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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Thema gestartet von: Grubentroll am 3.02.2015 | 10:11

Titel: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 3.02.2015 | 10:11
Man könnte meinen, dass Greyhawk, als die "Ur-D&D-Welt" doch einiges an Marktpower unter D&D-Spielern haben müsste.

Viele der alten Module scheinen dort angesiedelt zu sein.
Einige der klassischen D&D-Zauber tragen ja Namen die aus Greyhawk stammen.
3rd Ed hatte Greyhawk als Standardsetting, wenn ich mich recht erinnere.

Aber irgendwie war und ist mein Eindruck, dass Greyhawk immer so ein wenig der ungeliebte Erstgeborene geblieben ist, dem der Sex-Appeal der späteren Settings wie den Realms, oder auch die Spezialisierung auf ein Settinggefühl wie bei Krynn gefehlt hat.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir selber auch der Zugang zu Greyhawk fehlt, und ich wenig darüber weiß.

Wo seht ihr also die Gründe warum sich Greyhawk nie durchgesetzt hat?
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 3.02.2015 | 10:17
Weil es nicht so supported wurde wie die anderen Settings.

Außerdem gab es jahrelang die sehr aktive Living Greyhawk-Kampagne, vergleichbar mit der jetzigen Adventurer´s League. Es wurde also einiges in Spielerhände abgegeben und die Verlage haben sich mehr um andere Settings gekümmert.

Zusätzlich fehlt natürlich der Zugang zu dieser Welt aus anderen Quellen wie Romane (nur wenige, wenn auch richtig gute!) oder PC-Spiele.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 3.02.2015 | 10:20
Weil es nicht so supported wurde wie die anderen Settings.

Außerdem gab es jahrelang die sehr aktive Living Greyhawk-Kampagne, vergleichbar mit der jetzigen Adventurer´s League. Es wurde also einiges in Spielerhände abgegeben und die Verlage haben sich mehr um andere Settings gekümmert.

Zusätzlich fehlt natürlich der Zugang zu dieser Welt aus anderen Quellen wie Romane (nur wenige, wenn auch richtig gute!) oder PC-Spiele.

Ich habe aber schon das Gefühl, dass da über Jahre hinweg viel Support geleistet wurde (Standardsetting 3rd Ed, Living Greyhawk, usw). Das Setting scheint aber zB auch hier auf dem Board fast keine Rolle zu spielen.

Meine Versuche mich mit Greyhawk zu befassen, endeten immer in einem gewissen Gefühl von Langeweile die das Setting verbreitet.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 3.02.2015 | 10:25
Kommt drauf an.

Hast Du die alten Boxen/Bücher?
Greyhawk in 3.X als Standardsetting zu setzen war der Tod von Greyhawk, weil nämlich kein spezifischer, nur noch generischer Support kam.

Und es spielt eben keine Rolle, weil es schon wesentlich "schwieriger" ist, wirklich viele Informationen zu dem Setting zu bekommen im Vergleich zu den anderen.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Belphégor am 3.02.2015 | 14:29
Zusätzlich fehlt natürlich der Zugang zu dieser Welt aus anderen Quellen wie Romane (nur wenige, wenn auch richtig gute!) oder PC-Spiele.
Ursprünglich gab es ja auch diverse Computerspiele und Romane zu Greyhawk. Nur wurde halt für Greyhawk so um 1994 jegliche Unterstützung eingestellt, gerade nachdem Iuz und die Scarlet Brotherhood (also die beiden Hauptbösewichter) ins Setting eingeführt worden waren.

Dann waren erstmal mehrere Jahre Pause. Selbst nach der Neuflage wurde Greyhawk zunächst nur mit Neuauflagen der klassischen Abenteuer unterstützt, zudem wurde die Spielzeit wieder auf vor den Greyhawk Wars zurückgesetzt - und damit auch Iuz und die Scarlet Brotherhood ausgebootet.

Außerhalb des Living Greyhawk gab es zudem kaum Veröffentlichungen für Greyhawk, ganz im Gegensatz zu den Realms, die mit Material überschüttet wurden. Besonders in Feld schlagen dürfte dabei, dass mit Baldur's Gate gerade während des Winterschlafs von Greyhawk ein grandioses Rollenspiel in den Forgotten Realms veröffentlicht wurde, wofür es auch noch diverse Nachfolger gab (Neverwinter Nights, Icewind Dale Trilogy).

Greyhawk war lange Zeit den Realm ebenbürtig, starb dann aber, weil es von TSR fallengelassen wurde und danach die Realms nie wieder einholen konnte - besonders, da man die wenigen Dinge, die Greyhawk einzigartig machten, problemlos auch in den wesentlich bekannteren Realms unterbringen konnte.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Talim am 3.02.2015 | 17:46
Gary Gygax war Anfang der 80er im Konflikt mit der restlichen TSR Führung über die Zukunft von TSR. Letztendlich verlies er die Firma und danach wurden die Realms gepushed und waren DAS AD&D Setting von 1987 bis 2000. Produkte, Romane, Computerspiele, waren mehrheitlich auf die Realms ausgerichtet. Es gab kaum Greyhawk Produkte und von 1994 bis 1998 sogar gar keine.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 3.02.2015 | 18:02
IMeine Versuche mich mit Greyhawk zu befassen, endeten immer in einem gewissen Gefühl von Langeweile die das Setting verbreitet.

Greyhawk ist schon mehr low-fantasy und auch so gedacht. Das mag nicht jeder, verständlich. Viel Leute stehen eben darauf mit Magie und Boni zugeschüttet zu werden. Greyhawk ist dagegen schon sehr auf dem Boden geblieben.

