Autor Thema: Getting the DARK into Dark Future  (Gelesen 14637 mal)

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Offline Blechpirat

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Getting the DARK into Dark Future
« am: 25.05.2009 | 23:30 »
Ich lese gerade "A Game of Thrones". Das harte und grausame des Settings wird u.a. durch Krähen symbolisiert, die den gehenkten die Augäpfel wegfressen.

Chic. Nun leite ich aber DARK FUTURE (Cyberpunk 2020). Das o.g. Beispiel klappt dort auch. Hier soll eine Materialsammlung entstehen mit Szenen, die zeigen wie abgefuckt das Setting ist. Ideen sind aber natürlich auch willkommen, wenn sie zu Shadowrun oder postapokalyptischen Settings passen.

Für Ideen bin ich dankbar!

  • Tote auf der Straße, von Ratten angefressen
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Callisto

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #1 am: 25.05.2009 | 23:42 »
Ein Toter der gerade von einem kleinem Rudel Hunde gefressen wird.

alexandro

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #2 am: 25.05.2009 | 23:43 »
Komplette und beiläufige Entmenschlichung bestimmter Gruppierungen/Berufe/sozialer Schichten.

Ich muss da immer an den Puffbesitzer aus "The Dark Tower" (Buch 6 oder 7?) denken:
Zitat
"Girls! Girls! Girls! Some are humie and some are cybie, but who cares? You can't tell the difference! Do what you want with them, you can't tell the difference."
Dark genug? :gasmaskerly:

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #3 am: 25.05.2009 | 23:49 »
Hmmm.....was gäb es denn noch ?

- ein Verhafteter, der von der Polizeistreife auf offener Straße abgeknallt wird, während er schon mit Handschellen am Boden kniet. Auf der anderen Straßenseite wird ein Laden ausgeraubt, was die Beamten nicht die Bohne interessiert. Haben wohl welche ihr Bestechungsgeld nicht gezahlt....

- Ist das Setting stark bevölkert, läuft irgendwo im Hintergrund ein Fernseher mit ner politischen Talkshow zum Thema "Bevölkerungsreduktion - aber wie ? Todesschwadron oder Zwangssterilisation ?"

- Schön ist auch, wenn im Wetterbericht neben Temperatur und Niederschlag auch die Strahlungswerte angegeben werden.

- Der obligatorische Endzeitprediger mit dem Schild "Das Ende ist nah" an der Ecke darf nicht fehlen.

Edit:
- Zum Thema "Wetterbericht" kommt´s sicherlich auch gut, wenn alá Judge Dredd ebenfalls durchgegeben wird, wo in der Megacity gerade bewaffnete Bandenunruhen oder Bürgeraufstände stattfinden.

- Offiziell gibt es Essen nur rationiert gegen staatliche Verpflegungskarten, weil die Lage gerade "etwas mies ist". In den oberen Stockwerken der glänzenden Arkologien und auf dem Schwarzmarkt ist das natürlich nicht so.

- just zum Zeitpunkt des Abenteuers wütet eine Epidemie in den Slums. Leute bestimmter genetischer Prägung fallen im Stehen tot um.

« Letzte Änderung: 25.05.2009 | 23:53 von Waldviech »
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Online Imion

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #4 am: 26.05.2009 | 00:03 »
Musst nur die sozio-ökonomische Lage aus SoIaF in die nahe Zukunft übertragen.

Keine Arbeit für weite Schichten der Bevölkerung. Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme. Vernichtung der Nahrungsgrundlagen. Konzentration des Kapitals auf Wenige, die sich abschotten. Willkür der Sicherheitsorgane. Usw., usf.

kA, wie Cyberpunk 2020/DARK FUTURE das Settingtechnisch abhandelt, aber die klassischen Dystopien sollten genug Anschauungsmaterial bieten ;).

Wenns Bilder braucht:

Lange Schlangen an den wenigen verbleibenden sozialen Einrichtungen (Suppenküchen oä). Schlägereien unter den Wartenden um die letzten freien Plätze/Mahlzeiten. Gewaltsame Auflösung derselben durch Sicherheitskräfte. Die Toten werden natürlich sobald sdie unmittelbare Gefahr in ihre Reihen zu treten einer Zweitverwendung zugeführt (im besten Fall Leichenfledderei, im Schlimsten kann man sich auch ein Stück von abschneiden ;)).

