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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 08:36

Titel: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 08:36
Durch eine Aussage in einem der Nebentreads (Thema Keine Motivation Regelwerke zu lesen (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,96882.msg134341860.html#msg134341860), was ich streckenweise sehr gut verstehen kann. :) ) frage ich einfach mal:


Muss ein Spielleiter (m/w) 100%ig regelfest sein oder reichen auch 50% oder soll er nur eine gute Geschichte erzählen und es reicht, wenn in der Gruppe ein Spieler helfen kann die Ideen in die Regelmechanik zu gießen?

Wie komme ich drauf?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass SLs, die sich nicht mit den Regeln beschäftigen (wollen), dass Spiel schnell zu dem machen, was sie davon erwarten. Das kann positiv sein, kann aber auch ins negative führen, wenn Vorurteile unbewusst ins Spiel geführt werden. Und ja: System matters!

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Desweiteren finde ich, dass es den Spielfluß teilweise stört, wenn es ständig heißt: "Weiß ich gerade nicht.", "Von der Option habe ich noch nie gehört." oder "Lassen wir erstmal offen."

Ich denke, dass die SL natürlich nicht 100%ig regelfest sein muss und sie muss auch nicht jede Option für jede Charakterkombination kennen, das wäre Wahnsinn bei einigen Systemen.
Aber ich erwarte doch, dass 80% der Regelbasis1 bekannt2 sein soll.
1Regelbasis schließt für mich nicht die 1000 Zauberlisten, Feats oder Lifepath-Fertigkeiten ein.
2Und bekannt meint: Bekannt, nicht auswendig rezitieren können.


In den anderen Fällen können die Spieler ja aushelfen. Nun kann man aber auch nicht verlangen, dass die Spieler mit mehr Regelerfahrung immer ihre Mitspieler in die Pfanne hauen, indem sie taktische oder anderweitig mögliche Anwendungen der Regelmechniken vorschlagen.

(http://www.rpgalchemy.com/wp-content/uploads/2015/01/GM3.gif)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.01.2016 | 08:52
Naja, Spielleiter solltem sich mit dem System beschäftigen und daraufhin arbeiten, alle typischen Spielsituationen zu beherrschen. Damit meine ich a) bei den ersten paar Sitzungen kann es schon noch holpern und b) Regeln, die nicht absehbar vorkommen oder schon dran waren, können auch später nachgeschlagen werden.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Weltengeist am 26.01.2016 | 08:54
Meine Methode (als regelfauler Spielleiter) dazu:

Grundregeln beherrschen, Erweiterungsregeln on-demand: Ich komme eigentlich schon seit vielen Jahren ganz gut damit zurecht, die Grundregeln kapiert zu haben und ansonsten lernfähig zu sein. Sprich: Ich lerne weitergehende Regeln immer dann dazu, wenn sie gebraucht werden. Manchmal in der Vorbereitung, manchmal nach der Sitzung und manchmal sogar mitten im Spiel (wenn es schnell geht).

Wichtige Szenen vorbereiten: Die Stellen, wo ich mir unsicher bin, haben mir meine Spieler bisher noch immer nachgesehen - zumal ich dann "im Zweifel für den Angeklagten" (sprich: die SC) entscheide, und wer ist schon dagegen, wenn er einen unerwarteten Vorteil bekommt? Umgekehrt ist es tatsächlich so, dass ich für Szenen, in denen es echt zur Sache gehen soll, besser vorbereitet bin als für Larifari-Am-Wegesrand-Szenen. Meine Spieler wissen aus Erfahrung, dass der Satz "Ich habe mich diesmal richtig vorbereitet" (oder gar "Ich habe die Regeln für die nächste Sitzung nachgelesen") für gewöhnlich Ärger bedeutet ;).

Spielerwissen nutzen: Auch der Ansatz, die Spieler mit einzubinden, hat bisher eigentlich immer sehr gut funktioniert. In so gut wie jeder meiner Runden sitzt mindestens ein Spieler, der in den Regeln fitter ist als ich. Ich nutze diese "wandelnden Regellexika" gerne, um mir auf die Sprünge helfen zu lassen (oder schlicht Blätterzeit einzusparen), was bisher immer gut gelaufen ist. Ein Problem hätte ich nur mit echten Regelnazis oder wenn jemand versuchen würde, bewusst zu betrügen, indem er meine Regellücken ausnutzt, um mir falsche Fakten unterzuschieben. In dem Fall würden sich unsere Wege aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen von "Rollenspiel" aber auch schnell trennen.

tl;dr: Ich komme seit vielen Jahren mit 75% Regelkenntnis prima zurecht, und ich denke meine Spieler auch.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: sangeet am 26.01.2016 | 08:56
Regelfest muss der Meister schon sein. Nicht 100%, da er viel zu tun hat, die Kampfregeln und eben Umgebungsbedingungen sollten drin sein + grober Überblick auf die Charaktere und deren Fähigkeiten.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 08:58
b) Regeln, die nicht absehbar vorkommen oder schon dran waren, können auch später nachgeschlagen werden.

Definitiv! Ich finde es vollkommen okay abtruse Situationen (Was richtet ein EMP-Tornado bei einem Alien-Raumschiff auf Basis einer organischen Technologie an ?!?) handgewedelt werden und dann schlägt das einer (Spieler oder SL) nach und berichtet vor der nächsten Session eben was er rausbekommen hat.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Siouxy am 26.01.2016 | 09:00
Die Grundkenntnisse sollte man als SL schon haben, sattelfest wird man im Lauf der Zeit von selbst.
Wie lange spielt ihr D&D 5 denn schon?
Eventuell hilft es auch, wenn einer von euch mal ein oder zwei Oneshots leitet, als Spieler geht man ja nochmals anders an die Regeln heran und ihr könnt eurer SL zeigen, wie Encounter spannend aufgebaut werden können.
Du schreibst ja, daß du eure SL schätzt - laßt sie die Encounter aus der Spielerperspektive erleben, und setzt euch dann nochmal zusammen.
Direkt auf ein anderes System oder einen anderen SL wechseln würde ich als letzte Option wählen, aber ich weiss nicht, wie eure Runde da tickt^^
Kampflastig ist ein System nur, wenn man es dazu macht - wir haben aktuell 4 Runden am Stück ohne Encounter hinter uns (was sich zufällig ergeben hat, geleitet wurde von zwei verschiedenen SLs).
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.01.2016 | 09:01
Generell finde ich, dass die SL nicht alles 100% drauf haben muss. Ich habe jahrelang in einer SR-Runde mit wechselnden SL gespielt. Ich habe immer schön Spezialisten wie Riggee und Decker gespielt und dann die SL eingewiesen, welche Sachen jetzt wie laufen könnten oder sollten (und mir dabei auch Computersysteme zusammen gefriemelt, die meinem Decker dann eine blutige Nase gegeben haben). Das geht schon.

