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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: eldaen am 15.02.2016 | 17:23

Titel: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: eldaen am 15.02.2016 | 17:23
Ich lese hier häufig, dass der Nachschub an Material ein entscheidendes Kriterium für RPGs sei.

Warum?

Wozu braucht man immer noch mehr Details zum Setting oder noch mehr Regeln und Optionen?
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Bad Horse am 15.02.2016 | 17:27
Um die Leute mit System-ADHS bei der Stange zu halten. ;)

Außerdem: Um der Fantasie neues Futter zu geben; und es hat nicht jeder die Zeit / Lust, sich selbst Abenteuer auszudenken.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Noir am 15.02.2016 | 17:32
Um die Leute mit System-ADHS bei der Stange zu halten. ;)

Außerdem: Um der Fantasie neues Futter zu geben; und es hat nicht jeder die Zeit / Lust, sich selbst Abenteuer auszudenken.

Vor allem letzteres scheint mir ein sehr wichtiger Grund zu sein. Für mich persönlich sind Kaufabenteuer durchaus wichtig, leider gibt es gefühlt echt nur noch selten Kaufabenteuer für Systeme abseits von DSA. Klar, ich kann eigentlich jedes Fantasy-Abenteuer in jedem Fantasy Rollenspiel nutzen ... da benötigt dann aber auch ETWAS Zeit um es umzubauen. Ich mag es, wenn ich Abenteuer direkt für "mein" System kaufen, lesen und dann zocken kann.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: KhornedBeef am 15.02.2016 | 17:41
Gute Kaufabenteuer sind praktisch, wenn man noch nicht so sicher bei der Strukturierung ist einfach nicht mehr Zeit hat, Quasi railroading für den SL ;).
Quellenbände sind fast für den gegenteiligen Fall: Wenn man im groben Hintergrund des Grundwerks einen Aspekt gefunden, der einem total zusagt und über den man mehr wissen will. Und Selberausdenken gut und schön, aber manchmal ist es eben kein Zufall das jemand für ein Spiel schreibt und ich nicht...
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: blut_und_glas am 15.02.2016 | 17:43
Warum?

Ich halte es mit der Antwort auf diese Frage mit Klopfer:

"Wenn man nichts nettes zu sagen hat, dann soll man lieber still sein."

mfG
jdw
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Ludovico am 15.02.2016 | 17:46
Ich lese hier häufig, dass der Nachschub an Material ein entscheidendes Kriterium für RPGs sei.

Warum?

Wozu braucht man immer noch mehr Details zum Setting oder noch mehr Regeln und Optionen?

Durch Materialnachschub generiert ein Verlag Umsätze. Diese Umsätze erlauben Support. Generiert er keine Umsätze mehr, weil das Material nicht mehr gekauft wird, wird der Druck eingestellt und der Support zurückgefahren.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: eldaen am 15.02.2016 | 17:51
Lasst mcih das präzisieren: Warum brauhct man als Spieler/Spielleiter immer neues Material?

Okay, Abenteuer kann ich nachvollziehen. Aber der Rest?

@ludovico: Aber wenn cih doch neben einem Regelwerk und setting ncihts brauche, wieso brauche ich dann support?
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: eldaen am 15.02.2016 | 17:52
Ich halte es mit der Antwort auf diese Frage mit Klopfer:

"Wenn man nichts nettes zu sagen hat, dann soll man lieber still sein."

mfG
jdw

Hähähä... na, auf die eigentliche Antwort wär ich ja mla gespannt... PN vielleicht?
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Grubentroll am 15.02.2016 | 17:52
Leute lesen gern Zeugs, und andere schreiben das gern.

Brauchen tut man nix davon.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Rhylthar am 15.02.2016 | 17:54
Kurze Antwort:

Weil ich scheissfaul bin...aber auch ein Informationsjunkie.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Noir am 15.02.2016 | 17:55
@ludovico: Aber wenn cih doch neben einem Regelwerk und setting ncihts brauche, wieso brauche ich dann support?

Support generiert gegebenenfalls potentielle Mitspieler. Heutzutage ist es für einen WFRP 2nd Edition Fan ungleich schwieriger eine Runde zu finden, als noch zu den glorreichen Tagen, als man es im Laden kaufen konnte.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Swafnir am 15.02.2016 | 17:56
Ich lese einfach gerne Sachen über Settings die ich spiele/leite. Aber es darf auch nicht zu genau sein. Im Grunde hast du recht: Man "braucht" das GRW - wenn da alle Regeln drin sind.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Maarzan am 15.02.2016 | 18:07
Brauchen in Form von "muss sein, sonst funktioniert es nicht" wohl nicht.

