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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => D&D4E => Thema gestartet von: User6097 am 12.04.2015 | 15:34

Titel: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 12.04.2015 | 15:34
ich habe mal ein bissichen gesucht und ein paar alte Beiträge gefunden, die D&D4e eher kritisch sehen.

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,48566.25.html

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,48073.0.html

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,45782.0.html

Findet ihr, die Kritik trifft noch zu, oder sieht man das jetzt Jahre später anders?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Archoangel am 12.04.2015 | 15:42
Du möchtest jetzt nicht im ernst, dass ich 20 Seiten Threads lese um dann meine Meinung zur Aktualität der Argumente hier poste?

Wie wäre es du suchst die deiner Meinung nach wichtigsten Thesen heraus und wer mag kann zur Vertiefung noch die links lesen?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Talim am 12.04.2015 | 15:44
DnD 4 ist natürlich ein Rollenspiel. Selbst mit Hero Quest kann man RPG betreiben.
Ob es einem gefällt ist ein anderes Thema.
Für mich gibt es jedenfalls Settings, für das ich DnD 4 mal ganz gerne benutzen würde.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 12.04.2015 | 19:23
Einige der Kritikpunkte waren damals schon fragwürdig, und sind es natürlich auch heute noch. Da wären die "alle Powers sind gleich", "3W10 Goblins gehen nicht", oder "nur noch Regelunterstützung für den Kampf" zu nennen, oder auch die Behauptung eines höheren Powerniveaus.

Das waren letztlich sehr oberflächliche Dinge, welche von vornherein wenig mit den Buchinhalten zu tun hatten, und die man heute auch nur noch selten hört.. Auch die Sätze ala "naja Rollenspiel kann man auch mit Hero Quest machen" sind und waren reichlich unangebracht, einfach weil die 4e ja mehr und besser funktionierende Werkzeuge bereitstellt um Charakterspiel und Nichtkampfsituationen zu fördern.

Aber es gab schon damals auch Kritik welche eigentlich immer noch gültig ist, wie jene am Marketing und der Onlinepolitik, oder an der Aufmachung der Bücher.

Es ist nun nicht so, als ob einfach etwas Wasser den Fluss runter floß, und plötzlich ist alle Kritik nichtig und vergessen. Nur die ganz seltsamen Sachen hört man heute seltener, und wenn dann weniger absolut formuliert.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 12.04.2015 | 19:53
Findet ihr, die Kritik trifft noch zu, oder sieht man das jetzt Jahre später anders?

Ich kann ja nicht in die Köpfe der Leute sehen, aber ich denke, die 4E ist aus der Schusslinie raus - weil sie einfach nicht mehr die aktuelle Version ist. Man kann sich jetzt womöglich etwas "objektiver" mit ihr auseinandersetzen, wenn man das denn möchte. 

Es gibt ein paar Dinge, die ich als Kritik schon damals nicht verstanden habe. Vermutlich muss man für die auch in anderen Editionen stärker drinhocken als ich, um die nachvollziehbar zu finden.
Andere Teile der Kritik treffen heutzutage nur noch so halb zu. Die Skill Challenges wurden ja häufiger überarbeitet, und die Essentials haben einige Grundkonzepte verändert oder bereichert/aufgeweicht (wie auch immer man das sehen will).
Eine Kritik, die ich vollumfänglich teile, ist die der Präsentation. Der Fluff in einigen Ergänzungsbänden ist zum Beispiel stellenweise richtig toll. Er wird nur von dem Eindruck totgeschlagen, die Zusatzbücher der 4E dienten allein der Ansammlung neuer "Powers". Allein das Wort ist schon doof.   
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 12.04.2015 | 20:15
"Powers". Allein das Wort ist schon doof.

Stimmt. Und auch die Deutsche Übersetzung "Kräfte" ist da nicht besser. Aber ein wenig ist man da auch selbst schuld, der Begriff "Powers" wird ja nur als Überkategorie genutzt, an den fertigen Dingern steht dann ja wieder Zauber, Manöver oder Gebet dran - diese Begriffe werden nur schlichtweg selten benutzt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 12.04.2015 | 22:27
Du möchtest jetzt nicht im ernst, dass ich 20 Seiten Threads lese um dann meine Meinung zur Aktualität der Argumente hier poste?

Wie wäre es du suchst die deiner Meinung nach wichtigsten Thesen heraus und wer mag kann zur Vertiefung noch die links lesen?

Muss es mir selber erstmal durchlesen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.04.2015 | 22:36
Für mich ist das immer noch kein Rollenspiel sondern ein Miniaturenspiel mit viel Gerede ;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Sin am 12.04.2015 | 22:40
Für mich ist das immer noch kein Rollenspiel sondern ein Miniaturenspiel mit viel Gerede ;D

4E war immerhin ein witziges Taktikspiel, die anderen Editionen sind für gar nix zu gebrauchen.  :P
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Wellentänzer am 12.04.2015 | 22:47
4E war immerhin ein witziges Taktikspiel, die anderen Editionen sind für gar nix zu gebrauchen.  :P

Großartig. Ich war mal so frei, diesen Ausspruch zu borgen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Sashael am 12.04.2015 | 22:48
Für mich ist das immer noch kein Rollenspiel sondern ein Miniaturenspiel mit viel Gerede ;D
Du solltest mal über die Definition von Rollenspiel nachdenken. Dann schreibst du auch nicht mehr solchen Unfug. ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.04.2015 | 22:51
4E war immerhin ein witziges Taktikspiel, die anderen Editionen sind für gar nix zu gebrauchen.  :P

Oh mit den anderen Editionen kam/komme ich bestens klar. Muss man nur zu genrauchen wissen hehehe.   >;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 12.04.2015 | 22:54
Du solltest mal über die Definition von Rollenspiel nachdenken. Dann schreibst du auch nicht mehr solchen Unfug. ;)

Gerede ist nicht gleich Rollenspiel  8]

Eigentlich dachte ich aber eher an die Diskussion Tabletoppe über RPGer "Die quasseln da den ganzen Abend rum und manchmal verschieben sie ihre Figuren."
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Samael am 12.04.2015 | 23:34
Großartig. Ich war mal so frei, diesen Ausspruch zu borgen.

Ja, geile Sache sich das in die Sig zu packen.  :d

Beißt sich ein wenig damit, dass du andererseits immer mal wieder über die Diskussionskultur hier lamentierst. Glaubst du sowas befördert ebendiese?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Just_Flo am 12.04.2015 | 23:38
Naja, ohne Zitat hätte ich gesagt nein. Da er es als Zitat verwendet, denke ich dass er auf die Diskussionskultur anderer hinweisen will.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 12.04.2015 | 23:49
Für mich ist das immer noch kein Rollenspiel sondern ein Miniaturenspiel mit viel Gerede ;D
Selbst bei diesem Urteil muss man zugeben, dass 4E die rollenspielerischen Möglichkeiten gegenüber der Vorgängerversion, die in meinen Augen nicht mehr als ein Ein-Mann-Armeelisten-Planungsspiel war, aufwertet.   >;D

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: FlawlessFlo am 12.04.2015 | 23:50
Ja, geile Sache sich das in die Sig zu packen.  :d

Beißt sich ein wenig damit, dass du andererseits immer mal wieder über die Diskussionskultur hier lamentierst. Glaubst du sowas befördert ebendiese?

Da wünscht sich einfach jemand, dass man wenigstens mal so über DSA 4E denkt ;)

Dass es D&D 4E ist, steht ja nicht dabei :D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: am 12.04.2015 | 23:56
Beißt sich ein wenig damit, dass du andererseits immer mal wieder über die Diskussionskultur hier lamentierst. Glaubst du sowas befördert ebendiese?

Zuallererst fand ich die Aussage mal vollkommen absurd. Wer sich den Ursprung unseres kompletten Hobbies so derartig ignorant abzukanzeln imstande zu sein fühlt, hat entweder ganz viel oder wirklich gar nix verstanden. My guess: Letzteres. Aber wer weiß?

Jedenfalls fand ich die Aussage zugleich so absurd, belustigend und bemerkenswert, dass ich es zitieren wollte. Ein offensichtlicher Freakpost. Mir wär ehrlich gesagt gar nicht klar gewesen, dass man daran ernsthaft Anstoß nehmen könnte. Ich würde es mir jedenfalls nicht anmaßen, OD&D, AD&D, 3.X oder auch Pathfinder für unbrauchbar zu erklären. Soviel dazu.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 12.04.2015 | 23:58
Ich würde es mir jedenfalls nicht anmaßen, OD&D, AD&D, 3.X oder auch Pathfinder für unbrauchbar zu erklären. Soviel dazu.
Schau genau hin. Die sind gar nicht alle gemeint!  ;)

4E war immerhin ein witziges Taktikspiel, die anderen Editionen sind für gar nix zu gebrauchen.  :P
Wer braucht schon vernagelte Regeln, wenn er die außerhalb der Reihe stehenden Versionen (0E, B/X, RC) mit ihrer Freiform- und Player-Skill-Attitüde spielen kann.  :P
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 13.04.2015 | 00:00
Selbst bei diesem Urteil muss man zugeben, dass 4E die rollenspielerischen Möglichkeiten gegenüber der Vorgängerversion, die in meinen Augen nicht mehr als ein Ein-Mann-Armeelisten-Planungsspiel war, aufwertet.   >;D
:d sehr treffend!
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: am 13.04.2015 | 00:03
Schau genau hin. Die sind gar nicht alle gemeint!  ;)

Ne? Ich würde OD&D als D&D1 auffassen, AD&D in seinen ganzen Varianten als D&D2 sowie D&D3.X + PF als D&D3. Meinetwegen kann man das in Details alles noch hin oder herschieben. Daran denke ich aber, wenn ich an D&D und seine Editionen denke - und vermute sehr stark, dass diese Sicht mehrheitsfähig ist.

Aber gut. Der Thread hier driftet etwas ins Humoristische.

On-Topic: D&D4 wird nach meinem Eindruck gerade rehablilitiert. Die 4. Edition hat ihre ebenso klaren wie offensichtlichen Stärken und Schwächen. Weil aber viele D&D-Fanboys ganz fürchterlich von der 4. Edition enttäuscht wurden, gabs es jahrelang Editionskriege. Mittlerweile sind die  Emotionen verraucht und die Leute sehen wieder klarer. Dafür ist die 4. Edition mausetot und das ist schade. Andererseits hätte man das Ding nie im Leben D&D4 nennen sollen - und wenn, dann hätte ein Marketingkonzept dafür vorliegen müssen, welches viel cleverer die Gewinnung von Neuspielern aus den Online-Rollenspielen verfolgt hätte. Das Scheitern der 4E empfinde ich vornehmlich als gewaltiges Versagen des Marketing.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 13.04.2015 | 00:43
... das D&D Adventure System wäre nicht der schlechteste Weg gewesen ein paar grundlegende Ideen bekannt zu machen*.
Einfach, weil die Spiele, die das verwenden, die Notwendigkeit zum Teamwork und die Funktionsweise von Powers begreifbar machen.
Damit hätte zumindest die Stärke des Taktikspiels gezeigt werden können. In Kombination mit einer guten Erklärung der Skill-Challanges und den freiformigeren Versatzstücken wäre den selbst den größten Anhängern der zuvor beendeten Version klargeworden: D&D wagt einen Neubeginn. Seit 2E angeammelte Traditionen werden über Board geworfen, dafür kommen innovative Konzepte und längst vergessen geglaubte Elemente ins Spiel. Die Aufgabentrennung zwischen Spieler und Spielleiter ist z.B. wieder nicht mehr so scharf wie zu 3E-Zeiten.


* möglicherweise hätte das ein paar sehr eigene Rezeptionsprobleme mit sich gebracht. Ich glaube aber, dass die weniger schlimm gewesen wären, als die, die dann aufkamen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 13.04.2015 | 06:43
Selbst bei diesem Urteil muss man zugeben, dass 4E die rollenspielerischen Möglichkeiten gegenüber der Vorgängerversion, die in meinen Augen nicht mehr als ein Ein-Mann-Armeelisten-Planungsspiel war, aufwertet.   >;D

Mich wundert auch immer, dass in der allgemeinen 4e Diskussion die grottige Vorgängerversion und ihre mit Hausregeln versehene Neuveröffentlichung unter anderem Namen so positiv wegkommt, während 4e das Übel der Welt ist.

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 13.04.2015 | 06:47
Mich wundert auch immer, dass in der allgemeinen 4e Diskussion die grottige Vorgängerversion und ihre mit Hausregeln versehene Neuveröffentlichung unter anderem Namen so positiv wegkommt, während 4e das Übel der Welt ist.
Weil das genau Ansichtssache ist. Die 3.0/3.5/d20 war sehr erfolgreich bzw. ist es mit ihrer Weiterführung durch Pathfinder immer noch.

Kann also so "grottig" nicht gewesen sein.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Samael am 13.04.2015 | 06:48
Zuallererst fand ich die Aussage mal vollkommen absurd. Wer sich den Ursprung unseres kompletten Hobbies so derartig ignorant abzukanzeln imstande zu sein fühlt, hat entweder ganz viel oder wirklich gar nix verstanden. My guess: Letzteres. Aber wer weiß?

Jedenfalls fand ich die Aussage zugleich so absurd, belustigend und bemerkenswert, dass ich es zitieren wollte. Ein offensichtlicher Freakpost. Mir wär ehrlich gesagt gar nicht klar gewesen, dass man daran ernsthaft Anstoß nehmen könnte. Ich würde es mir jedenfalls nicht anmaßen, OD&D, AD&D, 3.X oder auch Pathfinder für unbrauchbar zu erklären. Soviel dazu.

Sorry, da bin ich nicht mitgekommen. Ich hatte mich allerdings gewundert, dass gerade du sowas Plumpes ubd Doofes machst. Na gut. Denkst du der Großteil der Leser hier kann die Sig denn in deinem Sinne einordnen?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 13.04.2015 | 07:16
Mich wundert auch immer, dass in der allgemeinen 4e Diskussion die grottige Vorgängerversion und ihre mit Hausregeln versehene Neuveröffentlichung unter anderem Namen so positiv wegkommt, während 4e das Übel der Welt ist.

Muss das sein?

Ich bin sicher der letzte der sich hier als 3.5 Fan aufspielen muss, und ja - es hat seine Macken. Ich finde immer noch, dass die damals veröffentlichten "Gründe für die Änderungen der 4e" zutreffen, das sie tatsächlich Probleme der 3.5 betrafen.

Aber ich hab auch gut 10 Jahre Spaß mit dem System von 3e/3.5/Pathfinder gehabt. Etliche Leute haben dies immer noch, viel mehr als mit der 4e. Und gerade als jemand der in 4e Diskussionen auf der Seite der Befürworter steht sollte man wissen warum oberflächliche, alles verdammende Kritik ernsthafte Diskussionen kaputt macht und nur der Provokation dient.

Es ist einfach unnütz.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: FlawlessFlo am 13.04.2015 | 11:04
Ich hatte nie viel mit der 4e zu tun, habe gerade mal zwei Session gespielt. Das lag nicht so sehr daran, dass mit das Spiel missfiel, sondern war eher meiner damaligen Spielsituation geschuldet (wir haben fröhlich 3.5 weitergespielt) und ein Spielen der 4e war eigentlich nur unter der Prämisse, es zusätzlich zu 3.5 zu spielen, denkbar (auch wenn es nie wirklich kam).

Das lag wohl im Wesentlichen daran, dass die 4e einfach von mir nicht als "richtiges" D&D empfunden wurde. Dafür waren einfach zu viele Dinge anders (ohne deswegen schlechter zu sein bzw. ohne abzusprechen, dass sie auch besser sein konnten). Da wären zum einem mal das Magiesystem als offensichtlichstes: D&D verbinde ich mit Vancian Casting, Magie via Powers ist für ein Subsystem okay, aber nicht für Magier, Kleriker, etc. Denn hier reden wir je auch nicht nur von einer regelmechanischen Änderung, dass wirkt ja auch sehr darauf, wie sich das zaubern im Spiel anfühlt und wie es auf der In-Game-Ebene dargestellt wird. Das memorieren von Zaubern, die alt-bekannte Liste von Zaubern, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Systems zieht, das findet man in der 4e einfach nicht wirklich (zumindest bei dem damaligen Stand). Ich habe gehört, dass Feuerball jetzt 2d6+Attribut Schaden macht und gleichzeitig die Gegner sehr viel mehr HP haben. Das ist nicht der Feuerball, den ich kenne, das ist ein laues Lüftchen im Anbetracht der höheren HP-Polster, nicht mehr der Gobo-Nuker.
Es mag sein, dass der 4e-Weg der bessere ist, aber es bleibt halt auch etliches auf der Strecke, was D&D für mich ausmacht. Ich würde die 4e gerne mal spielen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, aber es wäre kein Ersatz für "richtiges" D&D für mich (ohne behaupten zu wollen, dass das für alle Spieler gilt oder irgendwie ein Makel wäre).

Und ich vermute, ich war nicht der einzige, der das so sieht / sah, und so sind viele gar nicht auf den 4e-Zug aufgesprungen. Und wirklich geändert hat sich an dieser Betrachtungsweise eigentlich auch nichts. Höchstens, dass es mit der 5e jetzt auch eine einigermaßen ausbalancierte D&D-Edition gibt, welche näher an "meinem" D&D-Gefühl dran ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 13.04.2015 | 11:44
Höchstens, dass es mit der 5e jetzt auch eine einigermaßen ausbalancierte D&D-Edition gibt, welche näher an "meinem" D&D-Gefühl dran ist.
Als 3.x/PF Intensivspieler kommt bei mir bei der 5E irgendwie kein "richtiges" D&D-Gefühl auf. 5E fühlt sich für mich bisher wie ein ausbalancierter Retroklon an. Leider finde ich bei alten Editionen und Klonen gerade die (vermeintlich) fehlende Balance als reizvoll.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 13.04.2015 | 11:49
Ich hatte nie viel mit der 4e zu tun, habe gerade mal zwei Session gespielt. Das lag nicht so sehr daran, dass mit das Spiel missfiel, sondern war eher meiner damaligen Spielsituation geschuldet (wir haben fröhlich 3.5 weitergespielt) und ein Spielen der 4e war eigentlich nur unter der Prämisse, es zusätzlich zu 3.5 zu spielen, denkbar (auch wenn es nie wirklich kam).

Das lag wohl im Wesentlichen daran, dass die 4e einfach von mir nicht als "richtiges" D&D empfunden wurde.
Das kann ich durchaus nachvollziehen. Wobei ich da auf der Seite von Glgnfz und Mondbuchstaben stehe, die den harten Bruch mit dem Aufkommen von Feats sehen. Kurz: "Richtiges" D&D ist für mich 3.X schon nicht mehr.
Wobei die eigene D&D-Rezeption sicher auch mit der eigenen Geschichte mit dem Spiel, der eigenen Vorstellung davon, was D&D ausmacht und natürlich zu welcher Edition man D+D kennenlernte, zu tun hat.

Die 3.0/3.5/d20 war sehr erfolgreich bzw. ist es mit ihrer Weiterführung durch Pathfinder immer noch.
Kann also so "grottig" nicht gewesen sein.
Ein völliger Design-Fehlschlag (wie F.A.T.A.L. und Co.) war 3.X sicher nie.
Als Erfolgsfaktoren sind allerdings 2 Dinge zu benennen, die völlig unabhängig davon sind, ob 3.X jetzt ein  einigermaßen gutes Spiel ist, oder nicht: Markenname* + OGL und als "unique selling point" die Ausrichtung als Caracterbuild-Strategiespiel.

* das mag bei Paizo scheinbar weggefallen sein. Ich würde aber behaupten, dass ihr guter Name als Dungeon- und Dragon-Mag-Produzenten mit entscheidend für den Erfolg von PF war. Und damit ist der Rückverweis auf die Marke D&D dann doch wieder relativ stark. (Das wäre jedenfalls meine Teilerklärung, warum - aus der Vielzahl der 3.X-Nachfolger - gerade PF dass Rennen gemacht hat.)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 13.04.2015 | 11:57
http://caffeinesymposium.blogspot.de/2011/12/whats-wrong-with-4th-edition-part-1.html

Noch ein Artikel. Der meint, das 4e recht frei von Konsequenzen ist, d.h. egal was die Spieler tun es hat keine Auswirkung. Und er meint das das System gebalanced wäre, was dazu führt das sich die spieler nicht mehr anstrengen müssen und kreativität verkümmert.

Den letzten Punkt finde ich interessant, weil ich mich dran erinnern kann das es mal ne Zeit gab, wo Balance positiv gesehen wurde-heute von manchen immer noch. Das zegit schon ,wie sehr sollche Bewertungen vom Zeitgeist abhängen.

Der Artikel meint übrigens auch das 4e kein Rollenspiel ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: YY am 13.04.2015 | 12:12
Wer sich den Ursprung unseres kompletten Hobbies so derartig ignorant abzukanzeln imstande zu sein fühlt, hat entweder ganz viel oder wirklich gar nix verstanden.

Ich verstehe den Gedankengang nicht - darf man alte D&D-Versionen wegen der "historischen Bedeutung" grundsätzlich nicht schlecht finden?

Und manche Macken hat D&D gerade aufgrund der Tatsache, dass es Vorläufer/Erstling/"Ursprung" war; die können für eine zeitgenössische Bewertung wohl kaum eine positive Rolle spielen, wenn man es mit der aktuellen Konkurrenz vergleichen will.

Die 3.0/3.5/d20 war sehr erfolgreich bzw. ist es mit ihrer Weiterführung durch Pathfinder immer noch.

Kann also so "grottig" nicht gewesen sein.

Das ist wie in anderen Bereichen auch nur teilweise (bzw. je nachdem, wen man fragt, nur ganz am Rande) eine Frage des eigentlichen Systems.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 13.04.2015 | 12:23
D&D verbinde ich mit Vancian Casting

Ich denke dies ist ein sehr wichtiger Punkt, der auch immer noch gültig ist. Die 4E weicht von allen Editionen am stärksten vom Vancian Casting Konzept ab. Es gibt zwar immer noch rudimentäre Reste davon (der Magier kann sich z.B. auch in der 4E noch Zauber einprägen), aber weiter als in der 4E geht keine andere Edition davon weg (nichtmal die 5E, welche ebenfalls kein echtes Vancian Casting mehr hat).

Aber man muss auch dazu sagen, dass sich die Möglichkeiten um Zauber wirken in den einzelnen Editionen schon immer stark unterschieden. Zwischen AD&D, wo man auch schon mal Zauber aus dem Buch liest, dafür aber auch schon mal eine Woche damit verbringen muss um sie sich wieder einzuprägen und D&D 3.5 in der man sich Zauber im Nachhinein einprägen kann liegt eine große Distanz - Pathfinder übernahm dann auch noch at will Zauber ohne Slots als Konzept aus der 4E.

Die 4E kennt wie gesagt das einprägen von Zaubern nur noch für Magier - und trennt stärker zwischen Kampf- und Nichtkampfzaubern, hat auch ein völlig neues System für Zauberzutaten und mehrere verschiedene Systeme um Zauber auszutauschen.

Und die 5E trennt einprägen eines Zaubers und Zauberslots generell - lässt eine freie Wahl des gewirkten Zaubers aus der liste der eingeprägten Zauber zu.

Das Spielgefühl eines Magiers ist in jeder Edition ein neues.

Ich habe gehört, dass Feuerball jetzt 2d6+Attribut Schaden macht und gleichzeitig die Gegner sehr viel mehr HP haben. Das ist nicht der Feuerball, den ich kenne, das ist ein laues Lüftchen im Anbetracht der höheren HP-Polster, nicht mehr der Gobo-Nuker.

Tatsächlich sind es 4d6+Attribut (plus evtl. weitere Boni), aber am Ende stimmt die Aussage dennoch - in der 4E wird man viel seltener mit einer einzelnen Aktion viele Gegner ausschalten können, erst recht nicht endgültig. Das ist Teil des Konzeptes - die Gegner sind stärker geworden, die Spielercharaktere schwächer.

Das Ziel dabei ist es verstärkt die Notwendigkeit zum Zusammenspiel zu fördern, Situationen in denen z.B. der Magier zum Rest der Gruppe beim Betreten der Höhle der Bösewichter sagt (um mal eine alte 3.5 Anekdote von mir rauszuholen) "Bleibt lieber draußen, und kommt erst später rein - ich mach das!" gibt es einfach nicht mehr, und auch kaum Situationen in denen ein Charakter kaum etwas zum Erfolg der Gruppe beitragen kann. Aus "jeder darf mal im Rampenlicht stehen" ist in der 4E "alle stehen gemeinsam darin" geworden. Und dazu gehört eben auch, dass keine einzelne Aktion ausreicht um ganze Gruppen von Gegnern niederzustrecken.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Achamanian am 13.04.2015 | 12:31
Ich verstehe den Gedankengang nicht - darf man alte D&D-Versionen wegen der "historischen Bedeutung" grundsätzlich nicht schlecht finden?

 :Ironie:
Ganz recht!
Und auf gar keinem Fall darf man dieses Wargame übergehen, das H.G. Wells irgendwann mal gebastelt hat - wenn man das tut, hat man nämlich auch gar nichts verstanden!
 :Ironie:

So, sorry ...  :btt:

... zu dem ich mit meiner galoppierenden D&D-Unkenntnis (ich hab halt auch echt gar nichts verstanden!) leider gar nicht viel beitragen kann.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 13.04.2015 | 12:35
http://caffeinesymposium.blogspot.de/2011/12/whats-wrong-with-4th-edition-part-1.html

Noch ein Artikel. Der meint, das 4e recht frei von Konsequenzen ist, d.h. egal was die Spieler tun es hat keine Auswirkung. Und er meint das das System gebalanced wäre, was dazu führt das sich die spieler nicht mehr anstrengen müssen und kreativität verkümmert.

Den letzten Punkt finde ich interessant, weil ich mich dran erinnern kann das es mal ne Zeit gab, wo Balance positiv gesehen wurde-heute von manchen immer noch. Das zegit schon ,wie sehr sollche Bewertungen vom Zeitgeist abhängen.

Der Artikel meint übrigens auch das 4e kein Rollenspiel ist.

Der Artikel ist in dem Fall dann wohl ein perfektes Beispiel für unsinnige, an den Haaren herbeigezogene Kritik von jemandem, der entweder ideologisch verbrämt ist oder keine Ahnung hat.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 13.04.2015 | 12:37
Das Ziel dabei ist es verstärkt die Notwendigkeit zum Zusammenspiel zu fördern, Situationen in denen z.B. der Magier zum Rest der Gruppe beim Betreten der Höhle der Bösewichter sagt (um mal eine alte 3.5 Anekdote von mir rauszuholen) "Bleibt lieber draußen, und kommt erst später rein - ich mach das!" gibt es einfach nicht mehr, und auch kaum Situationen in denen ein Charakter kaum etwas zum Erfolg der Gruppe beitragen kann. Aus "jeder darf mal im Rampenlicht stehen" ist in der 4E "alle stehen gemeinsam darin" geworden. Und dazu gehört eben auch, dass keine einzelne Aktion ausreicht um ganze Gruppen von Gegnern niederzustrecken.

Das ist ein interessanter Punkt. Ich glaube, wenn man jahrelang gewohnt ist, als einzelner zu kämpfen, dann ist teammarbeit sehr schwer. Vermutlich sind die eersten Kämpfen von D&D verteranen in 4e total an Arsch gegangen. Ich sehe das an mir selber, wenn ich in einem Spiel gut bin alleine, dann hab ich da meine Taktiken drin und dan nasl Team zu arbeiten ist fast unmöglich, auch wenns viel effektiver wär.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 13.04.2015 | 12:38
Ich verstehe den Gedankengang nicht - darf man alte D&D-Versionen wegen der "historischen Bedeutung" grundsätzlich nicht schlecht finden?

Du darfst sie ganz persönlich scheisse finden. Tue ich z. B. auch. Daran, dass sie objektiv sehr wohl zu etwas zu gebrauchen waren und sind, ändert das aber nix.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 13.04.2015 | 12:39
Der Artikel ist inden Fall dann wohl ein perfektes Beispiel für unsinnige, an den Haaren herbeigezogene Kritik von jemandem, der entweder ideologisch verbrämt ist oder keine Ahnung hat.

Ahnung hat der der zitiert einiges (z.B. "System matters") und hat sich auch Reviews zu 4e angehört und es gespielt und so.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Wellentänzer am 13.04.2015 | 12:42
Ich verstehe den Gedankengang nicht - darf man alte D&D-Versionen wegen der "historischen Bedeutung" grundsätzlich nicht schlecht finden?

Doch. Aber zwischen "schlecht finden" und "für nix zu gebrauchen" liegen noch ein paar Galaxien der Bewertung. Immerhin war OD&D dafür zu gebrauchen, das komplette Hobby zu starten. Wenn das nicht hinreichend Gebrauch ist, weiß ich es auch nicht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 13.04.2015 | 12:44
Ahnung hat der der zitiert einiges

Möglich. Inhaltlich ist das trotzdem Mumpitz, wenn deine Zusammenfassung des Inhalts stimmt.

Vermutlich hat der Autor mal ein paar Sessions bei einem schlechten SL erlebt, der lediglich ein paar linear zusammengetackerte Encounter ohne oder mit sehr wenig Drumherum geleitet hat, und hält das für die Grundpraemisse von DnD 4.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: am 13.04.2015 | 12:53
:Ironie:
Ganz recht!
Und auf gar keinem Fall darf man dieses Wargame übergehen, das H.G. Wells irgendwann mal gebastelt hat - wenn man das tut, hat man nämlich auch gar nichts verstanden!
 :Ironie:

Wasn unsympathisches Wadengebeiße. Hör zu Bursche: entweder ignorierst Du die Leute oder Du ignorierst sie nicht. Aber einerseits öffentlich einen auf die große Ignoranz zu machen und dann bei der erstbesten Gelegenheit hinterhältig ein Messer in den Rücken: spar es Dir einfach. Meine Güte. Ist das denn so schwer?

Ich habe auch einige Leute hier im Forum auf Ignore. Es gehört zur Natur eines solchen Forums, dass sich nicht alle liebhaben können. Aber man muss die Leute, die man eigentlich ignorieren möchte, ja nicht auch noch aktiv angehen. Seufz.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Selganor [n/a] am 13.04.2015 | 12:56
Der Artikel meint übrigens auch das 4e kein Rollenspiel ist.
Muss man einen Artikel der Autor einer gegenteiligen Meinung die Faehigkeit abspricht ueber 4e urteilen zu koennen weil der "nur 10 Jahre D&D gespielt hat", der Autor selbst aber "fast zwanzig Jahre und er von Leuten weiss die seit den 70ern  gespielt haben und sogar Gary Gygax persoenlich gekannt haben (man beachte: er WEISS von Leuten, nicht er KENNT Leute ;) )" wirklich komplett lesen?
(Ernstgemeinte Frage, da er sich fuer mich mit dem Absatz erstmal disqualifiziert hat sachlich argumentieren zu koennen)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 13.04.2015 | 12:58
Muss man einen Artikel der Autor einer gegenteiligen Meinung die Faehigkeit abspricht ueber 4e urteilen zu koennen weil der "nur 10 Jahre D&D gespielt hat", der Autor selbst aber "fast zwanzig Jahre und er von Leuten weiss die seit den 70ern  gespielt haben und sogar Gary Gygax persoenlich gekannt haben (man beachte: er WEISS von Leuten, nicht er KENNT Leute ;) )" wirklich komplett lesen?
(Ernstgemeinte Frage, da er sich fuer mich mit dem Absatz erstmal disqualifiziert hat sachlich argumentieren zu koennen)

Ui, das ist ja noch viel bescheuerter, als ich vermutet habe. Den Artikel gebe ich mir heute abend mal zur Unterhaltung.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 13.04.2015 | 13:02
Ahnung hat der der zitiert einiges (z.B. "System matters") und hat sich auch Reviews zu 4e angehört und es gespielt und so.
Das mag sein. Jedoch ist seine Logik alles andere als zwingend ... und da genau das einer seiner Kritikpunkte an einem Beitrag auf den er sich bezieht ist, hat mich der Gute recht schnell als Leser verloren. Scheint mir jemand zu sein, der 3.X-Mindset mit dem Versuch einer nachvollziehbaren Betrachtung verwechselt. Jedenfalls scheint mir das auch der Grund zu sein, warum ich große Schwierigkeiten habe seine Old School Referenzen zu verstehen (was generell sehr ungewöhnlich ist).

Eine gute Beschreibung, was 4E ist, stammt von Roland hier aus dem Forum:
Mir viel damals nach längerer D&D Abstinenz der Wiedereinstieg mit AD&D2 wesentlich schwerer als, der mit D&D4.