Downtown bettelnde Jugendliche, die von den vorbeieilenden Passanten ignoriert bis mit Tritten vom Leib gehalten wird. Nach einiger Zeit wird sie von Polizei abtransportiert (natürlich auch hier nicht ohne die allgegenwärtige psychiche bis physische Gewalt). Wohin, da kann man nur spekulieren. Wenn man überhaupt einen Gedanken daran verschwendet.

Komplette und beiläufige Entmenschlichung bestimmter Gruppierungen/Berufe/sozialer Schichten.
(...)

QFT
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #5 am: 26.05.2009 | 00:14 »
Extreme Ausnutzung menschlicher Ressourcen:
z.B. Einsatz von Reagenzglasmenschenhirne als Bedienung von Geldschaltern, da unbestechlich und unhackbar.

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #6 am: 26.05.2009 | 00:48 »
Priorität 1!: Alltäglichkeit des Grauens und pragmarischer Umgang damit. Wenn die Serienkiller um den Block schleichen chippt man seine Kinder, heuert die örtliche Gang an um den Schulweg zu bewachen und gibt ihnen Taser.
Priorität 2!: Kontraste. Kann ja sein das da ne Leiche in der Gosse modert aber dann braucht man auch die angewiderte Highheels-Tussi die pikiert darüber steigt und den Biohazard-Entsorgungsdienst anklingelt.

Zitat
"Girls! Girls! Girls!
Und semilegal: Dogs! Dolls! Dead People! ...

Bettler die ihre (ebenfall bettelnden) Kinder verstümmeln um mehr Kohle abzusahnen.
Leprakranke und sonstige "Aussätzige" (zB verrostete, invalide Cyborgs, Rust Alley in SLA)
Ich würde allerdings nicht zuviel auf soziale Notlage machen... Cyberpunk lebt auch von (verrottendem) Überfluss. Eher die "Krankheit" der ganzen Gesellschaft rüberbringen. Ok, klar, du kannst überleben...opfer einfach deine komplette Freizeit und halt den Kopf unten. Werd eine Konzerndrohne und alles wird gut.
An jeder dunklen Strassenecke bricht die Moral zuammen und Sozialdarwinismus triumphiert.

Children of Men gucken, Dark (!) Future kommt nirgendwo besser rüber ... "Illegale" Einwanderer in Käfigen, Flüchtlingslager in ganzen verrotteten Vorstädten, psychotische Kulte auf den Straßen, allgegenwärtiger Terrorismus (Imbissbude hochjagen und so), totales, menschliches Chaos.

Auch gut ... ein dahinvegetierendes, von Stütze lebendes "Subproletariat" mit Ganztagsbeschäftigung Fernseher/Matrix (+ Drogen, Fussball und Kinder schlagen).
Natürlich nur der härteste/abgestumpfteste Scheiß.

Edit:
Nach dem ich dieses "Du bist Terrorist" Video gerade angeschaut hab...
Fliegende Drohnen die den Verkehr und die Innenstädte kontrollieren. Privilegien nur gegen absolute Transparenz (gut gefakte SIN und Gesichtstransplantation). Register mit Einträgen über alles und jeden. Ein Überwachungsapparat in dem eine Hand nicht weiß was die andere tut (A Scanner darkly).

Außerdem... Riesige Müllsackberge (evtl auch Giftmüll) auf der Straße. Mutiertes Viechzeugs das darin wohnt.
Leute die in Umzugskartons hausen (seit Jahren). Irgendwie technisch/biologisch daran angepasste Leute die seit Jahrzehnten in der Finstrnis der Kanalisation unter erbärmlichen Bedingungen hausen und nachts aus ihren Löchern kriechen.
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 18:31 von Hibou »

Offline Sequenzer

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #7 am: 26.05.2009 | 02:43 »
Man muß den kontrast zwischen bettelarm und steinreich darstellen. Die Slums und Interierungslager in den Randbezirken die immer weiter in das Stadtzentrum reinkommen. Im krassen Gegensatz dazu die Hochhäuserschluchten der Konzerne und anderweitig reichen. Werbezeppeline die über die die Stadt kreisen, Hubschrauber/VektorSchub Maschinen die im 10min Takt über die Stadt patroulieren. Diverse Polizeidrohnen überwachen die mittelklasse der Gesellschaft, die alten Vororte stehn leer. Brennede Gebäude die einfach mal so angezündet wurden und nicht gelöscht werden. Das omnipresente geheule von Polizei Sirenen. Electrosmog vermischt mit Ausdünstungen, kalter Asche, Pisse und Kerosin liegt in der Luft.

