Unknown Armies: The Atlanta Files
Kommentare, Anmerkungen und Fragen sind ausdrücklich erwünscht ;)
Die Kampagne ist darauf ausgelegt, dass kein regelmäßiger Spielrhythmus notwendig ist. Ebenso kann jede Folge eine unterschiedliche Anzahl Charaktere/Spieler beinhalten. Möglich wäre ein Spiel ab 3 Personen (SL + 2 Spieler).
Als Regelwerk benutzen wir Unknown Armies (2. Edition) mit ein paar kampagnenspezifischen Modifikationen und Anleihen aus GUMSHOE und Prime Time Adventures.
Gespielt wird ein Ermittlerteam, welches im okkulten Untergrund ermittelt. Die Kampagne wird wie eine Fernsehserie in Staffeln aufgeteilt (5 Folgen = Spielabende pro Staffel). Jede Folge hat einen eigenen, abgeschlossenen Fall, aber es wird auch folgen- und staffelübergreifende Handlungsbögen geben.
Die Charaktere haben alle noch keine Berührung mit dem okkulten Untergrund gehabt. Dies wird sich im Laufe der Zeit ändern >;D
Generell wird sich das ganze aber nicht rein am UA-Hintergrund orientieren sondern ebenso Elemente aus Akte X, Fringe, Twin Peaks und True Detective enthalten. Prämisse ist allerdings, dass alles Böse vom Menschen ausgeht. Es werden keine Aliens vorkommen...
Die Charaktere sind “Streetlevel” UA-Charaktere, allerdings mit erhöhter Startpunktzahl (240 + 70 Punkte für Fertigkeiten), um den im One-Shot festgestellten “Frustfaktor” bei Proben abzumildern.
Zusätzlich definiert jeder Spieler 2 Beziehungen (Familie, Freunde, Beziehung etc.) für seinen Charakter und versieht diese mit ein paar Eigenschaften (Aussehen, Alter, 2-3 beschreibende Adjektive).
Das Spiel selber wird in Szenen unterteilt, es kann mit Schnitten und Rückblenden gearbeitet werden.
Die Spieler können persönliche Charakterszenen einfordern, die sich um eine oder mehrere Beziehungen des Charakters (vordefinierte oder neu erstellte) oder um die jeweilige Obsession drehen. Eventuelle NSCs werden vom SL oder den anderen Spielern übernommen. Der Spieler erhält für eine Beziehungsszene einen Marker (Pokerchip o.ä.). Diesen Marker darf er einsetzen, um eine beliebige Probe mit maximalem Erfolg (aber nicht kritisch) zu bestehen (Probenwert = Fertigkeitswert). Marker verfallen nicht nach Ende des Spielabends; jeder Spieler kann aber nur maximal einen Marker besitzen.
Beispiel: Ein Spieler möchte eine Szene mit dem Sohn seines SCs um ihn davon abzuhalten, sich bei der Army zu bewerben. Der SL übernimmt den Sohn (nach Vorgaben der vorherigen Definition) und der Spieler erhält hinterher den Marker. Später schießt der SC auf einen fliehenden Gegner. Der Spieler entscheidet, den Marker einzusetzen, weil er den Gegner auf jeden Fall stoppen will. Statt auf seinen Schusswaffen-Wert von 45% zu würfeln setzt er den Marker ein und trifft den Gegner mit für ihn maximaler Präzision (45%).
Pro Epsiode und Charakter wird im Laufe des Spiels ein Ermittlungswurf fällig. Dies kann eine beliebige Probe sein, die sich um den Fall dreht (Wahl des Spielers). Die erwürfelten Ergebnisse der einzelnen Spieler werden addiert und müssen Anzahl Spieler x 25% ergeben um den Fall in dieser Episode aufzuklären (bei 3 Spielern also insgesamt 75%, bei 4 Spielern 100% usw.).
SCs:
Linda C. Carter
Spieler: Lordwächter des Krisenmanagements (http://"http://www.tanelorn.net/index.php?action=profile;u=5871")
Eine vorbildliche FBI-Agentin mit einem Hang zum Perfektionismus.
