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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Luxferre am 22.04.2016 | 11:47

Titel: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 22.04.2016 | 11:47
Mal raus mit der Sprache!

Was kompensiert Ihr?
Warum?
Wie genau?

Erzählt mal, plaudert aus dem Nähkästchen.

Wer nichts zu kompensieren hat, braucht dann natürlich keine anderen Motive zu schreiben.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: KhornedBeef am 22.04.2016 | 12:28
Ich gestehe es: Immer wenn ich zu meinem archaischen Feuergott bete, bricht kein Vulkan auf dem Hinterhof aus.

..oder was meintest du?
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Deep_Impact am 22.04.2016 | 12:30
Zitat
Kompensation (Psychologie)

Mit Kompensation wird [...] bewusst oder unbewusst versucht, eine echte oder eingebildete Minderwertigkeit auszugleichen.

Ich kompensiere nichts...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Achamanian am 22.04.2016 | 13:02
Ich kompensiere da auch nichts, soweit ich weiß. Kannst du die Frage irgendwie spezifizieren? Bisher verstehe ich sie nicht so richtig ...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Arldwulf am 22.04.2016 | 13:10
Ich hab als Kind immer beim Mensch ärger dich nicht verloren, und mir deshalb einen großen Würfelbeutel mit lauter Würfeln die häufig über 6 würfeln geholt.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: KhornedBeef am 22.04.2016 | 13:14
Ich hab als Kind immer beim Mensch ärger dich nicht verloren, und mir deshalb einen großen Würfelbeutel mit lauter Würfeln die häufig über 6 würfeln geholt.
hehehehe
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Vampirwurst am 22.04.2016 | 13:27
Ich ärger mich häufiger über meine Unsportlichkeit, meine Chars sind dafür Meister darin in waghalsigen Parcours-Manövern durch die Städte zu rasen (Ich bin schon beim Bockspringen gescheitert x.x) und ich gebs zu. Meine Chars sehen immer toll aus- warum? Weil ich IMMER was an meinem äußeren zu meckern habe. Mir ist aufgefallen, dass meine Chars entweder große Brüder sind oder große Brüder haven...ich selbst bin Einzelkind und hätte irgendwie gerne einen großen Bruder gehabt...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: rillenmanni am 22.04.2016 | 13:43
Spielst Du auf Eskapismus an? (Frage bezieht sich auf den Eingangsbeitrag.) Genau das wird - auch ganz selbstverständlich von Rollenspielern - gern als Funktion des Rollenspiels gesehen. Verallgemeinert oder besser: von dort kommend als eine Funktion des Spielens an sich.

Ich halte davon gar nichts. Eskapismus ist mE eine für sich genommen eher herabwürdigende Beschreibung einer Handlung, die keine Ernsthandlung ist. Dahinter steckt mE die strukturfunktionalistisch eingefärbte gedachte Dichotomie zwischen Ernsthandlung und Spielhandlung. Demnach wäre eine Ernsthandlung eine unter gesellschaftlichem Blickwinkel sinnvolle, unmittelbar oder mittelbar produktive Handlung. Eine Spielhandlung wäre folglich nur dann eine sinnvolle und verantwortungsvolle Handlung, wenn sie das Individuum besser in die Lage versetzt, Ernsthandlungen zu vollbringen.
Dieses Ideengerüst haben viele Menschen im Kopf. "Mache doch mal stattdessen zur Abwechslung was Sinnvolles!" heißt es dann, wenn man gedenkt, sich zum Rollenspiel zu treffen oder am Rechner zu zocken. "Arbeite oder bilde dich weiter!"

Die meisten akademischen Abhandlungen über das Rollenspiel der 80er und 90er Jahre (und ich kenne davon das Gros) haben den Fehler begangen, sich zum Anwalt des Rollenspiels zu machen, und zwar zu einem zweifelhaften Anwalt. Denn sie haben sich zunächst in einen Kontext zu den am Rollenspiel vorgebrachten Kritiken gesetzt, dann aber nicht versucht, oben genanntes Denkmuster zu durchbrechen, sondern sind diesem verhaftet geblieben und versuchten, innerhalb dessen eine Rechtfertigung für das Rollenspiel zu finden. Oha, man staune! Mit einem Mal erfüllt das Rollenspiel ganz wichtige Lern- und Einpassungsfunktionen für das Individuum. Jenes wird sozial trainiert, redegewandt, gebildet, blablabla!
Dieser Versuch ist tendentiell zum Scheitern verurteilt, macht er sich doch davon abhängig, dass eine förderliche, dh das Individuum für die Gesellschaft wertvoll machende Wirkung des Hobbys nachgewiesen werden kann. Das ist ganz dünnes Eis. Die in den Abhandlung vorgebrachten Nachweise zumindest sind ziemlich mager. Nun ja, studentische Abschlussarbeiten eben. (Das ist gar nicht böse gemeint, selbst angehende Soziologen mit statistischer Bildung erreichen für ihre Abschlussarbeiten nicht die Reichweite für einen wirklichen Nachweis von "Früher war Ernst schüchtern und ein Außenseiter. Doch dank D&D besetzt er nun eine gute Arbeitsstelle als Abteilungsleiter, der sein Team zu Hochleistungen anspornt.")  :)

Jetzt weiß ich, was ich durch Rollenspielen kompensieren möchte: Meine Unfähigkeit, in Foren ständig verschrobenes Zeug zu schreiben!
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: LordBorsti am 22.04.2016 | 13:48
Ob ich leite oder spiele, ich hab großen Spaß daran mich in Rollen oder Personen hinzuversetzen mit Ansichten und Verhaltensweisen, denen ich in der realen Welt den Vogel zeigen würde oder wahlweise mit Achselzucken oder Kopfschütteln begegne.  8]
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Kriegsklinge am 22.04.2016 | 13:54
Ich bekomme in 1 realen Leben keine Anerkennung und meine Tschars können alles!!!1! Sie sind außerdem sexy und ich nicht. So ungefähr?
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Crimson King am 22.04.2016 | 13:56
Früher war die Außergewöhnlichkeit meiner Rollenspiel-Existenz tatsächlich ein Ersatz für die Unzufriedenheit, die ich mit meinem belang- und relativ erfolglosen Leben hatte. Heute bin ich hochzufrieden und spiele Rollenspiele ausschließlich, um Spaß zu haben und coole Stories zu erleben, die ich als Realperson nicht wirklich erleben möchte.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: owkoch am 22.04.2016 | 13:58
Ich vermute, es geht um persönliche Defizite die kompensiert werden sollen?