Es gab natürlich immer mal wieder Detailfragen zu klären, aber nachdem wir die grundlegenden Dinge verstanden haben, kann man fast immer den gleichen Mustern folgen. Ein neuer Mitspieler hat letztlich bei uns wenige Spielabende gebraucht, um flüssig in einer "fortgeschrittenen" Runde mitspielen zu können.

Was die Threadfrage angeht, schließe ich mich Haukrinn, Boba und Ebenezer an. D&D4 fühlt sich für mich wesentlich mehr wie das ursprüngliche D&D an, als die Regel- und Settingskolosse AD&D2 und D&D3.
Die Regeln sind wieder einfacher und für mich klarer und nachvollziehbarer. Deswegen, und durch den Verzicht auf detaillierte Settings, ist auch der DIY-Gedanke für mich in D&D4 wesentlich stärker verwurzelt, als in den zwei vorherigen Editionen. Man muss nicht nur selbst gestalten, sondern kann das auch ohne große Mühe.
Natürlich ist D&D kein vollständiger Rückgriff auf Althergebrachtes, aber eine Besinnung auf frühere Werte erkenne ich schon.

(Ernstgemeinte Frage, da er sich fuer mich mit dem Absatz erstmal disqualifiziert hat sachlich argumentieren zu koennen)
Ich wollts schon nicht schreiben. Gerade als Historiker sollte er doch ein Verständnis dafür haben, dass zwischen Zeit und Erkenntnis nur eine gewisse Relativität besteht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: YY am 13.04.2015 | 13:03
Aber zwischen "schlecht finden" und "für nix zu gebrauchen" liegen noch ein paar Galaxien der Bewertung.

Das ist doch das alte Leid - der ursprüngliche Kritikpost war selbstverständlich eine Meinungsäußerung, und die darf auch mal etwas schärfer formuliert sein. Mache ich (offline) auch gerne.

Wir müssen uns doch nicht wirklich drüber unterhalten, dass die Interpretation "damit hat noch nie irgend jemand irgendwas anfangen können" nicht richtig sein kann.

Immerhin war OD&D dafür zu gebrauchen, das komplette Hobby zu starten. Wenn das nicht hinreichend Gebrauch ist, weiß ich es auch nicht.

Das verpflichtet einen heute Spielenden auf der Suche nach einem System allerdings in keiner Weise dazu, sich OD&D zu eben diesem Zwecke mal anzuschauen.

Und gerade was Rollenspielgeschichte angeht, kann man mMn durchaus von einer gewissen Unausweichlichkeit sprechen.
D&D war die Initialzündung, aber das heißt andersrum nicht, dass es ohne D&D das ganze heutige Hobby nicht gegeben hätte.
Es sähe anders aus, sicher, aber angesichts der zeitgenössischen Möglichkeiten, sich "seine" Nische auszusuchen, ist das auch wieder relativ.



Ahnung hat der der zitiert einiges (z.B. "System matters") und hat sich auch Reviews zu 4e angehört und es gespielt und so.

Zum ersten Mal gelacht habe ich bei der Passage (siehe Selganor):
Zitat
First, Esper does NOT possess credentials. Having started with 3rd edition does not equate to having credentials by a longshot. He's been playing for 10 years, but I've played for nearly 20 and I know of people who have played since the 1970s and knew Gygax personally.

Da treffen einfach unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse aufeinander mit dem Anspruch zumindest von Seiten des Autors, seinen eigenen Standpunkt irgendwie logisch herzuleiten - was nicht funktionieren kann.
Interessant zu lesen, weil es eine wunderbare Illustration des Grognard-Phänomens ist, aber ich würde mich hüten, das als einen sonderlich relevanten Beitrag zur Bewertung von D&D4e zu sehen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Achamanian am 13.04.2015 | 13:08
Spoiler weil persönliches Offf-Topic-Bla ...

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Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 13.04.2015 | 13:08
Das ist ein interessanter Punkt. Ich glaube, wenn man jahrelang gewohnt ist, als einzelner zu kämpfen, dann ist teammarbeit sehr schwer. Vermutlich sind die eersten Kämpfen von D&D verteranen in 4e total an Arsch gegangen. Ich sehe das an mir selber, wenn ich in einem Spiel gut bin alleine, dann hab ich da meine Taktiken drin und dan nasl Team zu arbeiten ist fast unmöglich, auch wenns viel effektiver wär.

Noch viel extremer ist dies auf Spielleiterseite. Denn das gesagte gilt auch anders herum. 4E Monster haben viel mehr verschiedene Eigenschaften, und ebenfalls Rollen im Kampf. Eine Gruppe von Goblins ist dabei nicht mehr eine homogene Masse, bei der jeder das gleiche tut - sie haben oft unterschiedliche Fähigkeiten, und müssen genau wie die Spielercharaktere oft zusammenarbeiten. Gerade am Anfang gab es oft die Kritik "das ist ja alles viel zu einfach" - doch wenn man die Spielleiter fragte wie der Kampf aussah kam oft heraus, dass sie die Fähigkeiten der Monster gar nicht einsetzten, und erst recht nicht Synergien zwischen ihnen nutzten. Eine schöne Beispielaussage von damals aus einem englischem Forum lässt sich in etwa wie folgt übersetzen. "Na klar könnten die Monster das, aber wenn ich das nutze wäre es doch viel zu stark - dabei leg ich doch meiner Spieler um" (in einem Thread in dem sich drüber beschwert wurde, ein Encounter sei zu leicht. ^^

Die 4E hat versucht sich dem zu behelfen, indem in den Monsterblocks "Standardtaktiken" und in Abenteuern abgedruckt wurden - öfters auch durchaus sinnvolle. Aber jedem half dies natürlich nicht, und in vielen Fällen in denen von "zu leichten" Begegnungen gesprochen wurde findet man noch heute bei einer tatsächlichen Überprüfung der Begegnung viele Ansatzpunkte um zu sagen: Eigentlich war die Begegnung schon ok - die muss man nur anders spielen.

Mit der Vielzahl an Mitteln kommt eben auch eine höhere Komplexität, und gerade am Anfang gab es da sehr große Schwankungen welche ein SL verursachen konnte. So zwischen "meine Charaktere gehen problemlos auch durch Begegnungen 8 Stufen über ihrer Begegnungsstufe durch" und "meine Charaktere sind letztens bei einem einfachem Encounter drauf gegangen."

Welche Auswirkungen solche Schwankungen auf die Diskussionen damals hatten kannst du dir sicher vorstellen - da prallten dann völlig verschiedene Sichtweisen aufeinander, und wurden oft auch Dinge vermischt die gar nix miteinander zu tun hatten. Das oben genannte Balancing ist so ein Fall - die Annahme die 4E ist balanced führte zur Annahme jede Begegnung sei auch genau auf das Encounterlevel der Charaktere zugeschnitten. Und wenn man dies so anwendet, so kommt man - je nach Spielweise des SLs - dann auch leicht zu "die werden ja gar nicht mehr bedroht".

In den Büchern selbst ist davon dann wenig zu finden, da sind stattdessen Sätze ala "streu immer auch mal wieder nicht schaffbare Begegnungen ein, bei denen die Charaktere sich andere Lösungen überlegen sollen" oder "bei dieser Begegnung gibt es eine gute Chance, dass mindestens ein Charakter dabei drauf geht."

Heute - nach vielen Jahren Spielerfahrungen haben sich die Aussagen da natürlich etwas angeglichen, und sind weniger absolut und radikal. Die heutige Version derartiger Vorwürfe würde wahrscheinlich sagen: "Die 4E lässt den SL machen was er für den Spielspaß der Gruppe am besten hält - was abwechslungsreiche Begegnungen vorsieht, aber die Variante "Rocks fall - everyone dies" eher ausschließt. Aber gerade das Verhalten in früheren Situationen kann eine Begegnung stark beeinflussen. Bis hin zu der Aussage (als Beispiel aus einem Abenteuer) "Diese Begegnung hat eine Schwierigkeit zwischen Stufe 1 und 9 - je nachdem was ihr vorher gemacht habt".
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 13.04.2015 | 13:13
Wir müssen uns doch nicht wirklich drüber unterhalten, dass die Interpretation "damit hat noch nie irgend jemand irgendwas anfangen können" nicht richtig sein kann.
Doch eigentlich heißt es genau das. Es gibt einen guten Grund dafür, dass es in unserer Sprach Ausdrücke wie "finde ich" oder "halte ich für" gibt.

Gerade in so "heißen" Themen sollte man Meinungsäußerungen klar als solche kennzeichnen.

Das verpflichtet einen heute Spielenden auf der Suche nach einem System allerdings in keiner Weise dazu, sich OD&D zu eben diesem Zwecke mal anzuschauen.
Andersherum verpflichtet es auch nicht, es aufgrund des Alters grundsätzlich auszuschließen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: am 13.04.2015 | 13:17
@ YY: Okay, so wird ein Schuh draus. Kann ich nachvollziehen.

Spoiler weil persönliches Offf-Topic-Bla ...

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Ne, das nicht. Eine robuste Diskusstion kann ich gut vertragen. Aber Du pinkelst Leuten eigeninitiativ aggressiv ans Bein und tust so, als wär alles total knorke. In dem zitierten Post da gerade wieder. Ich finde das verlogen und peinlich. Lass mich doch einfach in Ruhe, so wie Du das versprochen hattest. Dafür wäre ich Dir sehr dankbar. Dieses Rumgezicke bringt doch niemanden weiter. Herzlichenn Dank.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: YY am 13.04.2015 | 13:20
OT, aber dennoch:

Doch eigentlich heißt es genau das. Es gibt einen guten Grund dafür, dass es in unserer Sprach Ausdrücke wie "finde ich" oder "halte ich für" gibt.

Gerade in so "heißen" Themen sollte man Meinungsäußerungen klar als solche kennzeichnen.

Ich sehe das genau anders herum, zumindest in Forenbeiträgen.

Wer hier eine Aussage als unumstößliche, objektive Wahrheit verstanden haben will, möge diesen Anspruch explizit benennen und dazu entsprechende Belege, Verweise, Erklärungen u.Ä. anfügen.

Andernfalls steht bei jedem Beitrag implizit ein großes "Ich meine, dass..." vorne dran.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 13.04.2015 | 13:22
Muss das sein?

Ich bin sicher der letzte der sich hier als 3.5 Fan aufspielen muss, und ja - es hat seine Macken. Ich finde immer noch, dass die damals veröffentlichten "Gründe für die Änderungen der 4e" zutreffen, das sie tatsächlich Probleme der 3.5 betrafen.

Aber ich hab auch gut 10 Jahre Spaß mit dem System von 3e/3.5/Pathfinder gehabt. Etliche Leute haben dies immer noch, viel mehr als mit der 4e. Und gerade als jemand der in 4e Diskussionen auf der Seite der Befürworter steht sollte man wissen warum oberflächliche, alles verdammende Kritik ernsthafte Diskussionen kaputt macht und nur der Provokation dient.

Es ist einfach unnütz.

Ja, sorry, war schlecht geschrieben ohne nachzudenken. Natürlich meine ich, dass 3.x und Pathfinder vom Regelwerk her mir nichts geben (obwohl ich die PF-Welt und teilweise die Abenteuer ganz ok finde, nur halt mit dem für mich schlechtesten D&D-Regelwerk meines diesbezüglichen Kenntnisstandes). Ich wollte nur zum Ausdruck brinegn (und ich weiß nicht, wie ich es besser & höflicher formulieren kann), dass einige Kritik an der 4e, besonders bezüglich des "Brettspiel"-Charakters, auch genauso auf die 3. Edition und viele ihrer Nachfolger und Modifikatoren zutrifft.

Mal ehrlich, als 3.0 herauskam, war ich hin und hergerissen zwischen der Begeisterung dafür, dass D&D ein übersichtlich und für meine Tischgröße brauchbareres taktisches Bewegungsspiel hervorgebracht hat als mein damaliger Liebling Midgard, andererseits ein aber abgeschreckt, dass D&D sich aus meiner Sicht stark in Richtung "Metzel-" und "PC-Rollenspiel"-Rollenspiel entwickelte. gerade die Lektüre von Sunless Citadel versprach nicht gerade tiefgehendes Charakterspiel oder auch nur Eintauchen in eine spannende Geschichte (zumindest nach meinem damaligen Kenntnisstand über rollenspielerische Möglichkeiten). Das waren auch Diskussionen, die ich mit anderen Rollenspielern zu der Zeit führte.

Das fast genau die gleiche Diskussion bei der 4e wieder geführt wurde - und zwar mit noch deutlich stärkeren Brettspiel-Vorwürfen, noch dazu aus der Fraktion der 3e Spieler (!), empfinde ich bis heute als frustrierend.

Es gibt 1000 Sachen, die gegen 4e oder gegen einen Wechsel von 3e auf 4e sprechen. Unter anderem die Tatsache, dass 3e/PF sich auf der inhaltlichen Ebene weiterentwickelt hat von dem taktisch-strategischen Battlemap-Spiel, indem es eine reiche Fundgrube an Fluff und Abenteurern vielerlei Art, Schwerpunkte und Geschmacksrichtungen publiziert hat. Auch der simple Fakt, dass Leute noch meterweise ungespieltes 3e Material im Schrank stehen hatten, als die 4e heraus kam und keinen Grund sahen, zu dieser Zeit etwas neues zu suchen.

Alles gute Gründe - aber vom Standpunkt eines Spiels mit battlemaplastigen Regeln auf ein anderes Spiel zu schießen un diesem genau das vorzuwerfen... nee, das geht einfach gar nicht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Timo am 13.04.2015 | 13:26
Ich bleibe bei meiner alten Bewertung von D&D4:

D&D4 bietet ein hervorragendes taktisches Kampfsystem mit Spielbrett/Rasterfeldzwang und ist für SLs die einfachste D&D Edition, da das Spiel so gebalanced ist und gute Synergiebeispiele der Monster gibt, dass Kämpfe leicht zu skalieren sind(leicht, durchschnittlich, schwer, hart für die SCs), während man bei anderen D&D Editionen lange planen muss an einem Endkampf um alle SCs fair einzubinden.

Großer Nachteil von D&D4 ist die Hürde, dass es sehr wenig Anwendungsmöglichkeiten der besonderen Fähigkeiten der SCs ausserhalb von Kämpfen gibt, während andere D&D Editionen da mehr bieten.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 13.04.2015 | 13:39
http://caffeinesymposium.blogspot.de/2011/12/whats-wrong-with-4th-edition-part-1.html

Noch ein Artikel.

Ich finde den Artikel in erster Linie interessant, weil er für sehr viele Aussagen aus der "frühen" Kritik steht, sowohl in der Herangehensweise der Kritik (welche in seinem Fall eben in erster Linie aus "ich habe Blogs und Reviews gelesen" besteht), als auch in der Motivation. Die Kritik entstand um Vorwürfen entgegenzutreten welche man an den "alten" Systemen sah. Auch der Artikel enthält eigentlich sehr viel "warum die Kritik an der 3.5 aus dem Youtube Video nicht stimmt" - und kaum bis gar keine tatsächlichen Regelelemente der 4E. Wie er schon sagt - er ist nie dazu gekommen es tatsächlich zu spielen, und alle die es spielten hält er eh für  geeks, nerds, and dorks. mit Minderwertigkeitskomplex.

Am Ende geht es genau darum. Sich selbst, und das eigene System als das harte, echte Spiel darzustellen, das dreckige Dutzend der Kindheitserinnerungen.

Die Argumentation geht dabei letztlich auch anders herum als man sie eigentlich annehmen würde. Nicht "weil ichs gespielt habe und festgestellt habe die Charaktere werden verhätschelt ist es ein System für Weicheier" - sondern "weil ich kein System für Weicheier spiele muss das da eins sein. Denn wenn dort die Monster mir härter zusetzen - wäre ich nicht das Weichei?"

Gerade in frühen Phasen ging das dann so weit, dass (in einem der anderen verlinkten Threads findet man dies auch) man der 4E ein weiter der Aufrüstspirale, ein "höher schneller weiter" und immer mächtigere Spielercharaktere unterstellte - trotz eigentlich wesentlich gesunkenem Powerlevel, gerade auf höheren Stufen (1of3 sagt es schön in einem der Threads die im Ausgangsposting stehen: "Ein 3.5 Magier der Stufe 14 entspricht in etwa einem 4E Magier der Stufe 28"). Das hatte nichts mit den Regeln zu tun, es basierte einfach auf der Vorstellung "na wenn es WoW ist, und für Leute die gern viel Action wollen müsste das doch so sein."

Später ging der Vorwurf anders herum - als das gesunkene Powerniveau nicht mehr wegzudiskutieren war kam dann der Vorwurf die Spieler würden "kleingehalten", weil "echte Spielleiter" mit den Balancingproblemen ja umgehen könnten, und das riesige Balancingunterschiede zwischen Charakteren doch dazugehören.

Am Ende ist auch dies natürlich eine Abwehrhaltung. Fragt man die gleichen Leute ob sie schonmal Balancingprobleme mitbekommen haben - sei es bei ihnen selbst oder anderen - so findet man natürlich etwas. Schaut man in beliebige Foren, so werden diese Themen immer wieder diskutiert und als mögliche Probleme angesprochen. Die Lösbar sind, aber deren Lösungen Konsequenzen haben. Aber in einem Thread der verschiedene Systeme verglichen werden kommt sowas als Angriff herüber.

Gerade am Anfang gab es etliche Diskutanten wie den aus dem Artikel. Die sich für das System und seine Regeln nicht interessierten - die davon nur Ausschnitte oder aus anderen Diskussionen stammende Informationen hatten. Und deren Aussagen in der Folge auch wenig mit den Regelwerken zu tun hatten. Aber für die es ein Angriff auf ihre alten Systeme war wenn man sagte: Hey - eigentlich gibt es jetzt eine Menge neue Hilfsmittel um nicht mehr nur Kämpfe mit Regeln zu unterstützen, eigentlich fördert Balancing Charaktervielfalt und eigentlich sind unterschiedliche Aktionen für jede Klasse ein Mittel um Charaktere besser ausspielen zu können. Eigentlich sind neue Mittel für kreative Ansätze, und eine "say yes" Philosophie super fürs Rollenspiel.

Weil da dann oft gehört wurde: Eigentlich war euer altes System nur Kampf - und Freeform RPG dazu, welches oft als Spiel neben dem Spiel lief, mit zwei getrennten Charakteren. Eigentlich war euer System nicht balanced, weshalb viele Charaktere am Ende doch gleich aussehen. Eigentlich sorgt eine Standardattacke, die die Hälfte der Gruppe in jedem Kampf in fast jeder Runde macht, und auch klassenübergreifende Zauberlisten dafür, dass sich viele Charaktere gleich anfühlen, und ihre Unterschiede im Charakter nicht in Kämpfe mit hineingebracht werden. Und eigentlich habt ihr immer nur nein gesagt wenn jemand etwas kreatives wollte.

Oder kurz gesagt: Man hörte nicht "das könnte euer Spiel verbessern, eurem Spielstil helfen", sondern nur "euer Spielstil ist mist, und euer altes Spiel war es auch."

Auch wenn das eigentlich nie gemeint war. Ohne diese empfundenen Vorwürfe hätten sich viel mehr Spieler von Anfang an mit den Regeln der 4E beschäftigt - und nicht damit für wen sie glaubten für den es gemacht sei. Oder mit dem Bild das sie aus Diskussionen hatten. Viele von denen, jenen die 4E eigentlich geholfen hätte in ihrem Spielstil haben es so eigentlich nie ernsthaft probiert.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 13.04.2015 | 16:59
Ich glaube ja weiterhin: ein 4E das unter neuem Namen mit weniger juvenilen Illustrationen und einem spannenden Setting rausgebracht würde wäre ein großer Erfolg.

Aber nun gibt's ja 13th Age, der Zug ist wahrscheinlich abgefahren.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: am 13.04.2015 | 17:08
Ich glaube ja weiterhin: ein 4E das unter neuem Namen mit weniger juvenilen Illustrationen und einem spannenden Setting rausgebracht würde wäre ein großer Erfolg.

Aber nun gibt's ja 13th Age, der Zug ist wahrscheinlich abgefahren.

Das unterschreibe ich zu 100% und bin mir relativ sicher, dass das nah an der "Wahrheit" ist. Ich glaube sogar insbesondere, dass viele der 4E-Verächter das Spiel unter einem anderen Namen ganz großartig gefunden hätten. Es ging bei der ganzen Kritik auch nach meinem Eindruck viel mehr darum, was aus der Marke D&D wird.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 13.04.2015 | 17:48
Es ging bei der ganzen Kritik auch nach meinem Eindruck viel mehr darum, was aus der Marke D&D wird.

Ja, zum Großteil.

Und ich verstehe es auch.

Ich denke 5E ist das für den Namen "bessere D&D", die 4E allerdings das an sich wesentlich besser, moderner und mutiger designte Spiel.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Wellentänzer am 13.04.2015 | 17:55
+1
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 13.04.2015 | 18:28
Ich glaube ja weiterhin: ein 4E das unter neuem Namen mit weniger juvenilen Illustrationen und einem spannenden Setting rausgebracht würde wäre ein großer Erfolg.
NICHTS(!) wo nicht D&D drauf steht, wird annähernd so ein Erfolg wie etwas wo D&D drauf steht. Ganz unabhängig von der Qualität.
Für jeden der was andere glaubt, hätte ich da ein ganz vorzügliches Anwesen in Südfrankreich im Angebot.

Und ich glaube eher wenn die Wozies gesagt hätten, sie würden jetzt kein D&D mehr machen sondern was anderes (besseres), wäre der Hass eher noch größer gewesen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 13.04.2015 | 18:47
Ist ja auch nicht so als wäre "Das ist kein D&D" so leicht objektiv festzumachen. Jede D&D (Haupt-) Version hatte gravierende Änderungen, doch ob solche Vorwürfe kommen hängt immer eher an anderen Parametern als an der Größe der Änderung.

Um mal nur die 5e zu betrachten: Da wird das Vancian System nun ganz rausgenommen, nichtmal mehr der Magier muss sich nun noch überlegen welchen Zauber er heute zaubern will. Und mit Bonded Acuracy hat man in dem System die wohl gravierendste Änderung welche D&D je hatte, etwas sehr grundsätzliches. Gleichzeitig werden ein paar der 4e Designelemente in angepasster Form übernommen und auch ganz neue Sachen hinzugefügt. Und die Wahrnehmung ist dennoch letztlich ein "Das ist doch zurück zu den Wurzeln".

Die Aufmachung, das Layout der Bücher macht da viel aus. Aber nicht nur dies, der Effekt entstand natürlich auch durch direkte Abgrenzung. Was die 5e zu "das ist D&D" macht und z.B. die 4e nicht sind am Ende weniger konkrete Mechaniken oder Spielgefühle als vielmehr der schlichte Wunsch das es so sei, es sind Designerkommentare, und die Abgrenzung zum Vorgänger. Aus reiner Regelebene bleibt über die 40 Jahre D&D kein Stein auf dem anderem, und Threads zum Thema "was macht für euch D&D aus" enden meist in großer Uneinigkeit. Weil es für jeden etwas anderes ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 13.04.2015 | 18:49
Die D&D 4E hätte, unter anderem Namen, wahrscheinlich nicht den Erfolg der jetzigen 4E erzielt.
Sie hätte aber die Spielerschaft nicht massenhaft in die starken Arme des Pfadfinders getrieben. Diese Zersplitterung der D&D-Fanbase wird keine noch so nach allen Seiten hin grinsende 5E je wieder kitten können, und sie stellt den eigentlichen Schaden dar, den die 4E angerichtet hat.

Und das sage ich, obwohl rein von der Qualität her sie für mich die beste D&D-Edition darstellt.   
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 13.04.2015 | 19:30
NICHTS(!) wo nicht D&D drauf steht, wird annähernd so ein Erfolg wie etwas wo D&D drauf steht. Ganz unabhängig von der Qualität.
Für jeden der was andere glaubt, hätte ich da ein ganz vorzügliches Anwesen in Südfrankreich im Angebot.

Das habe ich auch nie behauptet.

Ich sage nur, ein 4E mit neuem Namen und einem anderen Erscheinungsbild wäre erfolgreich.

Ein beliebtes Produkt.

Heutzutage.

An der Diskussion ob das dann die 5E aus dem Markt schlagen täte beteilige ich mich nicht, denn die ist albern.


Zitat
Und ich glaube eher wenn die Wozies gesagt hätten, sie würden jetzt kein D&D mehr machen sondern was anderes (besseres), wäre der Hass eher noch größer gewesen.

Und auch das habe ich nicht beschrieben.

Es geht mir nicht darum, was damals gewesen wäre, sondern was man heute mit der Regelbasis von 4E noch anfangen könnte als Produkt.

Ich dachte, das war klar herauszulesen aus meinem Satz.

Sonst hätte ich das mit dem "abgefahrenen Zug" und 13th Age nicht erwähnt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 13.04.2015 | 19:40
Zitat
NICHTS(!) wo nicht D&D drauf steht, wird annähernd so ein Erfolg wie etwas wo D&D drauf steht.
Ich nehm dann mal das Haus in Südfrankreich.  8)

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Edit:
Ich teile übrigens nicht Grubentrolls Meinung, dass die 4E irgendwie ein Erfolg werden könnte. Auch 13th Age ist, gemessen daran, was in D&D-Sphären dafür gehalten wird, kein wirklicher Erfolg.
Und die Aufmachung wird es eh nicht richten, sonst müsste Pathfinder ja ein Misserfolg sein.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 13.04.2015 | 20:00
Aber nun gibt's ja 13th Age, der Zug ist wahrscheinlich abgefahren.

Wobei die taktische Tiefe bei 13th Age extrem zurück gefahren wurde. Mir persönlich wäre ein Spiel, das weiterhin auf Battlemaps inklusive Bewegungsweiten, forced movement, flanking setzt und im Gegensatz zur 4e vor allem den Bedarf an System Mastery und die Buchhaltung der extrem vielen zeitlich begrenzten und bedingten Effekte drastisch reduziert, noch lieber gewesen.


Pathfinder ist nebenbei bemerkt genau deshalb so ein Erfolg, weil die 4e so ein relativer Misserfolg war. Es hat halt gesagt, wer die 4e nicht mag, der kann hier DnD 3.5 mit ein paar Verbesserungen weiter spielen und bekommt tonnenweise Abenteuer und Settingmaterial, und es wurde offensiv vermarktet. Letzteres ist heutzutage im Rollenspielsektor extrem selten, weil kaum ein Verlag sich das überhaupt leisten kann.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 13.04.2015 | 20:15
Ich nehm dann mal das Haus in Südfrankreich.  8)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Das ist D&D mit abgefeilten Seriennummern, und jeder weiß das es D&D mit abgefeilten Seriennummern ist.

Wenn dem nicht so wäre, wäre es nicht so erfolgreich.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 13.04.2015 | 20:30
Das stand da aber nicht.  8]
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 13.04.2015 | 20:33
Ich nehm dann mal das Haus in Südfrankreich.  8)

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Edit:
Ich teile übrigens nicht Grubentrolls Meinung, dass die 4E irgendwie ein Erfolg werden könnte. Auch 13th Age ist, gemessen daran, was in D&D-Sphären dafür gehalten wird, kein wirklicher Erfolg.

Na gut, wenn du "Erfolg" mit Verkaufszahlen gleichsetzt, dann mag da was dran sein.
Die Krone im D&D-Markt interessiert mich aber nicht die Bohne.

Mir geht's bei dem Begriff "Erfolg" (und ich denke, darum geht's auch in diesem Thread) aber darum, wie die Spielerschaft das System aufnimmt. Sonst müsste ja auch der Threadtitel irgendwas mit verkaufen heißen.

4E hat einen schlechten Ruf.

13th Age mag ja Nische sein, und es ist mit Sicherheit kein Verkaufszahlenmonster (wie 99,9% aller anderen Systeme da draußen auch nicht), aber es hat sich von einem Produkt, das als One-Shot-Buch geplant war zu einem System gemausert mit einem mittlerweile gar nicht mal so kleinen Haufen Zusatzregelbüchern, Abenteuern, einer lebendigen Fanszene außenrum und und und.

Die Fans, die 13th Age hat, schwärmen davon. Leute, die es doof finden, mag es auch geben. Aber kein Vergleich zu was 4E durchmachen musste.

Ich bleibe bei der Behauptung, ohne das ganze Stigma außenrum wäre 4E, würde man den Regelkern noch einmal rausbringen, ein Erfolg werden.

Und nochmal, ich meine damit nicht "verkauft sich wie D&D oder Pathfinder", sondern, dass mehr Leute unbefangen an das Spiel rangehen täten, und merken, dass da ein spannendes System dahintersteckt.

Und es wäre auf jeden Fall weiterhin lebendig.

Ist in meinen Augen besser als wie "tot".

Wie immer: your mileage may vary.

 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 13.04.2015 | 20:49
4E hat einen schlechten Ruf.
Aber das ist doch auch Blödsinn. In jedem scheiß Mainstream Forum gibt einen einige die die 4E gut finden.
Ich vermute sogar mehr als überhaupt Kontakt mit dem System gehabt hätten wenn nicht D&D4 drauf gestanden hätte
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: FlawlessFlo am 13.04.2015 | 20:55
Aber das ist doch auch Blödsinn. In jedem scheiß Mainstream Forum gibt einen einige die die 4E gut finden.
Ich vermute sogar mehr als überhaupt Kontakt mit dem System gehabt hätten wenn nicht D&D4 drauf gestanden hätte

Das denke ich auch. Aber Grubentroll wollte wohl darauf hinaus, dass es auch genauso viele oder noch mehr Spieler gibt, welche die 4e explizit schlecht finden ("kein echtes Rollenspiel", etc.). Und das wäre unter einem anderen Namen nicht passiert. Es gäbe zwar weniger Spieler, aber die, welche es mal probiert hätten, würden es gut finden (wie die auch die 4e gut fanden) und die allermeisten anderen würde es schlicht nicht interessieren und hätte keine Meinung zu dem Spiel außer vlt. "juckt micht nicht".
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Der Rote Baron am 13.04.2015 | 21:14
Mag ja alles sein. Aber bisher hat keine Edition von D&D die D&D-Fans so entzweit wie die 4. Edition. Es hat zwar immer Leute gegeben, die die eine odre andere Version von (A)D&D besser oder schlechter fanden, aber keiener hätte je behauptet, dass es NICHt D&D gewesen wäre - schon ra nicht, dass das kein Rollenspiel mehr ist!

Dieses negative Privilege kommt nur der 4. Edition zu. Ebenso der Umstand, dass die Fanbasis danach voallauf zerbarst und sich mit der OSR und verschiedenen Versionen des Spiels ein Pasticeh der 3.5er als Marktführer durchsetzen konnte: Pathfinder.
Auch unter Martketingbesichtspunkten muss man da sagen: Hut ab, Hasbro! So wird's gemacht. Den 800-Pfund-Gorilla, der seit über 30 Jahren von sich sagen konnte: "Geht es mir, D&Dorilla gut, dann haben auch alle anderen Affen im Urwald genug Bananen!", mit einem solch gezielten Blattschuss über den Haufen zu knallen, dass hat schon Panache - oder wie war doch gleich das französische Wort für "doof mit rostiger Axt im Kopf"?

Die 5. Edition gefällt mir gut und spielt sich prima. Dennoch, so meine Vorhersage, bleibt sie nur eine von vielen D&Ds und wird nie mehr Marktführer. Aber wenn ich mir ansehe, welche "Mengen" an Quellenbüchern und Abenteuern Hasbro/WotC so monatlich "heraushauen", so will man wohl eher die Marke erhalten als es noch einmal auf dem Rollenspielmarkt wirklich wissen.

Auch gut. Der König ist tot - wer braucht nen König?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 13.04.2015 | 22:26
Mag ja alles sein. Aber bisher hat keine Edition von D&D die D&D-Fans so entzweit wie die 4. Edition. Es hat zwar immer Leute gegeben, die die eine odre andere Version von (A)D&D besser oder schlechter fanden, aber keiener hätte je behauptet, dass es NICHt D&D gewesen wäre - schon ra nicht, dass das kein Rollenspiel mehr ist!
Hmmm ... so wie ich das wahrgenommen habe, was der Teil der Spieler, die den Umstieg von AD&D 2nd auf §E nicht mitgemacht hat gar nicht so unbedeutend. Über die Begeisterungs-Welle welche die OGL auch mit ausgelöst hat, konnten die Zahl der verlorenen Kunden um ein vielfaches mit Neukunden überboten werden. (Noch ein Gedanke, der sich positiv für ausgewirkt haben könnte: 3E war die Edition, nachdem die Marke finanziell am Abgrund gestanden hatte.)
Wobei ich dir bei dem Teil trotzdem grundsätzlich zustimmen würde.

"Kein Rollenspiel" war doch schon seit Runequest ein Vorwurf der, hartnäckig gegenüber D&D geäußert wurde, oder?