Obsession: Geheimnisse aufdecken
Wutimpuls: (diplomatische) Immunität vor Strafverfolgung
Furchtimpuls: Orientierungslosigkeit
Tugendimpuls: Die Agency und ihre Kollegen
Beziehungen: Chuck Bailey (Traumatologe), Jason Holt (Journalist), David Coulson (Vorgesetzer)
Ed Cunning
Spieler: Wolf (http://www.tanelorn.net/index.php?action=profile;u=8550)
Ex-Cop und privater Ermittler.
Obsession: Zusammenhänge herstellen
Wutimpuls: Emotionalität statt Logik
Furchtimpuls: davor, den Verstand zu verlieren
Tugendimpuls: um jeden Preis die Wahrheit aufdecken
Beziehungen: Fiona Nelson (Exfrau), Darryl Jackson (Politiker), Galileo (Goldfisch)
Dr. James “Wally” Wolschovski
Spieler: Johannes (http://"http://www.tanelorn.net/index.php?action=profile;u=5007")
Gerichtsmediziner
Obsession: Medizin
Wutimpuls: Nachlässigkeit
Furchtimpuls: Unsauberkeit
Tugendimpuls: die Wahrheit muss ans Licht!
Beziehungen: Susan Wolschovski (Cousine), Ted O’Malley (Schulfreund)
Patrick O’Hara
Spieler: Kampfwurst (http://www.tanelorn.net/index.php?action=profile;u=4951)
Streifenbulle, den nur die Uniform davon trennt ein gewöhnlicher Schläger zu sein
Obsession: Dieser eine Fall lässt ihn nicht los. Er muss ihn lösen. Er sieht Zusammenhänge, die Andere nicht sehen können (oder wollen?)
Wutimpuls: Ignoranz
Furchtimpuls: Angst zu versagen
Tugendimpuls: Unschuldige beschützen
Beziehungen: Jeffrey Campbell (Ex-Partner, dem Patrick das Leben gerettet hat), Sean O’Hara (Bruder und Staranwalt)
Spielleiter: Gwynplaine (http://"http://www.tanelorn.net/index.php?action=profile;u=3788")
...
Szene 11:
Nach dem Verhör von Garrett Doyle und den Enthüllungen der Videoaufzeichnung wird Agent Carter zur Rede gestellt. Was hatte sie mit Sebastian Roberts zu schaffen? Warum hat sie ihm Geld gegeben? Wieso ermittelt sie in dem Fall und hat bisher nichts davon erwähnt?
Agent Carters Erklärung hört sich wenig glaubwürdig an: sie erzählt, sie hätte seit einiger Zeit eine Doppelgängerin (seit einem Vorfall mit einem gewissen Bill Toge). Die Frau, die auf dem Video zu sehen ist müsse diese Doppelgängerin sein. Sie selbst sei zu diesem Zeitpunkt mit einer anderen Mission betraut gewesen, was sie auch beweisen könne.
Die anderen Ermittler finden diese Erklärung zwar fragwürdig, nehmen sie aber erst einmal so hin (es bleiben aber deutliche Zweifel).
Szene 12:
Agent Carter sucht ihren Vorgesetzten David Coulson auf und bittet ihn, die Akte mit der fraglichen Mission freizugeben, damit sie beweisen könne, dass nicht sie die Frau auf dem Video sei.
Coulson befragt den FBI-Computer und stellt erstaunt fest, dass er keinen Zugriff mehr auf Carters Akte erhält. Diese Akte muss von höherer Instanz gesperrt worden sein.
Außerdem hat er für Carter die Anweisung, den Fall abzuschließen und Garrett Doyle als Täter zu präsentieren und hinter Schloss und Riegel zu bringen.
Carter protestiert erst, muss sich aber letztendlich ihrem Vorgesetzten beugen und willigt (auch in Hinsicht auf ihre Karriere) ein.
In den folgenden Monaten:
Garrett Doyle wurde der Mord an Sebastian Roberts angehängt und er wartet auf seinen Prozess.