Was die Stastisten angeht: Je nach Setting kann man da hin und her varieren ;) von den verchippten Bordschwalben, der kleinkriminellen Gang die das Viertel terrorisiert der streikenden Müllabfuhr. Kann man ja ganz gut varieren und anpassen.
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Offline Blechpirat

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #8 am: 26.05.2009 | 08:36 »
Ihr seid echt prima! Vielen Dank!

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #9 am: 26.05.2009 | 08:48 »
Zitat
der streikenden Müllabfuhr
Hey, da kommt mir bei dem Punkt mit den Müllbergen, in denen mutierte Viecher hausen, gerade die Idee von einer bewaffneten Müllabfuhr. Die Müllmänner sind grundsätzlich alle mit UZIs ausgestattet und auf dem Müllwagen sind kleine, schwenkbare MG-Türme - um im Müll lebende Riesenratten und Killerkakerlaken zu killen und auch um Horden hungernder Müllplünderer davon abzuhalten, den Mülltransport zu überfallen... ~;D
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #10 am: 26.05.2009 | 10:49 »
Guck dir ein paar Dokus über Reichtum und Armut in der dritten Welt an.

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #11 am: 26.05.2009 | 11:46 »
Zitat
Die Müllmänner sind grundsätzlich alle mit UZIs ausgestattet und auf dem Müllwagen sind kleine, schwenkbare MG-Türme - um im Müll lebende Riesenratten und Killerkakerlaken zu killen und auch um Horden hungernder Müllplünderer davon abzuhalten, den Mülltransport zu überfallen...

Stimmt... denn es wäre ja noch schöner wenn die hungernden Massen zB ohne zu Bezahlen an die wegen diverser Vorschriften weggeschmissenen Abfälle des Discounters um die Ecke kommen. Deswegen ist das ja auch ein solider Stahlcontainer mit Magschloss und eingebautem Elektroschocker. ;)
Andererseits könnte man daraus direkt ein Abenteuer draus machen ... die abgefuckte Version eines Doc Wagon- Teams oder das Äquivalent des freischaffenden Heizungsingenieurs in Brazil. Die offizielle Müllabfuhr sieht es gar nicht gerne, dass die Gegend der Charaktere sich ihre eigene Müllabfuhr organisiert hat, verstößt das doch gegen Vorschrift 317b 1/2.

Ne andere Sache die mir eingefallen ist ... die verarmten Massen starten natürlich keine Revolte um sich zurückzunehmen was ihnen gehört, zumindest nichts größeres. Stattdessen laufen sie dem nächstbesten "starken Mann" und seinen rechten Paramilitärs oder irgendwelchen Gangs/Drogenkartellen die ganze Viertel kontrollieren in die Arme.

Dann ... Parasiten und nette Krankheiten die in den Slums alltäglich sind und die halt ertragen oder mit diversen medizinischen/chemischen Keulen weggeballert werden. Mutierte Riesenflöhe und Würmer, Gibsons 23 Arten mulitresistenter Tuberkulose, Allergien und Hautkrankheiten, AIDS.

Gewalt aus dem nichtigsten Anlass heraus. Junkies mit Messern in der U-Bahn und ganze Mobs von Straßenkindern welche die Charaktere oder ihr Auto mit Steinen eindecken.

Ich persönlich mag noch Wasser. Überflutete Straßenblocks. Leute die zur Arbeit durch stinkende Brühe waten oder im besseren Fall paddeln. Zugelaufene Keller. Vorbeitreibendes Zeug: Klopapier, Spielsachen, Kanister und dazu gehörende Ölschlieren. Und kleine Kinder die sich in dem ganzen Brack waschen oder darin baden.

Ein Klassiker ist natürlich noch die örtliche Organbank zu der Leichen geschleppt und dann ausgeschlachtet werden und wo diverse Lebende aus Geldgründen ihre Niere verkloppen. Direkt nebenan die teure "Under the Knife" Chirurgie-Boutique...
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 11:55 von Hibou »

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #12 am: 26.05.2009 | 12:35 »
"...ich bin kein Kind! ich bin ein Tumor!"
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Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #13 am: 26.05.2009 | 13:13 »
Viele der Vorschläge driften für mich schon ins Satirische ab. Was das angeht kann man sich auch mal "Underground" anschauen. Das hat einige extrem fiese Ansätze.

Ludovico

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #14 am: 26.05.2009 | 13:28 »
Ich lese gerade "A Game of Thrones". Das harte und grausame des Settings wird u.a. durch Krähen symbolisiert, die den gehenkten die Augäpfel wegfressen.