Dieses negative Privilege kommt nur der 4. Edition zu. Ebenso der Umstand, dass die Fanbasis danach voallauf zerbarst und sich mit der OSR und verschiedenen Versionen des Spiels ein Pasticeh der 3.5er als Marktführer durchsetzen konnte: Pathfinder.
Wobei fairerweise dazugesagt werden muss, dass die OSR ihre Wurzeln in der Zeit von 3.X hat.

Das Proto-OSR-Spiel Castles & Crusades kam 2004, OSRIC kam 2006, Basic Fantasy 2006, Labyrinth Lord 2007 - Original Edition Characters Nov. 2008, Swords & Wizardry Core Okt. 2008, ... Spellcraft & Swordplay, das schon recht weit entfernt vom Klon-Dasein entfernt ist, kam spätetstens Sep. 2008.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 14.04.2015 | 10:42

Oder kurz gesagt: Man hörte nicht "das könnte euer Spiel verbessern, eurem Spielstil helfen", sondern nur "euer Spielstil ist mist, und euer altes Spiel war es auch."

Arldwulfs Analyse trifft ins Schwarze. Sehr schöne Einschätzung zu den Problemen der Wahrnehmung der 4E.



Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 14.04.2015 | 11:16
Das denke ich auch. Aber Grubentroll wollte wohl darauf hinaus, dass es auch genauso viele oder noch mehr Spieler gibt, welche die 4e explizit schlecht finden ("kein echtes Rollenspiel", etc.). Und das wäre unter einem anderen Namen nicht passiert. Es gäbe zwar weniger Spieler, aber die, welche es mal probiert hätten, würden es gut finden (wie die auch die 4e gut fanden) und die allermeisten anderen würde es schlicht nicht interessieren und hätte keine Meinung zu dem Spiel außer vlt. "juckt micht nicht".

Danke, genau das ist es was ich meinte..
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Harlekin78 am 14.04.2015 | 11:56
Mag ja alles sein. Aber bisher hat keine Edition von D&D die D&D-Fans so entzweit wie die 4. Edition. Es hat zwar immer Leute gegeben, die die eine odre andere Version von (A)D&D besser oder schlechter fanden, aber keiener hätte je behauptet, dass es NICHt D&D gewesen wäre - schon ra nicht, dass das kein Rollenspiel mehr ist!

Dieses negative Privilege kommt nur der 4. Edition zu. Ebenso der Umstand, dass die Fanbasis danach voallauf zerbarst und sich mit der OSR und verschiedenen Versionen des Spiels ein Pasticeh der 3.5er als Marktführer durchsetzen konnte: Pathfinder.
Auch unter Martketingbesichtspunkten muss man da sagen: Hut ab, Hasbro! So wird's gemacht. Den 800-Pfund-Gorilla, der seit über 30 Jahren von sich sagen konnte: "Geht es mir, D&Dorilla gut, dann haben auch alle anderen Affen im Urwald genug Bananen!", mit einem solch gezielten Blattschuss über den Haufen zu knallen, dass hat schon Panache - oder wie war doch gleich das französische Wort für "doof mit rostiger Axt im Kopf"?

Die 5. Edition gefällt mir gut und spielt sich prima. Dennoch, so meine Vorhersage, bleibt sie nur eine von vielen D&Ds und wird nie mehr Marktführer. Aber wenn ich mir ansehe, welche "Mengen" an Quellenbüchern und Abenteuern Hasbro/WotC so monatlich "heraushauen", so will man wohl eher die Marke erhalten als es noch einmal auf dem Rollenspielmarkt wirklich wissen.

Auch gut. Der König ist tot - wer braucht nen König?

Danke, genau das ist es was ich meinte..

D&D4 ist für viele, denke ich, ein schlechtes bzw. kein D&D, könnte aber ein gutes Rollenspiel sein. D&D4 hat halt viele (D&D-)Zöpfe abgeschnitten, und das mögen viele Rollenspieler nicht. So zumindest meine tägliche Wahrnehmung (insbesondere hier im Tanelorn). Auch ich habe mehr Probleme damit, wenn ein mir bekanntes Rollenspiel sich radikal wandelt, als ein neues Rollenspiel zu hypen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 14.04.2015 | 12:18
Ist halt auch einfach eine stark durch die Diskussionen vorgeprägte Meinung. Ich habe ja oben schon das Beispiel 5E gebracht - da wird eigentlich noch mehr geändert als in der 4E, und das was die 4E noch übrig ließ von den alten Editionen wird zu einem großem Teil über Bord geschmissen.

Aber eben in einem stärker an die älteren Editionen angelehntem Design. Und mit Aussagen der Designer - und seien sie nur Werbung - man wolle die Fans der einzelnen Editionen wieder vereinen. Dadurch hört man statt  "das ist kein D&D" dann eher "das ist Back to the roots!".

Doch wenn man drüber nachdenkt - das kann man nicht einmal speziell auf den Editionswechsel 4E/5E beschränken - alle D&D (Haupt-)Versionen haben sehr viel umgeschmissen. Ich würde so weit gehen und sagen AD&D, 3.X, 4E und 5E sind alles eigene Spiele, haben eigenständige Regelsysteme.

Aber D&D sind sie alle, weil das Spielgefühl von D&D nicht an einzelnen Regeln hängt. Am Ende war der "das ist kein D&D" Vorwurf nicht viel mehr als der "das ist WoW" Vorwurf. Etwas das in Diskussionen viele Klicks erzeugte und Aufmerksamkeit. Aber was man nicht wirklich sinnvoll begründen konnte und immer oberflächlich blieb. Und um mal auf die Threads oben einzugehen: Das gilt natürlich auch für andere Sachen, z.B. "das ist kein Rollenspiel"  -  was effektiv nur ein Mittel ist eine schlagkräftige, abgrenzende Aussage zu machen. Es hatte nie viel mit den Buchinhalten zu tun.

Was dann auch zu so lustigen Diskussionen führte wie "Wenn ein System keine Regeln für Nichtkampfsituationen hat, dann ist das nur ein Brettspiel!" --> "aber...die hat es ja nun einmal..." --> "aber ich hab Leute gesehen die sie ignorierten" --> "ja....aber sie stehen im Buch, die gehören dazu" --> "aber so spielt doch keiner!", die sich zur damaligen Zeit viel im Kreis drehten.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 14.04.2015 | 12:59
Es gibt den "Kein Rollenspiel"-Vorwurf und den "Kein D&D"-Vorwurf.

Ein bisschen stimme ich Strohmann-Hipster zu, was den "Kein Rollenspiel"-Vorwurf angeht, der ist gegenüber D&D uralt. Ich weiß nicht, ob erst seit Runequest, aber unter DSA- und auch Midgardspielern habe ich gelegentlich spätestens in den frühen 1990ern so eine Einstellung gegenüber D&D gehört. Da galt halt das Vorurteil, dass D&D nur ein Monstermetzel-Spiel ist. (Ich selbst konnte mich auch erst durch eigene Erfahrung von diesem Vorurteil lösen.)

Neu ist vielleicht, dass der "Kein Rollenspiel"-Vorwurf aus der Ecke der D&D-Spielerschaft kam, die sich mit mindestens einer der vorangegangenen Editionen angefreundet hatte.

Der andere Vorwurf gegenüber D&D 4 ist für mich übrigens vollkommen nachvollziehbar. Nun schert es mich auch nicht so sonderlich, was wie "d&dig" ist, weil ich nicht sonderlich an dem Markennamen hänge, sondern Rollenspiele zu bestimmten Spielzwecken suche. Aber ich kann nachvollziehen, dass jemand, der an der Marke D&D hängt und damit bestimmte Mechanismen verbindet, die in der Art von wenig anderen RSPs kopiert wurden (Magiesystem), von der 4e tief enttäuscht ist.

Für mich konkurrierte 4e nicht um den D&D-Königstitel, sondern war ein System unter mehreren, mit dem ich kampflastige + fertigkeitslastige, damit actionreiche Fantasy mit Klassen und Stufen spielen konnte. Somit war 4e eine Alternative zu Midgard und Earthdawn, neben denen es sich für meine Begriffe gut behaupten konnte (sage ich als jemand, der Midgard hoch schätzt!). Aber den Anspruch, voll in der D&D-Tradition zu stehen, erfüllte die Edition mMn tatsächlich nicht.

Fraglich ist allerdings, ob die 3. Edition dem Anspruch zu 100% gerecht wurde? Zwischenvarianten wie C&C vielleicht, aber 3.xx?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 14.04.2015 | 13:04
Ist halt einfach die Frage: "Was genau ist die D&D Tradition"?

Am Ende ist dies ja keine so einfache Frage, es gab (unter anderem hier) ja schon mehrfach Threads dazu. Doch so ganz einig werden tut man sich dort nicht, einfach weil jeder damit etwas anderes verbindet.

Am ehesten kommt dann noch "Vancian Casting" - doch letztlich ist schon dies in jeder neuen Version auch mit neuen Regeln verbunden gewesen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 14.04.2015 | 13:06
So lange man keine handfeste Definition hat, was D&D eigentlich "ist", sind Diskussionen darüber, ob ein bestimmtes D&D überhaupt noch D&D sei, völlig müßig. Man stellt halt höchstens fest, dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Präferenzmuster haben, um "ihr Ding" darin wiederzuerkennen. Ansonsten ist das Ganze so fruchtbar wie ne Unterhaltung darüber, dass James Bond nicht mehr James Bond ist.

Je nachdem, welche Perspektive man hat, ist die 4E im Vergleich zur dritten Edition auch wieder ein Schritt back to the roots. Für mich war die dritte Edition ehrlich gesagt zu detailliert von den Regeln her. Was die Komplexität angeht - und das ist für mich persönlich ein wichtiger Punkt - fällt da die dritte Edition ziemlich aus dem Standard der anderen Editionen raus.

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Nth-Metal Justice am 14.04.2015 | 13:08
DAs Frage ich mich auch. Wenn ich zurückschaue, selbst bis hin zu AD&D sehe ich im Design der Klassen und Regeln, sowie im Design der offiziellen Abenteuer einen starken Fokus auf kampflastige Encounter und nicht wirklich auf Ideenreiches Spiel. (Ideenreich im Sinne von: Die Spieler haben tolle Ideen, mit denen sie Situationen an den Regeln vorbei lösen können.) Player Skill halt.

Aber im Design des Systems und der Abenteuer geht es schon _sehr_ oft auf Konfrontation raus und da finde ich, leisten viele D&D Editionen und Varianten einfach sehr schlechte Arbeit. Und bei vielen Gruppen spiegelt sich das dann auch im Spiel.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 14.04.2015 | 13:11
Was ist D&D (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,89261.0.html)

Der Thread hier war damals ganz nett. Aber für diese Diskussion ist ja eigentlich nur wichtig: Die Vorwürfe an die 4E schwankten zwischen "das ist WoW/Descent/kein Rollenspiel" ganz am Anfang und "Rollenspiel - aber kein D&D" später. Und jetzt, mit den Änderungen der 5E vor Augen wird halt auch letzteres etwas relativiert.

Und das ist durchaus ein typisches Verhalten...am Anfang waren die Vorwürfe halt sehr extrem und absolut. Später wurden sie relativiert und oft auch auf eine Gefühlsebene gehoben ("fühlt sich halt nicht so an") ohne sie genau begründen zu können. Und jetzt ist auch das seltener. Die Editionskriege haben damals so viel kaputt gemacht, so viel Diskussionsberge aufgehäuft: Es brauchte Zeit damit alles wieder runterrieselt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 14.04.2015 | 13:22
Wenn ich zurückschaue, selbst bis hin zu AD&D sehe ich im Design der Klassen und Regeln, sowie im Design der offiziellen Abenteuer einen starken Fokus auf kampflastige Encounter und nicht wirklich auf Ideenreiches Spiel. 

Das "ideenreiche Spiel" passiert imho in erster Linie durch das Gespräch zwischen Spielern und Spielleiter und lässt sich bis auf gelegentliche Attributswürfe schwer regelseitig festtackern. Ob der SL dafür in der 4E eine Skill Challenge ansetzt oder es einfach laufen lässt, ergibt sich dann eher aus der Situation.

Ich habe übrigens neulich von einem 4E-SL gehört, der vermittels des Einsatzes von Tucker'schen Unmengen an Artillery-Minions seinen Spielern so viel Angst eingeflößt hatte, dass diese gar nicht mehr direkt kämpfen wollten sondern, ganz old-schoolig, sämtliche Konfrontationen lieber vorsichtig umgingen. 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 14.04.2015 | 13:28
Das mit dem "Dungeon-Monstermetzelspiel" habe ich so echt nie gesehen.

Wir haben das NIE so gespielt zu 2E-Zeiten.

Dass man (A)D&D allgemein anscheinend so spielt kenne ich erst seitdem ich hier im Forum angemeldet bin.

In den Regeln mag es nicht viel anderes gegeben haben als Kampfregeln, aber die Abenteuermodule und Settingbeschreibungen haben für mich den Charakter von AD&D maßgeblich mitgeprägt.

Haben die Leute dann 95% der Bescheibung von zB Waterdeep oder Shadowdale weggelassen, und sind gleich ins Dungeon marschiert, und das wars dann?

Ganz absurd wird es, wenn man zB Planescape als eine Ansammlung von Kampfencountern in einem Dungeon spielt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 14.04.2015 | 13:39
Also ich habe mit der roten deutschen Box von D&D angefangen, und da war es tatsächlich ein reines Dungeonabräumspiel, das hat dann auch mein Bild erst einmal geprägt. Das begann sich dann aber schon mit der zweiten (blauen) Box zu ändern.

Und AD&D war dann ja im Vergleich schon das reinste Immersions-Avantgardespiel mit hippen Nicht-Kampf-Elementen (iiiih!)  ;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 14.04.2015 | 13:51
Ich habe ja mit Planescape quasi "angefangen". Und obwohl ich in Rollenspieltheorie natürlich völlig unbeleckt war, fiel mir schon auf, dass die Regeln zu einem großen Teil Dinge abdecken, die gar nicht so wichtig sind, während viele Kernelemente von Systemseite her bloß drangetackert oder gar nicht repräsentiert waren.

In der Diskussion über Wil Wheatons neue Spielrunde fiel ja der Begriff des "Steht zumindest nicht im Weg". Insofern denke ich, man kann an AD&D loben, dass es bei vielen Dingen aufgrund der Einfachheit der Grundregeln einem nicht übermäßig in die Quere kommt.
Das empfinde ich bei der 3E schon ganz anders. (Was aber auch auf mangelnder Vertrautheit basieren kann.)
4+5 finde ich dahingegen schon wieder deutlich simpler und intuitiver. Und in der vierten Edition hat man mit den Skill Challenges zumindest *irgendeine* Methode, eine Nichtkampfherausforderung wie "Wir verschieben mal die Ebene in Richtung chaotisch gut" abzubilden.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 14.04.2015 | 13:56


In der Diskussion über Wil Wheatons neue Spielrunde fiel ja der Begriff des "Steht zumindest nicht im Weg". Insofern denke ich, man kann an AD&D loben, dass es bei vielen Dingen aufgrund der Einfachheit der Grundregeln einem nicht übermäßig in die Quere kommt.

Yep. genau das...

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Nth-Metal Justice am 14.04.2015 | 14:00
Ich hab das nie nachvollziehen können, aber jetzt versteh ich zumindest, was die Spieler dazu bewegt und was sie umtreibt, wenn man solche hitzigen Diskussionen führt.

Den Vorwurf "das ist kein klassisches" D&D kann ich halt schon verstehen, aber für mich ist das halt in vielerlei Hinsicht eine positive Bewertung.
Ich habe noch nie dermaßen anpassbare Charaktere erlebt, deren Entwicklung man auch wirklich merkt.
Ich hab auch fast noch nie vorher - selbst außerhalb von D&D - Encoutner erlebt bei denen es dermaßen darauf ankommt, was man von Runde zu Runde tut, wie man vorgeht.
Das beides führt halt für mich dazu, dass sich auf der einen Seite der Charakter und seine Entwicklung und auf der anderern Seite seine Aktionen unheimlich relevant anfühlen. Ich hab Tonnenweise Negativbeispiele aus meinen AD&D 2nd und 3.5er Zeiten, die dazu im Krassen Gegensatz stehen.

Dafür ist auf der Gegenseite durch die Art und Weise, wie Charaktere und ihre Fähigkeiten gebaut werden auch die Frage nach der Freiheit schon eine schwierigere. Improvisation ist halt Naturgemäß schwieriger, wenn viele Details schon genau festgelegt sind. Den Preis zahle ich da halt gerne.

Schön wäre es halt gewesen, wenn es tatsächlich eine Evolution von D&D nach der 4e gegeben hätte, die auf der einen Seite wieder mehr Freiheiten erlaubt, aber auf der anderen Seite trotzdem mehr Flexibilität und Veränderung des Charakters mit sich bringt. In meinen Erfahrungen mit sowohl 3.5, aber auch besonders bei der 5e fühlt sich halt ein Level 6 Fighter immer noch an wie Level 1 Fighter und ähnliches gilt für den Monk. Das finde ich etwas schade - ist aber vielleicht mein ganz persönlicher Eindruck weitab von objektiven Kriterien.
Multiclassing hilft hier bestimmt, aber der Ansatz ist alles andere als Straightforward und kann schnell einen Charakter kaputt oder zumindest unstimming machen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Luxferre am 14.04.2015 | 14:05
On-Topic: D&D4 wird nach meinem Eindruck gerade rehablilitiert. Die 4. Edition hat ihre ebenso klaren wie offensichtlichen Stärken und Schwächen. Weil aber viele D&D-Fanboys ganz fürchterlich von der 4. Edition enttäuscht wurden, gabs es jahrelang Editionskriege. Mittlerweile sind die  Emotionen verraucht und die Leute sehen wieder klarer. Dafür ist die 4. Edition mausetot und das ist schade. Andererseits hätte man das Ding nie im Leben D&D4 nennen sollen - und wenn, dann hätte ein Marketingkonzept dafür vorliegen müssen, welches viel cleverer die Gewinnung von Neuspielern aus den Online-Rollenspielen verfolgt hätte. Das Scheitern der 4E empfinde ich vornehmlich als gewaltiges Versagen des Marketing.


Wo findest Du denn, dass die 4E gerade rehabilitiert wird? Bei den fünf Peoples hier im Thread? Wo alle (außer Archo) schon immer sehr für die 4E gesprochen haben und bis auf vielleicht die ein oder andere Ausnahme auch damals schon die eher angenehmen Diskussionspartner waren?
Hmmm ... wäre mir für eine Rehabilitierung der 4E zu wenig Zuspruch und auch zu wenig Futter am Knochen.

Dass die 4E mausetot ist, finde ich übrigens nicht bloß ein Ergebis von katastrophalem Marketing seinerzeit. Wenn es so einfach gewesen wäre, dann hätte man ja schnell etwas ändern können.

Whatever. Ich denke, dass ein konstruktiver Austausch zu dieser Edition schon immer möglich gewesen wäre und bin froh, dass das Thema entspannter diskutiert werden kann. Ohne die 4E hätte es immerhin wohl nicht DAS 13th Age gegeben, was wir jetzt vorliegen haben.
Ich finde 13A übrigens die bessere 4E ;)


Was ich sehr schade finde ist, dass dieser Thread im 4E Board steht. An sich soll es ja lt. Titel um D&D als Marke gesamt gehen.
Der Übergang von 4E Spielern zur 5E wäre auch interessant zu wissen.
Meine 5E Taufe lässt ja leider noch auf sich warten.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 14.04.2015 | 14:16
Fraglich ist allerdings, ob die 3. Edition dem Anspruch zu 100% gerecht wurde? Zwischenvarianten wie C&C vielleicht, aber 3.xx?
Ich würde sagen, dass 3.X vom "D&D-Reinheitsgebot" ziemlich weit weg ist. Aber: Es hat eine große Zahl an Spielern erreicht. Auch eine große Zahl an Neuspielern. Wodurch, die Version - trotz vieler Änderungen (gerade auch in der Grundausrichtung) - in den Augen vieler Leute "DAS D&D" ist. Ist bei DSA 4.X genauso. 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 14.04.2015 | 14:25
So lange man keine handfeste Definition hat, was D&D eigentlich "ist", sind Diskussionen darüber, ob ein bestimmtes D&D überhaupt noch D&D sei, völlig müßig. Man stellt halt höchstens fest, dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Präferenzmuster haben, um "ihr Ding" darin wiederzuerkennen. Ansonsten ist das Ganze so fruchtbar wie ne Unterhaltung darüber, dass James Bond nicht mehr James Bond ist.


Die Frage sit ja, ob über "absolute Wahrheiten" diskutiert wird, oder über nachvollziehbare Punkte. Nachvollziehbar heißt wiederum nicht unbedingt komplett teilbar. Das Argument, dass D&D4 "kein D&D mehr ist", ist für mich nachvollziehbar. Ich teile es nicht unbedingt, weil ich zu wenig Bezug zu D&D habe, um eine für mich eindeutige Position zu formulieren, was D&D für mich ist, was es von anderen actionlastigen Fantasyrollenspielen unterscheidet.* Deshalb will ich nicht behaupten, dass es zwingend so ist - ich kann nur die Gründe verstehen, warum jemand so argumentiert.

Andere Kritik an der 4e empfinde ich dagegen als nicht nachvollziehbar. Entweder grundsätzlich nicht, weil ich sie für völlig falsch halte, oder aufgrund der angeführten Begründungen bzw. Position des Kritikers nicht. Ich habe ja schon gesagt, wer D&D4 als Brettspiel abkanzelt, soll das bitte nicht von der 3.x-Basis aus tun. Glashaus, Steine und so. In einer Diskussion kann man vielleicht dann noch zu dem Punkt kommen, wo man Teile der Vorwürfe begreifen kann, wenn die Argumente etwas aufgedröselt werden oder der Standpunkt klarer umrissen wird, aber sehr wahrscheinlich lohnt sich als Ziel erstmal, auf ein Agree to Disagree zu kommen.

*ja, mit actionlastig habe ich eine für mich geltende Unterscheidung getroffen, die keinen Anspruch darauf erhebt, für alle zu gelten. Für andere Leute ist D&D ein Charakterdrama-Erzählspiel
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 14.04.2015 | 14:32
Whatever. Ich denke, dass ein konstruktiver Austausch zu dieser Edition schon immer möglich gewesen wäre und bin froh, dass das Thema entspannter diskutiert werden kann.

Möglich war das immer, zumindest mit einzelnen - und zu mancher Zeit. Aber wenn man so die Threads von damals liest...der heutige Diskussionsstil, und die heutigen Kritiken sind nicht mit dem damals geschriebenem vergleichbar. Ich meine in einem der Threads findet sich der Vorwurf man könne sich in der 4E nicht fallen lassen. Oder der Vorwurf man dürfe nur tun was in einer Power drin sei - und alles im Regelwerk, all die ganzen "say yes", "belohn Kreativität" - Texte wären alle nur Makulatur. Aus heutiger Sicht klingen solche Vorwürfe albern  -  damals waren sie gang und gäbe.

Konstruktiver Austausch war immer möglich. Aber wir müssen auch nicht so tun als hätte es die Flamewars nie gegeben. Konstruktive Kritik, oder auch nur die konkrete Betrachtung von Buchinhalten war zwischen 2008 und 2011 kaum möglich, es ging da immer sehr stark darum was man glaubte für wen die Edition gemacht sei, um Klischees und darüber ob eigentlich eher das zählt was im Buch steht oder das was im nächstem Forum so gesagt wurde.

Mal von persönlicheren Dingen abgesehen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 14.04.2015 | 15:20
Die Frage sit ja, ob über "absolute Wahrheiten" diskutiert wird, oder über nachvollziehbare Punkte.

Hmm, ich habe damit folgendes Problem. Sobald jemand sagt: "Die 4E ist kein richtiges D&D, weil...", so erhebt er sein eigenes, emotional getrübtes weil bereits zum allseitig bestimmenden Faktum. Allein der Vorgang, so zu argumentieren, ist schon der Versuch, die Deutungshoheit für sich zu beanspruchen, und das mit nichts weiter im Rücken als das je eigene Gefühl, ein gewisses Maß an Nostalgie und schlichte Angewohnheit. Man sagt damit letztlich immer: Mein Empfinden von Richtigkeit ist wahrhaftiger als das der anderen.
Und so kann man meiner Meinung nach nicht sinnvoll miteinander diskutieren. 

Für mich zum Beispiel sind so Monster wie Eulenbär, Täuschungsbestie und Gedankenschinder fürs Empfinden von D&D wichtiger als spielmechanische Abweichungen zwischen den Editionen. Ich könnte auch prima auf eine klassische Attributsskalierung von 1-20 verzichten, solange es nur einen Purpurwurm gibt.
Das ist aber ja nicht für alle Leute so. Insofern gebe ich Dir völlig recht, wenn das Beste, was man aus so Grundsatzdiskussionen rausholen kann, einagree to disagree ist. 

 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Timo am 14.04.2015 | 15:20
@Luxferre
Nicht das ich jetzt ein gutes Beispiel wäre, da ich ab AD&D2nd jede Edition von D&D gerne gespielt habe, aus unterschiedlichen Gründen.

Ich finde, dass  D&D5/AD&D und D&D4 und D&D3.5/Pathfinder soweit unterschiedlich sind von den Regeln her, dass man die ruhig nebeneinander spielen kann.

D&D5/AD&D grobe Regeln, die stärker zum "forgigen" Rollenspiel motivieren, kein Rasterfeld nötig, Level up bietet keine, kaum Auswahl, die Wahl der Klasse ist die wichtigste Entscheidung (IMO)

D&D4 taktische Kämpfe, das zusammengreifen der Fähigkeiten der Charaktere ist nötig, wenig Organisationsaufwand auf Seiten des SLs, da durch die Strukturierung der Powers kaum Powerspikes bestehen, viel Gleichgewicht im Powerlevel, Spieler entscheiden sich im Laufe des Levelns für ein Feel des Charakters, nach vorgegebenen Auswahloptionen
 
D&D3/Pathfinder Ein bisschen taktische Kämpfe, wobei man auch ohne Rasterfeld spielen kann, rollenspielfördende Elemente sind drin, aber das größte Feld dieser Variante sind natürlich die Feats, die eine breite Streuung an Charakteren bietet und viel Kontrolle in der Entwicklung dieser(Stichwort Min/Maxing, aber auch sehr schwache/gehandicappte/unsinnige "Builds")

Also Stärken so kurz wie möglich definiert:
D&D5: Laidback Rollenspiel
D&D4: Taktische Kämpfe, Kämpfe sehr gut für Anfänger SLs
D&D3: Charakterbau

Alles natürlich nur meine persönliche möglichst objektive Meinung, nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen

PS
Ich spiele D&D4 und leite D&D5

PPS
@Thandbar
alles ohne ThAC0 ist kein D&D  ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Luxferre am 14.04.2015 | 15:27
@Arldwulf:

mit konstruktiver diskutieren meine ich übrigens nicht nur, dass die Kritiker konstruktiver ihre Kritik übern, sondern auch, dass die aktiven Spieler konstruktiver Kritk zulassen und damit umgehen. Abgesehen von Dir  ~;D Du findest an jeder Kritik an der 4E irgendetwas seitenweise zuzusetzen  >;D

Scherz beiseite.

@Huntress:
wer D&D4 als Brettspiel abkanzelt, soll das bitte nicht von der 3.x-Basis aus tun
wo ist das Problem? Haben viele 3E Spieler seinerzeit getan. Ich übrigens recht aktiv. War vielen 4E Spielern aber völlig egal, weil fun und beste und sowieso und überhaupt. Wie Du den Spieß drehst und wendest, man wird sich auch 7 Jahre später nicht einig werden. Auch wenn der Umgang miteinander einfach wieder miteinander ist und nicht gegeneinander.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 14.04.2015 | 15:42
Was ich sehr schade finde ist, dass dieser Thread im 4E Board steht. An sich soll es ja lt. Titel um D&D als Marke gesamt gehen.
Der Übergang von 4E Spielern zur 5E wäre auch interessant zu wissen.

Meinst du, dass hier eh zum choir gepreached wird?

Ich finde, man kann das Thema gerne parallel im allgemeinen D&D-Board aufmachen mit kurzer Zusammenfassung des bisher besprochenen. (Ich komme nicht vor heute Abend dazu ;) )
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 14.04.2015 | 15:45
@Arldwulf:

mit konstruktiver diskutieren meine ich übrigens nicht nur, dass die Kritiker konstruktiver ihre Kritik übern, sondern auch, dass die aktiven Spieler konstruktiver Kritk zulassen und damit umgehen.

^^ da stimm ich dir sogar zu. Da ist vieles falsch gelaufen - auch und gerade auf die Frage hin auf welche Kritik man lieber eingehen sollte. Auf die Konstruktive oder auf die Polemische. Ich hab das mal so formuliert:

Das klingt sicher alles als ob es nun die bösen, bösen Kritiker gewesen wären die alle Schuld tragen. Aber ganz so ist es natürlich nicht. Ich glaube es hatte sich insgesamt einfach zu einem Flamewar entwickelt und irgendwann waren alle Diskussionen sehr grundsätzlich, sehr verhärtet und für außenstehende kaum verfolgbar. Ich habe mir vor einiger Zeit mal eine alte Diskussion durchgelesen, und im Prinzip erschreck ich mich da halt nicht nur vor teilweise abstrusen Argumenten der "Gegenseite"  -  ich erschreck mich auch wie oft ich eigentlich anhand dessen die leisere, ernst gemeinte Kritik selbst übersehen habe oder die Möglichkeit ungenutzt lies dort einzusteigen bloß weil mal wieder irgendwer anderes etwas besonders angreifendes schrieb. Flamewars sind von beiden Seiten befeuert, natürlich nicht nur von dem der versucht eine provozierende Aussage zu machen sondern auch von dem der darauf einsteigt. Ich war es ja selbst oft genug.

So würde ich das auch immer noch sagen. Bei den Flamewars gab es nicht die eine Seite die an allem Schuld war, es haben alle mitgemacht. Und zumindest von meiner Seite bereu ich da manche Stelle an der es besser gewesen wäre anders zu reagieren. Um mal ein Beispiel zu nennen: Wahrscheinlich hätten mehr Threads mit Regelbeispielen, mit Ideen für Abenteuer und ähnliches die Diskussionen weiter gebracht als Endlosdiskussionen wie sie damals oft entstanden.

Die 4E war für alle eine verpasste Chance, für WotC, für die Kritiker, für die Beführworter...und alle haben beigetragen das es so kam.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Vendes am 14.04.2015 | 23:05
Geht es nur mir so oder klingt Luxferre bei jedem seiner Beiträge zur 4E wie eine beleidigte Leberwurst? Dieser Editionen-Krieg, den ich leider verpasst habe, muss  ja ein übles Hauen und Stechen gewesen sein, wenn man seinen Kontrahenten nach so vielen Jahren immer noch irgendwelche Äußerungen von damals nachträgt.

Zum Thema "Übergang von 4E nach 5E": Anfangs hatte ich nach einigen Beiträgen hier im Forum die Befürchtung, dass die 5E mir nicht gefallen würde, weil sie angeblich so anders als die 4E wäre, "endlich wieder ein richtiges D&D" oder so. Inzwischen kann ich Entwarnung geben: D&D 5E fühlt sich für mich eher wie die große Schwester von D&D 4E Essentials an. Ich musste mich als Spielleiter überhaupt nicht umstellen weil ich ein ähnlich einsteigerfreundliches, zweckmäßiges und mitunter regelrecht elegantes Regelwerk vorgefunden habe. Das einzige, womit ich mich noch nicht anfreunden konnte, ist das "Inspiration"-System, das für mich etwas reglementiert, was auch so bestens funktioniert. Aber lerne ich es ja noch mit der Zeit schätzen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 14.04.2015 | 23:32
Geht es nur mir so oder klingt Luxferre bei jedem seiner Beiträge zur 4E wie eine beleidigte Leberwurst? Dieser Editionen-Krieg, den ich leider verpasst habe, muss  ja ein übles Hauen und Stechen gewesen sein, wenn man seinen Kontrahenten nach so vielen Jahren immer noch irgendwelche Äußerungen von damals nachträgt.

You don't even know. Es war jedenfalls nicht schön.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 15.04.2015 | 06:29
Ich denke, der ganze Editionwar damals ist auch aus einer Art "Systemschock" entstanden.

WotC hat damals das gemacht, was ich bei einem Nerf in WoW mal so genannt habe:

Statt die Rose mit einer Schere zu beschneiden, ist man direkt mit der Kettensäge herangegangen.

Es wurde alles über den Haufen geworfen, was 8 bzw. 5 Jahre lang D&D-Spieler wohl geschätzt haben:
- Regeln
- Settings
- OGL/3PP
- Design
- Magazine

Und das innerhalb kürzester Zeit. Zusammen mit einem verheerenden Marketing.