Auf als GM muss man da dies Spannung aus anderen Quellen ziehen als aus dem nächsten riesigen Roten, der um die Ecke geflattert kommt. Gedanklich ist Greyhawk für mit ein Setting, was gut als Vorlage für GoT hergehalten haben könnte.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lasercleric am 3.02.2015 | 18:04
Meine Versuche mich mit Greyhawk zu befassen, endeten immer in einem gewissen Gefühl von Langeweile die das Setting verbreitet.
Bei Deinen bisherigen Kommentaren zu den Gray-Box-Realms verwundert mich das schon sehr. Woran lag's?
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 4.02.2015 | 11:54
Bei Deinen bisherigen Kommentaren zu den Gray-Box-Realms verwundert mich das schon sehr. Woran lag's?

Sehr gute Frage.

Ich denke, die Gray-Box-Realms haben das einfach besser bedient was ich an Fantasy haben wollte. Wie ich schon öfter schrieb, auf mich machte das damals noch eher einen "Low- bis Middle-Fantasy"-Eindruck mit einem gehörigen Schuss Sexyness, den Greyhawk irgendwie einfach nicht hatte.

Ich finde ein Setting muss einen irgendwie packen. Für mich am wichtigsten ist, dass eine Atmosphäre rüberkommt. Das schaffen manche Settings mit einer Seite (zb Lady Blackbird), und andere nicht mit ein paar hundert Seiten Beschreibungen (bei mir zB Glorantha oder eben Greyhawk).
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Boba Fett am 4.02.2015 | 12:11
F: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
A: Abgesehen vom Gygax/TSR Streit hab es für AD&D für FR, Krynn und Athas jede Menge Romane und Zeugs (Computerspiele), wodurch sich diese Settings viel besser etablieren konnten.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 4.02.2015 | 12:40
Zwei Gründe:
1) wurde nicht (weiter)entwickelt, wie bereits erwähnt
mit Gygax hätte man sich vielleicht einigen können aber warum eigentlich?
denn Greyhawk hatte erstmal
2) keine besonderen oder hervorstechenden Eigenschaften

Ich würde ein "normales" D&D Setting nicht gerade low Fantasy nennen.
Raise Dead, Schnitter+5 usw gibts da doch auch?
Der Punkt ist mehr, dass das Herausarbeiten oder Verfeinern eines Settings häufig aufs übernatürliche Klotzen hinausläuft. (ist halt ein einfacher Effekt)
Besondere Kennzeichen der Realms oder Krynn würden in Greyhawk ja prinzipiell auch gehen.
Tolle Romane, die den Ball flachhalten könnte man im Prinzip auch rausbringen aber das Modell von TSR/WotC funktioniert mehr mittels Quantität.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 4.02.2015 | 13:14
Einfach kreativ denken :) Greyhawk ist zwar weniger fein entwickelt, aber bei der FR muss man sich ständig fragen, ob man mit dem Kanon in Konflikt kommt. Überlege schon, ob ich meine aktuelle Kampagne von FR zu WoG verlege. Besonders da die "Arabian Nights" eigentlich da angesiedelt sind.

Ich mag einfach ein Welt, wo nicht jeder Bauernjunge die einen Vortrag über Homo Orkensis halten kann.

(http://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=92608.0;attach=20472)


[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 4.02.2015 | 13:50
Raise Dead, Schnitter+5 usw gibts da doch auch?

Excalibur in der Artus-Sage ist ja das Urmodell des Holy Avengers +5, und trotzdem würde ich die Artus-Sage nicht als High Fantasy einstufen. Bzw nicht so spielen. Klar gibt es fantastische Elemente, aber diese sind eben besonders.

Für mich ist diese Einteilung auch eher so zu sehen, wie häufig Magie im täglichen Leben stattfindet, und nicht, ob es besagte Magie in der Spielwelt in welcher Größe überhaupt gibt.

Fliegt jeden Tag ein Drache über mein Dorf, und ist es total klar, dass es sowas gibt, oder ist das ein Geschöpf aus Sagen und Mythen, und wenn es auftaucht, wird dann das eigene Weltbild erstmal gründlichst erschüttert?

Hat die 08/15-Taverne im Dorf normalerweise einen fliegenden Serviertisch, der das Bier an die Bauern verteilt, oder gibt es eventuell sowas, aber nur der König hat dank seines höfischen Erzmagiers sowas in Gebrauch.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 4.02.2015 | 18:25
Schon klar, ich nehme halt an, dass Greyhawk auch bei der Häufigkeit der Schmunder mehr oder weniger mithalten kann.
Benutzt es denn die gleichen Encounter- und Schatztabellen?

In den Dragonlance Romanen gibts beispielsweise wirklich sehr wenig magischen Tand, während man in den Modulen die üblichen Zahnstocher +x und Potions bis zum Abwinken findet.
Wenn dem bei Greyhawk so wäre, ists für mich halt genau das gleiche in blasser -was an sich nicht schlimm, vielleicht für den ein oder anderen Spieler sogar stimmiger sein mag.

Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 18:39
Komisch auf EN World wurde am meisten für Greyhawk abgestimmt.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Talim am 4.02.2015 | 18:40
Wer sich das alte Hintergrundmaterial von Greyhawk anschaut. weiss das da kein großer Unterschied zu den alten Realms besteht.
Magische Königreiche, Mächtige Magier, Dämonen, Leichname, usw.

Das höher, schneller, weiter kam es erst später und spiegelte die (angenommene) Erwartungshaltung der Kunden wieder. Nur da wurde aus persönlichen Gründen Greyhawk kaum weiter entwickelt.
Wäre das anders gewesen, würde Greyhawk heute wahrscheinlich nicht anders sein als wie wir die FR heute kennen (und die heutigen FR wären wahrscheinlich ganz anders).
Aber im Grunde ist das ein Glücksfall. So hat man zwei unterschiedliche Settings.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 4.02.2015 | 18:41
Grundsätzlich kann es sein, dass Greyhawk andere Tabellen hat. Müsste ich nachschauen, aber vermutlich hat jede Kampagnenbox eigene gehabt.