In dem von dir beschriebenen Fall scheint das Problem aber dahin zu gehen, dass deine SL den Spieltypus, der durch eine regelgenaue Auslegung von D&D normalerweise gefördert wird, schon an sich ablehnt. Da kann dann die Regelkenntnis noch so gut oder schlecht sein, wenn ich als SL schon keinen Bock auf diese Art von Spiel habe, geht's nicht gut.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: bobibob bobsen am 26.01.2016 | 09:10
Zitat
Aber ich erwarte doch, dass 80% der Regelbasis bekannt sein soll.

Ich erwarte da sogar 100%. Nur bin ich mir nicht ganz sicher ob alle das elbe unter Regelbasis verstehen!

Für mich ist es ausreichend wenn die Sl die Spielmechaniken zum Kampf/Konfliktlösung beherrscht, wie man Schwierigkeitsgrade ermittelt und das es im Kampf/Bewegung/Anwendung von Fertigkeiten/Talente  spezielle Optionen gibt. Meist gibt es im Netz irgenwo eine Übersicht die auf 1-5 Seiten paßt, wenn er das beherrscht ist es für mich OK.

Von den Spielern erwarte ich auf alle Fälle das sie alle speziellen Dinge die Ihr Char kann beherrschen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: LordBorsti am 26.01.2016 | 09:10
Ich denke die Spielleitung sollte die Regeln so gut beherrschen, dass das Spiel am Tisch nicht zu sehr ins Stocken gerät.

Wieviel % der Regeln man dafür beherrschen muss, hängt da sehr vom System ab. Chrunchige Systeme a la D&D, DSA oder Splittermond wären zum Beispiel Vertreter, bei denen ich von der Spielleitung eine sehr gute Regelkenntnis erwarte, da das Spiel ansonsten zum erliegen kommt und die Stärken der Systeme sonst nicht genutzt werden können. Manche Systeme rocken auch nur richtig, wenn die Regeln korrekt angewendet werden, wie z.B. die PbtA RPGs.

Andere Systeme sind da "robuster". FATE funktioniert z.B. auch ganz ordentlich, wenn man die Regeln so biegt und malträtiert, dass hier ein Aufschrei durch den Fate Channel hier gehen würde  >;D

Wenn er ich merke, dass die Spielleitung das -Regelsystem einfach nicht drauf hat und auch kein Bock hat sich damit zu beschäftigen, ist meine Reaktion meistens ein anderes leichteres Regelwerk vorzuschlagen.

Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 09:14
Wie lange spielt ihr D&D 5 denn schon?

Also ich spiele D&D schon immer. (seit AD&D und sogar die alte Red-Box mal.) Die anderen sind weniger erfahren. Zwei unserer Spieler haben das aber zu ihrem Heim-System erkohren (Papa mit Kids) und sind extrem fit darin. So richtig mit Übungs-Fights, um Optionen auszuprobieren!
Damit steigt dann natürlich das Erwartungs-Regelkenntnis-Gefälle noch weiter.

In dem von dir beschriebenen Fall scheint das Problem aber dahin zu gehen, dass deine SL den Spieltypus, der durch eine regelgenaue Auslegung von D&D normalerweise gefördert wird, schon an sich ablehnt. Da kann dann die Regelkenntnis noch so gut oder schlecht sein, wenn ich als SL schon keinen Bock auf diese Art von Spiel habe, geht's nicht gut.

Das ist es. Ich hab in letzter Zeit sehr oft die Erfahrung gemacht (On- und Offline), dass ein Spiel nicht funktioniert, wenn die SL (oder ein Spieler) das System bzw. die Regelmechanik (nach erster Begeisterung) ablehnt. Und es bringt nichts, wenn irgendwer keine Lust dazu hat - ganz gleich ob Spieler oder SL.

Aber ich will hier auch nicht unsere spezifische Gruppensituation diskutieren, sondern eher allgemein bleiben.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Anastylos am 26.01.2016 | 09:16
Mir scheit auch eher das Problem zu sein dass euer SL nicht das gleiche Spiel spielen möchte wie ihr.
Ich spiele nur regelleichte Systeme, dann muss ich nicht so viele Regeln wissen und kann auch besser improvisieren und handwedeln. Wenn die Gruppe sowas nicht will wäre es problematisch. Solange alle Spaß haben und der Spielfluss nicht ins stocken gerät ist alles gut.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: blut_und_glas am 26.01.2016 | 09:33
Zur Eingangsfrage:

Nein.

Gemeinschaftsaufgaben, Arbeitsteilung und/oder Delegation.

(Und den komischen Topf mit der verwesenden Wurmmasse, was die Spielleitung überhaupt ist, lassen wir dabei lieber zu.)

mfG
jdw
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Blizzard am 26.01.2016 | 09:50
Chrunchige Systeme a la D&D, DSA oder Splittermond wären zum Beispiel Vertreter, bei denen ich von der Spielleitung eine sehr gute Regelkenntnis erwarte, da das Spiel ansonsten zum erliegen kommt und die Stärken der Systeme sonst nicht genutzt werden können.
Bei Splittermond sollten aber auch die Spieler eine gute Regel-und Charakterkenntnis haben, sonst gerät das Spiel doch arg ins Stocken.

@topic: Der Spielleiter sollte die wichtigsten Regeln auswendig (und anwenden) können. Dazu gehören imho:
a) Charaktererschaffung: Point-Buy-System oder zufallsbasiert(auswürfeln) oder ganz anders? Und die wichtigsten Schritte der Charaktererschaffung.Dazu gehört auch ein grober Überblick über Vor-und Nachteile(die aber gerne nachgeschlagen werden dürfen, kein Mensch kann sich da alle merken).
b) Der Grund(proben)mechanismus. Sprich: Welcher Würfeltyp oder Würfeltypen werden verwendet? Muss unter-oder überwürfelt werden? Oder gibt es ein Poolsystem mit Erfolgen? Wie sind die Schwierigkeitsgrade festgelegt?
c) Magie(falls es Magie gibt): Welche Arten von Magie gibt es? Wie funktioniert die Magie regeltechnisch?
d)der Kampf: Wie wird die Iniatitive bestimmt? Wie viele Aktionen hat man pro Runde? Welche Kampfoptionen hat man zu Verfügung? Wie wird der Schaden berechnet?
e) Heilung&Regeneration: Wie funktioniert die natürliche Heilung und magische Regeneration? Welche anderen Arten der Heilung & (magischen) Regeneration gibt es?
f) Sonstiges: Gibt es Modifikatoren? Gibt es Gummipunkte? Wie funktioniert das mit dem Steigern der Charaktere?

Mir scheit auch eher das Problem zu sein dass euer SL nicht das gleiche Spiel spielen möchte wie ihr.
Scheint mir auch so. Aber ein System-oder SL-Wechsel scheint mir ein plausibler Lösungsansatz zu sein.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Doomprayer am 26.01.2016 | 09:56
Kommt meiner Meinung nach immer auch ein wenig darauf an, wie lange und oft das System schon gespielt wird. Wenn jemand spontan um die Ecke kommt mit "Hey, ich hab ein neues System, wollen wir das mal ausprobieren?" erwarte ich keine besondere Regelfestigkeit. Wenn ein System dagegen jahrelang wöchentlich gespielt wird, sollte der SL die meistgenutzten Grundregeln schon drauf haben.