Außerdem glaube ich, dass sich WotC zumindest in Teilen von MMOs bzw. konkret WoW hat beeinflussen lassen. Ihnen wird auch bekannt gewesen sein, dass es damals von fast 11 Mio Spielern gespielt wurde, also warum nicht ein paar Dinge ähnlich machen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Luxferre am 15.04.2015 | 08:20
Geht es nur mir so oder klingt Luxferre bei jedem seiner Beiträge zur 4E wie eine beleidigte Leberwurst? Dieser Editionen-Krieg, den ich leider verpasst habe, muss  ja ein übles Hauen und Stechen gewesen sein, wenn man seinen Kontrahenten nach so vielen Jahren immer noch irgendwelche Äußerungen von damals nachträgt.

Du kannst mich gern direkt ansprechen, Vendes.
Ich weiß nicht, warum der Eindruck bei Dir entsteht, kann Dir aber versichern, dass dies nicht der Fall ist.
Was ich (als Kritker) aber seit Beginn dieser elenden Diskurse erlebe ist, dass man schnell mal persönlich angegangen wird. Auch nachdem das Thema seit Jahren durch ist. Da kommt bei mir schnell das Gefühl auf, dass einem die Argumente ausgegangen sind ...  :d
Was Arld und mich angeht, da gibt es seit Beginn eine gewisse frotzelnde Dynamik und übrigens sind meine Smileys in Gesprächen durchaus mit Bedacht gesetzt.

Zitat
Zum Thema "Übergang von 4E nach 5E": Anfangs hatte ich nach einigen Beiträgen hier im Forum die Befürchtung, dass die 5E mir nicht gefallen würde, weil sie angeblich so anders als die 4E wäre, "endlich wieder ein richtiges D&D" oder so. Inzwischen kann ich Entwarnung geben: D&D 5E fühlt sich für mich eher wie die große Schwester von D&D 4E Essentials an. Ich musste mich als Spielleiter überhaupt nicht umstellen weil ich ein ähnlich einsteigerfreundliches, zweckmäßiges und mitunter regelrecht elegantes Regelwerk vorgefunden habe. Das einzige, womit ich mich noch nicht anfreunden konnte, ist das "Inspiration"-System, das für mich etwas reglementiert, was auch so bestens funktioniert. Aber lerne ich es ja noch mit der Zeit schätzen.

Danke für Deine Einschätzung aus 4E Spielersicht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Luxferre am 15.04.2015 | 08:22
Meinst du, dass hier eh zum choir gepreached wird?

Ich vermute, dass diverse Leute diese interessante Diskussion wegen des Unterboardes nicht verfolgen.
Ich lese hier erst relativ spät mit und das auch nur, weil ich einige interessante Namen in den neuen Beiträgen entdeckt hatte.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 15.04.2015 | 09:14

@Huntress:
wer D&D4 als Brettspiel abkanzelt, soll das bitte nicht von der 3.x-Basis aus tun
wo ist das Problem? Haben viele 3E Spieler seinerzeit getan. Ich übrigens recht aktiv. War vielen 4E Spielern aber völlig egal, weil fun und beste und sowieso und überhaupt. Wie Du den Spieß drehst und wendest, man wird sich auch 7 Jahre später nicht einig werden. Auch wenn der Umgang miteinander einfach wieder miteinander ist und nicht gegeneinander.

Einige kann man sich sicherlich nicht werden, und mal ehrlich, die Frage ist auch nicht mehr relevant, da die 4e keine aktive Unterstützung vom Verlag oder von Drittverlagen mehr erhalten wird. Vielleicht war der mit ihr verbundene Anspruch, 3e als die Mainstream-D&D-Edition abzulösen, verkaufstechnisch an deren Erfolge anzuknüpfen und die D&D-Spielerschaft insgesamt mit neuen Konzepten zu erreichen ohnehin nicht erfüllbar.

Was mich an dem Brettspielvorwurf seitens der 3e-Spieler - nicht der allgemeinen D&D-Gegner, die es auch im RSP-Sektor gibt - ungemein stört, ist die Tatsache, dass es die 3e war, die taktisches Brettspiel im RSP wieder an prominente Stelle gerückt hat. Quasi den Kreis vom Wargame über Kleingruppen-Wargame, Dunegeonerkundung, Actionabenteuer und eine bestimmte Storyspiel-Richtung in den 90ern zurück zum fast Wargame geschlossen hat.

Bis hin zum GRW von Pathfinder - nicht die später darüber hinaus publizierten PF Produkte! - ist 3e im Kern ein ausgebautes Kampfsystem mit angetackerten Fähigkeiten und einer Latte Zaubern für Allmachtsmagier zur simplen Problemlösung für fast alle Sachen, die nicht durch Kämpfe geregelt werden. Soziale Interaktion? Wofür ? Charm Person machts unnötig usw.

Das war es auch, was mich damals an 3e fasziniert hat: Es schien endlich wieder ein Spiel zu sein, dass Kämpfe zu einem unterhaltsamen Teil für alle Mitspieler der Rollenspielrunde macht. Das war eine Rückerinnerung an Ur-Erlebnisse mit DSA1, wo es einfach Spaß gemacht, wenn die ersten säabelschwingenden Orcs auftauchten und Attacke gewürfelt wurde (ehe das System aufgrund der langsamen Abwicklungsgeschwindigkeit in höheren Stufen für mehr Frust als Spaß sorgte). D&D3 schien das System zu sein, das endlich weggeht vom "realistisch (simulationistisch) bis es völlig spaßfrei ist"-Anspruch, oder vom "Regeln brauchen wir zum Geschichten erzählen nicht (und darum können sie Murks sein)"-Standpunkt.

Das war verbunden mit dem Gefühl, dass D&D mit 3e hollywoodeske Aktionen ermöglicht und den Spielern mehr Optionen an die Hand gibt, mehr Auswahl zur Verfügung stellt, um diese Aktionen umzusetzen. Mehr Auswahl im Sinne von: Wenn ich einen hollywoodesken Kämpfer mit zwei Schwertern spielen will, dass ist der als Option problemlos bastelbar und hat in etwa genausoviel Punch wie der Zweihandträger oder sogar in etwa so viel wie der Magier. Das waren z.T. die Hoffnungen, die ich an 3e knüpfte, und auf den unteren Leveln schien ja alles in die Richtung zu gehen.

Für mich war 3e interessant, weil es mit wie das Rollenspiel mit dem eingebauten, funktionierenden Brettspiel erschien.*

Aber leider zeigte es auf Dauer für meinen Geschmack zu viele Macken, sowohl im Brettspiel-Bereich, als auch im Rollenspielbereich (mein Geschmack, nochmal zur Erinnerung), sodass ich lieber wieder Richtung Midgard gegangen bin (oder als Alternative wieder die Vorgängerversion in Betracht gezogen habe). Als dann D&D4 herauskam, wollte ich dem nochmal eine Chance geben - und siehe da, das war das Rollenspiel mit integriertem Brettspiel für die Kampfszenen, das ich gesucht habe. Außerdem bot es einiges über das Brettspiel hinaus schon im GRW.

*Mir ist auch ehrlich gesagt heute noch schleierhaft, wieso man 3e spielt, wenn man kein Rollenspiel mit starken Elementen des taktisches Brettspiels spielen will. Genauso schleierhaft, wieso man 3e spielt, wenn man es nicht auf einen Wettkampf im Bereich der System Mastery mit verbundenem Rüstungswettlauf im bereich der Charakter- und Encountergestaltung abgesehen hat (denn das kann das Spiel wirklich gut). Es gibt für mich nachvollziehbare Gründe, weil man z.B. Material hat oder weil einem die PF Abenteuer/Spielwelt gefällt und man nicht konvertieren will, aber es will nicht in meinen Kopf, warum Leute 3e ohne die Brettspiel-Dimension spielen.   
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 15.04.2015 | 10:07
Als dann D&D4 herauskam, wollte ich dem nochmal eine Chance geben - und siehe da, das war das Rollenspiel mit integriertem Brettspiel für die Kampfszenen, das ich gesucht habe. Außerdem bot es einiges über das Brettspiel hinaus schon im GRW.

Unterschreibe ich genau so!

Für mich ganz verwirrend: Wieso ist "Brettspiel" für manche Leute ein negatives Wort, mit dem man bestimmte (Rollen)spiele, eben mitunter 4E, kritisiert hat?  :-\ Ich kann mir das einzig und allein aus einer Perspektive von (Achtung: überspitzte Karikatur) schöngeistigen pseudo-LARPern und Tischschauspielern vorstellen, die "nicht bloß" brettspielen, sondern ROLLENspielen wollen. (Das wäre für mich übrigens wie die total künstliche Trennung zwischen Hochkultur und "Schund"-Kultur, also Populärkultur.)
Brettspiele sind großartig, bringen Leute zusammen, mit denen man Spaß hat und mit denen man sich im Wettbewerb misst. Was ist also schlecht daran zu sagen, etwas sei nur ein Brettspiel? Was ist es dann nicht? Was ist das Gegenteil von Brettspiel, das die 4E damals laut bestimmter Meinungen eben nicht gewesen ist? Wie muss ein Rollenspiel aufgebaut sein, damit es nicht als  Brettspiel verschrien wird? War D&D also schon immer würfelloses Improtheater, oder was?
Kann wer was zu diesem bestimmten Kritikstrang sagen und ob ich da was falsch verstanden habe?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 15.04.2015 | 10:48
Unterschreibe ich genau so!

Für mich ganz verwirrend: Wieso ist "Brettspiel" für manche Leute ein negatives Wort, mit dem man bestimmte (Rollen)spiele, eben mitunter 4E, kritisiert hat?  :-\ Ich kann mir das einzig und allein aus einer Perspektive von (Achtung: überspitzte Karikatur) schöngeistigen pseudo-LARPern und Tischschauspielern vorstellen, die "nicht bloß" brettspielen, sondern ROLLENspielen wollen. (Das wäre für mich übrigens wie die total künstliche Trennung zwischen Hochkultur und "Schund"-Kultur, also Populärkultur.)
Brettspiele sind großartig, bringen Leute zusammen, mit denen man Spaß hat und mit denen man sich im Wettbewerb misst. Was ist also schlecht daran zu sagen, etwas sei nur ein Brettspiel? Was ist es dann nicht? Was ist das Gegenteil von Brettspiel, das die 4E damals laut bestimmter Meinungen eben nicht gewesen ist? Wie muss ein Rollenspiel aufgebaut sein, damit es nicht als  Brettspiel verschrien wird? War D&D also schon immer würfelloses Improtheater, oder was?
Kann wer was zu diesem bestimmten Kritikstrang sagen und ob ich da was falsch verstanden habe?

Im Prinzip habe ich es ja oben schon angedeutet. Es geht weniger darum ob die 4E ein Brettspiel ist. Sondern um (empfundene) Angriffe auf bestehende Editionen.

Am einfachsten siehst du dies in dem Artikel weiter oben, in dem jemand auf eine Youtube Rezension der 4E (in welcher positive Veränderungen dieser zur 3.5 hervorgehoben wurden) damit reagiert die 3.5 zu verteidigen. Und dabei dann halt auch die klassischen Schlagworte nutzt - sei es "WoW", "Diablo", "verhätschelt" oder eben "kein Rollenspiel". Die 4E selbst interessiert dabei gar nicht so sehr - auf Regelelemente dieser oder Buchinhalte wird nicht oder nur oberflächlich eingegangen. Aber es ist die Projektionsfläche um die andere Edition zu verteidigen. Es geht also auch nicht drum zu sagen, Brettspiele wären etwas schlechtes. Man benutzt es nur als Vorwurf, und etwas schlechtes wird es nur in diesem Kontext.

Die typischste Eigenschaft dieser Kritik ist, dass sie häufig von Leuten geäußert wird welche das System wenig oder nicht gespielt haben, und der "Brettspiel!" Aspekt entsteht dabei durch Weiterführung der eigenen Buzzwords. Im Rahmen dieser Vorwürfe hat ist die 4E also ein taktisches Brettspiel weil sie keine Nichtkampfregeln hat - und das sie keine Nichtkampfregeln hat sieht man daran, dass sie wie Diablo ist. Und man sich einfach nur durch die Monster schnetzelt. (Das sie in Wahrheit sehr wohl Regeln dafür hat, und das Monsterschnetzeln ein klein wenig weniger zwingend wurde stört die Argumentation nicht wirklich)

Und wer den Gedanken weiterdenkt wird feststellen, dass sich darauf auch noch weitere Vorwürfe aufbauen lassen. Ganz am Anfang der Kritik z.B. ging es mal darum, dass WotC den Leuten vorschreiben will was Spaß macht (natürlich Monster schnetzeln!), oder darum dass die Spieler keine Angst mehr vor Monstern haben müssen. Schließlich sind sie doch viel stärker geworden als zuvor! Oder nicht?  ;)

Um es kurz zu machen: Das ganze basiert in erster Linie auf einem Klischee, und einer Abgrenzung. Die Vorwürfe sind oft das genaue Gegenteil von dem was im Buch steht - insbesondere dann wenn es um Änderungen geht. Denn genau dies ist der Punkt: Die Änderungen sollen nicht als etwas gesehen werden was Probleme am "altem" System behebt.

Betrachtet man die Änderungen der 4E im Detail welche die Battlemap betreffen, so fallen natürlich eher andere Dinge auf. Vereinfachte Bewegungsregeln zum Beispiel. Positionierung ist viel weniger wichtig, einfach weil viele Charaktere ohnehin die Möglichkeit haben sich ohne Gelegenheitsattacken (auch diese wurden vereinfacht und entschärft) zu bewegen und neu zu positionieren. Auch weil es keine Full Attack mehr gibt, bei der es wichtig ist ob ich mich 5 oder 10 Fuß weit bewege. Ganz neu geregelt wurde auch schräge Bewegung, oder die Frage ob z.B. der Schurke sichtbar wird wenn er aus dem Hinterhalt springt (das ging in der 3.5 so nicht)

Gleichzeitig gab es eine Menge neue Regeln für Nichtkampfsituationen. Skillchallenges, Backgrounds, Quests, neue Regeln für Fallen und Hindernisse (die btw. toll sind) und neue Regeln um die Problematik Skillersetzender Zauber anzugehen, genauso wie Regeln für improvisierte Aktionen.

Aber wenn man zu jemandem hingeht und ihm sagt man findet es toll, dass solche Dinge nun im System sind kann es schnell als Angriff auf sein Spiel gewertet werden.


Die Wahrheit ist: Auf alle diese Fragen "soll das heißen" würde ich mit nein antworten. 3.5 ist ein tolles System, und ich hatte Jahrelang viel Spaß damit. Es hat seine Macken, aber man kann sie umgehen. Kann mit vernünftigen Leuten spielen und ein sehr gutes Spielerlebnis schaffen.

Und bei all diesen Punkten würde ich dennoch sagen: Die 4E hat hier gute Ideen, hilft den Spielern und den Spielleitern.

Die "die 4E ist kein Rollenspiel", "man kann sie nur mit Battlemap spielen" oder "man darf nichts improvisieren" Aussagen sind letztlich nur Überreaktionen darauf, dass die 4E hierfür neue Regeln gebracht hat. Und auch der Versuch zu sagen warum man diese Regeln gar nicht braucht, oder warum sie schlecht sind. Kurz gesagt: Um zu sagen warum diese neue Edition solche Themen nicht besser behandelt als die alte.

Weil es ansonsten ja bedeuten würde die alte hätte damit Probleme.

Ich liebe das Spiel ohne Battlemap. Ich versuche noch heute immer wieder mal Spieler dazu zu überreden es auszuprobieren. Was vielleicht ein wenig paradox ist, da ich Battlemaps auch gern mal selber baue. Ich hab bei mir zuhause eine aus Naturstein mit einer Tafel für Initiative und Zeichnungen sowie (zwischen den Steinfeldern) der Möglichkeit Mauern und ähnliches einzusetzen. Battlemaps können Spielern helfen. Aber sie können auch dafür sorgen, dass sie die Platzierung des Feuerballs minutenlang diskutieren anstatt ihn zu werfen. Dafür sorgen, dass sie stets versuchen den perfekten Pfad einzuschlagen. Und Miniaturen zu verschieben kann gerade in einem so bewegungsfreudigem Spiel wie der 4E sehr viel Zeit kosten, in der die Stimmung die der Kampf hat verloren geht.

Und als einer der gern ohne Battlemap spielt: Ich würde dies stets lieber mit der 4E tun. Eben aufgrund der oben angesprochenen Regeländerungen. Es ist viel einfacher für meinen Spielstil (bei dem ich meist die Positionierung hinter dem Spielleiterschirm festhalte, und den Spielern sie bei Bedarf zeige), weil ich viel weniger Dinge bedenken muss. Und auch weil die 4E ohnehin vorsieht die Umgebung stark einzubeziehen - was einer Beschreibung dieser (und die braucht man ohne Battlemap zwingend) förderlich ist.

Es ist auch nichts so ungewöhnliches (und ich spiel eigentlich auch nur in so ca. 50% der Runden so) - am Ende bezieht sich das ganze "die 4E geht nicht ohne Battlemap" auf einen kleinen viertelseitigen Kasten in dem die Designer mal schrieben "warum eine Battlemap helfen kann", und die Darstellung von Bewegungsregeln in bildhafter Form. Es ist auch nicht so als ob z.B. niemand in der Lage wäre einen "Push" Effekt zu beschreiben ohne dabei eine kleine Figur zu verschieben.

Aber die Diskussionen sind da sehr effektiv. Fragst du in einem D&D Forum welche Edition am meisten die Battlemap erfordert, so wird die 4e ganz oben genannt. Ganz egal wie sehr die Bewegungsregeln vereinfacht, Gelegenheitsattacken entschärft und Angriffe welche zwingend eine bestimmte Positionierung erfordern oder auch Flächenangriffe vereinfacht wurden.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 10:52
Entscheidende Eigenschaften, die Brettspiele von Rollenspielen unterscheiden, sind die bei Brettspielen durch die Spielregeln klar definierten Handlungsmöglichkeiten sowie die eindeutigen Sieg- und Abbruchbedingungen. Bei Rollenspielen kannst du potenziell alles tun oder zumindest versuchen, was nicht explizit eingeschränkt wird, es ist offen bezüglich des Handlungsverlaufs und des Spielziels.

Wenn man Rollenspiele spielen will, sind Brettspiele nun mal nicht geeignet. Das heißt nicht, dass Brettspiele schlecht wären. Und es heißt vor allem nicht, dass DnD4 ein Brettspiel ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 15.04.2015 | 10:54
Ich denke, der ganze Editionwar damals ist auch aus einer Art "Systemschock" entstanden.

WotC hat damals das gemacht, was ich bei einem Nerf in WoW mal so genannt habe:

Statt die Rose mit einer Schere zu beschneiden, ist man direkt mit der Kettensäge herangegangen.

Es wurde alles über den Haufen geworfen, was 8 bzw. 5 Jahre lang D&D-Spieler wohl geschätzt haben:
- Regeln
- Settings
- OGL/3PP
- Design
- Magazine

Und das innerhalb kürzester Zeit. Zusammen mit einem verheerenden Marketing.

Außerdem glaube ich, dass sich WotC zumindest in Teilen von MMOs bzw. konkret WoW hat beeinflussen lassen. Ihnen wird auch bekannt gewesen sein, dass es damals von fast 11 Mio Spielern gespielt wurde, also warum nicht ein paar Dinge ähnlich machen.

Ich glaube, die Planungsphase lief eher so bei WotC:

(man beachte da auch den Zeitgeist, der da immer mitspielt)

Wir schneiden mal ein paar alte Zöpfe ab (das hat ja bei der 3E schon geklappt, und man wurde gelobt dafür), und geben den Leuten endlich, was sie eigentlich schon immer wollten:
* spannende Kämpfe mit vielen strategischen Optionen
* Regeln die soweit gestreamlined sind, dass endlich alles nach demselben Konzept berechenbar ist
* Charaktere haben viele Optionen, aber trotzdem verbuat man sich nichts für später
* Print will eh keiner mehr, also weg damit.
* lieber eine umfassende Online-Sache aufziehen, in die man die Spieler aktiv einbindet
* Settings bauen sich die Leute lieber selber, also was generisches, statt einer neuen umfassenden Welt
* Viele beschweren sich über zu viel Beschreibungen/Romane/, und kaum mehr Geheimnisse in den Realms, also machen wir alles platt, so dass auch alte Hasen die Realms wieder neu entdecken können.
* Viele P&Pler spielen heutzutage gern MMORPGs, also nehmen wir uns ein paar gute Konzepte und Begriffe von da her
* In besagten Onlinespielen ist alles sehr edgy, fette Schwerter, dicke Zwerge, kantige Rüstungen, und alles strahlt... Also sollten unsere Illustrationen wohl auch so aussehen...

Das klingt als Planung eigentlich alles recht vernünftig, wenn man sich ins Jahr 2006 bis 2008 zurückdenkt.

Dass es aber eben nicht "das D&D" gibt, sondern verschiedenste Arten und Weisen über die Jahre ("pathetic"(OSR a la Jeff Rients), "story"(2nd), min/Max(3rd) ), hat der Sache in wenig das Genick gebrochen, denke ich. Da wurde jeder Vorteil ins Gegenteil verkehrt und als Argument gegen das Spiel benutzt.

Es war wohl auch einfach zu viel neues auf einmal.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 15.04.2015 | 11:50
Hier sind ja viele neue interessante Argumente zusammengekommen. Zu dem Vorwurf der Brettspiellastigkeit: Ich denke schon, dass es aus 3.X-Sicht so wirken kann, als sei die 4E nun zu einem "reinen Brettspiel" verkommen.
Das hat, vermute ich, zwei Gründe. (Da ich aber, wie gesagt, kein 3E-Kenner bin, kann ich mich da natürlich auch komplett irren.)

Zum einen sind alle räumlichen Angaben - sogar die, die Nichtkampffähigkeiten betreffen! - in Feldern angegeben, und nicht in "realistischen" Maßeinheiten. Der erste gedankliche Schritt bei der Vorstellung der Fähigkeiten ist also nicht das "echte" Kerkergewölbe mit so und so viel Fuß im Durchmesser, welches in der inneren Vorstellung Gestalt gewinnt, sondern gleich eine in Felder eingeteilte Battlemat.

Zum andern denke ich schon, dass die 3.X den gewissen Anspruch hatte,  *auch* eine Simulation zu sein. Es gibt sehr feine Regeln zum Regenerieren von Trefferpunkten. Es gibt Skills, die sich gegenseitig positiv beeinflussen - weil es ja "realistisch" ist, dass einer, der einen hohen Wert in Animal Empathy hat, besser Tiere mit seinem Medicine-Skill versorgen kann (an die genauen Regeln erinnere ich mich nicht mehr, aber sowas gab's da doch, nicht?).
In der 4E hingegen gibt es vermehrt Elemente, die losgelöst sind von der Glaubwürdigkeit der Spielwelt und der Abbildung einer einleuchtenden, plausiblen "Realität".
Es gibt zum Beispiel Milestones. Milestones passieren plötzlich je nach geschafften Encountern, und - noch arger! -, bestimmte magische Gegenstände wie Zauberringe werden plötzlich stärker, wenn ein Milestone erreicht wurde.
Wie geht das? Kann ein Zauberring riechen und abzählen, wie viele "Encounter" bereits geschafft wurden? Warum macht er das? Und warum braucht der Kämpfer einen Tag Pause, um ein Manöver auszuführen, dass er, um es zu lernen, stundenweise am Tag durchgeführt hat? Und warum verlernt der Schurke sein Geschick, besonders schnell durch Korridore zu schleichen, genau an dem Tag, als er nach Bedarf verschwinden konnte? 
Ich denke, dass es in der 4E vermehrt Elemente gibt, die primär als Elemente eines Spiels Sinn ergeben, und die dann auch eine gewisse Kreativität von Seiten der Spielenden bedürfen, um sie in die Narration zurückzuüberführen.

Spieler, die 3.X oder auch DSA 4 gerne haben, wollen genau das nicht. Sie wollen mutmaßlich auch keine Trappings und kein "Denk dir deinen Fluff dazu selber aus!", sondern sie wollen tatsächlich eher etwas haben, was durchaus in die Richtung einer Weltensimulation geht, wo die Regeln des Spiels zumindest annähernd auch die Physik dieser Welt beschreiben. Deshalb sind vielen 3.X-Spielern auch die Balance-Diskussionen zu eingem gewissen Grade unverständlich: Wenn es in der Welt eben so ist , dass Magie mächtig ist und alte Magier wirklich mächtige Wesen sind, dann ist es doch auch richtig, wenn das System keinen Hehl daraus macht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 15.04.2015 | 12:27
Ja, das ist schön gesagt. Der Simulationsaspekt ist bei der 4E wirklich viel geringer ausgelegt.

Und das führt natürlich auch dazu, dass man sich schwer tun kann damit wenn man versucht aus den Regeln die Spielwelt zu generieren. Die 4E Herangehensweise ist anders herum - die Spielwelt bestimmt die Regeln, weshalb diese auch nicht simulierend sind - nicht etwas nachbauen, sondern nur dazu dienen eine Situation zu beschreiben. Während die nächste Situation wieder andere Regeln haben kann. (Ganz ähnlich zu AD&D, da gabs sowas auch zum Teil)

Das hat dann auf viele Dinge einen Einfluss, auf Monsterwerte und auf Fähigkeiten. Selbst auf so etwas wie die Ressourcenverwaltung.

Und auch auf Entfernungsangaben. Die 4E Variante benutze ich letztlich mit IG Entfernungsangaben. 1sq = "Ein Doppelschritt". Oder 1sq="Eine Mannlänge", oder anhand der deutschen Version 2 Meter. Ich brauche nichts mehr umrechnen, mir nicht mehr überlegen wie viele Meter eigentlich 26 Fuß sind. Entfernungsangaben sollten so etwas ermöglichen, sollten leicht in IG Angaben konvertierbar sein und kein für 2/3 der Welt unverständliches Maßsystem benutzen. Die 4E Entfernungsangaben sind letztlich Länderneutral, ich kann mit Amis Spielen und ihnen sagen "so und so weit ist es", und mit deutschen. Ohne dafür umrechnen zu müssen. Muss auch nicht unsere Maßeinheiten auf eine Fantasywelt übertragen. Für die Spielbarkeit eine tolle Sache. Aber gleichzeitig auch etwas bei dem ganz viele mit hohem Simulationsanspruch eher aufschrien.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 15.04.2015 | 13:02
Für die Spielbarkeit eine tolle Sache. 

Ich denke, dass Spaß und Spielbarkeit an vorderster Stelle standen beim Design der 4E. Das merkt man, finde ich, auch bei den Interviews zB mit Rob Heinsoo, den ich übrigens extrem sympathisch finde.

Für meinen Geschmack ist die 4E einfach eine prima Symbiose aus "Erfinde Deinen eigenen Fluff" und "Die Regeln geben Dir was Cooles vor".
Mein Warforged-Kämpfer hatte mit seiner Waffenmeister-Technik am Anfang noch brav die Waffe gewechselt; später - nach diversen Upgrades - konnte er seine Arme in die verschiedenen Dampfhämmer und Vibroäxte selber verwandeln - und merkte, dass er es nicht mehr so drauf hatte, wenn seine Thorium-Stübe durchgeglüht waren. 

Zitat
Die 4E Entfernungsangaben sind letztlich Länderneutral, ich kann mit Amis Spielen und ihnen sagen "so und so weit ist es", und mit deutschen.

Ja, und ich denke, es ist auch immer ein gut Teil Gewöhnung mit dabei. Ich hab mich mit den Fuß-Angaben in der 5E und diesen ganzen Kegeln etc. auch wieder ziemlich schwer getan. Wobei die Rückkehr zu diesen eigentlich umständlicheren Angaben wohl auch ein Zuständnis daran ist, dass die klassischen D&D-Spieler mit der abstrakten Feldereinteilung doch eher gefremdelt hatten.

Außerdem glaube ich, dass sich WotC zumindest in Teilen von MMOs bzw. konkret WoW hat beeinflussen lassen. Ihnen wird auch bekannt gewesen sein, dass es damals von fast 11 Mio Spielern gespielt wurde, also warum nicht ein paar Dinge ähnlich machen.

Leider wird dieses Argument immer gegen die 4E verwendet - so als hätte man D&D für den WoW-Kiddie-Abschaum der Welt geöffnet.
Ich muss an dieser Stelle mal sagen, dass für mich WoW eine ganz andere Erfahrung war. In meiner Gilde fanden zusammen: Ein Ex-Nazi und Ex-Hooligan, der aufgrund seiner zahlreichen Verletzungen chronischer Schmerzpatient war, ein jüngeres Schulkind, ein übergewichtiger Abiturient, eine Biologiestudentin und ein Lehramtsstudent, ein arbeitsloser alleinerziehender Vater, ein ehemaliger Starcraft-Profi, der nach seiner Zeit in Korea sich eine bürgerliche Existenz aufzubauen versuchte, eine Informatikerin, eine PR-Beraterin, eine Zahnarzthelferin - und und und.
In meinen Augen hat es WoW geschafft, was dem klassischen Rollenspiel und gerade D&D so nie gelungen ist: Ganz unterschiedliche Leute mit ganz unterschiedlichen Hintergründen an einen "Tisch" zu kriegen und sie für den Verlauf des Spiels zu einer Familie zusammenzuschweißen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 15.04.2015 | 13:17
Leider wird dieses Argument immer gegen die 4E verwendet - so als hätte man D&D für den WoW-Kiddie-Abschaum der Welt geöffnet.

Um ehrlich zu sein habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die Häufigkeit von "die 4E ist WoW" Aussagen direkt proportional dazu war, zu der Häufigkeit mit der jemand Spiele wie WoW gespielt hat. (und umgekehrt proportional zu der Häufigkeit die 4E zu spielen)

^^

Je seltener dies der Fall war, umso unbelasteter konnte man dort herangehen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 15.04.2015 | 15:16
Um ehrlich zu sein habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die Häufigkeit von "die 4E ist WoW" Aussagen direkt proportional dazu war, zu der Häufigkeit mit der jemand Spiele wie WoW gespielt hat. (und umgekehrt proportional zu der Häufigkeit die 4E zu spielen)
Da ich noch nie ein MMORPG geschweige denn WoW gespielt habe: was genau hat 4E mehr mit WoW zu tun als 3.x E oder 5E?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: ElfenLied am 15.04.2015 | 15:20
Da ich noch nie ein MMORPG geschweige denn WoW gespielt habe: was genau hat 4E mehr mit WoW zu tun als 3.x E oder 5E?

Zusammenstellung der Gruppe nach festen Rollen mit Synergie, ähnlich wie in einer WoW Instanz. Tank/Defender, Healer/Leader, Damage Dealer/Striker. In anderen Editionen kannst du eine Gruppe querbeet zusammenstellen, in der 4E geht das nur bedingt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 15.04.2015 | 15:37
Da ich noch nie ein MMORPG geschweige denn WoW gespielt habe: was genau hat 4E mehr mit WoW zu tun als 3.x E oder 5E?

Die kurze Antwort darauf ist: Eigentlich nix, aber darum ging es ja auch nicht.

Die mittlere ist die von Elfenlied: MMORPGs haben klarer definierte Rollen als "klassische" Rollenspiele. Diese Rollen sind zwar selbst von der ursprünglichen Kleriker, Krieger, Dieb, Magier Gruppenzusammenstellung inspiriert - die 4E übernimmt aber (zumindest wenn man oberflächlich hinschaut) dabei die Rollen aus MMORPGs.

Und dann gibt es halt noch die Antwort bei der man nicht nur oberflächlich draufschaut, und dann feststellt das die Rollen der 4E gar nicht so fix definiert sind.  Das es Zweit und Drittrollen gibt, und Charaktere sehr frei darin sind wie sie am Ende ausgestaltet werden. Und das natürlich das System auch ganz gut damit zurecht kommt wenn man eine Rolle weglässt.

Kurzum: Das eigentlich alles wie immer ist. Natürlich hat man weniger Heilung ohne Heiler, weniger Schutz ohne den der andere beschützt und weniger Kontrolle ohne einen der kontrolliert - dafür aber eben auch andere Sachen. In erster Linie ändert sich die Taktik.

Aber am nächsten dran ist wohl die ganz kurze Antwort. Die WoW Vorwürfe hatten weder mit WoW noch mit der 4E etwas zu tun.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 15:40
Zusammenstellung der Gruppe nach festen Rollen mit Synergie, ähnlich wie in einer WoW Instanz. Tank/Defender, Healer/Leader, Damage Dealer/Striker. In anderen Editionen kannst du eine Gruppe querbeet zusammenstellen, in der 4E geht das nur bedingt.