Ich habe objektiv keine Einsicht in meine persönlichen Defizite, und bilde mir daher natürlich ein, ich hätte da nix zu kompensieren. Meine dauernde Spielleiterei wurde aber schon einmal als "Mittelpunktssucht" diagnostiziert. Als "Hobbypsychologe" habe ich in den letzten Jahren einige Spieler erlebt, die im Spielen irgendwas zu kompensieren versuchten. Teilweise kannte ich da auch nach einiger Zeit den Hintergrund.

Auch wenn es sich herzlos oder asozial anhören sollte: Mittlerweile meide ich solche Spieler.Spieler die irgendwelche (Psycho-)Probleme haben, sorgen irgendwann für richtigen Ärger am Spieltisch.

Bei uns waren sie nicht locker, und es fehlte ihnen die nötige Distanz um das Hobby noch als Spiel zu begreifen. Wenn dann der Grund dessen, was zu kompensieren ist, im Spiel angetastet wurde, kam es zu unschönen Ausrastern und zu persönlichen Angriffen.

Im wesentlichen kommt es aber darauf an, was denn kompensiert werden soll. In meinen Fällen - denke ich - ging es um fehlende Anerkennung im familiären bzw. beruflichen Umfeld. Das wurde dann stellenweise sehr unangenehm. Ich könnte mir aber vorstellen, dass jemand der seinen langweiligen Arbeitstag kompensieren möchte, ein prima Mitspieler sein kann.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: owkoch am 22.04.2016 | 14:03
Früher war die Außergewöhnlichkeit meiner Rollenspiel-Existenz tatsächlich ein Ersatz für die Unzufriedenheit, die ich mit meinem belang- und relativ erfolglosen Leben hatte. Heute bin ich hochzufrieden und spiele Rollenspiele ausschließlich, um Spaß zu haben und coole Stories zu erleben, die ich als Realperson nicht wirklich erleben möchte.

Tja, mal läuft es gut und mal läuft es eben besch.......eiden. Freut mich für Dich, dass sich für Dich alles positiv entwickelt hat. bei mir persönlich war es immer genau umgekehrt: Ging es mir aus irgendeinem Grund mal nicht so gut, konnte ich auch nicht wirklich gut spielen. Leider funktioniert das bei mir mit dem Eskapismus nicht so recht.... Läuft es beruflich und in der family top, dann fluppt es auch am Spieltisch.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Grey am 22.04.2016 | 14:10
Mal raus mit der Sprache!

Was kompensiert Ihr?
Warum?
Wie genau?
Also gut, ich gestehe:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: eldaen am 22.04.2016 | 14:29
Mal raus mit der Sprache!

Was kompensiert Ihr?
Warum?
Wie genau?

Erzählt mal, plaudert aus dem Nähkästchen.

Wer nichts zu kompensieren hat, braucht dann natürlich keine anderen Motive zu schreiben.


Mein Leben... ?!
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: ElfenLied am 22.04.2016 | 14:35
Mal raus mit der Sprache!

Was kompensiert Ihr?
Warum?
Wie genau?

Erzählt mal, plaudert aus dem Nähkästchen.

Wer nichts zu kompensieren hat, braucht dann natürlich keine anderen Motive zu schreiben.

Mein mangelhaftes Liebesleben und meinen kleinen Penis.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: LordBorsti am 22.04.2016 | 14:35
 :dftt:
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: owkoch am 22.04.2016 | 14:46
Mein mangelhaftes Liebesleben und meinen kleinen Penis.

Ach so....ja das natürlich auch.  ^-^
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Sethomancer am 22.04.2016 | 15:15
Ich versetzte mich gerne in Charaktere die etwas können was ich selbst nicht kann oder mir nicht zutraue, aber was genau, das wechselt von Zeit zu Zeit.
Ausserdem kompensiere ich beim Rollenspiel meine naSchüchternheit die ich im realen Leben habe und lebe mich in einem "sicheren" Umfeld mal so voll aus.
Mein mangelhaftes Liebesleben und meinen kleinen Penis.
Das sowieso >;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 22.04.2016 | 15:23
Mein mangelhaftes Liebesleben und meinen kleinen Penis.
Das tut mir sehr leid für Dich, ElfenLied. Allerdings kann ich Dir sagen, dass Deine Diskussionsweise hierzuforum nicht auf Minderwertigkeitskomplexe rückschließen lässt. Von daher trennst Du das vermutlich besser, als Dir bewusst ist.

Zitat
Kompensation (Psychologie)

Mit Kompensation wird [...] bewusst oder unbewusst versucht, eine echte oder eingebildete Minderwertigkeit auszugleichen.
Ich kompensiere nichts...

Es geht vielleicht gar nicht so sehr um eine einwandfreie und wissenschaftliche Definition des Themas. Dann hätte ich das andernorts gestartet. Und sicherlich nicht hier.
Viel interessanter ist die Herangehensweise der Leute an diese Frage, die jeder genau für sich (und teilweise die Allgemeinheit) so beantwortet, wie er sie versteht. Und bislang geht, von einigen Ausnahmen, das Gros einen guten Weg.