Greyhawk basiert ja lose auf Fritz Leibers Lanhkmar und das stammt einfach aus der Zeit von Tarzan, Conan und Salomon Kane. Das ist vom Stil einfach etwas anders.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lichtbringer am 4.02.2015 | 18:46
Mir scheint, dass vor allem ursprünglich Greyhawk gar keine Kampagnen-Welt im heutigen Sinne war. Sie war einfach Mittel zum Zweck, um darin Module stattfinden lassen zu können. Groß Eigenleben und Konsistenz hatte sie dagegen wenig. (Deswegen ist ihr Beschreibung in der ersten Box auch so komplett anders und inkonsistent mit vielem, was vorher in Greyhawk passierte. Designers & Dragons schlüsselt das sehr schön auf.)
Wenn eine Welt nicht von sich lebt, dann ist sie für weitere Autoren, seien es SLs, seien es Buchautoren, nur schwer zugänglich und somit kann sie nur so gut laufen, wie der eine Verlag sie trägt.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Thandbar am 4.02.2015 | 18:54
Hm ... die Forgotten Realms sind aber doch irgendwie auch kein reines Konsistenzwunder. :D

Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 18:58
Wer sich das alte Hintergrundmaterial von Greyhawk anschaut. weiss das da kein großer Unterschied zu den alten Realms besteht.

Einen Unterschied gibt es: Greyhawk ist mittelalterlicher und ein wenig "unmagischer" als die Realms. Und die Struktur der Länder ist um einiges realistischer als in den Realms.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 4.02.2015 | 19:10
das sehe ich zwar genauso, muss aber trotzdem fragen: haben die Realms eigentlich überhaupt eine Art von Struktur?
Für mich wirkte sie immer komplett naiv zusammengestückelt.
Gabs eine Art von Plan, der später über den Haufen geworfen wurde?
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 19:15
Das haben sich glaube ich schon Horden an Spielern gefragt. Ich erinnere mich an die Rezi der Grauen Box in der ZauberZeit. Bereits der Rezensent warf die Frage auf, ob die Realms nicht durch eine Würfelorgie mit den Landschaftstabellen aus dem AD&D Dungeon Master's Guide (1e) entstanden seien.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 4.02.2015 | 19:15
Erläutere kurz, was Du mit Struktur meinst.  :)

Edit:
Grobstruktur ist ja vorhanden. Kalter Norden, warmer Süden, asiatisch angehauchter Osten, Azteken in "Übersee".
Das dazwischen ist gewöhnungsbedürftiger.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 19:35
Das Chaos was die Heartlands schon immer dargestellt haben? Keine Staatsgebilde nördlich von Amn bzw. westlich der Sea of Fallen Stars. Vllt habe ich die Realms tatsächlich nicht verstanden. Aber ich fand es immer seltsam, dass es keine Königreiche im Nordwesten gab, sondern nur Stadtstaaten.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 4.02.2015 | 19:42
DAS war Dein Problem?

Ich hatte da mehr Probleme mit den Pseudo-Ägyptern...aber die sind ja weg.  :D
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 19:43
Die Pseudo-Ägypter hatten Pseudo-Griechen dabei :D
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Crimson King am 4.02.2015 | 20:11
Das Chaos was die Heartlands schon immer dargestellt haben? Keine Staatsgebilde nördlich von Amn bzw. westlich der Sea of Fallen Stars. Vllt habe ich die Realms tatsächlich nicht verstanden. Aber ich fand es immer seltsam, dass es keine Königreiche im Nordwesten gab, sondern nur Stadtstaaten.

Ich finde es ja ziemlich naheliegend, dass in einer Welt, in der zivilisierte Völker sich ständig Monsterhorden und Anhängern dunkler Gottheiten stellen müssen, gigantische Gebiete einfach nur Wildnis bleiben. Die Frage wäre doch eher, wieso in einer solchen Welt überhaupt große Reiche entstehen und ein paar Jahrzehnte überdauern können sollten.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 4.02.2015 | 20:13


Wo seht ihr also die Gründe warum sich Greyhawk nie durchgesetzt hat?

Hat es doch. Jedenfalls wollten immer mehr meiner 3.5 Gruppen da spielen als auf einer Welt, die von Büchern etc "überschwemmt" wurde, weil da sicher war, dass es keine kaputtmacht. Abgesehen davon waren die Infos, zumindest als PDF, schon immer leicht zu bekommen und es gibt auch heute noch viele Onlineresourcen.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lichtbringer am 4.02.2015 | 20:29
Ich finde es ja ziemlich naheliegend, dass in einer Welt, in der zivilisierte Völker sich ständig Monsterhorden und Anhängern dunkler Gottheiten stellen müssen, gigantische Gebiete einfach nur Wildnis bleiben. Die Frage wäre doch eher, wieso in einer solchen Welt überhaupt große Reiche entstehen und ein paar Jahrzehnte überdauern können sollten.

Stellt sich die Frage nicht eher anders herum: Wieso gibt es noch Monster, wenn die Menschen derart fortgeschritten sind? Schließlich gab es in den Amerikas mal sehr gigantische und schreckliche Kreaturen. Betonung auf "gab". Da kamen so ein paar nackte Affen und rotteten konsequent alles aus, was ihnen gefährlich werden konnte. Die Monster waren keine Drachen, aber die nackten Affen konnten auch keine Magischen Geschosse verballern.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 4.02.2015 | 20:40
Naja, erstens können die Monster auch z-T Magie, und ausserdem werden die ja öfters nachgeliefert, aus anderen Welten bzw von den dunklen Göttern.

anders kann ich es jedenfalls auch nicht erklären.  :D
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 20:55
Schließlich gab es in den Amerikas mal sehr gigantische und schreckliche Kreaturen. Betonung auf "gab". Da kamen so ein paar nackte Affen und rotteten konsequent alles aus, was ihnen gefährlich werden konnte. Die Monster waren keine Drachen, aber die nackten Affen konnten auch keine Magischen Geschosse verballern.