Das liest man ja häufiger, aber Spezialisierungen auf Tanking, Schaden, Utilities, Heilung und Führung oder Crowd Control gab es in allen Editionen, und für die meisten Klassen war auch klar, welche Nische sie abgedeckt haben.

In der 4E brauchst du genügend Schadens- und ein gewisses Heilungspotenzial. Das Festlegen darauf, alle Rollen zu besetzen, ist total unnötig. Gleiches gilt auch für die vorangegangenen Editionen. Irgendwo muss der Schaden her kommen und irgendwo die Heilung. Der Tank/Defender ist zwar in der 4E explizit so benannt und designed, wegen der auf unteren Stufen generell höheren und über die gesamte Spielzeit weniger weit auseinander liegenden HP aber weniger notwendig, als in allen anderen Editionen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 15.04.2015 | 16:02
Ich sehe das genauso wie CK. Tatsächlich haben in der 4E alle Klassen Zugriff auf solche Dinge wie "Second Wind", um sich zu heilen. Die Verteidigungswerte liegen relativ nahe beieinander (anders als in AD&D, wo manche irgendwann gegen bestimmte Gegner unhittable waren und andere halt nicht).
Außerdem ist "rasten" sehr mächtig.

Rob Heinsoo - von dem ich in letzter Zeit ein paar Interviews gesehen habe - hat beim Design der 4E ja auch die eigene Erfahrung im Hinterkopf gehabt, dass in früheren Editionen Spielsitzungen abgesagt werden mussten, wenn der Kleriker keine Zeit hatte.
Das sollte so nicht mehr vorkommen. Die Rollen betonen nur sehr klar eine Aufgabenverteilung, die es in anderen Editionen implizit ohnehin je gab - ganz klassisch in Dieb, Kämpfer, Zauberer und Kleriker - und im Zeitalter der Klasseninflation eigentlich nur positive und nützliche Aspekte hat. 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 15.04.2015 | 16:03
@ Thandbar:
Als jemand, der 7 Jahre lang WoW semi-hardcore (3 - 4 Raids die Woche, Farmtag bei Progress) gespielt hat, würde ich mir nie ein wertendes Urteil über die Spieler bilden.
Das ist auch nicht der Vergleich, den ich ziehen würde.

Trotzdem gibt es natürlich Parallelen, die meiner Ansicht nach auch in 4E wesentlich stärker anzutreffen sind als in 3.0/3.5. Bei der 5E muss man noch schauen, da bin ich noch zwiegespalten.

Was sind das für Parallelen?

a) Balance-"Fetisch"
Ich rede mal nur vom PvE, denn PvP funktioniert ja noch nach einem anderen Prinzip. WoW war in seiner Entwicklung über die Zeit immer mehr daran interessiert, dass die verschiedenen Klassen immer ausbalancierter waren. Das war wichtig für den Endgame-Content im Raid, denn ansonsten blieben manche Klassen einfach mal draussen oder wurden in eine Rolle gepresst. Man hat zu Beginn keine Retri-Paladine (Nahkampf-Paladine) im Raid, ebenso keine tankenden Druiden oder Priester als Damage Dealer. Um die Balance zu erreichen, ging man später dann so weit, die exklusiven Klassen der Fraktionen (Schamane bzw. Paladin) für die jeweils andere Fraktion zugänglich zu machen, damit Gleichberechtigung herrscht. Ziel war es, dass nicht mehr die Klasse bzw. die Spezialisierung ausschlaggebend ist, sondern die Rolle im Raid.

b) Minions und mitwachsende Gegner
Das ist doch ganz typisch WoW. Minions nennt man da dann Trashmobs und mitwachsende Gegner kennt jeder, die in ein anderes Levelgebiet bzw. in eine Instanz geht.

c) Fähigkeiten für nur einen Encounter
Gab es genauso. Konnten im Kampf genau einmal angewendet werden, weil sie entweder einen langen Cooldown hatten oder einen internen Cooldown, der ein weiteres Anwenden in einem Kampf verhinderten.

d) Powers
Wenn ich am Tisch sitze und mit den Power Cards spiele, ist das nicht unähnlich eines UI bei WoW. Klar, natürlich ist es nicht exakt das gleiche, aber man kann schon Ähnlichkeiten erkennen. Powers selber sind auch nicht so weit von Skill-Trees weg.

e) Abomodell
Ist klar, oder? Muss man nicht viel zu sagen.

Wie gesagt, ich werte hier nicht. Ich sehe nur die Parallelen und andere haben sie evtl. auch gesehen. Und wer eine strikte(re) Abgrenzung wollte, hat sich dementsprechend über die 4E echauffiert.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 15.04.2015 | 16:08
Zusammenstellung der Gruppe nach festen Rollen mit Synergie, ähnlich wie in einer WoW Instanz. Tank/Defender, Healer/Leader, Damage Dealer/Striker. In anderen Editionen kannst du eine Gruppe querbeet zusammenstellen, in der 4E geht das nur bedingt.

Sorry, ich bin gerade vom Stuhl gefallen...Ich würde sagen es geht deutlich besser als bei 2e und 3.x - schon einmal einen Magier losgeschickt ohne einen Kämpfer davorzustellen? Schon einmal bei 3.x ohne einen Kleriker als Buff- und Heilmaschine gespielt? Der Unterschied ist doch wohl eher, dass das Kind beim Namen genannt wird: wir haben einen HP-Klopps, eine Glaskanone, einen Heiler usw.

edit: "deutlich" gestrichen, vielleicht habe ich ein bisschen übertrieben  ;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 15.04.2015 | 16:08
Man muss das ganze ja auch in einen Kontext setzen. Ich hatte auch schonmal eine Diskussion darüber ob die 4e in eine Reihe mit Sissie, Jar Jar Binks und Yu-Gi-Oh gesetzt wurde.

Es geht bei solchen Vergleichen nicht um Inhalte.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 15.04.2015 | 16:16
In der 3.X konnte ein Magier oder ein Kleriker halt noch alle Rollen übernehmen, sobald er ne hohe Stufe hatte. das ging mit der 4e nicht mehr. Kann sein, das das viele Magierspieler verärgert hat.

DIe WoW vergeiche halte ich für etwas weit hergeholt. Minions haben mit Trashmobs bitte was gemeinsam? Trashmobs ähneln eher normalen, nicht sonderlich starken Gegnern.  Minions die mit einem Schlag tot sind gibts in WoW selten bis gar nicht. An Fähigkeiten die man nur einmal im Kampf anwenden konnte erinnere ich mich auch nicht,  Cooldown war of um die 30 sec und Kampfdauer war sehr unterschiedlich und demetsprechend auch die Anzahl des Fähigeiteneinsatzes. Aus der Tatsache das es mal vorkommen konnte das man eine Fähigkeit in WoW nur einmal im Kampf anwenden konnte würde ich jetzt nicht zu Ähnlichkeit auf WoW schließen. Und so weiter...

Ich seh da eher eine grafische Ähnlichkeit. Und von den Bildern her war die 4e tatsächlich nicht immer so prall. Die anderen Editionen aber auch nicht. Allerdings waren die Bilder der Corebooks von AD&D und 3.5 besser ald be ider 4e und Bilder sind wichtig. 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 15.04.2015 | 16:33
Meinst Du im Kampf oder außerhalb des Kampfes. In ersterem muss eben der DM das Kampfencounter anders stricken - das ist wahrlich kein Hexenwerk. Außerhalb des Kampfes benötige ich bei 4e nur ein paar Skills und Rituale - die sind jedem zugänglich (ggf. per feat). Aber abgesehen davon glaube ich, dass die verärgerten Spieler das Spiel gar nicht so lange gespielt haben um ernsthaft Vorurteile entkräften zu können.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 15.04.2015 | 16:42
WoW verwendet genauso wie die 4e das Konzept das auch die Gegner in ner Gruppe arbeiten, also auch nen Heiler haben usw... das ist schon ähnlich..alleridngs ist WoW natürlich von P&P inspiriert und man findet wohl alles was WoW so macht schonmal woanders im P&P.

Also wenn ich so drüber nachdenke dann glaub ich es ist das Gruppenkonzept das die Leute mit verschreckt hat. Das ist schon ein ganz anderer Kampfstil als wenn du schaust das du unabhängig von den anderen SC was reisst.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 15.04.2015 | 16:45
Zitat
DIe WoW vergeiche halte ich für etwas weit hergeholt. Minions haben mit Trashmobs bitte was gemeinsam? Trashmobs ähneln eher normalen, nicht sonderlich starken Gegnern.  Minions die mit einem Schlag tot sind gibts in WoW selten bis gar nicht. An Fähigkeiten die man nur einmal im Kampf anwenden konnte erinnere ich mich auch nicht,  Cooldown war of um die 30 sec und Kampfdauer war sehr unterschiedlich und demetsprechend auch die Anzahl des Fähigeiteneinsatzes. Aus der Tatsache das es mal vorkommen konnte das man eine Fähigkeit in WoW nur einmal im Kampf anwenden konnte würde ich jetzt nicht zu Ähnlichkeit auf WoW schließen. Und so weiter...
Klar gab es diese Trashmobs. Nefarians Skelette, Caverns of Time in den Wellen, Black Temple.
Immer auch auf die Gruppengröße achten...sie waren vielleicht nicht immer One-Hit-Wonder, aber wir reden auch von einer Raidgröße von 25/40. Sie wurden einfach weggebombt, allerdings konnten sie auch fies austeilen.

Fähigkeiten nur einmal im Kampf z. B. Battle Rezz, Soul Stone, hinterher Innervate und diverse andere Dinge (ich meine, selbst Heil-/Manatränke lagen auf so einem CD).
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 17:06
Die zentralen Punkte, aus denen die Wahrnehmung herührt, die 4e habe Designelemente aus WoW übernommen, sind meines Erachtens das At-will/Encounter/Daily-Powers-für-alle-Prinzip und die klare Benennung von Rollen bzw. Funktionen für die Charaktere. Letzteres ist allerdings nur in der entsprechenden Klarheit neu. DnD war immer ein Nischenspiel.

Der eigentliche Fehler ist auch nicht, der 4e eine größere Nähe zu WoW zu unterstellen, sondern der, die größere Nähe zu WoW pauschal als Werturteil zu verwenden. Die Schlussfolgerung

übernimmt Designelemente von MMORPGs -> ist scheiße

ist unsinnig, zumal speziell die Rollen von Defender und Leader eben deutlich komplexer sind als die von Tank und Healer.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 15.04.2015 | 17:07
Klar gab es diese Trashmobs. Nefarians Skelette, Caverns of Time in den Wellen, Black Temple.
Immer auch auf die Gruppengröße achten...sie waren vielleicht nicht immer One-Hit-Wonder, aber wir reden auch von einer Raidgröße von 25/40. Sie wurden einfach weggebombt, allerdings konnten sie auch fies austeilen.

Fähigkeiten nur einmal im Kampf z. B. Battle Rezz, Soul Stone, hinterher Innervate und diverse andere Dinge (ich meine, selbst Heil-/Manatränke lagen auf so einem CD).

Ja vielleicht ähnelt sichs ein bisschen. Allerdings kann man sicher auch ähnliche Zusammenhänge zwischen DSA und WoW auf dieser Abstraktinonsstufe finden. Aussdauer z.B. oder das Mana bzw. Astralenergiekonzept.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 15.04.2015 | 17:14
ist unsinnig, zumal speziell die Rollen von Defender und Leader eben deutlich komplexer sind als die von Tank und Healer.

Dem würd ich wiedersprechen, ich halt WoW für 5mal komplizierter als P&P. Du musst nicht nur an die 30 + verschiedene Fähigkeiten beherrschen, sondern auch schauen was deine Gruppe macht und was der Gegner genau tut. (ausser du spielst Healer das kann jeder höhö) Im P&P kannst du auch mal vor dich hinwursteln, ohne das gleich alles an Arsch ist, versuch das mal in hochstufigem WoW PvP oder PvE.

Ist wiederum bei 4e eher nicht so, die verzeiht eigentlich relativ viel. DSA 4 z.B. ist da schlimmer, da kann dich ein fehler auch schon mal umbringen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 17:16
Die Komplexität entsteht da zu einem großen Teil aus der Echtzeit. Wäre WoW rundenbasiert, sähe das anders aus. Aber ja, ggf. mache ich WoW da simpler als es ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 15.04.2015 | 17:40
Die Komplexität entsteht da zu einem großen Teil aus der Echtzeit. Wäre WoW rundenbasiert, sähe das anders aus. Aber ja, ggf. mache ich WoW da simpler als es ist.
Naja, nicht wirklich. Bei WoW gilt eigentlich die Regel, die mal irgendwo in einem Guide aufgestellt wurde:

"Execution must be flawless."...dies ist der Schlüssel im PvE.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 15.04.2015 | 18:04
Also wenn ich so drüber nachdenke dann glaub ich es ist das Gruppenkonzept das die Leute mit verschreckt hat. Das ist schon ein ganz anderer Kampfstil als wenn du schaust das du unabhängig von den anderen SC was reisst.
Würde ich auch so sehen. Wobei das Gruppenspiel im Old-School-Spiel schlicht eine Notwendigkeit war. Auch wenn da nicht so viele Synergien drin waren. In späteren Editionen (ab 2E?) ging das mit dem Glänzen außerhalb der Gruppe - nach allem, was ich so mitbekommen habe - besser.

Der Unterschied ist doch wohl eher, dass das Kind beim Namen genannt wird: wir haben einen HP-Klopps, eine Glaskanone, einen Heiler usw.
Das war auch der Teil, der mich dann irgendwann überzeugt hat 4E ne Chance zu geben. (In Form von Kaufen und Lesen.)
Jedoch kann ich schon verstehen, dass das ein Element mehr ist, das den Leuten, die an den doch vorhandenen Simulationsresten der 3E gehangen haben, nicht gefallen hat.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 18:12
Naja, nicht wirklich. Bei WoW gilt eigentlich die Regel, die mal irgendwo in einem Guide aufgestellt wurde:

"Execution must be flawless."...dies ist der Schlüssel im PvE.

Eben, und der Anspruch an die Umsetzung steigt, wenn man unter massivem Zeitdruck steht.

Anyway, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass Defender und Leader nicht nur eine Funktion haben. Es gilt eben nicht Defender = Tank und Leader = Healer, sondern Defender = Tank + Close Controller + Damage Dealer oder Controller und Leader = Healer + Buffer + Enabler. Und da haben wir noch nicht über sekundäre Rollen gesprochen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 15.04.2015 | 18:37
Najo, aber das hast Du dann bei WoW u. U. auch wieder... ;)

@ User:
Btw. wird man sicherlich DSA Sachen finden, die mit WoW vergleichbar sind. Nur geht es halt um den Zeitpunkt des Erscheinens von D&D 4E.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 15.04.2015 | 18:40
Wie anspruchsvoll das Spiel auf dem taktischen Level ist, hängt letztlich von der Schwierigkeit der Kämpfe ab. Wie schwer die Encounter in D&D 4 (oder 3 oder 2) sind, hängt genau wie bei WoW wiederum davon ab, wie intensiv der SL den Kampf vorbereitet hat, wie gut er sich mit den Regeln auskennt und inwieweit er Vorbereitungen der Gruppe vorausahnt/voraussetzt. Vielleicht noch, inwieweit die Gruppe bereit ist, das generelle Encounterlevel im Durchschnitt ein wenig anzuheben.

Bei WoW arbeiten Leute, die sich gut mit den Mechaniken auskennen, lange Zeit daran, die Kämpfe schwierig zu machen, weil ein Teil der Spieler das so fordert. Das gilt, bis der andere, größere Teil fordert, die Kämpfe wieder massentauglicher zu machen.

Die meisten P&P-Rollenspielabenteuer werden aber nicht für Superoptimierer und brillante Taktiker geschrieben, sondern für casuals im MMO-Sprech.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 15.04.2015 | 19:47
Würde ich auch so sehen. Wobei das Gruppenspiel im Old-School-Spiel schlicht eine Notwendigkeit war. Auch wenn da nicht so viele Synergien drin waren. In späteren Editionen (ab 2E?) ging das mit dem Glänzen außerhalb der Gruppe - nach allem, was ich so mitbekommen habe - besser.
 Das war auch der Teil, der mich dann irgendwann überzeugt hat 4E ne Chance zu geben. (In Form von Kaufen und Lesen.)
Jedoch kann ich schon verstehen, dass das ein Element mehr ist, das den Leuten, die an den doch vorhandenen Simulationsresten der 3E gehangen haben, nicht gefallen hat.
Ja, ich glaube das ist, was mich von einigen D&D-Liebhabern zu unterscheiden scheint - ich habe D&D nie mit Umweltsimulation, schon gar nicht mit Grim'n'Gritty in Verbindung gebracht. Für mich war es immer offensichtlich game. Die Sim-Nische ist bei mir einfach mit anderen Spielen besetzt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 15.04.2015 | 20:26
Grim'n'Gritty ist es schon ein Stück weit, weil einen anfangs nur eine Handvoll HP und später nur ein verkackter Rettungswurf vom Tod trennen. Später gibt es allerdings Raise Dead & Co., um das zu relativieren, wenn es nicht gerade auf einen TPK raus läuft.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 15.04.2015 | 20:47
Das fehlt der 4e natürlich, da ist es verständlich, dass die Leute es nicht mögen, wenn sie G&G Fans sind.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Sashael am 15.04.2015 | 22:04
Excuse me, aber 3.x war so ziemlich alles, nur nicht grim'n'gritty.

Warhammer 2nd ist grim'n'gritty. Rolemaster ist grim'n'gritty. Cyberpunk 2020 ist grim'n'gritty.

Dungeons & Dragons 3.x ist Heroic-to-Epic-Heroes-rock-their-Fantasyworlds. Period.
Jeez ...
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Luxferre am 15.04.2015 | 23:21
Excuse me, aber 3.x war so ziemlich alles, nur nicht grim'n'gritty.

Warhammer 2nd ist grim'n'gritty. Rolemaster ist grim'n'gritty. Cyberpunk 2020 ist grim'n'gritty.

Dungeons & Dragons 3.x ist Heroic-to-Epic-Heroes-rock-their-Fantasyworlds. Period.
Jeez ...

Nur Midnight 3.5 ist grim. Und gritty.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 16.04.2015 | 02:50
Btw. wird man sicherlich DSA Sachen finden, die mit WoW vergleichbar sind. Nur geht es halt um den Zeitpunkt des Erscheinens von D&D 4E.

Du kannst zwischen zwei beliebigen Gegenständen immer Ähnlichkeiten konstruieren, die Frage ist, ob dadurch tatsächlich wesentliche Gemeinsamkeiten sichtbar werden. In einem anderen Forum hatte ich neulich das Beispiel von Elefantenrüssel und Regenschirm: Je nach Perspektive sind die beiden Dinge einander plötzlich erstaunlich ähnlich, obwohl sie "eigentlich" ja nicht viel miteinander zu tun haben.

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Wotzies sich WoW ganz genau angeschaut haben. Dennoch finde ich die von Dir gezogenen Parallelen sehr unwesentlich, allein schon wenn es um die Mechaniken geht. WoW verwendet Ressourcen-Subsysteme wie Mana, Energie und Wut - oder ein Gemisch davon oder später auch Runenmacht, Runen und Ki.
Das ursprüngliche 4E-Konzept ist allein auf AEDU ausgelegt.

Um Schaden zu machen, verwenden Schadensklassen in WoW Rotationen. Je nach Klasse (und Patch!) ist das dann entweder ein Spammen bestimmer Fähigkeiten oder das Rumhantieren an einem Prioritätensystem, das so kompliziert sein kann, dass man ein Addon dafür braucht.
Tanken besteht aus dem Optimieren der eigenen Ausrüstung je nach Boss und dem Drücken von Notfallknöpfen, zu denen auch Aggro-Erhaltungsmaßnahmen gehören.
Heilung kenn ich hauptsächlich als Gespamme. Angeblich wurde nach WotLK hier ein wenig mehr Mana-Management eingeführt, aber da kann ich nicht zu viel zu sagen.

Grundsätzlich spielt sich das alles ganz anders als in der 4E. Ich finde da einfach keine wesentlichen Gemeinsamkeiten. Es gibt keine Aggro. Man zieht keine idiotisch kleinen Trupps von Gegnern durch den halben Dungeon, um sie sicher zerlegen zu können, man bombt keine Hundertschaften von Gegnern zwischen sich zugrunde. Man farmt sich "außerhalb" des eigentlichen Spiels keine Ausrüstung zusammen. Man levelt nicht, *um* Dungeons betreten zu dürfen. Man stirbt nicht 6mal am selben Endboss, um das Movement an ihm zu verinnerlichen.

In den Interviews, die ich gelesen habe, kam es für mich so rüber, als sei das AEDU-Konzept das Endergebnis eines längeren Designprozesses gewesen, wo am Anfang so Ideen wie verschiedene Manöver-Ressourcen standen (sowas Ähnliches, wie wir es heute in der 5E mit den Überlegenheitswürfeln haben), die immer weiter vereinfacht wurden, bis das herauskam, was wir jetzt im 4E-PHB stehen haben.
WoW hatte man hier als Vorbild offenbar gar nicht großartig im Blick. Mit einem WoW-artigen Aggro-Modell hatte man experimentiert, dasselbe aber verworfen, weil es zu einem P&P-Spiel einfach nicht passt, wenn die Monster schon ohne jegliche Beherrschungsmagie quasi schon wie Schlafwandler an den Tanks kleben bleiben.

Das Balancing ist auch ganz anders. (Ich verstehe übrigens weiß Gott nicht, warum immer von einem Balancing-"Fetisch" gesprochen werden muss.) Zu der Zeit, als die 4E entwickelt wurde, verfolgte WoW ganz andere Balancing-Maximen als später. Bis vor Lichking war es okay, dass einige Klassen mehr Schaden machten als andere Schadensklassen, solange die anderen *irgendwas* hatten, was sie in einer bestimmten Instanz notwendig machte oder wenn sie einen Buff mitbrachen, den kein anderer hatte. Erst danach war eher die Maxime, die DPS einander anzugleichen und die verschiedenen Buffs, die die jeweiligen Klassen mitbrachten, zu vereinheitlichen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 05:33
@ Thandbar:
Du brauchst doch nicht Sachen aufzuzählen, bei denen 4E anders ist als WoW. Niemand hat gesagt, 4E wäre WoW am Tisch...ich sagte lediglich, dass man durchaus Parallelen sehen kann.

Was Du z. B. zum "Spammen" schreibst (was ich btw., gerade was Heilung angeht, nicht für ganz richtig halte)...war nicht einer der Vorwürfe gegen die 4E, dass die Kämpfe irgendwann zäh wurden und die Charaktere ihre immer gleichen At-Will-Power raushauten? Ist das nicht genau das, was man als Spammen bezeichnet?

Zitat
Grundsätzlich spielt sich das alles ganz anders als in der 4E. Ich finde da einfach keine wesentlichen Gemeinsamkeiten. Es gibt keine Aggro. Man zieht keine idiotisch kleinen Trupps von Gegnern durch den halben Dungeon, um sie sicher zerlegen zu können, man bombt keine Hundertschaften von Gegnern zwischen sich zugrunde. Man farmt sich "außerhalb" des eigentlichen Spiels keine Ausrüstung zusammen. Man levelt nicht, *um* Dungeons betreten zu dürfen. Man stirbt nicht 6mal am selben Endboss, um das Movement an ihm zu verinnerlichen.
Ach komm...da ist jetzt albern; die wirklich nur MMO-Spezifischen Dinge hier herauszufischen und zu sagen, dass ist alles ganz anders. Denn natürlich "bombt" man, je nach Abenteuer, auch Minions weg. Dafür sind sie ja da. Genau so wie man "levelt", um ein bestimmtes Abenteuer spielen zu können.

Zitat
Zu der Zeit, als die 4E entwickelt wurde, verfolgte WoW ganz andere Balancing-Maximen als später. Bis vor Lichking war es okay, dass einige Klassen mehr Schaden machten als andere Schadensklassen, solange die anderen *irgendwas* hatten, was sie in einer bestimmten Instanz notwendig machte oder wenn sie einen Buff mitbrachen, den kein anderer hatte. Erst danach war eher die Maxime, die DPS einander anzugleichen und die verschiedenen Buffs, die die jeweiligen Klassen mitbrachten, zu vereinheitlichen.
Nope, die Aussage stimmt für WoW definitiv so nicht. Und abgesehen davon ist es vollkommen egal, wie sehr sie nun wirklich bei geguckt haben...am Ende, sprich 2008+, war WoW schon bei WotLK und 11 Mio Spielern und wir hatten das Balancing mehr denn je bzw. noch offensichtlicher.

Wobei der "WoW-Vorwurf" gar nicht das ausschlaggebende für das Scheitern der 4E ist; da sind Grubentroll und ich uns eher einig darüber, dass WotC zu viel auf einmal wollte.

Edit:
Ich stimme Arldwulf btw. auch zu; wenn man bei D&D 4E in die Tiefe geht, wird man sicherlich sehr sehr viele Unterschiede zu WoW finden. Nur brachte das in dem Fall wohl nichts, denn wenn der erste Eindruck in eine andere Richtung geht, ist die Meinung ja nun mal vorgefasst und ein weiteres Puzzleteilchen, dass die 4E bei vielen verleidet hat.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 07:36
Niemand hat gesagt, 4E wäre WoW am Tisch...

Ehrlich gesagt: Doch, genau diese Formulierung wurde seinerzeit benutzt. Aber wie gesagt, man zog dort auch Parallelen zu Jar jar Binks, Sissi und Yu-Gi-Oh.

Diese Vergleiche hatten gar nicht das Ziel ins Detail zu gehen - es ging nicht um tatsächliche Ähnlichkeiten die über "es gibt ein Rollenkonzept" hinausgingen. WoW, und auch die anderen Dinge wurden nur als Beispiel für seichte, kindliche Unterhaltung genommen. Was (und ich hatte das Glück WoW nur vom Hörensagen und kurzen Ausschnitten zu kennen) nicht einmal WoW gerecht wird.

Die "wir haben uns MMORPGs angeschaut" Aussage damals stand ja auch innerhalb eines größeren Komplexes von Aussagen bei denen dann auch "wir haben bevor das Design anfing uns alle D&D Versionen angeschaut und überlegt wo ihre Stärken und Schwächen liegen." gesagt wurde. Das erzeugte nur nicht so viele Klicks.

Fast alle Änderungen an der 4e lassen sich auf Probleme in den Vorgänger Versionen zurück führen, zum Teil sehr direkt. Denn WotC machte den großen Fehler diese Dinge dann auch anzusprechen. Die Probleme aufzuzählen - hat die Lösungen dafür aber dabei nur rudimentär vorgestellt. Und das führte dann zu vielen zum Teil sehr seltsamen Vergleichen, dazu das viele Leute über die 4e diskutierten welche kein Interesse daran hatten sie zu spielen. Einfach weil sie sich angegriffen fühlten.

WoW war da stets nur Mittel zum Zweck, es hätte auch eine beliebige andere Sache sein können, solange sie mit etwas negativem in Verbindung gebracht werden kann. Der Autor oben nutzt zum Beispiel Diablo, ein anderer Pokemon. Und wie gesagt, ein paar andere solche Perlen gab es auch noch.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 16.04.2015 | 09:25
@ Thandbar:
Du brauchst doch nicht Sachen aufzuzählen, bei denen 4E anders ist als WoW. Niemand hat gesagt, 4E wäre WoW am Tisch...ich sagte lediglich, dass man durchaus Parallelen sehen kann.

Naja, doch. Eine Quelle habe ich ja schon verlinkt. Dieser Typ mit seinem Dreiteiler sagt das auch. Und wenn man Zeit&Muße hätte, käme man bestimmt auf eine Menge Blogs, in denen dasselbe gesagt wird.

Zitat
Was Du z. B. zum "Spammen" schreibst (was ich btw., gerade was Heilung angeht, nicht für ganz richtig halte)...war nicht einer der Vorwürfe gegen die 4E, dass die Kämpfe irgendwann zäh wurden und die Charaktere ihre immer gleichen At-Will-Power raushauten? Ist das nicht genau das, was man als Spammen bezeichnet?

Puh, dann habe ich in AD&D und Exalted aber mehr "gespammt" als in der 4E, und also sind jene mehr wie WoW?
Die 5E hat Ki für den Mönch und Sorcery-Punkte und Extra-Ressourcen für Kämpfer ... also ist die auch viel mehr wie WoW als es die 4E je war, offenkundig!  :P

Zitat
Ach komm...da ist jetzt albern; die wirklich nur MMO-Spezifischen Dinge hier herauszufischen und zu sagen, dass ist alles ganz anders.


Warum ist es weniger albern, umgekehrt angebliche Ähnlichkeiten herauszugreifen, um dann zu sagen, es sei alles dasselbe? Letztlich geht es imho darum, ob es sich um wesentliche Ähnlichkeiten und Unterschiede handelt.

Zitat
Nur brachte das in dem Fall wohl nichts, denn wenn der erste Eindruck in eine andere Richtung geht, ist die Meinung ja nun mal vorgefasst und ein weiteres Puzzleteilchen, dass die 4E bei vielen verleidet hat.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Illustrationen aus dem ersten PHB direkt was mit WoW-Überlegungen zu tun hatten. "Hey, die Leute sind bereit, Millionen dafür auszugeben, um shiny Waffen und Rüstungen zu sammeln. Also zeigen wir ihnen mal eine ganze Menge shiny Waffen und Rüstungen!"

Andererseits sehe ich in dem WoW-Vorwurf ganz andere Motive - was auch mit Abgrenzung zu tun und dem, was wir hier in den Diskussionen oft als "Besserspieler"-Attitüde hatten. Denn der WoW-Spieler an sich ist ja ein nerdiges Würstchen mit Napoleon-Komplex, und den möchte man gewiss nicht im ehrbaren und geschichtsträchtigen Hobby wissen.
Und da finde ich, wie gesagt, diese Kritik schon einigermaßen merkwürdig, weil gerade WoW es unter den zahlreichen Online-Spielen zumindest in seiner Hochzeit geschafft hat, zB auch viele weibliche Spieler an sich zu binden. Was anderen Spielen so ja nicht gelungen ist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 09:59
Im Prinzip ist das Problem ja auch weniger die Tatsache, dass solche Vergleiche zur Abgrenzung gemacht wurden. Als vielmehr die damit transportierten Vorurteile und darauf aufbauende Vorwürfe.

Das klassische Beispiel dafür sind ja die Dinge die in dem Artikel oben geäußert werden bezüglich: "Die 4E ist Diablo am Spieltisch."


Dadurch wird dann ein Bild transportiert, vom Helden der durch die Gewölbe stapft und tausende Monster hintereinander abmetzelt.

Gern auch mit dem Verweis auf die Minions in der 4E, auf ein vermeintliches verhätscheln und darauf das ja jeder Kampf ausbalanciert und ohne Frustmomente schaffbar sein soll indem man einfach nur draufhaut und quasi seine "Attackenreihenfolge" durchzieht.

Das Problem dabei ist aber: Goblins die nach einem Schlag niedergehen hatte D&D immer. Die Neuerung der 4E ist nicht, dass manche Goblins nur einen Schlag aushalten. Die Neuerung ist das die meisten Goblins mehr aushalten. Das viele mehr Trefferpunkte haben als Spielercharaktere. Das sie ähnlich gut zuhauen wie diese. Und das diese der Standard sind - während echte "Elitegoblins" nochmal eine ganze Ecke härter sind. Das Verhältnis der Spielercharaktere zur Spielwelt hat sich gewandelt...das Powerlevel ist gegenüber 3.5 deutlich niedriger.

Oben findet man so etwas - da wird dann der 4E ein höheres Powerlevel vorgeworfen. Aber eben nicht weil dies irgendwie in den Büchern zu finden war. Sondern eben mit dieser "Naja, man metzelt sich ja nur durch die Horden der Minions" Denkweise.

Und da kommt man dann in einen Bereich in dem die zur Abgrenzung genutzten Klischees von WoW, Diablo und ähnlichem ein anderes Bild erzeugen als dies im Spiel geschieht. Und viele sich dann darauf beziehen, anstatt auf das eigentliche Spiel. Effektiv bekommt man zwei Systeme. Das eine kann man mit D&D 4E abkürzen, es ist die "Diskutiert und Debattiert 4E" und bei dem anderem auch - es ist Dungeons & Dragons 4E. Das eine gab es in den Flamewars Diskussionen, das andere in Buchform. Viele der Flamewars bezogen sich auf dieses Zerrbild, auf die Klischees mit denen man sich abzugrenzen versuchte. Und führten dann natürlich zu vielen Diskussionen was eigentlich wichtiger sei. Das was in den Büchern steht, oder das was in den Foren zu lesen ist. Im Ausgangsposting wird ja auf zwei solcher Diskussionen verlinkt, da ging es teilweise Seitenlang darum über was man diskutieren will - ob über die Buchinhalte oder über das empfundene "das ist aber alles gar nicht so wie es im Buch steht."