Spielst Du auf Eskapismus an?

Nein, tue ich nicht. Eine offene Frage, die von jedem individuell verstanden und beantwortet wird.
Der restliche Beitrag ist pures Gold. Dankeschön dafür.



Früher war die Außergewöhnlichkeit meiner Rollenspiel-Existenz tatsächlich ein Ersatz für die Unzufriedenheit, die ich mit meinem belang- und relativ erfolglosen Leben hatte. Heute bin ich hochzufrieden und spiele Rollenspiele ausschließlich, um Spaß zu haben und coole Stories zu erleben, die ich als Realperson nicht wirklich erleben möchte.

Schöne Formulierung für auch meine Antwort.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: murksmeister am 22.04.2016 | 15:27
Ich vermute, es geht um persönliche Defizite die kompensiert werden sollen?

Ich habe objektiv keine Einsicht in meine persönlichen Defizite, und bilde mir daher natürlich ein, ich hätte da nix zu kompensieren. Meine dauernde Spielleiterei wurde aber schon einmal als "Mittelpunktssucht" diagnostiziert. Als "Hobbypsychologe" habe ich in den letzten Jahren einige Spieler erlebt, die im Spielen irgendwas zu kompensieren versuchten. Teilweise kannte ich da auch nach einiger Zeit den Hintergrund.

Auch wenn es sich herzlos oder asozial anhören sollte: Mittlerweile meide ich solche Spieler.Spieler die irgendwelche (Psycho-)Probleme haben, sorgen irgendwann für richtigen Ärger am Spieltisch.

Bei uns waren sie nicht locker, und es fehlte ihnen die nötige Distanz um das Hobby noch als Spiel zu begreifen. Wenn dann der Grund dessen, was zu kompensieren ist, im Spiel angetastet wurde, kam es zu unschönen Ausrastern und zu persönlichen Angriffen.

Im wesentlichen kommt es aber darauf an, was denn kompensiert werden soll. In meinen Fällen - denke ich - ging es um fehlende Anerkennung im familiären bzw. beruflichen Umfeld. Das wurde dann stellenweise sehr unangenehm. Ich könnte mir aber vorstellen, dass jemand der seinen langweiligen Arbeitstag kompensieren möchte, ein prima Mitspieler sein kann.

Interessant, ich dachte immer das unsere Runde mit diesem Phänomen einzigartig wäre. Wir hatten auch mal einen Spieler, der das Rollenspiel wohl als therapeutisches Instrument verstanden hatte. Er hat auch immer wieder darauf hingewiesen, dass er außer dem Rollenspiel nichts hat, wofür es sich zu Leben lohnt. Das drückt natürlich die Stimmung. Wir haben auch immer wieder versucht ihm auf privater Ebene zu helfen oder ihm professionelle Hilfe zu suchen (aus meiner Hobbypsychologischen Sicht war er ein Borderliner). Er hat alles abgelehnt und seine ständigen Ausraster führten letztendlich dazu, dass wir ihn aus der Runde geworfen haben. Es ist immer traurig in solche Situationen zu geraten, aber da der Rest der Runde das Spiel betreibt um Spaß zu haben, kann man es nicht zur Gruppentherapie werden lassen.

Ob ich etwas mit dem Rollenspiel kompensiere weiß ich nicht, ich denke nein, wenn die Frage denn ernst gemeint ist?!
Sollte das nur ein Scherzthread sein: Ich bin meistens Spielleiter, also kompensiere ich, dass ich eine Attention Whore bin und einen Gottkomplex habe  :P
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 22.04.2016 | 15:34
Ob ich etwas mit dem Rollenspiel kompensiere weiß ich nicht, ich denke nein, wenn die Frage denn ernst gemeint ist?!
Sollte das nur ein Scherzthread sein: Ich bin meistens Spielleiter, also kompensiere ich, dass ich eine Attention Whore bin und einen Gottkomplex habe  :P

Kein Scherzthread. Aber auch kein psychologiewissenschaftlicher Thread. Aber ein kleines Augenzwinkern kann man gern in den Startbeitrag hineinlesen.
Ich finde die teilweise geäußerten Geschichten krass. Und das sind Sachen, von denen habe ich gehört oder kann sie mir vorstellen, hielt sie aber (und halte sie noch immer) für absolute Ausrutscher.

Eine Sache, die mir aber jetzt nach nur einer Seite auffällt ist, dass einige Themen sofort auf eine sehr ernste Ebene gezogen werden. Nicht von allen, aber einigen.
Ich weiß nicht, ob das in der Natur der Sache liegt und man mir vielleicht abspricht, dass ich bewusst das richtige Unterforum gewählt habe. Oder vielleicht ist meine laxe Art und Formulierung in diesem Thread nicht deutlich genug gewesen. ?


Es soll hier nicht um tiefgründige, verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische Examensarbeiten zum Thema "Kompensation" gemäß irgendwelcher wissenschaftlichen Definitionen gehen! Danke  :d
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: El God am 22.04.2016 | 15:37
Meinen akuten realweltlichen Mangel an Drachen, Schwertern und Magie.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: owkoch am 22.04.2016 | 15:42
Zitat

Es soll hier nicht um tiefgründige, verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische Examensarbeiten zum Thema "Kompensation" gemäß irgendwelcher wissenschaftlichen Definitionen gehen! Danke  :d

Ach so: War für mich nicht zu erkennen, da ich das Problem doch tatsächlich mal hatte - und da war es nicht wirklich witzig. Also sorry, dann nehm ich das mit dem Penis und füge noch Kleinwüchsigkeit, frühe Glatzenbildung und Mundgeruch hinzu.  :'(
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Nørdmännchen am 22.04.2016 | 15:44
Ideell: Den Mangel an Variationen gelebter Persönlichkeitsentfaltung, der sich aus der tradierten Normierung und Erwartungshaltung sozialer Rollen-Funktionen innerhalb unserer Gesellschaft ergibt.
(Rillenmannis Beitrag ist großartig und nicht nur Kinder sollten spielen dürfen!  :d)

Realistisch: Den Mangel an persönlicher Awesomeness. (Aber gegen Eskapismus haben eh nur die Gefängniswärter was...)

