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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Ludovico am 25.02.2004 | 11:22
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Ich hab mir neulich mal wieder "Das tödliche Wespennest" angesehen und da ist mir eine Szene mal wieder richtig bewußt geworden, in der der Anführer der Wächter gesagt hat, daß sie keinen Widerstand leisten werden und nicht vorhaben, den Helden zu spielen.
Nun hatte ich vielleicht zu Unrecht den Eindruck, daß Wachen manchmal als wagemutige Draufgänger gehandhabt werden, die erst an ihren Chef oder das Objekt der Bewachung denken und dann an ihre eigene Sicherheit und Familien.
Wie handhabt ihr denn Wachen so?
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Verschieden..
manche nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und sind durchaus bereit ihr Leben für das zu bewachende zu riskieren. Andere sind eher daran interessiert am Leben zu bleiben und verzichten nur zu gerne darauf den Helden zu mimen.
Das entscheide ich aber immer spontan..
Das Verhalten der Chars spielt auch ne Rolle, allerdings spielt auch der Ort/die Person/der Gegenstand der bewacht wird eine Rolle und auch wer der Auftraggeber der Wächter ist.
Der Evil Overlord wird sein allerheiligstes nicht von Feiglingen, die leicht zum Rückzug zu bewegen sind bewachen lassen, wohingegen der in den Dienst gepresste Bauernbursche eher bereit ist den Rückzug anzutreten.
also im Grunde ist das immer Situationsbedingt
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Hmm... kommt drauf an was für Wachen und unter welchen Vorraussetzungen, aber die 0815 Wache wird genau so lange aggressiv handeln bis ihr eigenes Leben in akuter gefahr ist und dann den Selbstbewahrer spielen.... sind ja nicht alle gehirngewaschene Elitecyborgs die den Loyalitätsschalter auf "Bis zum Ende" festgeklebt haben....
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Kommt auch drauf an wer und was da kommt...
Wenn ein Bauernbursche vor dem gerüsteten Wächter steht und Einlaß begehrt, wird der Wächter bei keiner Drohung des Burschen wirklich schwitzen.
Wenn da der Hulk steht und um Einlaß bittet, sieht das schon anders aus ;)
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Wie handhabt ihr denn Wachen so?
Das ist doch Setting abhängig.
Und auch dann noch wieder unterschiedlich...
Wachen sind:
unqualifiziert, bestechlich, pedantisch, übereifrig, gelangweilt, feige, fanatisch, gut getimed (alle jeweils nacheinander angreifend), unkoordiniert, überarbeitet, engstirnig, maulfaul, geschwätzig
such es dir aus.
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Und Stadtwachen aus York sind *zensiert*
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Nun, die Wahnsinnigen und wildentschlossenen sind die schlimmsten für die Spieler... ;D
Aber im allgemeinem, leite ich sehr Cinematisch, und da sind die leute ohne Namensschilder natürlich, und für mich auch selbstverständlich einfach nur Kanonenfutter für den Spieltrieb und coole Aktionen der Spieler! :)
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@8t88
Aber deshalb auch berechenbarsten.
Bei uns werden Wachen oft auch nur als Steine auf unserem Weg behandelt. Sie sind ein Mittel des SL, die Spannung und die Action aufrechtzuerhalten. Wirkliche Tiefe besitzen Wachen meist nicht.
Das erinnert mich an die zwei Szenen aus Austin Powers I. Als die Wachmänner von Austin gekillt werden und man dann eine Schalte zu seiner Familie bzw. seinem Freundeskreis bei der Junggesellenparty macht. Da sieht man mal, wie schwer es die Angehörigen einer durchschnittlichen Wache im Dienste eines Schurken haben.... ;D
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Wachen sind... nun eben Wachen.
Wenn man Hack&Slay spielt, werden die Wachen wohl nichts anderes tun als offensiven Selbstmord zu begehen.
Spielt man "realistisch", werden sich Wachen wie Menschen verhalten, also von Wache zu Wache unterschiedlich.
Die Wache des Dunklen Lords, wird schon allein aus zwei Gründen seltener fliehen:
- Angst vor der Rache ihres Auftraggebers
- Sie hat zuviel gesehen (wenn der Lord ein Hexer/Dämon ist) um schnell aufzugeben
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Solche "Rechten Hände" haben ausserdem noch ihre eigenen untergebenen und ggf. sogar eigene Pläne.
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Ich bemühe mich, Wachen auf zwei verschiedene Arten und Weisen zu spielen:
- Sie verhandeln über freien Abzug.
- Sie sind so überlegen (und zahlreich), dass die Spieler gar nicht erwischt werden dürfen.
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Im prinzip hat Boba schon recht Wachen sind sehr äh vielfältig... Die Standarttorwache macht bei mir bei einem Angriff immer erst die Tür zu und ruft dann die Hilfe dem ist es auch egal was du sagst Hauptsache du lässt ihn rühig seinen Dienst schieben.