Hä? Die Amerikas zeichneten sich dadurch aus, dass es abgesehen von Mammuts dort kein richtiges Großwild gab... Und Mammuts wurden nicht von nackten Affen ausgerottet...
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lasercleric am 4.02.2015 | 21:03
Hat es doch. Jedenfalls wollten immer mehr meiner 3.5 Gruppen da spielen als auf einer Welt, die von Büchern etc "überschwemmt" wurde, weil da sicher war, dass es keine kaputtmacht. Abgesehen davon waren die Infos, zumindest als PDF, schon immer leicht zu bekommen und es gibt auch heute noch viele Onlineresourcen.

Es scheint auch irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein, dass 3.x allein 3 große Adventurepaths für Greyhawk gesehen hat: Shackled City, Age of Worms und Savage Tide, die jeweils von Level 1-20 führten. Ich nehme mich da nicht aus: nur durch diesen Kommentar ist mir aufgefallen, dass wir ja zwei komplette Kampagnen (die ersten beiden der vorgenannten) zu 3.x Zeiten auf Greyhawk durchgespielt haben.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 4.02.2015 | 21:09
Es scheint auch irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein, dass 3.x allein 3 große Adventurepaths für Greyhawk gesehen hat: Shackled City, Age of Worms und Savage Tide, die jeweils von Level 1-20 führten. Ich nehme mich da nicht aus: nur durch diesen Kommentar ist mir aufgefallen, dass wir ja zwei komplette Kampagnen (die ersten beiden der vorgenannten) zu 3.x Zeiten auf Greyhawk durchgespielt haben.

Shit. Stimmt. Meine eigene 3.0 Kampagne spielte in einem aufgebohrten Blackmoor auf Greyhawk. Dort lagen dann so coole Orte wie die Sunless Citadel, die Forge of Fury und der Speaker in Dreams führte dort sein Unwesen. Und als Spieler fand meine allererste AD&D 2nd Edition Kampagne erst in Daggerford statt und danach ging es am Lake Hool im Hold of the Sea Princes weiter. Und später ging es auch noch in die City of Greyhawk...
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Archoangel am 4.02.2015 | 21:22
Ihr wart erst auf den Realms und dann in Greyhawk? Interessant ...
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Sin am 4.02.2015 | 21:29
Warum nicht? Sind eh wie zwei Seiten des selben Kuhfladens.
Als ich vor Ewigkeiten mit D&D angefangen habe, haben wir auch alles mögliche zusammengeschmissen.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lichtbringer am 4.02.2015 | 21:40
Hä? Die Amerikas zeichneten sich dadurch aus, dass es abgesehen von Mammuts dort kein richtiges Großwild gab... Und Mammuts wurden nicht von nackten Affen ausgerottet...

Megatherium (http://de.wikipedia.org/wiki/Megatherium) Säbelzahntiger (http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4belzahnkatzen)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Sin am 4.02.2015 | 22:08
In der Tat gab es in Amerika noch eine Reihe mehr großer Säuger, die fast alle vor rund 13 000 jahren ausgerottet wurden als der Mensch Amerika eroberte. Abgesehen von großen Katzen fallen mir allerdings keine ein, die besonders "schrecklich" waren.

Oh mein Gott, da kommt eine Riesenziege und ein großes Faultier versperrt unseren Fluchtweg!!!!!  :ctlu:
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lichtbringer am 4.02.2015 | 23:25
Oh mein Gott, da kommt eine Riesenziege und ein großes Faultier versperrt unseren Fluchtweg!!!!!  :ctlu:

Statt Wikipedia nehme ich diesmal TVTropes (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/HerbivoresAreFriendly).
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Sin am 5.02.2015 | 00:14
Einer verärgerten Riesenziege möchte man vermutlich nicht allein in der Nacht begegnen, aber unabhängig davon welche Tiere für den einzelnen Menschen gefährlich sind gilt "zum Glück", dass es um so einfacher ist eine Tierart auszurotten, je größer die Vertreter dieser Art sind, zumindest in dieser Welt, wo die Megafauna nicht sehr intelligent ist und weder zaubert noch Waffen benutzt.

Vielleicht habe ich in einem D&D-Forum einfach andere Maßstäbe, was "schrecklich" ausmacht.  ;)

Die Frage, ob die Menschen nicht schon längst angefängen hätten Monsterarten auszurotten, mag durchaus legitim sein, aber auf solche und offensichtlichere Fragen stößt man schließlich zuhauf bei D&D-Settings.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: blut_und_glas am 5.02.2015 | 00:33
Auch diverse D&D-Pflanzenfresser sind gar nicht so ohne...

mfG
jdw
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Sin am 5.02.2015 | 00:42
Ich habe einen meiner Posts mit einem unbedachten kleinen Scherz über Riesenfaultiere beendet und jetzt entstehen hier voraussichtlich so ungefähr 7 OT-Subthemen daraus.  :T: ist wirklich was Besonderes. ;)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Arldwulf am 5.02.2015 | 01:09
Stellt sich die Frage nicht eher anders herum: Wieso gibt es noch Monster, wenn die Menschen derart fortgeschritten sind? Schließlich gab es in den Amerikas mal sehr gigantische und schreckliche Kreaturen. Betonung auf "gab". Da kamen so ein paar nackte Affen und rotteten konsequent alles aus, was ihnen gefährlich werden konnte. Die Monster waren keine Drachen, aber die nackten Affen konnten auch keine Magischen Geschosse verballern.

Die Antwort dürfte die gleiche sein, wie in Amerika: Die Jagd rottet vergleichsweise wenig aus, problematischer sind neue Spezies. Das passierte zuerst als Südamerika und Nordamerika zusammen kamen, und später als der Eisschild oben den Weg freimachte. Die ausgestorbenen Tiere ließen ja nicht brachland zurück, sondern wurden durch einwandernde Neulinge verdrängt. Riesenhirsch durch Elch, Mammut durch Bison, Dire Wolf durch Wolf und so weiter.