Und davon gab es dutzende Diskussionen - allein hier. Und auch in etlichen anderen Foren. Im Nachhinein ist das sicher schwer nachvollziehbar, und wie oben schon gesagt wohl auch Schuld beider Seiten. Für die 4E war das extrem schädlich, man findet heute noch etliche Leute welche sagen: "Ich habe die 4E nie gespielt, aber für mich ist die ganz sicher nichts!".

Und sehr häufig basiert dies dann auf solchen Zerrbildern bei denen eigentlich gar nicht wirklich über die Regeln oder Inhalte der 4E gesprochen wird. Sondern halt wirklich über (und auch dies wahrscheinlich karikaturhaft dargestellte) Spielweisen wie sie in Diablo oder WoW üblich sind.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: K!aus am 16.04.2015 | 10:06
Das klassische Beispiel dafür sind ja die Dinge die in dem Artikel oben geäußert werden bezüglich: "Die 4E ist Diablo am Spieltisch."

Das finde ich lustig, denn DnD und Diablo hatten schon vor DnD4 miteinander zu tun: Dungeons and Dragons: Diablo II Edition (http://diablo.wikia.com/wiki/Dungeons_and_Dragons:_Diablo_II_Edition). :D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 10:13
@ Thandbar und Arldwulf:

"Niemand" in diesem Kontext = "Ich".

Und natürlich ging es auch um Abgrenzung. Ob das sich allerdings auf Personen bezogen hat...ich denke nicht nur. Ist 5E mehr WoW als 4E? Keine Ahnung, wäre aber auch egal, weil WoW 2015 nicht mehr den Stellenwert hat wie damals und es dementsprechend nicht herangezogen würde.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 10:18
^^ ja.

Ganz generell hat wohl auch so ziemlich jedes Computer RPG auf die eine oder andere Weise mit D&D zu tun, schlichtweg durch die Pionierleistungen von Gygax, Arneson & Co. Insofern wird man da auch immer Parallelen ziehen können.

Aber man macht einen Fehler wenn man glaubt es würde um diese Parallelen gehen. Ich hatte mal eine Diskussion in der ich darüber sprach wie schön es ist, dass mein Paladin nun so wunderbar heldenhaft agieren kann, den Schlag des Monsters auf die unschuldigen blocken kann - und wie gut ich es finde, dass Schurken nun jede Menge Finten und schmutzige Tricks beherrschen weil dies einfach das Bild eines echten Schurkens für mich lebendig machte.

Und als nächstes kam einer um die Ecke und meinte das alles sei ja nur ein Computerspiel. Vieles bei der Kritik hat sich einfach recht wenig darum geschert ob ein Vorwurf nun irgendwie begründbar wäre. Und leider hat das ziemlich weitreichende Konsequenzen gehabt. Die Flamewars hatten in den ersten 3-4 Jahren nach der Veröffentlichung tatsächlich extrem viel (für mich am Ende überraschend viel) Einfluss, selbst Spieler die üblicherweise gar nicht in RPG Foren rumhingen hörten davon, bekamen über Mundpropaganda die gleichen Vorwürfe mit.

2011 hatte ich mal eine Spielrunde bei der die erste Stunde (mit Neuspielern, welche weder die Bücher kannten noch je das Spiel gespielt hatten) erstmal dafür drauf ging ihnen zu erklären was an diesen Vorwürfen dran ist. Und das muss man sich wirklich wie Stille Post mit Klatschnachrichten über das Sexleben der Nachbarin vorstellen... da kamen teilweise extrem seltsame Vorwürfe, weil sich die Klischees verselbstständigten. Das ging wirklich ein wenig nach dem Motto: Wir haben dich ja wirklich gern, aber 4E? Ernsthaft?!

@Rhylthar: Im wesentlichem geht es ja auch nur darum zu erklären warum die damalige Kritik so extrem und absolut wurde. Und warum es da so viel um andere Dinge ging als um den Inhalt der Bücher. Insofern ist doch klar, dass da nun weniger deine Kritik gemeint ist - sondern halt Diskussionen wie die im Ausgangsthread, oder Artikel wie der später verlinkte.

Und darum wieso Kritik wie sie damals geäußert wurde heute seltener wurde.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 16.04.2015 | 11:38
Keine Ahnung, wäre aber auch egal, weil WoW 2015 nicht mehr den Stellenwert hat wie damals und es dementsprechend nicht herangezogen würde.

Wie gesagt: Es ist ja kein offenes Geheimnis, dass WotC am Erfolg von WoW irgendwie partizipieren wollte. Nur auf der regeltechnischen Seite sehe ich persönlich die Ähnlichkeiten halt nicht so recht. (Vielleicht eher in so Dingen wie der "Encounterisierung" des ganzen Designs, aber auch da bin ich mir nicht völlig sicher.)
Abo-Modell und zumindest der Versuch, stärker die Online-Schiene zu bedienen, gehen für mich aber auch durchaus in die Richtung, sich an erfolgreichen WoW-Ideen zu bedienen. Das "technische" Aussehen der Power-Texte haben meiner Ansicht nach auch dazu geführt, einige Spieler zu verschrecken - die 5E geht da von der Optik her eher den umgekehrten Weg, was nach meinem Geschmack auch sehr schön ist, manche Regelelemente aber auch gerne klarer hätten formuliert sein dürfen. 

Übrigens war die 4E ja nicht allein mit dem Versuch, WoW als Erfolgsmodell irgendwie zu "imitieren", um dabei dann grandios zu scheitern. Da gibt es ja im MMORPG-Bereich wirklich regelrechte WoW-Klone, die völlig auf die Nase gefallen sind und irgendwann auf ein F2P-Modell umsteigen mussten.

Im Nachhinein würde ich sagen: WotC war sich seiner Stammkunden zu sicher, hatte gar nicht auf dem Schirm, dass man diese auch tatsächlich verprellen kann - nachgerade dann, wenn sie durch monetäre und kreative Investition so stark mit den D20-Produkten verflochten waren, auch dank der OGL.
Was die 4E nicht hat, und das besonders nicht, wenn man nur die ersten drei Bücher zur Hand nimmt, ist eine wie auch immer geartete Rückwärts-Kompatibilität. Zentrale Klassen und Völker fehlen erst einmal - und man bekommt neue geliefert, nach denen niemand verlangt hatte. Ich selber bin auch erst mit dem PHB2 in die 4E eingestiegen.
Dabei geht es mir primär gar nicht so sehr um regeltechnische Einzelheiten, sondern allein um den Eindruck, dass man die alten Kampagnen problemlos mit der neuen Edition weiterspielen kann. Und das hatte WotC bewusst nicht gemacht, sondern viel eher seinen Kunden erklärt, dass sie all die Jahre einen absoluten Blödsinn gespielt hatten. Durch die Blume hört sich das für die 4E-Fans nun umgekehrt genauso an, wenn sich die Designer über die 5E in Abgrenzung zur Vorgängeredition äußern.
Gerade diese Marketing-Strategie sorgt dafür, dass die Kunden das Gefühl bekommen könnten, sich nun für oder gegen was entscheiden zu müssen.

 
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 16.04.2015 | 12:38
(Vielleicht eher in so Dingen wie der "Encounterisierung" des ganzen Designs, aber auch da bin ich mir nicht völlig sicher.)
Auch das ist in 3E nicht nur angelegt, sondern wird bereits dort praktiziert. 4E bereitet das lediglich konsequent für den Spieltisch auf.

@ Optik: Hmmm ... 4E wirkte auf mich stellenweise zu steril. 5E? Gefällt mir nicht. Ist mir zu wenig auf den Punkt gebracht. (Und Illustrationsmäßig vermisse ich handwerkliches Können - v.a. bei der perspektivischen Darstellung sowie künstlerischen Ausdruck. Dagegen sind technische Ausführung und die Stimmung der Bilder recht gut. Kurz: Ich war halt nach Next-Produkten wie Legacy of the Crystal Shard oder auch dem PHB5-Cover von 5E sehr enttäuscht. MMn kann 4E da mehr. Auch wenn der Stil - O'Connor (http://www.wocstudios.com/books.htm), Horsley (http://www.ralphhorsley.co.uk/covers.html), Prescott (http://www.rottface.com/gallery6.html) - durchaus gewöhnungsbedürftig ist.)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 13:14
Für mich war die 4e nie viel mehr als ein als Rollenspiel aufgebrettertes taktisches Brettspiel. Es wird nie D&D für mich sein, egal was draufsteht. Es fühlt sich eher an als würde irgendeine Kleidermarke sich selbst fälschen.

Es gibt ein paar Sachen die finde ich ok (Rituale), aber sehr viele Regeln, z.B. wie die Heilung gehandhabt wird, verhindern für mich jede Immersion. Geht einfach nicht. Wenn einem dann auch noch die Spielwelten mal wieder ruiniert werden sollen lässt man es so oder so ganz. Die Gestaltung der Bücher ignoriere ich da sogar.

Klar kann man mir 4 e auch gutes Rollenspiel machen, kann man ja sogar mit DSA und auch mit ein paar anderen Brettspielen  ~;D Aber ich hab mich verarscht gefühlt, wie viele andere auch. Und ja, auch weil wir Zeit, Ideen und vor allem auch Geld in 3.5 kompatible Produkte gesteckt haben und auch heute noch stecken. Da braucht man kein Reboot von dem man ausgehen kann dass es nur als Geldmache gedacht ist - die Deppen werden das Produkt schon kaufen. Das ging mir aber nicht nur bei 4e so, ich hab auch das Reboot des Star Trek CCGs nicht mitgemacht etc. Wozu das Rad neu erfinden wenn man mit dem was man spielt froh und glücklich ist?

Aber selbst wenn 4e immersionfreundlich, weniger Brettspiel und vor allem rückwärtskompatibel gewesen wäre, wäre es bei mir gescheitert, weil alles Wichtige nur über das bescheuerte Abo online zu haben war. Tut mir leit WotC, so kann ich weder leiten noch spielen. Abgesehen davon hat das System bestimmte Gruppen, darunter auch mich, automatisch ausgeschlossen selbst wenn man gewollt hätte.

Die paar Hansels in meinem damaligen Bekanntenkreis die dann 4e gespielt haben taten dies nur aus der Not heraus, weil es nix anderes in der Nähe gab und waren nicht wirklich zufrieden. Als Computerspiel hat es keiner wirklich empfunden, nur bei ein oder zwei SLs kam auf dass man da auch gleich ein Computerspiel spielen könnte aber das ist bei Railroading-SLs in anderen Editionen schließlich auch nicht anders.

Ich kann echt nicht nachvollziehen wie jemand 4e für vernünftiges RPG den 3.5 Sachen vorziehen kann. Wenn man das Prinzip als solches nicht mag, gibt es ja noch ne Menge anderer Sachen die man Spielen kann, Midgard z.B oder Savage Worlds.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 16.04.2015 | 13:35
Aber selbst wenn 4e immersionfreundlich, weniger Brettspiel und vor allem rückwärtskompatibel gewesen wäre, wäre es bei mir gescheitert, weil alles Wichtige nur über das bescheuerte Abo online zu haben war. Tut mir leit WotC, so kann ich weder leiten noch spielen. Abgesehen davon hat das System bestimmte Gruppen, darunter auch mich, automatisch ausgeschlossen selbst wenn man gewollt hätte.
Magst du das Fett makierte mal eben etwas vertiefen?
In wie fern bist du ausgeschlossen worden?

Ich kann echt nicht nachvollziehen wie jemand 4e für vernünftiges RPG den 3.5 Sachen vorziehen kann. Wenn man das Prinzip als solches nicht mag, gibt es ja noch ne Menge anderer Sachen die man Spielen kann, Midgard z.B oder Savage Worlds.
Ich würde das vielleicht anders formulieren, aber ich denke das war eins der großen Probleme von der 4e. Viele Leute die 3.X nicht mochten, sind vorher schon von der Marke abgesprungen. Leute die 3.X mochten für die war "weniger vom alten" sicher nicht der richtige Weg. Und Neuspieler? Was für Neuspieler?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 16.04.2015 | 13:37
Es gibt ein paar Sachen die finde ich ok (Rituale), aber sehr viele Regeln, z.B. wie die Heilung gehandhabt wird, verhindern für mich jede Immersion.

Kannst du das erklären?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 13:55
Hp und Heilung sind in der 4e maximal abstrahiert. Hp-Verluste stellen keine echten Wunden dar, sondern eine Summe von kleinen Kratzern, Ausdauerverlust, angeschlagene Willens- und Widerstandskraft. Deshalb funktioniert "Heilung" eben nicht mehr nur durch echte Heilzauber, sondern auch durch motivierende und inspirierende Ansprachen etc., und die Hp regenerieren bis zu einem gewissen Umfang pro Tag in wenigen Minuten bzw. vollständig über Nacht. Für jemanden, für den Hp echte Lebensendrgie sind, ist das ein sehr weiter Sprung, und wenn man zu kurz springt, ist die Immersion hinüber.

Was ich an Grimtooth's Little Sisters Post toll finde, ist, dass man die enorme emotionale Ablehnung, die der 4e entgegen schlug, hier sehr gut nachvollziehen kann. Dass sie sich verarscht geführt hat, ist nämlich durchaus begründet.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 13:56
Ich kann echt nicht nachvollziehen wie jemand 4e für vernünftiges RPG den 3.5 Sachen vorziehen kann.

Die einfachste Erklärung ist wohl immer noch: Weil die 4E Regelmechaniken einführte welche Charakterspiel, kreatives Agieren und Spielerentscheidungen fördern. Die 3.5 noch nicht hat.

"vernünftiges RPG" ist nun schwierig zu definieren. Aber wenn wir es mal als das Ausspielen eines Charakters, und das überlegen wie dieser ein bestimmtes Problem lösen könnte definieren würden lässt sich ziemlich leicht zeigen welche Regelmechanismen neu hinzukamen, und wie sie das Spiel beeinflussen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 14:02
Zitat
...und wie sie das Spiel beeinflussen können.

Ein wenig erweitert. Denn nicht jeder wollte oder brauchte so etwas.

"Verarscht" wäre in meinem Fall ein zu harter Ausdruck. Abgesehen davon, dass WoW zu der Zeit eh mein bevorzugtes Hobby war, habe ich mir die 4E angeguckt und die Summe der Änderungen, die mir nicht gefallen haben, haben dazu geführt, dass ich keinen Sinn darin sah, es zum damaligen Zeitpunkt zu kaufen, auch nicht als Sammler. Was im Prinzip auch ganz gut war, heute kriege ich sie mehr oder weniger hinterhergeworfen.  8]

Pathfinder konnte allerdings auch nicht landen; war mir zu nah an 3.5 dran und die Regale standen damit voll. More of the same war nun auch nicht nötig.

Also einfach mal 7 Jahre keine/kaum RPG-Produkte gekauft.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 16.04.2015 | 14:04
Ich verstehs auch ,dass die Leute sich verarscht gefühlt haben, nur noch nicht so ganz warum. Der Punkt das man das Online-Abo bracuht ist soweit ich weiss falsch, wir habens zumindest auch ohne gut spielen können.

Lebensenergie war schon bei 3.X arg abstrakt. ich glaub wos be mir noch am meisten hakt ist das grade die 3.Xler so aus dem Häuschen waren, wo die 4e doch nur ne Weiterführung von Sachen war, dies in der 3.X schon gab.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 14:09
Ein wenig erweitert. Denn nicht jeder wollte oder brauchte so etwas.

Ja, das stimmt sicher. Wie gesagt: Ich kann ja nichtmal definieren ob sich der Ausspruch "vernünftiges RPG" überhaupt auf kreatives, charakterbezogenes Spiel bezieht. Gibt ja kein Copyright, genauso kann jemand vernünftiges RPG mit übermächtigen Magiern und klassischem Dungeoncrawl verbinden.

Vielleicht kann Rincewind ja etwas näher definieren was damit gemeint ist. Aber im Kontext dieser Diskussionen wäre es eben auch nicht so überraschend wenn die Definition sich dann wie eine Auflistung liest welche zu Anfang der 4E mal ein Designer machte: "Warum wir die 4E Änderungen gemacht haben" - und viele Dinge enthält bei der die 4E eigentlich extra neue Regeln einführte um dies zu fördern.

Das ist ja ein wenig das paradoxe. Die Dinge welche der 4E abgesprochen wurden sind gleichzeitig Sachen welche vielen wichtig waren. Und die die Designer deshalb eingebaut haben. Aber die einmal eingebaut dann als Angriff verstanden werden, weil sie vorher nicht drin waren. Und darum wahlweise als nicht vorhanden oder überhaupt nicht so wichtig dargestellt wurden. Wer da keinen Drehwurm kriegt war schon bei den alten Diskussionen dabei.  ;)

Die Folge ist, dass man zwei Seiten hat welche eigentlich das gleiche fordern, das gleiche von ihrem Spiel wünschen. Und völlig gegensätzliche Meinungen haben.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 16.04.2015 | 14:42

Ich würde das vielleicht anders formulieren, aber ich denke das war eins der großen Probleme von der 4e. Viele Leute die 3.X nicht mochten, sind vorher schon von der Marke abgesprungen.

Naja, mich zumindest hat die 4e wieder zu D&D zurück geführt. Klar, irgendwie eine Seltenheit, kann aber vorkommen.

Die einfachste Erklärung ist wohl immer noch: Weil die 4E Regelmechaniken einführte welche Charakterspiel, kreatives Agieren und Spielerentscheidungen fördern. Die 3.5 noch nicht hat.

Schon allein die Tatsache, dass 4e eine D&D-Variante war, an die ein Fertigkeitensystem nicht nur gewohnheitsmäßig angetackert war, hat mich für die Variante interessiert. Klar, für mich war das fertigkeitslastige Midgard ja auch jahrelang ein Vorbild.

Mal abgesehen davon, dass das Kampfsystem der 4e meine Vorstellungen eines Kampfsystems im RSP weitaus besser bedient hat als die mir bekannten 3.x-Varianten (M&M würde ich vielleicht aus Interesse noch eine Chance geben, nur einmal gespielt).

Außerdem der Aufbau des Systems, der stark auf Zusammenspiel als Gruppe ausgelegt ar.

Insofern muss man garnicht mal so tief graben, um die Frage zu beantworten, warum jemand 4e der 3e vorzieht.

Momentan spiele ich die populäre 3.x Variante mit dem anderen Namen - weil die Abenteuer ok sind, die Gruppe nett ist und der Sl gut ist und eben auf PF steht - aber die Regeln sind für mich das notwendige Übel, das ich in Kauf nehme.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 14:44
Lebensenergie war schon bei 3.X arg abstrakt. ich glaub wos be mir noch am meisten hakt ist das grade die 3.Xler so aus dem Häuschen waren, wo die 4e doch nur ne Weiterführung von Sachen war, dies in der 3.X schon gab.

Die Fans von DnD 3.x wollten wollten ein DnD 3.y, sie wollten Detailverbesserungen, die mit dem Kram im Schrank, der sie einen vierstelligen Betrag gekostet hat, kompatibel sind. 4E hat zwar viele Designentscheidungen der 3e übernommen und verbessert, aber auch viele grundlegende Dinge so verändert, dass ein völlig neues Spiel raus gekommen ist. Also müsste man den alten Kram wegschmeißen und noch mal einen vierstelligen Betrag investieren. Oder man wechselt zu Pathfinder, das genau den Anforderungen entspricht.

Ich bin mir sicher, dass der Großteil der 4e-Fans wenig bis kein 3.x gespielt hat.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 16.04.2015 | 14:46
Die Fans von DnD 3.x wollten wollten ein DnD 3.y, sie wollten Detailverbesserungen, die mit dem Kram im Schrank, der sie einen vierstelligen Betrag gekostet hat, kompatibel sind. 4E hat zwar viele Designentscheidungen der 3e übernommen und verbessert, aber auch viele grundlegende Dinge so verändert, dass ein völlig neues Spiel raus gekommen ist. Also müsste man den alten Kram wegschmeißen und noch mal einen vierstelligen Betrag investieren. Oder man wechselt zu Pathfinder, das genau den Anforderungen entspricht.

Ich bin mir sicher, dass der Großteil der 4e-Fans wenig bis kein 3.x gespielt hat.

Mcht Sinn, allerdings wars bei DSA 3 auf DSA 4 genauso, und da haben sies gern genommen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 14:54
Mcht Sinn, allerdings wars bei DSA 3 auf DSA 4 genauso, und da haben sies gern genommen.

Weil die Seele von DSA das Setting ist und nicht die Regeln, weil es kein PF-Äquivalent gab, und weil die DSA-Community tendenziell eher einfach frisst, was sie vorgesetzt bekommt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: BobMorane am 16.04.2015 | 15:03
Die Fans von DnD 3.x wollten wollten ein DnD 3.y, sie wollten Detailverbesserungen, die mit dem Kram im Schrank, der sie einen vierstelligen Betrag gekostet hat, kompatibel sind. 4E hat zwar viele Designentscheidungen der 3e übernommen und verbessert, aber auch viele grundlegende Dinge so verändert, dass ein völlig neues Spiel raus gekommen ist. Also müsste man den alten Kram wegschmeißen und noch mal einen vierstelligen Betrag investieren. Oder man wechselt zu Pathfinder, das genau den Anforderungen entspricht.

Ich bin mir sicher, dass der Großteil der 4e-Fans wenig bis kein 3.x gespielt hat.

Das war auch mein Grund 4E zu ignorieren. Hinzu kommt ja auch noch, dass man mir in der Werbung erklärte, dass ich bis jetzt ja nur Müll gespielt habe und es jetzt erst richtig ab geht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 15:09
Ich bin mir sicher, dass der Großteil der 4e-Fans wenig bis kein 3.x gespielt hat.

Ich kann es nicht unbedingt mit Statistiken beurteilen...die meisten mit denen ich die 4E gespielt habe sind aber schon länger bei D&D dabei gewesen. Ganz neue Spieler waren eher selten - einfach weil sich diese auch am einfachsten abschrecken ließen von den Forendiskussionen. Wenn man als Neuspieler sich fürD&D interessiert, und dann erstmal 10 Leute um die Ecke kommen welche "aber spiel nicht die 4e, das ist gar kein D&D - nimm lieber Pathfinder!" rufen ist die Chance halt gering, dass sie es probieren. Und Spieler welche schon länger D&D spielten diese leichter einschätzen konnten. Bis man überhaupt mal Spieler ganz neu dazu bekommen konnte welche gleichzeitig wussten das es eine neue D&D Version gibt die man ausprobieren könne und doch noch nicht die ganzen Schauergeschichten hörten vergingen bei mir Jahre, der Anteil an "Neuspielern" ist immer noch sehr gering.

Bei mir selbst ist es so, dass ich (nimmt man mal Pathfinder dazu) gut ein dutzend Jahre 3e/3.5/PF spielte. Heute spiele ich in erster Linie die 4E und AD&D.

Wie oben schon gesagt: Im Prinzip ist das auch gar nicht so ungewöhnlich, wenn man in ein beliebiges 3.5 Forum geht und dort die Kritik am System zusammenträgt liest sich dies sehr oft wie eine Werbeveranstaltung zur 4E. Auch hier braucht man nicht lang um Threads zu Dingen wie dem Balancing, oder zum Skillsystem zu  finden. Wenn ich mir heute die Fragen anschaue mit denen ich damals (zu 3.5 Zeiten) überhaupt in Foren gegangen bin, Fragen zu hinterhältigen Angriffen und ihrer Verwendbarkeit und Regelung - oder zum Thema Teleport und questlösende Zauber: Das sind am Ende Dinge welche in der 4E angegangen wurden.

Vor Jahren schrieb ich hier mal man könne immer noch in ein 3.5 Forum gehen und dort Lösungsvorschläge vorschlagen für Probleme - mit positiver Resonanz. Solange man sie nur als eigene Idee ausgibt, und nicht sagt das sie aus nunja ihr wisst schon kommen. Und das frustrierende dabei ist....ich hab das sogar mal gemacht.

Wenn man heute die oben angesprochene Liste an (aus Sicht der Designer, 2008) verbesserten Dingen durchliest, dann sind dies immer noch Dinge welche gültig sind, konkrete Probleme adressieren. Auch dann wenn man damit in ein 3.5 Forum geht.

Ich halte nicht viel davon Spieler in völlig verschiedene Kategorien einzuteilen, die meisten haben doch überraschend ähnliche Wünsche an ihr Spiel. Nur unterschiedliche Vorstellungen wie diese erfüllt werden können.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 16.04.2015 | 15:28
Am Ende des Tages ist es doch ganz einfach so: D&D 4E ist ein Spiel, welches mit den Vorgängerversionen außer dem W20-Mechanismus, HP, AC und dem Fluff sehr wenig gemein hat. Die Verwandtschaft ist ein Lippenbekenntnis. Eine Evolution fand also nur scheinbar statt. Jeder der versucht das Spiel mit 3.x-Mindset zu spielen, wird erstmal ordentlich gegen die Wand fahren. Genauso derjenige der mit 4E-Mindset versucht 3.x zu spielen. Es sind einfach vollkommen unterschiedliche Spiele. In so einer Ausgangssituation gilt ganz Allgemein: Neues bringt Leute aus ihrer Wohlfühlzone, und wenn sie nicht von Natur aus neugierig sind, führt dies zu Aggression. Dies potenziert sich übrigens, wenn man anstatt des Neuen etwas Vertrautes erwartet oder zuvor versprochen bekommt.
Dass die Ideen von 4E objektiv gut sind, kann mE sehr gut an 13th Age sehen. Kaum ist die 4E-Seriennummer abgefeilt, wird ein Spiel, das offenkundig (teilweise unter Vereinfachung) auf denselben Mindset setzt gefeiert.

Ich muss mal erproben, ob ich man am Spieltisch - ggf unter Verwendung von Weichmachern aus dem DMG - an die 5E mit einem 4e-Mindset herangehen kann.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 16.04.2015 | 15:46
Mag sein. Aber ebenso gilt:
Am Ende des Tages ist es doch ganz einfach so: D&D 3.x ist ein Spiel, welches mit den Vorgängerversionen außer HP und dem Fluff sehr wenig gemein hat. Die Verwandtschaft ist ein Lippenbekenntnis. Eine Evolution fand also nur scheinbar statt. Jeder der versucht das Spiel mit AD&D-Mindset zu spielen, wird erstmal ordentlich gegen die Wand fahren. Genauso derjenige der mit 3.x-Mindset versucht AD&D zu spielen. Es sind einfach vollkommen unterschiedliche Spiele. In so einer Ausgangssituation gilt ganz Allgemein: Neues bringt Leute aus ihrer Wohlfühlzone, und wenn sie nicht von Natur aus neugierig sind, führt dies zu Aggression. Dies potenziert sich übrigens, wenn man anstatt des Neuen etwas Vertrautes erwartet oder zuvor versprochen bekommt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: gunware am 16.04.2015 | 15:57
Aber ebenso gilt
Unterschiedliche Zeiten. Die Meckerei potenziert sich. Wenn sich jemand bei der Umstellung von AD&D auf D&D3 aufgeregt hat, kriegte das kaum jemand mit. Bei der Umstellung von D&D3.x auf D&D4 war es eine ganz andere Situation. Da war es plötzlich wie ein Schneeballeffekt. Die Erreichbarkeit war eine ganz andere.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:03

Dass die Ideen von 4E objektiv gut sind, kann mE sehr gut an 13th Age sehen. Kaum ist die 4E-Seriennummer abgefeilt, wird ein Spiel, das offenkundig (teilweise unter Vereinfachung) auf denselben Mindset setzt gefeiert.


Wo denn das? Ich hab da bisher die gleiche Kritik gehört, abgesehen von Leuten natürlich die kein D&D gespielt haben bzw nur 4e.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: FlawlessFlo am 16.04.2015 | 16:07
Letztlich ist es doch wie bei Diablo.

Diablo 3 ist ein tolles Spiel, das ich sehr gerne spiele. Diablo 2 habe ich ebenfalls geliebt.

Aber Diablo 3 ist halt nicht wie der zweite Teil, er kann mir nicht das geben, was ich vom zweiten Teil gewohnt bin. Gewisse Dinge sind gleich geblieben, aber vieles ist anders, nicht schlechter, aber auch nicht ähnlich genug, um das alte zu ersetzen. Es kann Diablo 2 nicht ersetzen, aber parallel dazu eine Bereicherung sein.


Das stimmt natürlich erst mal nur für mich, denn es hängt halt von den persönlichen Wahrnehmungen ab, was Diablo (oder eben D&D oder gar ein Rollenspiel im allgemeinen) ausmacht.


Ich finde, man kann an den Vergessenen Reichen doch ganz gut erkennen, dass D&D4 einfach eine große Veränderung war. Man musste die gesamte Welt umkrempeln um sie mit den Regeln von D&D4 darstellen zu können und man muss sie jetzt wieder umkrempeln, um sie mit D&D5 bespielen zu können. Mit D&D5 kann ich aber weitestgehend problemlos die Reiche der 2ten oder 3ten Edition bespielen. Das zeigt für mich ganz einfach, welches Spiel hier der Ausreißer ist. Ob D&D4 jetzt der Ausreißer nach oben ist, der alles (oder vieles / das meiste) besser macht, oder nach unten oder einfach auch zur Seite, das muss jeder selbst entscheiden. Das kann man nicht objektiv festmachen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 16:07
Ehrlich gesagt sehe ich nicht, welches Problem sich ergeben soll, wenn man 3.x mit 2nd-Mindset spielt. Die mechanischen Eingriffe waren sicher knackig. Das Spielgefühl ist nach meiner Wahrnehmung im Wesentlichen das Gleiche.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:11
Magst du das Fett makierte mal eben etwas vertiefen?
In wie fern bist du ausgeschlossen worden?

Ich hätte dieses kostenpflichtige Abo niemals abschliessen können (auch nicht wollen, aber das ist was anderes).

Die einfachste Erklärung ist wohl immer noch: Weil die 4E Regelmechaniken einführte welche Charakterspiel, kreatives Agieren und Spielerentscheidungen fördern. Die 3.5 noch nicht hat.

"vernünftiges RPG" ist nun schwierig zu definieren. Aber wenn wir es mal als das Ausspielen eines Charakters, und das überlegen wie dieser ein bestimmtes Problem lösen könnte definieren würden lässt sich ziemlich leicht zeigen welche Regelmechanismen neu hinzukamen, und wie sie das Spiel beeinflussen.

Charakterspiel? Kreatives Agieren? Wenn man Figuren auf einem Plan rumschieben muss? Und ich hab die 4e nie anders gespielt gesehen, meist sah es aus wie ein Tabletop mit Charakterbögen wenn man da so zugesehen hat. Ich möchte auch völlig ohne solche Hilfsmittel spielen können - ob ich es dann tue ist was anderes. Deswegen ist ja 4e für mich auch ein Brettspiel.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 16.04.2015 | 16:14
Immerhin jemand der bei seiner Meinung bleibt. Aber Rincewind ud kannst ins Tanelorn und du kannst für 1000 Euro+ Bücher kaufen aber ein Abo kaunfe kansnt du nicht?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:14
Unterschiedliche Zeiten. Die Meckerei potenziert sich. Wenn sich jemand bei der Umstellung von AD&D auf D&D3 aufgeregt hat, kriegte das kaum jemand mit. Bei der Umstellung von D&D3.x auf D&D4 war es eine ganz andere Situation. Da war es plötzlich wie ein Schneeballeffekt. Die Erreichbarkeit war eine ganz andere.

Die Meckerei was genauso vorhanden. Ich selbst hab 3e als massiver Verbesserung empfunden aber die meisten der paar Spieler mit denen ich damals spielte wollten mit 3e nichts zu tun haben. Weniger wegen der Regeln sondern eben auch weil Faerun umgekrempelt und andere Settings gar nicht mehr unterstützt wurden. Das gab sich dann auch nur weil sie weiter mitspielen wollten.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 16:17
Charakterspiel? Kreatives Agieren? Wenn man Figuren auf einem Plan rumschieben muss?

Ja, wieso nicht? Ich erkenne keinen Widerspruch. Ist auch nicht so, dass 3.x nicht am besten mit Bodenplan zu spielen ist. Sobald exakte Bewegungsraten und Entfernungen ins Spiel kommen, ist das nun mal so. Aber selbst wenn man die Kämpfe als eigenes Taktikspiel betreibt, verbietet einem niemand, sich gut vorzubereiten, indem man die Umwelt manipuliert und Fallen aufstellt, oder während des Kampfes geschickt improvisiert. Man könnte, wenn man darauf Lust hat, sogar zwischen den Kämpfen kreatives Charakterspiel zu betreiben.