Eigentlich wäre für Leute mit genügend Zeit und Kreativität das Hörensagen von bestehenden Spielen schon genug.

Neues Material:

* nimmt eigene Arbeit ab
* gibt entsprechende Anstöße zum Gebrauch oder zur Weiterverwurstung.
* erweitert den Anwendungsbereich des Bestehenden und tut dies konsistent und nachlesbar, was wichtig wird, wenn man mit wechselnden/ fremden Spielern spielt oder einfach um sich die Vorabdiskussionen bei der Eigenentwicklung zu sparen.   

Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: KhornedBeef am 15.02.2016 | 18:25
Brauchen in Form von "muss sein, sonst funktioniert es nicht" wohl nicht.

Eigentlich wäre für Leute mit genügend Zeit und Kreativität das Hörensagen von bestehenden Spielen schon genug.

Neues Material:

* nimmt eigene Arbeit ab
* gibt entsprechende Anstöße zum Gebrauch oder zur Weiterverwurstung.
* erweitert den Anwendungsbereich des Bestehenden und tut dies konsistent und nachlesbar, was wichtig wird, wenn man mit wechselnden/ fremden Spielern spielt oder einfach um sich die Vorabdiskussionen bei der Eigenentwicklung zu sparen.
Richtiger Hinweis, nicht nur die Faulheit, auch die mangelnde Kanonisierung (falls erwünscht) spricht gegen selber machen. Also besserselber machen lassen (https://www.youtube.com/watch?v=dapqMeQCdcs) ;) .
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: YY am 15.02.2016 | 18:50
Wozu braucht man immer noch mehr Details zum Setting oder noch mehr Regeln und Optionen?

Brauche ich nicht.

Im Gegenteil, erfahrungsgemäß komme ich bei fast jedem System irgendwann an den Punkt, wo ich neue Regeln komplett überflüssig finde, wo mich neue Settingdetails ernsthaft stören usw..

Mir ist es meistens lieber, wenn ich ein inspirierendes GRW habe und selbst weiter basteln kann. Ggf. mit Erweiterungen, die verschiedene Anwendungen bestehender Regeln aufzeigen oder jede für sich unterschiedliche Richtungen bearbeiten, anstatt immer weiter Material auf den selben Haufen zu schaufeln.


Dem Phänomen, dass "lebendige"/aktive/aktuelle Systeme spürbar mehr gespielt werden, bin ich dann aber doch ein Stück weit ausgesetzt, weil ich ja Mitspieler brauche.
Bei einigen wenigen Systemen mache ich den Zirkus also mindestens teilweise mit.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: KhornedBeef am 15.02.2016 | 18:54
Ein grundsätzlich inspirierendes Grundregelwerk finde ich auch nötig, aber ich finde es auch legitim, wenn ein Verlag sagt, hey, dazu könnten wir noch tonnenweise schreiben, aber es macht in mehrfacher Hinsicht keinen Sinn jetzt ein 1200 Seiten Regelwerk auf einen möglicherweise begrenzten Markt zu knallen.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: YY am 15.02.2016 | 19:19
aber es macht in mehrfacher Hinsicht keinen Sinn jetzt ein 1200 Seiten Regelwerk auf einen möglicherweise begrenzten Markt zu knallen.

 ;D

Ja, das stimmt schon.

Aber ich habe bei einigen Systemen den Eindruck (auch über Editionen hinweg), dass einige Erweiterungen mit dem GRW zusammen quasi aus einem Stück gemacht werden und es nach hinten raus deutlich zerfasert - das ist dann i.d.R. der Moment, wo ich aussteige, d.h. nicht mehr unbesehen alles kaufe, was erscheint.