Chic. Nun leite ich aber DARK FUTURE (Cyberpunk 2020). Das o.g. Beispiel klappt dort auch. Hier soll eine Materialsammlung entstehen mit Szenen, die zeigen wie abgefuckt das Setting ist. Ideen sind aber natürlich auch willkommen, wenn sie zu Shadowrun oder postapokalyptischen Settings passen.

Für Ideen bin ich dankbar!

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Ich würde sogar noch stärker ins Detail gehen:
Rußverschmierte Hauswände
Von Abgasen angefressene Fassaden und Statuen
Wohnungen gerne im schönsten Nikotingelb und dem entsprechenden Geruch
Muffiger Straßengeruch
Viel Nebel und Regen, wenig Sonne

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #15 am: 26.05.2009 | 13:33 »
Zitat
Viele der Vorschläge driften für mich schon ins Satirische ab.

Ernsthaft? Klar, das ist alles überspitzt aber da ist imo jetzt so gut wie nichts dabei was es so in der Realität nicht genauso gäbe/gegeben hat. (mal abgesehen von klaren SF/Enzeit-Topoi wie krasse Mutationen, allgegenwärtige Drohnen oder Strahlungswerte im Wetterbericht...obwohl Tschernobyl).

« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 13:36 von Hibou »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #16 am: 26.05.2009 | 14:02 »
Würde ich ähnlich sehen - von meiner Warte aus wäre da einzig die militarisierte Müllabfuhr satirisch gemeint. Und selbst die ließe sich von der Prämisse "Es gibt großes mutiertes Ungeziefer das Menschen saugefährlich werden kann" ernsthaft begründen. Übrigens ebenso wie bewaffnete Kanalarbeiter. (Denn in einer Welt, in der es wirklich schäferhundgroße Ratten, mutierte Riesenkakerlaken in der Kanalisation gibt, wär´ es Wahnsinn, Leute ohne ausreichenden Schutz runterzuschicken.)
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #17 am: 26.05.2009 | 14:31 »
Ich würde eher die Heruntergekommenheit des zwischenmenschlichen Miteinanders darstellen, in Kombination mit dem Rest.
Settings wie Equilibrium wirken mMn erst durch die dargestellte Zwischenmenschleichkeit richtig düster, da muss noch nicht einmal die kaputte Welt an sich dafür herhalten.

Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #18 am: 26.05.2009 | 15:41 »
Ernsthaft? Klar, das ist alles überspitzt aber da ist imo jetzt so gut wie nichts dabei was es so in der Realität nicht genauso gäbe/gegeben hat.
Ja, ernsthaft! Satire heißt zwar nicht unbedingt das es lustig wird (eine gute Satire muss mMn weh tun), aber etliche der gemachten Vorschläge wirken dermaßen erzwungen/überspitzt, das ich da durchaus einige male schmunzeln musste:

Sicherheitsangestellte die einem erstmal Handschellen anlegen bevor sie einem eine Kugel in den Kopf jagen. Sich sorgende Eltern die die lokalen Gangs mit Waffen ausrüsten. SC die nich von A nach B kommen werden weil sie in der U-bahn abgestochen und bei Tageslicht gesteinigt würden. Abziehbilder wie der obligatorische Endzeitprediger oder der von Alkohlo/Dorgen betäubte vor dem Fernsehen/Internet verottende Arbeitslose was ja schon für sich karrikaturen sind. Zum Essen anstehende Hungernde die so lange anstehen das sie noch vor Ort zu Kanibalen werden.

Da waren noch einge andere Dinge drin und vielleicht habe ich einfach einen seltsamen Humor, aber wenn es wirklich düster sein soll, dann doch lieber ein bisschen weniger Überspitzt/Gezwungen. Abgründe tun sich eher auf wenn es glaubhaft bleibt. IMHO versteht sich.

