 | 16:22
Die Sache mit dem Subraum-Backbone müsste man klären. Sollte sich der Zustand des Trekkieverse nämlich näher in Richtung "Age of Sail" befinden, müssten wir bei einigen Dingen von ganz anderen Gegebenheiten ausgehen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: 1of3 am 18.12.2013 | 16:45
In Silent Enemy setzt die NX-01 Verstärkerbojen (etwa 1m) hoch aus, um ihr Subraumsignal zu verstärken. Aquiel (also die mit den aufgezeichneten Nachrichten) arbeitet im 24. Jh. mit einem Kollegen auf einer kleinen Station, die dazu da ist, Subraumnachrichten zu verstärken. Ohne solche Relays wird instantane Kommunikation ab einer gewissen Entfernung - wie groß die auch sein mag - unmöglich. Das ist das Kernproblem der Voyager-Crew bzw. des Pathfinder Projects.

Soweit der Kenntnisstand. Daraus kann man jetzt alles mögliche schließen.
Titel: Re: Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Systeme in Star Trek
Beitrag von: Talasha am 18.12.2013 | 17:54
Gerade in Folge 167 von DS9 erzählt Casidy das ihre Mutter einen Priester als Trauungsbeamten(oder wie man das nun nennt, die Person die die Trauung vollzieht und die beiden verheiratet eben.) Admiral Ross  vorziehen würde.