Die Entscheidung den Artificer als einen Variante des Wizard zu interpretieren finde ich nachvollziehbar. Für mich waren die Eberron-Artificer allerdings nie richtige Zauberer, sondern eher magisch begabte Mechaniker. Für meinen Geschmack ist daher der "Wizard" zu sehr präsent. Ein Highlevel-Artificer ist für mich niemand der Wünsche, Feuerbälle durch die Gegend wirft, sondern allenfalls eine Wunschmaschine und einen Feuerballwerfer bei sich trägt.
Aus einer gamistischen Perspektive kann ich gut verstehen, wenn man lieber ein reskinning des Barden oder des Cleric gesehen hätte. Mir persönlich hätte sogar am besten ein reskinning des Rogue/Arcane Trickster oder ggf. ein Wizard/Rogue als eigenständige Klasse gefallen.
Es ist wohl der systemischen Entscheidung zu Gunsten des "modularen" Klassensystems geschuldet, dass nun ein Wizard built kommt. Der Fanbase, die offenbar gerne Spielmechanik als Spielweltsimulation versteht, kann man eben nicht erklären, warum der Artificer die Mechaniken von Barde ("die kommen doch von seiner Musik") oder Cleric ("die kommen doch von seiner göttlichen Magie") verwenden soll. Buchzauberer machen das im Multiversum halt so, wie das ein Wizard tut - Punkt.
Für mich zeigt sich recht deutlich, dass man mit dem derzeitigen Designansatz von 5e für meinen Geschmack nicht genügend unterschiedliche Klassen abbilden will, sondern eher more-of-the-same bekommt. Wenn ich einen Artificer spielen möchte, will ich nicht einen besonders spezialisierten Wizard spielen, der ein paar andere Gimmicks bekommt.
Mir hätte eine eigenständige Artificer-Klasse besser gefallen.
Edit: Zugegeben: das ist nicht mein grundsätzliches Problem mit der Artikelserie im Speziellen, sondern mit der 5E im Allgemeinen.