Wenn du noch keine Gruppe gesehen hast, die DnD 4 anders spielt, als als Skirmisher Wargame, dann solltest du das auf die Gruppen schieben, nicht auf das Spiel.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: gunware am 16.04.2015 | 16:20
Die Meckerei was genauso vorhanden.
Ich weiß. Nur hat es kaum einer mitgekriegt. Die Foren damaliger Zeit waren anders frequentiert. Und an so viele Schlammschlachten aus Amigo-Forum kann ich mich nicht erinnern und zu AD&D-Zeiten - was gab es da großartig hier für Foren? Parsimony? Welche anderen denn noch?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 16.04.2015 | 16:21
Charakterspiel? Kreatives Agieren? Wenn man Figuren auf einem Plan rumschieben muss? Und ich hab die 4e nie anders gespielt gesehen, meist sah es aus wie ein Tabletop mit Charakterbögen wenn man da so zugesehen hat. Ich möchte auch völlig ohne solche Hilfsmittel spielen können - ob ich es dann tue ist was anderes. Deswegen ist ja 4e für mich auch ein Brettspiel.
Bullshit!
Ist kein Rollenspiel weil Miniaturen, ist und bleibt eins der dümmsten Argumente, die die Rollenspielszene in den letzten 40 Jahren hervorgebracht hat, und meine Fresse ist die Konkurrenz in dem Feld groß.
Auch wenn mir bei "Regelmechaniken für Charakterspiel, kreatives Agieren und Spielerentscheidungen" ebenfalls ganz anders wird.

Sorry das musste gerade mal raus!

Immerhin jemand der bei seiner Meinung bleibt. Aber Rincewind ud kannst ins Tanelorn und du kannst für 1000 Euro+ Bücher kaufen aber ein Abo kaunfe kansnt du nicht?
Woher weißt du das mit den Büchern, was kostet das  :T: was man heute nicht sowieso an laufenden kosten hat, die sogar vom Amt getragen werden würden?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 16.04.2015 | 16:22
Aber selbst wenn man die Kämpfe als eigenes Taktikspiel betreibt, verbietet einem niemand, sich gut vorzubereiten, indem man die Umwelt manipuliert und Fallen aufstellt, oder während des Kampfes geschickt improvisiert.

Doch, 3.5: "Wenn du Feat X nicht hast, dann geht [hier improvisierte Aktion einfügen] nicht. Wäre sonst unfair gegenüber denen, die das Feat genommen haben."

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:24
Immerhin jemand der bei seiner Meinung bleibt. Aber Rincewind ud kannst ins Tanelorn und du kannst für 1000 Euro+ Bücher kaufen aber ein Abo kaunfe kansnt du nicht?
Ich selbst kaufe nichts ich denn ich habe null Geld, momentan nicht mal ein Konto - rein technisch gehört das ganze Zeug meinem Mann (mit Ausnahme der Abenteuer da mein Cousin alles nur einmal leitet und dann weitergibt). Zu Teeniezeiten und auch noch danach hab ich auch auch fleissig kopiert was andere hatten, da mich das nix gekostet hat .

Da ich logischerweise auch keine Kreditkarte oder Ähnliches habe falle ich bei allen Onlinebestellungen sowieso raus, genau wie auch Kinder/Teenies die spielen wollten. Mein Mann würde niemals für so ein Aboprinzip irgendwas bezahlen weil er das als Betrug empfindet. Die wenigsten Eltern würden ihren Kindern sowas zahlen. Bescheuertes Geschäftsschema für ein Spiel das sich weit verbreiten sollte.

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:26
Doch, 3.5: "Wenn du Feat X nicht hast, dann geht [hier improvisierte Aktion einfügen] nicht. Wäre sonst unfair gegenüber denen, die das Feat genommen haben."

Das ist dann nur ein lahmer SL
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:29
Ich weiß. Nur hat es kaum einer mitgekriegt. Die Foren damaliger Zeit waren anders frequentiert. Und an so viele Schlammschlachten aus Amigo-Forum kann ich mich nicht erinnern und zu AD&D-Zeiten - was gab es da großartig hier für Foren? Parsimony? Welche anderen denn noch?

Ich war zu der Zeit so gut wie nicht oline, hin und wieder mal von der Uni aus bei der ich gejobbt hab aber das wars. Und da hatte ich andere Interessen als Foren  ;)

In den FLGSs wurde allerdings heftig diskutiert, da wurden auch hin und wieder die Streitereien so heftig dass jemand aus dem Laden flog. Die Spielersuchen am Schwarzen Brett wurden genauso zu einem Problem wie es jetzt ist (weil einfach die Spielerbasis viel kleiner war). Neue Spieler hat das manchmal auch abgeschreckt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: gunware am 16.04.2015 | 16:32
In den FLGSs wurde allerdings heftig diskutiert, da wurden auch hin und wieder die Streitereien so heftig dass jemand aus dem Laden flog. Die Spielersuchen am Schwarzen Brett wurden genauso zu einem Problem wie es jetzt ist
Das ist es, was ich meine. Lokal - klar, das kriegte man mit. Aber global? Es waren damals nur einzelne Punkte, wo es hochgekocht hat. Global gesehen kriegte es keiner mit, weil es noch nicht "richtig" ein global gab. Das war der Unterschied bei den Umstellungen von AD&DII auf D&D3 und D&D3.x auf D&D4.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 16:33
Charakterspiel? Kreatives Agieren? Wenn man Figuren auf einem Plan rumschieben muss?

Nein, natürlich nicht! Aber wenn dein Charakter improvisierte Aktionen nutzt. Wenn sein Hintergrund in persönliche Quests mündet, und wenn seine Aktionen auch im Kampf und in der Regelmechanik Charaktereigenschaften darstellen. Wenn also z.B. der Paladin, der Schurke und der Krieger nicht einfach nur alle "zuhauen". Sondern jeder etwas anderes tun kann, und sich z.B. auch ein Schlägertyp sich vom eleganten Schuft unterscheidet. Auch wenn beide Schurken sind. Nicht nur weil der eine Bonus A kriegt und der andere Bonus B. Sondern weil sie verschiedene Dinge tun.

Und ich hab die 4e nie anders gespielt gesehen, meist sah es aus wie ein Tabletop mit Charakterbögen wenn man da so zugesehen hat. Ich möchte auch völlig ohne solche Hilfsmittel spielen können - ob ich es dann tue ist was anderes. Deswegen ist ja 4e für mich auch ein Brettspiel.

Und letztlich ist doch genau dies auch verständlich. Eigentlich bist du da wirklich in deinen Aussagen typisch für etliche solche Aussagen, gerade in der Anfangszeit. Inklusive dem "ich hab es bisher nur so gesehen". In diesem Thread hier geht es ja unter anderem auch um die Diskussionen seinerzeit, ganz im Ausgangsposting findest du zwei Links, und sie sind voll mit solchen Kommentaren. Das ist was ich oben meinte...es gibt eine Diskrepanz zwischen den Buchinhalten und dem oberflächlichem Blick, sei es auf eine Testrunde oder das durchblättern.

Ich habe es oben ja schonmal angeschnitten: Ich liebe es ohne Battlemap zu spielen, für mich persönlich ist es oft störend wenn man eine benutzt. Eine beschreibende Spielweise vermittelt für mich ein viel schöneres Spielgefühl, viel eher das Gefühl "drin" zu sein in der Situation. Tatsächlich ist dieses Thema etwas bei dem ich der 4E ziemlich dankbar um die vereinfachten Bewegungsregeln und Regeln zu Gelegenheitsattacken und Flächenausbreitung bin. Ohne Battlemap geht damit deutlich leichter. Probiert nur kaum noch wer. ^^

Wenn du Lust hast lässt sich das auch gern mal in einer Testrunde nachstellen. Ich würde mich wirklich freuen. Alles was dafür notwendig ist, ist nicht in Schubladen zu denken. Im Prinzip ist dies was ich oben meinte. Stellt man das nebeneinander was wir beide vom Rollenspiel wollen, so ist die Chance ziemlich hoch das sich dies ähnelt. Immersion, Kreativität, Charakterspiel - Eintauchen in eine Spielwelt und spannende Beschreibungen dieser. Einfach weil dies für sehr viele Spieler gilt. Gerade wenn sie jahrelang die gleichen Spiele gespielt haben.

Es ist nur auf den ersten Blick Paradox bei gleichen Vorstellungen von dem was man will ein System so unterschiedlich zu betrachten. In Wahrheit sind es eben 2 Systeme. Das eine war Gegenstand der ganzen Flamewars...und gerade zu dieser Zeit fand man dann auch oft Leute die tatsächlich so versuchten zu spielen, und sei es nur als Proberunde.

Das andere war selten betrachtet und in Buchform.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 16.04.2015 | 16:38
Wo denn das? Ich hab da bisher die gleiche Kritik gehört, abgesehen von Leuten natürlich die kein D&D gespielt haben bzw nur 4e.
Welche Kritik hast Du denn gehört?  wtf? Der Bodenplan kann es jedenfalls nicht sein, da auf den bei 13th Age verzichtet wurde (Tipp: geht ohne Weiteres übrigens auch bei 4E - bei 3.x vielleicht nicht ganz so gut). Schick doch  mal einen Link - würde mich sehr interessieren.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:40
Bullshit!
Ist kein Rollenspiel weil Miniaturen, ist und bleibt eins der dümmsten Argumente, die die Rollenspielszene in den letzten 40 Jahren hervorgebracht hat, und meine Fresse ist die Konkurrenz in dem Feld groß.



Wenn man es nur mit Miniaturen spielen kann und eigentlich nicht will ist es ein Tabletop/Brettspiel, je nach Spielstil. 4e war drauf ausgelegt, mit Miniaturen gespielt zu werden, viel mehr als 3e oder Vorgänger.

Die Antwort auf "kann das denn ohne Figürchen und Plan gespielt werden?" ist dann normalerweise auch "theoretisch ja, aber verdammt schwer." Auf den englischen Foren wurde meist direkt von abgeraten und darauf hingewiesen dass es sich eben nicht nur um ein RPG sondern auch um ein taktisches Tabletop handelt, dass es dazu da ist mit Raster gespielt zu werden und oft wurden die Leut dumm angemacht wenn sie auf die Idee kamen es anders versuchen zu wollen. Viele der Effekte beruhen ja auf genauen Bewegungen im Raster. Klar, wenn man so gut wie ohne Kampf spielt, aber das ist in 4e ja wohl genau so selten der Fall wie in 3.5.

Wenn ich für mich sage ich will Miniaturen ist das cool, wenn mich das Spiel dazu zwingt ist es Mist.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 16:47
Welche Kritik hast Du denn gehört?  wtf? Der Bodenplan kann es jedenfalls nicht sein, da auf den bei 13th Age verzichtet wurde (Tipp: geht ohne Weiteres übrigens auch bei 4E - bei 3.x vielleicht nicht ganz so gut). Schick doch  mal einen Link - würde mich sehr interessieren.

Ich hab 13th Age nie ausprobiert, meine Infos kamen hauptsächlich aus RPGnet und EN World - wobei man sich zumindest auf letzterem Forum sicher war dass 13th Age um Längen besser wäre aber noch besser würde wenn man es noch mehr De-4eifizieren würde. Zumindest auf EN World sind aber Edition Wars streng verboten, deswegen hielt sich das da etwas zurück. Andersrum haben wohl einige 4e SLs Hausregeln aus 13th Age eingeführt. Links - acu du meine Güte ich hab doch kein eidetisches Gedächtnis, das ist lange her.  ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 16:48
Die Antwort auf "kann das denn ohne Figürchen und Plan gespielt werden?" ist dann normalerweise auch "theoretisch ja, aber verdammt schwer."

Ich denke das ist genau der Punkt. Die Antwort wirst du wirklich häufig finden. Es ist schlicht eine stark verfestigte Meinung, die natürlich aus den Flamewars der damaligen Zeit stammt. Sie wird wiederholt ohne sie zu hinterfragen.

Eine Begründung findet sich schwieriger, eigentlich hat die 4E viele Regelungen welche das Spiel ohne Battlemap erleichtern, ein paar habe ich ja oben schon angesprochen. Wenn dich das Thema interessiert gibt es das auch noch in ausführlicherer Form, mit Beispielen aus dem Spiel und dergleichen. Aber ich laber eh schon immer zu viel, darum:

Probier es einfach aus. Ich kann dich da eigentlich ziemlich gut nachvollziehen, ich hab auch so meine Probleme mit dem Rollenspielgehalt von Miniaturenbewegungen. Aber die 4E besteht nicht unbedingt daraus, das sind in erster Linie nur genau diese abgrenzenden Klischees über die wir oben diskutiert haben. Die Regeländerungen befinden sich oft an anderen Stellen.

Sie wurden halt nur weniger diskutiert.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 16:55
Wenn man es nur mit Miniaturen spielen kann und eigentlich nicht will ist es ein Tabletop/Brettspiel, je nach Spielstil.

Nö. Ein Tabletop bzw. Brettspiel ist es, wenn es keine Handlungsoptionen jenseits derjenigen, die klar durch die Regeln definiert sind, also keine Improvisation, erlaubt, und wenn es ein klares Spielziel definiert. Beides ist bei der 4e nicht gegeben.

Bloß weil da ein Brett liegt, ist es noch kein Brettspiel. Rollenspiel ist ja auch kein Würfelspiel, bloß weil da Würfel benutzt werden.

Des Weiteren gibt es auch in der 4e ein Spiel jenseits von Kämpfen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 16.04.2015 | 17:13
Schönes Beispiel: die Erkundung eines Dungeon/einer Region/eines Kontinents im Wege einer Skill-Challenge.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 16.04.2015 | 17:17
Das ist dann nur ein lahmer SL

Es ging um das System.

Klar kann ein SL 3.5 so aufbohren, dass AD&D-Herangehensweisen wirkungsvoll sind (er braucht dazu nur CR & WBL ignorieren, Schwierigkeiten für improvisierte Aktionen handwedeln und Begegnungstabellen aus älteren Editionen verwenden). Ebensogut kann er aber auch 4E so aufbohren, dass 3E-Herangehensweisen wirkungsvoll sind (genaugenommen ist das sogar weniger Aufwand, als von 3.5 zu AD&D).
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 16.04.2015 | 17:30
Ich muss jetzt auch ganz stark dafür plädieren eingefahrene Denkweisen zu hinterfragen. Wenn du, Rincewind, immer nur gehört hast, dass die 4E nur Miniaturenspiel sei, dass kein Charakterspiel und keine Optionen außerhalb von Kampf etc. stattfinden dürfen, würde ich dich bitten, die Antworten dazu zu lesen, die in diesem Thread schon ganz oft gebracht wurden und all diese verkrusteten Klischees aufzubrechen versuchen. Nur weil bestimmte Leute, die sich damals von WotC (auch zu recht durch eine dämliche Marketing-Kampagne) verarscht gefühlt haben, ein Spiel schlecht geredet haben, mit dem sie sich nie und nimmer intensiv auseinandergesetzt haben, muss man noch lange nicht diese Leuten als Experten auf dem Gebiet der 4E ansehen und alles abnicken, was diese anzukreiden hatten.
Auch sei dir dieser Thread sehr ans Herz gelegt (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,93428.0.html), der ganz konkret erklärt, wie Improvisation und Narrativität Grundbausteine der 4E sind.

Hier gilt immer wieder die Bitte, nicht immer wieder die selben, verkürzten Aussagen zu wiederholen, die nur aus zweiter Hand oder durch negativ gefärbte Eindrücke entstanden sind. Die 4E wird niemand wieder zurückbringen, der Zug ist abgefahren, das wissen auch die Befürworter der Edition. Was aber alle Beteiligten aus dieser leidigen, sich schon zu viele Jahre hinziehenden Diskussion lernen kann (die immerhin besser wird), ist ein wenig mehr über bestehende, verkrustete "ist-halt-so-und-nicht-anders"-Meinungen nachzudenken.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: User6097 am 16.04.2015 | 17:34
Mich würde interessieren, wie man 4e ohne Battlemap spielt. Was macht man z.B. wenn meine Attacke mich gleichzeitig drei Felder weit teleportieren lässt? Oder ich den Gegner 1 Feld frei bewegen kann?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 16.04.2015 | 18:05
Zitat
Mich würde interessieren, wie man 4e ohne Battlemap spielt. Was macht man z.B. wenn meine Attacke mich gleichzeitig drei Felder weit teleportieren lässt? Oder ich den Gegner 1 Feld frei bewegen kann?

Genauso wie bei 3E mit den Gelegenheitsangriffen: man orientiert sich grob an der Beschreibung und errt zugunsten des Spielers. Gelegenheitsangriffe gibt es, wenn der Spieler ansagt dass er sich aus dem Kampf zurückzieht, "dumme" Aktionen (Zauber, Tränke) im Nahkampf macht oder durch (vorher beschriebene) Umgebungsmerkmale dazu gezwungen wird sich "ungünstig" zu bewegen. Teleport oder "Heranziehen" haben dann halt ähnliche Vorteile (Gegner bewegt sich evtll. in den Nahkampf oder zumindest in Gefahr, mit Teleport können Hindernisse überwunden werden etc.).

Sicherlich sind einige Optionen dadurch nicht wirklich gleichwertig: unter Verwendung eines Bodenplans hat man sicher öfter die Möglichkeit Gelegenheitsangriffe oder solche Sachen wie "Push" oder "Pull" sinnvoll einzusetzen. Aber wenn man eher "fast & loose" spielt und es einem nicht so sehr auf Spielmacht ankommt, dann ist es OK.

Wichtiger ist, wie hier schon gesagt wurde, die Neugier und Bereitschaft sich auf das Spiel einzulassen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Crimson King am 16.04.2015 | 18:14
Mich würde interessieren, wie man 4e ohne Battlemap spielt. Was macht man z.B. wenn meine Attacke mich gleichzeitig drei Felder weit teleportieren lässt? Oder ich den Gegner 1 Feld frei bewegen kann?

Genauso, wie man bei älteren Versionen ohne Battlemap ermittelt, wer sich so alles im Wirkungsbereich des Feuerballs befindet: man beschreibt gut, bringt die Spielleitung dazu, gut und exakt zu beschreiben, fragt bei Unklarheiten nach, und überlässt die Entscheidung am Ende der Spielleitung. Der sollte man dazu natürlich ausreichend vertrauen.

Natürlich hat man es mit einer Battlemap deutlich leichter, selbst wenn es keine Rasterkarte ist und man lediglich die relativen Positionen und Entfernungen zueinander besser abschätzen kann. Das gilt aber bereits seit OD&D.

Wer 4e ohne Karte spielen will, sollte sich unbedingt 13th Age anschauen. Das ist dann genau das, was er sucht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 18:19
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass im Vergleich für die 4E wesentlich mehr Produkte zum Spielen mit Bodenplänen herauskamen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 18:25
Mich würde interessieren, wie man 4e ohne Battlemap spielt. Was macht man z.B. wenn meine Attacke mich gleichzeitig drei Felder weit teleportieren lässt? Oder ich den Gegner 1 Feld frei bewegen kann?

Die kurze Antwort hierauf ist sicherlich: Du hast es gerade getan. Mehr als diese Dinge zu beschreiben ist nicht nötig, wenn deine Aktion einen Gegner z.B. von dir wegstößt beschreibst du dies einfach - und ähnlich sieht es mit anderen Bewegungen aus.

Das alleine reicht wie gesagt, aber es geht ja immer noch besser. Darum gibt es ein paar Tipps welche man sich anschauen kann.


Aber natürlich sind dies ganz allgemeine Tipps, die für Spieler welche keine Battlemap verwenden auch nichts neues bedeuten. Nichts speziell für die 4E. Braucht man wie gesagt auch nicht - die 4E hat vereinfachte Bewegungsregeln und einfachere Regeln für Flächenangriffe und Gelegenheitsattacken. Dadurch ist diese Herangehensweise dort ohnehin etwas leichter.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 19:44
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass im Vergleich für die 4E wesentlich mehr Produkte zum Spielen mit Bodenplänen herauskamen.

Vermutlich bekam man dann deswegen von WotC die Antwort dass ein Spiel ohne Battlemap absolut nicht empfehlenswert wäre.  >;D

Hab eine der EN World diskussionen wiedergefunden.

http://www.enworld.org/forum/showthread.php?293860-Playing-4E-without-miniatures-and-the-battle-grid
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 16.04.2015 | 19:47
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass im Vergleich für die 4E wesentlich mehr Produkte zum Spielen mit Bodenplänen herauskamen.

Ich glaube bei 3E waren es, selbst wenn man PF nicht einrechnet, wesentlich mehr Produkte. Alleine die ganzen Abenteuer mit Bodenplan. Und natürlich die Dungeon Tiles und D&D Miniatures-Reihe.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Just_Flo am 16.04.2015 | 19:55
Ihr habt es geschafft, ich hab an meinem zweiten 4. Editionscharakter das bauen endlich angefangen und mir einen Account für WoW zugelegt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 19:56
Ich glaube bei 3E waren es, selbst wenn man PF nicht einrechnet, wesentlich mehr Produkte. Alleine die ganzen Abenteuer mit Bodenplan. Und natürlich die Dungeon Tiles und D&D Miniatures-Reihe.

Diese Liste sagt allerdings etwas anderes: *KLICK* (http://dmdavid.com/tag/a-complete-list-and-gallery-of-dungeon-tiles-sets/)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 20:00
^^ und vor 2006 gab es keine Miniaturen?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 16.04.2015 | 20:02
In ein Abenteuer gehört ja nun mal auch ein Bodenplan  ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Just_Flo am 16.04.2015 | 20:03
Naja, da sogar GW erst später gegründet wurde ... wobei wenn ich nachdenke ...
:)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 16.04.2015 | 20:16
^^ und vor 2006 gab es keine Miniaturen?
3.0/3.5 gab es auch noch das Miniatures Game, was eigentlich nicht wirklich etwas mit dem RPG zu tun hatte (klar hat man als Sammler der Miniaturen diese auch dann im RPG genutzt...).
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 16.04.2015 | 20:24
Hab eine der EN World diskussionen wiedergefunden.

http://www.enworld.org/forum/showthread.php?293860-Playing-4E-without-miniatures-and-the-battle-grid

Schöne Diskussion. :)

Vor allem auch mit ein paar Links auf Homebrew Sachen bei denen sich Leute Gedanken gemacht haben wie man noch besser ohne Minis spielen kann - aber auch mit recht vielen Postings die klarstellen, dass diese Herangehensweise auch so funktioniert.

Was ich nicht ganz verstehe ist wieso du oben schreibst dieser Ansatz sei immer sofort zurückgewiesen oder als "sehr schwer" dargestellt worden. Der Thread da liest sich eigentlich ganz nett und mit vielen aufgeschlossenen Stimmen.

Und wie gesagt: Es gibt ja auch keinen Grund dafür das anders zu machen.

3.0/3.5 gab es auch noch das Miniatures Game, was eigentlich nicht wirklich etwas mit dem RPG zu tun hatte (klar hat man als Sammler der Miniaturen diese auch dann im RPG genutzt...).

Ich weiß. Mir ging es auch eher darum zu sagen, dass diese Liste natürlich bei weitem nicht vollständig ist was die Verwendung von Minis und DungeonTiles oder Bodenplänen angeht. Das ganze ist einfach schon länger ein Thema. Aber immer irgendwo auch ein Thema was ein Zubehör - ein Extra geblieben ist. Man kann es verwenden, und ich hab auch zuhause eine Menge von dem Krams. Aber nötig ist es in keiner D&D Version, auch 3.5 mit all seinen komplizierten Regeln für Bewegung, Gelegenheitsattacken und für bestimmte Aktionen notwendige Positionierung haben wir jahrelang ohne Minis, Bodenplan usw. gespielt. Das geht alles.

Wenn ich heute noch 3.5 spielen würde, wäre das auch möglich. Ein paar Dinge aus der 4E würde ich klauen, einfach um es etwas einfacher zu machen. Aber es ist kein Hexenwerk zu beschreiben wie die Positionierungen und Bewegungen sind.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 16.04.2015 | 23:32
Ihr habt es geschafft, ich hab an meinem zweiten 4. Editionscharakter das bauen endlich angefangen und mir einen Account für WoW zugelegt.

Da kann nur dieses Smiley drauf folgen:   ^-^
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rentin am 16.04.2015 | 23:43
ich habe mal ein bissichen gesucht und ein paar alte Beiträge gefunden, die D&D4e eher kritisch sehen.

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,48566.25.html

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,48073.0.html

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,45782.0.html

Findet ihr, die Kritik trifft noch zu, oder sieht man das jetzt Jahre später anders?
Ja, die Kritik trifft imho immer noch zu. Ich persönlich fand die 4. Edition nach einigen Runden sehr schlecht gelungen, aber sie bietet D&D Spielern mit anderen Interessen als die meinigen, ebenfalls D&D zu spielen. (;
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 17.04.2015 | 01:04
Nö. Ein Tabletop bzw. Brettspiel ist es, wenn es keine Handlungsoptionen jenseits derjenigen, die klar durch die Regeln definiert sind, also keine Improvisation, erlaubt, und wenn es ein klares Spielziel definiert. Beides ist bei der 4e nicht gegeben.
Das relativiert sich, wenn man sich ein bißchen mit dem Tabletop-Hobby beschäftigt hat.
Warhammer VIII schlägt z.B. im deutschen Regelwälzer auf Seite 417 vor ohne Punktewerte oder gar Armeebücher zu spielen. Weitere Sektionen beschäftigen sich mit dem Selbstentwickeln von Szenarioregeln oder dem Spiel mit Spielleiter (S.427).

In Shotte and Pike steht auf S.17:
Zitat
Our aim is to provide an adapatable framework, plus a suggested "kit" of extra rules that can be altered or expanded at will.
Auf der selben Seite wird auch hier vom Spiel mit Spielleiter "third neutral party" gesprochen und von der Möglichkeit sowas wie rulings ins Spiel zu bringen.
... das sind jetzt nur mal zwei Beispiele. Ich gehe aber davon aus, dass es in etlichen anderen Regelwerken ähnliche Formulierungen gibt.

Die Behauptung im Tabletop (selbst im Brettspiel) könne/dürfe man nicht improvisieren, ist genauso wenig richtig, wie dass 4E keine sinnvollen Optionen außerhalb des Kampfes hat.


Fairerweise muss man aber auch sagen, dass im Vergleich für die 4E wesentlich mehr Produkte zum Spielen mit Bodenplänen herauskamen.
Sicher? Die Gamemastery-Sachen vom damaligen Produzenten der offiziellen Magazine - Dragon und Dungeon - nicht vergessen!
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 17.04.2015 | 05:13
Zitat
Sicher? Die Gamemastery-Sachen vom damaligen Produzenten der offiziellen Magazine - Dragon und Dungeon - nicht vergessen!
Da ich alle Magazine aus der Zeit besitze...tue ich nicht.  ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: afbeer am 17.04.2015 | 09:09
Rod of Seven Parts zu AD&D 2nd ed. hat bespielbare Bodenpläne.

Gerasterte Bodenpläne kenne ich seit der roten Box. (Zum noch einmal Abzeichnen)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 17.04.2015 | 09:11
Ich meine, dass zumindest in der Anfangszeit der 3.0/3.5 "Battlemaps" (Chessex?) Hochkonjunktur hatten.

Jedenfalls waren sie auf der SPIEL immer ausverkauft.  :o
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 17.04.2015 | 09:23
Sind die Chessex Matten denn jemals aus der Mode gekommen? Dann ist das an mir vorüber gegangen. Wir haben die  sogar zu 4e Zeiten immer lieber verwendet als die doch extrem vordefinierenden Postermaps.

Ich erinnere mich noch gut, als 2001(?) auf einer Fantasyspielfest Conrunde der SL die große Chessex auspackte - auf einmal war D&D ein anderes Spiel und die 3E machte auf einmal Sinn. Wir waren total geflasht  :)

Bis dahin hatte ich natürlich die 3E für totalen Quatsch gehalten. Ja mei, lang ist's her.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 17.04.2015 | 10:06
Ich denke am Ende ist das einfach auch eine Geschmackssache ob man lieber mit Visualisierung oder ohne spielt - und wie diese aussehen soll.

Aber bei der Kritik oben ging es ja auch weniger um die Battlemap an sich, sondern eher um die Frage: Ist das Spiel darauf reduziert, gibt es nichts anderes?

Und da ist die Antwort dann halt: Nein, eigentlich hat die 4E gerade in diesem Bereich außerhalb der Kämpfe mit neuen Regeln und besserer Einbindung derer nachgebessert - aber genau dies ist paradoxer weise der Grund warum die Kritik kam. Eben weil man für die Werbung darauf hinwies, dies und andere (erhoffte) Verbesserungen in Listen steckte "warum sollte man die 4E spielen".

Bei denen zu viele dann "warum sollte man den alten Rest, der sowas nicht hat nicht spielen" gelesen haben.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 17.04.2015 | 13:53
Bei denen zu viele dann "warum sollte man den alten Rest, der sowas nicht hat nicht spielen" gelesen haben.
Das Problem war eher, das es Leute gibt, die sagten, sie können auch sehr gut ohne Spielen, was wollen wir mit dem Zeug.
Für die gerade die "Nichtkampf" Regeln den brettspieligen Teil der 4e ausmachen.
Denen die Haare zu Berge stehen bei der Idee, eine Dugeon-Erkundung als Skill-Challenge abzuhandeln usw.

Und die haben halt von den "objektiv besseren" Regeln gar nichts. ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grubentroll am 17.04.2015 | 14:17
Der Thread macht mir auch grad Lust, meine 4E-Bücher wieder rauszuholen..

 ;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 17.04.2015 | 14:31
Das Problem war eher, das es Leute gibt, die sagten, sie können auch sehr gut ohne Spielen, was wollen wir mit dem Zeug.
Für die gerade die "Nichtkampf" Regeln den brettspieligen Teil der 4e ausmachen.
Denen die Haare zu Berge stehen bei der Idee, eine Dugeon-Erkundung als Skill-Challenge abzuhandeln usw.

Und die haben halt von den "objektiv besseren" Regeln gar nichts. ;)

Ja. Zum Teil natürlich als Abwehrreaktion, oder in der Form das gar nicht gegen die konkreten Regeln argumentiert wurde, sondern gegen das Klischee davon. Und in der ganz heißen Phase natürlich auch mit den "das ist aber nur in deinem Buch so, in Wahrheit gibt's das gar nicht" Sprüchen. Mit ein wenig mehr Beschäftigung mit diesen Dingen - sei es weil Zeit vergangen ist, und man ruhiger darüber diskutieren kann oder weil böse 4E Liebhaber sie als eigene Hausregeln in ein 3.5 Forum posten ist die Rezension des ganzen dann manchmal schon eine andere.  ;D

Aber man muss sich auch immer im klarem sein, dass die 3.5 ein tolles System ist mit dem man viel Spaß haben konnte. Die etliche gute Extraregeln hat, und von der auch viele andere Systeme und ähnliches abgeleitet sind. Am besten halt in der Form "Hey, ich hab da selbst doch jahrelang mit Spaß gehabt - alle Kritik die man äußert, alle Probleme die man anspricht sind niemals unlösbar".

Oder anders gesagt: Die Leute welche sagten "es geht auch ohne sowas" haben schlichtweg recht.

Selbst dann wenn die 4E Idee dazu ihnen durchaus helfen könnte.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 17.04.2015 | 14:34
Der Thread macht mir auch grad Lust, meine 4E-Bücher wieder rauszuholen..

 ;D

Btw. unsere Online Runde könnte noch wen gebrauchen. ^^
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 17.04.2015 | 15:48
Für die gerade die "Nichtkampf" Regeln den brettspieligen Teil der 4e ausmachen.
Ja. Wie Kurt "Ich-versteh-nur-Savage-Fate-20" Wiegel, das ja in seinem 4E-Verriss das auch gemacht hat.
Was mir daran jedes mal wieder schleierhaft bleibt: Definierte soziale Interaktionsregeln braucht es nicht, durchexerzierte Kampfregeln aber schon. Warum?

Oder ist das nur der logische Fehlschluss, mit dem insbesondere die Sozialwissenschaften zu kämpfen haben:
Die Vorstellung von Normal-Otto vom Sozialen selber umfassend Ahnung zu haben, vom anderen aber nicht?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 17.04.2015 | 15:54
Was mir daran jedes mal wieder schleierhaft bleibt: Definierte soziale Interaktionsregeln braucht es nicht, durchexerzierte Kampfregeln aber schon. Warum? 

Tradition und Gewohnheit, würde ich sagen.
Wobei ich sagen muss, dass ich mit sehr strikten sozialen Regeln - Stichwort: "Sozialer Kampf" - nicht so befriedigende Erfahrungen gemacht habe.