Kleine Klitschen oder Einzelautoren sagen manchmal auch selbst "So, das Ding ist von meiner Seite aus fertig - der Rest ist eure Sache, ich bringe nichts mehr Neues raus, stehe aber weiter für Bastelberatung, Fachsimpeleien usw. zur Verfügung".
Hat mMn was, aber für die größeren Fische ist das aus mehreren Gründen kein gangbarer Weg.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: KhornedBeef am 15.02.2016 | 20:41
[...]
Aber ich habe bei einigen Systemen den Eindruck (auch über Editionen hinweg), dass einige Erweiterungen mit dem GRW zusammen quasi aus einem Stück gemacht werden und es nach hinten raus deutlich zerfasert - das ist dann i.d.R. der Moment, wo ich aussteige, d.h. nicht mehr unbesehen alles kaufe, was erscheint.
[...]
Den Effekt kenne ich. Und bei Dark Heresy und Rogue Trader wird jeweils das erste Erweiterungsbuch de facto als Standard angesehen so a la "wie ihr spielt ohne xyz???"
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Ludovico am 16.02.2016 | 09:46
@ludovico: Aber wenn cih doch neben einem Regelwerk und setting ncihts brauche, wieso brauche ich dann support?

Wenn Du eine feste Gruppe hast, die ein OOP-Spiel über lange Zeit spielt (oder immer mal wieder) dann brauchst Du keinen Support.
Wenn Du aber Spieler benötigst, dann brauchst Du Support und halt auch Marketing. Wenn der Verlag beides auf 0 fährt, dann wird die Spielersuche erschwert, zumal es heutzutage eine Vielzahl an attraktiven Systemen gibt, die weiterhin unterstützt werden. Außerdem ist mein Eindruck, dass es auch keinen SL-Mangel gibt (zumindest in HH).
Die Spieler haben im Gegensatz zu früher also mehr Möglichkeiten zu spielen als damals.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: ArneBab am 18.02.2016 | 12:40
Frage anders herum: Warum habe ich ~30 Gurps-Bücher im Schrank stehen, und alle gelesen?

1. Ich lese sie gerne.
2. Sie bringen mich auf neue Ideen.

Außerdem ist die Erschaffung von konsistenten, interessanten Geschichten echte Arbeit. Sonst bräuchten wir ja auch keine neuen Romane, Bücher oder Filme. Neues Material macht es viel einfacher, interessante Runden zu leiten: Ich muss weniger erfinden, um den Spielern etwas zu liefern, das auch mich interessiert.

Und es gibt Themen, die aktuell im RL wichtig sind, die im Setting verarbeitet werden können, um die Beteiligten emotional erreichen.

Abschließend stimme ich Ludovico zu: Aktiv beworbene Systeme finden mehr Spielende, und die Werbung muss irgendwer machen. Außerdem wirkt etwas Neues meist interessanter als etwas schon lange Existierendes. Ob nun ein Verlag oder die Fans die Werbung machen und die neuen Materialien erschaffen ist aber vermutlich egal.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: KhornedBeef am 18.02.2016 | 12:43
[...]Ob nun ein Verlag oder die Fans die Werbung machen und die neuen Materialien erschaffen ist aber vermutlich egal.
Advocatus Diaboli: Na, wieviel Fanbücher hast du denn im Regal? ;)
Sonst aber Zustimmung
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: ArneBab am 18.02.2016 | 12:45
Advocatus Diaboli: Na, wieviel Fanbücher hast du denn im Regal? ;)
Sonst aber Zustimmung
Auf Platte ~10. Wobei… jeder On-Page-Dungeon ist effektiv Fanspiel. Und der GRT wird auch wieder neue Fanspiele liefern — koordiniert von Verlegenden (ob die gleich als Verlage gelten, kann ich nicht sagen). Jede Fanzine beinhaltet Fan-Schöpfungen. Ich habe viele, viele Envoyer im Schrank. Gelten die?

Im Regal… 5 indies? Zählt der Fan-Shadowtalk im SR Arsenal 2060? Buch von Fans ist halt immer schwierig: Das braucht Geld. Aber Fudge z.B. ist ein Paradebeispiel für ein Fan-Spiel.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: mattenwilly am 18.02.2016 | 13:00
Mag bei Fäntelalter anders sein aber bei Traveller war es so:

Neue SB mit anderen Regionen/Zeiten liefern mir einen ganz anderen Background/ein anders Feeling bei den selben Regeln. "Gateway Domain" hat ganz andere Optionen als die "Bahnhofnutte Spinwärts-Marken" (Wenn ich sie konsequent spiele), "Hard Times / 1126" spielen sich anders als "Büros und Bürokraten / 1105". Und das alles ohne das ich mir den massiven Zeitaufwand antun muss das alles selbst zu entwerfen, zu testen etc. Da das GDW und QLI Material ausserdem NUR für das OTU geschrieben war UND mit grobem Pinsel zeichnete war es sofort verwendbar.

Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Boba Fett am 18.02.2016 | 13:13
Wozu braucht man immer noch mehr Details zum Setting oder noch mehr Regeln und Optionen?

kurz:
Weil wir immer noch Jäger und Sammler sind!

lang:
Weil Menschen gerne konsumieren und Rollenspiele von (kleinen) Unternehmen veröffentlicht werden, die mit ihrem Produktausstoß und -vertrieb ihre Existenz sichern.
Weil Menschen gerne lesen und sich inspirieren und begeistern lassen.
Weil die "ich stelle was for free ins Netz  oder for 'print-on-demand' Kosten zur Verfügung" Idee noch sehr sehr jung (wesentlich jünger als das RSP) und noch sehr wenig verbreitet ist.

Ansonsten BRAUCHT man es nicht.
Aber was braucht der Mensch schon wirklich, ausser eine sichere Unterkunft, Kleidung, Essen, Hygiene und medizinische Versorgung?

Gegenfrage:
Wenn das Grundkonzept des Rollenspiels bekannt ist, warum kauft der Rollenspieler dann ständig neue Regelwerke, anstatt sich EIN Regelkonzept zu schaffen und seine Rollenspiele damit selbst zu gestalten?
Nimm ein Regelkern, der Dir zusagt (Ubiquitty, GURPS, d20, was auch immer) und mach den Rest selbst.
Eigentlich braucht der Mensch auch kein Setting, denn alle Settings sind nur Abstaktionen der realen Welt und können selbst erdacht werden - vor allem, weil die meisten Settings auch durch die gängigen Medien stark inspiriert werden...

Und:
Warum kauft jemand ein Regelwerk, läßt sich begeistern und anstecken, spielt und nutzt es eine Weile, stellt fest dass es (natürlich) nicht perfekt ist und verscherbelt es billig, nur um sich dann vom nächsten Hype anstecken zu lassen und das Rad erneut eine Runde drehen zu lassen...?
Er könnte doch genauso gut, sich die Zeit, in der er frustriert mit Schimpfen verbracht hat, sich hinsetzen und die Mängel durch Hausregeln ausbessern und bei dem System, dass ihn begeistern konnte, bleiben
und die Dinge, die ihn von den nächsten Hypes ansprechen einfach in sein Spiel integrieren...
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Antwort:
Weil wir gern kaufen und konsumieren.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: ArneBab am 18.02.2016 | 13:15
Ansonsten BRAUCHT man es nicht.
Aber was braucht der Mensch schon wirklich, ausser eine sichere Unterkunft, Kleidung, Essen, Hygiene und medizinische Versorgung?
Soziale Interaktion (z.B. beim Rollenspielen).

Ansonsten: Jupp. Man braucht es nicht, aber es liefert einen Mehrwert.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Deep_Impact am 18.02.2016 | 13:35
Wir wollen uns halt immer weiter in eine faszinierende Idee reißen lassen :) Ansonsten wäre auch nicht zu erklären, warum es ganze Roman-, Film-, Spielereihen mit immergleichen Inhalten gibt.

Antwort:
Weil wir gern kaufen und konsumieren.
(https://dl.dropbox.com/u/2611105/minus1laser.gif)(http://www.grillsportverein.de/upload_neu/2009/06/1778_696_laser_shooting_smiley_1.gif)

Genau das! Kaufen ist einfach der Jagderfolg der Moderne und stößt die gleichen Glückshormone aus.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Antariuk am 18.02.2016 | 14:44
Warum braucht ein RPG neues Material?

Weil es - je nach Umfang - irgendwann langweilig wird immer dieselben Sachen zu spielen. Selbst bei so Schwergewichten wie dem Pathfinder Grundregelwerk ist irgendwann die Luft raus. Und ich habe da keinesfalls den Eigenanspruch wirklich alles mal selber gespielt, benutzt oder verwertet haben zu müssen damit der Kauf neuer Materialien legitim ist, irgendwann ist einfach der Wunsch nach mehr Inhalten da.