Ne Königswache würd dich bei einer Beleidigung gegen den König schon ziemlich zusammefahren und wenn du dich wehrst auch schnell beim Wort Verrat sein.
Auch ein großer Unterschied wenn du zum falschen Zeitpunkt in die Stadt willst kann dir Geld FAST immer die Tür öffnen ,aber beim König....
Ansonsten sind sie aber fast immer willig dir infos zu geben Sehr praktisch wenn man das Kleingeld hat... ;D
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ich schließe mich er vielseitigkeit der Wachen auch an, wobei ich bei verschiedenen Runden aber auch einfach merke, dass Wachen mit Hintergrund ungern gesehen werden, zum Beispiel bei Shadowrun...also von den Spielern....
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Manche Wachen sind so respekteinflößend, dass es auf ihre Persönlichkeit gar nicht mehr ankommt. Ihre bloße Gegenwart sagt: Du kommst hier net rein! ;) (z.B. die Red Guard des Imperators in Star Wars)
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jA aber auch hier zeigt die Erfahnrung manchmal, dass die SPielergruppe, jedes NAchdeneken über einen Hintergrund durch extremes Würfelglück unnötig macht :(
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"Wache" ist auch ein sehr allgemeiner Begriff, der eher einen augenblickliche Tätigkeit als einen Beruf bezeichnet. Der Krieger/Soldat der eben gerade mit dem Wachdienst an der Reihe ist, ist immer noch als Krieger/Soldat zu behandeln, und da gibt es eben vom hammerharten, erfahrenen und womöglich auch fanatischen Kämpfen bis hin zum vorsichtigen, ungeübten und womöglich sehr unmotivierten Freizeitkrieger sämtliche Abstufungen.
Der Rang der Wache muß ebenso wenig mit ihrer Kompetenz zu tun haben wie die Bedeutung dessen, was bewacht wird. Es wurde das Beispiel der Imperialen Garde aus Star Wars angesprochen - hat die schon irgend jemand kämpfen sehen? Vielleicht sind das ja, wie zu gewissen Zeiten die Prätorianer im römischen Kaiserreich, auch nur verwöhnte Söhne aus gutem Hause, die über Beziehungen diese karrierefördernde Position bekommen haben. Sobald jemand die Waffe entsichert, pinkeln die sich unter Umständen in die eigentlich respektgebietende Robe.
Ein armer Bauer, der seine paar Säcke Getreide bewacht, die ihn über den Winter bringen sollen, ist möglicherweise gefährlicher als der hochbezahlte Security-Agent eines Hightech-Labors, der keine Ahnung hat, was er da bewacht und was es bedeutet, wenn es in fremde Hände gerät.
Auch die Zahl der Wachen ist keine Konstante: Wenn von hundert Wachen keiner dejenige sein möchte, der zuerst erschossen wird, sind diese nicht annähernd so gefährlich wie einer, der gerne den Helden spielt. Hundert Wachen sind auch nicht alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort, sie müssen u.U. erst alarmiert werden. Oder patrouillieren nach einem Muster, das bekannt ist, während ein einzelner Nachtwächter, der sich sonstwo auf dem Gelände aufhalten kann, während man da einsteigt, ein viel höheres Risiko darstellt. Bei hundert Wachen ist auch die Chance größer, sich in passender Verkleidung und dem richtigen Verhalten darunter zu mengen, während eine einzelne Wache ganz genau weiß, daß außer ihr niemand etwas dort zu suchen hat, wo sie gerade steht.
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Das Verhalten der Wachen ist bei mir von der Dramatik der Situation abhängig... wenn ich will, daß sich die Chars selber um das Problem kümmern, dann sind die Wachen eben gelangweilt und inkompetent (siehe die Wachen von York oder die Stadtcops von Tokyo).
Wenn die Chars hängen und Hilfe brauchen, sind ein paar mutige (oder im Grenzfall auch nur laute) Wachen richtig gut.
Für einen dramatischen Endkampf sollten die Wachen auch nicht zu luschig sein...
Ich hab auch eine Fantasy-Runde angefangen, in der die Char Wachen sind. Da sind zwar die meisten anderen Wachen nicht so enthusiastisch (könnte ihnen ja was bei passieren), aber mal schauen, wie sich das entwickelt.... ;)
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@ Leonie:
Das ist sowieso ein interessanter Aspekt. Wachen als Helden! Wie schon Terry Pratchett mit seinem Roman "Wachen! Wachen!" uns die Leiden und kleinen Taten der von Helden gebeutelten Wachen näher bringen will... ;D
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Das war die Inspiration... ;)
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Hab ich mir beinahe gedacht... ;)
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Also: "He, lauf doch nicht so schnell, sonst holst du sie noch ein!" ;D
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Standart-Wachen sind bei mir eher zurückhaltend.
Bei der Leibgarde einer wichtigen Person sind Sie aber auch eher taff und bei Königen oder Priestern echte Helden (fanatisch).