Oder auf D&D bezogen:
Monsterarten und Völker sterben dauernd aus, und andere übernehmen ihren Platz.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 5.02.2015 | 04:27
Erläutere kurz, was Du mit Struktur meinst.  :)

Edit:
Grobstruktur ist ja vorhanden. Kalter Norden, warmer Süden, asiatisch angehauchter Osten, Azteken in "Übersee".
Das dazwischen ist gewöhnungsbedürftiger.

Ja, Grobwurst ist da.
Aber sonst fehlt im Grunde alles, was eine glaubhafte Welt ausmacht.

Wie sind die Völker herumgereist und warum, zu welcher Zeit?
Warum sind dort Ballungsgebiete und nicht woanders?
Wo gibts demographischen Druck als Resultat?
Wo gabs historische Konflikte, die den Kontinent nachhaltig geprägt haben und wie wirken sie nach?
Wie interagieren die verschiedenen kulturellen Blasen
usw usf

Natürlich macht das kaum ein Setting gescheit, deswegen sind die allermeisten Welten Sammlungen von naivem Eklektizismus.
Meist entstand so was in einem Brainstorm, in dem jeder sein Lieblingseckchen ausgestalten durfte- dadurch wirkt aber alles nicht wie organisch gewachsen sondern wie ein Faschingsflohmarkt im Altersheim-
lauter märchenhaftes Flickwerk, dass nach Mottenkugeln riecht.

(Klar hab ich tonnenweise solche Welten bespielt. Und zwar mit grosser Wonne!
Mittlerweile sind meine Ansprüche aber eben gestiegen und ich will Fertigwelten die was können.
Darüber könnte man mal in einem neuen Thread reden, aber jetzt erst mal Gute Nacht!)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Infernal Teddy am 5.02.2015 | 05:59
Greyhawk hat tatsächlich eine Völkerwanderung hinter sich, inklusive einer gefallenen Hochkultur und verdrängten kulkulturen. Und einer Karte dazu.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 5.02.2015 | 06:02
@ Einzelgänger:
Also einige der Sachen kann man schon in den verschiedenen Realms-Publikationen nachlesen.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 5.02.2015 | 11:49
Um das Wie und Warum zu klären, sind ja dann auch die ABs und die Spielleiter da.  ~;D
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 5.02.2015 | 14:20
Wobei ich finde, dass Dalelands samt Moonsea-Umgebung, Cormyr sowie der Norden samt Waterdeep schon aus einem Guss wirken.

Und das ist ein riiiiiiesiger Bereich.

Kitchen Sink wirds erst wenn man weiter nach Süden, Osten und sehr weit nach Westen geht, und in der Zeit nach vorne (sowas wie die Horde) geht nach 1356 DR.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 5.02.2015 | 14:26
Die Dales fand ich eine schöne und sehr detailierte Ecke. Gerade für den Einstieg muss es auch nicht so riesig sein.

Phlan wird in der neuen Reihe ja wesentlich heftiger verwurstet.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Draig-Athar am 5.02.2015 | 15:02
Hier übrigens eine Aussage von Lisa Simpson zum Thema Verkauszahlen von Greyhawk im Vergleich zu den Realms:
Zitat
Well, I can tell you, as the last person who was the Greyhawk Brand Manager at WotC, that Greyhawk sold almost as well as Forgotten Realms. It was a really successful line of products. However, when we started 3rd edition, the manager of D&D at the time decided that we had too many campaign settings, so Greyhawk got put off to the side in favor of FR. It had everything to do with not starting the proliferation of game settings and nothing to do with sales. Just for the record.

Lisa Stevens
 CEO

Quelle (http://paizo.com/threads/rzs2gnhx?AoW-HC-and-Dragon-Compendium-II#15)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 5.02.2015 | 15:14
Hier übrigens eine Aussage von Lisa Simpson zum Thema Verkauszahlen von Greyhawk im Vergleich zu den Realms:

Das ist doch mal ne Aussage! Danke.

Ich war nur etwas verwundert, was Lisa damit zutun hatte....

(http://25.media.tumblr.com/a05a96056de66a1b938313463d805d66/tumblr_mv54ayZZmu1rvgo4lo1_500.jpg)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 5.02.2015 | 15:37
Interessant.

Hätte ich so nicht erwartet.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 5.02.2015 | 19:12
Nach kurzem Nachdenken wundert es mich eigentlich nicht so sehr.

Meine Begründung: Living Greyhawk (http://www.dnd-gate.de/gate3/page/index.php?id=66)

Die Welt von Greyhawk wurde komplett aufgeteilt und Regionen realexistierenden Staaten (im Falle von Kanada/USA: Bundesstaaten) zum Bespielen "gegeben": Regions-Übersicht. (http://www.dnd-gate.de/gate3/page/index.php?id=393)

Da wird schon einiges an Spielern zusammengekommen sein, die natürlich auch Material gekauft haben werden.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Draig-Athar am 5.02.2015 | 20:15

Ich war nur etwas verwundert, was Lisa damit zutun hatte....

(http://25.media.tumblr.com/a05a96056de66a1b938313463d805d66/tumblr_mv54ayZZmu1rvgo4lo1_500.jpg)

Hast du etwa nicht gewusst, dass Lisa Simpson unter dem Pseudonym Lisa Stevens seit Jahren in der RPG-Industrie unterwegs ist?  ~;D
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 6.02.2015 | 10:51
Nein, aber das erklärt ne Menge :)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Slayn am 6.02.2015 | 11:44
Hm....

Abgesehen von Gygax Weggang, denke ich mal das GH einen etwas schwierigeren, da geerdeteren Ansatz hatte, der einfach mehr Einarbeitungszeit benötigt als es z.B. die FR benötigen. Und mit den Greyhawk Wars kann manns ja dann in die Tonne treten.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Deep_Impact am 6.02.2015 | 12:36
Greyhawk kommt ja auch aus einer anderen Tradition. Das basiert eben auf den großen Schlachten von Blackmore , darum spielt Heraldik auch so einer große Rolle. Forgotten Realm entstand später und ist schon im klassischen DungeonCrawl-Feeling entstanden.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: am 6.02.2015 | 13:12
Ich fand Greyhawk immer schon trashig, inkonsistent, uninspiriert und abziehbildartig. Vor allem wimmelt das Setting doch nur so von vollkommen beknackten Mary Sues und SCs. Wer sich über Nahema, Raidri und co. in Aventurien beschwert, sollte sich niemals Greyhawk nähern.

