Natürlich denkt man heutzutage bei "Superhelden" meist an die aus dem "Silver Age of Comics" und später. Das paßt hier vom Flair nicht so unbedingt -- "Mutanten" wird's beispielsweise, wenn überhaupt, nur selten geben (und dann wahrscheinlich unter einem anderen Namen; zu dieser Zeit wäre z.B. "Übermensch" wohl noch nicht so negativ belegt wie heute), und natürlich kriegt hier keiner seine Superkräfte mal so eben durch den Biß eines radioaktiven Dackels.Finde ich gute Ideen.
Aber da geht immer noch so einiges. In den 20ern waren Spiritismus und andere esoterische Bewegungen noch einigermaßen gang und gäbe -- ein Charakter mit besonderen mentalen Kräften oder einer, der mit richtigen Geistern verkehrt (oder sogar selbst einer ist) paßt also schnell mal ins Milieu. Und der Supererfinder und -ingenieur, der seiner Zeit Jahre oder Jahrzehnte voraus ist, ist fast schon "archetypisch deutsch", müßte sich allerdings, wenn er zu offen auftritt, irgendwie mit der Obrigkeit arrangieren -- eine Gestalt in einer mit Uran angetriebenen Dampfrüstung kann gerade in Deutschland nicht mal eben so durch die Stadt stapfen, ohne daß ein Polizist ihren Ausweis sehen will, und der Raketenmann, der nachts seine Feuerspur durch den Himmel zieht, wird zwangsläufig früher oder später von interessierten Militärkreisen (oder von um die Reaktionen ausländischer Mächte besorgten Politikern) zu hören bekommen. Also auf dem Gebiet dann vielleicht doch etwas diskreter. (Doktor Polonius entwickelt eine Formel, die einen Menschen einmal am Tag für achtundvierzig Minuten unsichtbar machen kann. Natürlich kann er die nicht einfach in die Wildnis entlassen, da könnten die Leute ja sonstwas mit anstellen. Hmmm, was könnte man damit bloß machen...? ;))
Ich grabe hier mal einen alten :T:Thread aus, der sich diesen Themas schon mal annahm: http://www.tanelorn.net/index.php/topic,76104.msg1565231.html#msg1565231 (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,76104.msg1565231.html#msg1565231).
müßte sich allerdings, wenn er zu offen auftritt, irgendwie mit der Obrigkeit arrangieren -- eine Gestalt in einer mit Uran angetriebenen Dampfrüstung kann gerade in Deutschland nicht mal eben so durch die Stadt stapfen, ohne daß ein Polizist ihren Ausweis sehen will, und der Raketenmann, der nachts seine Feuerspur durch den Himmel zieht, wird zwangsläufig früher oder später von interessierten Militärkreisen (oder von um die Reaktionen ausländischer Mächte besorgten Politikern) zu hören bekommen.Das würde ich in den wilden 20ern, und grade in einer Pulp-Version der selben auch in Deutschland nicht so sehr eng sehen. Zum Einen ist das Berlin der 20er sicher nicht so "ordentlich" wie gängige Deutschlandklischees das gerne darstellen und zum anderen kann man sich diesbezüglich auch an frühen Batman-Comics und den Serials (!) orientieren. Da hat der Dunkle Ritter durchaus auch mal für das FBI gearbeitet. Es spräche auch nichts dagegen, wenn die deutschen "Masked Mystery-Men" einen deutschen Commisioner Gordon zum Verbündeten hätten.
"Aber dann kommen andere an die Reihe, überhaupt will ich erscheinen, wo Unrecht getan wird. Ueberall will ich, Kapitän Mors, auftauchen, erscheinen wie der Blitz aus heiterem Himmel, mit meinem wunderbaren Fahrzeug, welches mir Macht verleiht, will ich als rächender Vergelter auftreten. Die ganze Erde will ich ruhelos durchkreuzen, nicht eher will ich sterben, als bis ich dieses Lebenswerk vollendet habe."Um die awesomeness des Ausgrabens dieses Relikts in diesem Kontext mal zu würdigen, verleihe ich Pyromencer den messingfarbenen Jules-Verne-Orden für prävokabulatorische Science Fiction, transnationalen Visionismus und abendländisches Kulturschaffen.Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff, Band 1, Der Beherrscher der Lüfte, von 1908
Naja, das ist jetzt beinahe zu nahe an einer deutschen Fassung der Außergewöhnlichen Gentlemen... Wie nennt man die auf Deutsch?
Hat jemand schon Nick Knatterton genannt?