Für Sonderregeln, Ausnahmefälle, Erweiterungen, Zusätze etc. gilt die Regel:
"Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht."
Wobei ein schneller Zugriff auf das Medium, in dem das dann steht, in diesem Falle schon schön wäre.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Crimson King am 26.01.2016 | 09:58
100%ige Regelkenntnis ist bei Crunch-Monstern aus den DnD-, WoD und SR-Familien schlicht und ergreifend unmöglich. Die Spielleitung sollte allerdings alle Regeln beherrschen, die sie selbst zur Anwendung bringt. Das ist ja glücklicherweise bis auf die Grundregeln nur ein schmaler Ausschnitt.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Menthir am 26.01.2016 | 10:26
Ich halte es mit Crimson Kings Aussage. Eine 100%-ige Sattelfestigkeit ist nie gegeben und kann nie gegeben sein, auch bei regelarmen Systemen; allen voran dort, wo Interpretationen gewollt oder ungewollt ins Spiel kommen.
Gleichwohl sehe auch ich das Gefälle von regelstarrenden und eher regelarmen Werken, würde aber für alle System gleichermaßen argumentieren, dass der Spielleiter zumindest das Gros an Regelkanon beherrschen sollte, die Grundfunktionen verinnerlichen sollte (und dies repetativ!) und somit selbst in seinen Interpretationen und seinen Improvisationen eine gewisse Regelnähe behält.

Ich wüsste jedoch nicht, ob ich einen realistischen Prozentwert angeben kann, der nicht einfach nur willkürlich und/oder plakativ ist. Grundsätzlich wirkt eine Annäherung an das Paretoprinzip (quasi mit 20% des Aufwandes 80% der Regelkenntnis erlangen ;)) jedoch nicht unattraktiv auf mich, unter Berücksichtung von gewissen Toleranzen, wie der Anfangszeit mit einem neuen Regelwerk oder in Runden, in denen alle paar Wochen das System gewechselt wird und sei es zyklisch.

Ich denke ganz wichtig ist dabei auch die Verzahnung der Gruppe. Ich denke nicht, dass der Spielleiter der Regelguru sein muss, gleichwohl sollten auch die Spieler sich in die Regeln einarbeiten. Optionen und ein dementsprechend breites Spiel entstehen im Regelfall ja nur dann, wenn beide Seiten die Optionen während des Spiels auch erkennen und regeltechnisch abdecken können. Wer von beiden die glaubhafte Regelkenntnis mitbringt, wäre mir im Zweifel gleich; Delegatin ist - wie in vorherigen Beiträgen erwähnt - wünschenswert und oftmals nützlich. Im Idealfall kennen beide Seiten zumindest das Prinzip des behandelnden Regelaspektes in spezielleren Fällen. Und der oder die von Regelarmut betroffene SL sollte in diesem Fall dann die Verantwortung - zumindest die Szene - abgeben können oder bereit sein darüber zu (ver-)handeln.

Im Gegenzug ist es genauso schlimm, wenn Spieler oder Spielleiter regel- sprich waffenstarrend werden; sie also sehr viel Aufwand in das Erlernen des Detailregeln gelegt haben, sodass sie daraus für sich schließen, dass sie das Erlernte mit Gewalt auf die Gruppe in jeglicher Situation drücken müssen, um der Mühe gerecht zu werden. Der sicher nicht ganz richtige Begriff des Regelnazis ist schon gefallen und ich will ihn auf beiden Seiten in Ermangelung eines besseren Begriffes nutzen. Soll heißen: Wenn ich von einem Spieler oder Spielleiter ausgehe, der sich darum bemüht, annähernd an die 100% Regelfestigkeit zu erlangen (ohne dies freilich erreichen zu können) und viel Aufwand da reininvestiert und die Regeln schwertgleich führt, kann dies eine Runde genauso lähmen wie es die Regellosigkeit kann.
Auch aus diesem Grund halte ich eine angestrebt perfekte Regelkenntnis nicht für geboten.

Abschließend schließe ich mich also all jenen an, die sich dafür ausgesprochen haben, dass die Basis und Intentention des Spiels bekannt sein muss und genutzt sein soll/will (system matters), um eine gemeinsame und breite Basis zu haben. Alles darunter und darüber birgt große Gefahren für das Gleichgewicht am Spieltisch, mit den wenigen Ausnahmen, in denen man eine Gruppe hat, wo jeder Teilnehmer ähnliche Meisterschaftsideale gegenüber den Regeln trägt oder vergleichbare Ausnahmen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: 1of3 am 26.01.2016 | 10:30
Muss ein Spielleiter (m/w) 100%ig regelfest sein oder reichen auch 50% oder soll er nur eine gute Geschichte erzählen und es reicht, wenn in der Gruppe ein Spieler helfen kann die Ideen in die Regelmechanik zu gießen?

Die SL [1] sollte alle Regeln kennen, die für die SL gelten und die sie plant einzusetzen. Dazu gehören also die generellen Regeln für NSCS, aber nicht irgendwelche Klassenfähigkeiten, die nur für SCs gelten. Und wenn man schon ein Schiffskampfszenario plant, dann ist es vielleicht günstig, das vorher mal anzuschauen.

[1] Zum Gendern ist es am einfachsten über "die Spielleitung" / "die SL" zu sprechen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Rhylthar am 26.01.2016 | 10:39
Wenn ich leite, habe ich immer folgenden Anspruch gehabt:

Die Regeln mindestens genauso gut (oder besser) kennen als die Spieler. Auch die Regeln, die vornehmlich von den Spielern genutzt werden (also insbesondere Klassenfähigkeiten, etc.).

Meine Erwartungshaltung an SL ist nicht so hoch, aber ein fundiertes Grundgerüst sollte vorhanden sein, das auch nach und nach erweitert werden kann/sollte.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: eldaen am 26.01.2016 | 10:47
In Spielen, in denen der SL gegen die Spieler spielt (D&D etc) ist es natürlich wichtig, dass der SL mehr als nur die NSC Regeln kennt - wie sollte er ansonsten entsprechende Opposition aufbauen und Abenteuer planen? Insbesondere in Spielen, die Feats, Talente etc haben ist das fundamental.1

In freieren, kooperativeren Spielen ist es nicht so wichtig, da genügt es oft schon, wenn der grundlegende Proben- und Kampfmechanismus bekannt ist. Auch in Spielen, in denen dieselben Regeln für alle gelten und es nicht unzählige Ausnahmen (wieder: Feats etc) mit ihren spezifischen Regeln gibt, ist es nicht so wichtig, alle Regeln zu beherrschen, da dort die Spieler leichter aushelfen können, auch wenn es nciht nur für ihren eigenen Charakter gilt (siehe Konkurrenz Spieler - SL, oben).