Ein anderer Grund, der mir mehr und mehr selber auffällt, ist dass (vor allem bei brandneuen Spielen) die Autoren und Verlage gerne eine Weile brauchen um ihre eigene Materie wirklich komplett zu verstehen (klar gibt es hier auch Ausnahmen). Daher sind spätere Zusatzbände und Hefte allein daher interessant um zu sehen was mit dem Spiel noch alles möglich ist, bzw. was vielleicht archetypische oder bevorzugte Stile und Inhalte sind. Gerade bei längeren Laufzeiten sind das oft hochinteressante Entwicklungen.
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Arkam am 18.02.2016 | 15:31
Hallo zusammen,

neues Material für ein Rollenspiel kann interessant sein weil:

Neue Optionen angeboten werden, also neue Sprüche, Vorteile oder auch komplette Regelsätze etwa für Hacking oder Gentechnik. Diese offiziellen Optionen nehmen nicht nur eine Menge Arbeit ab sondern man kann sie auch schneller vermitteln. Hinzu kommt das bei neuen Runden oder bei Diskussionen über das Spiel offizielles Material eben jedem bekannt sein kann und eben nicht jeder seine Hausregeln vermitteln muss.
Man mir mit Materialsammlungen, NPCs, Orte und Karten etwa, Arbeit abnimmt die ich dann etwa auf mein Abenteuer verwenden kann ohne mich mit Routine zu beschäftigen.
Es mein vertrautes Spiel zu einem ganz anderen Spiel machen kann. Wenn ich beim Paranoia RPG etwa vom Befehlsempfänger zum Leiter einer Operation werde.

Gruß Jochen
Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: Ucalegon am 18.02.2016 | 16:52
Gegenfrage:
Wenn das Grundkonzept des Rollenspiels bekannt ist, warum kauft der Rollenspieler dann ständig neue Regelwerke, anstatt sich EIN Regelkonzept zu schaffen und seine Rollenspiele damit selbst zu gestalten?
Nimm ein Regelkern, der Dir zusagt (Ubiquitty, GURPS, d20, was auch immer) und mach den Rest selbst.
Eigentlich braucht der Mensch auch kein Setting, denn alle Settings sind nur Abstaktionen der realen Welt und können selbst erdacht werden - vor allem, weil die meisten Settings auch durch die gängigen Medien stark inspiriert werden...

Und:
Warum kauft jemand ein Regelwerk, läßt sich begeistern und anstecken, spielt und nutzt es eine Weile, stellt fest dass es (natürlich) nicht perfekt ist und verscherbelt es billig, nur um sich dann vom nächsten Hype anstecken zu lassen und das Rad erneut eine Runde drehen zu lassen...?
Er könnte doch genauso gut, sich die Zeit, in der er frustriert mit Schimpfen verbracht hat, sich hinsetzen und die Mängel durch Hausregeln ausbessern und bei dem System, dass ihn begeistern konnte, bleiben
und die Dinge, die ihn von den nächsten Hypes ansprechen einfach in sein Spiel integrieren...
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Antwort:
Weil wir gern kaufen und konsumieren.

Nö.  ;)

Ich selbst merke zunehmend, dass die sogenannten Universalsysteme nichts für mich sind. Ich will genau das Gegenteil von EINEM Regelkonzept. Ich will viele verschiedene Spiele, die mir alle klar sagen, wofür ich sie im Speziellen jeweils spielen möge. Da die Settings da natürlich idealerweise mit dranhängen, gilt für sie dasselbe. Aber selbst, wenn das nicht der Fall ist, kann auch noch das hundertste Setting (ähnlich wie Bücher oder Filme), etwas Eigenes zu sagen haben. Bei zusätzlichem Settingmaterial und Regelweiterungen sollten die Autor(inn)en halt wissen, wann es mal gut ist. Dieser Punkt kommt, denke ich, bei jedem Spiel/Setting irgendwann.

Und perfekt ist (fast) nichts. Muss es auch nicht sein.

Titel: Re: Warum braucht ein RPG neues Material
Beitrag von: firstdeathmaker am 19.02.2016 | 23:44
Ich hab mal darüber nachgedacht, wieso ich mir das letzte Bestiary 5 geholt habe. Es macht mir einfach Spaß, sie zu lesen. Ich denke mir zwar auch viel aus, aber durch die Bände kann ich noch mehr Details und Ideen einbauen.

Ich denke, das gleiche gilt für Kampagnen Bände. Man mag ein Setting und möchte gerne mehr Details dazu erfahren.