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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Layout & Design => Thema gestartet von: xorben am 21.01.2014 | 14:46

Titel: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: xorben am 21.01.2014 | 14:46
Hi,

kann mir jemand einen Tipp geben, welche Fonts man guten Gewissens auf den Leser der eigenen Schriften loslassen kann? Ich finde z.B. Times, und die anderen einschlägigen Serifen-Schriften zu steril und sehen mir zu sehr nach Zeitung aus.

Der Anspruch sieht so aus, dass es einerseits angenehm und rund zu lesen sein muss ohne dass man Kopfschmerzen kriegt, aber das ganze nicht zu starr ist. Stichwort Fließtext. Dazu müssen Umlaute usw. verfügbar sein.

Was könnt ihr da empfehlen?

Beispiel: Malmsturm hat ein sehr geiles Font im Fließtext.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Niniane am 21.01.2014 | 14:55
So spontan fällt mir keine Schriftart im Speziellen ein, aber du kannst ja beispielsweise mal bei dafont.com schauen, da gibt es viele Schriften zum privaten Gebrauch als Freeware oder Shareware, und es werden auch Beispiele gegeben, bzw. es steht dabei, ob die Schrift Umlaute hat oder nicht.

Generell sagt man, dass für Fliesstexte Schriften mit Serifen besser lesbar sind, das hängt aber auch von der Schrift ab.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: JollyOrc am 21.01.2014 | 16:30
Die Vollkorn (http://friedrichalthausen.de/vollkorn/) ist ganz hübsch.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Edvard Elch am 21.01.2014 | 20:03
Wird dir zwar wahrscheinlich auch zu steril sein, aber ich empfehle im Moment gerne die Libertine (http://www.linuxlibertine.org/). Die hat einen relativ großen Zeichensatz, geschnittene Kapitälchen und schöne Ligaturen.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Zarkov am 21.01.2014 | 23:09
Wenn du dich nicht groß ins Thema einwühlen möchtest, empfehle ich Palatino. Klassisch und schick, Charakter und doch sehr gut lesbar, nicht zu schmale Laufweite im Gegensatz zu Times New Roman, sollte leicht zu besorgen sein: Früher hieß der Klon für Microsoft Office „Book Antiqua“, seit Windows 2000 gibt es auch da ganz offiziell Palatino Linotype.

Achte einfach drauf, daß der Abstand zwischen den Zeilen (Durchschuß) nicht zu klein ist, dann ist das eigentlich eine sichere Sache.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Shihan am 22.01.2014 | 00:28
Palatino ist grandios! Extrem guter Schnitt :)

Alternativ kann man auch hier immer wieder gut nachsehen: Fontsquirrel (http://www.fontsquirrel.com/fonts/list/find_fonts)
Die Seite hat eine qualitativ gesehen viel bessere Auswahl als die üblichen Verdächtigen (dafont und Co.).

Insbesondere die Crimson (http://www.fontsquirrel.com/fonts/crimson) ist ganz toll. Sie wirkt nicht so steril, weil sie viele feine Abrundungen an den richtigen Stellen hat.
Habe mir damit ein paar selbstgemachte Texte mithilfe von LaTeX gesetzt. Die lassen sich wirklich prima lesen, vor allem, wenn sie gedruckt sind.


Auch sehr gut: The League of Moveable Type (https://www.theleagueofmoveabletype.com/)
Qualitativ ebenfalls ganz weit oben, insbesondere die Goudy Bookletter 1911 (https://www.theleagueofmoveabletype.com/goudy-bookletter-1911) und die Sorts Mill Goudy (https://www.theleagueofmoveabletype.com/sorts-mill-goudy) sind sehr schöne Fließtext-Schriften.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Skeeve am 23.01.2014 | 00:55
kurzer Einwurf von jemanden der von der ganzen Materie eher keine Ahnung hat:

in meiner Welt benutzen die Zwerge bei ihren Texten die Zeichen der Ogham-Schrift (http://www.omniglot.com/writing/ogham.htm)

Von daher war mir eine Schriftart wichtig, die auch die entsprechenden Unicode-Zeichen enthält
(nur für den Fall das es in der Phantastischen Literatur auch ein paar Wörter in "nicht-menschlicher" Schrift geben soll und man nicht immer zwsichen verschiedene Schriften hin und her wechseln möchte...)
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: eldaen am 23.01.2014 | 22:36
Beispiel: Malmsturm hat ein sehr geiles Font im Fließtext.

Falls du das nicht eh schon selbst rausgefunden hattest: Malmsturm benutzt Minion Pro im Fließtext.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: aeyol am 15.04.2014 | 17:49
Damit ein längerer Text nicht so steril wirkt, kann man ihn ja durchaus auch mit Vignetten o.Ä. ein wenig auflockern. Ansonsten würde ich auch eine "langweilige" Serifenschrift wie die Garamond einer total fancy-mäßigen verspielten Schrift vorziehen, wenn viel zu lesen ist und eine angenehme Lesbarkeit gewährleistet sein soll.