1 Jaja, mir ist bewusst, dass diese These sehr provokativ ist...  ::)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 11:08
In Spielen, in denen der SL gegen die Spieler spielt (D&D etc) ist es natürlich wichtig, dass der SL mehr als nur die NSC Regeln kennt - wie sollte er ansonsten entsprechende Opposition aufbauen und Abenteuer planen? Insbesondere in Spielen, die Feats, Talente etc haben ist das fundamental.1
[...]
1 Jaja, mir ist bewusst, dass diese These sehr provokativ ist...  ::)

Ich sehe nicht, dass bei D&D die SL gegen die Spieler spielt, sondern sich an den geäusserten und besonders den unterschwelligen Wünschen der Spieler orientiert. Damit ist es gerade bei D&D die Aufgabe der SL taktisch spannende Kämpfe zu liefern1. Das wiederum erfordert schon genau das, was du sagst.

1Das kann auch darin gipfeln, dass man uninteressante Nebenkämpfe (Tür öffnen / Monster erschlagen / Raum plündern) einfach mal durchwinkt.

[1] Zum Gendern ist es am einfachsten über "die Spielleitung" / "die SL" zu sprechen.

Darum verwende ich das auch konsequent. :) Interessantes Nebenthema: Warum werden in engl. Regelwerken GM neuerdings immer mit "she" referenziert.  :P
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Boba Fett am 26.01.2016 | 11:21
Ich sehe nicht, dass bei D&D die SL gegen die Spieler spielt, ...

Einige Rollenspieler spielen den "Konfliktanteil" von D&D so, wie man das Brettspiel Descent spielt - nennen wir es mal "kompetiv".
Und das ist schon ein bisschen "gegeneinander"...

Zum Thema:
Die Spielleitung muß "hinreichend" regelfest sein.
Was hinreichend bedeutet, ist in jeder Gruppe individuell festzulegen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: eldaen am 26.01.2016 | 11:30
Ja, auf diesen Konfliktanteil bezog ich mich - in dem Thread geht es ja um Regen. Dass man da ganz abgesehen von den Regeln gutes Rollenspiel betreiben kann, will ich gar nicht (schon wieder  >;D) in Abrede stellen. Ich denke nur, dass in diesen Fällen der Regelanteil mehr Auswirkungen in Richtung kompetitiven Spielens hat als auf die Charakterdarstellung. Ich halt de jetzt auch wieder den Mund - meiner Erfahrung nach ist eben halt in solchen Fällen wichtiger, dass der SL eben auch die SC Regeln auf dem Schirm hat, als es bei anderen Systemen ist. Daher die Relevanz hier.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Conan der Barbier am 26.01.2016 | 11:45
Ich sehe das sehr schmerzfrei: Solange ich als Spieler den Eindruck habe, dass die Spielsituation für mich nachvollziehbar (und im Rahmen der Spielrealität "realistisch") per Regeln abgehandelt wird, ist es mir persönlich völlig egal, ob die entsprechende Regel in irgendeinem Buch abgedruckt ist oder vom SL improvisiert wurde oder schlicht und ergreifend ein SL-Entscheid alles ohne Würfelei regelt. Meinem Spielspaß tut es lediglich Abbruch, wenn ich stundenlang würfeln soll oder es lange Streitigkeiten über regeltechnische Fragen gibt. Früher habe ich das auch manchmal anders gesehen, aber inzwischen bin ich in Bezug auf Regeln bei dem Wahlspruch "So viele wie nötig, so wenige wie möglich" angelangt.

Wie schon weiter oben erwähnt wurde, hängt die Antwort auf die Frage des Themas stark davon ab, welchen Spielstil man bevorzugt.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 26.01.2016 | 12:24
Wie schon weiter oben erwähnt wurde, hängt die Antwort auf die Frage des Themas stark davon ab, welchen Spielstil man bevorzugt.

Nein, eigentlich nur begrenzt. Denn eine SL muss in einem regelschwerem, regelleichtem oder regellosem System wissen was sie tut oder einen gewissen Teil beherrschen.

Ob wir von DSA, CONTACT, FATE, NIP’AJIN oder dem Zettel-RPG reden, macht es einen Unterschied in der Menge der Seiten, die ich lesen muss, aber nicht im Grad der Beherrschung.

Selbst, wenn man ein komplett würfel1- und augenscheinlich regelloses Erzählspiel spielt, muss man die gesellschaftlichen Konventionen (neudeutsch Gruppenvertrag) kennen, was darf ich hier machen und was nicht. Woran habe ich Erzählrechte und wo darf ich nicht eindringen.

1 einschließlich jeder anderen Form von Zufallgeneration.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Conan der Barbier am 26.01.2016 | 12:31
Das ist zwar richtig, aber jetzt erweiterst du meines Erachtens den Kontext der Frage massiv. Im ersten Post war von Regelmechanik, Regelbasis eines Rollenspiels etc. zu lesen. Darauf bezog sich meine Antwort, und so etwas braucht es nach meiner Meinung je nach gewünschtem Spielstil eben nicht. Dass ein SL (wie auch ein Spieler) natürlich grundlegende Konventionen des Umgangs miteinander behrrschen sollte, ist klar. Diese Regeln sind ja auch nicht spezifisch auf die Situation des Rollenspiels bezogen, sondern ich erwarte auch in jeder anderen ihre Einhaltung.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Fluke Wavedancer am 26.01.2016 | 12:35
Wir spielen gerade 7te See und ich lerne die Regeln on the fly. Einer der jetzigen Spieler ist in den Regeln bewandert, hat die ersten zwei Sessions geleitet und ich übernehme gerade. Klappt bislang wunderbar. Die Magieregeln kenne ich noch gar nicht, aber das macht vorerst nix. Das handwedel ich so lange, bis ich die Zeit gefunden habe, mich da fit zu machen. Alles gut.

Insofern kann ich die Ausgangsfrage des Threads auf eigener Erfahrung klar mit "Nein!" beantworten.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Blechpirat am 26.01.2016 | 13:09
Ich bin da der Ansicht von Deep_Impact, und widerspreche Conan: In vielen Spielen ist die Regelmechanik eine Abgrenzung des Einflussbereichs der Spieler zu dem SL. Wenn man da die Regeln nicht kennt, verletzt man den (ziemlich ausdrücklichen) Gruppenvertrag, sehr viele Spieler reagieren darauf sehr negativ.

Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mir eine Regelausnahme gekauft habe (Sturmangriff über unebenes Gelände), der SL aber in Unkenntnis dieser Ausnahme entweder die Bodenbeschaffenheit nicht thematisiert oder sogar jedem erlaubt, einen Sturmangriff zu machen - das entwertet Spielerentscheidungen.