EDIT: rilleNmannis Namen korrigiert...  ::)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Grandala am 22.04.2016 | 15:44
Meinen akuten realweltlichen Mangel an Drachen, Schwertern und Magie.

+1

Wenn ich sonst noch was kompensiere ist das sicherlich mein Mangel an Urlaub. Rollenspiel ist für mich wichtig, da es mich auf etwas anderes konzentrieren lässt als das was mich täglich so umgibt (und das kann in der deutschen Jugendhilfe tatsächlich manchmal sehr wichtig sein). Ich würde sogar so weit gehen, dass ich Rollenspiel als integralen Bestandteil meiner psychohygienischen "Reinigung" bezeichnen würde.

Das Hobby zieht aber nichts desto trotz eine ganze menge Menschen an, die wirklich etwas kompensieren müssen. Ich hatte immer wieder Menschen in meinen Stammgruppen, die deutlich ihre Allmachtsfantasien oder Defizite sonstiger Art kompensieren wollten/mussten. Aber diese Brüder und Schwestern werden hier im Thread sicherlich nicht einen Reflexionspost verfassen, da da meiner Erfahrung nach auch viele Unsicherheiten mit im Spiel sind.

Allerdings kann man übrigens diese Kompensationsmöglichkeit des Spieltypus (den es ja einfach gibt) auch gut instrumentalisieren. Ich hatte da auf der Arbeit ein Projekt, das super funktioniert hat.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Lord Verminaard am 22.04.2016 | 15:47
Also ich spiele im Rollenspiel schon gerne mal einen großen, starken, gewaltbereiten, rücksichtslosen Kerl. Was dann so das Gegenteil von mir im RL ist. Nicht immer, aber immer mal wieder gerne. :) Kompensieren ist dafür wohl das falsche Wort, jedenfalls was die letzten beiden Punkte angeht, aber wollen wir es semantisch mal nicht so genau nehmen. ;)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Arldwulf am 22.04.2016 | 15:48
Dann mal ernster:

Ziellosigkeit. Was ich damit meine ist, dass die meisten meiner Charaktere einzelne Eigenschaften von mir nehmen und diese unter der Annahme weiterführen man hätte sie wirklich intensiv verfolgt oder sie wären in einer Umgebung die genau diese Dinge fördert.

Das kann dann zu Charakteren führen die Maler und Musiker sind (ich male nur ab und an, und ähnlich sieht es mit der rein hobbymäßig betriebenen Musik aus), genauso aber mit Charakteren die ihr ganzes Leben einem bestimmtem Ziel unterwerfen.

Das ist zumindest was mir bei meinen Charakteren auffällt - sie wissen viel stärker "was sie wollen" als ich.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Swafnir am 22.04.2016 | 16:10
Ich spiele immer dumme, kleine, hässliche und schwache Charaktere. Nur so komme ich mit meiner RL-Perfektion klar  ~;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 22.04.2016 | 16:58
Ich spiele immer dumme, kleine, hässliche und schwache Charaktere. Nur so komme ich mit meiner RL-Perfektion klar  ~;D

Du armer Kerl. Gebildet, groß und gutaussehend. Klingt nach nem neuntstüfler Paladin  >;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Swafnir am 22.04.2016 | 17:13
Du armer Kerl. Gebildet, groß und gutaussehend. Klingt nach nem neuntstüfler Paladin  >;D

Püh, du hast "stark" vergessen  :P

Aber vor gebildet fehlt noch ein "ein"  >;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: McMolle am 22.04.2016 | 17:36
Ich kompensiere die Tatsache, dass ich im richtigen Leben zu nett bin und nicht jeden, der mir irgendwie auf die Nüsse geht, sofort mit einem Kriegshammer ungespitzt in den Boden ramme  >;D

Und das ich nicht zaubern kann  :'(
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Chruschtschow am 22.04.2016 | 17:57
Einfache Lösungen für komplexe Probleme. In der Realität bin ich gerne der Typ, der sagt: "Ja, das ist ein bisschen komplizierter. Da müssen wir noch bedenken..." Im Spiel: "PAAR AUFS MAUL!!!! FERTICH!!!!"
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Grandala am 22.04.2016 | 18:08
Einfache Lösungen für komplexe Probleme. In der Realität bin ich gerne der Typ, der sagt: "Ja, das ist ein bisschen komplizierter. Da müssen wir noch bedenken..." Im Spiel: "PAAR AUFS MAUL!!!! FERTICH!!!!"

HAHAHAHAHAHAHA

Ich sehe mich dabei grade aus Vogelperspektive in der Rolle eines betrunkenen NPCs vor der Kneipenschlägerei.

Mal so nebenbei. Rollenspiel ist eine gelungene Gelegenheit mich über Leute lustig zu machen, die es im RL eigentlich nicht verdient haben harsche Kritik an ihren Verhaltensmustern ins Gesicht geblasen zu bekommen. Die meisten Personen, die ich so zum NSC-Spiel benutze kennen meine Gruppen zum Glück nicht... Vielleicht liegt darin ja eine Kompensation  >;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: K3rb3r0s am 23.04.2016 | 18:26
Ich lebe meinen Heldenkomplex aus.
Ich will auch im realen Leben immer allen helfen. 😎

Ansonsten natürlich auch das was Dolge sagt. 😊
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Holycleric5 am 23.04.2016 | 18:51
Was kompensiere ich im RPG?

Im RL bin ich eine ehrliche Haut. Im RPG mag ich auch Charaktere, die den NSC gerne mal eiskalt ins Gesicht lügen.