Was das angesprochene Underground angeht hätte das noch einiges überspitztes zu bieten:
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« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 15:49 von ragnar »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #19 am: 26.05.2009 | 16:37 »
Zitat
Sicherheitsangestellte die einem erstmal Handschellen anlegen bevor sie einem eine Kugel in den Kopf jagen. Sich sorgende Eltern die die lokalen Gangs mit Waffen ausrüsten. SC die nich von A nach B kommen werden weil sie in der U-bahn abgestochen und bei Tageslicht gesteinigt würden. Abziehbilder wie der obligatorische Endzeitprediger oder der von Alkohlo/Dorgen betäubte vor dem Fernsehen/Internet verottende Arbeitslose was ja schon für sich karrikaturen sind
Sind aber alles Dinge, die dir in ganz miesen Ecken der Welt wirklich begegnen. Von DIESEN Dingen ist nichts sonderlich weit hergeholt. Slums in etlichen Teilen der Welt bieten wirklich solche Zustände. Insofern kann man da nicht mal von Überspitzung reden.
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Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #20 am: 26.05.2009 | 17:01 »
Mag sein, das sie mir dort begnen können, aber zum einen müsste ich dafür wahrscheinlich eine kleine Rundreise durch verschiedenste miese Ecken machen, zum anderen reden wir hier über ein Rollenspiel und wenn das alles, statt "Auszüge aus den miesen Ecken der Welt", der Lokal-kolorit der Straßenecke der SC sein sollte (und danach klang das irgendwie schon), nutzt sich das ganze einfach nur sehr schnell ab und wird zum Witz.

Keine drei Spielabende mit einer solchern Dauerbefeuerung und mein Charakter weist die Cops darauf hin das sie die Handschellen nicht säubern bräuchten wenn sie das etwas anders machen, weist die Kannibalen darauf hin das sie weder anstehen noch Menschenfleich essen müssten wenn sie die Schlange schon vorher so dezimieren das für die Überlebenden genug bleibt (wer dann noch will kann sich ja immer noch Nachschlag hohlen) und lacht den Prediger aus dessen Hoffnung auf ein baldiges Ende sich wohl nicht erfüllen wird (Wie, das war keine Hoffnung sondern eine Befürchtung? :) ).
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 17:03 von ragnar »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #21 am: 26.05.2009 | 17:04 »
Das liegt aber nicht an den finsteren Elementen ansich, sondern eher an der Dauerbefeuerung ;) Kommt drauf an, wie du die Elemente einbaust. So wie ich das Thema hier verstanden habe, sollen hier Dinge gesammelt werden, durch die man die Düsternis und Abgefucktheit einer dystopischen Zukunftswelt zeigen kann. Also hab´ ich ein paar Dinge zur Auswahl gegeben.
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #22 am: 26.05.2009 | 17:20 »
Zitat
Sich sorgende Eltern die die lokalen Gangs mit Waffen ausrüsten.
Die Kinder nicht die Gangs. Sry, blöd formuliert.
Joa, ansonsten ist in deiner Aufzählung (die du persönlich ja noch ein bisschen weiter überspitzt hast) genau ein Beispiel für das mir gerade keine reales Beispiel einfällt (die Kannibalen). Und das auch nicht nur in einem urbanen Umfeld.

Und wenn ich die Erfahrungen meiner Exfreundin in ihrem Praktikum im Kindergarten unseres örtlichen "Ghettos" nehme, die Zustände im lokalen Abschiebezentrum oder die Erschiessung von Charles de Menezes in London dann gibt es solche Sachen auch mitten in Europa.

Aber vollkommene Übereinstimmung bzgl. Subtilität und Horror. Alles auf einmal geht nicht.

Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #23 am: 26.05.2009 | 18:26 »
Um mal zum Thema zurückzukommen, ich weiß nicht wie sehr das übertragbar ist, aber ein Element das mir ein SL bei SLA sehr fies rüberbrachte, war das die Öffentlichkeit das Treiben der Charaktere guthieß. Komme was wolle. Und natürlich haben sich die Fernseh-leute bzw. PR-Agenten umso mehr ins Zeug gelegt desto mehr die SC die Sache (moralisch gesehen) versaut hatten, was sie noch beliebter machte. Das hatte zur folge das ein Spieler der es anfänglich für sehr cool befand das man bei SLA "die Sau rauslassen" könne, auf einmal anfing sich sehr gesittet zu benehmen. Irgendwie hatte es ihn angeekelt wofür er so gefeiert wurde. Das würde ich mal als Erfolg verbuchen was Düsternis angeht.

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« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 18:31 von ragnar »

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #24 am: 26.05.2009 | 18:41 »
Tjoa, wenn die Spieler den ganzen Kram auch noch cool finden oder anfangen Steine schmeissende Kinder zu erschießen hat man wohl was falsch gemacht. Bzw. man spielt einfach mit den grundfalschen Leuten.