Ich bin daher der Ansicht, dass man als SL die Regeln verdammt gut kennen muss.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Orlock am 26.01.2016 | 13:22
Ich halte es, wie der Weltengeist. Die Grundregeln habe ich drauf.
Spezialregeln werden vorbereitet, wenn ich davon ausgehen muss, dass sie in der nächsten Sitzung gebraucht werden. Wenn es unerwartet kommt, wird eben mal am Tisch nachgeschlagen.
Talente und Vorteile sollten die Spieler aber schon selber drauf haben. Insbesondere bei Rules Heavy Systemen sollte jeder selber wissen, wenn er die Grundregeln aushebeln kann.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.01.2016 | 13:32
Ich bin da der Ansicht von Deep_Impact, und widerspreche Conan: In vielen Spielen ist die Regelmechanik eine Abgrenzung des Einflussbereichs der Spieler zu dem SL. Wenn man da die Regeln nicht kennt, verletzt man den (ziemlich ausdrücklichen) Gruppenvertrag, sehr viele Spieler reagieren darauf sehr negativ.

Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mir eine Regelausnahme gekauft habe (Sturmangriff über unebenes Gelände), der SL aber in Unkenntnis dieser Ausnahme entweder die Bodenbeschaffenheit nicht thematisiert oder sogar jedem erlaubt, einen Sturmangriff zu machen - das entwertet Spielerentscheidungen.

Ich bin daher der Ansicht, dass man als SL die Regeln verdammt gut kennen muss.
Verstehe ich. Ich war neulich bei einer DSA-Talent-ableit-Orgie auch kurz genervt weil ich dachte "Ok, wofür habe ich da jetzt AP in drin versenkt...". Aber auf der anderen Seite ist auch ok, mal Spielerkreativität zu belohnen, weil langfristig alle was davon haben. Dann muss der Spielstil aber auch etwas Luft lassen für "unnütze" Fähigkeiten.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 26.01.2016 | 13:44
Verstehe ich. Ich war neulich bei einer DSA-Talent-ableit-Orgie auch kurz genervt weil ich dachte "Ok, wofür habe ich da jetzt AP in drin versenkt...". Aber auf der anderen Seite ist auch ok, mal Spielerkreativität zu belohnen, weil langfristig alle was davon haben. Dann muss der Spielstil aber auch etwas Luft lassen für "unnütze" Fähigkeiten.

Ableiten war an sich ne nette Regel. Nur in der Umsetzung und Klarstellung mau.
"Du darfst mit +10 ableiten" oder gar +15, war ein schlechter Witz.
Adas hätte zu einfaches Ableiten den "wo kann man noch Ap einsparen? Ich bin Regelhecht, daher kostet mein Charakter die Hälfte von deinem"-Wahn noch verstärkt...
Kurz: Manche Regeln sollte man besser nicht wissen.

Bei uns wird die DK-Regel gerne vergessen. Die Spieler kennen sie alle, aber die SL vergessen sie oft... und wir halten dann die Klappe, wenn der Kampf "mit DK" weniger spannend schien (ob zugunsten oder zuungunsten ist egal).

Zu wenig Regeln sind Mist. Zu viele Regeln sind Mist².

Ich echauffiere mich wieder.... puh... genauer vielleicht so:
Regeln, die einem extrem wichtig sind, sollte man drauf haben.
Weniger wichtige Regeln, die zu funktionieren scheinen, kann man an einzelne Spielerexperten auslagern.
Dysfunktionale Regeln: In die Tonne damit.

(DK war nicht per se dysfunktional, im Gegenteil, aber manche Kämpfe wurden dadurch spieltechnisch lächerlich)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Khouni am 26.01.2016 | 13:49
Ich gebe meinen Spielern Belohnungen, wenn sie mir als SL zeigen, wie eine Sache für die Spieler schwieriger gemacht werden kann. Spontanes Finden eines Monsterlagers? Die Spieler nennen Elemente im Lager, die problematisch sind, sowie eine Einschätzung der ungefähren Gefährlichkeit. Alles potentielle Erfahrungsquellen.

Das könnte man bestimmt in Kämpfen und anderen regelgebundenen Situationen ähnlich machen. SL: "So, erkläre mir, wie der Ritter da an deiner Verteidigung vorbeikommen könnte. [Spieler faselt irgendetwas] Aha, soso. [SL notiert, veranschlagt allgemein eine Erfahrungsstufe mehr für den Gegner]"
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.01.2016 | 13:55
@Babo Phet:
Bei mir war es eher überraschend einfaches Ableiten, bei konsequenter Anwendung der Logik wäre von DSA eher Barbarians of Lemuria mit aufgepustetem Kampfsystem geblieben ;)

Zitat
[...] Ich bin Regelhecht [...]
Darf ich das bitte bitte als meinen nächsten Charakternamen verwenden?  :d
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Swafnir am 26.01.2016 | 14:47
Die Grundregeln sollte ein SL drauf haben. Besondere Situationen kann man dann ja nachschlagen oder man teilt sie einem Spieler zu. In unserer GoT-Runde hab ich einen Spieler der sich gerne mit Kampfsystemen beschäftigt. Wenn ich da ne Frage habe, dann frag ich den. und wenn ich eine Schlacht plane, dann schick ich ihm ne Nachricht, dass er sich das auch nochmal anschaut. Klappt bisher ganz gut.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Luxferre am 26.01.2016 | 14:59
Insofern kann ich die Ausgangsfrage des Threads auf eigener Erfahrung klar mit "Nein!" beantworten.

Andere Gründe, aber +1  :d

Ich habe schlicht keine Kapazitäten mehr für 100%ige Regelkenntnis. Daher delegiere ich oft an Mitspieler, was aber systemabhängig ist. Wenn ein System zu aufgebläht ist, dann spiele ich es nur und leite es nicht. Senile Systemflucht oder so ähnlich.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 26.01.2016 | 15:05
@ Khorned Beef
Harhar, touche

Naja, vielleicht ist das Hauptproblem für mich bei DSA4.1 (das ich im Übrigen immer noch toll finde, nur nicht sooo toll wie DSA5 und Splittermond), dass da viele ähnliche Sachen unterschiedlich geregelt sind.
-- Hybridwaffen
-- Hybridwaffentalente
-- Hybridität über Ausweichen bei Kampftalenten
Dazu
-- Spezielles bei profanen Talenten mal über hohen Talentwert geregelt (+15 Kopfwunde geht halt nur mit hohem HKW)
-- mal über Spezialisierungen (Waffenschmied nur bei Spezialisierung)
-- mal in anderes Talent
-- mal über "Berufsgeheimnis", ap-kostenpflichtig
-- mal über ingame Rezepte, die man finden kann
-- mal Überschneidungen

Dadurch wurde auch "Manche Talente sind aktiviert und manche nicht" noch lächerlicher.

Das macht es für den SL nicht gerade leichter, weil der intuitive Ansatz fehlt oder durchbrochen wird.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: YY am 26.01.2016 | 16:35
Der SL muss das Regelwerk gut genug kennen, um es "bestimmungsgemäß" anwenden können.
Das sehe ich z.B. im Eingangsbeispiel nicht gegeben; manche Systeme funktionieren eben nur, wenn man bestimmte Sachen auch genau so umsetzt, wie sie gedacht sind. Das muss der SL dann auch leisten können.