Im RL halte ich mich von körperlichen Konflikten fern. Im RPG stürze ich mich (je nach SC) sehr gerne in den Nahkampf und teile mächtige Schwinger mit meinem Kriegshammer / Langschwert etc. aus.

Heldenhafte Taten vollbringen, ohne mich total lächerlich zu machen oder gefährlich zu scheitern.

Ich kompensiere die Tatsache, dass ich im richtigen Leben zu nett bin und nicht jeden, der mir irgendwie auf die Nüsse geht, sofort mit einem Kriegshammer ungespitzt in den Boden ramme  >;D
(...)

+1
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Haukrinn am 24.04.2016 | 13:40
Die mangelnde Möglichkeit im realen Leben mehr Kunst zu machen und der Kreativität freien Lauf zu lassen.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Swafnir am 24.04.2016 | 13:46
Ich hab gestern gemerkt, dass ich viel Spaß habe im Rollenspiel zickig zu sein. Ich glaub das fehlt mir sonst im RL.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Kowalski am 24.04.2016 | 14:39
Mal raus mit der Sprache!

Was kompensiert Ihr?

Rollenspiel ist so erfrischend non-linear. Ganz anders als Computersysteme.

Warum?

Weil
.
.
.

Baum!

Wie genau?

Man nehme Mitspieler (must-have), Würfel (optional, aber 1 of 4), ein System (optional, aber 1 of 4), ein Setting (optional, aber 1 of 4) und eine Geschichte/Startzustand (optional, aber 1 of 4) und spiele los.

Spaß beiseite, es geht mir inzwischen nur um das spielen eines Spiels das nicht "normal" ist, aber durchaus "herausfordernd" unter Freunden.

Erzählt mal, plaudert aus dem Nähkästchen.

Wer nichts zu kompensieren hat, braucht dann natürlich keine anderen Motive zu schreiben.

Natürlich kompensiert man irgendwas.
Immer.
Und sei es auch ein Übermaß an Freizeit.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: pan narrans am 25.04.2016 | 21:25
Ich kompensiere die mangelnde Fantasie der Realität außerhalb meines Hirns. Oder soll ich etwa darunter leiden, daß die Evolution noch keine fliegenden Mumienhaie hinbekommen hat?
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: tartex am 25.04.2016 | 21:45
Ich kompensiere, dass ich nicht die Disziplin habe (erstmals für die Schublade) Stories oder Skripts zu verfassen. Beim Rollenspiel reicht es ein paar halb zu Ende gedachte Notizen an die Mitspieler bringen. Man kann etwas erschaffen, ohne mehr leisten zu müssen, als beim lockeren Quatschen mit Freunden in einer Kneipe. Gleichzeitig wird durch die Einbettung in ein Regelsystem dem ganzen ein Anstrich von Durchdachtheit gegeben.

Tja, das klingt jetzt arg nach Erzählonkel-Spielleiter, aber so meine ich das nichtmal. Ich freue mich auch genauso meinen Charakter originell rüber zu bringen. Und als Spielleiter macht mir auch der kooperative Teil Spass: noch weniger Arbeit für mich in der Vorbereitung, und doch das Gefühl etwas geschaffen zu haben.

Kein Wunder, dass ich auf Streaming-Spiele mit Aufzeichnung stehe: da wird dann (hoffentlich) alles was man rumlabert für die Ewigkeit archiviert.

Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: sindar am 26.04.2016 | 17:33
Kompensieren ist der falsche Ausdruck: Ich freue mich daran, fuer eine kleine Weile die Fesseln des Alltags abzustreifen.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: D. M_Athair am 27.04.2016 | 03:42
Ich halte davon gar nichts. Eskapismus ist mE eine für sich genommen eher herabwürdigende Beschreibung einer Handlung, die keine Ernsthandlung ist.
Richtig. (Toller Beitrag!)

Zwei Zitate zu dem Themenkomplex, die zeigen, dass große Geister ...

"When I was ten, I read fairy tales in secret and would have been ashamed if I had been found doing so. Now that I am fifty I read them openly. When I became a man I put away childish things, including the fear of childishness and the desire to be very grown up." C.S. Lewis

"Fantasie Ist Wichtiger Als Wissen, Denn Wissen Ist Begrenzt. Fantasie Aber Umfasst Die Ganze Welt." A.Einstein


Rollenspiel ist mein Immunisierungsmedikament gegen funktionalistisches und utilitaristisches Denken.
Ob es dadurch "therapeutisch" wirkt? Mir egal.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: KhornedBeef am 27.04.2016 | 08:17
Richtig. (Toller Beitrag!)

Zwei Zitate zu dem Themenkomplex, die zeigen, dass große Geister ...

"When I was ten, I read fairy tales in secret and would have been ashamed if I had been found doing so. Now that I am fifty I read them openly. When I became a man I put away childish things, including the fear of childishness and the desire to be very grown up." C.S. Lewis

"Fantasie Ist Wichtiger Als Wissen, Denn Wissen Ist Begrenzt. Fantasie Aber Umfasst Die Ganze Welt." A.Einstein


Rollenspiel ist mein Immunisierungsmedikament gegen funktionalistisches und utilitaristisches Denken.
Ob es dadurch "therapeutisch" wirkt? Mir egal.
(http://www.smiley-paradies.de/smileys/gefuehle/gefuehle_0234.gif)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Wulfhelm am 27.04.2016 | 23:55
Rollenspielforen.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Rentin am 30.04.2016 | 17:53
Ich habe ne Menge zu erzählen und es ist einfacher das während eines Spiels als bei einer Vorstandssitzung zu tun.
Es macht mir Spaß, deshalb.
Ich erzähle von Goblins, dann von Orks, von Matschmenschen vom Matschplaneten und hin und wieder führe ich eine Unterhaltung und stelle mir dabei vor wie es ist ein Drache zu sein.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Khouni am 30.04.2016 | 18:05
Machtlosigkeit im echten Leben, wirklich große Dinge verändern zu können.
Keine Authoritätsposition zu haben, von der aus man Konflikt verhindern kann.
Unfähigkeit, Menschen zu helfen.