Währenddessen recherchiert Ed Cunning jedoch auf eigene Faust weiter und versucht möglichst viele Informationen zu ACS zu erhalten. Er erfährt, dass das “Atlanta Childrens Shelter” von der Kirche und insbesondere Reverend William Ferro unterhalten wird. Der Reverend ist außerdem direkter Vorsitzender des ACS. Er stößt auch auf die Tatsache, dass vor einigen Jahren das komplette Personal von ACS ausgetauscht wurde - vom Direktor bis zur Putzfrau. Es gibt Gerüchte zu Mißbrauchsvorwürfen, die genauen Hintergründe dafür bleiben jedoch nebulös.
Der Reverend ist außerdem Cousin des Gouverneurs Edwin Ferro und hat somit großen auf die Politik und die Vergabe von Spenden. Tatsache ist, dass viele Steuergelder in Projekte des Reverends fließen (unter anderem eben ins ACS).
Dr. Wolschovski arbeitet weiterhin in der Gerichtsmedizin, prüft aber regelmäßig im Computer die Akten der verschiedenen Polizei- und Gerichtsbehörden. Er findet heraus, dass es tatsächlich bereits viel mehr ähnliche Fälle als urspünglich angenommen gab (insgesamt 13). Viele Fallakten sind allerdings im Computer gelöscht und es existiert oft nur noch ein Aktenzeichen ein ein paar Suchbegriffe zur Kategorisierung. Hatte er vorher gedacht, dass hier schlampig gearbeitet worden sein muss, als die Fälle nicht miteinander verknüpft wurden, so bildet sich bei ihm nun immer mehr die Überzeugung heraus, dass hier jemand bewusst etwas vertuschen möchte.
Auch Officer Patrick O’Hara lässt der Fall in den nächsten Monaten nicht los. Als Waise und ehemaliger Bewohner von ACS versucht er, alte Kontakte herzustellen. Auch er erfährt schnell, dass vor einiger Zeit das komplette Personal gewechselt wurde, macht jedoch den alten Direktor - Dr. Alan Withers ausfindig und vereinbart einen Termin mit ihm.
Er kontaktiert Agent Carter, Ed Cunning und Dr. Wolschovski und sie fahren gemeinsam den alten Mann besuchen.
Szene 13:
Dr. Alan Withers führt ein zurückgezogenes Leben. Der ehemalige Leiter von ACS sitzt im Rollstuhl und wird mit Sauerstoff versorgt. Er kann nicht mehr gut sprechen und scheint hin- und wieder etwas verwirrt.
Er erkennt Patrick O’Hara jedoch sofort und erzählt den Ermittlern, dass man das Team von ACS ausgetauscht hat, nachdem ein ehemaliger Bewohner namens Frank Dixon Mißbrauchsvorwürfe gegen ACS erhoben hat. Reverend Ferro hat Frank damals in seine Obhut genommen. Viel mehr kann Dr. Withers allerdings nicht beitragen.
Szene 14:
Man informiert sich in den Akten der Polizei über Frank Dixon. Er ist mehrfach vorbestraft (hauptsächlich wegen geringer Vergehen). Der Reverend hat Dixon im Zuge eines Resozialisierungsprogramms bei sich aufgenommen und ihm ein Dach über dem Kopf sowie Arbeit verschafft.
Die Ermittler nehmen Dixons Fährte auf und observieren ihn eine Zeit lang. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Dixon für den Reverend arbeitet und auch aktuell in dessen Villa wohnt. Er geht einem geregelten Tagesablauf nach und scheint sich von kriminellen Aktivitäten fern zu halten. Der Reverend bewohnt eine große Villa mit Park am Stadtrand von Atlanta. Die Ermittler vermuten, dass der Park auch der Tatort gewesen sein könnte: im Park gibt es Ahornbäume (Spuren der Rinde waren unter den Fingernägeln des Opfers zu finden) und die Strecke vom ACS zur Villa, dann zum Kanal und zurück zum ACS ist 59,3 km lang - was in etwa den fehlenden 60km im Fahrtenbuch bei ACS entspricht.