Mir fiel es jedenfalls immer enorm schwer, bei all dem offensichtlichen Quatsch eine einigermaßen funktionale Suspension of Disbelief aufrecht zu erhalten. Die meisten D&D-Settings liegen vom Gonzoniveau ein gutes Stück über meinen Präferenzen, aber die enthalten üblicher Weise zumindest ein paar coole Ideen. Greyhawk ist im Gegensatz dazu auch noch unkreativ, lustlos und platt.

Wenn sich das in der Breite durchgesetzt hätte: ne. Zu Anfang gabs halt keine Alternativen und deshalb haben viele Leute notgedrungen auf Greyhawk gespielt. Darüber entstand dann eine gewisse Romantisierung von dem Scheiss. Aber  ein qualitativ hochwertiges Setting war das noch nie.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Slayn am 6.02.2015 | 13:21
@Wellentänzer:

Die Frage dabei ist eher, was ein Setting sein soll. Greyhawk und Golarion funktionieren da praktisch identisch: Such dir ein Eck raus das du bespielen willst, ignorieren den ganzen Rest.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Grubentroll am 6.02.2015 | 13:26
Ich fand Greyhawk immer schon trashig, inkonsistent, uninspiriert und abziehbildartig. Vor allem wimmelt das Setting doch nur so von vollkommen beknackten Mary Sues und SCs. Wer sich über Nahema, Raidri und co. in Aventurien beschwert, sollte sich niemals Greyhawk nähern.

Mir fiel es jedenfalls immer enorm schwer, bei all dem offensichtlichen Quatsch eine einigermaßen funktionale Suspension of Disbelief aufrecht zu erhalten. Die meisten D&D-Settings liegen vom Gonzoniveau ein gutes Stück über meinen Präferenzen, aber die enthalten üblicher Weise zumindest ein paar coole Ideen. Greyhawk ist im Gegensatz dazu auch noch unkreativ, lustlos und platt.

Wenn sich das in der Breite durchgesetzt hätte: ne. Zu Anfang gabs halt keine Alternativen und deshalb haben viele Leute notgedrungen auf Greyhawk gespielt. Darüber entstand dann eine gewisse Romantisierung von dem Scheiss. Aber  ein qualitativ hochwertiges Setting war das noch nie.

Du bist immer so schön ehrlich....  ~;D  :d

Deckt sich aber auch ein wenig mit meinem (zugegebenermaßen oberflächlichen) Eindruck, den ich von Greyhawk habe.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: am 6.02.2015 | 13:51
@Wellentänzer:

Die Frage dabei ist eher, was ein Setting sein soll. Greyhawk und Golarion funktionieren da praktisch identisch: Such dir ein Eck raus das du bespielen willst, ignorieren den ganzen Rest.

Nene, das ist anders. Golarion mag auch ein Plastiksetting sein, aber es funktioniert wenigstens als solches und ist insbesondere für die APs wunderbar geeignet. DragonEmpire für 13th Age mag sich enorm generisch anfühlen - aber genau so wurde es erdacht, denn die Spielrunden sollen es insbesondere über Player Empowerment mit Leben erfüllen. Das soll genau so funktionieren. Lorakis für Splittermond wurde als Kleinteilsetting aufgesetzt, damit sich die DSA-sozialisierten Spieler mittel- und langfristig in ähnliche Detailniederungen begeben können dürfen. Und die Sundered Skies für Savage Worlds sind vielleicht mit der groben Kelle behauen. Das ist aber für FFF das richtige Format und wird hervorragend durch die zugehörige PlotPoint-Kampagne unterstützt.

Das alles sind Settings, deren Designziele ein ganz bestimmtes Format bedingen. Jedes einzelne davon hat seine eigenen Stärken und Schwächen, die wunderbar zum intendierten Spielstil passen.

Geyhawk hingegen entstand mehr oder minder zufällig, orientierungslos und uninspiriert vor vielen Jahrzehnten am Spieltisch. Da wurde im Nachgang noch immer mal wieder verschlimmbessert, aber das Grundproblem der uninspirierten Orientierungslosigkeit in Kombination mit lauter Pet-NSCs blieb immer bestehen.

@ Grubi: Also man kann sicherlich über viele Dinge bei Rollenspielen streiten. Aber die grundsätzliche Dysfunktionalität von Greyhawk als Kampagnensetting mit heutigem Blickwinkel finde ich schlagend. Mir ist ehrlich gesagt unklar, wie man das anders sehen kann.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Draig-Athar am 6.02.2015 | 13:56
Also man kann sicherlich über viele Dinge bei Rollenspielen streiten. Aber die grundsätzliche Dysfunktionalität von Greyhawk als Kampagnensetting mit heutigem Blickwinkel finde ich schlagend. Mir ist ehrlich gesagt unklar, wie man das anders sehen kann.

Vielleicht weil man das selbst am Spieltisch anders erlebt hat ;)
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wellentänzer am 6.02.2015 | 14:00
Vielleicht weil man das selbst am Spieltisch anders erlebt hat ;)

Ja genau. Das meinte ich mit:
Zu Anfang gabs halt keine Alternativen und deshalb haben viele Leute notgedrungen auf Greyhawk gespielt. Darüber entstand dann eine gewisse Romantisierung von dem Scheiss.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: bobibob bobsen am 6.02.2015 | 14:07
Zitat
Geyhawk hingegen entstand mehr oder minder zufällig, orientierungslos und uninspiriert vor vielen Jahrzehnten am Spieltisch. Da wurde im Nachgang noch immer mal wieder verschlimmbessert, aber das Grundproblem der uninspirierten Orientierungslosigkeit in Kombination mit lauter Pet-NSCs blieb immer bestehen.