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Offline Woodman

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #25 am: 26.05.2009 | 18:41 »
Für inspiration empfehle ich mal Punktown eine sammlung von kurzgeschichten ein paar auszüge die mr spontan nich einfallen
* Ein künstler, der verstümmelte klone von sich züchtet, die dann von seinen kunden zum spaß getötet werden
* Eine barista, die sich die errinerungen an ihren ex hat löschen lassen und nun aufgrund der fehlenden errinerungen an paranoia leidet
* Roboter arnachisten

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #26 am: 26.05.2009 | 19:23 »
Zitat
anfangen Steine schmeissende Kinder zu erschießen
Dark Future, aber bitte nur mit Hollywood-Helden als SCs, wie? ;)

Im Übrigen gibt es auch in Ghettos/Slums eine Kultur und vor allem eine soziale Ordnung, auch wenn die in der Regel etwas ruppiger ist. Daher auch mein Vorschlag mit den Dokus, denn das hier wirkt schon ein bißchen albern, um einmal Ragnar recht zu geben.
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 19:25 von Ein »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #27 am: 26.05.2009 | 19:38 »
Zitat
Im Übrigen gibt es auch in Ghettos/Slums eine Kultur und vor allem eine soziale Ordnung, auch wenn die in der Regel etwas ruppiger ist. Daher auch mein Vorschlag mit den Dokus, denn das hier wirkt schon ein bißchen albern, um einmal Ragnar recht zu geben.
Die Dokus sind tatsächlich ein guter Vorschlag - wichtig ist allerdings auch, was für einen Stil die "Dark Future" letztendlich haben soll, denn der Begriff ist dehnbar. Geht es um eine realistische Zukunftsvision mit Schauerfaktor (da wären der Doku-Vorschlag Gold wert), oder um eine überdüsterte, total überzeichnete Zukunft im Stil von Warhammer, SLA, etc.pp. (hier ist zu starker Realismus ein glatter Fehlgriff). Da Cyberpunk2020 imho irgendwie dazwischen steht.....
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Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #28 am: 26.05.2009 | 19:40 »
Wr hatten Krankheiten, Radikalisierungen, Umweltvergiftung, die Frage ab wann künstliche Intelligenzen (alternativ auch empfindsame künstlich geschaffene Lebewesen) eine unterdrückte Minderheit werden ist auch schon Angeklungen. Fehlt noch was?

Ich fand es sehr düster das es bei Bladerunner anklang das einige wenige es sich leisten konnten das sinkende Schiff "Erde" zu verlassen und das dies natürlich ausgerechnet diejenigen waren die den größten Nutzen aus ihrer Zerstörung zogen.

Ist irgendwo das nochmal eine Steigerungsform der in CP2020 und ähnlichen Szenarien vorkommenden Trennung von Reich und Arm, aber hier halt noch viel offensichtlicher und wo der normale Cyberpunk noch den "Trost" hat das die phöse Oberschicht ihr Ende nur über das Ende vom Rest der Zivilisation hinauszögert, fehlt der hier.

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« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 20:41 von ragnar »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #29 am: 26.05.2009 | 19:48 »
Zitat
Nach diesen Moment (da dann die Beschreibung vorbei ist und der SL weitermachen muss) sind sie sehr schnell nur noch ausgelutscht.
Deswegen setzt man die besagten Effekte ja auch nur einmal zum Flair erzeugen ein und wiederholt sie nicht ständig. Wenn ich z.b. die Korrupte-Polizisten-knallen-Verhafteten-ab-Szene oder den Endzeitprediger ständig wiederhole, habe ich keinen Schockeffekt mehr, sondern eine Art "Running Gag" (auch wenn der nicht lustig ist).

Zitat
Ihre Nutzung lässt ein Setting schnell zu einer Karrikatur werden
Ich würde ja eher sagen, ihre falsche Nutzung. Darüber hinaus ist die Frage, ob das Setting nicht ohnehin schon eine Überzeichnung, bzw. "Karikatur" ist. Und Cyberpunk kann man durchaus so auslegen.
Darüber hinaus wurde ja genau nach solchen Szenen gefragt:
Zitat
Hier soll eine Materialsammlung entstehen mit Szenen, die zeigen wie abgefuckt das Setting ist.
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 19:55 von Waldviech »
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #30 am: 26.05.2009 | 20:08 »
Zitat
oder um eine überdüsterte, total überzeichnete Zukunft
Gut, das habe ich mir irgendwann abgewöhnt. Wenn man sich etwas mit dem Thema Slumkultur auseinandergesetzt habe, merkt man schnell, dass ganz viel davon irgendwelche Klischees sind, die in der mitteleuropäischen/us-amerikanischen weißen Mittelschicht gepflegt, moralisiert und politisiert werden.