Aber auch ganz stark: das ignorante Universum, dem egal ist, was man tut. Als Nichtreligiöser ist man da schon ab und an sehr, sehr traurig.
Und: Langeweile. Keine einfach zu erlangenden, interessanten neuen Reize und keine relevanten Entdeckungen. Die Wirklichkeit ist zu langsam und ich bin nicht schlau genug für Wissenschaft oder Kunst.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: sangeet am 30.04.2016 | 19:11
Ich kompensiere damit meinen Kreativen Drang. Ich muss ständig irgendwie was machen, und mein Kopf braucht beschäftigung. RPG gibt mir auf vielen Ebenen die Möglichkeit mir Geschichten, Bilder und Konzepte, Welten auszudenken, für das ich sonst keine Notwendigkeit hätte, ausser ich würde Bücher Schreiben, und das mit einem Spielerrischen Ansatz. Was das ganze spassiger macht, als Bücher schreiben, wo man lange auf Feedback warten muss, kann man hier eine Interaktive Kampagne in wenigen Tagen /Wochen erarbeiten, und dann gleich ausführen.

Ich bin lieber GM als Spieler, aber ein paar gute SC´s habe ich auch schon abgeliefert. Ich spiele gerne Umweltschützer, Druiden, Schamanen etc, vermutlich kompensiere ich damit auch meinen Wunsch die Welt zu reparieren.
Irgendwo steckt da bestimmt auch der Wunsch dahinter im Mittelpunkt zu stehen, aber meistens sitze ich auch nur da, und treibe die Handlung vorran, wenn ich sehe das sie Spieler nicht vorwärts kommen, oder sich die Szene totläuft. Achnaja, ich mache auch gerne Atmosphärische Beschreibungen, aka - ich laber Leute mit den von mir Ausgemalten Bildern zu :), das Reicht aber auch meist kurz für ne Szene. (2 bis max 3 Min.)



Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Bad Horse am 30.04.2016 | 19:41
Einen Mangel an Adrenalin und Drama in meinem Leben. Der darf aber auch sehr gern so bleiben.  ;)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Curwen am 30.04.2016 | 19:47
Der Eskapismus ist sicherlich auch bei mir ein Stichwort. Der Alltag kann schonmal ziemlich grau sein und daher tut es mir gut, einfach mal abtauchen zu können. Rollenspiel ist für mich auch eine Form der mythischen Heldengeschichte, die die Gruppe gemeinsam erzählt. Das kann manchmal ganz schön märchenhaft sein, und Märchen rühren einen ja auch schonmal etwas in der Seele an. Das habe ich so im Alltag nicht. In der Rundenvorbereitung und im Spiel kann ich mich dann voll kreativ entfalten, was dazu dann in der Gruppe den meisten Spaß bringt.

Also den grauen Alltag und das Alleinsein kann ich sehr gut mit Rollenspiel kompensieren, wobei das natürlich auch mit anderen Beschäftigungen ginge -  aber dann würden die oben genannten Dinge fehlen.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Anastylos am 1.05.2016 | 00:46
Wer Bücher liest lebt tausend Leben, der Rollenspieler aber auch. Jeder Charakter hat bestimmte Eigenschaften von mir, Neugierde ist eigentlich immer dabei, aber hat auch Dinge die anders sind als bei mir. Von Kompensieren würde ich nicht sprechen, mein Leben ist gut so wie es ist. Ich würde es eher exerimentieren nennen. Ich denke mich gerne in fremde Philosophien und Religionen rein. Ich würde gerne Mal einen Lawfull Evil Paladin spielen der irgendeiner dunklen Gottheit dient, aber dir philosophisch dalegen kann warum er so handelt.
Als Spielleiter experimentiere ich auch gerne. Ich frage mich dann oft, was wäre wenn... und wie werden die Spieler wohl darauf reagieren? Die gemeinsam erlebte Geschichte ist mir wichtig.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 1.05.2016 | 14:28
edit: Beitrag auf den ich mich bezog wurde gelöscht.

Von Minderwertigkeit redet niemand. Immer noch nicht ;-)
Kompensieren heißt auch ausgleichen.

Ich finde die verkrampft psychologische Sehweise der Begrifflichkeit etwas befremdlich. Ist ja kein Psychologieforum hier.

Ich kann mit den meisten Antworten verdammt viel anfangen.  Besser, als wenn ich viel aussageloser nach Gründen fürs Rollenspiel gefragt hätte.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: dunklerschatten am 2.05.2016 | 09:10
Meinen notorischen Chips/Junkfood-Mangel im Alltagm schließlich ist eine ausgelichene Ernährung wichtig....
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: bobibob bobsen am 2.05.2016 | 09:19
Meine Reiselust
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Weltengeist am 2.05.2016 | 09:34
Von Minderwertigkeit redet niemand. Immer noch nicht ;-)
Kompensieren heißt auch ausgleichen.

Ich finde die verkrampft psychologische Sehweise der Begrifflichkeit etwas befremdlich. Ist ja kein Psychologieforum hier.

Ich kann mit den meisten Antworten verdammt viel anfangen.  Besser, als wenn ich viel aussageloser nach Gründen fürs Rollenspiel gefragt hätte.

Dann habe ich deine Anfrage echt ganz anders verstanden. Meine Beiträge hier machen dann wenig Sinn -> gelöscht.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 2.05.2016 | 09:46
Es geht vielleicht gar nicht so sehr um eine einwandfreie und wissenschaftliche Definition des Themas. Dann hätte ich das andernorts gestartet. Und sicherlich nicht hier.
Viel interessanter ist die Herangehensweise der Leute an diese Frage, die jeder genau für sich (und teilweise die Allgemeinheit) so beantwortet, wie er sie versteht. Und bislang geht, von einigen Ausnahmen, das Gros einen guten Weg.