Systeme, die etwas mehr Freiraum bei der Regelanwendung bieten, sind da deutlich dankbarer.
Von daher kann ich mich dem hier
Ob wir von DSA, CONTACT, FATE, NIP’AJIN oder dem Zettel-RPG reden, macht es einen Unterschied in der Menge der Seiten, die ich lesen muss, aber nicht im Grad der Beherrschung.
nicht anschließen.

Zwischen DSA und FATE besteht mMn ein großer Unterschied, was an "Systemleistung" übrig bleibt, wenn der SL die Grundzüge halbwegs kapiert hat und sich ansonsten was zusammenschwurbelt.




Und zuletzt:
Systeme, die man selbst als begeisterter Tüftler und rules lawyer allein aufgrund ihres Umfangs (und teils ihrer Absurdität) nicht 100% beherrschen kann, gehören in die Tonne.

Weniger Regeln bzw. Regel X weniger strikt anwenden geht immer noch, wenn man alles drauf hat - nur umgekehrt wird es nichts.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: eldaen am 26.01.2016 | 16:57
+1
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: firstdeathmaker am 26.01.2016 | 17:18
Ich finde, man sollte die Regeln so gut drauf haben, dass alle damit zufrieden sind. Ganz einfach.

Bei meiner Pathfinder-Runde läuft es so ab, dass ich die Regeln im Allgemeinen besser kenne als jeder meiner Spieler. Spezialregeln versuche ich beim Schreiben der Abenteuer nachzuschlagen und mache mir dann dazu Notizen an den entsprechenden Stellen. z.B. zu Krankheits/Vergiftungsmechanik, zu Identifizierungs-DC's für Gegenstände oder Zauber/Zaubertypen. Wenn ich eine Regel nicht weis und abschätzen kann, dass ich diese nicht so schnell finden werde, dann improvisier ich eine Regel, sag das den Spielern aber auch offen und frage, ob sie damit einverstanden sind. Dabei hat es bisher noch keine Probleme gegeben, im Notfall würde ich dann halt die Regel recherchieren, aber da ist bei uns immer der Konsens gewesen, dass wir den Spielfluss wichtiger finden als die korrekten Regeln. Und die richtigen Regeln schlage ich dann in der Nachbereitung nach, berichte davon am Anfang der nächsten Spielrunde und hoffe, das wenigstens einer von uns sich das richtig merkt...

Wenn ich einen Powerplayer mit extrem guter Regelkenntnis und unfairer Ausnutzung dieser, als Spieler hätte, würde das aber nicht funktionieren. Hab ich aber zum Glück nicht.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Bad Horse am 26.01.2016 | 19:47
Ich habe selbst eine D&D-Runde aufgegeben, weil mir das zu frickelig mit den Regeln wurde und ich da wesentlich mehr Aufwand in System Mastery hätte stecken müssen. Als SL kann ich die Regeln ganz gern zumindest gut genug, dass ich mir Rulings aus dem Ärmel schütteln kann, die zum System passen.

Als Spieler ist es mir nicht so wichtig, ob ein SL die Regeln gut beherrscht, solange er nicht beratungsresistent ist und sich von den Leuten, die sich besser auskennen, unterstützen lässt.

Was nicht geht: SL beherrscht die Regeln nicht und handwedelt irgendwas zusammen, wie es ihm gerade passt und worauf man sich nicht verlassen kann, und will dann auch keine Hinweise, wie die Regeln tatsächlich funktionieren.  :P
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 26.01.2016 | 20:03
Ich hab auch in 3.5/PF immer noch kein Gedächtnis dafür mir alle Regeln bzw Optionen merken zu können, mit SpliMo ist es ähnlich. Bisher hatte ich nich in jeder Runde jemanden dabei der es im Zweifelsfall wusste oder man hat in den Onlinerunden eben die Regelwerke auf. Bei allen meinen SLs ist das auch so.

Wichtig ist, die Grundsätzlichen Regeln zu wissen und wo man nachgucken/wen man fragen kann.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Rhylthar am 26.01.2016 | 20:13
Ich denke, man sollte ein wenig zurück auf den Ausgangspost gehen oder zwischen den Rollenspielen differenzieren.

Für mich ist ganz klar:
Komplett D&D 3.5/Pathfinder im Kopf ist so ziemlich unmöglich. Ein Regelleichtgewicht wie <Setze Namen> kann/sollte man aber doch in den größten Teilen beherrschen.

Rollenspiele, die durch zahlreiche Zusatzbände mit Regeln glänzen, teilen sich ja (hoffentlich) auf einen Regelkern und eben die zusätzlichen Regeln auf. Ersteres sollte man als SL gut beherrschen, bei zweiterem ist doch eh nur das relevant, was am Tisch vorkommt. Niemand muss Psionics-Regeln kennen, wenn keiner einen Psionic spielt (auch nicht als NSC).
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Chruschtschow am 27.01.2016 | 12:48
Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mir eine Regelausnahme gekauft habe (Sturmangriff über unebenes Gelände), der SL aber in Unkenntnis dieser Ausnahme entweder die Bodenbeschaffenheit nicht thematisiert oder sogar jedem erlaubt, einen Sturmangriff zu machen - das entwertet Spielerentscheidungen.

Ich bin daher der Ansicht, dass man als SL die Regeln verdammt gut kennen muss.

Jain. Es gibt wirklich ein paar üble Regelschwergewichte, die das nicht leicht machen. An der Stelle ist mir eine SL lieber, die sich vom Spieler sagen lässt, wie gerade die Regel ausschaut und das auch akzeptiert. Da gibt es ja gerne auch Spielleitungen, die in Ermangelung der Regelkenntnis sagen: "Wir machen das jetzt so, wie ich das sage, und schauen später nach," ohne eben die vorhandenen Regelkenntnis von Spielern zu akzeptieren.

Nicht falsch verstehen, ich will da auch keine Diskussion am Spieltisch in der Situation. Es wäre nur schön, wenn manch einer da über seinen Schatten springt und sagt: "Wir machen das jetzt so, wie Spieler X das sagt, und schauen später nach." Damit werden auch die Entwertungen wegfallen oder weniger, wenn X auf den holprigen Boden hinweist.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 27.01.2016 | 13:03
Diskussionen am Spieltisch sind die Hölle. Mag ich gar nicht. Aber man durchaus kurz sagen: "Kann das jemand erklären oder hat jemand eine schnelle Idee wie wir das abhandeln?".

Bei den typischen Geht-Das?-Fragen mag ich es am liebsten immer noch: W6 werfen und gerade geht und ungerade geht nicht. Fertig!

Gestern haben wir auch wieder gespielt.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Amromosch am 27.01.2016 | 15:46
MMn ist eine gute Regelkenntnis der SL eine Voraussetzung, um dauerhaft zu spielen.