Ich finde das heutzutage eher langweilig. Schnell entlarvt man da schnell den Zeitvertreib von Mittelschichtlern, die sich mal gruseln oder den Harten markieren wollen. Eskapismus einer sehr zynischen Art halt. Hat ein bißchen was von den wandernden Kolonialausstellung mit echten Negern vom Anfang des letzten Jahrhunderts.

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #31 am: 26.05.2009 | 20:23 »
Damit magst du sehr recht haben. Nur wenn es um eine Rollenspielwelt geht, die zu großen Teilen auf diesen besagten Klischees basiert, dann ist eben auch eine klischeelastige Sichtweise vonnöten. Betrachte ich hanebüchenen Unfug wie Warhammer-Makropolwelten oder einen Shadowrunsprawl durch die realistische Brille, "sprenge" ich das Setting genauso, wie ich das 0815-Fantasy-Königreich "sprenge", wenn ich es nicht als das ansehe was es ist (eine Klischeesammlung), sondern mit dem fundierten Wissen eines Mittelalterhistorikers an die Sache herangehe, um dann festzustellen: "Hey, das ist ja alles Bockmist - so war das Mittelalter ja garnicht."
Wichtig ist, daß es beim Genre "Cyberpunk" manchmal eben eher um die "romantisierte" (sofern man das bei Slums so nennen kann) Version der versifften Großstadt geht, und nicht um die versiffte Großstadt, wie sie wirklich ist.
Wie man solche Überzeichnungen dann letztlich findet, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #32 am: 26.05.2009 | 21:26 »
Nee, will ich durchaus nicht in Absprache stellen, da ist dann halt die Frage, wie du schon sagtest, was man erreichen will. Ich finde nur halt die meisten der oben genannten Szenen wenig markant, weil sehr stereotyp. Kennt man doch eigentlich alles schon aus irgendwelchen Filmen. Da wird in bester B-Movie-Manier nur noch probiert es immer noch grotesker zu machen.

Da fand ich die Anfangsszene einer Indiendoku, die ich im Rahmen der Leipziger Ethnologie gesehen habe, beeindruckender, in der knallhart gezeigt wird, wie ein Straßenhund von zwei anderen auf einer Müllkippe bei Benares gerissen wird. Ohne Schnitt, ohne Schönung, ohne Kommentierung. Aber sowas funktioniert nur visuell, weil nur so deutlich wird, dass es sich nicht nur um eine Metapher, sondern um ein authentisches Dokument der Härte des Lebens handelt.

Offline ragnar

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #33 am: 26.05.2009 | 21:44 »
Deswegen setzt man die besagten Effekte ja auch nur einmal zum Flair erzeugen ein und wiederholt sie nicht ständig. Wenn ich z.b. die Korrupte-Polizisten-knallen-Verhafteten-ab-Szene oder den Endzeitprediger ständig wiederhole, habe ich keinen Schockeffekt mehr, sondern eine Art "Running Gag" (auch wenn der nicht lustig ist).
Und wenn man es nur einmal bringt ist es auch schnell wieder vergessen.

Besser wäre von vorneherein und durchgängig eine korrupte Haltung der Ordnungshüter vorzuzeichnen, auch mal ein paar weniger böse jungs dazwischen zu packen, die Szene das ein Laden ausgeraubt wird und die Cops nicht zuständig (vielleicht auch machtlos) sind, nicht mit etwas anderem Koppeln und die Szene mit dem erschossenen Gefangenen eher als "Tiefpunkt" einsetzen (am besten ausgeführt durch einen der weniger korrupten vielleicht sogar sympathischen Cops, er wird schon seine Gründe haben, oder?!), dann hat das ganze mehr "Macht" als eine schnell vergessene Flair-szene ohne große Vorankündigung oder ein zu oft wiederholter "Running Gag".

Zitat
Ich würde ja eher sagen, ihre falsche Nutzung. Darüber hinaus ist die Frage, ob das Setting nicht ohnehin schon eine Überzeichnung, bzw. "Karikatur" ist. Und Cyberpunk kann man durchaus so auslegen.

Darüber hinaus wurde ja genau nach solchen Szenen gefragt:
OK, dann lass mich das mal so ausdrücken (bzw. für mich den Schluss daraus ziehen) das mMn "wahre düsternis" (so düster das man sie schon im Titel groß schreiben muss) eher hinzubekommen ist wenn man einen Gang zurückschaltet und das ganze nicht so überzeichnet darstellt.
« Letzte Änderung: 26.05.2009 | 21:47 von ragnar »

Offline Waldviech

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #34 am: 26.05.2009 | 22:03 »
Zitat
OK, dann lass mich das mal so ausdrücken (bzw. für mich den Schluss daraus ziehen) das mMn "wahre düsternis" (so düster das man sie schon im Titel groß schreiben muss) eher hinzubekommen ist wenn man einen Gang zurückschaltet und das ganze nicht so überzeichnet darstellt.
Richtig. Nur sind wir da bei wieder bei der Frage angekommen: Was willst du erreichen? Eine realistisch angehauchte, wirklich düstere Welt, oder sowas wie SLA, das von totaler Überzeichnung lebt ?