Weltengeist: das ist übrigens ein wichtiger (von Dir überlesener?) Punkt. Jeder versteht diese Fragestellung etwas anders und antwortet dementsprechend.
Da wir kein psychologisches Fachforum sind, erwarte ich natürlich keine fundierte, tiefenpsychologische und verhaltentherapeutische Spezialistenanalyse eines Hobbythemas ;)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Weltengeist am 2.05.2016 | 11:03
Weltengeist: das ist übrigens ein wichtiger (von Dir überlesener?) Punkt.

Gelesen ja, und dann irgendwann vergessen. Me culpa.

Ich würde dir aber widersprechen, dass nur Psychologen bei "Kompensieren" an eigene Defizite denken. Wenn jemand eine fette Protzkarre mit den Worten "Na da muss aber bestimmt jemand was kompensieren" kommentiert, dann meint er damit vermutlich nicht das schlechte Wetter.

Aber ist ja jetzt geklärt, was du meinst, von daher müssen wir das wegen mir hier nicht vertiefen (und damit den Thread OT führen).
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Benjamin am 5.05.2016 | 23:24
Och, kompensieren. Ein bisschen Allmachtsfantasie, sicher. Im Kindergarten stand ich auf MotU, da war das ja schon vorhanden. Aber eigentlich spannend ist ja, Entscheidungen treffen zu können. Gute Abenteuer zeichnen sich neben den Kämpfen durch interessante Dilemma und deren Konsequenzen aus. "What happens next?" Mein sonstiger Alltag ist aber alles andere als langweilig. Also ... keine Ahnung?
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Greifenklause am 11.05.2016 | 15:31
Ich war klein und dürr --> Bin wohl in NRW der Spieler, der am meisten Trolle, Riesen und Minotauren gespielt hat
(Bei einem meiner Freunde ist das umgekehrt, der spielt gerne Elfen)

Ich bin junger Vater --> Aktuell spiele ich einen frechen Gnom

Allerdings wechseln sich bei mir Kompensations- und Liebhabercharektere und Idealisiertesselbstbildcharaktere miteinander ab und fast immer gibt es Mischformen.

So ist der Gnom sehr hilfsbereit.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: tartex am 11.05.2016 | 15:55
Einer meiner zwei absoluten Lieblingscharaktere war ein ein vertrottelter Buckliger namens Brulus mit dem niedrigsten Charisma-Wert, der im System möglich war. Damit konnte ich sehr viel kompensieren, was ich im wahren Leben verpasse.  >;D
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Hector am 11.05.2016 | 16:14
Ich find's einfach geil, dass im Rollenspiel die "Guten" auch mal gewinnen können. Und dass herzlose, hinterhältige, skrupellose, macht- und geldgierige Schurken durch die Hände der SC ihr verdientes Ende finden. Ich kompensiere daher offenbar den eklatanten Mangel an guten Nachrichten, die die reale Welt für uns bereithält.

Davon abgesehen kompensiere ich den Mangel an Wundern in der realen Welt. Hm... Eskapismus? Nein, ist ja nicht wirklich so, dass ich mit meinen persönlichen Lebensumständen unzufrieden wäre. Ich bin einigermaßen gesund, glücklich verheiratet, habe tolle Kinder, einen gutbezahlten Job und muss keine Not leiden. Gleichwohl, die Welt und die Menschheit an sich vermiesen mir doch recht oft die Stimmung. Und dann ist es einfach schön, in ein fiktives Universum abtauchen zu können, in dem es anders läuft.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Greifenklause am 12.05.2016 | 07:55
Gewalt, wir kompensieren alle einen Mangel an Gewalt in unserer Gesellschaft über's Rollenspiel.


Nicht falsch verstehen: Ich finde es gut, dass es diesen Mangel gibt, Note 1
Aber evolutionär hinken wir halt hinterher und dieses grundsätzliche Gewaltpotential will gerne kompensiert werden, gerne auch "transzendiert" im abstrakten oder virtuellen Sinne.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: KhornedBeef am 12.05.2016 | 08:06
Gewalt, wir kompensieren alle einen Mangel an Gewalt in unserer Gesellschaft über's Rollenspiel.


Nicht falsch verstehen: Ich finde es gut, dass es diesen Mangel gibt, Note 1
Aber evolutionär hinken wir halt hinterher und dieses grundsätzliche Gewaltpotential will gerne kompensiert werden, gerne auch "transzendiert" im abstrakten oder virtuellen Sinne.
Na na na, "Gewalt" ist so ein unschönes Wort... nennen wir es "erfolgsorientierte nonverbale Konfliktlösung"
Davon abgesehen: Wahre Worte.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 12.05.2016 | 08:22
Ich find's einfach geil, dass im Rollenspiel die "Guten" auch mal gewinnen können. Und dass herzlose, hinterhältige, skrupellose, macht- und geldgierige Schurken durch die Hände der SC ihr verdientes Ende finden. Ich kompensiere daher offenbar den eklatanten Mangel an guten Nachrichten, die die reale Welt für uns bereithält.

Davon abgesehen kompensiere ich den Mangel an Wundern in der realen Welt. Hm... Eskapismus? Nein, ist ja nicht wirklich so, dass ich mit meinen persönlichen Lebensumständen unzufrieden wäre. Ich bin einigermaßen gesund, glücklich verheiratet, habe tolle Kinder, einen gutbezahlten Job und muss keine Not leiden. Gleichwohl, die Welt und die Menschheit an sich vermiesen mir doch recht oft die Stimmung. Und dann ist es einfach schön, in ein fiktives Universum abtauchen zu können, in dem es anders läuft.