Ohne gute Regelkenntnisse kann niemand gut handwedeln / improvisieren. Einfach weil das Handwedeln dann nicht im Sinne der Regeln (Balancing etc.) möglich ist. Und so entwertet die SL automatisch Spielerentscheidungen.
Und das versaut mir persönlich schnell den Spielspaß. Das finde ich bspw. erheblich schlimmer als Story-Railroading.

Aber: Mit guter Regelkenntnis (keinesfalls 100%iger) kann die SL viele Situationen auch handwedeln/improvisieren. Und dadurch kann dann flüssiges Spielen ohne Frust und ohne viel Nachschlagen stattfinden.

Daher mMn: Absolut notwendig für häufiges Spielen (abseits vom System-Ausprobieren).
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Ginster am 27.01.2016 | 15:59
Bin da leider gebranntes Kind, hätte mir bei einigen SL durchaus mehr Regelkenntnis gewünscht. Allerdings erwarte ich kein Lexikon oder extremes Wissen. Ein gutes Grundverständnis des "Regelgerüsts" ist mE aber unerlässlich. Eine gutes Handwedelgefühl ergänzt das fehlende Wissen auch gut. Achja, ein wichtiger Skill ist meines Erachtens auch: "wissen, wo es steht" und Ressourcen (Bücher, Online-Nachschlagewerke, PDFs) schnell und gezielt zu nutzen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Just_Flo am 27.01.2016 | 18:03
Am Anfang reicht ein Grundgerüst. Dies sollte aber dann halt stark zunehmen, bzw. manche Teile an andere ausgelagert werden.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Feuersänger am 27.01.2016 | 19:49
Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mir eine Regelausnahme gekauft habe (Sturmangriff über unebenes Gelände), der SL aber in Unkenntnis dieser Ausnahme entweder die Bodenbeschaffenheit nicht thematisiert oder sogar jedem erlaubt, einen Sturmangriff zu machen - das entwertet Spielerentscheidungen.

Da setze ich noch einen drauf:
Ich habe schonmal mit einem SL gespielt, der erstens keine große Lust hatte sich mit irgendeinem System zu beschäftigen -- und dann auch gleichzeitig nichts zuließ, was er selbst nicht kannte. Um also bei deinem Beispiel zu bleiben, das wäre bei ihm ungefähr so gelaufen:
SL: "Du kannst hier keinen Sturmangriff machen, da ist schwieriges Gelände"
Du: "Aber ich habe doch Nimble Charge, das erlaubt genau das."
SL: "Nein, hast du nicht."

Kurzum, bei dem war die Spielleitung weitgehend Handwedelei, und egal wie gut oder schlecht der eigene Charakter etwas auf dem Papier konnte, in der Praxis gelang ausschließlich das, was dem SL in den Kram passte.

Entsprechend zur Ausgangsfrage: ja, ein SL muss hinreichend regelfest sein. Nicht unbedingt 100% -- je nach Regelwerk ist das eh illusorisch. Aber mindestens 80%, besser >90%. D.h., Rückfragen / Nachschauen nur maximal jedes 5. bis 10. mal, sonst geht ja gar nichts vorwärts am Tisch. Und _wenn_ ein SL da Lücken hat, die er zu bequem ist zu schließen, muss das _sein_ Problem sein und nicht das der Spieler.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklaue am 27.01.2016 | 20:08
@Ausgangsfrage: Wenn der SL ein System nicht mag, hat es keinen Sinn, es zu spielen.

Wenn ich D&D 5 also leite, um zu zeigen, dass Kämpfe optionsloses Runtergewürfel sind, kann ich das wohl zeigen, Spaß macht das aber keinen.

Eine gewisses Mindestmaß an Beschäftigung mit dem Regelwerk, aber auch eine gewisse Begeisterung für das Regelwerk (ich würde sogar sagen, letzteres kann ersteres in Teilen ersetzen) ist vonnöten.

Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: AcevanAcer am 27.01.2016 | 22:06
Ein Spielleiter sollte neben den Charakteren die bei ihm Spielen, eine Verhältnismäßig genaue Vorstellung von dem besitzen was sie können. Nichts ist frustrierender als mit einer guten Idee zu scheitern, nur weil der SL dies in seinem Abenteuer nicht bedacht hat.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Arkam am 27.01.2016 | 22:49
Hallo zusammen,

ich sollte als Spielleiter einer Runde regelfest sein. Natürlich gibt es genügend Ausnahmen, last uns Mal eben System X ausprobieren oder auch neue Spielleiter die das System als Spieler zwar kennen aber eben als Spielleiter noch ein paar Regel Lücken haben.
Eine Prozentzahl will ich garnicht angeben. Aber der Spielleiter sollte die Regeln beherrschen die die Spieler nutzen können. Natürlich kann er auch Teilgebiete delegieren aber dann wird auch ein anderer Mitspieler zum Teilspielleiter.
Aus meiner Sicht darf die Regel Unkenntniss des Spielleiters nicht dazu führen das die Wahl des Spielers was die Möglichkeiten seines Charakters angeht entwertet wird oder aber durch hangewedelte Regeln vorhandene Regeln entwertet werden. - OK wenn alle einverstanden sind und keiner Lust zum Nachschauen hat geht das dann doch in Ordnung. Da reicht dann aber aus meiner Sicht ein einziger Widerspruch aus um auf die gegebenen Regeln zurückzufallen.

Gruß Jochen
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 28.01.2016 | 15:25
Der Spielleiter sollte wissen, wie eine Probe funktioniert.
Der ganze Rest kann ausgelagert werden.

Aber mich stört am meisten, wenn ein Spielleiter nicht weiß, welcher Zuschlag angemessen sei, dabei wird gerade das in aktuellen Systemen recht prominent präsentiert.

Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 28.01.2016 | 15:40
Der Spielleiter sollte wissen, wie eine Probe funktioniert.

Das nenn ich mal eine überschaubare Anforderung. :)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 28.01.2016 | 16:02
Nur verstehen das viele nicht.....
Meinem SL liege ich damit schon seit Wochen in den Ohren und dann wieder "Macht mal ne Körperbeherrschungsprobe!" (+0).

Bei Cthullhu war das einst noch schlimmer, wo man selbst als Kundiger oft nur 40% hatte. "Mach mal ne Probe"..... und dann wundern, dass das Abenteuer nicht voran geht.

Traurig ist, dass beides sehr gute Spielleiter sind/waren. Aber über die Angemessenheit von Zuschlägen und Erleichterungen, ne, da denken die nicht nach. "Passt scho, ist ja +0" ..... NEIN PASST NICHT!!!! AAAAAAAAHHHHHH, HULK SMASHES
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 28.01.2016 | 16:12
Okay, jetzt verstehe ich was du meinst. Er soll nicht die Probenmechanik verstehen (W20 + Fertigkeit > 15 = Erfolg), sondern er soll die relative Bedeutung einer Probe in der Spielwelt verinnerlicht haben.