Man entschließt sich, nachts den Park der Villa genauer zu untersuchen. Tatsächlich findet man einen Ahorn, der Spuren von Pfeilbeschuss aufweist. In der Rinde lassen sich später im Labor außerdem noch mikroskopische Blutspuren nachweisen. Damit ist der Tatort offensichtlich gefunden. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Reverend Ferro hier ganz tief seine Finger mit im Spiel hat. Er ist auch der Einzige, der die Möglichkeiten einer groß angelegten Vertuschung hätte. Allerdings scheidet aus, ihn direkt verhaften zu lassen oder mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Dazu hat man noch nicht genug belastendes Beweismaterial zusammen. Außerdem scheinen die offiziellen Stellen unter seinem Einfluss zu liegen und man hat mit Garrett Doyle ja bereits einen Schuldigen.
Die Ermittler beschließen also, Frank Dixon zu entführen und ihm ein Geständnis über den Reverend zu entlocken. Dieses Geständnis soll dann an Fernseh- und Zeitungsredaktionen verteilt werden.
Szene 15:
Ein verlassenes Lagerhaus. In der Mitte ein Stuhl, davor eine Kamera. Die Ermittler tragen schwarze Masken und haben Frank Dixon nachts aufgelauert und ihn hierher verfrachtet. Im Scheinwerferlicht übernimmt Ed Cunning die Befragung und nimmt diese gleichzeitig auf Video und Tonband auf.
Nach kurzer Orientierungslosigkeit und Gegenwehr knickt Frank Dixon ein, der ganz offensichtlich stark unter dem Einfluss des Reverends steht.
Er gibt zu für den Reverend zu arbeiten und liebt ihn wie seinen eigenen Vater. Auf die Frage, ob der Reverend blonde, gut gebaute junge Männer liebt antwortet Dixon “Ja, so wie ein Vater seine Kinder”. Seine Antworten sind ausweichend aber seine Willenskraft bröckelt und seine Sprache trägt zunehmend kindliche Züge. Letztendlich gibt er zu, dass der Reverend auf die gefesselten jungen Männer (und damit auch Sebastian Roberts) mit Pfeilen geschossen hat, weil es ihn sexuell erregt. Frank musste dann diejenigen, die danach noch lebten mit einem Hammer erschlagen und ihre Körper waschen und entsorgen.
Damit haben die Ermittler also ihr Geständnis.
Epilog im weißen Raum:
Die Stahltür öffnet sich und Reverend Ferro tritt ein. Er blickt zuerst zu Dr. Stanley, dann zum Mann in der Zwangsjacke (Dr. Wolschovski) und sagt:” Hallo Frankie. Es tut mir leid. Ich war bei Eddy, meinem Cousin, dem Gouverneur. Er hat ein Gnadengesuch für Dich abgelehnt.”
ENDE Episode 1
Insgesamt hat mir die erste Episode sehr gut gefallen. Die Charaktere haben sich kennengelernt und konnten auch ihre privaten Szenen nutzen. Insgesamt würde ich mir für die nächsten Episoden wünschen, dass diese Szenen noch mehr vom eigentlichen Fall losgelöst sind.
Die Ermittlungswürfe kamen recht spät, der Fall konnte dennoch gelöst werden (auch wenn der eigentliche Täter noch auf freiem Fuß ist). Bei den nächsten Episoden wäre es besser, die Würfe würden sich mehr über den Abend verteilen.
Bisher nicht zum Einsatz kamen die Stresswürfe von UA - teils weil wir es vergessen haben, teils weil sich vieles im “Berufsalltag” der Charaktere abspielte. Auch das wird sich in Zukunft ändern ;-)
Von Spielerseite wurde gewünscht, dass ich die Szenen noch mehr schneide bzw. die Charaktere mitten in die Szene werfe. Das kam im vorangegangenen One-Shot (Bill Toge) ganz gut an und soll so weiter geführt werden.