Die beiden Absätze kann ich genau so unterschreiben. Aktuell deutlicher, denn je. :d
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Weltengeist am 12.05.2016 | 11:15
Gewalt, wir kompensieren alle einen Mangel an Gewalt in unserer Gesellschaft über's Rollenspiel.

Alle?
Sprich mal lieber für dich. Es gibt tatsächlich Rollenspieler, die auch im Spiel gewaltfreie Lösungen bevorzugen; die kompensieren da gar nix.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 12.05.2016 | 11:18
Alle?
Sprich mal lieber für dich. Es gibt tatsächlich Rollenspieler, die auch im Spiel gewaltfreie Lösungen bevorzugen; die kompensieren da gar nix.

Ich dachte, er meinte _seine_ Gruppe ...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Greifenklause am 12.05.2016 | 11:21
Alle?
Sprich mal lieber für dich. Es gibt tatsächlich Rollenspieler, die auch im Spiel gewaltfreie Lösungen bevorzugen; die kompensieren da gar nix.

"Bevorzugen" ist so ein schönes Wort, nur was heißt das?
Heißt das "Vermeiden"? Heißt das "Gewalt nur im äußersten Notfall und selbst dann noch Hemmungen"?

Die Gewaltbereitschaft im Rollenspiel ist höher als im realen Leben, es wird schneller zur virtuellen Waffe gegriffen,
der Kampf macht Spaß!
Im echten Leben finde ich ihn widerlich... und bin froh, dass 99% (inkl meiner selbst) ihre animalische Neigung zur Gewalt unter Kontrolle haben.

@Luxferre
Nein
Von Blutrünstigkeit und hossaesisteinspiellasstunsverstümmeln sprach ich nicht.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 12.05.2016 | 11:24
@Luxferre
Nein
Von Blutrünstigkeit und hossaesisteinspiellasstunsverstümmeln sprach ich nicht.

Also meinst Du mit "wir" die Rollenspielergemeinschaft.
Dann stimme ich Dir nur bedingt zu. Klar lösen viele Spieler ihre ingame Konflikte gern mit der groben Kelle.
Ich kenne aber genügend Spieler, die ihren "Mangel an Gewalt" in Rollenspielen nicht kompensieren. Zum Beispiel Leute, die einen recht gewalttätigen Job haben. Und damit meine ich keine kurdischen Freiheitskämpfer, die ich vielleicht kenne ...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Greifenklause am 12.05.2016 | 11:32
Also meinst Du mit "wir" die Rollenspielergemeinschaft.
Dann stimme ich Dir nur bedingt zu. Klar lösen viele Spieler ihre ingame Konflikte gern mit der groben Kelle.
Ich kenne aber genügend Spieler, die ihren "Mangel an Gewalt" in Rollenspielen nicht kompensieren. Zum Beispiel Leute, die einen recht gewalttätigen Job haben. Und damit meine ich keine kurdischen Freiheitskämpfer, die ich vielleicht kenne ...

Es war ja auch eine vereinfachende Aussage, die in meinen Augen statistisch meist, aber sicherlich nicht immer zutrifft.
So oder so tun die meisten von uns sich im Rollenspiel sehr viel leichter zu Gewalt zu greifen und manchmal hat man auch Spaß dran.
Und ja, das ist Kompensation.
Und nein, das ist nichts schlimmes.
Andere schauen nen Actionfilm oder lesen nen harten Thriller oder treiben excessiv Sport.

Und ja, das ist Laienpsychologie, glaube aber trotzdem, dass ich nicht ganz falsch liege.
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Umgekehrt habe ich auch beim Spielen von sehr gewaltbereiten oder besser "gewaltkundigen/erfahrenen" Charakteren selten ein Problem mit einer gewaltlosen Lösungsalternative. Da hüpft mein Spielerherz.
Aber wenn es dann doch zum Kampf kommt genieße ich jeden Trefferpunkt...
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Boba Fett am 12.05.2016 | 12:11
Ich kompensiere meine Einsamkeit und meine Langweile.
Auch wenn der erste Satz in diesem Beitrag stark überzeichnet, steckt da doch ein Kern Wahrheit drin.
Ich bin gern in Gesellschaft und beschäftige mich gern (in Gesellschaft).
Deswegen sind mir Computerspiele auch zuwider.
Und ich spiele gerne miteinander und ungern gegeneinander.
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Luxferre am 12.05.2016 | 12:20
Und ich spiele gerne miteinander und ungern gegeneinander.

Auch das kann ich nur unterschreiben  :d

Gewaltblah  >;D

Puh, ich kann ja auch nur Laienpsychoblah von mir geben und mache unter das Thema "Mensch und Gewalt" einfach mal einen Schlussstrich, okay? Ich denke, dass das abdriftet und gern andernorts diskutiert werden kann  :d
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Chruschtschow am 12.05.2016 | 13:38
Ich nehme total gerne den Aspekt "Gewalt ist immer eine Lösung." ;)
Titel: Re: Was kompensiert Ihr übers / im Rollenspiel?
Beitrag von: Greifenklause am 12.05.2016 | 14:24
Ich kompensiere meine Einsamkeit und meine Langweile.
wie bei jedem Hobby inklusive Gelegenheitssex[/Quote]
Zitat
Auch wenn der erste Satz in diesem Beitrag stark überzeichnet, steckt da doch ein Kern Wahrheit drin.
Ich bin gern in Gesellschaft und beschäftige mich gern (in Gesellschaft).
Deswegen sind mir Computerspiele auch zuwider.
Da habe ich Gesellschaft in Form einer meckernden Ehefrau
Zitat
Und ich spiele gerne miteinander und ungern gegeneinander.
:'( ;D Schnüff
Babo offering Boba a chewbuccian hug

Das kooperative ist wirklich schön im Rollenspiel.