Als Ressource für Schriften kann ich noch die Google Fonts empfehlen: https://www.google.com/fonts (ebenfalls kostenlos).
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Timo am 15.04.2014 | 21:20
das MouseGuard RPG benutzt Tiepolo (http://image.linotype.com/cms/itctiepolo_01_d28634i23.jpg),

Caliban,
(http://www.myfont.de/commercial-fonts/illustration/202-Caliban%E2%84%A2-Font-Family.gif)

Ringbearer (die in den Film Titel SChriftzügen zB benutzt wird, die Buchstaben sind teilweise abgebrochen)
(http://www.fontriver.com/i/fonts/ringbearer/ringm_specimen.jpg)

und

HobbyHorse
http://www.ffonts.net/Hobby-Horse-NF.font
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: andrewj am 7.09.2014 | 16:43
Erstmal danke für die schöne Linkzusammenstellung. Das die Vollkorn eine eigene Seite hat, wusste ich garnicht. Danke dafür.

Ich verwende die folgenden Schriften aufgrund Ihrer Lesbarkeit sehr gerne für Mengensatz:

Caslon
Dolly (Underware Fonts)
Garamond
Minion
Swift (Linotype)

Damit habe ich schon diverse Bücher, Magazine... für Kunden gestaltet. Es gibt aber definitiv noch zig andere feine Schriftfamilien die zu einem ansprechenden und lesefreudigen Ergebnis führen.

Du solltest auch immer berücksichtigen das die Schrift ein wenig zum Plot/Thema passt.

Die Fonts, die ich nannte, sind leider nicht ganz günstig, aber hierzu zwei Tips:

1. Für guten Mengensatz reichen meist drei Schriftschnitte total aus. Regular/Book, die jeweils passende Kursive und ein fetterer Schnitt. Wenn die Schrift dann noch Kapitälchen hat (Echte aber bitte) und proportionale Mediävalziffern kannst Du traumhafte Typografie gestalten. Ergänze das noch um einen schicken und passenden Headlinefont (Hier auch gerne Freeware) und Du hast alles was Du brauchst.

2. Schau immer mal wieder bei den großen Schrifthäusern, wie MyFonts.com Fonts.com und Linotype.com vorbei. Die haben oft gute Angebote, wo Du richtig sparen kannst für so eine Schriftfamilie. Eventuell einfach in den Nesletter eintragen.

Und ansonsten kann ich The League of Moveable Type Fonts und die Vollkorn auch auf jeden Fall empfehlen. Download schadet definitiv nicht.!
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: xorben am 24.09.2014 | 14:46
Hi,

hätte nicht gedacht, dass sich so viel Beteiligung hier findet.  :d gj@all

Ich schlage mich durch eure Vorschläge fleißig durch. Vielen Dank an eure Tipps!
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Feyamius am 24.09.2014 | 16:10
Die Fonts, die ich nannte, sind leider nicht ganz günstig

Garamond und Minion sind zumindest bei InDesign standardmäßig dabei, oder?

Auf dieser Seite (http://www.drweb.de/magazin/35-hochwertige-freefonts/) habe ich eine Vorstellung von 35 Freefonts gefunden. Davon könnte etwa Gentium eine schöne Alternative zu Garamond und Minion für den Mengensatz sein.

Und vielen Dank für den Link zu Vollkorn (http://vollkorn-typeface.com/), die ist wirklich toll.


Alternativ kann man auch hier immer wieder gut nachsehen: Fontsquirrel (http://www.fontsquirrel.com/fonts/list/find_fonts)
Die Seite hat eine qualitativ gesehen viel bessere Auswahl als die üblichen Verdächtigen (dafont und Co.).

Kunststück, denn anscheinend sind die Eichhörnchen-Fonts handverlesen, während dafont eher ne Sammlung all dessen ist, was es so gibt.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Shihan am 24.09.2014 | 18:14
Kunststück, denn anscheinend sind die Eichhörnchen-Fonts handverlesen, während dafont eher ne Sammlung all dessen ist, was es so gibt.
Ja, deshalb muss sich ja keiner mehr die Mühe machen  ;)
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Shadom am 25.09.2014 | 07:21
Was nutzt ihr denn gerne an serfilosen Fonts? (also für Überschriften&co)

Schöne Seriffonts wurden ja hier schon genug genannt.

Ich selber liebäugele gerade bei einem Projekt mit der Kombination aus
Gravitas und Lora
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Feyamius am 4.10.2014 | 12:05
Die sind aber beide nicht serifenlos. ;)

Wenn es um den RPG-Bereich gehen soll, kann ich mir aber serifenlose Schriften sowieso nicht so gut vorstellen. Vielleicht noch Diavlo (http://www.fontsquirrel.com/fonts/Diavlo) oder Overlock (http://www.fontsquirrel.com/fonts/overlock).
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Shadom am 4.10.2014 | 15:52
Ups.. meinte auch eigentlich ein entweder oder und nicht als kombination...


Ich habe mich aber gerade in die Fontin Familie verguckt. Da finde ich auch die Sans Version (http://www.exljbris.com/fontinsans.html) recht gut geeignet für RPG.
Titel: Re: Best practice Fonts für Phantastische Literatur
Beitrag von: Feyamius am 4.10.2014 | 16:07
Ich meinte oben sowieso den Fantasy-RPG-Bereich. Bei Shadowrun und Konsorten passt serifenlos natürlich super.

Und ja, die Fontin ist sehr schön. Aber meine momentanen Lieblinge findet ihr ab sofort in dieser Liste (http://meisterperson.wordpress.com/freie-schriftarten/).