Das Hauptproblem ist glaube ich darin zu sehen das man sich damals überhaupt keine Gedanken über die Setting-Gestaltung gemacht hat. Und wenn man ehrlich ist war das auch Teil des Zeitgeistes.

Die Iuz Geschichte war Anfang der 80er Jahren zentraler Bestandteil unserer ersten längeren Kampagnen und hat sehr viel Spaß gemacht, so viel das ich das Greyhawk Setting bis heute für eine von vielen unerkannte Perle halte.
Als SL wird einem allerdings wenig geschenkt, sprich man muss selbst viel Arbeit reinstecken.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Draig-Athar am 6.02.2015 | 14:19
Ja genau. Das meinte ich mit:
Zu Anfang gabs halt keine Alternativen und deshalb haben viele Leute notgedrungen auf Greyhawk gespielt. Darüber entstand dann eine gewisse Romantisierung von dem Scheiss.

Das habe ich bei einigen Leuten ganz anders erlebt.

Zitat
Geyhawk hingegen entstand mehr oder minder zufällig, orientierungslos und uninspiriert vor vielen Jahrzehnten am Spieltisch. Da wurde im Nachgang noch immer mal wieder verschlimmbessert, aber das Grundproblem der uninspirierten Orientierungslosigkeit in Kombination mit lauter Pet-NSCs blieb immer bestehen.
Diese Probleme hast du aber nur wenn du auf späteres Material zurückgreifst. Wenn du nur das Settingbuch "World of Greyhawk" (1980) (und eventuell die in Greyhawk angesiedelten 1E Abenteuer) zeichnet sich da ganz ein anderes Bild.

Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: User6097 am 6.02.2015 | 14:22
Was sind denn die definierenden Merkmale von Greyhawk? Ich hab versucht mich auf Wiki zu informieren, aber der Artikel ist sehr wenig aussagekräftig.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Lasercleric am 6.02.2015 | 14:45
Dazu gab es einmal einen wunderbaren Artikel von Mike Mearls auf seinem Blog - Keep on the Gaming Lands. Der Blog ist zwar noch da, der Post selbst scheint aber nicht mehr da zu sein - ich grabe mal noch ein wenig...

edit: alle posts durchgesehen - der Greyhawk-Artikel von MM auf seinem Blog scheint verschwunden zu sein.

Allerdings erinnere ich mich noch sehr gut daran, weil er damals mein Interesse an Greyhawk wieder aufleben ließ. MM schwadronierte darin, wie schlau es eigentlich wäre, wenn man die Greyhawk Wars retcon'nen würde, weil das Setting an sich alles habe, was man für D&D brauche. Den finsteren Iuz im Norden, die Scarlet Brotherhood i Süden, fantastische Städte, düstere Dungeons, unergründliche Zauberer - blablabla...
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 6.02.2015 | 15:17
Das Hauptproblem ist glaube ich darin zu sehen das man sich damals überhaupt keine Gedanken über die Setting-Gestaltung gemacht hat. Und wenn man ehrlich ist war das auch Teil des Zeitgeistes.

Die Iuz Geschichte war Anfang der 80er Jahren zentraler Bestandteil unserer ersten längeren Kampagnen und hat sehr viel Spaß gemacht, so viel das ich das Greyhawk Setting bis heute für eine von vielen unerkannte Perle halte.
Als SL wird einem allerdings wenig geschenkt, sprich man muss selbst viel Arbeit reinstecken.
+1

Und ich bin auch jemand, der die Greyhawk Wars inkl. Iuz mag.

Würde ich ganz bodenständiges D&D spielen wollen, wären Greyhawk oder Wilderlands als Setting meine Wahl.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 6.02.2015 | 18:46

Wie sind die Völker herumgereist und warum, zu welcher Zeit?
Warum sind dort Ballungsgebiete und nicht woanders?
Wo gibts demographischen Druck als Resultat?
Wo gabs historische Konflikte, die den Kontinent nachhaltig geprägt haben und wie wirken sie nach?
Wie interagieren die verschiedenen kulturellen Blasen
usw usf

Natürlich macht das kaum ein Setting gescheit, deswegen sind die allermeisten Welten Sammlungen von naivem Eklektizismus.
Meist entstand so was in einem Brainstorm, in dem jeder sein Lieblingseckchen ausgestalten durfte- dadurch wirkt aber alles nicht wie organisch gewachsen sondern wie ein Faschingsflohmarkt im Altersheim-
lauter märchenhaftes Flickwerk, dass nach Mottenkugeln riecht.

(Klar hab ich tonnenweise solche Welten bespielt. Und zwar mit grosser Wonne!
Mittlerweile sind meine Ansprüche aber eben gestiegen und ich will Fertigwelten die was können.
Darüber könnte man mal in einem neuen Thread reden, aber jetzt erst mal Gute Nacht!)

Hab das jetzt mal gemacht
http://www.tanelorn.net/index.php/topic,92643.0.html

wer über die Glaubwürdigkeit versch. Welten parlieren will möge das dort bitte tun
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: afbeer am 7.02.2015 | 01:35
... Zu Anfang gabs halt keine Alternativen und deshalb haben viele Leute notgedrungen auf Greyhawk gespielt. Darüber entstand dann eine gewisse Romantisierung von dem Scheiss. Aber  ein qualitativ hochwertiges Setting war das noch nie.
Wir haben damal s die weitverbreitete Alternative bespielt, uns unser eigenes Setting zusammenzubasteln.
Warum man heutzutage eng an einem veröffentlichten Setting klebt erschließst sich mir nicht.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Heinzelgaenger am 7.02.2015 | 04:50
Naja, die Vorteile liegen doch -theoretisch- auf der Hand:

Ne Menge Material fällt praktisch vom Himmel.
Die Alternative ist, gemeinsam 10000Dinge zu bequatschen, teilweise sogar abzustimmen. Da kanns schonmal Streit geben ("Unsterbliche Elfen sind so ein Scheisse!").
In gewisse Dinge muss man sich erst reinlesen. Hier gibts evtl wieder Abstimmungsstress.
Teilt man sich Kompetenzen auf? Wenn ja, wie? Einer produziert keine Material...