Zitat
Da wird in bester B-Movie-Manier nur noch probiert es immer noch grotesker zu machen.
B-Movie-Manier würde ich bei den klischeelastigen Settings allerdings auch durchaus als Stichwort nehmen.
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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #35 am: 27.05.2009 | 00:58 »
Tun wir dem Realismus doch mal den Gefallen:
Obdachlose mit erfrorenen Fingern oder Zehen.
Kinder die von ihren Elten so zugerichtet wurden das ihnen das Schmerzempfinden fehlt, und die nur Nachts zum Schlafen nach hause kommen und ansonsten tagsüber auf der Straße sitzen und sich vom Bäcker ihr Mittagessen erbetteln können.
Kids die mit 5 durch ihre älteren Geschwister ihre ersten Pornos und Splatterfilme gucken.
Überforderte Eltern die ihre Kids nonstop anzuschreien, Machos die dasselbe mit ihrer Frau machen.
Leute die hinter kaputten Fensterscheiben oder in selbstgebastelten Zelten aus Müllsäcken hausen.
Der lallende Alki/Drogi der von Jugendlichen zusammengetreten oder im Schlafsack angezündet wird.
Die verrückte Alte die in ihrer Bruchbude voller Vogelscheiße wohnt.
Cops die ihre Hunde auf gefesselte, auf dem Boden liegende Leute hetzen oder diese mit Schlagstöcken malträtieren.
Von Abschiebung bedrohte Zuwanderer die in marode Exkasernen gesteckt werden in denen die Kakerlaken rumkrabbeln, kriminell werden weil ein Zehner im Monat nicht reicht und dann in nem richtigen Abschiebeknast ne Betonmauer vor die Nase gesetzt bekommen das sie kein Tageslicht mehr zu sehen bekommen..
Sozialhilfeempfänger die vom Amt eine Wohnung ohne fliessendes Wasser zugewiesen bekommen und regelmäßig mit dem Kanister beim Nachbarn klingeln gehen.
Leute die grundlos neben anderen Leuten anhalten, aussteigen und diese, just for fun, mit Baseballschläger und Tschako krankenhausreif schlagen. Und das auf ner regelmäßigen Basis.
...das ist mal eine kleine Prise authentischer, (west)deutscher Kleinstadt-Realität.

Und jetzt mal ein paar gedachte Jahrzehnte Verfall, (viel krasser mögliche) Armut und evtl ne Hungersnot dazupacken. Klar das muss man nicht schwarz-in-schwarz malen und auch nicht übermoralisieren. Genausowenig geht aber das "Arm aber Glücklich"-Klischee. Die Wahrheit liegt halt wie immer irgendwo dazwischen.

Wir könnten aber natürlich jetzt auch anfangen die Hoffnungsschimmer in solchen Szenarien aufzuzählen, damit kann Karsten bestimmt auch was anfangen und spannend wäre es allemal.

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« Letzte Änderung: 27.05.2009 | 01:11 von Hibou »

Offline Blechpirat

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #36 am: 28.05.2009 | 11:07 »
Ich würde eher die Heruntergekommenheit des zwischenmenschlichen Miteinanders darstellen, in Kombination mit dem Rest.
Settings wie Equilibrium wirken mMn erst durch die dargestellte Zwischenmenschleichkeit richtig düster, da muss noch nicht einmal die kaputte Welt an sich dafür herhalten.
Da hast du natürlich recht. Ist aber schwerer darzustellen. Der Thread sollte eigentlich vor allem Szenen suchen, die in den Vorspann des Abenteuers gehören, um die Stimmung zu beschreiben. Dinge, die man durch das Autofenster sieht.

Offline Blechpirat

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Re: Getting the DARK into Dark Future
« Antwort #37 am: 28.05.2009 | 11:28 »
Ich hab unter http://www.cyberpunk2020.de/2009/05/28/darstellung-einer-dunklen-welt-dark-future/ mal eine Zusammenfassung gepostet - von dem was ich am liebsten mochte.

Euch allen vielen Dank!