Da stimme ich dir zu, muss aber auch sagen, dass das oftmals einer der Punkte ist, die kann man sich nicht anlesen oder probespielen (gegen sich selbst). Das erfordert meistens Erfahrung. Und hier unterscheidet es sich ganz stark von Rollenspiel zu Rollenspiel, um rauszubekommen, wie und wann eine Probe die Spieler fordert, überfordert oder gar sinnlosem Auto-Würfeln gleichkommt.

Ich glaube da spielt auch oftmals eine gewisse Mentalität rein. Nun hat man einen Spieler der hat - keine Ahnung... - Klettern auf 95%. Damit möchte er wirklich jede normale Situation meistern können, weil er Klettern zu eine Art Wesenszug seines Charakters gemacht hat (Artist, Gebirgsjäger, Industriekletterer....).
Es gibt aber SLs, die brauchen ein gewissen Grad an Spieler-Scheitern und machen dann abstrus schwierige Proben. Das ist erstmal ärgerlich, verschiebt aber langfristig an Gleichgewicht des Schreckens .... der Zahlen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 29.01.2016 | 11:35
Ich kenne  ja nur DSA und Splittermond (und bedingt Cthullhu*), aber da werden bei 5.0 bzw aktuell die Angemessenheit von Erschwernissen an prominenter Stelle präsentiert. Mit Einschränkungen auch bei 4.1.

Ich verstehe schlichtweg nicht, warum sich SL so schwer tun mit erleichterten Proben.

Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt eine Probe verlange und es dann doch tue, muss es folgerichtig eine erleichterte Probe sein.

*Bei %-Systemen, wo der Großteil der Werte sich im 40%-Spektrum bewegt, müsste die erleichterte Probe sogar der Standard sein.
(Es sei denn, man lässt sie gleich weg und geht vom Gelingen aus...)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Deep_Impact am 29.01.2016 | 11:49
Ich kenne  ja nur DSA und Splittermond (und bedingt Cthullhu*), aber da werden bei 5.0 bzw aktuell die Angemessenheit von Erschwernissen an prominenter Stelle präsentiert. Mit Einschränkungen auch bei 4.1.

Das werden sie bei fast allen System und in der Regel pendeln die sich so um die 50% Wahrscheinlichkeit ohne Modifiaktoren für einen nicht-alltägliche Situation ein.

Beispiel: Traveller 2W6 >=8 oder D&D W20 > 10 oder Gumshoe W6 >= 4
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: bobibob bobsen am 29.01.2016 | 12:17
Zitat
Aber mich stört am meisten, wenn ein Spielleiter nicht weiß, welcher Zuschlag angemessen sei, dabei wird gerade das in aktuellen Systemen recht prominent präsentiert.

Ich kenne eher Sl die sich über die Angemessenheit von Zu- oder Abschlägen keine Gedanken machen sonder den umgekerten Weg wählen und die Schwierigkeit nach dem Können der SC bestimmen und das geht mir immer gewaltig gegen den Strich.
Damit z.B. dem auf Heimlichkeit spezialisierten SC die Möglichkeit des Versagens eröffnet wird (Spannung erzeugen) habe alle anderen erst gar keine Chance die Probe überhaupt zu schaffen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Weltengeist am 29.01.2016 | 16:32
Och, es gibt auch ganze Systeme, die vom Design her Wert darauf legen, dass die Spieler nix hinkriegen...
(Wenn ich jetzt Namen nenne, krieg ich wieder Ärger mit den Fanboys... >;D)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Just_Flo am 29.01.2016 | 16:41
Keine Sorge, ich verspreche es ir, ich rege mich nicht auf :)
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Khouni am 29.01.2016 | 21:46
Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mir eine Regelausnahme gekauft habe (Sturmangriff über unebenes Gelände), der SL aber in Unkenntnis dieser Ausnahme entweder die Bodenbeschaffenheit nicht thematisiert oder sogar jedem erlaubt, einen Sturmangriff zu machen - das entwertet Spielerentscheidungen.

Ich bin daher der Ansicht, dass man als SL die Regeln verdammt gut kennen muss.

Das kenne ich nur zu gut. Man geht davon aus, dass das System strinkt angewendet wird, baut einen Charakter, der zB schneller Waffen ziehen oder mehr tragen kann... und dann kommen die Einschränkungen nicht zum Tragen. Wenn man dann auf solche Einschränkungen hinweist (in der Hoffnung, dasss sie dann zumindest für Feinde gelten mögen), ist man gleich der Verräter, der das von den Mitspielern gehütete Geheimnis "Das geht eigentlich nicht" an den Spielleiter verrät; immerhin nimmt man dadurch den anderen Charakteren ein paar Optionen weg. Richtig ärgerlich und unnötig. In solchen Fällen muss man dann hoffen, dass der SL erlaubt, den Charaker umzubauen, wenn er keine Lust, solche "kleinen" Regeln im Spiel zu nutzen.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Sethomancer am 30.01.2016 | 01:26
Für mich  kommt es drauf an wie Authoritär der Spielstil des SL ist. Ein SL der "alles im Grigg" haben will und die letzte Authorität der Runde darstellt sollte auch die Regeln entsprechend beherrschen um seine Entscheidungen begründen zu können.
Eine Runde die wiederum sehr kooperativ spielt kann Regelkenntnisse auch durchaus "outsourcen".
Wichtig ist das die Regelkenntnisse zu einer Regelfestigkeit führen, die Regeldiskussionen minimiert, denn das nervt beim Spiel
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Greifenklause am 3.02.2016 | 11:58
Ich würde es noch kürzer fassen: "Wichtig ist, dass Regeln Regeldiskussionen minimieren!"
Provokativ: "Regeln, die murksig sind, verdienen es nicht, gemerkt zu werden!"
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Timberwere am 8.02.2016 | 16:20
Mir ist eine Kooperation in der Gruppe am liebsten. Als SL sollte ich die Regeln schon einigermaßen beherrschen, finde ich, aber alles kann man nicht wissen. Dann muss es aber drin sein, dass man rumfragt: "Helft mir mal schnell, wie war das bei [Fall XYZ] genau?".
Irgendwelche eventuell anfallenden Handwedeleien sollten aber innerhalb des Regelkerns zumindest einigermaßen plausibel sein und später durch Nachschlagen, wie es denn nun eigentlich gehört, fürs nächste Mal untermauert bzw. widerlegt werden.
Titel: Re: Muss die Spielleitung zwingend regelfest sein?
Beitrag von: Raptor Jesus am 12.02.2016 | 13:13
Also, in meinem Fall hab ich meist 'n halbwegs brauchbares Grundwissen, abhängig davon, wie lange das Spiel schon geht auch mehr. In jedem Fall weiß ich, wonach ich suchen muss. Und mehr erwarte ich im Grunde auch nicht von meinem SL. Von mir aus kann der auch gar keine Ahnung haben und einfach nur mal gerne 'ne Geschichte erzählen, solange er dann aufgeschlossen für Vorschläge ist, reicht das auch.