Artwork und ähnliche Assets fallen auf nicht vom Himmel, in der prä-Internet Steinzeit war das eh nochmal schwieriger.
So was hift der Immersion und dem gemeinsamen Kopfkino schon.

Ein gutes Setting ist schon ne feine Sache.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 7.02.2015 | 13:46
Wir haben damal s die weitverbreitete Alternative bespielt, uns unser eigenes Setting zusammenzubasteln.
Warum man heutzutage eng an einem veröffentlichten Setting klebt erschließst sich mir nicht.

Weil es (a) dem SL Arbeit spart und (b) einen konsistenten, vom SL unabhängig erfahrbaren Hintergrund bietet. Die Realms sind die Realms sind die Realms egal, ob am Spieltisch, im Roman, am Computer.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: afbeer am 7.02.2015 | 14:18
Nein
Früher hatte ich als Rollenspieler wenig Geld und musste mir Dinge mit meiner vorhandenen Zeit ausdenken.
Jetzt habe ich wenig Zeit und greife auf das vorgefertigte mit meinem vorhandenen Geld zurück.
Schaue mal auf die Demografie des Rollenspielers. Allendhalben Klagen über fehlenden Nachwuchs.

Wenn ich Abenteurgeschichten mit mir fremden Spielern austauschen will muss ich etwas allgemein bekanntes wie einen AP oder OP Abenteuer benutzen, die spielen immer in einer Kampagnenwelt.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 7.02.2015 | 14:27
Nein
Früher hatte ich als Rollenspieler wenig Geld und musste mir Dinge mit meiner vorhandenen Zeit ausdenken.
Jetzt habe ich wenig Zeit und greife auf das vorgefertigte mit meinem vorhandenen Geld zurück.

Warum widersprichst Du mir, wenn Deine Argumente anschließend alles von mir gesagte untermauern?  wtf?
Für die Gültigkeit des Arguments "spart Arbeit" ist Deine persönliche finanziellen Situation Then und Now uninteressant...

Schaue mal auf die Demografie des Rollenspielers. Allendhalben Klagen über fehlenden Nachwuchs.

Was hat das mit den Argumenten "spart arbeit" und "schafft gemeinsamen Vorstellungsraum" zu tun? wtf?

Wenn ich Abenteurgeschichten mit mir fremden Spielern austauschen will muss ich etwas allgemein bekanntes wie einen AP oder OP Abenteuer benutzen, die spielen immer in einer Kampagnenwelt.

Ich rede nicht vom Austausch von Abenteuergeschichten. Ich rede von der Erfahrbarkeit des Settings. Die Realms bietet einen konsistenten Rahmen, der am Spieltisch, in Romanen und Computerspielen wiedererkennbar ist. Wenn von Auril, Drizz't, den Dalelands, Baldur's Gate geredet wird, so weiß man immer was gemeint ist und hat einen gemeinsamen Vorstellungsraum, der eben die Kampagne eines einzelnen SL übersteigt.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: afbeer am 7.02.2015 | 20:01
Ich rede nicht vom Austausch von Abenteuergeschichten. ... Wenn von Auril, Drizz't, den Dalelands, Baldur's Gate geredet wird, so weiß man immer was gemeint ist und hat einen gemeinsamen Vorstellungsraum, der eben die Kampagne eines einzelnen SL übersteigt.
Und da sind wir beim Austausch, das ist bei der Homecampaign nicht möglich.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 8.02.2015 | 03:07
Und da sind wir beim Austausch, das ist bei der Homecampaign nicht möglich.

Wenn ich "reden" sage, meine ich Erwähnungen in Büchern und Computerspielen. Das ist kein echter Austausch...
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Slayn am 8.02.2015 | 08:38
Was sind denn die definierenden Merkmale von Greyhawk? Ich hab versucht mich auf Wiki zu informieren, aber der Artikel ist sehr wenig aussagekräftig.

Puh, schwierig das auf einen einfachen Punkt zu bringen. Ok: Es ist ein humanozentrisches Setting, bei dem mehr Volksgruppen und Hintergründe definiert sind als "nur" die Nationen, die jetzt existieren. Law vs. Chaos ist an vielen Stellen der eigentlich interessante Konflikt. Das Setting an sich bietet "Platz für Helden", da es in den meisten Regionen keine flächendeckenden Staaten oder sonstige politischen Großmächte gibt.
Dazu stammen viele Dinge aus Greyhawk, die später ihren Weg in andere Setting gefunden haben, etwa die Great Wheel Cosmologie, die Dämonenfürsten, Todesritter und Drow. Und ja, dort sind sie nicht ganz so cheesy.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 8.02.2015 | 08:44
Todesritter sind ursprünglich Greyhawk?

Okay, da hätte ich glatt auf Dragonlance getippt.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Slayn am 8.02.2015 | 09:20
Todesritter sind ursprünglich Greyhawk?

Die ganze Sache mit Sir Kargoth und den 13 anderen Todesrittern.
Als Dungeon-Sammler solltest du die kennen, gab es doch in zwei Polyhedron Ausgaben nochmals einen Überblick und eine Zusammenfassung dazu.
Titel: Re: Warum hat sich Greyhawk nie so richtig durchgesetzt?
Beitrag von: Rhylthar am 8.02.2015 | 09:21
Die ganze Sache mit Sir Kargoth und den 13 anderen Todesrittern.
Als Dungeon-Sammler solltest du die kennen, gab es doch in zwei Polyhedron Ausgaben nochmals einen Überblick und eine Zusammenfassung dazu.
Wenn sie in den 3.X Ausgaben waren, habe ich sie bestimmt irgendwann gelesen. Allerdings habe ich bis auf 2 oder 3 alle gelesen und mein Hirn muss immer ein wenig Platz lassen für belangloses Forgotten Realms-Wissen.  8]