Grundsätzlich würde ich in Bezug auf die 4E sagen, dass man je nach Kontext entweder gar keine Skill Challenge braucht oder die Spieler gar nicht recht merken, dass sie innerhalb einer SC agieren.
Nur, weil das System ein solches Vorgehen anbietet, heißt das ja nicht, dass man zwingend ständig damit aufwarten müsste.
Wenn ein Kurt-Wiegel-SL die einfach weggelassen hätte, hätte er imho auch kein anderes Spiel gehabt als es AD&D oder 3.X an dieser Stelle gewesen wäre. (Wobei ich das Skill-System an sich in der 4E am gelungensten finde.)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 17.04.2015 | 15:59
Bei Kurt war es ja auch einfach so, dass seine Rezension sich im wesentlichem auf das durchblättern beschränkt hat. Zu den Skillchallenges prägte er seinerzeit (und das gabs in vielen Diskussionen anschließend) den Satz "man muss ja nur würfeln dabei" und das Bild von Spielern die solche Situationen quasi "wegklicken"

Das die Regelwerke dies ein wenig anders sahen war etwas was man dann noch Jahrelang in Diskussionen den Leuten erklären musste.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Dark_Tigger am 17.04.2015 | 16:22
Ja. Wie Kurt "Ich-versteh-nur-Savage-Fate-20" Wiegel, das ja in seinem 4E-Verriss das auch gemacht hat.
Was mir daran jedes mal wieder schleierhaft bleibt: Definierte soziale Interaktionsregeln braucht es nicht, durchexerzierte Kampfregeln aber schon. Warum?
A) Ich kenne den Herrn nicht, und ich kenne auch seinen Verriss nicht. Aber als Fate-Versteher grundsätzlich gegen derartige Regeln zu sein erscheint mir Schizophren.
B) Die Debatte warum Leute konkrete Regeln für soziale Interaktion nicht so Klasse finden, kannst du im "Allgemein"-Board ungefähr 20 mal durchgekaut finden*. Wenn du das anders siehst sei dir das überlassen.
C) Soziale Interaktion war nicht mein Beispiel. Ein Strohmann vom Strohmann!
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 17.04.2015 | 21:43
C) Soziale Interaktion war nicht mein Beispiel. Ein Strohmann vom Strohmann!
Du irrst dich! Dein Beispiel war nicht spezifiziert. Wenn du die in der Diskussion nicht drin haben willst, OK.
Ich bezog mich auf die Kritik von Kurt Wiegel (Youtube - GameGeeks #91 und #92) unter der Annahme, dass seine Videos hier allgemein bekannt sind. Und dort kommt genau die Argumentation vor: Die Nicht-Kampf-Sachen sind scheiße, weil sie in ein Konzept gepackt werden. Das kann man doch ausspielen!!!

B) Die Debatte warum Leute konkrete Regeln für soziale Interaktion nicht so Klasse finden, kannst du im "Allgemein"-Board ungefähr 20 mal durchgekaut finden*. Wenn du das anders siehst sei dir das überlassen.
Ist mir bekannt. Ich schrieb nirgendwo, dass man Sozial-Regeln irgendwie gut finden gut finden muss oder sollte.  Wogegen ich mich verwehre ist, dass einmal persönliches Alltagswissen universelle Gültigkeit hat und das andere Mal gar keinen Wert. Nachvollziehbare Argumentation funktioniert nicht unter solchen Prämissen. Solche wurden aber in den Edition Wars schlachtgruppen-weise ins Feld geführt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Lasercleric am 18.04.2015 | 13:43
Das Problem war eher, das es Leute gibt, die sagten, sie können auch sehr gut ohne Spielen, was wollen wir mit dem Zeug.
Für die gerade die "Nichtkampf" Regeln den brettspieligen Teil der 4e ausmachen.
Denen die Haare zu Berge stehen bei der Idee, eine Dugeon-Erkundung als Skill-Challenge abzuhandeln usw.
Das Problem liegt mE vielmehr darin, dass sich diese Leute in der Regel keine Gedanken darüber gemacht haben, warum überhaupt dieser Regelunterbau (für das Ausspielen!) ins Spiel integriert wurde und wie das überhaupt funktionieren sollte. Es ist ein System, welches das Ausspielen des Charakters abseits von Kampfbegegnungen strukturiert und mit XP fair bewertbar machen soll.

Kurt Wiegel ist ein Paradebeispiel, wie man vollkommen voreingenommen arrogant ausführliche Regelerklärungen ignorieren kann, weil man halt lieber ein lieb gewonnenes System hypen möchte. Dass gerade Savage Worlds in ähnlicher Weise Regeln für Interaktionen abseits von Kämpfen aufstellt lassen wir jetzt mal außer Betracht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Runenstahl am 30.06.2015 | 18:54
Vorweg: Die 4te habe ich nie gespielt und ich besitze nur das Grundregelwerk. Etwaige spätere Änderungen am System kenne ich nicht. Mein Urteil bezieht sich also ausschließlich auf den Eindruck den das Grundregelwerk bei mir hinterlassen hat.

D&D 4 macht zunächsteinmal vieles anders. Das sorgt natürlich bei alten D&D Hasen gleich schon für Stirnrunzeln. Ob einem die Vorgehensweise in den Regeln nun gefällt oder nicht ist natürlich Geschmackssache.

In anderen D&D Spielen haben besondere Manöver im Kampf einen Modifikator, bei der 4ten hingegen sind sie stattdessen in ihrer Anzahl begrenzt. Das ist einfach eine andere Art des Balancings und für mich weder besser noch schlechter.

Was mir gegenüber der 3.X fehlt sind einige Fertigkeiten (und Regeln). Allen voran die Handwerksregeln und die Herstellung magischer Gegenstände. Letztere Regel fehlt natürlich nicht, aber sie ist so wie sie in den Regeln steht einfach Mist. Ich muß einen Feat ausgeben um für 1000 Gold einen Gegenstand herzustellen der dann einen Marktwert von 1000 Gold hat. Das macht absolut keinen Sinn.

Den Vorwurf das sich die 4te stark an Online-Rollenspiele annhähert muß sie sich mMn durchaus gefallen lassen. Wenn im Grundregelwerk die Klassen in Kategorien wie "Striker" oder "Controller" eingeteilt werden, dann klingt das für mich halt nach Meta-Gaming (nach dem Motto welcher "Build" ist effizienter) das ich eher in Online-RPG's erwarte als beim Pen & Paper. Das ist nicht unbedingt schlecht. Aber eine solche Spielweise geht mir persönlich gegen den Strich.

Genau wie in 3.X machen viele Fähigkeiten nur Sinn (bzw sind erheblich besser einzusetzen) wenn man mit einem Bodenplan spielt. Auch hier ist es wieder Geschmackssache, aber ich selbst bevorzuge inzwischen ein Rollenspiel ohne Bodenpläne.

Alles in allem waren das Gründe für mich die 4te im Regal stehenzulassen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 30.06.2015 | 19:14
Erstmal willkommen, du bist ja noch recht neu. :)

Was ich mich frage anhand deines Postings: Hättest du denn Lust es mal auszuprobieren? Dann bekommt man meist einen etwas genaueren Eindruck, und davon abgesehen: Es schadet ja nicht zu fragen  :)

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 30.06.2015 | 19:22
Auch von hier ein "Hallo". Auch wenn es mühsam sein mag, wäre es nicht schlecht, wenn du dir den Thread mal etwas genauer anschauen würdest. Da werden einige deiner Kritikpunkte angesprochen und andere Perspektiven mit reingebracht.
(Und nimm Ardlwulfs Angebot ruhig an und spiel die 4E ein wenig, um dir ein besseres Bild von ihr zu machen.  :) )
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Runenstahl am 30.06.2015 | 20:21
Off Topic:
Danke für die Begrüßung. Ich bin zwar schon eine Weile dabei, aber bislang eher als stiller Beobachter.

Es gibt eigentlich kein System an dem ich bislang nichts zu meckern gefunden hätte. Das heißt bei mir nicht zwangsweise das ich das System "verabscheue". Im Vergleich zu D&D 4th gibt es halt Systeme die mir in ihrer Gesamtheit einfach besser liegen (z.B. D&D 5th).

Eine Proberunde wirft tatsächlich oft ein anderes Licht auf ein System. Allerdings muß man dabei das System und die "Spielrunde" trennen. DSA finde ich als System z.B. relativ schrecklich aber mit den richtigen Leuten haben wir auch mit diesem System unseren Spaß gehabt. Im Zweifelsfall (und vor allem weil ich oft der SL bin) bevorzuge ich aber Systeme dir so richtig gut liegen/gefallen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 30.06.2015 | 23:29
Allerdings muß man dabei das System und die "Spielrunde" trennen.

Das sowieso, ich hab das oben schon mal beschrieben. Mir würde heute, mit 10 Jahren Abstand bezüglich 3.5 eine Menge einfallen was ich kritisieren kann. Aber trotzdem waren es tolle Jahre, und hat viel Spaß gemacht. Heute - mit viel mehr Erfahrung als Rollenspieler, mit Jahren als Spieler des Systems würde ich vieles anders machen und ein System auch nicht mehr wirklich gut finden das ein paar der später (eben z.B. in der 4e eingeführten) Dinge nicht hat. Aber das macht den damaligen Spaß in den Runden ja nicht ungeschehen. Spielrunde und System kann man wirklich gut trennen.

Ich würde aber auch sagen, dass Spielerfahrung in einem System hilft nicht nur bezüglich der Spielrunde, sondern auch bezüglich dem Eindruck von einem System. Um mal ein Beispiel aus deiner Auflistung zu nennen: Die Rollen sind im eigentlichem Spiel deutlich flexibler und spielen sich recht unterschiedlich - die Bezeichnung ist am Ende doch eher eine grobe Kategorie.

Das liest sich beim kurzem überblättern des Buchs natürlich noch eindeutiger, und ist etwas bei dem die Spielerfahrung eben helfen kann.

Was z.B. auch ähnlich für das Thema Battlemap gilt - ein paar der Änderungen erleichtern das Spiel ohne diese deutlich, z.B. die vereinfachten Bewegungsregeln und Regeln zu Gelegenheitsattacken. Aber es wäre überraschend wenn so etwas beim drüberlesen auffällt, man muss es probieren und sich Gedanken drüber machen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 1.07.2015 | 02:25
Um mal ein Beispiel aus deiner Auflistung zu nennen: Die Rollen sind im eigentlichem Spiel deutlich flexibler und spielen sich recht unterschiedlich - die Bezeichnung ist am Ende doch eher eine grobe Kategorie.
Wobei man dazu noch sagen muss: Die Rollen gibt es in D&D im Prinzip seit es das Spiel gibt. Nur wurden sie nicht extra benannt. (Was gerade am Anfang ja auch kein Problem war, denn mit der Klasse war damals die Rolle relativ festgeschrieben.)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 1.07.2015 | 02:43
Wobei man dazu noch sagen muss: Die Rollen gibt es in D&D im Prinzip seit es das Spiel gibt. Nur wurden sie nicht extra benannt. (Was gerade am Anfang ja auch kein Problem war, denn mit der Klasse war damals die Rolle relativ festgeschrieben.)

Klar. Und wenn man mit Spielern über ihre Charaktere spricht, so käme natürlich auch ein ganz anderer Eindruck. Gerade in der 4E mit den vielfältigen Möglichkeiten sich zu individualisieren und Konzepte auf verschiedene Arten umzusetzen. Der oben angesprochene Eindruck ist halt wirklich etwas was vor allem durch die ungewohnten Begriffe zustande kommt und die Assoziatioen welche sie erwecken.

Und um mal beim ursprünglichem Ausgangsthema zu bleiben: Ein wesentlicher Grund für die gewandelte Stimmung und Wahrnehmung ist natürlich das man diesen Kontakt zu Spielern und Spielerfahrung heute viel eher schon gemacht hat oder leichter bekommen kann. Und dann halt auch feststellt das das nicht alles nur böse Brettspielminiaturenschieber sind, sondern Rollenspieler die sich für ihre Charaktere und die Story in der sie sind begeistern - und ein System spielen welches ihnen dabei auch eine Menge hilfreiches bietet. In der Anfangszeit der Diskussion traten solche Wahrnehmungen und Details hinter...nennen wir es mal "lautere" Themen zurück. Heute sind diese lang verhallt.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 1.07.2015 | 05:07
Sicherlich spielt D&D Unified (5E) auch eine Rolle. Da wurden einerseits Konzpte von 4E gut aufgenommen und andererseits ist es "jedermanns zweit oder drittliebstes D&D".

Heißt: Mit 5E gibt es ein neues, offizielles D&D, das die Mehrzahl der D&D-Spielerschaft für gut spielbar hält. Im Gegenzug gibt es mit Pathfinder, FantasyCraft, Dungeon Crawl Classics, diversen OSR-Spielen, 13th Age und eben 4E eine Reihe von Spielen, die bei verschiedenen Leuten den Platz des Lieblings-D&D einnehmen. Kurz: Mein Eindruck ist, dass in der Spielerschaft a) angekommen ist, dass verschiedene Spiele in der D&D-Familie ihre Berechtigung haben und b) dass Pathfinder auch nicht der Heilsbringer ist, als der er (von einem lauten Teil der Spielerschaft) gesehen wurde.

Das schafft Raum mit einem anderen Blick auf 4E zu schauen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Oberkampf am 1.07.2015 | 06:49
Wobei ich den Eindruck habe, dass Pathfinder durchaus die Variante von D&D ist, die für viele die erste Anlaufstelle ist. Etwas übertrieben: Neben Pathfinder sind alle anderen immer noch Nischenprodukte.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 1.07.2015 | 07:13
Wobei ich den Eindruck habe, dass Pathfinder durchaus die Variante von D&D ist, die für viele die erste Anlaufstelle ist. Etwas übertrieben: Neben Pathfinder sind alle anderen immer noch Nischenprodukte.
Denke, dass kann man so stehen lassen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 1.07.2015 | 08:53
Denke, dass kann man so stehen lassen.
+1.
Wobei ich dennoch den Eindruck habe, dass die Gleichung "Pathfinder = einzig richtiges D&D seit 3.5" mittlerweile nicht mehr aufgeht. Ganz ohne Bedeutung ist es sicher nicht, dass zum zum Beispiel! D&D5 die aktuelle IcV2-Liste anführt ... und DCC RPG ist da auch schon aufgetaucht.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Rhylthar am 1.07.2015 | 09:06
+1.
Wobei ich dennoch den Eindruck habe, dass die Gleichung "Pathfinder = einzig richtiges D&D seit 3.5" mittlerweile nicht mehr aufgeht. Ganz ohne Bedeutung ist es sicher nicht, dass zum zum Beispiel! D&D5 die aktuelle IcV2-Liste anführt ... und DCC RPG ist da auch schon aufgetaucht.
D&D 5E bitte nicht zu viel Bedeutung bemessen...Paizo hat in der Zeit nichts Nennenswertes herausgebracht und Grundregelwerke verkaufen sich wie nichts.

Warte mal die nächsten Quartale ab.  ;)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Selganor [n/a] am 1.07.2015 | 14:48
D&D 5E bitte nicht zu viel Bedeutung bemessen...Paizo hat in der Zeit nichts Nennenswertes herausgebracht und Grundregelwerke verkaufen sich wie nichts.

Warte mal die nächsten Quartale ab.  ;)
Du meinst also wie in dem Jahr in dem die 4e schon eingestellt war aber die 5e noch nicht erschienen ist?
Ist da etwa ein Pathfinder 2nd in der Mache?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 1.07.2015 | 14:55
Ihr Mäuse, wir müssen die Verkaufszahlendiskussion doch nicht auch an dieser Stelle führen.  :q
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Selganor [n/a] am 1.07.2015 | 19:19
Welche Diskussion?
Fuer eine ernsthafte Diskussion sollten die beteiligten Seiten schon einen Hauch von Fakten haben auf den sie sich berufen koennen.
Da aber bestenfalls "Kleinverlage" wie Evil Hat o.ae. mal ihre konkreten Verkaufszahlen verraten sind das sowieso nur Spekulationen auf allen Seiten.

Dann also mal zurueck zum Thema:

Momentan ist es wohl die beste Zeit die "D&D"-Fans jemals haben konnten, da fuer jede Geschmacksrichtung was da ist:
- schnell, regelarm und erzaehllastig: Dungeon World
- nicht ganz so schnell, nicht ganz so regelarm und nicht ganz so erzaehllastig, aber mit etwas mehr Taktik: 13th Age
- "wie frueher als es ausser (A)D&D noch (fast) nix gab": Die entsprechende OSR-Geschmacksrichtung
- fitzelige Charakterwerkelei bei der man auch zwischen den Sitzungen noch "spielen" kann: 3.x/Pathfinder
- Taktische Pruegelei auf Battlemap mit gut versteckten Freestyle-Optionen neben den oft zu offensichtlichen "Karten-Optionen": 4e
- der Versuch der "Common Tongue of D&D" (bei der jeder mit wenigen Hausregeln "sein" D&D hinkriegen kann): 5e

;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: alexandro am 1.07.2015 | 19:34
- schnell, regelarm und erzaehllastig: 13th Age (bei Dungeon World sind mir die "GM-Intrusions" zu häufig - da kann ich auch gleich railroaden, bevor ich dieses "System" verwende)
- nicht ganz so schnell, nicht ganz so regelarm und nicht ganz so erzaehllastig, aber mit etwas mehr Taktik: Numenera (alternativ auch gerne 5e)
- "wie frueher als es ausser (A)D&D noch (fast) nix gab": Exemplars & Eidolons
- fitzelige Charakterwerkelei bei der man auch zwischen den Sitzungen noch "spielen" kann: 3.x/Pathfinder (alternativ auch DSA 4.1 - solange man nur Charaktere bastelt und nicht spielt, ist das perfekt - wobei 3.x/PF ja teilweise (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,94476.msg1984326/topicseen.html#new) auch in die Richtung der non-spieligen Builds tendiert)
- Taktische Pruegelei auf Battlemap mit gut versteckten Freestyle-Optionen neben den oft zu offensichtlichen "Karten-Optionen": 4e
- der Versuch der "Common Tongue of D&D" (bei der jeder mit wenigen Hausregeln "sein" D&D hinkriegen kann): Savage Worlds  >;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: kalgani am 1.07.2015 | 19:40
- der Versuch der "Common Tongue of D&D" (bei der jeder mit wenigen Hausregeln "sein" D&D hinkriegen kann): Savage Worlds  >;D

sorry aber SaWo sowas von non-DnD, dass ich besser einfach nicht weiterschreibe was ich dazu sonst so noch denke.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 1.07.2015 | 19:56
D&D5 als besonders anpassbar und "Common Tongue"? Dafür fehlen mir zu viele Ansatzpunkte und das System ist in seiner Grundlegenden Mechanik zu weit weg von früheren Editionen. Was es macht ist sich auf das Kernspiel zu beschränken, aber das spricht ja eigentlich eher dagegen, dass dort jeder sein Spiel finden kann.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: ElfenLied am 1.07.2015 | 20:02
Subjektive Listen! Juchuu!   ;D
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: D. M_Athair am 1.07.2015 | 22:34
... nachdem es ja hier um die veränderte Bewertung von D&D4 geht, finde ich die Listen hier unpassend.
Als eigenes Thema fände ich "[Listen Galore] Die Geschmacksrichtungen von D&D" nicht unspannend.

Nun aber:
 :btt:


Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Vendes am 2.07.2015 | 10:41
Wobei ich den Eindruck habe, dass Pathfinder durchaus die Variante von D&D ist, die für viele die erste Anlaufstelle ist. Etwas übertrieben: Neben Pathfinder sind alle anderen immer noch Nischenprodukte.

Das bezweifle ich. Mir fällt auf, dass fast alle US-Youtuber, deren Channels ich mir oft reinziehe, von D&D 4 oder Pathfinder zu D&D 5 gewechselt sind. In manchen Fällen bestimmt nicht einmal, weil sie es für das bessere System halten, sondern weil sie einfach am Puls der Zeit bleiben wollen. Viele Einsteiger kommen heutzutage auch und vor allem über das Internet mit dem Rollenspielhobby in Berührung.

Außerdem sind die viel gerühmten Adventure Paths von Pathfinder meistens extrem kampflastig. In meinem unmittelbaren Umfeld hat es den Ruf, ein stumpfes Dungeon-Crawler-System zu sein, bei dem man ohne exzessives Min-/Maxing keine Chance hat, Schritt zu halten. Mir kommt es so vor, als wäre der Ruf inzwischen schlechter als der von D&D 4, bei dem zumindest der Eindruck aufkam, dass die taktischen Kämpfe grundsätzlich Spaß machen können, wenn man darauf steht. In den D&D4-Kaufabenteuern ist fast jeder Kampf ein kleines Kunstwerk, mit minutiös aufeinander abgestimmten Gegnern. Bei den Adventure Paths von Pathfinder kommt es dagegen vor, dass man erst auf viermal Monster X triff, dann auf dreimal Monster X, zur Abwechslung dann einmal auf Monster Y und dann wieder viermal auf Monster X. Der Ruf kommt nicht von ungefähr und das fühlt sich für mich ulkigerweise am meisten wie ein Computerspiel an (ich spiele nebenbei gerade Pillars of Eternity und Icewind Dale Enhanced Edition).

Pathfinder ist vielleicht "die erste Anlaufstelle" für D&D-3.5-Veteranen und Regelfüchse. Aber davon gibt es mittlerweile immer weniger.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Thandbar am 2.07.2015 | 11:08
Ich denke, es gibt da einen Unterschied zwischen den USA und Deutschland. Hierzulande hat mein hiesiger Rollenspielladen den Release der 5E komplett verschlafen, dafür gibt es enorm viel Pathfinder.
Vielleicht entspricht Pathfinder regelseitig - und vielleicht auch settingseitig - auch mehr den 'typisch deutschen' Interessen als 5E oder 4E.
In den Foren wird insgesamt verdammt viel über die 5E gesprochen, und anders als bei Diskussionen über Pathfinder geht es da nicht hauptsächlich um Ratschläge, wie man das System irgendwie während einer laufenden Kampagne doch noch "fixen" kann. Ich würde die 5E also nicht bagatellisieren. Sie scheint gut angekommen zu sein - nur die Übersetzungspolitik von WotC ist megascheiße.

Die 4E hat in meinen Augen Qualitäten, die von anderen D&D-Produkten nicht bedient werden (auch von 13th Age zB nicht). Insofern hat sie schon gute Chancen, eine kleine Anzahl treuer Spieler auch noch auf längere Zeit an sich zu binden.   
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Antariuk am 2.07.2015 | 13:32
Pathfinder hat durch die Pathfinder Society weltweit deutlich mehr flächendeckende Präsenz die nur indirekt an die Präsenz von Youtube Celebrities, RSP-Läden oder Cons geknüpft ist. Momentan sind die glaube ich bei ca. 60.000 gemeldeten Spielern in knapp 30 Ländern weltweit. D&D5E hat momentan noch den Vorteil "der Neue" zu sein über den man überall was lesen oder sehen kann, aber das hält auch nicht ewig vor. Haben die Küstenmagier Pläne für eine neue Living Campaign? Das letzte von dem ich weiß war Living Divine für D&D4E.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: afbeer am 2.07.2015 | 14:23
Haben die Küstenmagier Pläne für eine neue Living Campaign? Das letzte von dem ich weiß war Living Divine für D&D4E.
Living Divine (http://hobbes.viceandvillainy.org:4242//LivingDivine/) wurde von Wizards of the Coast gestemmt?
Ob das viceandvillainy.org wissen?

Adventurers League ist OP für D&D5. Für 'Living' fehlen für mich die Regionen und Charakterorganisationen.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Antariuk am 2.07.2015 | 14:27
Oh, kann natürlich sein dass Living Divine nicht von WotC war - ich hab das nur mit "Living Campaigns", bzw. Organized Play in Verbindung gebracht.

Adventurer's Leageu... ich erinnere mich. Gibt es da eigentlich irgendwelche Zahlen damit man das mal einschätzen kann?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: afbeer am 2.07.2015 | 15:11
Die Adventurers League wird mindestens in Mannheim, Marburg, Saarbrücken, München, Ulm, Nürnberg und Berlin gespielt.

Ansonsten gibt es für die Staffel 'Elemental Evil' neben den Encounters auch noch 16 D&D Expeditions und 1 D&D Epics.
http://dndadventurersleague.org/storyline-seasons/elemental-evil/elemental-evil-adventures/ (http://dndadventurersleague.org/storyline-seasons/elemental-evil/elemental-evil-adventures/)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Vendes am 7.07.2015 | 22:01
Wobei ich den Eindruck habe, dass Pathfinder durchaus die Variante von D&D ist, die für viele die erste Anlaufstelle ist. Etwas übertrieben: Neben Pathfinder sind alle anderen immer noch Nischenprodukte.

Denke, dass kann man so stehen lassen.

Wie erklärt denn die "Neben Pathfinder sind alle anderen immer noch Nischenprodukte"-Fraktion eigentlich folgende aktuelle Zahlen von Online-Plattformen?
Sind das Statistiken, die eigentlich nur zeigen, dass Pathfinder so intensiv außerhalb des Internets gespielt wird, dass es online hinter ein Nischenprodukt zurückfällt?
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 7.07.2015 | 22:52
Den Zahlen darf man natürlich nicht zu viel Vertrauen schenken, diese sind eher stichprobenhaft als ausführlich. Und immer auch abhängig davon was gerade veröffentlicht wird. Aber die 5e kommt an, und zeigt wie wichtig die Wahrnehmung der Edition ist - wie viel die damaligen Flamewars kaputt gemacht hatten. Das ein System mit stärkerem Kampffokus, rudimentärem Fertigkeitssystem, welches deutlich mehr umschmeißt als je zuvor trotzdem als "back to the roots" und "Verbindung der besten Elemente" bewertet wird ist am Ende ein klasse Marketingerfolg.

Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Vendes am 7.07.2015 | 23:42
Man kann Statistiken immer irgendwie relativieren, aber ich halte es schon für ziemlich unwahrscheinlich, dass hier das komplette Gegenteil der Realität abgebildet wurde. Nach meiner naiven Wahrnehmung deutet gerade nicht viel darauf hin, dass Pathfinder im Gegensatz zu D&D in einer Nische feststeckt. Selbst die älteren Editionen kommen auf respektable Spielerzahlen, die ich ihnen gar nicht unbedingt zugetraut hätte. Das spricht für eine treue Fanbasis, an die Pathfinder trotz angeblicher Überlegenheit gegenüber D&D 3.5 und 4 scheinbar nicht rankommt. Pathfinder scheint eben nicht "das D&D schlechthin" zu sein.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Runenstahl am 7.07.2015 | 23:51
@Arldwulf:
Das liegt wohl SEHR im Auge des Betrachters.

Die Fertigkeitssysteme tun sich nicht viel (nur das es bei der 4ten keine Handwerksfertigkeiten gibt). Und bei welchem System nun der Fokus eher auf dem Kampf liegt... nun da scheiden sich offensichtlich die Geister.

Ich kann nur sagen das mir die 5te einfach besser gefällt. Im Vergleich zur 4ten IST es ein "Back to the Roots" und die "Verbindung der besten Elemente" ist auch nicht von der Hand zu weisen. Man hat Ideen aus ALLEN vorherigen Editionen (einschließlich der 4ten) UND Pathfinder übernommen. Das kann einem durchaus gefallen (muß es aber natürlich nicht jedem tun).
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 8.07.2015 | 00:05
War auch weniger als Kritik am System gedacht als an der damaligen Situation und den Flamewars. Ich zock die 5E ja schließlich auch, und eigentlich kann man nur froh sein das D&D nicht komplett kaputt geht, und es wäre toll wenn die Edition weiterhin gut ankommt.

Und froh sein das es nicht wieder einen Flamewar gibt.

Mit den Maßstäben und der Diskussionskultur seinerzeit wäre die 5E wohl auch völlig auseinander genommen worden. Aber eben nicht weil sie so furchtbar wäre (ist sie ja gar nicht).


Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 19.08.2015 | 03:57
Die 5e ist auch durchweg ok, wenn ich auch immer noch die Magie zu dusselig finde weil bei vielem null nachgedacht wurde (spielt blos keine kleinen Magier!) . Meine Gruppen spielen bis auf eine aber nun mal alle PF und werden auch bei bleiben.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: nobody@home am 26.09.2015 | 12:12
Was mir gegenüber der 3.X fehlt sind einige Fertigkeiten (und Regeln). Allen voran die Handwerksregeln und die Herstellung magischer Gegenstände. Letztere Regel fehlt natürlich nicht, aber sie ist so wie sie in den Regeln steht einfach Mist. Ich muß einen Feat ausgeben um für 1000 Gold einen Gegenstand herzustellen der dann einen Marktwert von 1000 Gold hat. Das macht absolut keinen Sinn.

Bißchen verspätet, aber: doch, das macht schon Sinn...wenn man, leicht überspitzt ausgedrückt, die Lebensaufgabe eines D&D-Spielercharakters im Abenteuern sieht und nicht so sehr darin, in seiner Freizeit Leitern auseinanderzumontieren und die Holme mit Profit als 10-Fuß-Stangen weiterzuverkaufen. ;)

Das 4e "Enchant Magic Item"-Ritual ist eben einfach dazu da, die ansonsten evtl. nötige längere Suche nach genau dem richtigen magischen Wunschgegenstand (innerhalb der Möglichkeiten des Zaubernden -- Sachen, die über dessen Stufe hinausgehen, muß man ja immer noch anderweitig finden) und einem dazugehörigen Verkäufer abzukürzen. Deswegen entsprechen auch die Materialkosten genau dem "Marktwert" des resultierenden Gegenstands; Sinn der Übung ist halt hier gerade nicht, gegenüber dem Einkauf beim Magier oder Tempel seines Vertrauens ein paar läppische Goldstücke einzusparen oder magische Gegenstände billig herzustellen, regulär weiterzuverkaufen, und den Unterschied in die eigene Tasche zu stecken.

Ist halt ein anderer Ansatz, aber desderwegen nicht gleich kompletter Nonsens.
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Grashüpfer am 26.09.2015 | 19:43
Bißchen verspätet, aber: doch, das macht schon Sinn...wenn man, leicht überspitzt ausgedrückt, die Lebensaufgabe eines D&D-Spielercharakters im Abenteuern sieht und nicht so sehr darin, in seiner Freizeit Leitern auseinanderzumontieren und die Holme mit Profit als 10-Fuß-Stangen weiterzuverkaufen. ;)

Das 4e "Enchant Magic Item"-Ritual ist eben einfach dazu da, die ansonsten evtl. nötige längere Suche nach genau dem richtigen magischen Wunschgegenstand (innerhalb der Möglichkeiten des Zaubernden -- Sachen, die über dessen Stufe hinausgehen, muß man ja immer noch anderweitig finden) und einem dazugehörigen Verkäufer abzukürzen. Deswegen entsprechen auch die Materialkosten genau dem "Marktwert" des resultierenden Gegenstands; Sinn der Übung ist halt hier gerade nicht, gegenüber dem Einkauf beim Magier oder Tempel seines Vertrauens ein paar läppische Goldstücke einzusparen oder magische Gegenstände billig herzustellen, regulär weiterzuverkaufen, und den Unterschied in die eigene Tasche zu stecken.

Ist halt ein anderer Ansatz, aber desderwegen nicht gleich kompletter Nonsens.

Jup. Heißt ja auch Dungeons and Dragons und nicht Zimmermänner und Holzdrechsler. Aber das ist ja eigentlich auch mittlerweile common sense.  :)
Titel: Re: Die Bewertung von D&D im Wandel der Zeit
Beitrag von: Arldwulf am 26.09.2015 | 20:08
Zudem muss man das ja ein wenig korrigieren. Enchant magic item verbraucht nicht 1000 Goldmünzen für einen 1000 Goldmünzen Gegenstand, sondern arkane Materialkomponenten im Wert von 1000 Goldmünzen.

Klingt ähnlich ist aber letztlich nicht das gleiche, am Ende ist dort dann ein Magier mit Kräutern, Fläschchen oder Residium. Kauft er sich das Zeug alles neu, so wären es tatsächlich 1000 Goldmünzen die ihn das kostet. Aber man kann diese Dinge halt auch finden oder zum Teil selbst gewinnen.

Würde jemand die Kräuter, Reagenzien und solches Zeug verkaufen so gäbe es dafür deutlich weniger Geld.

Insofern: Ja, für einen Abenteurer macht es wenig Sinn sich mal kurz zum selbstständigem Produzenten neuer magischer Gegenstände zu machen. Im Kontext der Spielwelt ist es aber durchaus so, dass Leute mit derartiger Arbeit Geld machen können, und auch für den Abenteurer ist es natürlich eine schöne Sache wenn er für magische Gegenstände nicht zwingend harte Münze in die Hand nehmen muss.